Kap. 2: Zum geschichtlichen Rahmen romanartiger erzählender Literatur der Antike.

INHALT

1. Zum Spektrum der Gattungen und Typen antiker Erzählkunst.

2. Zur geschichtlichen Einordnung der 'romanartigen Erzählung' in das Spektrum der Gattungen und Typen antiker Erzählliteratur.

3. Zu formgeschichtlichen Traditionen, sozialen Funktionen, Autoren und Publikum antiker 'Romanliteratur'.

4. Literatur, Medien, Quellen.

1. Zum Spektrum der Gattungen und Typen antiker Erzählkunst.

Der Typus einer 'romanartigen Erzählung' - d. h. einer typischerweise umfänglichen, künstlerisch-fiktiv in Prosa abgefaßten, unterhaltsamen, belehrenden oder erbauenden Ausführung dramatischer, die Alltagswelt mit einbeziehender Erzählthemen, die ein breiteres lesekundiges Publikum sprachlich und inhaltlich anzusprechen vermögen, wie er im Mittelpunkt dieses Skripts steht und illustrativ schon in Kap. 1 . P. 2 vorgestellt wurde, gehört zu einem breiten Spektrum antiker Erzählkunst.

Dieses ist zwar nicht so weit wie etwa das der heutigen Gegenwart, deren medialen Möglichkeiten des Zugangs zu einem Publikum über die in der Antike gegebenen Wege für die Verbreitung von Erzählungen in Wort, Bild, Musik und Schrift erheblich hinausgehen. Aber auch die antike Erzählkunst macht im Laufe der griechischen und römischen Kulturgeschichte eine instututionelle und formale Differenzierung durch, an deren Ende eine große Vielfalt der Gattungen und Typen steht oder erprobt ist: sie schließt etwa die homerischen Epen am Beginn der griechischen Literaturgeschichte (8. Jh. v. Chr.) ebenso ein wie christliche Heiligenlegenden der Spätantike.

Es ist - im Hinblick auf die in der antiken 'Romanliteratur' wirksamen literaturgeschichtlichen Traditionen - sinnvoll, dies Spektrum genauer zu durchmustern, bevor sich die Erörterung - aus allgemeingeschichtlichen Gründen - späterhin auf einen bestimmten Typus daraus konzentriert.

Zu diesem Spektrum antiker Erzählkunst gehören die nachfolgend in einer Übersicht aufgeführten und dann mit Textbeispielen illustrierten Typen und Gattungen.

Soweit in der Antike selbst philologische Definitionen bestimmter Arten der Erzählkunst gegeben worden sind, ist es sinnvoll, entsprechend dem heutigen philologischen Sprachgebrauch von literarischen 'Gattungen' zu sprechen. Sonst wird in diesem Skript von 'Typen' der Erzählkunst die Rede sein. Da der Ausdruck 'Roman' erst im Hochmittelalter zur Bezeichnung einer nicht lateinisch, sondern volkssprachlich-altfranzösisch abgefaßten, längeren unterhaltsamen Erzählung in Übung kam, wäre seine Anwendung auf die Antike ein Anachronismus, obschon enge wirkungsgeschichtliche Beziehungen zwischen nachantiker und antiker Erzählkunst bestehen. Um Mißverständnisse zu vermeiden, ist daher in diesem Skript für die griechische und römische antike nur von dem Typ der Äromanartigen Erzählung' die Rede.

Gattungen und Typen antiker Erzählkunst.

I. Primär zum Zuhören.

Gattungen und Typen poetischer und prosaischer Erzählung für einen öffentlichen oder privaten Hörerkreis:

Typus 'Sage', 'Märchen', 'Fabel' in Bild und Gesang (antike Umschreibungen: 'mythos', 'fabula', 'carmen'; liedhafte oder bildliche Kurzwiedergabe durch Tradition vorgeformter Mythen-, Märchen- und Fabelstoffe)

Typus 'Sage', 'Märchen', 'Fabel' in mündlichem Vortrag (antike Umschreibungen ebenfalls: 'mythos', 'fabula; kunstvolle oder einfache mündlicheWiedergabe entsprechender, durch Tradition vorgeformter Erzählstoffe).

Gattung 'Epos' (Erzählung für ein hörendes Publikum in umfassend angelegter, schriftlich ausgearbeiteter poetischer Form).

Gattung 'Historia' (lat. auch 'oratio'; unterhaltungsrhetorische Erzählung für ein hörendes Publikum in umfassend angelegter, schriftlich ausgearbeiteter prosaischer Form)

2. Primär für die öffentliche Aufführung:

Gattungen poetischer, schriftlich ausgearbeiteter Darstellung eines dramatischen Erzählstoffes ('Drama' im literarisch-gattungsgeschichtlichen Sinne) für Aufführung, im öffentlichen Raum, vor allem im Theater:

Gattung 'Tragödie'.

Gattung 'Komödie'.

Gattung 'Satyrspiel'.

Gattung 'Mimus' (von männnlichen und weiblichen Akteuren maskenlos und in grotesker Übertreibung nachgeahmte Szenen aus dem lächerlichen oder sittenlosen Alltagsleben)

3. Primär für ein Lesepublikum.

Gattungen und Typen prosaischer, schriftlich ausgearbeiteter Darstellung eines dramatischer Erzählstoffes für ein lesendes Publikum ('private Öffentlichkeit').

a) Typischerweise 'Kurzgeschichten'.

