Zur Dramatik der Komödie (III):

Enthüllte Lebensweisheiten. Menander, Fragmente (Fragmentsammlung aus Menanders Komödien)

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Menander, Die Komödien und Fragmente. Eingeleitet und übertragen von Günther Goldschmidt, Zürich (o. D. , nach 1945), S. 130 - 153.


Wie heilig bist du denen, liebes Heimatland,

die Nous besitzen und damit ein großes Gut!

Es müßte wahrlich einer, der sein Vaterland

gedankenlos nur aufzehrt, fahren übers Meer,

bis an sein Ende, nirgends gehn an Land,

auf daß er heimatlos erst merke, welches Eigentum

in freviem Leichtsinn er vertat und von sich warf.

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Du redest über Geld, unsicher wie es ist?

Weißt du genau, daß es dein eigen bleibt allzeit,

so hüt' es meinetwegen und gib niemandem

was ab, weil du allein der Herr des Geldes bist!

Doch wenn es nicht von dir, vielmehr vom Schicksal stammt,

weshalb, mein Vater, gönnst du Andern nichts davon?

Vielleicht nimmt das Geschick dir's einmal wieder fort

und häuft es einem andern, der es nicht verdient,

auf seinen Reichtum? Darum sag ich dir, es ist

notwendig, daß du edelmütig brauchst dein Geld,

solang du Herr darüber bist und jedem hilfst

und glücklich machst, soviele nur durch dich zum Glück

gelangen können; denn das ist unsterblich; und

wenn du je übers Schicksal strauchelst, wird von dort

dir wiederum dieselbe Hilfe dann zuteil!

Um vieles besser, siehe, ist ein Freund, den man

mit Augen sieht, als unsichtbarer Reichtum, den

du vor der Welt vergräbst und ängstlich hüten mußt!

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Ersehnen muß man einen treuen Freund, der uns

Gesinnung mit Gesinnung gleichermaßen lohnt!

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Derkippos und Mnesippos, denen unter uns,

die schlecht behandelt werden oder über die

man Übles redet, steht noch eine Zuflucht frei!

Die tücht'gen Freunde mein' ich; denn es ist gewiß

nicht lächerlich, sich auszuweinen. Und wer sieht,

daß einer für ihn da ist, der sein Leid mitträgt,

hört meistens dann gerade auf, betrübt zu sein.

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Den nenne ich den Glücklichsten, o Parmeno,

der diese heil'gen Dinge ohne Leid geschaut

und wieder wegging, schnell, woher er kam. Es sind:

die Sonne, die gemeinsame, die Sterne und

das Wasser, Wolken, Feuer. Diese, ob du nun

noch hundert Jahre lebst, ob deines Lebens Frist

dir kurz bemessen ist, sie wirst du immerdar

doch gegenwärtig sehn und niemals wirst du schau'n

noch heiligere Dinge, als es diese sind!

So halte du die Zeit, von der ich redete,

für eine Volksversammlung oder Wanderschaft,

auf der ein Haufe Volks, der Markt, auch Diebe dir

begegnen, Würfelspiel, Geschwätz und Zeitvertreib.

Sobald bei Zeiten du die Herberge verläßt,

gehst du hinweg mit bessrem Reisegeld, indem

du niemandem verfeindet bist. Wer aber dort

verweilt und sich in das Getümmel stürzt, der geht

zugrunde: endet als ein jammervoller Greis!

Und unversehens wird ihm nachgestellt: Du siehst:

der stirbt nicht selig, der zu Jahren kam!

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Das Lieben, wie es scheint, verfinstert jeden: den,

der nach Vernunft sonst handelt, wie den Bösewicht.

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Nicht wie wir wollen, wie wir können, leben wir!

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Ein jeder, der ein Mensch ist, muß sich fürchten vor

dem Zufall; denn kein Ding im Leben hat Bestand.

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Ein mächt'ger Herr ist die Gewohnheit: übersieh sie nicht!

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Die Leute, die die Augenbrauen hochziehn, die

behaupten, daß die Einsamkeit erfind'risch sei.

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Ich rufe, Kraton, laut den Zeus zum Zeugen an,

weil er der Freundschaft Schützer und Erhalter ist!

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Verständ'ge Söhne! Das nenn' ich Glückseligkeit -

'ne Tochter ist ein schwieriges Besitztum stets.

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Ein Land, das schlecht ernährt, bringt Männer doch hervor.

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Merk': der Charakter eines Mannes wird erkannt aus seinem Wort, aus seiner Rede schon!

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Wenn einer urteilt, daß der Liebende Vernunft

besitzt, bei wem wird der das Unvernünft'ge sehn?

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Blind ist der Reichtum, zeigt als Blinde auch, die nach

ihm hinschaun.

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Deckmantel vieler Übel ist der Reichtum nur.

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Ich bin es: der BEWEIS, der Freund der Wahrheit und

der Offenheit, der Freiheit nächstverwandter Gott!

Ich hasse von den Sterblichen nur die allein,

die meine Zunge fürchten: Alles weiß ich und genau

zergliedr' ich jede schlechte Tat, um die ich weiß:

ich nenn' die Feige: Feige; Trog nenn' ich den Trog!

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Wer ist glückselig? Nur die Tiere allesamt:

viel mehr Verstand besitzen sie als jeder Mensch.

Sieh nur den Esel hier, den für bedauernswert

man allgemein doch hält: ihm stößt kein Übel zu,

das er sich selbst verdankt. Was die Natur ihm gab,

das alles hat er. Aber wir - wir schaffen uns

zu Leiden, die das Schicksal über uns verhängt,

noch selber neue, sind erschreckt, wenn einer niest,

geraten über jedes böse Wort in Zorn.

Wir fürchten uns bei jedem Traum - und schreit ein Kauz,

erzittern wir! Prozesse, Ruhmsucht, Paragraphen häuft

der Mensch noch selbst auf das, was bös ist von Natur.

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Hat Einer einen schönen Körper, doch ein böses Herz.

so gleicht er einem schönen Schiff mit einem schlechten Steuermann!

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Nur der ist glücklich, der Vermögen und Verstand

zugleich besitzt; denn er gebraucht den Reichtum schön,

wozu er ihn gebrauchen soll.

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Das wisse: Wen die Götter lieben, der stirbt jung!

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Ich sage, lieber Schwager, eines dir, es ist

nicht möglich, der Verwandtschaft zu entfliehn!

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Wer gut sich abmüht, muß an keiner Sache je

verzweifeln! Alles wird erreichbar, wenn man sich

mit Sorgfalt anstrengt und Beharrlichkeit!

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Wenn du dein niedrig' Los ehrwürdig machst, wird es

nach außen schön erscheinen, lieber Mann, doch wenn

du es noch selbst erniedrigst und für nichts erklärst,

so bist du einer, der sich selbst verlacht!

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Was wird ein Toter Gutes haben, frag ich, da

wir Lebenden nichts Gutes haben -auch nicht eins!

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Nur er [scil. der Edle] allein hat es gelernt, im Glück zu sein

und Mitleid zu empfinden.

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Der Edle wie es scheint macht Edle auch!

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Nur eine Tugend gibt es: immerdar zu fliehn den Frevler.

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Was der Charakter nicht verschuldet, also die

vom Schicksal über uns verhängten Dinge, muß

der Hochgesinnte tragen edlen Muts.

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Nichts ist gewaltiger, o meine Herrin, als

der Eros, nicht einmal der Herrscher aller Welt, der Vater Zeus;

denn Eros zwingt zu allem ihn!

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Das Schöne muß ganz edel sein und hohen Sinns.

Groß denken soll das Freie in der ganzen Welt!

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Die edlen Charaktere sinken tief herab

durch schlechten Umgang erst, der sie verdirbt.

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Der ist der beste Seher und Berater auch,

der den vorzüglichsten Verstand besitzt.

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Wenn einer von den Göttern träte je herzu

und würde sagen mir ins Angesicht: «Sobald

du stirbst, o Kraton, wirst du wiederum erstehn

von Anbeginn, und du wirst sein, was du nur willst:

Hund, Schäfchen, Bock, ein Pferd, ein Mensch; denn zweimal sollst

du leben, dies ist dein Verhängnis. Wähle nun, das,

was du wünschst!» Dann möchte ich wohl sagen schnell:

«Mach alles, Gott, aus mir, nur keinen Menschen; denn

in ungerechter Weise ist er glücklich, und

nur diesem Tier allein ergeht es schlimm. Sieh an:

Das stärkste Pferd wird sorglicher gepflegt als eins,

das schwächer ist. Wenn du ein guter Hund sein wirst,

wird man dich besser halten als den schlechtem Hund!

Ein Hahn von edler Abkunft wird gehegt, jedoch

der Mindre fürchtet auch den Besseren! Wenn du

hingegen bist ein tüchtger Mensch, und ganz und gar

von edler Herkunft und von edlem Sinn, so nützt

dir das nicht einen Deut beim heutigen Geschlecht!

Am besten geht's von allen ja dem Schmeichler, und

die zweite Stelle hat der Sykophant, sodann

das dritte Wort, die Arglist redet es! So ist's

weit besser, nur ein Eselchen zu sein als zu

erleben, wie die Schlechten glänzen in der Welt!»

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So soll ein jeder lernen, zu ertragen auch

den Reichtum: Manchem ward er Grund zur Scheußlichkeit

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Wenn du von allen, Herr, allein geschaffen wärst,

als deine Mutter dich gebar, daß dir's geläng',

jedweden Plan, den du gehegt bei dir, auch zu

vollenden und du völlig glücklich würdest stets,

und dies der Götter einer dir bewilligte,

mit Recht beklagst du solches Los! In Wirklichkeit

wärst du betrogen -Widersinn'ges hätt' der Gott

getan: Wenn aber du zum selbigen Gesetz

wie wir die Luft einschlürfen wirst, die allen uns

gemeinsam ist, so wirst du das, um in dem Stil

der Tragiker zu reden, besser tragen und

erwägen auch. Der Kernpunkt meiner Worte ist:

Du bist ein Mensch! Kein andres Wesen kennt wie er

so raschen Schicksalswechsel auf zur Höh hinan

und wieder in die Tiefe. Und mit Recht geschieht

es so. Am schwächsten ist der Mensch von der Natur

gemacht und strebt das Höchste an. Jedoch sobald

er fällt, zerschmettert er im Sturz das Schönste gleich;

nicht Übermäßiges hast du verloren, Herr,

an Gütern, und das jetz'ge Übel ist gering!

So trag' das übrige in rechtem Gleichmut auch!

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Wir alle sollten, Retter Zeus, heiraten wohl

auf solche Art, wie wir's beim Kauf gewohnt sind! Nicht

erst untersuchen lauter unnütz Zeug: wer war

Großvater unsrer Braut, Großmutter wer? Dabei

forscht keiner dem Charakter nach, den die besitzt,

mit der man durch das ganze Leben andeln soll!

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Man soll auch nicht die Mitgift zählen auf den Tisch,

damit der Gelderprober prüfe, ob auch gut

das Silber sei, was durch fünf Monat' drinnen nicht

geschieht, derweilen prüft man nichts an einer Frau,

die doch ein Leben lang bei einem sitzen soll;

vielmehr nimmt man sie blindlings und dann stellt sich 'raus,

daß sie unfreundlich, zornig, schwatzhaft ist, kurz von

höchst schwierigem Charakter. - Meine Tochter will ich

durch die ganze Stadt erst führen und wer dann

sie nehmen mag zur Frau, der soll es sagen! Seht

nur vorher zu, was für ein Übel ihr euch nehmt.

Denn eine Frau ist schlecht -das ist nun so. Doch wer

ein Glückspilz ist, der findet eine, die nicht schlecht noch gut!

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Die Abstammung - das Wort schon macht mich krank! Sprich nicht,

o meine Mutter, bei jedwedem Mann, wenn du

mich lieb hast, von der Herkunft nur!Wem die Natur

kein inneres Besitztum mitgab als sein Gut,

der flüchtet sich zu solcher Leere hin, das heißt

zu Grabdenkmälern und zu seinem Stammbaum und

er rechnet nach, wie groß der Ahnen Schar, und mehr

nennt er sein Eigen nicht. Wer keinen Ahnherrn hat?

Wird nicht gefragt! Wo kämen sie sonst her? Doch die,

die solches nicht berichten können, sei es weil

das Land man wechselte zu einer Zeit, sei's weil

man ohne Freunde blieb, sag an, weshalb soll'n die

nur von gemeiner Herkunft sein? Ich sage dir:

Wer von Natur zu allem Guten wohl geriet,

sei's auch ein Äthiopier, o Mutter, der,

der ist von edler Abkunft. - Sage nicht: «Der ist

ein Skythe». Pfui, ist nicht ein Skythe Anacharsis auch?

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Die Götterlehre Epicharms besagt: es sind

die Winde, Wasser, Erde, Sonne, Sterne auch,

dazu das Feuer Götter! Ich jedoch nahm an,

daß Gold und Silber Götter wären, die gar sehr

von Nutzen könnten sein. Die sollte man ins Haus

sich holen. Sprich zu ihnen dein Gebet: was willst

du? Alles, was du wünschst, wird dir erfüllt! Besitz

an Land und Häusern, Dienerschaft und Schmuck, und was

man sich an Kostbarkeiten denken kann, dazu

noch Freunde, Richter, die zu einem stehn, und auch

die rechten Zeugen. Geben mußt du nur. Das sind

die Götter, die du dir zu Dienern machen wirst!

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Willst du es wissen, wer du selber bist, so geh

und schaue dir die Grabdenkmäler an auf deinem Weg!

Sie decken Knochen und den Staub, der nichts mehr wiegt,

von Königen, Tyrannen, Philosophen auch

und Leuten, die sehr stolz gewesen sind auf ihr

Vermögen und auf ihre Herkunft, ihren Ruhm

und körperliche Schönheit. Doch die Zeit beließ

von alldem ihnen nichts! Gemeinsamer Besitz

für alle Menschen ist der dunkle Hades nur!

Auf dieses blicke hin - und du erkennst dich selbst!

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Da du ein Mensch bist, fordre von den Göttern nie,

leidlos zu sein, nein, bitte sie um hohen Sinn!

Denn wenn du immer leidlos bleiben willst, so mußt

ein Gott du oder bald ein Toter sein! Jedoch

ein Übel gleicht sich durch ein neues aus.

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Jedwedem Manne steht bei der Geburt alsbald

ein Genius zur Seite, Mystenführer wird

er seinem Leben sein und guter Geist! Denn daß

ein böser Dämon uns gegeben wird, das kann

kein Götterwille sein!

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Wenn du der Nachbar eines bösen Nachbars bist,

mußt Böses dulden oder leiden du. Bist du

jedoch der Nachbar eines guten Nachbarn, dann

wirst du viel Gutes lernen und auch lehren wohl.

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Aus keinem Gastmahl, keiner Schwelgerei des Tags

entnehmen wir das Etwas, dem wir anvertraun

des Lebens Dinge, Vater! Nein, ein jeder meint,

daß er gefunden hat ein unschätzbares Gut,

wenn nur den Schatten eines Freundes er besitzt!

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Der Gang der Zeit ist eine Last. Wie schwer und hart

das Greisenalter ist, nichts Gutes, Schlimmes nur

bringst du den Sterblichen und Gram und Leid. Gleichwohl

strebt jeder, betet heiß, dich zu erreichen noch.

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Ertrage Unglück und ertrage Schaden tapfer; denn

das ist das Zeichen eines Mannes, der Verstand

besitzt, nicht wenn die Augenbrauen einer hoch

hinaufzieht und «weh - weh» schreit, sondern wer voll Kraft,

was ihm das Schicksal auferlegt, erträgt!

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Die Habsucht ist das größte Übel in der Welt;

wer seines Nachbarn Gut begehrt, wird häufig nicht

zu seinem Ziele kommen, sondern noch sein Eigentum

zu dem des Gegners schlagen müssen.

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Der Arzt des Leides für die Menschen ist das Wort!

Denn das allein beschwichtigt seine Seele, und

die ätesten der Weisen nannten es sogar

ein kultiviertes Mittel und Arznei.

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Den Purpurton des Schattens woben sie zuerst

hinein, dann nach dem Purpur, das was weder weiß

noch purpurn ist, wie Schimmer ins Geweb' gemischt!

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Was spekulier' ich Unglückseliger und hoff'

auf Dank von einem Weib? Gut wird's sein, wenn ich

nicht noch ein größres Übel ernte, denn

bei einer Frau entsteht kein treues Dankgefühl!

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Schwer ist, o Pamphile, für eine freie Frau

der Kampf mit einer Dirne. Hat sie doch mehr List,

mehr Wissen, schämt sich nicht und schmeichelt mehr!

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Wenn du auch etwas ganz genau und sicher weißt,

doch wirst du den, der eine Sache dir verschweigt,

nicht widerlegen können. Denn es ist gar schwer,

das zu erfahren, was man uns bewußt verbirgt!

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Wenn dir ein andrer nicht ein Ganzes geben will,

so nimm das Teilchen! Denn viel mehr als Nichts

ist das geringe Etwas sicherlich!

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Wenn etwas Heiliges du unternehmen willst,

so halte dich an guter Hoffnung fest, indem

du dies erkennst: gerechtem Wagemut steht auch

ein Gott stets bei.

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Durch Zorn erwächst nichts Gutes, Vater; ohne Sinn

ist, was der Zorn erzeugt; der ist's, der jetzt hier herrscht;

doch wenn er abnimmt, wird man einsehn, was mehr nützt.

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Wenn du auch tiefen Schmerz empfindest - aufgereizt -

tu dennoch nichts mit Übereilung; denn es muß,

wenn's stürmisch hergeht, siegen die Vernunft, und Herr

soll bleiben der Verständ'ge über seinen Zorn.

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Du redest gut mir zu, ermunterst mich. Doch mir

bestimmt das Handeln, was geziemend ist und nicht - dies sollst du wissen -

deine Rede, nein vielmehr mein eigener Charakter!

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Nichts lastet schwerer als Verleumdung; denn man nimmt

zum eignen Tadel mit Notwendigkeit hinzu

den Fehler, der in einem andern liegt.

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Wer durch Verleumdungen sich überzeugen läßt,

ist selber schlecht in des Charakters Grund, wenn er

nicht eines Kindes Urteilslosigkeit besitzt.

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Wer sich gewählt hat, Bürgern vorzustehn, der muß

vorurteilsloser Rede Macht besitzen und

mit edlem Sinne sie vereinigen.

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Was man so heute edle Sitten nennt, das ist

nur dazu angetan, das ganze Leben in

das Böse zu verwandeln; denn wer Unrecht tut,

geht dabei gänzlich straffrei aus.

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Was bist du so umsonst ein Edler? Sprich!

Der Herr zerstört selbst alles, du jedoch nimmst nichts,

und reibst dich völlig auf, ohn' daß du jenem nützst.

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Mir ist die Stadt die Zuflucht, das Gesetz. Der Herr

das Maß des Rechtes und des Unrechts auch.

So muß ich leben nun auf diesen Einen hin.

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Willst du in schöner Weise glücklich sein, so muß

dein eigen das Ererbte von den Vätern sein!

Denn was die Frau ins Haus bringt, das trägt nie in sich

den sicheren und heiteren Besitz.

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Wenn einer arm ist und sich nehmen will ein Weib,

mitsamt der Frau dann Geld und Gut empfängt,

verkauft er selber sich und nimmt doch nicht die Frau.

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Wer ehelichen will, muß zweierlei zuvor

erwägen: ob der Blick ein wohlgeneigter ist

und ob die Frau von trefflichem Charakter; denn

nur dies bewirkt die gegenseit'ge Harmonie.

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Wes Sinnen danach steht, zu nehmen sich

ein Weib, das ihres Vaters reiche Erbin ist,

der büßt den Groll der Götter oder will mit Absicht sein

ein Unglücksmann, auch wenn man ihn glückselig preist.

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O Kleitophon, nur vor dem Vater schäm' ich mich.

Ins Unrecht hab' ich mich gesetzt und werd ihm nicht

ins Auge blicken können; doch das andre werd'

ich schon bewältigen mit leichter Hand!

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Zum Übermut führt allzugroße Üppigkeit,

und Reichtum wirft den, der ihn sich erwirbt, stets aus

der Bahn und wandelt den Charakter von grundauf!

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Der fährt am besten, der das wenige mit Lust

besitzt, nicht vieles grämlich! Besser ist fürwahr

betrübnislose Armut als mit Bitternis

gewürzter Reichtum.

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Ohn' Übel find'st du kein bewohntes Haus, doch gibt

den Überfluß an Übeln Tyche bald und bald

der eigene Charakter!

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Der, der am Körper Übles leidet, braucht den Arzt!

Der Seelenleidende bedarf des Freundes; denn

ein gütig Wort heilt die Betrübnis bald.

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Im irdischen Leben ist nichts Treuloses an sich,

noch möchte es entstehn. Die Zeit macht vieles bunt,

das Paradoxe und das Wunderbare und

der Menschen Sitten erst.

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Der Tyche Körper ist ein Wahngebilde, wer

die Dinge nicht erträgt nach seiner Urnatur,

nennt Tyche, was doch sein Charakter ist.

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Undankbar von Natur ist der Gerettete;

im Mitleid stirbt der Dank. Der Bittende jedoch

nennt ihn [scil. den Retter] unsterblich.

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Und wär' mein Stock jetzt plötzlich auch von Gold,

wozu wär' er mir heiliger als Holz? Das Heilige

muß wahr sein! Nicht ein leerer Glanz!

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Nichts unglückseliger als eines Armen Los!

Er müht sich ab, ist schlaflos, schafft und hat doch nur

die Plackerei, damit ein andrer kommt, die Frucht

der Arbeit nimmt und sie besitzt.

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Mensch! Seufze nicht, betrüb' dich nicht umsonst! Dein Geld,

die Frau, der Kinder Schar entriß die Tyche dir;

denn es war ihr Geschenk.

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Er zaudert, sieh! Well er vielleicht Vernunft noch hat.

Das Weibliche der Seele bringt durch Tränen uns

Aufschub des Leides wohl!

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Die Götter richten uns zugrund - und erst: hat man

ein Weib; denn immerzu soll man ein Fest begehn!

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Kein andrer ist mir fremd-ist er ein Edler nur Erschaffen sind wir alle gleich, den Unterschied macht der Charakter-der verbindet oder trennt!

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Für einen Vater gibt es keine größre Lust,

als wenn er sieht, daß seiner Kinder eins gerät

verständig, weise gar.

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Ich kenne manchen, der aus hartem Zwang erst schlecht

geworden ist. Ins Unglück stürzte er, und von

Natur war er ein solcher nicht.

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Leicht zu ertragen ist des Schicksals Last, wenn du

allein sie trägst! Nur wenigen sie offenbarst!

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Sei nur beflissen, stets zu lernen. Gehe nie

unkundig an ein Werk. Frag bei Erfahr'nen an!

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O Hellos, anbeten muß ich dich zuerst

von allen Göttern, denn durch dich allein ist es

uns möglich, andre Götter zu erkennen erst.

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Kein Lebewesen, das die Sonne schaut, ist nicht

ein Sklave des Vergnügens und der Lust.

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Viel Geld und Gut besitz' ich, werde reich genannt

von jedermann, doch keiner nennt glückselig mich.

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Wer nicht in Zorn gerät, wenn man ihn ungerecht

beschimpft, erbringt gleich den Beweis der Schlechtigkeit.

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Sie ist die Tochter eines edlen Vaters und

sie lächelt lieblich: eine Jungfrau - Nike ist

ihr Name; möge sie stets gütig mit uns sein!

________

Nicht unverständ'ge Männer sind Hellenen; und

was sie auch tun, erwägen sie zuvor!

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Es ist der Unverstand ein Unglück, das sich selbst

die Sterblichen erwählen. Wahrlich tust du dir

ein Unrecht an, indem der Tyche du die Schuld

an seinen Folgen gibst.

________

Einfältig scheint es mir zu sein, Philumene,

wenn man erkennt, was man erkennen soll;

doch nicht vor dem sich hütet, was man meiden soll?

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Das, was unglaublich ist, hat öfters stärkre Kraft

der Wahrheit beim gemeinen Haufen und es wirkt

auch überzeugender als das, was man beweist!

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Wer seines Lebens Werte ohne Sinn verzehrt,

wird bald von jedermann getadelt statt gelobt.

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Nie hab' ich einen reichen Mann bewundert, der

von dem, was er besitzt, nichts froh genießt.

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O suche nicht Gewinne allerorts! Die Scham

geleite dich. Ein ungerechtes Glück trägt Furcht in sich!

________

O dreimal Unglücksel'ger, der aus Sparsamkeit

du Haß dir schufst, der doppelt ist so groß,

als dein Vermögen ist.

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Wenn man's genau besieht, macht nicht der Becher Zahl

den Trunkenen - o nein: des Trinkenden Natur!

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A. Halt an dich doch im Zorn! B. Mitnichten - denn ich will!

A. Noch keiner, Vater, hatte einen Dank vom Zorn!

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Arznei für Zorn? Die gibt's nicht, wie mir scheint! Es sei

der Zuspruch denn von einem Freund, der auch ein Mensch zugleich!

________

Wer arm ist, muß sich mühn, solang er lebt. Denn nie

ernährt ein Betteldasein die Untätigkeit!

________

Der Neidische ist selbst sein eigner Feind! Denn er

befindet immerzu in Leiden sich, die er

sich selber schafft.

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Gar schön sind die Gesetze - wer sie aber sieht,

erscheint als Sykophant.

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Wer jemanden aus Vorurteil verdammt, bevor

Gewisses er gehört: der ist ein schlechter Kerl,

indem er übel sich auf Ungeprüftes stützt.

________

Ein König, der mit Mannestugend herrscht, ist groß

und schön; doch die Gerechtigkeit des Lebens wahrt

er durch gerechtes Urteil und Gesetz.

________

Nicht darauf sollst du sehn, ob als ein Neuerer

ich rede, sondern ob ich spreche, wie es sich

geziemt für den verständ'gen Mann.

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Nicht weiße Haare machen den Verständigen -

Charakter macht den Greis.

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Wer Feldherr sein will, ohne daß Soldat er war,

der führt dem Feinde eine Hekatombe zu!

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Des Landmanns Leben ist vergnüglich, weil es mit

den Hoffnungen das Schmerzliche vereint.

________

Der Mann soll sich im Kriege messen mit dem Feind:

Landmann zu sein, das ist des Sklaven Werk.

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Die mächtigen Gewinne machen Reiche, die

sich kühn-verwegen anvertraun dem Meer; doch auch

viel Tote bringen sie hervor.

________

Wenn einer ist im Unglück, gibt's kein schöneres

Besitztum als ein Hausgenosse, der sich zeigt

voll Güte und Verstehn.

________

Wenn Schönheit sich mit edelem Charakter eint,

wird, wer hinzutritt, doppelt hingerissen.

________

Nur eines ist ein wahrer Liebeszauber, wenn

ein einsichtsvoller Geist im Menschen wirkt. Damit

beherrscht ein Weib stets seinen Mann!

________

Nichts gibt es so Vertrautes in der Welt, wenn man

genauer hinsieht, Laches, als wie Mann und Frau!

________

Wenn du entschieden bist, dich zu vermählen, dann

erkenne, Freund, du hast ein großes Gut, wenn du

ein kleines Übel nimmst.

________

Viel Sorgen für das Leben bringt's, o Parmeno,

wenn du ein Weib hast, Vater auch von Kindern bist.

________

Wer arm ist und doch fröhlich leben will, der soll

der Ehe sich enthalten, wenn die andern sich

ein Weib erwählen.

________

Die Wahrheit ist: ein Übel ist die Ehe -doch

ein notwendiges Übel ganz gewiß.

________

Dann muß am meisten man die Frauen fürchten,

wenn mit schönen Worten eine Sache ringsum sie

beschminken.

________

Entweder bleibe ledig, oder wenn du schon

darauf verfällst, dir eine Frau zu nehmen, trag

mit zugemachten Augen recht viel Mitgift und

die Frau davon!

________

Welch einen Schmerz bedeutet's, wenn ein Mann, der Glück

in seinem Leben hat, sein reiches Haus doch leer

von des Geschlechts Nachfolge sehen muß.

________

Kein größer Unglück als ein Vater, der nicht nennt

sein eigen eine frohe Kinderschar.

________

Mehr kinderlieb ist eine Mutter, als es ist

ein Vater: denn sie weiß, das Kind ist ihrs - er glaubt

es nur.

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Wenn deine Tochter mannbar ist und ganz und gar

nichts spricht, so redet sie das meiste über sich

durch Schweigen doch.

________

Erzürne deinen Vater nur in nichts! Du mußt

erkennen, wer am stärksten liebt, der wird in Zorn

gebracht durch das Geringste schon!

________

Kein Ohrenschmaus ist süßer als die Rede, die

ein Vater seinem Sohne hält und die umschließt

ein Lobeswort.

________

Kein Vater drohte je dem Sohne etwas an,

das nicht die Wahrheit ist, noch auch ein Liebender

tat solches der Geliebten an.

________

Leg deinem Sohn ans Herz, was hart ist, bitter zwar

im Wort - doch Vater bleibe stets in deinem Werk!

________

Viel besser ist es, wenig Schätze ohn' Verdacht

zu haben als in Fülle solche, die mit Schimpf

beladen sind.

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Wenn man es recht betrachtet, gibt es keinen Schmerz,

der größer wäre für die menschliche Natur als Kummer.

________

Viel Übel gibt es für die menschliche Natur.

Der Kummer aber ist das allergrößte wohl!

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Die glücklich scheinen, stehn nach außen nur im Glanz,

in ihrem Innern sind sie allen Menschen gleich.

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Nichts schmerzt mich heftiger, als wenn ein edler Geist

ist eingekerkert in ein schwierig Leben!

________

Der wahrhaft edle Mann muß edel tragen auch

das Gute wie das Übel, das ihn trifft.

________

An deines Nachbarn Unglücksfällen freu dich nicht!

Nicht leicht ist's, anzukämpfen gegen das Geschick!

________

Nicht meine Sache ist's, verborgnes Unglück vor

der Welt zu offenbaren; meine Ansicht ist,

man soll es eher halten zugedeckt.

________

Bei Schicksalsschlägen ist das Wichtigste zu sehn,

daß in der Nähe auch Betroffne sind.

________

Die Zeit ist aller Übel, die notwendig sind,

Arzt und sie wird auch dich jetzt heilen ganz gewiß.

________

O Herr und Meister, Sterbliche, die weise sind,

bekümmern sich beizeiten um der Wahrheit Kern.

________

Wenn alle wir einander helfen würden stets,

kein Mensch bedürfte dann der Tyche mehr.

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Dein Wort, es trieft von Einsicht, wie mir scheint, mein Freund;

doch deine Taten, die sind gänzlich einsichtslos.

________

Der Unverständige, der jeden Anlaß nimmt,

um loszuschwätzen, zeigt bei der Gelegenheit,

wes Geistes Kind er ist, mit seinem Wort.

________

Viel besser ist's, gelernt zu haben schön ein Ding,

als viele Sachen schlecht nur zu betreiben.

________

Wenn du viel redest, doch nichts lernen willst, so wirst

selbstherrlich du annehmen keinen guten Rat.

________

Die Auswahl Gleichgesinnter bringt am meisten erst

des Lebens Mischung unter ein Gesetz.

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Ein undankbarer Mann hält keine Freundschaft je;

der Schlechte soll nicht stehn an einer Stelle, die

dem Edlen nur gebührt!

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Ein Mann, der an ein Weib sich bindet durch den Eid,

tut nichts Gerechtes, ist mitnichten fromm.

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Mir soll der Reiche Unrecht tun - der Arme nicht!

Der Besseren Tyrannis trägt sich leichter ja!

________

Ich hasse einen Armen, der dem Reichen schenkt.

Beweis ist's eines ungesättigten Geschicks!

________

Des Goldes Echtheit prüft im Feuer man; die Zeit

erweist des Freundes redliche Gesinnung erst,

________

Wer einem schmeichelt, der gerade glücklich ist,

der ist ein Freund der Zeit - des Freundes nie!

________

Dem fernen Freunde zeig dich eher dankbar; denn

beim gegenwärtigen bringt's Spannung mit.

________

Wenn du verständig bist, so halte Freundschaft nicht

mit Unverständigen, weil einen Toren man

dich sonst wohl nennen wird.

________

Vertraue dein Geheimnis nicht dem Freunde an:

Damit du nicht befürchtest, daß dein Feind er wird.

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Wenn du Gewinn aus einer schlechten Sache ziehst,

so hast du in der Hand des Unglücks Unterpfand.

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Wer einem Weib die Wissenschaften beibringt so,

daß es sie wohl beherrscht, gleicht einem Manne, der

noch Gift verschafft der fürchterlichen Viper zu dem Gift,

das sie schon hat von der Natur.

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Wenn du ein schönes Weib erblickst, so staune nicht!

Denn reiche Schönheit trägt in sich der Laster viel.

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Die beste Meinung teile nicht dem Weibe mit;

mit ihrer eignen Meinung macht das Übel sie noch angenehm.

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Beweine nicht die Toten! Denn was nützet wohl

die Träne dem, was unempfindlich ward.

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Was bringst dem Toten glänzende Geschenke du?

Die er mit Kummer hier zurückließ und nicht mehr

gebrauchen kann.

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Wenn es dir gut ergeht, erinnre dich der Not!

Bedenke, wie zuletzt es kommen kann.

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Wenn du Almosen gibst und den, der sie empfing,

dann schmähst, so mischst in Honig du von Attika

noch Wermutstropfen!

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Wenn du beschuld'gen deinen Nachbarn willst, dann

sollst zuvor die eignen Übel überschauen du!

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Versuche nie den krummen Schößling grad zu drehn;

nicht möglich wär's, wo die Natur den Zwang ausübt,

dagegen aufzukommen.

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Vergebens wünscht der Greis zu sterben sich und schilt

das Greisenalter und die lange Lebenszeit.

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Wenn dir's im Wechsel des Geschickes besser geht,

erinnre an dein früh'res Unglück dich!

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Wenn einem Greis ein Greis sein Denken offenbart,

so wird ein Schatz auf einen Schatz gelegt.

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Wer seinen Vater schmäht mit bösem Wort, der spricht

blasphemisch gegen das, was göttlich ist.

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Der Friede nährt den Landmann auch in Felsen gut,

doch schlecht noch in der Ebene der Krieg.

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Des Bösen Anfang bei den Menschen ist zumeist

das Gute, allzu Gute.

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Ein schweres Unterfangen ist es, Phanias, in kurzer Zeit Gewöhnung zu verändern.

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Gebadet hatte die Hetäre, trug ein fein gesponnenes durchsichtiges Gewand.

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Was jemand untertags mit Eifer trieb, das schaut

er in der Nacht.

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Ein jeder Tor läßt sich durch Prahlerei und Lärm

gar leichtlich fangen.

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O Nacht, an keinem Gott nimmst du so Teil als an

der Liebesgöttin Aphrodite.

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Kein wahres Wort sprach jemals eine Frau!

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O Knabe, schweige! Schönes trägt die Schweigsamkeit in sich.

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Ein einz'ger Sklave ist im Haus - der eigne Herr!

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Anmutig ist ein Mensch, wenn wahrer Mensch er ist!

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Ich hab's empfangen, dann geboren - zog es auf:

Nun lieb' ich es.

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Du traue dem Korinther - aber brauch ihn nicht als Freund!

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Den Schlechten hass' ich, wenn er sagt ein edles Wort.

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Die Schlechtigkeit entbehrt der Logik stets.

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Das Zeichen eines Mannes ist es, wenn er trägt

mit edlem Sinn die Schläge des Geschicks.

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Wenn du gerecht bist, sei Charakter dein Gesetz!

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Gerechter Sinn versteht aufs Ungerechte sich in keinem Fall.

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Wie schwierig ist es doch, zu lügen, und wie schlecht.

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Der viele ungemischte Wein läßt dich, o Mensch, so wenig denken!

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Schamlos ist jeder: keiner kann erröten mehr.

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Nichts kann mehr nützen als die Schweigsamkeit.

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Wie angenehm ist edler Sinn mit Urteilskraft gepaart.

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Der Edle ist als Retter stets bekannt.

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Ein freier Mann nur tut die edle Tat!

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Das höchste Gut ist edler Sinn gepaart mit Nous.

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Auch in den Nöten nützt der Edle dir.

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Kein besser Reisegeld im Leben als der Mut.

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Kein Gott ist gegenwärt'ger als der Mut.

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Viel Bitternis enthält des Landbaus Müh, so süß sie sonsten ist.

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Ein Sklave dauert mich, der mehr weiß als sein Herr.

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Die Liebe nur ist unersättlich, Freund!

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Wie treulos ist die weibliche Natur!

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Viel schlimmer ist's, ein altes Weib zu reizen als zu reizen einen Hund!

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Das Weib ist bitter von Natur und wird gar leicht

gebracht aus seinem Gleichgewicht.

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Wo Frauen weilen, dort wird alles schlimm.

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Es ist Gesetz, die Eltern zu verehren göttergleich.

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Wer seine Eltern anklagt, Unglücksmensch, der rast!

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Ein guter Vater hat die Einsicht statt des Zorns.

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Ein Sohn wird besser, wenn der Vater Güte zeigt.

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Wie süß ist unter Brüdern Lieb' und Harmonie.

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Die Armut willst du tragen? Meide du die Schmach!

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Du bist ein Mensch: hinreichend Grund zum Elendsein!

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Männlich zu tragen müh ich mich den Unverstand der Tyche.

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Im Unglück rettet Menschen doch die Hoffnung nur.

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Wie süß ein Freundeswort in der Betrübnis wirkt!

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Des Schicksals Fälle trage menschlich, Freund!

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Schicksalsgemeinschaft muß gemeinsam tragen man.

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Der Gott führt alle Dinge schweigend aus.

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Nicht schimpflich ist's, die Wahrheit zu verkünden laut.

Unmöglich ist's, die Wahrheit zu verhehlen, wie es scheint.

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Wer schön erraten kann, ist fast schon ein Prophet.

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Es findet Glauben nie ein Armer, der die Wahrheit spricht.

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Du diene frei-und Sklave wirst du niemals sein!

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Wer die Gesetze fürchtet, wird von dem Gesetz nicht aus der Ruh gebracht!

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Ich liebte - ja ich liebte, ich gesteh es frei! Und jetzt noch liebe ich!


LV Gizewski WS 2004/2005

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .