Kap. 9: Die rechtlichen Traditionen der Antike in der Neuzeit.


INHALT:

1. Antike Traditionen in der heutigen Rechtsordnung insgesamt.

2. Antike Traditionen im Privatrecht der Neuzeit.

3. Antike Traditionen im heutigen Strafrecht.

4. Die Antike im heutigen 'Öffentlichen Recht' der Verfassung, Regierung, Gestetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung (hoheitliche und Selbstverwaltung) sowie im Völkerrecht.

5. Literatur, Medien, Quellen.

1. Antike Traditionen in der heutigen Rechtsordnung insgesamt.

Übung 9 A.

Aufgaben:

a) Versuchen Sie, mit ihren gegebenen Lateinkenntnissen, den hier vorgelegten Text zeitlich in der Antike einzuordnen.

b) Konzentrieren Sie sich auf den ersten Textkomplex der Seite ( '1 Ulpianus libro primo institutionum' etc.) und versuchen Sie seinen Text zu erschließen.

c) Stellen Sie alle Worte / Begriffe des lateinischen Textes zusammen, die wir in unserer heutigen Sprache und Gedankenwelt des Rechts und der Politik wiederfinden.

3. Antike Traditionen im Privatrecht der Neuzeit.

Übung 9 B.

Aufgaben:

a) Was wissen Sie über das antike Gesetzeswerk, aus dem der nachfolgende Rechtstext entnommen ist? Welche Bedeutung hat er in der späteren europäischen Rechtsgeschichte gehabt?

b) Welcher Umfang des Eigentumsrechts des Sklavenherrn gegenüber dem Sklaven ist aus dem hier wiedergegebenen Rechtstext zu ermitteln? Auf welchen heute im allgfemeinen nicht mehr geteilten Denkvoraussetzungen beruht dieses Recht Ihres Erachtens? Wo hat dieses Recht auch nach antikem Rechtsverständnis, wie es in dem vorliegenden Text zum Ausdruck kommt, seine Grenzen?

c) Handelt es sich bei der Sklaverei um ein typisch antikes Rechtsinstitut? Wo hat es im nachantiken Europa und in den von ohm kolonialisierten Erdteilen in Anküpfung an die römischen Traditionen nach Ihrem Wissen Sklaverei gegeben?

Die Sklaverei als römischrechtliches Eigentumsrecht und ihre Begrenzung durch die Staatsgewalt.

Lateinischer Text und deutsche Übersetzung der Digestenstelle Dig. 1, 6, 2 mit kleineren Modifikationen entnommen aus: Detlef Liebs, Römisches Recht. Ein Studienbuch, Göttingen 1975, S. 161 f.

4. Antike Traditionen im heutigen Strafrecht.

Übung 9 C.

Aufgaben:

a) Worum geht es, soweit Sie es aufgrund ihrer Sprachkenntnisse beurteilen können, einerseits in den lateinischen, andererseits in der deutschen Textpassagen?

b) Wo entdecken Sie in der Sache Ähnlichkeiten und wo Unterschiede in den strafrechtlichen Regelungsansätzen?

5. Die Antike im heutigen 'Öffentlichen Recht' der Verfassung, Regierung, Gestetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung (hoheitliche und Selbstverwaltung) sowie im Völkerrecht.

Übung 9 D.

Aufgaben:

a) Welchem Rechtsgebiet gehört das Völkerrecht, wie es in dem beigefügten Textausschnitt dargestellt ist, Ihres Erachtens zu?

b) In welcher Absicht und mit welcher sachlichen Rechtfertigung beruft sich der Verfasse auf antike Autoren?

c) Halten Sie die von ihm vertretenen Position eines unbegrenzten Okkupations- und Annexionsrechts des Siegers im Kriege für angemessen? Wie sieht das heutige Völkerrecht Ihres Erachtens die angesprochenen Frageen?

6. Literatur, Quellen.

Literatur:

Peter G. Stein, Römisches Recht und Europa. Die Geschichte einer Rechtskultur, Frankfurt 1996.

Hugo Grotius, De Jure Belli ac Pacis. Libri tres. Drei Bücher vom Rechte des Krieges und des Friedens. Paris 1625. Nebst einer Vorrede von Christian Thomasius zur ersten deutschen Ausgabe des Grotius vom Jahre 1707. Neuerer deutscher Text und Einleitung: Walter Schätzel, Tübingen 1950.

Eberhard Menzel, Völkerrecht, München und Berlin 1962.

Knut Ipsen, Völkerrecht. 5. völlig neu bearbeitete Auflage. München 2004.

Detlef Liebs, Römisches Recht. Ein Studienbuch, Göttingen 1975.

Medien:

Detlef Liebs, s. o., S. 161 f

Quellen:

Hugo Grotius,

Hugo Grotius, De Jure Belli ac Pacis. Libri tres. Drei Bücher vom Rechte des Krieges und des Friedens. Paris 1625. Nebst einer Vorrede von Christian Thomasius zur ersten deutschen Ausgabe des Grotius vom Jahre 1707. Neuerer deutscher Text und Einleitung: Walter Schätzel, Tübingen 1950 (Über die 'suprema potestas' / 'Souveränität').

Dig. (Iustiniani) 1, 1, 1, 1

Dig. (Iustiniani) 1, 6, 2

Dig. (Iustiniani) 47, 2, 1, 3

Inst. (Iustiniani) 4, 1, 3 - 19

§ 242 StGB (Diebstahl)


LV Gizewski SS 2006

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de