Typus 'Buntgeschichte' (kurze Darstellung eines beliebigen interessanten Gegenstandes, der auch dramatisch-erzählerischen Charakter haben kann; als 'satura' lateinischen Ursprungs, nicht identisch mit 'Satire' oder 'Satyrspiel; lat. plural auch 'varia' genannt; griech. 'historia poikile' ).

Gattung 'Satire' (lateinischen Ursprungs; in die Form einer Erzählung gebrachte moralische Kritik oder Polemik gegenüber dem Verhalten von Personen: versförmig oder prosaisch).

Typus 'Anekdote' (Erzählung witziger oder enthüllender Begebenheiten, etwa aus dem Leben prominenter Persönlichkeiten; überwiegend prosaisch).

Typus 'Novelle': (antike Umschreibungen: 'diegesis', 'narratio'; eine romanartig aufgebaute, selbständige oder in ein größeres erzählendes Werk eingeschobene prosaische Kurzerzählung).

b) Typischerweise 'lange oder längere Geschichten'.

Gattung 'Historia' (längere prosaische Erzählung unterhaltsam belehrenden Charakters über geschichtliche, geographische oder ethnographische Themen für ein lesendes Publikum).

Typus 'Roman' (Wort altfranzösischen Ursprungs; antike Umschreibungen: 'syntagma', 'dramatikon', 'ephesiake'; romanartig-ausführlich, (von Einlagen abgesehen) in Prosa ausgearbeitete dramatische Erzählstoffe).

Typus 'Legende' (Wort mittellateinischen Ursprungs; aus christlichem Geist in lehrhafter Absicht schriftlich abgefaßte, anfänglich zum Vorlesen vor einer Gemeinde, später eher zur privaten erbaulichen Lektüre vorgesehene, inhaltlich zumeist stark 'legendenhafte' Erzählung über Leben und Taten eines Heiligen oder Märtyrers).

Die antike Erzählkunst ist trotz ihres weiten Spektrums deutlich von anderen Zweigen antiker Literatur und Kunst zu unterscheiden. In ihrer dichterisch-fiktiven Gestaltung 'dramatischer Zusammenhänge' zum Zwecke witziger Unterhaltung, gefühlvoller Anteilnahme an menschlichem Handeln und Schicksal, menschlicher Selbstfindung, manchmal auch moralischer Belehrung , religiöser Erbauung oder gar politisch-historischer oder religiöser Polemik unterscheidet sie sich antike Erzählkunst typischerweise

a) sowohl von vorrangig 'wahrheitsorientierten', d. h. etwa von philosophischen, historischen, geographischen, naturkundlichen, theoretisch-medizinischen oder -technischen Darstellungen menschlichen Handelns,

b) von praktisch-erfolgsorientierten Darstellungen menschlichen Handelns wie etwa in der politischen oder justiziellen Rhetrorik oder in der Jurisprudenz,

c) von religiös-kultischen oder theologischen, d. h. göttliches und menschliches Handeln beschreibenden oder evozierenden Texten.

Gewiß gibt es auch einige Ähnlichkeiten zwischen dichterisch-fiktiven und andersmotovierten Darstellungen menschlichen Handelns. So haben etwa die in den Texten antiker Historiker dargestellten Reden historischer Persönlichkeiten zumeist den Charakter nachträglich komponierter Kunstreden, und auch solche 'historiai', die auf unüberprüfbaren oder den Tatsachen nach unwahrscheinlichen Sagen, Gerüchten und Phantasien beruhen, können einem Publikum als dennoch historisch interessant mitgeteilt werden. So tragenferner christlich-theologische Darstellungen historischen Geschehens, wie etwa die der Evangelien, weithin die Züge theologisch-bewußter, legendenhaft-gläubiger Gestaltung. So scheut sich schließlich die justitiziell- oder politisch-rhetorische Darstellung menschlichen Tuns ggf. nicht vor einer sprachlich effektvollen und tatsachenverformenden Gestaltung ihrer 'Erzählstoffe' (griech. 'diegesis', lat. 'narratio'). Dennoch läßt sich in solchen Fällen je nach den Motiven, die der sprachlichen und gedanklichen Gestaltung der Darstellung menschlichen Tuns jeweils überwiegend zugrundeliegen, durchweg eine eindeutige typologische Zuordnung treffen. Historiker und Gläubige wollen mit ihren 'verdichteten' Darstellungen realitätsbezogener Stoffe prinzipiell nicht lügen, sondern mit Blick auf 'Wesentliches' überzeugen. Advokaten oder Volksredner wollen ein Publikum oder eine Entscheidungsinstanz nicht primär ästehtisch-kunstvoll unterhalten, sondern zu einem Handeln bewegen.

Aber auch im Bereich der Dichtung und der nichtsprachlichen Kunst stellt antike Erzählkunst etwas Besonderes dar, weil gerade das im Mittelpunkt der Kunstdarstellung stehende 'dramatische Geschehen' jeweils die mit menschlichem Handeln verbundenen Grundideen und -motive in ihrer zeittypischen Form spiegelt, d. h. die jeweiligen antiken Vorstellungen von Tugenden, Leidenschaften und Irrtümern in menschlichem Tun, von Verantwortung und Schuld, von menschlichem Eigenwillen und göttlicher Fügung, von Glück und Unglück, von schicksalshafter Verstrickung und gesellschaftlicher Einordnung des Menschen. In den dramatischen Handlunggefügen der Erzählkunst treten ferner im allgemeinen auch die schon in Kap. 1 angesprochenen zeittypischen Referenzen auf reale antike Geschichte viel ausführlicher und deutlicher hervor als etwa in Lyrik, Malerei, Plastik oder Musik.

Im folgenden sollen einige Gattungen und Typen antiker Erzählkunst mit Textbeispielen vorgestellt werden, um so den engen form- und ideengeschichtlichen Zusammenhang zwischen ihnen, und dabei auch die Einbettung des Typus der 'romanartigen Erzählung' in ihre Entwicklungsgeschichte, zu illustrieren.

Dabei findet eine Beschränkung auf die griechisch- und die lateinischsprachigen Literaturtraditionen der Antike vor allem deshalb statt, weil die uns direkt überlieferten Werke 'romanartiger Erzählungen', die im Mittelpunkt dieses Skripts stehen, - von Ausnahmen wie dem 'Alexanderroman' abgesehen - nur griechisch- oder lateinisch-sprachig vorliegen. Es sei aber an dieser Stelle wenigstens kurz darauf hingewieisen, daß es auch außerhalb des griechisch- und lateinischsprachigen Bereichs der Antike, so etwa im altägyptischen und altmesopotamischen, im aramäischen, arabischen und iranischen Bereich, Gattungen und Typen literarischer Erzählkunst mit langen Traditionen gibt, welche auch allgemeinhistorisch aufschlußreich zu sein pflegen.

in Anknüpfung an die bereits in Kap. 1, P. 2 gebrachten Beispiele zur Dramatik antiker Erzählkunst (romanartige und bildsprachliche Erzählung) werden hier werden hier die für die Entwicklung romanartiger Erzählungen wichtigeren Vorformen (Epos, Tragödie, Komödie, Erzählende Historie, Fabel, Satire, Buntgeschichte, Anekdote) und eine Weiterentwicklung (Christliche Legende) illustrativ vorgestellt.

Zur Dramatik des Epos (I).

Der Ratschluß des Götter als undurchsichtiger Kern des Geschehens. Aus: Homer, Odyssee, Erster Gesang, 1 - 114.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Homer, Odyssee. Verdeutscht von Thassilo von Scheffer. Neu gestaltete Ausgabe, Wiesbaden o. D. (um 1955), S. 1 - 4.

Zur Dramatik des Epos (II):

Der Untergang als Ende und Neubeginn schicksalhaften Geschehens: Vergil, Aeneis, 2. Gesang, 254 - 424.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Vergil, Aeneis. Verdeutscht von Thassilo von Scheffer, Wiesbaden (o. D., um 1960), S. 41 - 47.

Zur Dramatik der Tragödie:

Das unabwendbare Verhängnis. Aus: Aischylos, Agamemnon 902 - 1163.

Text der deutschen Übersetzung (mit geringfügigen Modifikationen) entnommen aus: Aischlos, Sämtliche Tragödien. Übersetzt von Johann Gustav Droysen (Berlin 1832), neu bearbeitet von Wolf Hartmut Friedrich, Klaus Ries und Frieder Schönagel, München 1977, Aus der 'Orestie', I. Tragödie: Agamemnon, S. 138 - 146.

Zur Dramatik der Komödie (I):

Die Konterkarierung des Furchteinflößenden und Respektheischenden durch den Witz: Aus: Aristophanes, Die Frösche, 180 - 297.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herodot, Historien. Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Stuttgart (o. D., nach 1971), S. 226 - 228.

Zur Dramatik der Komödie (II):

Der Weg durch Verwirrung und Leiden zu vorherbestimmten Glück. Aus: Menander, Perikeiromene, 3. Szene.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Menander, Die Komödien und Fragmente. Eingeleitet und übertragen von Günther Goldschmidt, Zürich (o. D. , nach 1945), S. 52 f.

Zur Dramatik der Komödie (III):

Enthüllte Lebensweisheiten. Menander, Fragmente (Fragmentsammlung aus Menanders Komödien).

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Menander, Die Komödien und Fragmente. Eingeleitet und übertragen von Günther Goldschmidt, Zürich (o. D. , nach 1945), S. 130 - 153.

Zur Dramatik der erzählenden Historie (I)

Seltsame und furchterregende Länder und Bräuche. Aus Herodot, Historien 3. Buch, 99 - 105.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herodot, Historien. Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Stuttgart (o. D., nach 1971), S. 226 - 228.

Zur Dramatik der erzählenden Historie (II):

Das Wesen der Persönlichkeit als Triebkraft ihrer Lebensgeschichte. Aus: Aelian, Poikile Historia, 12. Buch, 1 - Über Aspasia.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus:Claudius Aelianus, Bunte Geschichten (Poikile Historia), Übersetzung aus dem Griechischen, Nachwort und Register von Hadwig Herms, Leipzig 1990, S. 145 - 150.

Zur Dramatik der Fabel:

Der bewegende Kern pointierter Erzählung. Aus Babrios, Fabeln Nr. 6, 19 und 75 (äsopische Fabeln in Jamben).

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herwig Görgemanns (Hg.), Die greichische Literatur in Text und Darstellung, Kaiserzeit (Bd. 5), Stuttgart 1988, S. 31 - 33; Übersetzung der griechischen Texte von H. Görgemanns.

Zur Dramatik der Satire.

Die befreiende Enthüllung verantwortungslosen Tuns durch schonungslosen Witz. Aus Seneca, Apocolcytosis (Die 'Verkürbissung' des verstorbenen Kaisers Claudius), 10 f.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: L. Annaeus Seneca, Apocolocyntosis - Die Verkürbissung des Kaisers Claudius. Übersetzt und herausgegeben von Antin Bauer, Stuttgart 1081, S. 29 - 33.

Zur Dramatik in der (erzählenden) Buntgeschichte

Die Botschaft der Musen im zufällig Gefundenen und aufmerksam Studierten. Aus Aulus Gellius, Noctes Atticae (Vorwort und aus dem Kap. 'Zwangslagen').

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Aulus Gellius, Attische Nächte. Aus einem Lesebuch der Zeit des Kaisers Marc Aurel. Herausgegeben und aus dem Lateinischen Übertragen von Heinz Berthold. Mit Erläuterungen und einem Nachwort, Frankfurt M, 1988, S. 9 - 14 und 120 f.

Zur Dramatik der Anekdote:

Die Eigendynamik der Übertreibung in der Polemik: Aus: Prokop, Anekdota 12, 31 - 28.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Pokop, Anekdota. Griechisch - Deutsch, ed. Otto Veh, München 1979 2, S. 109 - 113.

Zur Dramatik der Legende:

Durch den Kampf mit der Versuchung des Teufels auf dem Weg zur himmlischen Seligkeit. Aus: Athanasios, Leben und Wandel des seligen Vaters Antonios, 2 - 5.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herwig Görgemanns (Hg.), Die griechische Literatur in Text und Darstellung, Kaiserzeit (Bd. 5), Stuttgart 1988, S. 303 - 309; Übersetzung der griechischen Texte von H. Görgemanns.

2. Zur zeitlichen Einordnung antiker 'romanartiger Literatur'.

Wann genau der Typus der 'romanartigen Erzählung' historisch in Erscheinung tritt, läßt sich nicht ganz sicher bestimmen. Es ist aber wahrscheinlich, daß er sich erst auf der Grundlage teilweise jahrhundertelang vor ihm existierender antiker Typen oder Gattungen der Erzählkunst - und als Mischform aus ihnen - entwickelt hat. Zu diesen sind alle oben schon erwähnten Gattungen und Typen zu zählen. Ja. die antike 'romanartigen Erzählung' vereint sogar in besonderem Maße, wenn auch in stark changierender Weise, Elemente all dieser poetischen und prosaischen Erzählgattungen oder -typen in sich. Daraus läßt sich schließen, daß es sich bei der romanartigen Erzählung um eine relativ späte Entwicklung des geistigen und literarischen Lebens der griechischen und lateinischen Antike gehandelt hat.

Direkt überlieferte typische 'romanartiger Erzählungen' der griechischen und in der lateinischen Literatur sind nur teilweise durch bekannte lebensgeschichtliche Daten ihrer Autoren zeitlich genau einzuordnen, und zwar dann der Zeit seit dem 1. Jh. n. Chr. Teilweise sind sie aber nur durch sprachliche und inhaltliche Analysen ihrer historischen Zeitbezüge genauer zu datieren, Die Analyse solcher griechischer Texte, deren Autoren mit Namen oder Lebensdaten unbekannt sind, weist dabei teilweise auf ein noch nicht römisch beeinflußtes, traditionsbewußtes, kulturell-hellenistisches Geistesmilieu des östlichen Mittelmeerrraums, vielleicht noch des 1. Jhts. v. Chr., hin. Andere philologische Einschätzungen wollen auch in diesen Fällen eine Zugehörigkeit zu einer erst im 1. Jh. n. Chr. beginnenden, im lateinisch- und griechischsprachigen Raum gleichermaßen beheimateten Renaissance klassisch-griechischer Bildung, der wissenschaftssprachlich so genannten 'Zweiten Sophistik', annehmen. D. h.: der Beginn des Typus der 'romanartigen' Erzählung dürfte nicht vor dem ersten Jahrhundert vor Christus liegen. Von einem nicht ganz sicher bestimmbaren Ausgangszeitpunkt im 1. Jahrhundert vor oder nach Christus aber ist der Typus dann bis zum Ende der vorchristlichen Antike im 4. Jh. n. Chr. belegbar, in literarischen Fortenwtwicklungen - wie etwa den christlichen Heiligenlegenden - auch noch später.

