Kap.2: Zur Systematik des Themas 'Antike Bildungsgeschichte'.

1. Alternativen bei der Systematisierung des Gesamthemas.

2. Die 'religiöse Bildung' in der Antike und ihre Fortwirkung bis heute.

3. Die philosophische (ontologische, logische, dialektische und ethische) Bildung der Antike mit ihrer Wirkungsgeschichte.

4. Die gesellschaftsbezogene (politische, rechtliche und historische) Bildung der Antike mit ihrer Wirkungsgeschichte.

5. Die sprachliche Bildung (der monologischen, dialogischen, publikumsbezogenen und mehrsprachigen Rede) mit ihrer Wirkungsgeschichte.

6. Die Bildung in allen Bereichen der Kunst (Sprache, Malerei, Plastik, Musik) und ihre Wirkungsgeschichte.

7. Die mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung (Arithmetik, Geometrie, Kosmologie, Astronomie, Geographie, Biologie, Chemie, Physik) mit ihrer Wirkungsgeschichte.

8. Das spezialisierte Erfahrungs- und Handlungswissen (Medizin und Pharmazie, Betriebs- und Volkswirtschaft, Technik aller Arten und Anwendungsbereiche) der Antike und seine Fortwirkung.

9. Die Geschmacks-, Mode- und Stil-Bildungen der Antike mit ihren Wirkungsgeschichten.

10. Literatur, Medien, Quellen.

1. Alternativen bei der Systematisierung des Gesamthemas.

Die Art, den Stoff des Gesamtthemas dieser Lehrveranstaltung anzuordnen, hängt wie stets von primären Einteilungsprinzipien ab - 'Epoche', 'Raum', 'Gesellschaft', 'Sprache' oder 'Wissensbereich'. Da das Thema eine 'antike' Entwicklung der 'Bildung' und ihre Wirkungsgeschichte bis in 'unsere Zeit' betrifft, ist es sinnvoll, ein auf größere Wissensbereiche bezogenes Prinzip für die Primäreinteilung zu wählen. 'Wissen' ist dabei in einem weiteren Sinne zu verstehen, der nicht nur die heutigen 'exakten Wissenschaften', sondern auch andere Bezüge des Bewußtsein - z. B. auch Gegenstände des 'Glaubens', ein speziell ausgebildetes 'Alltagswissen', fundierte politische Doktrinen oder ein fundiertes 'ästhetisches' oder 'ethisches' Urteilsvermögen' - einschließt. Auf diese Weise ist prinzipiell eine Beziehung auf die Gesamtthematik einer menschlcihen Bildung, die Gesamtgeschichte eines 'Altertums' in seiner ganzen Erstreckung und die Gesamtheit einer 'Traditionsgeschichte auf der Grundlage des 'Altertums' in ihrer ganzen Erstreckung bis zur Gegenwart möglich. 'Bis zur Gegenwart' deshalb, weil denn die Traditionsgeschichte der schließt auch eine 'moderne' Geschichte in ihrer Gesamtheit einschließt, obschon der Begriff der 'Moderne' ja einen bewußten und gewollten 'Traditionsabbruch' offenbaren und verkünden will.. Aber auch der 'moderne' Traditionsabbruch hat viele Vorgänger und ist bei genauerer Analyse seiner Denkmuster objektiv-traditionsgeschichtlich geprägt, d. h. auch in starkem Maße von Altertumstraditionen. Am eindrücklichsten und überzeugendsten ist das an den traditionsfundierten heutigen Bedeutungen auch bewußt moderner Sprache zu verdeutlichen, einschließlich des Wortes 'modern' selbst, das aus der Antike stammt.

ÜBUNG ZU KAP. 2.
AUFGABE:
1) Definieren Sie die Begriffe 'antik' und 'modern'.
2) Von welchen lateinischsprachigen Worten stammen beide ab? Was bedeuten beide im Altertum? Versuchen Sie unbefangen eine etymologische Deutung.
3) Inwiefern sind die antiken Bedeutungen in den modernen mitenthalten

Die im folgenden aufgrund des Primärkriteriums gebildeten Klassen weisen gewisse Überschneidungen auf. Außerdem mag es Bereiche des Bewußtseins geben, die nicht oder nicht angemessen eingeordnet sind. Dasselbe gilt für die Bildung von Untergruppen und weitere Verzweigungen innerhalb einer Klasse. Doch stellt das die Notwendigkeit einer Klassifikation als ganzer nicht in Frage, weil diese Entwurfscharakter hat und Verbesserungen des Systems dadurch nicht ausgeschlossen sind.

2. Die 'religiöse Bildung' in der Antike und ihre Fortwirkung bis heute.

Die 'Religion' als eine für Kulturen und menschliche Indviduen in besonderem Maße identitätsbildende Form des menschlichen Glaubens ist auch im christlich-europäisch geprägten Kulturbereich der Welt stark traditionsgeprägt, und zwar sowohl durch die griechisch-römische Antike, als auch durch das Judentum und das Christentum des Altertums. Hinzukommen Elemente alter indigen-ethnischer Religionen wie die germanischer Religion. Aber nicht nur auf frühere Formen der Religion, sondern partiell auch auf 'irreligiöse' Glaubens- und Wissenschüberlieferungen des Altertums gehen heutige Formen der Religiosität zurück. In diesem Zusammenhang sind 'säkular' oder 'modern' transformierte Elemente antiken Bewußtseins ebenso wie solche 'antiker Gottlosigkeit' zu erwähnen.

3. Die philosophische (ontologische, logische, dialektische und ethische) Bildung der Antike mit ihrer Wirkungsgeschichte.

4. Die gesellschaftsbezogene (politische, rechtliche und historische) Bildung der Antike mit ihrer Wirkungsgeschichte.

5. Die sprachliche Bildung (der monologischen, dialogischen, publikumsbezogenen und mehrsprachigen Rede) mit ihrer Wirkungsgeschichte.

6. Die Bildung in allen Bereichen der Kunst (Sprache, Malerei, Plastik, Musik) und ihre Wirkungsgeschichte.

7. Die mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung (Arithmetik, Geometrie, Kosmologie, Astronomie, Geographie, Biologie, Chemie, Physik) mit ihrer Wirkungsgeschichte.

8. Das spezialisierte Erfahrungs- und Handlungswissen (Medizin und Pharmazie, Betriebs- und Volkswirtschaft, Technik aller Arten und Anwendungsbereiche) der Antike und seine Fortwirkung.

9. Die Geschmacks-, Mode- und Stil-Bildungen der Antike mit ihren Wirkungsgeschichten.

10. Zu Literatur, Medien und Quellen.


Lehrveranstaltungsskript 2009/2010.

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@mailbox.tu-berlin.de