Kap. 1: Die Spiegelung menschlicher Lebensbedingungen und geschichtlicher Momente in griechischer und lateinischer Erzählkunst: Gegenstand, Zweck und Methoden historischer Analyse populärer Erzählstoffe der Antike.

INHALT:

1. Zum Gegenstand der Erzählkunst und zum Verhältnis von historischer und fiktiver Erzählung.

2. Zur Illustration des mit der 'pragmatischen Geschichtsschreibung' verwandten anschaulich-dramatischen Charakters antiker Erzählkunst: Beispiele aus romanartigen Erzählungen und aus der Malerei.

3. Zur Eignung antiker Erzählkunst als allgemeingeschichtlich interessanten Quellenbereichs.

a) Geistes- und mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen an antike Erzählkunst.

b) Allgemeingeschichtliche Referenzen in antiker Erzählkunst.

4. Literatur, Medien, Quellen.

1. Zum Gegenstand der Erzählkunst und zum Verhältnis von historischer und fiktiver Erzählung.

a) Unter 'Erzählung' sei abstrakt eine sprachliche Tätigkeit verstanden, bei der ein Autor ein Geschehen wiedergibt, in das Menschen oder andere lebendige oder beseelte Wesen handelnd und leidend einbezogen sind. Erzählungen können realen oder fiktiven Charakter haben. 'Erzählkunst' ist eine für bestimmte Zwecke, etwa der Unterhaltung, der Erbauung oder der Belehrung, für ein Publikum eingerichtete, in irgendeiner ästhetisch oder rhetorisch regelgerechten Verfahrensweise vorgenommene Gestaltung von Erzählungen. Gegenstände und Verfahrensweisen der Erzählkunst sind - im Hinblick auf Autor, Publikum, Sprache und gesellschaftliches Umfeld - einerseits historisch bedingt und veränderlich, weisen andererseits aber im Wandel der Zeiten auch teilweise starke formale und inhaltliche Kontinuitäten auf.

b) Es gibt unterschiedliche Arten von Erzählperspektiven; von diesen lassen sich zwei besonders hervorheben:

a) ein 'auktorialer' Typus, d. h. die Perspektive des stillschweigend oder ausdrücklich für eine umfassende und zuverlässige Berichterstattung bürgenden Autors, der gewissermaßen 'über dem Geschehen stehend' alles Wesentliche weiß und zumindest im nachhinein zutreffend beurteilt;

b) ein 'restringierter' Typus, d. h. die 'befangene' Sicht eines in ein Geschehen verwickelten oder von ihm betroffenen Beteiligten , der, aus inneren oder äußeren Gründen unter Begrenzungen des Wissens, der Erkenntnis und des Verständnisses stehend, Wesentliches nicht weiß und unrichtigen Erinnerungen, Bewertungen und Schlußfolgerungen unterliegt.

Die Erzählperspektive kann ferner real oder fiktiv sein.

Die Erzählperspektive kann je nach Anlage einer Erzählung innerhalb dieser wechseln, sodaß auktoriale und restringierte, reale und fiktive nebeneinander stehen können.

c) Gegenstand einer Erzählung ist - abstrakt gesprochen- ein Gefüge paralleler oder aufeinander folgender Handlungen verschiedener miteinander in Beziehung stehender Subjekte oder Gruppen von Subjekten, an deren Gefühlen und Denken, Sprechen und Tun, Charakter und Schicksal ein Publikum Anteil zu nehmen vermag. In einer ästhetisch oder rhetorisch kunstgerechten Erzählung bekommt das referierte Handlungsgefüge (griech. 'drama', lat. 'actus', 'actio') erst durch die Mittel ästhetischer oder rhetorischer Gestaltung einen im engeren künstlerischen Sinne 'dramatischen' Charakter (Dramatik). Dieser wird gebildet durch sprachlich eindrucksvoll angeordnete und szenisch verdichtete 'Motive', 'Spannungsfolgen' und 'Gefühle'.

d) 'Dramen' im engeren, ästhetisch gestalteten Sinne haben einen 'fiktiven' (von lat. 'fingere' = 'gestalten', auch: 'dichterisch bearbeiten') Charakter, und zwar sowohl im sprachlich-formalen als auch im inhaltlich-wahrheitsbezogenen Sinne. Ihre 'Dramatik' unterscheidet sich von derjenigen nicht-küntlerisch gestalteter Prozesse des sozialen Lebens typischerweise dadurch, daß in letzteren diejenigen Momente, die die Anteilnahme eines Publikums erzeugen können, weitaus seltener vorkommen und Nichtbetroffene im allgemeinen innerlich weitaus weniger berühren. Denn sie folgen nicht ästhetischen Spannungslinien, Personalisierungen von Ideen und Wünschen und sinnhaften Entwicklungszielen, wie sie einem ästhetisch oder rhetorisch fingierten Geschehen eigen zu sein pflegen, sondern erscheinen den Beteiligten weithin sinnlos, zufällig, langweilig, grundlos und auch schmerzhaft.

e) Bei Erzählungen, die vor allem darauf ausgerichtet sind, ein Publikum zu bestimmten Zwecken der Aufklärung und realitätsgerechten Entscheidung mit wahrheitsentsprechenden Informationen und Einschätzungen über ein aus Handlungen bestehendes Geschehen zu versehen, werden deshalb fiktive Elemente, wie sie einer ästhetischen Dramatik eigen zu sein pflegen, systematisch aus dem Bericht ausgeschlossen. Dies gilt in besonderem Maße auch für 'wissenschaftlich-wahrheitsbezogene' Erzählungen über ein 'historisches Geschehen'. Die 'Kunst' historischer Darstellung besteht ihrer hauptsächlichen Zielsetzung nach in der systematischen und methodischen Vermeidung von Fiktionen. Dies gilt sowohl für die Sachdarstellung als auch weitgehend für die Sprachform. Der Historiker ist wissenschaftlich vor allem verpflichtet, 'die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit' zu sagen. Wieweit diese Verpflichtung geht, ergibt sich sowhl aus dem realen historischen Gegenstand selbst als auch aus den wissenschaftlich-gewissenhaft und -unparteiisch erkennbaren Erkenntnisinteressen eines seinetwegen angesprochenen Publikums. Zwischen ästhetisch oder rhetorisch gestalteten Erzählungen und solchen wissenschaftlich-historischer Art besteht daher ein erheblicher qualitativer Unterschied.

e) Eine ästhetisch oder rhetorisch kunstgerecht gestaltete Erzählung kann aber trotzdem - d. h. trotz der ihr üblicherweise innewohnenden und sie charakterisierenden 'künstlerisch-dramatischen' , d. h. fiktiven Momente - wahre oder zutreffende Aussagen enthalten. Soweit sie nicht vorrangig und planvoll Illusions-, Traum- oder Phantasiebedürfnissen eines Publikums Genüge tun will ('Kitsch'), pflegt sie sogar um Wahrheit bemühte Kernbotschaften, etwa über eine 'conditio humana' oder zeittypische Geschehensfolgen, Persönlichkeiten, Denkweisen und Gefühle, zu enthalten. Ferner bezieht sie sich notwendigerweise immer wieder - auch in allgemeinhistorisch aufschlußreichen Referenzen - auf eine gesellschaftliche Umwelt, der sie entstammt; diese Bezüge können etwa biographischer, politik- und kriegsgeschichtlicher, sozial- und wirtschafts- und rechtsgeschichtlicher, geistes- und sprachgeschichtlicher, religions- und sittengeschichtlicher Art sein. In all dem liegt der Grund für eine vielfältige Bedeutung und Nutzbarkeit ästhetisch und rhetorisch gestalteter Erzählungen auch als historischer Quellen.

2. Zur Illustration des mit der 'pragmatischen Geschichtsschreibung' verwandten anschaulich-dramatischen Charakters antiker Erzählkunst: Beispiele aus romanartigen Erzählungen und aus der Malerei.

Die folgenden beiden Textbeispiele für romanartige antike Erzählkunst haben mit dem danach folgenden Beispiel eines antiken Bildwerks gemeinsam, daß sie jeweils einen künstlerisch gestalteten dramatischen Charakter haben. Auf der einen Seite handelt es sich um eine Dramatisierung eines Erzählstoffs mit Mitteln der Sprache, auf der anderen Seite mit Mitteln der bildenden Kunst. Der Vergleich macht deutlich, daß die Dramatik beider Darstellungsweisen von der Standortwahl des beobachtenden Erzählers, von der Auswahl bestimmter Ereignisse und Entwicklungsfolgen, von ihrer besonderen Anschaulichkeit (Bildhaftigkeit) und emotionalen Verdichtung (Spannung, Pathos), von der Verbindung menschlicher Instrospektion und Außenorientierung sowie von den gedanklichen und symbolischen Bedeutungen der untergründig lehrhaften und allgemeinbedeutsamen Inhalte einer Erzählung abhängt. Dies sind zunächst einmal die Elemente dessen, was im Griechischen und im Lateinischen dasWort 'historia' in einem weiten - also nicht wissenschaftlich eingegrenzten - Sinne bedeutet: 'Wissen und Mitteilung, zumeist von etwas durch Menschen Gemachtem oder Geschehenem'. Ferner kann man in diesen Elementen eine gewisse 'Theatralik' antiker Erzählkunst begründet sehen: Der erste Textauszug - aus den 'Aithiopika' des Heliodor - ist etwa 'tragischer' Art - und bringt dies sogar selbst zum Ausdruck , der zweite - aus den 'Metamorphosen' des Apuleius - hat einen 'komischen' Charakter. Das Bild - von der Versklavung der ihr Unheil vorauswissenden Königstochter Kassandra bei der Eroberung Trojas - stellt wiederum eine aufs äußerste zugespitzte tragische Situation dar. In der - wenn auch künstlerisch gestalteten - Anschaulichkeit und Dramatik antiker romanartiger Literatur und erzählender Malerei, so kann man zusammenfassen, liegt eine gewisse formale Affinität zur antiken 'pragmatischen Geschichtsschreibung' vor, in welcher es um die quellenmäßig belegte und veranschaulichte, systematisch geordnete, erklärende und verständliche Darstellung der wichtigsten Handlungsfolgen und Schicksale politischer Gemeinschaften in Krieg und Frieden geht.

ÜBUNG 1.

AUFGABEN:

Lesen Sie die nachfolgenden beiden Textauszüge aus 'Romanen' antiker Autoren aufmerksam durch und beantworten Sie dann folgende Fragen:

a) Haben die Texte eine literarische Form und wie würden Sie diese ggf. einordnen und datieren?

b) Welche allgemeinhistorisch ungefähr datierbaren Zeitumstände können Sie aus den Texten für deren Abfassungszeit und Szenarien jeweils erschließen? Was ist an den Erzählungen Ihres Erachtens 'real' und was 'fiktiv'?

c) Vergleichen Sie den einen Text mit dem anderen: Welche Motive, Grundstimmungen und Details der Erzählungen sollen das Interesse der Leser erwecken? Wie sind etwa jeweils die Frauen geschildert? Was entnehmen Sie daraus für typische Gefühle und Gedanken des Autors und einer angesprochenen Leserschaft?

Zur Dramatik antiker romanartiger Erzählung (I):

Die unterhaltsame Ausmalung der Spannung und des Pathos in einer tragischen Strandszene. Aus: Heliodor von Emesa, Aithiopika, 1. Buch.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Heliodor, Aithiopica. Roman. Ins Deutsche übertragen von Horst Gasse, (Leipzig 1957) Karlsruhe 1985, S. 6 - 9.

Zur Dramatik antiker romanartiger Erzählung (II):

Derber komischer Realismus in den Wahrnehmungen eines Mühlenesels. Aus: Apuleius, Metamophosen, 9. Buch, Kap. 10 - 14.

Text der deutschen Übersetzung mit geringen Modifikationen entnommen aus: Apuleius, Metamorphosen oder: Der goldene Esel, Lateinisch und deutsch von Rudolf Helm, Berlin 1978 7, S. 287 - 291.

Zur Dramatik einer bildlichen Erzählung:

Die Verdichtung des Tragischen in Personen und Situationen: Die Versklavung der Seherin Kassandra bei der Einnahme Trojas.

Wandmalerei aus der 'Villa des Menander', Pompeji, Grabungsregion I, Entstehungszeit 1. Jh. n. Chr. Photo entnommen aus: Salvatore S. Nappo, Pompeji. Die versunkene Stadt, deutschsprachige Ausgabe, Köln 1998, S. 65.

3. Zur Eignung antiker Erzählkunst als allgemeingeschichtlich interessanten Quellenbereichs.

a) Geistes- und mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen an antike Erzählkunst.

