Die Inschrift in einem nach siegreicher Beendigung eines Kriegs gestifteten Tempel als kriegsgeschichtliche Quelle: Votiv-Inschrift des L. Mummius.

Wissenschaftliche Edition: CIL 12 626 = ILLRP2 122 = Degrassi: Imagines, Nr. 61 (Rom). Übersetzung und Kommentierung entnommen aus: L. Schumacher, Römische Inschriften. Lateinisch - deutsch, Stuttgart 1988, S. 114.


L(ucius) Mummi(us) L(uci) f(ilius) co(n)s(ul). Duct(u),

auspicio imperioque eius Achaia capt(a). Corinto

deleto Romam redieit triumphans. Ob hasce res bene

gestas, quod in bello voverat, hanc aedem et signu(m)

Herculis Victoris imperator dedicat.

ÜBERSETZUNG: Lucius Mummius, Sohn des Lucius, Konsul. Unter seiner Führung, seinen Auspizien und seinem Oberbefehl wurde Achaia unterworfen. Nach der Zerstörung Korinths kehrte er im Triumph nach Rom zurück. Aufgrund dieser Erfolge weiht er als siegreicher Feldherr entsprechend seinem Gelübde während des Krieges dieses Heiligtum und das Standbild des Siegreichen Herkules.

KOMMENTAR: Als Konsul hatte Mummius 146 v. Chr. die Achaier am Isthmos geschlagen und gemäß einem Senatsbeschluß Korinth zerstört (Zonar. 9,31). Die Bevölkerung wurde in die Sklaverei verkauft, ungeheuere Kunstschätze wurden nach Rom abtransportiert. Gegen Ende des folgenden Jahres feierte Mummius seinen Triumph in der Hauptstadt. Die private Stiftung eines Herkules-Heiligtums, wahrscheinlich auf dem mons Caelius, erfolgte 142 v. Chr. Der hier verwandte Saturnier ist das für alte Grab- und Weihinschriften gebräuchliche Versmaß.

LITERATUR: M. Pape: Griechische Kunstwerke aus Kriegsbeute (Diss. Hamburg 1975) 16-19; Gordon: Introduction, Nr. 11.


LV Gizewski SS 2005.

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .