Kap. 10: Zur Wirkungsgeschichte wirtschaftlicher Handlungs- und Organisationsmuster der Antike.


INHALT:

1. Zur Fundierung heutiger Begriffe des Wirtschaftens in Sprache und Denken der Antike (Übersicht).

2. Antike haus- und betriebswirtschaftliche Modelle und ihre Fortwirkung.

3. Antike volkswirtschaftliche Modelle und ihre Fortwirkung.

4. Zur Nachwirkung antiker betriebs- und volkswirtschaftlicher Denkweisen in heutigem Wirtschaftsdenken.

5. Literatur, Medien, Quellen.

1. Zur Fundierung heutiger Begriffe des Wirtschaftens in Sprache und Denken der Antike (Übersicht).

2. Antike haus- und betriebswirtschaftliche Modelle.

Übung 10 A.

Aufgaben:

a) Um welche rechtliche und wirtschaftliche Einheit geht es dem beigefügten antiken Text? Was erfahren Sie über die Struktur dieser Einheit?Welcher historischen Epoche landwirtschaftlicher Entwicklung würden Sie den Zext aufgrund seiner einzelnen Angaben ungefähr zuordnen?

b) Wieso spricht der Autor von 'Pflichten' ('officia')? Worin bestehen sie? Wem gegenüber bestehen sie? Gegen welche Verhaltensweisen grenzen sich derartige Pflichten ab? Wieso schreibt der Autor über dieses Thema Ihres Erachtens ein Buch, und an wen richtet es sich wohl?

c) Wo in den Ausführungen des Autors können Sie eine geistige Verwandtschaft mit heutigen wirtschaftlichen Denkweisen erkennen?

Cato, De agricultura, Kap. 2, 1 - 6.

Text entnommen aus: Marcus Porcius Cato, Vom Landbau. Fragmente. Lateinisch - deutsch. Hg. von Otto Schönberger, München 1980, S. 18 f.

3. Antike volkswirtschaftliche Modelle.

Übung 10 B

Aufgaben:

a) Auf welches Gemeinwesen welcher Zeit beziehen sich die Ausführungen des Autors? Woraus entnehmen Sie Ihre Annahmen? Welche wirtschaftliche, politische und rechtliche Einheit ist genau gemeint?

b) Warum macht der Autor Reformvorschläge und welcher Art sind sie? Welche Zustände wollen Sie verbessern bzw, ausschließen? Wie würden Sie die zentrale Idee dieser Vorschläge auf eine kurze Formel bringen? Wo könnte der Autor mit seinen Vorstellungen Unrecht haben?

c) Können Sie eine geistige Verwandtschaft zwischen der Denkweise des Autors und heutigen politisch-wirtschaftlichen Denkweisen erkennen?

Xenophon, Über die Möglichkeiten, Geldmittel für die Stadt zu beschaffen (1, 1 - 4, 13).

Auszüge aus: Xenophon, Vorschläge zur Beschaffung von Gekdmitteln oder: Über die Staatseinkünfte. Eingeleitet, herausgegeben und übersetzt von Eckart Schütrumpf, Texte zur Forschung Bd. 38, WBG Darmstadt 1982, S. 80 - 95. Mit kleineren Auslassungen. Übersetzung Schütrumpfs ins Deutsche stark modifiziert. C. G.

4. Zur Nachwirkung antiker betriebs- und volkswirtschaftlicher Denkweisen in heutigem Wirtschaftsdenken.

Übung 10 C.

Aufgaben:

a) Konzentrieren Sie sich auf das Verständnis der nachfolgend wiedergegebenen betriebs- und volkswirtschaftswissenschaftlichen Thesen. Übersetzen Sie dabei übermäßig umständliche Formulierungen in eine für Sie und andere verständliche Sprache.

b) An welchen Stellen finden Sie gedankliche Berührungspunkte zwischen den hier zu I. und II. wiedergegebenen Grundgedanken und solchen, die in den Übungen A und B bei Cato und Xenophon Ausdruck finden oder zugrundeliegen?

c) An welchen Stellen können wir - ruhig nach Ihrem vorläufigen persönlichen Eindruck - in den wiedergegebenen antiken ebenso wie heutigen wirtschaftsbezogenen Grundvorstellungen evtl. von 'Ideologie', d. h. von evtl. interessenbasierten Wahrheitsverzerrungen sprechen? Worauf könnte dies zurückzuführen sein?

Zusammenfassende wirtschaftstheoretische Thesen I. zu den Hauptzielen betriebswirtschaftlicher Tätigkeit und II. zum Wirtschaftswachstum in heutiger Zeit.

Entnommen aus: (I) B. Gahlen, H.-D. Hardes, F. Rahmeyer, A. Schmid, Volkswirtschaftslehre. Eine problemorientierte Einführung, Tübingen 1977, S. 212; (II) S. Peters, R. Brühl, J. N. Stelling. Betriebswirtschaftslehre. Einführung, München, Wien 2005 12, S. 20 - 22.

5. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

M. Austin, P. Vidal-Naquet, Gesellschaft und Wirtschaft im alten Griechenland. Aus dem Französischen übersetzt von Andreas Wittenberg, (1973) München 1984.

F. de Martino, Wirtschaftsgeschichte des alten Rom. Aus dem Franzöischen übersetzt von Brigitte Galsterer, München 1991 2.

B. Gahlen, H.-D. Hardes, F. Rahmeyer, A. Schmid, Volkswirtschaftslehre. Eine problemorientierte Einführung, Tübingen 1977.

V. Arnold, N. Geiger, Volkswirtschaftslehre. Theoretische Grundlagen und Wirtschaftspolitik, München 2007 2.

S. Peters, R. Brühl, J. N. Stelling. Betriebswirtschaftslehre. Einführung, München, Wien 2005 12.

John Kenneth Galbraith, Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein Augenzeuge berichtet. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sabine Wiermann, hamburg 1995.

R. Spree in Vbdg mit R. Caesar, R. Fremdling, A. Ritschl, H. Siegenthaler (Gf.), Geschichte der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert, München 2001.

Medien:

Bernhard Kytzler, Lutz Redemund, Unser tägliches Latein. Lexikon des lateinischen Spracherbes, Kulturgeschichte der antiken Welt, Bd, 52, Mainz 2002 6.

Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von Elmar Seebald, Berlin, New York 1995 23.

Quellen:

Cato, De agricultura, Kap. 2, 1 - 6. Text entnommen aus: Marcus Porcius Cato, Vom Landbau. Fragmente. Lateinisch - deutsch. Hg. mit Kommentar von Otto Schönberger, München 1980, S. 18 f.

Xenophon, Über die Möglichkeiten, Geldmittel für die Stadt zu beschaffen (1, 1 - 4, 13). Auszüge aus: Xenophon, Vorschläge zur Beschaffung von Gekdmitteln oder: Über die Staatseinkünfte. Eingeleitet, herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Eckart Schütrumpf, Texte zur Forschung Bd. 38, WBG Darmstadt 1982, S. 80 - 95. Mit kleineren Auslassungen. Übersetzung Schütrumpfs ins Deutsche stark modifiziert. C. G.


LV Gizewski SS 2006

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de