Kap. 14: Die Folgen der 'Völkerwanderungs'-Kriege des 5. Jhs. n. Chr. für die Entwicklung der frühmittelalterlichen Völker- und Staatenwelt.

INHALT:

1. Übersicht.

2. Die Kriege der Völkerwanderungszeit.

3. Zur politisch-militärischen und kulturellen Entwicklung der frühmittelalterlichen Völker- und Staatenwelt aus den Strukturen des Römischen Reiches.

4. Literatur, Medien, Quellen.

1. Übersicht.

Durch die kriegerische Westbewegung der Hunnen und mit ihnen verbündeter anderer Völker oder Volksteile i. J. 375 n. Chr. wird der von römischer Seite zunächst geduldete Übertritt ostgotischer und westgotischer Volksteile auf römisches Reichgebiet.i. J. 376 n. Chr. ausgelöst. Aus der faktisch fortbestehenden politisch-militärischen Autonomie der südlich der Donau siedelnden Neuankömmlinge entwickelt sich ein Konfliktverhältnis mit der römischen Schutzmacht, das zu einem Krieg und zu einer vernichtenden Niederlage des römischen Feldheeres in der Schlacht bei Adrianopel führt (378 n. Chr.; Tod des Kaisers Valens). Der i. J. 380 n. Chr. zwischen den Kriegsparteien geschlossene Friedensvertrag sieht einen neuartigen 'Föderaten'-Status der Westgoten als geschlossenen Volksverbandes innerhalb der römischen Balkanprovinzen südlich der Donaugrenze vor, welcher als Modell für weitere Ansiedlungen autonom bleibender, als 'Föderaten' zwar formell mit Grenzverteidigungsaufgaben betrauter, aber in starkem Maße auch ihren eigenen Interessen folgender Germanenvölker auf römischem Reichsgebiet im 5. Jh. n. Chr. dient.

Mit diesem 'Föderaten'-Modell neuer Art wird einerseits die Reichsverteidigung in wachsendem Maße 'germanisiert', d. h. in die Hände germanischstämmiger römischer Truppenteile und Befehlshaber oder germanischer Föderatenverbände und ihrer Führer gelegt, andererseits aber der Reichsaufbau seit dem 5. Jh. n. Chr. stetig zunehmenden Auflösungstendenzen durch Wanderungsbewegungen, Kriegskonflikte und zumeist an deren Ende stehende Neuansiedlungen germanischer und anderer Völker (Westgoten, Ostgoten, Sueben, Wandalen, Burgunder, Franken, Alamannen, Bajuwaren, Angeln und Sachsen; auch Alanen) ausgesetzt.

Diese beiden Prozesse enden schließlich in einer weitgehenden Verteilung des westlichen Reichsgebiets unter solche Völkerschaften und in der Beseitigung der weströmischen Kaiserherrschaft i. J. 476 n. Chr. Auch danach hören aber die Wanderungen, kriegerischen Expansionen und Neuansiedlungen im Westen - nunmehr in Auseinandersetzung mit dem verbliebenen oströmischen ('Byzantinischen') Reich - nicht auf. Erst i. J. 586 n. Chr. - mit der Ansiedlung und Reichsbildung der Langobarden in Italien - ist die Zeit der sog. 'Völkerwanderung' im wesentlichen vorbei - und damit auch die Frühphase mittelalterlicher europäischer Reichsneubildungen auf dem vormaligen Territorium des weströmischen Reichteils abgeschlossen.

