Ein Mythos von der Zukunft des Volkes Israel: Sacharja, Kap. 9.


Deutsche Übersetzung aus: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments mit Einleitungen zu jedem der biblischen Bücher und erklärenden Anmerkungen zu den Texten. In ungekürzter Fassung herausgegeben von T. Schwegler und A. Herzog (Große Familien-Bibel), Zürich 1974, S. 1005 f.

1 Ausspruch. Das Wort Jahves kommt über das Land Hadrach. Über Damaskus läßt es sich nieder; denn Jahve gehört das Auge von Aram und alle Stämme Israels. 2 Auch gegen Emath ergeht es, das daran grenzt, und auch gegen Tyrus und Sidon; denn sie tun groß mit ihrer Weisheit. 3 Tyrus hat sich ein Bollwerk angelegt, hat Silber angehäuft wie Staub und Gold wie Straßenkot. 4 Doch Jahve nimmt es gleichwohl ein und stürzt sein Bollwerk ins Meer; es selber wird vom Feuer verzehrt. 5 Askalon sieht es und gerät in Furcht, auch Gaza, und zittert heftig; auch Akkaron; denn zuschanden wird seine Hoffnung. Aus Gaza verschwindet der König, und Askalon bleibt unbewohnt. 6 In Azot lassen sich Mischlinge nieder; dem Übermut der Philister mache Ich ein Ende. 7 Aus ihrem Munde reiße Ich das Blut und aus ihren Zähnen ihre Greuel. Dann gehört es [das Philisterland] als Rest ebenfalls unserm Gott und gilt wie ein Stamm in Juda, und die Leute von Akkaron gelten wie die Jebusiter.

8 Dann lagere Ich Mich als Wache für Mein Haus, so daß keiner mehr dadurch hin und her zieht. Kein Bedränger kommt dann mehr über sie [seine Bewohner]; denn jetzt habe Ich Mich seines [meines Volkes] Elends angenommen. 9 Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich. Bescheiden ist Er und sitzt auf einem Esel, dem Füllen einer Eselin. 10 Dann vertilgt Er die Kriegswagen aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem; vernichtet wird der Kriegsbogen. Den Völkern gebietet Er den Frieden, und Seine Macht reicht von Meer zu Meer, vom Strom bis zu den Enden der Erde.

11 Um des Blutes willen, durch das Ich den Bund mit dir schloß, lasse Ich auch deine Gefangenen aus der wasserlosen Grube frei. 12 Kehrt zurück zum Feste, die ihr in Fesseln noch hoffen dürft. Heute schon verkünde Ich: Doppelt will Ich dir ersetzen. 13 Denn Juda spanne ich Mir wie einen Bogen, lege Ephraim auf als Pfeil. Und deine Söhne, Zion, stelle Ich mit Eifer gegen deine Söhne, Javan. Zu einem Heldenschwerte mache Ich dich [Zion]. 14 Jahve erscheint über ihnen [den Leuten von Zion]. Sein Pfeil fährt hinaus wie der Blitz. Der Herr Jahve stößt in die Posaune und fährt dahin in den Stürmen des Südens. 15 Jahve der Heerscharen schützt sie; sie raffen weg und treten nieder die Schleudersteine. 16 Sie trinken ihr [der Feinde] Blut wie Wein und werden davon voll wie die Opferschale, wie die Ecken des Altars. 17 Jahve, ihr Gott, verleiht ihnen Sieg an jenem Tage, weil sie die Herde Seines Volkes sind. Wie Steine eines Diadems erheben sie sich über sein Land hin. Wie groß ist seine Herrlichkeit, wie groß seine Schönheit! Als Getreide läßt er Jünglinge und als Wein Jungfrauen sprossen.


LV Gizewski WS 2002/2003

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)