Kap. 2.2: Zu der politischen Struktur antiker Reiche und der darin im allgemeinen angelegten Verfassungsproblematik.

SKRIPT IM AUFBAU.


Der Begriff 'Reich' meint - auch in Anwendung auf Phänomene der Alten Geschichte - historisch-terminologisch eine politische Struktur, in der die Herrschaft den Beherrschten gegenüber, auch in ihren wichtigeren Aspekten, über eine Lenkung durch eigenmächtige Instanzen 'von oben', d. h. von letztlich nicht ausreichend legitimierten Machthabern oder Machtgruppen ausgeübt wird. Es fehlt insbesondere an einer ausreichenden Legitimation durch die von der Herrschaftsausübing Betroffenen, welche man in politisch-historischer Terminologie als 'demokratisch' oder 'republikanisch', d. h. als wesentlich auf dem Volkswillen beruhend bezeichnen kann. Darin ist eine allgemeine strukturelle Problemlage der Verfassungen antiker Reichsbildungen angelegt.

Zur Erläuterung sind Beispiele aus folgenden historischen Themenbereichen geeignet:

a) der Typus einer antik-orientalischen Reichsbildung,

b) der Typus einer antik-griechischen Reichsbildung,

c) der Typus der römischen Reichsbildung, zumindest in der auf Caesar und Augustus zurückgehenden kaiserzeitlichen Verfassung des Römischen Reiches.


LV Gizewski SS 2008

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de