Der Osten des römischen Reiches hält sich zwar trotz der anfänglichen Landüberlassungen an die Goten im 4. Jh. auf dem Balkan späterhin länger territorial intakt als der Westen. In der Restaurationspoche unter Kaiser Justinian gewinnt er sogar erneut die Herrschaft über die Gebiete des 'Westens' (Italiens, Nordafrikas, Siziliens, Sardiniens, Korsikas und anderer Mittelmeerinseln sowie des südlichen Spanien) von Ostgoten, Vandalen und Westgoten - zwischen d. J. 535 une 554 n. Chr.) - zurück. Aber späterhin unterliegt auch das oströmische Reich starken Gebietsverluste: schon seit dem 7. Jh. n. Chr.in Palästina, Syrien, Ägypten und dem übrigen Nordafrika infolge der islamischen Expansion und seit dem 8. Jh. n. Chr. auf dem Balkan durch die Landnahmen der Bulgaren, Bosnier, Serben und Kroaten.

Im einzelnen sind die folgenden historisch wichtigeren kriegerischen Durch- und Raubzüge oder mit dem Ziel dauernder Landnahme und selbständiger Herrschaftsausübung auf ursprünglich römischem Reichsgebiet durchgeführten Bewegungen germanischer und anderer Völkerschaften in der Zeit zwischen dem Beginn und dem Ende der 'Völkerwanderungszeit' (375 - 586 n. Chr.) hervorzuheben:

Alamannen: Der aus suebischen Stämmen hervorgehende Stammesverband der Alamannen, der bereits i. d. J. 216 und 230 n. Chr. Angriffe auf das Dekumatland unternimmt, seit dem Jahre 260 n. Chr. - nach Aufgabe der römischen Grenzverteidigung am dortigen Limes - von ihm Besitz ergreift und in zahlreichen weiteren Kriegszügen im 3. und 4. Jh. n. Chr. auch über Rhein und Donau, unter oftmaliger Zerstörung der dortigen Grenzbefestigungen, teilweise weit in das römische Gebiet (Donauprovonzen, Gallien, Italien) eindringt, wird zwar immer wieder von den Römern, so vor allem unter den Kaisern Diokletian und Julian, in seine Grenzen gewiesen. Doch ist er seit dem 4. Jh. n. Chr. ständig im 'allemannischen' Bereich des heutigen Südwestdeutschland und seit dem 5. Jh. n. Chr. in der heutigen nördlichen Schweiz präsent, auch wenn er weiter nördlich liegende Siedlungsgebiete Ende des 5. Jhs. an die Franken abtreten muß. I. J. 536 n. Chr. werden die Alamannen zu einem 'dauernden Bündnis' mit den Franken verpflichtet und damit Teil des Frankenreichs.

Westgoten: Als Teil des ursprünglich aus Skandinavien stammenden Goten-Volks, das zunächst an der Ostsee, später im Schwarzmeer-Bereich (Ostgoten) und nördlich der Donau (Westgoten) siedelt, sehen sich die Westgoten, die bereits im 3. Jh. durch zahlreiche Überfälle und weiterreichende (z. B. bis nach Athen vorgetriebene) Invasionen auf die römischen Provinzen südlich der Donau hervorgetreten sind, infolge des Hunneneinfalls i. J. 375 n. Chr. zu einem Übertritt auf römisches Reichsgebiet genötigt. Dieser wird von römischer Seite genehmigt. Aber in seiner Folge kommt es in den römischen Balkanprovinzen zu massiven, bis zum Jahre 380 n. Chr. andauernden Kriegskonflikten der übergetretenen Goten mit den Römern. Danach werden sie als 'Föderaten' auf römischem Reichsgebiet südlich der Donau angesiedelt. I. J. 395 n. Chr. verlassen die die Westgoten die ihnen auf dem Balkan zugewiesenen Siedlungsgebiete und ziehen bis zum Jahre 410 n. Chr. unter ihrem König Alarich durch Griechenland, das Illyricum und Italien (Eroberung und Plünderung Roms i. J. 410 n. Chr.), und nach Alarichs Tode unter König Athaulf i. d. J. 410 - 418 n. Chr durch Italien und die Provence nach Südwestfrankreich. Dort erfolgt - auf römischem Reichsgebiet und von Rom bzw. Byzanz rechtlich nicht anerkannt - die Bildung eines bis zur fränkischen Expansion d. J. 507 n. Chr. bestehenden Reichs. Seit 507 n. Chr. bildet sich ein dauerhaftes Westgoten-Reich in Spanien und einem Restbereich des südlichen Gallien, d. h. auf nach wie vor vom römischen Ostreich rechtlich beanspruchten Territorien, wie der spätere, in Wiedereroberunsabsicht von Justinian gegen die Westgoten geführte Krieg (554 n. Chr.) deutlich macht.