Die materielle, allgemeinhistorische Bedeutung und Nutzbarkeit der Erzählkunst der Antike - wie auch der anderer Epochen - besteht, wie oben zu 1. angesprochen, einmal in dem, was sie geistes- und mentalitätsgeschichtlich über ihre Zeit auszusagen vermag. Dabei geht es um folgende Fragen:

a) Welche Motivtypen ästhetisch gestalteter Erzählungkunst sprechen welche Arten eines antiken Publikums an?

b) Welchen Informations-, Unterhaltungs-, Orientierungs- und Identifikationsbedürfnissen eines angesprochenen Publikums dient eine solche Erzählkunst im einzlnen und typischerweise?

c) Welcher dramatisch nutzbaren Zeitbezüge, zeittypischen Medien und Ausdrucksformen bedienen sich welche Autoren zu welchen Zwecken?

d) Welche Rückschlüsse lassen sich aus Werken der Erzählkunst auf zeittypische Formen des Alltagsbewußtseins, der Religion, der Geisteskultur, des Sittlichkeitsempfindens und des Kunstgeschmacks eines literarisch ansprechbaren Publikums, darüber hinaus aber auch einer 'breiteren Öffentlichkeit' ziehen?

Gerade über ihr fiktionales, d. h. in ihrer freien Phantasie durch praktische oder erkenntnisbezogene Notwendigkeiten wenig begrenztes, 'verdichtendes' und 'typisierendes' Ansprechen von Denkweisen, Gefühlszuständen und Wunschvorstellungen eines Publikums gewährt die Erzählkunst einen plastischen Einblick in die emotionale 'Innenwelt' - d. h. nicht nur in den offiziösen 'Geist' - einer Zeit, was sie in dieser Hinsicht zu einer überaus fruchtbaren und daher historisch nicht zu vernachlässigenden Quelle macht.

Es ist zum Beispiel eine nicht nur kunst- und kultur-, sondern auch mentalitätsgeschichtlich interessante Frage, in welchem Maße antike Erzählkunst 'Vorurteile' und 'unechte' Gefühle bedient, die in heutiger Zeit als 'Kitsch' bezeichnet zu werden pflegen. Diese Frage wird etwa durch die vergleichende Lektüre der beiden oben in Übung 1 präsentierten Textbeispiele aus antiker Romanliteratur nahegelegt. Handelt es sich auf den ersten Blick bei dem einen Text um eine satririsch-komödienhafte, derb-realistische, aber mit Elementen nützlicher Nachdenklichkeit verbundene Erzählweise, so scheint der andere Text der Absicht einer sentimentalen und theatralisch überdramatisierenden Befriedungung reiner Unterhaltungsbedürfnisse irgendeines gefühlsseligen Publikums entsprungen zu sein. Daß sich in denjenigen Arten antiker Erzählliteratur, die den Bedürfnissen und dem Geschmack eines zu Unterhaltungszwecken angesprochenen Publikums entsprechen, auch 'stereotyp vereinfachendes Denken' über Länder und Völker, Stände und Schichten, Altersklassen und Geschlechter auszudrücken pflegt, daß dort ferner die gestalterischen Mittel der dramatischen Spannungserzeugung und Gefühlssteigerung künstlerisch-geschäftsmäßig, damit erfolgsorientiert und damit auch manchmal ästhetisch bedenkenlos eingesetzt werden - was die Proportion zwischen Wahrheitskern und reflexivem Nutzen einerseits und dramatischer Erzählstruktur andererseits betrifft - , wird in der Antike selbst thematisiert. Dies zeigt sich u. a. in literarischen Persiflagen - etwa bei Petronius (Satyricon), Apuleius (Metamorphosen) oder Lukian von Samosata (Wahre Geschichten) - auf typische, primär unterhaltsame Formen antiker Liebes-, Reise- und Abenteuergeschichten, aber auch in expliziter Literaturkritik, wie wir sie etwa bei Quintilian - siehe den unten folgenden Textauszug - finden. Daran ist aus allgemeingeschichtlicher Perspektive vor allem interessant, wie die Vorstellungs- und Gefühlswelt der 'Unterhaltung' und die der 'Bildung' auseinanderfallen und in welchem Maße 'gebildete Unterhaltung' auch sozial exklusiv ist. Deutlich wird aber auch, daß einige Formen antiker Unterhaltung nicht primär einen reflexiven oder orientierenden Nutzen zu haben pflegen, sondern vor allem - aber immerhin - einen stark profilierten Gefühlsbefriedingunscharakter für ein jeweils angesprochenes Publikum.

Maßstäbe antiker Literaturkritik aus der Sicht eines Rhetoriklehrers. Aus: Quintilian, Institution oratoria, Buch 10, 1. Kap., 40 - 55 und 65 - 72.

Text der deutschen Übersetzung mit geringfügigen Modifikationen aus: Quibtilian, Über Pädagogik und Rhetorikk. Eine Auswahl aus der 'Institutio oratoria'. Übertragen, eingeleitet und erläutert von Marion Giebel, München 1974, S. 122 - 125 und 127 - 129.

b) Allgemeingeschichtliche Referenzen in antiker Erzählkunst.

Zum anderen ist antike Erzählkunst, wie angesprochen, durch die in ihr enthaltenen Zeitbezüge allgemeinhistorisch nutzbar. Dabei geht es um folgende Fragen:

a) Welche allgemeinhistorisch sinnvoll und ergiebig nutzbaren Zeitbezüge biographischer, politik- und kriegsgeschichtlicher, sozial- und wirtschafts- und rechtsgeschichtlicher, geistes- und sprachgeschichtlicher, religions- und sittengeschichtlicher Art enthält ein Werk antiker Erzählkunst? Welche Parallelquellen anderer Art gibt es?

b) Wie authentisch sind derartige Referenzen, und wie verhalten sich in ihnen ästhetisch oder rhetorisch fingierte Typisierungen und Geschehensfolgen, Spannungs- und Gefühlsmomente zu historisch ermittelbaren tatsächlichen Geschehnissen und Strukturen und realistisch vornehmnbaren Typisierungen?

Gerade die Nähe der erzählerischen 'Dramatik' zum alltäglichen Tun der Menschen und seinen zivilisatorischen Rahmenbedingungen eröffnet vielfältige und oft unerwartet deutliche Einblicke im weiteren Sinne kulturgeschichtlicher Art und macht sie auch insweit zu einer wichtigen Quellenkaregorie für den Allgemeinhistoriker.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

Hermann Bengtson, Einführung in die Alte Geschichte, München 1969 6, S, 112 ff. (Zu Mythos, Heldensage und volkstümlicher Überlieferung als Quellen der Geschichtsschreibung. Nicht zur Quellenbedeutung antiker Erzählkunst insgesamt).

Heinz Ludwig Arnold und Heinrich Detering (Hg.) , Grundzüge der Literaturwissenschaft, München 1997 2, S. 447 ff. (Zum Verhältnis von Literatur und Geschichte: Kirsten Wechsel; Sozialgeschichtliche Zugänge) und S. 516 ff. (Allgemeines zur Wirkungsgeschichte literarischer Werke: Matthias Richter, Wirkungsästhetik).

Niklas Holzberg, Der antike Roman. Eine Einführung, Düsseldorf, Zürich 2001, S. 11 ff. (Zu Wesen und Zeitbezügen antiker romanartiger Literatur).

Medien:

Salvatore S. Nappo, Pompeji. Die versunkene Stadt, deutschsprachige Ausgabe, Köln 1998, S. 65 (Abb. einer antiken, den Kassandra-Mythos betreffenden Wandmalerei).

Quellen:

Heliodor von Emesa, Aithiopika, 1. Buch. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Heliodor, Aithiopica. Roman. Ins Deutsche übertragen von Horst Gasse, (Leipzig 1957) Karlsruhe 1985, S. 6 - 9.

Apuleius, Metamophosen, 9. Buch, Kap. 10 - 14.Text der deutschen Übersetzung mit geringen Modifikationen entnommen aus: Apuleius, Metamorphosen oder: Der goldene Esel, Lateinisch und deutsch von Rudolf Helm, Berlin 1978 7, S. 287 - 291.

Quintilian, Institutio oratoria, Buch 10, 1. Kap., 40 - 55 und 65 - 72. Text der deutschen Übersetzung mit geringfügigen Modifikationen aus: Quibtilian, Über Pädagogik und Rhetorikk. Eine Auswahl aus der 'Institutio oratoria'. Übertragen, eingeleitet und erläutert von Marion Giebel, München 1974, S. 122 - 125 und 127 - 129.

LV Gizewski WS 2004/2005

Autor: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .