Byzantinische Sprichwörter.

Zusammengestellt und übersetzt von H. G. Beck, in: ders., Das byzantinische Jahrtausend, München 1978, S. 342.


Ist der Wolf alt geworden, gibt er Gesetze.

Lüge rund, damit es wenigstens rollt!

Wenn der Kaiser dich verfolgt, dann flieh; wenn Gott, dann setz dich!

Stadt und Gesetz - Dorf und Brauch.

Der eine machts ehrlich, der andere schriftlich.

Wer in den Himmel spuckt, spuckt in seinen eigenen Bart.

Ich ging aus der Mette und geriet in ein Hochamt.

Den Pechvogel beißt auch ein Schaf.

In der Zeit der Not nennen wir auch die Hexe Mutter.

Das Kamel sprach zu seiner Mutter: "Ich will tanzen". Die antwortete: "Kind, auch dein Gang ist schön."

Worte eines Redners - Taten eines Gockels.

Eine Traube, die eine andere sieht, wird reif.

Die Welt stürzte zusammen - mein Weib drehte sich Locken.

Wenn du Eile hast, dann setz dich!

Mach dir den Hund zum Gevatter, aber behalte den Stock in der Hand!

Der Narr setzt sich erst dann, wenn er sich müde gestanden hat.

Dem Dieb ist jeder etwas schuldig.

Tapfer bist du nicht, Mann; so rolle wenigstens die Augen!

Wenn du dumm bist, so laß es doch niemand merken!

Viel Volk, aber wenig Menschen.

"Mensch, dein Haus brennt!" - "Macht nichts, ich habe den Schlüssel."


LV Gizewski WS 2002/2003

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)