Zumindest ein Teil der bis zur christlichen Spätantike prominent gewordenen, vorchristlicher Vorstellungswelt entsatmmenden antiken 'Romanliteratur' blieb dies auch noch in spätantik-christlicher Zeit und wurde in ursprünglicher oder in christlich-adaptierter Form in nachantike Epochen überliefert. In diiesen erfuhr sie dann eine literarische Fortentwicklung hin zu mittelalterlichen und neuzeitlichen Gattungen des 'Romans'; der Name 'Roman' stammt erst von einem im mittelalterlichen Frankreich populär gewordenen Typus 'volkssprachlich' - d. h. altfranzösisch (roman) und nicht lateinisch - gefaßter Erzählliteratur.

Die direkt überlieferten Texte oder Textfragmente des Typs einer antiken, 'romanartigen', d. h. hochentwickelten, vielfältig gestalteten 'dramatischen' Erzählliteratur entstammen mithin einem Zeitraum von maximal 500 Jahren - von vielleicht 100 v. Chr.bis 400 n. Chr., wahrscheinlich aber einem enger zu bemessenden Zeitraum. Soweit sie für althistorische Fragestellungen von Belang sind, können sie also äußerstenfalls - d. h. bei früher Datierung - schon den Quellenbeständen des späten, ostmediterranen politischen Hellenismus und der späten römischen Republik, jedenfalls aber denen des frühen und mittleren römischen Kaisertums und dem Beginn der christlichen Kaiserzeit zugerechnet werden. Soweit sie etwas über frühere Epochen als den so eingrenzten Zeitraum aussagen, wie z. B. der 'Ninos'- , der -'Sesonchosis'-Roman, der 'Alexander'-Roman oder verschiedene 'Briefromane', die sich prominenten Persönlichkeiten wie Sokrates oder Platon widmen, sind ihre - stark fiktiv verformten - geschichtsbezogenen Aussagen für den Althistoriker überwiegend nur - aber immerhin - als zeittypische Geschichtslegenden und Mythenbildungen von Interesse.

Exemplarisch ausgewählte Autoren und Werke direkt überlieferter romanartiger antiker Literatur:

Gaius Petronius ('Arbiter') , Satyrikon, um 60 n. Chr., 'komisch-satirischer Abenteuer-, Reise- und Sitten-Roman', Ich-Erzählung.

Anonymer Autor, Chion-Briefe, 1. Jh. n. Chr. , 'Briefroman über die Durchführung eines Tyrannenmords', Ich-Erzählung.

Xenophon (aus Epesos), Ephesiaka, um 100 n. Chr., 'Liebes-, Bewährungs-, Reise- und Abenteuerroman'.

Lukian (aus Samosata), Wahre Geschichten (Alethe diegemata), um 150 n. Chr., 'phantastisch-paradostischer Reise- und Abenteuerroman'.

Lucius Apuleius (aus Madaura), Verwandlungen oder Der goldene Esel' (Metamorphoses sive asinus aureus), um 175 n. Chr. , 'komisch-satirischer Verwandlungs-, Abenteuer- und Sitten-Roman', Ich-Erzählung.

Longos (aus Lesbos), Daphnis und Chloe, um 200 n. Chr., 'bukolisch-erotischer Liebes-, Abenteuer- und Entwicklungsroman'.

Philostratos, Das Leben des Apollonius von Tyana, um 200 n. Chr., biographisch-legendenhafter Roman über einen Wanderphilosophen und Wundertäter'.

Anonymer Autor, Das Leben des Aesop, wahrscheinlich 2. Jh. n. Chr., 'tragischer Entwicklungsroman'.

Achilleus Tatios, Leukippe und Kleitophon, wahrscheinlich 2. Jh. n. Chr., 'Liebes-, Abenteuer- und Buntgeschichten-Roman', Ich-Erzählung.

Heliodoros (aus Emesa), Äthiopische Geschichten von Theagenes und Charikleia, um 240 n. Chr., 'Liebes-, Schicksals- und Abenteuer-Roman'.

Anonymer Autor ('Pseudo-Kalllisthenes'), Leben und Taten des Makedonenkönigs Alexander, vorliegende überlieferte Form aus dem 3. Jh. n. Chr., 'biographisch-legendenhafter Roman über einen Herrscher'.

In dem abgegrenzten mehrhundertjährigen Zeitraum verändern sich die politischen und kulturellen Ordnungen im mediterranen und nahöstlichen Raum der Antike erheblich. Hier sei nur hervorgehoben, daß das römische Reich im 1. Jh. v. Chr. seine politisch-militärische Herrschaft endgültig über den ganzen östlichen Mittelmeerraum erweitert und seither den von hellenistisch Kulturzentren geprägten Osten zumindest geisteskulturell gleichrangig in eine zunächst lateinisch dominierte, aber dann aber im Laufe der nachchristlichen Jahrhunderte zunehmend 'ökumenisch' werdende Reichskultur einfügt.

Das religiöse, geistes- und kunstgeschichtliche Leben dieser 'ökumenischen' Kultur ist dabei einerseits geprägt von der Weite des viele Völker umfassenden römischen Herrschaftsraums und den über dessen Grenzen nach Osten, Süden und Norden hinausgehenden, zumindest in Friedenzeiten einigermaßen sicheren Verkehrs- und Kulturkontakten, zum anderen aber durch eine nach wie vor bestehende Dominanz der lateinischen und der griechisch-hellenistischen Sprach- und Kulturtraditionen im ökumenisch gewordenen zivilsatorischen Selbstverständnis des Imperium Romanum.

Die bekannte Erde im 2. Jh. n. Chr.

Abb. entnommen aus: Großer Historischer Weltatlas. Hg. vom Bayrischen Schulbuch-Verlag, I. Teil: Vorgeschichte und Altertum, München 1972 5, S. 13

In den verschiedenen motivischen Schwerpunkten und Gestaltungsformen der aus dieser Zeit überlieferten antiken romanartigen Erzählliteratur zeigt sich dieser Charakter einer zugleich 'ökumenischen' und 'griechisch-römischen' Zivilisation darin, daß Austausch und Grenzüberschreitungen zwischen ethnischen und religiösen Traditionen im Hintergrund des romanhaft-dramatischen Geschehens stets als ebenso selbstverständlich vorausgesetzt sind wie eine griechisch- oder römisch-kulturell geprägte literarische Formtradition und Ideenwelt in der urbanen Gesittung, Bildung und Bedürfnisstruktur zumindest der dramatischen Hauptakteure. So umfassen zum Beispiel einerseits die geographischen Horizonte romanartiger Reise- und Abenteuer-Erzählungen, hält man sie zusammen, große Teile des Mittelmeerraums, Nordfrikas und des Nahen Ostens, und ebenso gehen die in verschiedenen Romanen feststellbaren weltanschaulichen Überzeugungen und antik-gemeinreligiösen Gewohnheiten, zusammengenommen, über ältere, etwa klassisch-griechische oder altrepublikanisch-römische Traditionen deutlich hinaus. Andererseits sind beispielsweise Sprache und literarische Formen der Erzählungen oder ihre ständigen - und erzählungswesentlichen - mythologischen, biographischen und geschichtlichen Anspielungen ohne intensive Vertrautheit mit den zu ihrer Zeit kanonischen griechischen und römischen Bildungstraditionen nicht verständlich.

Der historische Rahmen antiker 'Romanliteratur' ist natürlich auch - und gerade - in denjenigen zeitgeschichtlichen Bezügen erkennbar, die die Autoren gewissermaßen nebenher und unbewußt ihren Erzählungen zugrundelegen, in biographisch, politik- und kriegsgeschichtlich, sozial- und wirtschafts- und rechtsgeschichtlich, geistes- und sprachgeschichtlich, religions- und sittengeschichtlich aurfschlußreichen Bemerkungen und Implikationen, die als notwendiges, sprachlich-gedankliches Fundament oder Rahmenwerk der Erzählung außerhalb der fiktiven küntslerischen Gestaltung stehen. Ob es sich beispielsweise um die Beschreibung Alexandrias, der Tätigkeit eines Marktaufsehers, einer öffentlichen Gerichtsverhandlung, des Sklavenkaufs, des Inneren einer Mühle, des Mobiliars eines vornehmen Hauses, der Schlupfwinkel von Räuberbanden, der Rituale des Isis-Kults oder der Gewohnheiten alltäglichen Aberglaubens handelt, eine Fülle historischer Details, die sich historisch-kritisch zumeist hinreichend von den fiktiven Übertreibungen oder Verformungen trennen lassen, lassen den realen Alltag der kaiserzeitlichen griechisch- oder römischsprachigen Welt in vielerelei Hinsicht plastisch hervortreten.

3. Zu formgeschichtlichen Traditionen, sozialen Funktionen, Autoren und Publikum antiker 'Romanliteratur'.

Der Typus antiker 'Romanliteratur' bedient vor allem ein lesendes Publikum, d. h. nicht ein Theaterpublikum oder ein sonst an öffentlichen Orten präsentes Publikum. Er ist auch nicht primär zum 'Zuhören' geschaffen; dafür ist er in der Regel zu lang. Das Medium des antiken 'Romans' ist also vor allem das Buch..

Das hat Auswirkungen auf die selektive Übernahme und Abwandlung formgeschichtlicher Traditionen, die von benachbarten Typen und Gattungen der Literatur stammen, und auf die Konzentration der 'romanartigen Erzählung' auf bestimmte, typische thematische Motive. Die privaten Bedürfnisse und Interessen einer privaten Leserschaft erklären - zumindest teilweise - das weitgehende Fehlen politischer oder offiziös-religiöser Themen, andererseits die oft ungehemmt erscheinende, manchmal 'kitischig' wirkende Kumulation dramatischer Effekte und die routinierte, manchmal wohl auch künstlerisch-geschäftsmäßig arrangierte Ausmalung phantastischer Begebenheiten und 'starker' Gefühle. Den Bildungsstandards eines über Bücher angesprochenen Publikums entspricht andererseits das oft konstatierbare deutliche Bemühen der Autoren um ein literarisches Niveau. Die für die Lektüre zur Verfügung stehende umbemessene Zeit des privaten, unterhaltungsbedürftigen und -bereiten Lesers ist sicherlich auch ein Grund für die typische Länge und Verwickeltheit 'romanartig' erzählter Handlungsgefüge. Vom Theaterwesen übernimmt die 'Romanliteratur' teilweise - sieht man etwa von den 'Briefromanen' ab - den szenischen Charakter der Darstellung; die audiovisuellen Momente des Theater-Dramas ersetzt sie dabei durch gesteigerte Bildhaftigkeit des sprachlichen Ausdrucks. Die 'tragischen' und die 'komischen' Grundstrukturen und Handlungsschemata des öffentlichen Theaterdramas werden zwar prinzipiell beibehalten, teilweise sogar seine religiösen Bezüge, aber in einer 'privatisierten' , d. h. in einer freier gestaltbaren und manchmal auch trivialisierten Form.

ÜBUNG 2.

AUFGABEN:

Der nachfolgenden Textauszug enthält die kurzgefaßte Wiedergabe des Inhalts eines antiken Romans durch einen modernen, fachlich kompetenten Wissenschaftler (N. Holzberg). Beantworten Sie nach der Lektüre dieses Textes folgende Fragen:

a) Welche offenbar besonders publikumswirksamen Typen sozialer Milieus und geschichtlicher Umstände, handelnder und leidender Figuren und Figurengruppen, dramatischer Handlungsfolgen und Spannungsmomente, moralischer und religiöser Einstellungen ('Motive') setzt der antike Romanautor bevorzugt und wiederholt ein? Was ist Ihrer Einschätzung nach an diesen Typen realitätsgerecht oder gar historisch, was übertrieben oder gar verzerrt, was unecht oder gar kitschig? Warum befaßt sich Ihres Erachtens ein angesprochenes Publikum überhaupt damit?

b) Worin erinnern Sie das Schema dieser Erzählung und ihre Motive an heutige Formen gedruckter oder filmischer Erzähl- und Unterhaltungsgattungen, etwa des Fernsehens? Was ist anders?

c) Welchen Ihnen bekannten antiken Erzähl- und Unterhaltungsgattungen steht die durch den Textauszug charakterisierte Form in irgendeiner Weise nahe?


Niklas Holzberg, Zum Aufbau eines antiken Romans.

Text entnommen aus: Niklas Holzberg, Der antike Roman. Eine Einführung, Düsseldorf 2001, S. 12 - 16.

Eine Übersicht über den Gesamtbestand quellenmäßig bezeugter antiker 'Romanliteratur' macht folgende Klassifikation nach Motivschwerpunkten, Darstellungszwecken und Darstellungsarten möglich. Aus ihr ergeben sich sowohl Hinweise auf Bedürfnisse und Interessen eines lesenden privaten Publikums als auch auf die sozialen Funktionen dieses Typs antiker Literatur. Diese dürften vor allem in der unterhaltsamen, belehrenden oder erbauenden Vergegenwärtigung und Reflexion der Bedingungen und Grundorientierungen privaten Lebens in einer politisch vorgegebenen, undiskutierbaren Ordnung und einer weitgehend urban und stark religiös geprägten, zumeist 'undramatischen' und von vielen Begrenzungen - selbst des wohlhabenden und gebildeten Individuums - bestimmten Alltagswelt liegen.

Arten antiker 'Romane'

(nach Motivschwerpunkten).

'Biographische' Romane.

'Liebes'-Romane.

Abenteuer-Romane.

Reise-. Wunder- und Utopie-Romane.

Satirische Romane.

(nach Darstellungszwecken)

Unterhaltungsromane

Lehrhafte und erbauende romanartige Erzählungen.

(nach Darstellungsart)

Szenisch gegliederte Romane.

Briefromane.

Antike 'romanartige Erzählkunst' setzt ein lesekundiges und -williges, an eleganter Sprache interessiertes, mit literarischen Traditionen vertrautes und bei manchen Themen auch ein historisch, geographisch, religiös und gebildetes und geistig offenes Publikum voraus. Es dürfte zwar auch - nach heutigem und nach antikem Geschmack - inhaltsarme, kunstlose, triviale und kitschige Passagen oder Werke antiker 'Romanliteratur' gegeben haben; doch ist dies zumindest in dem uns überlieferten Werkbestand selten. Autoren und Publikum antiker 'Romanliteratur' sind insoweit mit ihren Bedürfnissen und Denkweisen sozialgeschichtlich angemessen wohl den gebildeten Mittel- und Oberschichten der Gesellschaft zuzuordnen.

Zum Publikum antiker Romanliteratur. Bildnis des Terentius Neo und seiner Gemahlin.

Aus der 'Villa des Terentius Neo'. Pompeji, Grabungsregion VI. Entstehungszeit: 1. Jh. n. Chr. Photo entnommen aus: Salvatore S. Nappo, Pompeji. Die versunkene Stadt, deutschsprachige Ausgabe, Köln 1998, S. 5.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

Niklas Holzberg, Der antike Roman. Eine Einführung, Düsseldorf, Zürich 2001, S. 11 - 61 (Zur Gattung und Entwicklungsgeschichte des antiken 'Romans').

H. Kuch (Hg.), Der antike Roman. Untersuchungen zur Gattungsgeschichte, Berlin 1989.

K. Treu, Der antike Roman und sein Publikum, in H. Kuch (Hg.), Der antike Roman. Untersuchungen zur Gattungsgeschichte, Berlin 1989 (s. o.), S. 178 - 197.

Hans-Günther Nesselrath (Hg.), Einleitung in die griechische Philologie, Stuttgart, Leipzig 1997, S. 171 ff. (Zur greichischen Literaturgeschichte und zur zeitlich jeweils parallelen Allgemein-, Religions- und Kulturgeschichte; mehrere Autoren)

Fritz Graf (Hg.) , Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart, Leipzig 1997, S. 165 - 696 (Zur römischen Literaturgeschichte und zur zeitlich jeweils parallelen Allgemein-, Religions- und Kulturgeschichte; mehrere Autoren)

Egidius Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen und Interpretationen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur. Mit einführenden Essays von Walter Jens, Wolfgang Schmidt und Franz Dölger, München 1976 (Zu einzelnen Autoren antiker Erzählkunst und ihren Werken, so etwa zu Aischylos, Herodot, Aristophanes, Menander, Xenophon von Ephesos, Seneca, Aulus Gellius, Aisopos/Babrios, Aelian und Athanasios).

Medien:

Großer Historischer Weltatlas. Hg. vom Bayrischen Schulbuch-Verlag, I. Teil: Vorgeschichte und Altertum, München 1972 5, S. 13: Karte der im 2. Jh. n. Chr. bekannten Erde.

Salvatore S. Nappo, Pompeji. Die versunkene Stadt, deutschsprachige Ausgabe, Köln 1998, S. 5: Bildnis des Terentius Neo und seiner Gemahlin. Aus der 'Villa des Terentius Neo'. Pompeji, Grabungsregion VI. Entstehungszeit: 1. Jh. n. Chr.

Quellen:

Homer, Odyssee, Erster Gesang, 1 - 114. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Homer, Odyssee. Verdeutscht von Thassilo von Scheffer. Neu gestaltete Ausgabe, Wiesbaden o. D. (um 1955), S. 1 - 4.

Vergil, Aeneis, 2. Gesang, 254 - 424. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Vergil, Aeneis. Verdeutscht von Thassilo von Scheffer, Wiesbaden (o. D., um 1960), S. 41 - 47.

Aischylos, Agamemnon 902 - 1163. Text der deutschen Übersetzung (mit geringfügigen Modifikationen) entnommen aus: Aischlos, Sämtliche Tragödien. Übersetzt von Johann Gustav Droysen (Berlin 1832), neu bearbeitet von Wolf Hartmut Friedrich, Klaus Ries und Frieder Schönagel, München 1977, Aus der 'Orestie', I. Tragödie: Agamemnon, S. 138 - 146.

Aristophanes, Die Frösche, 180 - 297. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herodot, Historien. Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Stuttgart (o. D., nach 1971), S. 226 - 228.

Menander, Perikeiromene, 3. Szene. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Menander, Die Komödien und Fragmente. Eingeleitet und übertragen von Günther Goldschmidt, Zürich (o. D. , nach 1945), S. 52 f.

Menander, Fragmente (Fragmentsammlung aus Menanders Komödien). Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Menander, Die Komödien und Fragmente. Eingeleitet und übertragen von Günther Goldschmidt, Zürich (o. D. , nach 1945), S. 130 - 153.

Herodot, Historien 3. Buch, 99 - 105. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herodot, Historien. Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Stuttgart (o. D., nach 1971), S. 226 - 228.

Aelian, Poikile Historia, 12. Buch, 1 - Über Aspasia. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus:Claudius Aelianus, Bunte Geschichten (Poikile Historia), Übersetzung aus dem Griechischen, Nachwort und Register von Hadwig Herms, Leipzig 1990, S. 145 - 150.

Babrios, Fabeln Nr. 6, 19 und 75 (äsopische Fabeln in Jamben). Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herwig Görgemanns (Hg.), Die greichische Literatur in Text und Darstellung, Kaiserzeit (Bd. 5), Stuttgart 1988, S. 31 - 33; Übersetzung der griechischen Texte von H. Görgemanns.

Seneca, Apocolcytosis (Die 'Verkürbissung' des verstorbenen Kaisers Claudius), 10 f. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: L. Annaeus Seneca, Apocolocyntosis - Die Verkürbissung des Kaisers Claudius. Übersetzt und herausgegeben von Antin Bauer, Stuttgart 1081, S. 29 - 33.

Aulus Gellius, Noctes Atticae (Vorwort und aus dem Kap. 'Zwangslagen'). Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Aulus Gellius, Attische Nächte. Aus einem Lesebuch der Zeit des Kaisers Marc Aurel. Herausgegeben und aus dem Lateinischen Übertragen von Heinz Berthold. Mit Erläuterungen und einem Nachwort, Frankfurt M, 1988, S. 9 - 14 und 120 f.

Prokop, Anekdota 12, 31 - 28. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Pokop, Anekdota. Griechisch - Deutsch, ed. Otto Veh, München 1979 2, S. 109 - 113.

Athanasios, Leben und Wandel des seligen Vaters Antonios, 2 - 5. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Herwig Görgemanns (Hg.), Die griechische Literatur in Text und Darstellung, Kaiserzeit (Bd. 5), Stuttgart 1988, S. 303 - 309; Übersetzung der griechischen Texte von H. Görgemanns.


LV Gizewski WS 2004/2005

Autor: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .