Übungsarbeiten im Rahmen der Lehrveranstaltung.

Übungsaufgaben für die freiwillige Anfertigung einer schriftlichen Textquelleninterpretationsarbeit im Rahmen der Vl/Ue Gizewski, 'Typische Ursachen und Verläufe antiker Kriege' / 'Antike Kriege als historische Weichenstellungen' (SS 2005 und WS 2005/2006). 

Wer ausnahmsweise, etwa als Student in höherem Semester oder als Gasthörer oder Angehöriger einer anderen Fakultät, im Rahmen dieser Lehrveranstaltung eine schriftliche Übungsarbeit übernehmen will , weil er einen Übungsschein für eine Quelleninterpretationsübung benötigt und diesen nicht sinnvollerweise besser in einer speziellen Textquelleninterprationsübung erwerben kann, kann parallellaufend zum Vorlesungsbesuch eine schriftliche Übunsarbeit anfertigen, die bei erfolgreicher Bewältigung der gestellten Aufgaben zum Empfang eines Übungsscheines berechtigt.

Voraussetzung dafür ist der regelmäßige, d. h. nicht nur sporadische Besuch der Lehrveranstaltung. Ferner sollten Interessenten wissen, daß die zu bearbeitenden Aufgaben, weil sie die regelmäßige Mitarbeit in einer speziellen, ganzsemestrigen Übungsveranstaltung ersetzen, nicht ganz leicht zu bearbeiten sind. Sie setzen ein größeres Maß an Lektüre und konzeptioneller Eigenarbeit voraus, das nicht in wenigen Tagen oder unkonzentriert zu bewältigen ist. Eine Arbeit, die nicht alle Aufgabenelemente zu lösen in Angriff genommen hat, muß im äußersten Falle zurückgewiesen werden. Die Arbeit muß während des Semesters angefertigt und spätestens bis zum 11. Febr. 2005 zur Korrektur vorgelegt werden, weil die Bedingungen für alle Übungsabsolventen gleich sein müssen und der Dozent die Korrektur nicht in der vorlesungsfreien Zeit vornehmen kann (s. u. Punkt C).

Bei rechtzeitiger und rationeller Bearbeitung ist die Arbeit für alle Interessenten erfolgreich - und auch gewinnbringend - zu bewältigen. Alle zur Bearbeitung freistehenden Texte stellen dabei ungefähr dieselben Anforderungen an Leistung und Zeiteinsatz.

A. Zur Bearbeitung stehen folgende, zum Thema der Vorlesung passendee antike Texte zur Wahl:

Herodot, Historien, Buch , Buch 6 - 9. Deutsche Übersetzung: Herodot, Historien. Deutsche Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H. W. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Stuutgart 1971 4.

Caesar, Der Gallische Krieg. Lat. Text und dt. Übersetzung: Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico - Der Gallische Krieg. Lateinisch - Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Marieluise Deissmann, Stuttgart 1991.

Wenn andere als die empfohlenen Werke verwendet werden sollen, so dürfen nur wissenschaftliche altsprachliche Editionen und wissenschaftliche Übersetzungen ins Deutsche, notfalls auch ins Englische, gewählt werden.

Für die historische Einführung in die einzelnen Texte empfiehlt sich in jedem Falle auch die Heranziehung der dafür üblichen wissenschaftlichen Hilfsmittel (siehe etwa: Einige wichtige Hilfsmittel für wissenschaftliches Arbeiten beim Studium der Alten Geschichte ).

B. Nötige Arbeitsschritte:

1. Auseinandersetzung mit dem ausgangssprachlichen Text.

1.1 Finden Sie eine wissenschaftliche ausgangssprachliche Edition des von Ihnen ausgewählten Textes.
1.2 Geben Sie in Ihrer Arbeit exakt den Titel der Edition sowie den Fundort des Textes dort an.
1.3 Kopieren Sie die erste und die letzte Seite der von Ihnen zu untersuchenden ausgangssprachlichen Textpassage in der wissenschaftlichen altsprachlichen Textedition und fügen Sie die Kopien später Ihrer Arbeit als Anlage bei.
1.4 Erklären Sie die auf den beiden kopierten Seiten ggf. zu findenden Siglen, Noten und Verweise anhand der Ihnen in der Edition jeweils zugänglichen Informationen.

2. Auseinandersetzung mit dem Textinhalt.

2.1 Finden Sie eine wissenschaftliche Übersetzung des Textes ins Deutsche, d. h. eine solche, die die Weise der Übersetzung desausgangssprachlichen Textes erklärt und Anmerkungen, Einführungen und/oder einen zusammenhängenden Sachkommentar enthält. Ggf. wählen sie eine wissenschaftliche Übersetzung dieser Art ins Englische.
2.2 Fassen Sie in Ihren eigenen Worten den Inhalt und den Aufbau des Textes zusammen.
2.3 Beachten Sie in ihrer Kurzdarstellung auch den Zusammenhang der zu untersuchenden Textpassage zu größeren Texteinheiten und zum Gesamtwerk des Autors.

3. Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Literatur zum ausgangssprachlichen Text, zu seinem Autor und zu der unter 5. gestellten Aufgabe.

3.1 Ermitteln Sie einige geeignete wissenschaftliche Literatur , die Ihnen Aufschluß über den Autor, sein Leben, seine Werke, die inhaltliche Deutung und die historische Erklärung der zu bearbeitenden Textpassage gibt.
3.2 Sehen Sie sämtliche von Ihnen zitierte Literatur selbst ein. D. h.: Zitieren Sie prinzipiell nichts, was Sie nicht selbst eingesehen haben. Geben Sie für den Ausnahmefall indirekten Zitierens eine Begründung an.
3.3 Fassen Sie den Aussagewert der von Ihnen ausgewählten Literatur für das von Ihnen zu erörternde Thema ( 5.) in wenigen stichwortartigen Bemerkungen zusammen.

4. Quellensuche.

Ermitteln Sie weitere Quellen zu der von Ihnen zu erörternden Frage und führen Sie sie kurz, aber exakt auf.

5. Wissenschaftliche Erörterung einer bestimmten Frage.

5.1 Lesen Sie vor allem den von Ihnen gewählten Quellentext aufmerksam durch und nehmen Sie aufgrund der dadurch gewonnenen Eindrücke belegbar zu folgenden Fragen Stellung.

I. Zu Herodot, Historien, Buch 6 - 9.:

a) Welche Ursachen sieht Herodot für die Perserkriege? Welche Kriegsereignisse schildert er eingehend? Worin sieht er die Gründe für den Sieg der griechischen Seite?

b) Aus welcher historischen Perspektive sieht Herodot seinen Gegenstand? Gibt es bei ihm evtl. Befangenheiten oder sonstige Erkenntnisbegrenzungen? Warum schreibt er sein Werk und an wen wendet er sich damit?

II. Zu Caesar, Der Gallische Krieg:

a) Welche Kriegsaktionen in Gallien schildert Caesar eingehend? Wie stellt Caesar die politischen und rechtlichen Gründe seiner militärischen Tätigkeit in Gallien dar? Wie verändert sich der Charakter der Kriegführung in Gallien während der der Jahre der Befehlsführung Caesars?

b) An wen wendet sich Caesar mit seiner Berichterstattung und wie wirkt sich dies auf Ihre Form und Ihren Innhalt aus?

5.2 Beziehen Sie sich bei diesen Ausführungen in exakter, aber einer Übungsarbeit angemessener, d. h. knapper Weise auf die wissenschaftliche Literatur und etwa ermittelte weitere Quellen.
 

6. Achten auf Länge, Aufbau, Ordentlichkeit und Vollständigkeit der Übungsarbeit.

6.1 Die Arbeit soll nicht mehr und darf keinesfalls weniger als 15 Schreibmaschinenseiten - ohne Titel- und Deckblätter und ohne Anlagen - lang sein. Eine Seite soll nicht weniger als 40 beschriebene Zeilen aufweisen.

6.2 Bitte wählen Sie eine gut lesbare, möglichst klar gegliederte, orthographisch sinnvolle und eindeutige Darstellungsform. Die Benutzung 'neuer Rechtschreibungsregeln' ist möglich, aber nicht nötig.

6.3 Bitte bearbeiten Sie sämtliche Aufgabenkomponenten. Eine Arbeit, die einen wesentlichen Teil des Aufgabenpakets nicht erledigt, kann prinzipiell nicht bewertet werden

C. Abgabetermin, Hilfe.

1) Abgabetermin.

Spätester Abgabetermin [für das Wintersemester] ist Freitag, der 3. Febr. 2006. Bitte halten Sie diesen Termin unbedingt ein, weil ich die Korrekturarbeiten auf jeden Fall vor Ende der Vorlesungszeit abschließen möchte. Dies ist auch aus Gleichheitsgründen und im Interesse einer zügigen Bearbeitung geboten. Sechs Wochen Bearbeitungsfrist reichen für das jeweils gewählte Übunsthema für alle Bearbeiter gewiß aus, wenn die Arbeit sofort beginnt und sich auf die zu lösenden Aufgaben konzentriert.

2) Hilfe und Zuspruch.

Bei größeren Schwierigkeiten kann der Dozent gern direkt, telephonisch, per FAX oder elektronische Post konsultiert werden.

Prof. Dr. Christian Gizewski, Tel.:030/8337810 (auch AB und FAX); EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de.


Anlage 1: Formular eines Bewertungsbogens.

Anbei ein Exemplar des Bewertungsbogens, der der Bewertung eingehender Arbeiten durch den Dozenten zugrundegelegt werden wird. Die Bearbeiter eines Themas können aus ihm erkennen, worauf es bei einer Arbeit der übernommenen Art wissenschaftlich vor allem ankommt und nach welchen einheitlichen Kriterien die einzelnen Leistungen aller Arbeiten deshalb gewichtet werden müssen.

 BEWERTUNGSBOGEN

zur Bewertung einer Übungsarbeit in der Vl/Ue Gizewski im SS 2005.

Sehr geehrte Frau Kommilitonin! Sehr geehrter Herr Kommilitone!

Um die Bewertung Ihrer Übungsarbeit für Sie durchschaubar und für mich rationell zu gestalten, wird ein Punktbewertungssystem verwendet,das sich an Inhalt und Bedeutung der Ihnen gestellten Aufgaben orientiert.

Voraussetzung für eine Bewertung ist, daß alle Aufgaben in Angriff genommen wurden.

Die nach diesem System erreichbare höchste Punkzahl (HPZ) für alle Teilleistungen ist 96. Unter 32 Punkten wäre eine Arbeit nach der Gesamtleistung nicht ausreichend, d. h. ein Schein könnte nicht erteilt werden.

Anbei erhalten Sie Ihre Übungs-Arbeit kommentiert und bewertet zurück. Bitte bewahren Sie die Arbeit und diesen Bewertungsbogen, die zusammen eine Urkunde darstellen, bis zum Abschluß Ihres ersten Staatsexamens unverändert auf und legen Sie sie ggf. auf Verlangen einer zuständigen Stelle der Universität wieder vor.

HERR/FRAU

BEARBEITETES THEMA:

 AUFGABENKOMPLEXE IHRER ARBEIT UND MAXIMAL ERREICHBARE PUNKTZAHL BEI IHRER BEWERTUNG:
  BEWERTUNG DER ARBEITSLEISTUNGEN FÜR DIE AUFGABENKOMPLEXE
 1. Auseinandersetzung mit dem ausgangssprachlichen Text. HPZ 12  
 2. Auseinandersetzung mit dem Textinhalt. HPZ 12  
 3. Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Literatur zum ausgangssprachlichen Text, zu seinem Autor und zu der unter 5. erörterten Aufgabe. HPZ 24  
 4. Quellensuche. HPZ 12  
 5. Wissenschaftliche Erörterung einer bestimmten Frage. HPZ 24  
 6. Achten auf Länge, Aufbau, Ordentlichkeit und Vollständigkeit der Übungsarbeit. HPZ 12  

ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG (bitte ggf. Rückseite berücksichtigen):

 

Berlin, den


Anlage 2: Zur Verwendung von Korrekturzeichen im Text der korrigierten Arbeiten.

Der Rezensent bringt üblicherweise am Rande des Textes - zur Vereinfachung seiner Arbeit mit Bleistift - Merkzeichen und kurze Bemerkungen an, die primär seinen eigenen Korrektur- und Bewertungsüberlegungen dienen, aber auch den Textautoren Hinweise auf folgendes geben können und sollen:

! Hinweis auf Fehler oder Ungeschicklichkeit in der Rechtschreibung, im Gebrauch grammatischer Regeln oder in der Ausdruckswahl

? Hinweis auf sachliche Fehler oder Probleme.

Z Zitierfehler einschließlich der Unterlassung eines gebotenen Zitats, des argumentativ sinnlosen oder des verheimlichten Abschreibens.

A Aufbaufehler oder -ungeschicklichkeiten.

# Weitere Ausführungen nötig.

## Fehlen wesentlicher Arbeitsteile.

[ ] Eckige Klammern enthalten kurze zusätzliche Bemerkungen des Rezensenten.

Haken markieren die im großen und ganzen richtige und ausreichende Erfüllung einer Aufgabe oder Teilaufgabe.

Schlängellinien markieren besonders problematische oder fehlerhafte Ausführungen, Auslassungen oder Gestaltungsweisen.

Unterstreichungen sollen einen Merkzeichen-Hinweis des Rezensenten verdeutlichen.

Ankreuzungen markieren gelegentlich dem Rezensenten argumentationswichtig erscheinende Begriffsbildungen, Referenzen oder Ausführungen des Textautors.

Die Korrektur dient im wesentlichen der Feststellung der Fehler und Mängel eines übungsweise erarbeiteten Textes. Es sollte daher nicht entmutigen, wenn der Rezensent mit seinen Korrekturhinweisen überwiegend Fehler und Mängel der Arbeit anspricht. Die Gesamtbeurteilung - auch der positiven Leistungen - der Arbeit wird zusammenhängend in dem der Arbeit beigefügten Bewertungsbogen vorgenommen. Wenn eine Gesamtbeurteilung einmal nicht gut ausfällt, ist dies ferner kein Urteil über die geistigen Fähigkeiten, das Interesse und den Einsatz des Textautors, sondern lediglich ein Hinweise darauf, was er künftig bei ähnlichen Arbeiten vermeiden bzw. im Studium sich noch aneignen muß.

Vl/Ue Gizewski SS 2005 und WS 2005/2006

Autor: Christian Gizewski. EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de .