Ostgoten: Wie die Westgoten treten i. J. 376 n. Chr. Teile der Ostgoten auf römisches Gebiet über; sie werden vor allem in Pannonien angesiedelt. Ein anderer Teil verbleibt - in einem längerwährenden Bündnis mit den Hunnen - zunächst außerhalb des römischen Reichsgebiets, im Bereich des vormals römischen Dakien, wo späterhin ein von den Gepiden, einem gotischen Teilstamm, beherrschtes Reich entsteht und längere Zeit bestehen bleibt. Im Jahre 454 n. Chr. - nach einem Frontwechsel auf die römische Seite infolge der Niederlage der Hunnen auf den katalaunischen Feldern (i. J. 451 n. Chr.) und deren Abzugs nach Osten - werden die Ostgoten als Stammesverband im Föderatenstatus mit der Aufgabe der Grenzverteidigung an der Donau in der Provinz Pannonien angesiedelt. Von dort aus ergreifen sie unter dem vom byzantinischen Kaiser dazu ermächtigten König Theoderich (reg. 493 - 526 n. Chr.) von dem zum vormaligen römischen Westreich gehörenden Teil des Illyricum, von Noricum, Raetien, Italien, Sizilien und der Provence Besitz. Theoderich regiert dort formell im Auftrag des oströmischen Kaisers und - im Umgang mit den römischen Untertanen - unter Bindung an die römischen Gesetze. Aber in eigenen ethnischen Angelegenheiten ist die Herrschaft der Goten faktisch selbständig. Unter den Nachfolgern Theoderichs kommt es mit dem byzantinischen Kaiser Justinian zu einem Streit über den Umfang der gotischen bzw. der römisch-kaiserlichen Kompetenzen, was einen langjährigen, von den römischen Feldherren Belisar und Narses gegen die Goten geführten Krieg und schließlich die Beseitigung des Ostgotenreichs i. J. 555 n. Chr. zur Folge hat

Burgunder: a) Die ursprünglich aus dem Raum beiderseits der Oder stammenden Burgunder bewegen sich im 4. Jh. n. Chr. nach Westen, und siedeln zunächst östlich des Rhein etwa auf der Höhe des Main. I. J. 406 n. Chr. dringen sie kriegerisch über den Rhein vor und lassen sich an dessen Westufer nieder, wo ihnen späterhin von römischer Seite (Constantin III., Honorius) unter Anerkennung eines Föderaten-Status ein Teil des gallischen Gebietes zur eigenen Verwaltung und zur Wahrnehmung des militärischen Schutzes der Rheingrenze gegen andere übertrittswillige Völkerschaften überlassen wird ('Burgunderreich von Worms'). b) Als Gegengewicht gegen die expandierenden Westgoten und Franken in Gallien und zum Schutz der Alpenpässe nach Italien werden die Burgunder nach einer schweren Niederlage gegen die Hunnen i. J. 443 n. Chr. auf römische Initiative (Aetius) nach 'Burgund' umgesiedelt, wo ihr Reich bis zu seiner Eroberung durch die Franken i. J. 534 n. Chr. besteht.

Sueben, Vandalen, Asdingen, Silingen und Alanen: Die aus dem Raum entlang der gesamten Elbe stammenden Sueben, die aus dem Bereich nordöstlich des Mittellaufs der Donau stammenden Vandalen, die ursprünglich am oberen Oderlauf siedelnden Silingen, die ursprünglich am Oberlauf der Theiss siedelnden Asdingen und die ursprünglich mit den Hunnen nach Westen vorgedrungenen iranischstämmigen Alanen verbinden sich auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten i. J. 407 n. Chr. zu einem gemeinsamen kriegerischen Rhein-Übertritt. Sie dringen zunächst nach Gallien ein, wo sie vorübergehend bleiben, um dann bis 411 n. Chr.nach Spanien weiterzuziehen, wo sich alle genannten Völkerschaften - bis auf die Vandalen - im Westen des Landes dauerhaft andiedeln. Die Vandalen überqueren i. J. 429 n. Chr. die Meerenge von Gibraltar und begründen in den folgenden Jahren an der nordafrikanischen Küste- mit Schwerpunkt um Karthago - ein eigenes Reich. Von hier aus unternehmen sie zahlreiche Verwüstungs- und Raubaktionen gegen die nahegelegenen Küsten Italiens und Sizilins und besetzen die Inseln Sardinien und Korsika. Diesen 'Vandalismus' wie überhaupt das fehlende Einverständnis des römischen Reichs mit der vandalischen Landnahme und Reichsbildung nimmt der byzantinische Kaiser Justinian zum Anlaß, i. d. J. 533 - 534 n. Chr. einen Wiederoberungskrieg gegen die vandalischen Gebiete zu führen. Der Feldherr Belisar führt zu diesem Zweck eine großangelegte Flottenoperation erfolgreich durch und zerstört das Vandalenreich.

Franken: Die in der 'Germania libera' östlich des Rheins siedelnden Germanenstämme, soweit sie den Römern gegenüber nicht einzeln hervortreten (vor allem Frisii, Chamavi, Bructeri, Sugambri und Chatti) werden spätestens seit dem 3. Jh. n. Chr., der Zeit vieler Raubzüge und Überfälle aus dieser Stammesgruppe auf die römischen Rheinstädte und ihr Um- und Hinterland - i. d. J. um 255, 272 und 285 n. Chr. - sowohl im römischen als auch im germanischen Sprachgebrauch 'Franci' ('die Freien') genannt. Durch die von Diokletian vorgenommene militärische Reorganisation der Rhein - Donau-Grenze wird zwar auch den Franken-Einfällen nach Gallien für längere Zeit vorgebeugt. Aber i. J. 355 n. Chr. kommt es erneut zu einem weiträumigen Einbruch der Franken und zugleich der Alamannen über den Rhein, bei dem viele Rheinstädte erobert und geplündert und viele Rheinbefestigungungen zerstört werden. Zwar werden die Franken schließlich durch den damaligen Caesar Julian, der seinerseits mehrfach den Rhein überschreitet, zurückgedrängt und die Alamannen besiegt (Schlacht bei Straßburg i. J. 357 n. Chr.), Aber die Möglichkeit einer auch längere Zeit andauernden und großräumigen Beseitigung römischer Grenzbefestigungen ist deutlich geworden; und damit spielt der Gedanke einer Suche nach günstigen Siedlungsplätzen jenseits der Grenzen in der politisch-militärischen Vorstellungswelt mancher größerer Germanenstämme eine zunehmende Rolle. Der Caesar Julian siedelt sogar selbst einen Teil der frisischen Franken in Toxandrien südlich der Mündungen von Maas und Rhein, d. h. auf römischem Reichsgebiet an. Dies ist die Zelle des späteren Frankenreichs auf römischem Reichsgebiet. Bis zum Ende des weströmischen Reiches breiten die Franken ihre Herrschaft im heutiegn Belgien und Nordfrankreich bis zur Kanalküste, danch entlang des Rheins nach Süden und schließlich - nach der Beseitigung des gallisch-römischen Restherrschaftsbereichs des Syagrius durch den fränkischen König Chlodwig i. J. 486 und unter Verdrängung der Westgoten aus dem südwestlichen Gallien um 507 n. Chr. - über den größten Teil Galliens aus.

Baiwaren: Die aus dem böhmischen Raum kommenden, von den vormaligen Markomannen - häufigeren Kriegsgegnern der Römer in 2. Jh. n. Chr. - stammenden Baiwaren besetzen nach Abzug der römischen Truppen aus Rätien und Noricum diese Gebiete und verbleiben dort dauerhaft. Sie geraten späterhin (in lockerer Form schon um 550 n. Chr.) unter fränkische Herrschaft.

Angeln und Sachsen: Nach dem Abzug der römischen Truppn aus Britannien um 400 n. Chr. besetzen seefahrende Volksteile aus dem sächsichen und jütländischen Bereich (Sachsen, Angeln und Jüten) die Ostküste Britanniens und erreichten dort eigene Herrschaftsgebiete, die seit dem 7. Jh. n. Chr. in einem einheitlichen Königreich vereinigt sind.

Langobarden: Nach dem Ende des Ostgotenreichs in Italien (i. J. 555 n. Chr.) und der zeitweilig flächendeckenden Wiederherstellung der oströmischen Herrschaft dort, ziehen die ursprüglich am Unterlauf der Elbe beheimateten, seit 400 n. Chr. östlich des Donau-Mittellaufs siedelnden Langobarden i. J. 586 n. Chr. nach Italien und bemächtigen sich dort der Herrschaft über einige Gebiete in Ober-, Mittel- und Unteritalien, während andere - zwischen Ravenna und Rom und im äußersten Süden, einschließlich Siziliens unter byzantinischer Herrschaft verbleiben ('Exarchat Ravenna').

Slawische Völkerschaften in Mittel- und Südeuropa: Die Ende des 6. Jhs. stattfindende Neubesiedlung der von germanischen Völkerschaften verlassenen Siedlungsgebiete östlich der Elbe (Liutizen, Sorben, Lechen), in Böhmen (Tschechen, Slowaken) und in den vormals römischen Gebieten Noricums, Pannoniens und Dalmatiens (Karantanen, Slowenen, Kroaten, Serben) ließe sich bei anderer Setzung der Epochengrenze (586 n. Chr.) sachlich auch noch der 'Völkerwanderung' zuordnen.

Ausgangsgebiete und Züge der Germanenvölker in der Spätantike.

Karte entnommen aus: Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, München 1999 33, S. 114.

Wanderungsbewegungen und Reichsbildungen von Germanenvölkern auf dem römischem Reichsgebiet.

Karten entnommen aus: Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. und bearbeitete von Hans-Erich Stier u. v. a., Westermann Schulbuchverlag, Orbis-Sonderausgabe, Braunschweig 1990, S. 48.

Übung 14 A.

Aufgaben:

a) Wie wird in Ammians Bericht das Volk der Hunnen beschrieben und welche kontrastierenden Hintergrundsvorstellungen von einem zivilisierten Volk sind in dieser Beschreibung miteinthalten?

b) Aus welchen Gründen und in welcher Weise beginnt die 'Volkerwanderung'

c) Was hätte der römische Staat gegenüber den Gotenstämmen nach Ammians Vorstellung anders machen sollen? Wieso ist für Ammian die Behandlung der Goten eine Epochenmarke?

Der Beginn der Völkerwanderung: Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, Buch 31, aus Kap. 2 - 4.

Deutsche Übersetzung nach: Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Lateinisch und deutsch und mit einem Kommentar versehen von Wolfgang Seyfarth, 4. Teile, Teil,4 (Buch 26 - 31), Berlin 1968, S. 243 - 247 und 253 - 255.

2. Zur politisch-militärischen und kulturellen Entwicklung der frühmittelalterlichen Völker- und Staatenwelt aus den Strukturen des Römischen Reiches.

Übung 14 B.

Aufgaben:

a) Wie kommt es nach Prokops Bericht zur Etablierung der ostgotischen Herrschaft in Italien?

b) Was haben die Herrscher Theoderich und seine Tochter Amalasuntha in ihrem Selbstverständnis und ihrem Regierungshandeln mit römisch-stämmigen Herrschern gemeinsam?

c) Worin liegt das 'Barbarische' der Gotenherrschaft?

Zur Anfangszeit ostgotischer Herrschaft in Italien. Prokop, Gotenkriege, Buch 1, aus Kap. 1 und 2.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Prokop, Gotenkriege. Griechisch - Deutsch. Hg. von Otto Veh. München 1966, S. 7 - 19.

Das justinianische Reich und seine Nachbarn.

Karte entnommen aus: Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. und bearbeitete von Hans-Erich Stier u. v. a., Westermann Schulbuchverlag, Orbis-Sonderausgabe, Braunschweig 1990, S. 49.

Zur Bildung und Expansion des Frankenreichs.

Karte entnommen aus: Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, München 1999 33, S. 120.

Längerfristige historische Folgen der Völkerwanderungskriege.

a) Die Entstehung des Frankenreichs, des angelsächsischen Königreichs in Britannien, des Westgotischen Reichs, des Byzantinischen Reichs und später der islamischen Herrschaftsbereiche als dauerhafterer staatlicher Neubildungen auf Territorien des vormaligen Römischen Reiches. Modellhafte Forwirkung römischer Staatlichkeit in den neuen Reichsbildungen.

b) Die Veränderung von Sprachgrenzen zwischen neusiedelnden 'barbarischen' Völkerschaften (Germanen und Slawen) und romanischer bzw. griechischsprachiger Bevölkerung auf vormals römischem Reichsgebiet in Britannien, Gallien, Römisch-Germanien, Raetien, Noricum, Pannonien, Illyricum, den Donauprovinzen, Thrakien und Makedonien einerseits und die kulturelle Romanisierung dieser Barbarenvölker andererseits.

c) Spätere nomadische Invasionen - der Awaren [um 558 n. Chr.; Mittellauf der Donau], Bulgaren [um 679 n. Chr.; Unterlauf der Donau], später Ungarn [um 896 n. Chr., Mittellauf der Donau], Petschenegen [um 913 n. Chr; Unteruaf der Donau ] und Kumanen [um 1150 n. Chr.; Unterlauf der Donau] - nach Süd- und Mitteleuropa infolge des Fortfalls einer Militärpräsenz an der Donau.

d) Die Expansion des Islam im Nahen Osten und in Afrika [zwischen 635 und 711 n. Chr.] als Folge einer schwachen römischen (byzantinischen) Militärpräsenz dort.

Die Ausbreitung des Islam im 7. Jh. n. Chr.

Karte entnommen aus: Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, München 1999 33, S. 134.

3. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

Herwig Wolfram, Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter, Berlin 1990.

H. Beck, H. Steuer, D. Timpe (Hg.) , Die Germanen, Die Stichworte 'Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde' aud dem 'Reallexikon der Germanischen Altertumskunde', Studienausgabe, Berlin, New York, 1998.

Medien:

Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, München 1999 33, S. 114, 120 und 134.

Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. und bearbeitete von Hans-Erich Stier u. v. a., Westermann Schulbuchverlag, Orbis-Sonderausgabe, Braunschweig 1990, S. 48 und 49.

Quellen:

Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, Buch 31, aus Kap. 2 - 4. Deutsche Übersetzung nach: Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Lateinisch und deutsch und mit einem Kommentar versehen von Wolfgang Seyfarth, 4. Teile, Teil,4 (Buch 26 - 31), Berlin 1968, S. 243 - 247 und 253 - 255.

Prokop, Gotenkriege, Buch 1, aus Kap. 1 und 2.Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Prokop, Gotenkriege. Griechisch - Deutsch. Hg. von Otto Veh. München 1966, S. 7 - 19.


LV Gizewski im SS 2005 und WS 2005/2006

Autor: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .