Barbara, Hi. (4. Dez.), wird als Tochter des reichen Dioscuros von Nikomedien von diesem, um sie zu bewahren, in einen Turm eingeschlossen. Ausführlich berichten die Legenden von ihrer Schönheit, ihrem scharfen Verstand, ihren Studien und wie sie die Eltern gefragt habe, ob die Götter Menschen gewesen und warum man diese und nicht eine unsterbliche Gottheit anbete. Sie richtet in einem Brief ihre Fragen an Origines (185-254), der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war. Durch einen Priester Valentinus schickt ihr Origines Antwort. Von B. als Arzt bezeichnet, erlaubt ihr Vater ihr, ihn zu empfangen, er belehrt und tauft sie. Nach anderen Fassungen der Legende ist sie bei seiner Ankunft schon getauft: Vom Hi. Geist erleuchtet, sei sie in ein heidnisches Opferbecken gestiegen und habe geistig die Taufe durch Joh. d. T., der ihr erschienen sei, erhalten. Noch anders wird erzählt - und teilweise dargestellt -, daß sie den Vater um den Bau eines Bades gebeten habe. Nachdem sie nicht die vom Vater angeordneten 2 Fenster, sondern 3 - als Zeichen der Dreieinigkeit habe anbringen lassen, ein Kreuz mit der Hand in den noch feuchten Putz gedrückt und ein kostbares Kreuz auf den Sockel eines gestürzten Götterbildes gestellt habe, empfängt sie die Taufe. Dem von einer Reise zurückkehrenden Vater, der sie empört über den veränderten Bau zur Rede stellt, offenbart sie sich als Christin. Er will sie erschlagen, aber sie entflieht, und ein Felsspalt öffnet sich, um sie zu verbergen. Von einem Hirten verraten (der zu Stein wird und dessen Schafe zu Heuschrecken werden), findet sie der Vater, schleppt sie gefesselt an den Haaren zum Statthalter Marcianus, der sie geißeln läßt. Sie spricht von den Geißeln »als ob es Pfauenfedern gewesen seien«, doch erscheint ihr Christus nachts im Gefängnis, um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Statthalter läßt sie nun mit Keulen schlagen, ihr die Brüste abschneiden, sie mit Fackeln brennen. Als er sie dann entkleidet auf dem Marktplatz umhertreiben und peitschen lassen will, erscheint auf B.s Gebet ein Engel und hüllt sie in ein schneeweiß leuchtendes Gewand. Den Befehl, sie nun mit dem Schwert hinzurichten, führt der ergrimmte Vater selbst aus und wird danach durch vom Himmel fallendes Feuer getötet.

Als Vaterstadt wird auch Catania in Sizilien genannt; einen Atna-Ausbruch soll auch B. (wie Agatha) von der Stadt abgewendet haben; sie wird dort besonders verehrt. Vom 14. Jh. an ist sie eine der beliebtesten und am häufigsten dargestellten Heiligen: gekrönt, den Kelch mit der Hostie darüber tragend, und einen Turm neben sich; Schwert, Palmzweig und Pfauenfeder können hinzukommen. Vom 15. Jh. an gehört sie zu den 14 -. Nothelfern als Beistand der Sterbenden, ihr Gebet um Sündenvergebung für alle Christen sei ihr durch eine Stimme vom Himmel bestätigt worden. Auch gegen Unwetter und Feuersgefahr angerufen, wird sie vom 18. Jh. an Patronin der Bergleute (- Daniel), Glöckner, Architekten und Artilleristen.

Im Hirs. Pass. des 12. Jh. (23) steht sie betend mit vor die Brust gelegten Händen. Von links zückt ihr Vater das Schwert gegen sie, von rechts bedroht sie ein Jüngling mit einem Hammer. Teile der Legende hält der Altar Meister Franckes von 1410 im Museum von Helsinki fest; mit besonders reizvoller Ausführlichkeit fast aller Legendenzüge bringt sie Jörg Ratgeb 1510 auf der Altartafel von Schwaigern (Württ.) zur Darstellung.