Texte einiger Nationalhymnen Europas.

Deutsche Übersetzungen nach den in der 'Wikipedia' des Internets unter http://de.wikipedia.org zugänglichen Übersetzungen.


A. 'God save the Queen'. Autor unbekannt. Nationalhymne Großbritanniens (spätestens seit 1745, wahrscheinlich früher). Deutsche Übersetzung.

1. Gott schütze unsere hoheitsvolle Königin [alternativ.: unseren hoheitsvollen König] !
Lang lebe unsere edle Königin!
Gott schütze die Königin,
mache Sie siegreich,
frohgemut und ruhmreich,
damit Sie lange über uns regiere.
Gott schütze die Königin!
2. Oh Herr, unser Gott, erhebe Dich,
treib die Feinde auseinander
und bring sie dann zu Fall,
laß ihre politische Absichten scheitern,
durchkreuze ihre schurkischen Pläne.
Darauf gründen wir unsere Hoffung!
Gott schütze uns alle.
3. Herr, Du der alles vermagst,
wir bitten Dich, sei unserer Königin gnädig
und laß sie lange Zeit regieren,
auf daß sie unser Recht verteidige
und uns stets ermöglichen möge,
mit ganzem Herzen und voller Stimme zu singen:
Gott schütze unsere Königin!
B. Die 'Marseillaise'. Von C. J. Rouget de Lisle (1792). Nationalhymne Frankreichs. Deutsche Übersetzung.
1. Auf, Kinder des Vaterlands!
Der Tag des Ruhms ist da.
Gegen uns wurde der Tyrannei
blutiges Banner erhoben.[zweimal]
Hört ihr im Land
das Brüllen der grausamen Krieger?
Sie rücken uns auf den Leib,
eure Söhne, eure Frauen zu ermorden!
[Refrain] Zu den Waffen, Bürger!
Schließt die Reihen!
Vorwärts, marschieren wir!
Das unreine Blut
tränke unserer Äcker Furchen!
2. Was will diese Horde von Sklaven,
Von Verrätern, von verschwörerischen Königen?
Für wen diese gemeinen Fesseln,
diese seit langem vorbereiteten Eisen? [zweimal]
Franzosen, für uns, ach! Welche Schmach!
Welchen Zorn muß dies hervorrufen!
Man wagt es, daran zu denken,
Uns in die alte Knechtschaft zu führen!
[Refrain wie 1.]
3. Was? Ausländisches Gesindel
würde über unsere Heime gebieten!
Was? Diese Söldnerscharen würden
unsere stolzen Krieger niedermachen! [zweimal]
Großer Gott! Mit Ketten an den Händen
würden sich unsere Häupter dem Joch beugen.
Niederträchtige Despoten würden
Über unser Schicksal bestimmen!
[Refrain wie 1.]
4. Zittert, Tyrannen und ihr Niederträchtigen,
Schande für jede Art politischen Handelns (tous les partis),
zittert! Eure verruchten Pläne
Werden euch endlich heimgezahlt! [zweimal]
Jeder ist Soldat, um euch zu bekämpfen,
Wenn Sie fallen, unsere jungen Helden,
Zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen euch zu kämpfen!
[Refrain wie 1.]
5. Franzosen, ihr edlen Krieger,
Versetzt Eure Schläge oder haltet sie zurück!
Verschont [zwar] diese traurigen Opfer,
die sich widerwillig gegen uns bewaffnen. [zweimal]
Aber nicht diese blutrünstigen Despoten,
diese Komplizen von Bouillé,
alle diese Tiger, die erbarmungslos
die Brust ihrer Mutter zerfleischen!
[Refrain wie 1.]
6. Heilige Liebe zum Vaterland,
führe, stütze unsere rächenden Arme.
Freiheit, geliebte Freiheit,
kämpfe mit deinen Verteidigern! [zweimal]
Damit der Sieg unter unseren Flaggen
diesem männlichen Wollen [accents] zu Hilfe eilt,
damit Deine sterbenden Feinde
deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!
[Refrain wie 1.]
7. Wir werden des Lebens Weg weiter schreiten,
wenn die Älteren nicht mehr da sein werden,
wir werden dort ihren Staub
und die Spur ihrer Tugenden finden. [zweimal]
Aber wir wollen lieber ihren Sarg teilen
als sie feige überleben;
wir werden mit erhabenem Stolz
sie rächen oder ihnen folgen.
[Refrain wie 1.]

C. 'Hymne an die Freiheit'. Von Dionysios Solomos (1823; ursprünglich 158 Strophen umfassend). In Kurzfassung griechische Nationalhymne. Deutsche Übersetzung.

1. Ja, ich kenn' dich an der Klinge
deines Schwerts so scharf und blank,
wie auf diesem Erdenringe,
Schreitet dein gewalt'ger Gang.
2. Die du aus der Griechen Knochen
wutentbrannt entsprossen bist,
die das Sklavenjoch zerbrochen,
holde Freiheit, sei gegrüsst.
3. Ja, darin hast du gehauset,
trauernd und mit scheuem Blick,
hast geharrt, daß einst erbrauset
dir der Ruf: "O komm zurück!"
4. Aber dies hat lang gedauert;
alles war als wie erstickt,
alles hat vor Furcht geschauert,
von der Sklaverei erdrückt.

D. 'Noch ist Polen nicht verloren' ('Mazurek Dabrowskiego') . Von Josef Wybicki (1797). Polnische Nationalhymne. Deutsche Übersetzung.

1. Noch ist Polen nicht verloren,
solange wir leben.
Was uns fremde Übermacht nahm,
werden wir uns mit dem Säbel zurückholen.
[Refrain] Marsch, marsch, Dabrowski,
von Italien bis nach Polen.
Unter deiner Führung
Vereinen wir uns mit der Nation.
2. Wir werden Weichsel und Warthe durchschreiten,
Wir werden Polen sein,
Bonaparte gab uns vor,
Wie wir zu siegen haben.
[Refrain wie 1.]
3. Wie Czarniecki bis nach Posen
nach der schwedischen Besetzung,
zur Rettung des Vaterlands
Kehren wir übers Meer zurück.
[Refrain wie 1.]
4. Schon spricht da ein Vater weinend
zu seiner Barbara :
"Höre nur, es heißt, daß die Unseren
die Kesselpauken schlagen."
[Refrain wie 1.]

E. 'Lied der Deutschen'. Von Hoffmann von Fallerleben (1841). Mit seiner 3. Strophe seit 1952/1991 Hymne der Bundesrepublik Deutschland.

1. Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!
2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang,
uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang! :
3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand;
Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!
[alternativ: Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland!]

F. Nationalhymne der Sowjetunion. Von Serge Michalkow. Unter Veränderung des Textes von 1943 neugefaßt 1977. Deutsche Übersetzung.

1. Das unzerstörbare Bündnis freier Republiken
vereinigte auf ewig das große Rußland.
Es lebe der gegründete Wille der Völker,
vereinte, mächtige Sowjetunion!
[Refrain] Sei gerühmt, unser freies Vaterland.
Die Freundschaft der Völker ist ein sicherer Hort.
Die Partei Lenins - Macht des Volkes -
führt uns zum Sieg des Kommunismus!
2. Durch Gewitter strahlte uns die Sonne der Freiheit,
Und der große Lenin beleuchtete uns den Weg:
Zur gerechten Sache rief er die Völker,
für Arbeit und für Heldentaten begeisterten wir uns!
[Refrain wie 1].
3. Im Sieg der unzerstörbaren Ideen des Kommunismus
sehen wir die Zukunft unseres Landes,
und dem roten Banner der ruhmreichen Heimat
werden wir immer selbstlos treu sein!
[Refrain wie 1]
G. Nationalhymne der Russischen Föderation. Von Serge Michalkow. 2001. Deutsche Übersetzung.
1. Rußland, unsere heilige Macht,
Rußland, unser geliebtes Land!
Tatkräftiger Wille und großer Ruhm
sei dir eigen für alle Zeit.
[Refrain] Ruhmreiches Vaterland, unser freies!
Brüderliche Völker, vereint seit Jahrhunderten,
von den Vorfahren überlieferte Weisheit des Volkes,
ruhmreiches Land, wir sind stolz auf dich!
2. Von den südlichen Meeren bis zum Polarkreis
erstrecken sich unsere Wälder und Felder.
Einzig bist du in der Welt, so einzig,
das von Gott die Heimaterde beschützt wird.
[Refrain wie 1,]
3. Ein weiter Raum für Träume und Lebensentwürfe
eröffnet sich uns in den künftigen Jahren.
Uns gibt Kraft unsere Treue zu unserem Vaterland.
So war es, so ist es, und so wird es immer sein.
[Refrain wie 1.]

LV Gizewski SS 2006 und WS 2006/2007

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de