Lösungshinweise zu den Aufgaben der Übungen der einzelnen Kapitel des Skripts.

ÜBUNG 1

AUFGABEN:

a) Welche Sprachen und Schriften können Sie auf der unten wiedergegebenen Abbildung ausmachen? Welche Worte können Sie übersetzen oder in ihrer Bedeutung erschließen?

b) In welchem wissenschaftlichen Argumentations- oder Erklärungszusammenhang könnte die Abbildung stehen? Was schlußfolgern Sie daraus ggf. für den Charakter der zuzuordnenden Wissenschaft? Wann ist die Abbildung in ihrer Konzeption Ihres Erachtens enstanden? Wer könnnte ihr Autor sein?


Zu a) Es sind eine kurze lateinische Wortfolge und ein Reihe griechischer Worte zu erkennen.

Die - bei der neuzeitlichen Textedition des antiken Textes (C. F. A. Nobbe und A. Diller, Claudii Ptolemaei Geographia, , Leipzig 1843 - 1845, ND Hildesheim 1966) lateinisch-wissenschaftssprachlich eingefügte - Unterschrift unter die aus der Antike stammende, dem Ptolemaios-Text in Buch 7, Kap. 6 beigefügte Abbildung - mit einem Asteriskos (Sternchen), wie schon in der Antike bei der philologischen Bearbeitung von Texten üblich, als Anmerkung kenntlich gemacht - erläutert die griechischsprachige Benennung des dargestellten Gebildes, einer 'sphaira krikootee'. 'Krikos' bedeutet im Griechischen 'Ring' 'krikotes' 'ringartig' 'aus Ringen bestehend', 'sphaira krikote' eine aus Ringen bestehende Kugel. Lateinisch heißt es in der Antike "sphaera armillaris"; 'armilla' hat dieselbe Bedeutung wie 'krikos'. Die lateinische Anmerkung weist darauf hin, daß die Abbildung der Vorrichtung - um ein solche handelt es sich hier - einen Erdglobus und die verschiedenen Windrichtungen eingeschrieben erhalten hat, d. h.: üblicherweise wird das Gerät ohne diese zusätzlichen Elemente dargestellt.

Die im weiteren erkennbaren Wörter bezeichnen altgriechische Windnamen.Diese haben ihre Traditionswurzeln im antiken Bereich vor allem Griechenlands, Kleinsasiens und der griechisch geprägten ägäischen Inseln. Denn sie ergeben sich aus den im nordöstlichen Mittelmeerraum typischerweise herrschenden Wind- und Wetterverhältnissen, welche auch den damals zwölf üblicherweise verwendeten Himmelsrichtungen ihre Namen gaben. Uns sind durch die Bildungsüberlieferung aus der griecchisch-römischen Antike zumeist nur noch der 'Boreas', der kalte, zumeist winterliche Nordostwind, und der 'Xephyr oder 'Zephyr'', der milde und feuchtigkeitsbringende Westwind bekannt. 'Boreas' wurde nach dem Namen einer in Thrakien gelegenen, kultisch bedeutsamen Berghöhle benannt und als 'Gott der Winde' an verschiedenen Stellen Griechenlands, auch in Athen, kultisch verehrt. 'Xephyros' hat seinen Namen von einem meeresnahen Gebirge in der süditalischen Landschaft 'Bruttium', also genau westlich des griechischen Kernlandes in der 'Magna Graecia' Italiens gelegen. 'Aparktias', der Nordwind, hat seinen Namen vom Sternbild des -kleinen - Bären, dessen Stern Alpha (an der Schwanzspitze) der Polarstern ist, d. h. mit dem (scheinbaren) nördlichen Himmelspol übereinstimmt. 'Kaikias' ist von 'Kaikios', einem das kleinasiatischen Mysien durchuiehenden Fluß, abgeleitet, aus dessen Richtung die griechischen Küstenstädte ein metereologisch typischer kalter Nordnordostwind zu erreichen pflegte. 'Apeeliootes' nimmt auf die östliche Richtung des Sonnenaufgangs ('apo'/'von' und 'helios'/'Sonne') Bezug. 'Euros' hängt etymologisch wahrscheinlich mit 'eoos' ('Morgenröte') zusammen und bezeichnet deren zumeist gegebene Richtung (Ostsüdost). 'Notos' bezeichnet einen feuchten Südwind; sprachgeschichtlich, über eine indogermanische Wurzel, hängt das 'notos' mit dem heutigen deutschen Wort 'naß' zusammen. 'Euronotos' verbindet 'euros' und 'notos' und bezeichnet also einen Südsüdostwind. 'Lips', wortstammverwandt mit dem lateinischen -'liqu-, bezeichnet einen nassen Westsüdwestwind, 'libonotos' verbindet die Worte 'lips' und 'notos' und bezeichnet einen Südsüdwestwind. 'Argestes' knüpft an eine alte griechische Bezeichnung für Italien ('Argessa') an und bezeichnet einen Westnordwestwind. In 'Thraskias' ist das der Name 'Thrakien' enthalten; es ist der aus Thrakien kommende Nornordwestwind gemeint.

Zu b) Die 'Armillarsphäre' dient bei der Himmelsbeobachtung als einfaches astronomisches Instrument der genaueren Ortsbestimmung von Sternen und Sternbewegungen. Eine solche 'aus Ringen bestehende Kugel' wird auf einer festen Unterlage so verankert, daß der sie haltende, mit einer 360o-Gradeinteilung versehene Metallring mit seiner Kreisfläche entweder auf den Himmelsmeridian oder auf den Himmelsäquator ausgerichtet ist. Zur Erleichterung der Beobachtung, bei der der Beoachtende durch die Ringe hindurch auf den Himmel schaut, enthält das Gerät außer einem den Himmelmeridian und einem den Himmelsäquator markierenden und gradierenden Ring die von (scheinbarem Himmels- )Pol zu Pol reichende 'Himmelsachse' und ringartige Markierungen der beiden tropischen Wendekreise, der beiden Polarkreise.sowie des Tierkreises (Ekliptik, scheinbare Sonnenbahn); auch diese dürften, wenigstens teilweise, Gradeinteilungen tragen.

Außer zur Himmelsbeobachtung kann ein solches Instrument auch der Bestimmung von Orten auf der Erdoberfläche dienen, wenn deren Position zu bestimmten fixen Sternen bekannt ist. In diesem Falle muß den Ringen ein gradierter Globus eingefügt sein, mit dessen Hilfe man die zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebene Beobachterposition zu einem bestimmten Himmelspunkt simulieren kann. Diese Vorrichtung ist mit der vorliegenden Abbildung gemeint. Ptolemaios macht in seiner 'Geographia', Buch 7, Kap. 6 deutlich, daß man auf diese Weise ein zumindest theoretisch zuverlässiges Instrument zur Zeichnung von Weltkarten in der Hand hat.

Daraus ergibt sich, daß der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt, welcher dem Instrument zugrundeliegt, einerseits zu einem geozentrischen Kosmos-Modell gelangt sein muß, in dem die Erde kugelförmig und in der Mitte des Kosmos befindlich gedacht wird. Andererseits stellt sich der antiken Wissenschaft mit diesem Instrument offenkundig die Aufgabe, mittels der astronomischen Beobachtungsmethoden auch zu methematisch genauen oder wenigstens genaueren geographischen Positionsbestimmungen für Zwecke der Kartographie zu gelangen. Eine praktisch Meßschwierigkeit blieb trotzdem - und zwar bis in die Neuzeit hinein - die genaue Messung des Zeitunterschiedes zwischen zwei ihrer Längenposition nach unterschiedenen Orten auf der Erdoberfläche, von denen aus gesehen bestimmte Himmelspunkte an derselben Stelle erscheinen.

Für die zeitliche Einordnung kann man aus den vorgenannten Überlegungen auf eine Zeit wissenschaftlicher Verfeinerung und praktischer Auswertung des geozentrischen Kosmos-Modells schließen, wie es sich in der Antike seit dem Ende des 5. Jhts. v. Chr. philosophisch und astronomisc -, wenn auch nicht überall in den breitenwirksamen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen von Gottheiten und Kosmos - durchsetzte. Die wissenschaftliche Verbindung astronomischer Theorie und praktischer Erdkartenanfertigung auf ihrer Basis ist seit der Zeit des Hellenismus - spätestens vermutlich seit Eratosthenes von Kyrene (3. Jh. v. Chr.) - bei antiken Geographen bekannt, wenn wiederum auch nicht immer üblich. In der Tradition streng astronomisch fundierter geographischer Kartographie steht Ptolemaios von Alexandria (2. Jh. n. Chr.), indem er in seinem wissenschaftlichen Werk u. a. astronomische und geographische Studien eng miteinander verbindet.

Literatur: Arpad Szabo, Das geozentrische Weltbild. Astronomie, Geographie und Mathematik der Griechen, München 1992. - Hugo Berger, Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen, Leipzig 1903 2.

Übung 2.

AUFGABEN:

Untersuchen Sie den unten wiedergegebenen Quellentext mit Ihrem gegenwärtigen Wissen daraufhin,

a) von welcher Überzeugungsbasis aus und mit welchen Argumenten - und eher polemischen Mißverständnissen - darin religiöse Vorstellungen und Gebräuche außerhalb des Jahve-Kults als gegenstands- und wertlos dargestellt werden,

b) welche Gründe für eine so scharfe Abgrenzung einer Religion gegen eine andere bestimmend sein mögen und

c) was von den vorgebrachten Argumenten und Werturteilen sich auch für eine anti-mythische Argumentation und Polemik gegen die Jahve.Religion selbst eignen könnte.


Religiöse Kritik an fremden Religionen als Form einer Entmythologisierung: Das Buch der Weisheit, Kap. 13 und 14.

Deutsche Übersetzung: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments mit Einleitungen zu jedem der biblischen Bücher und erklärenden Anmerkungen zu den Texten. In ungekürzter Fassung herausgegeben von T. Schwegler und A. Herzog (Große Familien-Bibel), Zürich 1974, S. 1404 - 1407.

Zu a) Grundüberzeugung ist, daß es Gott gebe, daß es nur einen, und zwar einen allmächtigen Gott gebe und ferner daß die Kenntnis von dem einen allmächtigen Gotte dem menschlichen Verstande von Natur aus so eingegeben sei, daß man bei hinreichender Anstrengung nicht an ihr vorbeigehen könne. Keine von diesen Annahmen ist aber selbstverständlich; denn ein tragfähiger Gottesbeweis ist sowohl im Hinblick auf die Existenz mehrerer als auch auf die eines und insbesondere eines allmächtigen Gottes nicht zu führen. Es handelt sich bei der monotheisrischen Grundüberzeugung des Textes - im Hinblick auf ihre Selbstgewißheit und strikte Abgrenzung von anderen Denkmöglichkeiten - vielmehr um nicht mehr und nicht weniger als um fundamentale Annahmen einer etablierten religiösen Glaubenstradition von etwas, das sich menschlicher Erkenntnis - auch nach antiken Vorstellungen vom Göttlichen - zumindest seinem angenommenen 'tiefsten' Wesen nach entzieht.

Zu b) Auffällig ist dabei die a priori strikte Exklusion anderer Denkmöglichkeiten, d. h. sowohl deren begründungslose Verwerfung als auch ihre moralische Verurteilung. Dafür dürfte es zwei Gründe geben.

1. Andere theologische Denkmöglichkeiten und religiöse Glaubensformen sind nicht bekannt, oder sie werden nicht richtig verstanden; dies gilt insbesondere für die Nichtbeachtung der theologischen und religiös-kultischen Bedeutung des Bildes vom Göttlichen in allen Religionen, einschließlich der Jahve-Religion selbst: Bilder können ja sowohl als Mitteilungen aus der göttlichen Sphäre an Menschen als auch als rein menschlich gesetzte Symbole für etwas Göttliches wie auch schließlich als Emanation göttlichen Wesens in die Sphäre des menschlichen Geistes gedeutet werden, ohne daß damit einer grundsätzlichen Unbegreiflichkeit, Unzugänglichkeit und auch Würde Gottes oder einer Gottheit zu nahe getreten werden müßte. Eine solche religiöse Deutungsweise ist etwa in der altägyptischen Religionstradition ausgepägt, auf die der vorliegende Text seinen Entstehungsumständen nach wohl Bezug nimmt; er ist vermutlich im 1. Jh. v. Chr. in jüdischen Kreisen des ägyptisch-hellenistischen Alexandria entstanden. Aber es ist eine generelle Abgrenzung des Jahve-Glaubens von allem - außer dem eigenen - religiösen Bilddenken spürbar, auch etwa von dem griechisch-hellenistischen oder anderen in Alexandria beobachtbaren, dem Verfasser bekannten Religionstraditionen seines vorderorientalischen Lebensbereichs.

2. Als zweites Moment kommt in Betracht, daß ein 'ergebnisoffenes' Nachdenken über andere Denkmöglichkeiten des Göttlichen in der im vorliegenden Text wirksamen religiösen Tradition 'verboten', d. h.in einem ihr eigenen System theologischer Lehre mit Sanktionen belegt ist. Das schließt das nachvollziehende Verständnis fremden religiösen Denkens prinzipiell aus und führt zu zirkulären und polemischen Verkürzungen polytheistischer oder henotheistischer Theologieformn, deren frömmigkeits- und moralbegründende Bedeutung der des Jahveglaubens prinzipiell in nichts nachsteht.

Zu c) Unter solchen geistigen Ausgangsbedingungen erfolgende Angriffe auf 'von Menschenhand gemachte nutzlose Götterbilder' sind der Sache nach im wesentlichen unverständig oder unsachlich-polemisch, zumindest was den spezifisch religiösen Sinn und die religiöse Glaubensentscheidung menschlicher Gottesverehrung betrifft. Der 'Ikonoklasmus' i. w. S., d. h. Spott und Groll gegenüber den 'Götterbildern', insbesondere fremder Religionen, ist vor allem als Form eines sich selbst bestätigenden und verstärkenden Kommunikationsabbruchs zu verstehen, in dem die zentrale Idee von einer prinzipiellen Unbegreifbatkeit und Unbeeinflußbarkeit Gottes eine besonders wichtige Rolle spielt.

Kommunikationsannrüche dieser Art sind nicht auf religiöse Überzeugungen beschränkt. Sie finden sich auch sonst, in unserer Gegenwart zum Beispiel in 'säkularen' Ideologien, deren Sinn teilweise darin besteht, die gedankliche und moralische Validität jeweils anderer Ideologien in einem 'Weltanschauungskampf' auch ohne sachlich ausreichenden Grund zu destruieren. Mit rhetorischen Mitteln, im Wege einer 'Reduktion' auf etwas Unwichtiges, was nach Absehen von dem Glaubensinhalt, als lächerlicher Rest bleibt, können selbst fundamentale Glaubensannahmen als 'von Menschen gemacht', 'ersonnen', 'fabulert' systematisch mißverstanden und diskreditiert werden.

In der griechischen Philosophie gibt es seit dem 5. Jh. v. Chr. einen dem entsprechenden mythenkritischen Denkansatz, der Göttervorstellungen als menschengemacht und menschlichen Bedürfnissen entsprechend behandelt. Als bekanntere Vertreter dieses Denkens sind Euhemeros, Kritias und andere Sophisten sowie Epikur bekannt geworden. Eine atheistische, religiöse Glaubenssätze prinzipiell in Zweifel ziehende philosophische Lehre findet sich zusammenfassend formuliert bei Sextus Empiricus (2. Jh. n. Chr.), 'Adversus mathematicos' [Gegen die Gelehrten der grammatischeen, rhetorischen, geometrischen, arithmetischen. astrologischen und Musik-Wissenschaften] 9, 137 - 181 und 'Pyrrhonei hypotyposeis' [Grundsätzde der pyrrhonischen Skepsis] 3, 2 - 13.

Zur Traditionsgeschichte neuzeitlichen wissenschaftlichen Denkens gehört die Rezeption auch dieser Form der antiken philosophischen Skepsis. Atheismus und Ideologiekritik sind aus dieser Rezeption als - manchmal tragende - Elemente wissenschaftlichen Bewußtseins hervorgegangen. Es bleibt jedoch auch inssoweit sinnvoll, auf den rhetorisch-polemischen Charakter hinzuweisen, den beides u. U. - wie in der Antike - haben kann.

Literatur: Barnard, L.W.: The Greco-Roman and Oriental background of the iconoclastic controversy. Leiden/ New York/ Köln 1974. - W. Nestle, Vom Mythos zum Logos. Die Selbstentfaltung des griechischen Denkens von Homer bis auf die Sophistik und Sokrates, Stuttgart 1940. - Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie mit Quellentexten Bd. I: Altertum. Neu herausgegeben von Herbert Schnädelbach unter Mitarbeit von Anke Thyen. Durchgesehen und mit einem Nachwort versehen von Maximilian Forschner, (Ersterscheinung der von E. Metzke, H. Knittermeyer, E. Grassi und E. Kessler besorgten Ausgabe1963) Hamburg 1990, S. 50 ff., 124 ff., 128 ff. - M. Hossenfelder, Einleitung, in: 'Grundriß der pyrrhonischen Skepsis', bearb. von dems., Frankfurt M. 1968, S. 9 - 88.

Übung 3.

AUFGABE:

Vergleichen Sie die unten wiedergegebenen Rekonstruktionen antiker Erdkarten miteinander im Hinblick darauf, was sich an Modellunterschieden über die Erdgestalt und an konkreten geographischen Wissensdifferenzen feststellen läßt.


nach Unger u. a. wiss. Autoren, zum Zwecke ausschließlich wissenschaftlichen Zitats entnommen aus: Großer historischer Weltatlag, hg. vom Bayrischen Schulbuchverlag , I. Teil (Vorgeschichte und Altertum), bearbeitetvon H. Bengtson und zahlreichen anderen Wissenschaftlern, München 1972 5, S. 12 f.


Bei den wiedergegebenen Erdkartenrekonstruktionen handelt es sich um

a) eine auf der Basis einer zwischen dem 9. und 6. Jht. v. Chr. entstandenen Keilschrift-Tafel (Standort heute British Museum, London) mit mythologischem Text nicht ganz genau bestimmbaren Inhalts vorgenommene, sachlich interpretierende und ergänzende deutsche Umzeichnung und Übersetzung (nach Unger), entnommen aus: Großer Historischer Weltatlas. Hg. vom Bayerischen Schulbuch-Verlag, I. Teil: Vorgeschichte und Altertum, München 1972 5, S 12;

b) eine auf der Basis der überkommnenen geographischen Fragmente (FGrH F 36) des Logographen (wissenschaftlichen Schriftstellers der vorsophistischen griechischen Kulturepoche) Hekataios von Milet (ca. 560 - 480 v. Chr.) rekonstruierte und deutsch beschriftete Erdkarte, entnommen aus: Großer Historischer Weltatlas. Hg. vom Bayerischen Schulbuch-Verlag, I. Teil: Vorgeschichte und Altertum, München 1972 5, S 12;

c) eine auf der Basis einer eingehenden Beschreibung und Kritik durch Strabon, Geographica, B. 1 und 2, rekonstruierte Erdkarte des Eratosthenes von Kyrene (ca. 290 - ca. 210 v. Chr.); entnommen aus: Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. von H. E. Stier u. a., München 1990 (Neuauflage: Braunschweig 1997), S. 22;

d) eine auf der Basis der Einzelangaben des geographischen Werks des in Alexandria wirkenden, vor allem als Astronom und Geograph bekanntgewordenen Wissenschaftlers Klaudios Ptolemaios (2. Jh. n. Chr.), 'Geographia', rekonstruierte Weltkarte für die zu seiner Zeit im Mittelmeerraum als bewohnt bekannten Teile der nördlichen Erdkugel.

Die 'babylonische Erdkarte' (zu a) enthält neben einzelnen Elementen geographischer Erfahrung über die Region Mesopotamien eine Anzahl mythisch-kosmologischer Annahmen, wie u. a. die Annahme einer Scheibengestalt der Erde, die zwischen einer Ober- und Unterwelt auf einem Weltozean aufruht und von diesem umgeben ist. Babylon ist als im Mittelpunkt dieser Scheibe liegend gedacht; die angrenzenden Regionen, wie etwa das iranische Bergland und sogar der Tigris, treten nur peripher in Erscheinung. Gut erkennbar ist immerhin der das Land durchziehende Euphrat. Die Funktion der Karte zu ihrer Zeit läßt sich wegen mangelhafter Lesbarkeit der beschädigten Schriftzüge der Tontafel, die sie trägt, nicht sicher bestimmen. Es ist denkbar und sogar wahrscheinlich, daß sie nicht eigentlich einer geographisch-praktischen Orientierung, etwa für den Fluß- und Landverkehr diente. Dennoch ist das stark mythologisch geprägte Muster der geographischen Darstellung bezeichend für die vor der Entdeckung einer Kugelgestalt der Erde im Altertum herrschenden Vorstellungen von Gestalt und Lage einer scheibeförmigen Erde im einem kugelförmigen Kosmos.

Mit der Zunahme der Verkehrsbeziehungen zwischen den einzelnen Regionen des antiken vorderorientalisch-mediterranen Raums wurde die Kentnis von der räumlichen Lage der einzelnen Gebiete der bewohnten Welt (greich. 'Ökumene') und ihrer Völker stetig umfassender. Schon die homerische Odyssee (8. Jh. v. Chr.) enthält viele Angaben aus dem gesamten Mittelmeer- und Schwarzmeerraum, in offenbar bewußter dichterisch-mythischer Verkleidung. Die in ihren Textelementen weitgehend dem 5. Jh. v. Chr. zuzuordnende 'Völkertafel' des 1. Buches Mose, Kap. 10, reicht maximal vom Iran und Arabien im Osten bis Italien im Westen, von Ägypten im Süden bis zum Schwarzen Meer im Norden, auch wenn der vorderorientalische Bereich im Fokus der Kenntnisse steht. Das bedeutet, daß in Kartenbilder von der gesamten bewohnten Erde, wie sie etwa seit Anaximander (6. jh. v. Chr.) im Bereich Milets entworfen wurden, ein zunehmend größerer Umfang von Informationen einzuarbeiten war als noch zu Beginn des ersten Jt. v. Chr. Dabei blieb es - wie bei der rekonstruierten Erdkarte des Hekataios (zu b) zwar zunächst noch bei der prinzipiellen Modellvorstellung von der Scheibengestalt der Erde innerhalb eines außerdem noch eine Ober- und eine Unterwelt umfassenden Kosmos. Aber Herodot (ca. 484 - ca. 430 v. Chr.), der noch von einer solchen Lage der Erde auszugehen scheint, meldet - literarisch erstmals nachweisbar - zumindest an der unter Kartographen seiner Zeit üblichen Art Zweifel an, Erdkarten zu zeichnen, die fehlende Detailkenntnis der geographischen Verhältnisse durch mythische Simplifizierungen ersetzen: "Ich muß lachen, wenn ich so manche Leute Erdkarten zeichnen sehe, wo sie doch die Gestalt der Erde gar nicht richtig zu kennen imstande sind. Sie zeichnen den Okeanos rund um die Erde herumfließend und so regelmäßig wie einen Kreis. Und Asien machen sie ebenso groß wie Europa. ..."(hist. 4, 36 ff.).

Denn schon im 5. Jht. v. Chr. wurde aus astronomischen Beobachtungen auf die Kugelgestalt der Erde geschlossen, und spätestens am Ende dieses Jahrhunderts galt diese als theoretisch bewiesen. Der Beweis wird Eudoxos von Knidos, dem atronomisch versierten Schüler Platons, zugesprochen. Sicherlich aber ging jedenfalls Aristoteles, abenfalls Schüler des Platon und allgemeinhistorisch als Erzieher des ´Welteroberers´ Alexander von Bedeutung, von der Kugelgestalt der Erde aus. In cael. 2, 298 a 15 gibt er eine frühe Schätzung des Erdumfangs wieder, mit 400.000 Stadien - je nach zugrundelgelegter Stadienlänge unterschiedlich zu berechnen, aber mit ungefähr 80.000 km anzusetzen - allerdings vermutlich doppelt so groß wie tatsächlich.

Aus der Annahme einer Kugelgestalt der Erde ergaben sich nicht nur erhebliche, bis ins Religiöse und Philosophisch-Weltanschauliche reichende Konsequenzen für kosmologische Modellvorstellungen, sondern sich auch die Notwendigkeit, innerhalb geographischer Erdkugelmodelle ein stereometrisches Einteilungs- und Meßsystem für die sphärische Erdoberfläche zu entwickeln, was allmählich zu der heute noch üblichen Terminologie (Pole, Äquator, Meridiane, Grade, Minuten) führte. Dabei stellte sich auch die Frage, wo innerhalb eines definierten Systems die bekannten Teile der bewohnten Welt (Ökumene) zu lokalisieren seien - und, wenn man diese als nur etwa die Hälfte der nördlichen Halbkugel bedeckend feststellte, was man für die nicht bekannten Teile der Welt auf der Nord- und auf der Südhalbkugel anzunehmen habe. In all diesen Punkten scheint der in Alexandrien wirkende Philologe und Mathematiker Eratosthenes von Kyrene (ca. 284 - 202 v. Chr.) zu wichtigen Erkenntnisfortschritten beigetragen zu haben. Auch wenn über seine verschollenen Schriften nur indirekte Mitteilungen vorliegen., so ist doch anzunehmen, daß er die 360-Grad-Einteilung der Erde vorschlug. Es gelang ihm ferner, aus der Messung des Sonneneinfallswinkels sowohl in Alexandria als auch in Syene (Assuan) und ihrer Differenz am Tage des höchsten Sonnenstandes im Jahr sowie unter Zugrundelegung der bekannten, ungefähr nord-südlich verlaufenden Entfernungslinie zwischen beiden Städten, mit 252.000 Stadien eine vermutlich gut angenäherte Schätzung des Erdumfangs (Kleomed. 1, 10). Und schließlich entwarf er eine Erdkarte, deren Elemente aus Strabo, Buch 1 und 2 bekannt und in den hier wiedergegebenen Rekonstruktionsversuch (zu c) eingegangen sind.

Zwischen Eratosthenes von Kyrene und Ptolemaios von Akexandia liegt eine mehrhundertjährige Entwicklung der atronomisch basierten geographischen Wissenschaft. Die Kartographie, die sich dieser Wissenschaft als eine praktische 'Nebenaufgabe' stellte, konnte einerseits schon damals theoretisch an der Bestimmbarkeit eines Punktes auf der sphärischen Oberfläche der Erde durch seine Stellung zu den Gestirnen und andereseits auf einem starken Zuwachs an geographischen Informationen über bisher unbekante Weltregionen aufbauen. Dabei stellten sich allerdings zum einen praktische Probleme bei dem zuverlässigen Zugang zu Messungen der Breiten-Lage für bestimmte Orte - wer konnte solche Messungen schon professionell durchführen, wenn nicht ein in noch wenig bekannte Weltregionen reisender Astronom? Noch ganz unsicher waren zum anderen Positionsbestimmungen in einem 360-Grad-Netz der Längenngrade (siehe oben, zu Übung 1). Auch wenn zwischen der Zeit der Indienexpedition Alexanders und seiner Reichsbildung im 3. Jh. v. Chr. und der Zeit des maximal ausgedehnten Imperium Romanum im 2. Jh. n. Chr. vielerlei neue Regionen - so im nördlichen Europa, im nördlichen Afrika, in Indien, Ceylon, Hinterindien und Zentralasien - den Gelehrten des mediterranen Raums etwas näher bekannt wurden, so wurde doch zum Beispiel die Ost-West-Extension der insgesamt bekannten Erde noch auf Erdekartenentwürfen wie dem des Ptolemaios (zu d) stark überdehnt. Auch einfache Widersprüche und Unklarheiten in der geographischen Nachrichtenlage, z. B. verschiedenartige Übermittlungen durch unterschiedliche Quellen oder ungenaue und verformte Namensangaben, führten bei solchen Kartenprojekten sowohl zu zahlreichen nachweisbaren Fehlern in der Positionsbestimmung für einzelne Orte.

Dennoch ist die Entwicklung der 'Kartographie' in dre Zeit zwischen der 'babylonischen Weltkarte' und dem Kartenprojekt des Ptelomaios ein anschauliches Beispiel für den beeindruckenden Umfang des antiken Wissenszuwachses einem auf praxiswichtigen wissenschaftlichen Spezialgebieten, nämlich dem der Astronomie und der astronomisch basierten Geographie.

Literatur: Cuneiform. Texts from Babylonian Tablets in the British Museum, Part XXII, Hg. von E. A. Wallis Budge, (1906) ND London 1966, Plate 48, Nr. 9268. - Petra Eisele, Babylon, Bern, München 1980, S. 262 ff. (264) - F. E. Peiser, Eine babylonische Landkarte, Zeitschrift für Asyyriologie und verwandte Gebiete 4 (1898; S. 361 - 370; weitere wiss. Erörterungen siehe auch: Rykle Borger, Handbuch der Keilschriftenliteratur, Bd. 1, Berlin 1966, S. 554. - H. B. Harby, David Woodward, The History of Cartography, 2 Bde., Chicago, London 1986. - H. Berger Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen, Leipzig 19032. - Arpad Szabo, Das geozentrische Weltbild. Astronomie, Geographie und Mathematik der Griechen, München 1992. - M Cary, E. H. Warmington, Die Entdeckungen der Antike, Zürich 1966. - WWW-Skript "Die Vielzahl der Länder, Völker und Sprachen in der Alten Geschichte. Skript zur Lehrveranstaltung Gizewski im SS 2001", Kap. 2: Zu den Formen antiker Astronomie und wissenschaftlicher Geographie ( http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Auditorium/LaVoSprA/Kap2.htm ).

ÜBUNG 4

AUFGABEN:

Untersuchen Sie die unten wiedergebenen Auszüge aus Quintilians 'Institutio oratoria' daraufhin

a) welcher Art von Bildung Quintilian sich in seinem Werk verbunden fühlt,

b) welches Wissen und welche anderen Fähigkeiten, Begabungen und Leistungen er von einem Redner erwartet,

c) welches geistige - also etwa künstlerische, philosophische, historische usw. - Profil der von ihm empfohlene Lektüre-Kanon hat. Was findet Ihres Erachtens innerhalb dieses Kanons keine ausreichende B erücksichtigung?


Rhetorische Bildung und Wissenschaft: Quintilian. Institutio oratoria, Buch 1, proem. 6 - 27 und Buch 10, 1, 37 - 10, 2, 1.

Dt. Übersetzung nach: Quintilian, Über Pädagogik und Rhetorik. Eine Auswahl aus der 'Institutio oratoria. Übertragen, eingeleitet und erläutert von Marion Giebel, München 1974, S.40 - 44 und 122 - 145.


Zu a) Die Ausführungen Quintilians sind ein Beispiel für ein bestimmtes antikes Bildungsideal, das Maßstäbe setzt einerseits für die Ausübung eines praktischen Berufes und für die Ausbildung zu ihm, zum anderen auch generell für einen geistig anspruchsvollen Verkehr unter prinzipiell Gleichgesinnten und Gleichkundigen Dieses Ideal ist zwar ausdrücklich weder ständisch noch politisch noch religiös orientiert. Aber es setzt zumindest die Fähigkeit coraus, Mittel und Zeit für geistige Muße zu haben,, und bedeutet ferner, andere Menschen wirksam zu gewinnen, zu überzeugen, ja geistig zu beherrschen. Es ist daher locker mit einer zum Exklusiven neigenden sozialen Status-Rolle wirtschaftlichen Wohlstandes und geistiger Führerschaft verbunden. Seinem Selbstverständnis nach ist es 'literarisch'; d. h. das - für alle Bildungsbemühungen chrakteristische - Perfektionsstreben richtet sich hier auf die 'humaniora', d. h. die von den simplen 'humana' alltäglicher menschlicher Arbeit und Bedürfnissbefriedigung unterschiedenen, ihnen gegenüber moralisch 'edleren', kenntnisreicheren und geschmackvolleren, allen daran interessierten Menschen prinzipiell offenstehenden - zumindest aber geistig nicht verwehrbaren - Formen des menschlichen Bewußtseins und seiner Sprache. Im Mittelpunkt dieser literarischen Bildung stehen speziell die im Bereich der griechischen und lateinischen Sprache anerkannten Traditionen literarischer Sprachkunst. Obschon Quintilianus ausdrücklich betont, daß seine Lektüreempfehlungen nicht zwingend und vollständig seien, machen sie doch den Eindruck, ein Ideal widerszuspiegeln, das über seine eigenen Bewertungen und Auswahlkriterien hinausgehend von vielen geteilt oder angenommen zu werden vermag.

Zu b) Neben den im Rhetorikunterricht vermittelten rhetoriktheoretischen Kenntnissen fordert Quintilian für die Ausbildung zum Rhetor ausdrücklich 'Begabung' (ingenium) und 'ständige Übung' (industria, exercitatio) im Schreiben, Lesen und Reden. Was das Lesen betrifft, so bezieht es sich auf solche Lektüreempfehlungen, wie sie Quintilian in dem hier wiedergegebenen Text gibt. Es kommt darin die etwas widersprüchlich wirkende Auffassung zum Ausdruck, für Rhetorik als eine zumeist alltäglichen Zielen zugewandte, praktische Wissenschaft eine - wenn man die Lektüreempfehlungen Qunitilians im einzelnen durchgeht, recht weitgehende .- literarische Bildung als Hintegrundswissen zu fordern; denn bei der Rhetorik geht es ja - edenfalls faktisch - zu allermeist um das pragmatische Auftreten vor Gericht und in administrativen oder politischen Angelegenheiten oder auf den verschiedenen Feldern des zumeist eher trivialen Privatverkehrs und Familienlebens (Unterhaltungs- und Festrhetorik).

Demgegenüber ist jedoch hervorzuheben, daß die rhetorische Wirkung auch bei einfachen Aufgabenstellungen der Kommunikation nicht selten, vor allem wenn die Argumente nicht zureichen - vor allem auf der küntlerisch beherrschbaren 'Schönheit' der Sprachwirkungen, der sog. 'Tropen', beruht. Den ganzen Horizont dieser Möglichkeiten dem Rhetorik-Studenten anschaulich vor Augen zu führen und damit seinen Einfallsreichtum ('inventio') zu vergrößern, sind die verschiedenen Gattungen der literarischen Sprachkunst daher ein vorzüglich geeignetes Mittel.

Es gibt aber auch ein weiteres Moment in Quintilians Engagement für die literarische Bildung des Rhetors. Der in seiner Bildung 'perfekte', d. h. auch geistig ernst zu nehmende Rhetor soll sich den wertvollen geistigen Traditionen Griechenlands und Roms innerlich gewachsen zeigen und verbunden fühlen; er soll dabei auch die in diesen Traditionen vielfach angesprochene moralische und politische Verantwortlichkeit des mit seinen sprachlichen Möglichkeiten öffentlich handlungsfähigen Menschen gegenüber seinen Mitmenschen und gegenüber dem Gemeinwesen erkennen und in der rhetorischen Praxis beachten können. Der "vollkommene Redner" muß "zugleich ein guter Mensch sein". Er muß daher nicht nur eine "außerordentliche Redebefähigung", sondern auch "alle charakterlichen Vorzüge" haben; er muß von einer philosophischen Ethik "des anständigen und ehrlichen Lebens" getragen sein,, um politische verantwortungsvoll gesonnen und zur Führung privater und öffentlicher Anglegenheiten befähigt zu sein (1, 9).

Zu c) Die Lektüreempfehlungen Quintilians beziehen sich nur auf die griechische und die lateinische Sprache. Das entspricht zwar den im römischen Reich des 2. Jh. n. Chr.generell, insbesondere aber im stadtrömischen Wirkungskreis Quintinlians herrschenden Verhältnissen der geistigen Dominanz des Lateinischen und Griechischen. Es ist in diesem Zusamenhang jedoch auch die aramäisch-, altägyptisch- oder iranischsprachige Literatur dieser Zeit zu erwähnen, die damals auch im Osten des römischen Reiches verbreitet war und einen Teil der dortigen Bildung ausmachte. Hier ist also eine bestimmte 'okzidentale' Begrenzung des Horizonts erkennbar. Innerhalb dieses Horizonts hat Quintilian aber genaue Vorstellungen über unterschiedliche Leistungen der griechisch- und der lateinischsprachigen Literatur. So erkennt er gewisse Leistungsgrenzen der Sprache der Römer bei der Aufnahme der griechischen Literaturgattungen. Am meisten sei die griechische Komödiendichtung den römischen Formen ihrer Nachahmung überlegen: "In der Komödie hinken wir am ärgsten hinterher. ... wir bringen es kaum zu einem Schattenbild der griechischen Stücke" (10, 1, 99 f.). Auch in der Philosophie sei in lateinischer Sprache -verglichen mit der griechischen Literatur - wenig geschrieben worden; Cicero sei dabei die einzige bemerkenswerte Ausnahme. Dagegen habe sich die Gattung der Satire - als witzige Verbindung von Prosa und Poesie - erst in Rom entwickelt. In der Redekunst und in der Geschichtsschreibung stünden sich die Leistungen der lateinischen und der griechischen Sprache gleich.

Quintilian erörtert ferner nur einen Teil der literarischen Gattungen seiner Zeit: epische, lyrische, tragische, komische, satirische Dichtung, philosophische, historische und rhetorische Literatur. hier formuliert er literaturgeschichtlich und stilistisch beachtliche - und auch noch heute interessante - Kriterien für die Bewertung der Leistungen der einzlenen Autoren; sie können an dieser Stelle nicht eingehender erörtert werden. Im Mittelpunkt steht stets eine besondere sprachliche Gewandtheit,, Originalität und 'echte' Wirkungsstärke, die den meisten menschlichen Sprechakten nach Quintilinas Auffassung nicht zueigen ist. Er befaßt sich erkennbar darum auch nicht mit eher populären Formen der Sprachkunst, wie etwa der Briefliteratur, den antiken Romanen oder den - auch - sprachkünstlerisch geformten Darbietungen theatralischer Volksbelustigung, obschon diese - aus heutiger Sicht - rhetoriktheoretisch sicherlich auch als ergiebig und praxisnah gelten müssen. Auch die Rhetorik etwa wissenschaftlicher Texte im engeren Sinne ist für ihn kein Thema, obschon sich ja auch hier - und hier ggf. besonders - die Frage nach überzeugender sprachlicher Gestaltungen stellt, allerdings - wissenschaftsgemäß - nur im Wege der Überzeugung und nicht der Überredung. In der späteren, auch an Quintilian anknüfenden bildungsgeschichtlichen Tradition des nachantiken Europa hat sich diese Selbstbeschränkung der rhetorischen Theorie fortgepflanzt und noch im Zeitalter der Massenmedien längere Zeit dazu beigetragen, daß die Phänomene der modernen Massenkommunikation - wie z. B. Rundfunk, Film und Fernsehen - außerhalb bildungstraditioneller rhetoriktheoretischer Analyse zu bleiben pflegten.

Schließlich sei noch auf einen deutlichen 'Antimodernismus' Quintilians hingewiesen. Er mag nicht den "gezierten, weichlichen Stil unserer Tage, der ganz und gar nur für das Vergnügen der ungebildeten Masse bestimmt ist". Er meint ferner generell von zeitgenössischen Autoren, daß sie die Probe der Zeit noch nicht bestanden hätten und zumeist bei der ersten Lektüre schon als literarisch wertlos entlarvt werden könnten (10, 1, 41 f.). Sogar gegen Seneca erhebt er Einwände, auch wenn er letztlich dessen Qualität als Schriftsteller und Philosoph nicht bestreitet.

Literatur: Franz Loretto, Einleitung, in: M. Fabius Quintilianus, Institutio oratoria X - Lehrbuch der Redekunst, 10. Bucg. Lateinisch und deutsch. Übersetzt, kommentiert und mit einer Einleitung versehen von Franz Loretto, Stuittgart 1974, S. 3 - 10. - H. I. Marrou, Geschichte der Erziehung im klassischen Altertum, hg. von R. Harder, Freiburg, München 1957. - H. Th. Johann (Hg.), Erziehung und Bildung in der heidnischen und christlichen Antike, Darmstadt 1976. - Josef Martin, Antike Rhetorik, Technik und Methode, München 1974. - Christian Gizewski, Täuschung als Erfolgsprinzip öffentlicher Argumentation: ein praktisches Erbe antiker Rhetorik, WWW-Skript ( http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Scriptorium/S16.htm ) .

ÜBUNG 5

AUFGABEN:

Untersuchen Sie den unten wiedergebenen Auszug aus Galens Schrift 'Über die Kräfte deer menschlichen Physis' daraufhin,

a) welche Grundbegriffe der Autor zu einer Theorie über die menschliche Physis zusammenfügt und wie man diese Theorie im Hinblick auf ihren Bildungshintergrund, ihre empirischen Grundlagen und ihre praktischen Anwendungszwecke näher bestimmen kann,

b) welche Positionen Galen in welchen wissenschaftlich zu seiner Zeit kontroversen Fragen einnimmt und wie er sich von argumentativ von s. E. bestehenden Irrtümern anderer abgrenzt,

c) was an Galens Auffassungen Ihres Erachtens aus heutiger medizinischer Sicht irrtümlich oder irrtumsgeneigt sein könnte.


Galen, Über die natürlichen Kräfte der menschlichen Physis. Buch 1, Kap. 1 - 13.

Text auszugsweise entnommen aus: Werke des Galenos, Bd. 5, Die Kräfte der Physis. Übersetzt und erläutert von (Prof. Dr. med.) Erich Beintker und (Prof. Dr. phil.) Wilhelm Kahlenberg, Stuttgart 1954, S. 13 - 37.


Zu a) Der wiedergegebene Textausschnitt läßt einige grundsätzliche Begriffsbildungen des Medizin-Praktikers und -Theoretikers Galen erkennen.

1. Die Begriffe 'Physis’ und 'Psyche’ in der Medizin. Um einen eigentlichen Untersuchungsbereich der Medizin gegenüber benachbarten Erkenntnisgegenständen abzugrenzen, macht Galen eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen ,Physis’ und ,Psyche’. Die Prozesse der ,Natur’ ('Physis'), als welche er ,Wachstum’ und unwillkürliche ,Bewegung’ (lat. ,vegetativum’) begreift und benennt, sieht er als im engeren Sinne zu erforschenden Gegenstandsbereich der Medizin an. Die Prozesse der 'Psyche’, als welche Galen 'Wahrnehmung’ und 'gewollte Bewegung’ (griech. 'psyche’, lat. 'anima’) begreift, sind für einen Mediziner sicherlich ebenfalls mituntersuchungs- und ggf. behandlungsbedürftig. Aber es handelt sich dabei ihrem in der antiken Philosophie, etwa des Platon, des Aristoteles oder der Stoiker, angenommenen Wesen nach um Phänomene des die Materie formenden 'Geistes’ (griech. 'eidos’, 'morphe’, lat. 'forma’) welcher die Gestaltungen der Welt und das menschliche Bewußtsein gleichermaßen innerlich verursacht. Insoweit gehören sie zumindest auch in die Zuständigkeit anderer Wissenschaftlen, und zwar traditionellerweise der Philosophie. Man könnte hier – in einem antiken Sinne – von einer Abgrenzung zwischen 'Natur-' und 'Geisteswissenschaften’ reden. Dieser in der neuzeitlichen Wissenschaftsterminologie traditionsreiche Begriffsgegensatz geht jedenfalls letztlich auch auf die bei Galen erkennbaren, in der Antike üblichen Unterscheidungen zwischen verschiedenartigen wissenschaftlichen Untersuchungsbereichen zurück.

Was eine antike 'Naturwissenschaft' betrifft, geht sie mit ihrem Interesse für die belebte und die unbelebte Natur schon generell über den Bereich der Medizin weit hinaus. Aber auch innerhalb der Phänomene des Lebens, die nach Galen begriffsnotwendig sämtlich ,Wachstum’ und unwillkürliche Bewegung’ aufweisen und insoweit das Leben der Menschen, Tieren und Pflanzen gleichermaßen charakterisieren, bleibt die Medizin deutlich nur ein Teilbereich. Zwar ist der forschende Mediziner nicht auf die Untersuchung des Menschen beschränkt, sondern wird vergleichbare oder sonst für ihn erkenntniswichtige Phänomene der Tier- und der Pflanzenwelt immer mitberücksichtigen; der hier wiedergegebene Textauszug macht das mit seinen Ausführungen über ein Tierexperiment deutlich. Aber prinzipiell dienen solche Erkenntnisse einem vorgeordneten engeren wissenschaftlichen Zweck. Dieser wird bei der antiken Medizin - wie bei ihren heutigen Nachfolgeformen - dadurch bestimmt, daß es um die praktische Tätigkeit der Heilung kranker Menschen geht. Galen betont in dem vorliegenden Textauszug (Kap. 13) den praktischen Charakter der von ihm vertretenen Wisssenschaft. Er macht dabei deutlich, daß der Mediziner nur dann richtig handeln könne, wenn seine Erkenntnisse nicht auf 'dogmatischen', d. h. vor allem auf lehrhaften Vorwegannahmen und Verallgemeinerungen ohne empirisch abgesicherte Substanz beruhen, wie sie mit begrifflich-deduktiven Theoriebildungen verbunden zu sein pflegen. Eine generelle Skepsis gegenüber solchen dogmatischen Annahmen irgendwelcher Medizintraditionen - und seien sie noch so angesehen - ist nach Galen deshalb auch Voraussetzung erfolgreichen medizinischen Handelns. Die Einwände der Skepsis gegenüber medizinischen Vorurteilen aller Art, auch solchen gelehrter Natur, lassen sich nach Galen sachgerecht nur durch sorgfältige eigene Beobachtungen des Mediziners (Autopsie) und dabei ggf. nur durch methodisch gestellte und geklärte Fragen an Untersuchungsgegenstände (Experimente) berücksichtigen. Diese wissenschaftlich-erkenntnistheoretische Grundüberzeugung, welche man für die Antike als 'medizinische Skepsis' bezeichnet, ist geistesgeschichtlich folgenreich gewesen. In der von Galen im vorliegenden Textauszug erörterten und aufgrund eines Experiments (Tierversuch) beantworteten Frage nach der Funktion des Harnleiters in einem Organismus, der dem des Menschen vergleichbar ist, haben wir ein frühes Beispiel im antiken Sinne 'experimentierender Naturwissenschaft' vor uns.

2. 'Systemischer’ und 'atomistischer’ Natur-Begriff in der Medizin; Galens Auffassung von den 'Leistungen der Natur’. Galen geht für den Bereich des Lebens von einem Naturbegriff aus, welcher eine 'organisierende Selbsttätigkeit' des lebendigen Wesens, des Organismus, betrifft, und stellt diesem einen s. E. nicht brauchbaren, aber in seiner Zeit traditionellen Begriff des Lebewesens gegeüber, der dessen Prozesse theoretisch lediglich aus einer Verbindung und Vermischung unterschiedlicher Elemente zu erklären unternimmt. Eine Unterscheidung von organischer und anorganischer Natur, die bereits Aristoteles mit seiner Unterscheidung unterschiedlicher Kausalprinzipien - 'causa efficiens' in der anorganischen, 'causa finalis' neben 'causa efficiens' in der organischen Natur) in seiner 'Metaphysik' herausgestellt hat, ist von besonderer Bedeutung für Systematik und Forschungsintentionen sowohl eine antiker wie moderner Wissenschaft vom 'Leben'. Nur bei Annahme eines 'selbstorganisierenden Organismus' ist etwa im medizinischen Sinne eine 'Leistung' bestimmter Organe und ferner eine 'Entwicklung' ihrer Funktionen, wie sie Galen zum Thema macht, denkbar und sinnvoll untersuchbar.

3. 'Experimentelle’ und 'dogmatische’ Medizin. Mit seiner schon angesprochenen skeptischen Frontstellung gegen Dogmatiker bringt Galen einen medizingeschichtlich wichtig gewordenen Begriffsgegensatz zur Sprache. Galen macht die 'medizinische Skepsis' zur erkenntnistheoretischen Grundlage seiner Wissenschaft und nimmt damit Stellung gegen dogmatisch-deduktive Erkenntnisverfahren, wie sie in der antiken Philosophie weitgehend üblich sind und offenbar auch für manche seiner damaligen prominenten Medizinerkollegen bestimmend gewesen sein mögen.

Zu b) Die bei Galen - selbst in dem vorliegenden kurzen Textauszug - deutlich erkennbare Bereitschaft, sich mit anderen, vor allem angesehehen, Medizintheoretikern auseinanderzusetzen, hat manchmal etwas Polemisches an sich, wie etwa in seinen Ausführungen zu Asklepiades (Kap. 12 und 13). Dennoch ist sie aber im vorliegenden Text auch praxisbezogen-argumentativ. Dort sind zwei wissenschaftliche Kontroversen angesprochen, die offenkundig im Interesse der Praktikabilität der Medizin auszufechten sind, nämlich 1) die Kontroverse zwischen Anhängern eines in praktische Sackgassen führenden 'atomistischen' und eines medizinisches Handeln ermöglichenden 'organisch-systemischen Lebensbergriffs und 2) die Kontroverse zwischen den ihrer Methode nach philosophisch deduzierenden 'Dogmatikerns' einerseits und den empirisch-induktiv, ggf. experimentell vorgehenenden ''Skeptikern' (siehe oben zu a) aandererseits.

Zu c) Obschon Galen sich selbst als 'antidogmatisch' versteht, so hat seine Art, die 'Kräfte der Natur' zu systematisieren ('Entstehung', 'Wachstum', 'Ernährung'), ihrerseits etwas - zumindest aus der Perspektive heutiger wisssenschaftlicher Medizin - Vereinfachendes an sich. Manche 'Leistungen des Organismus' werden dabei begrifflich mißverstanden, wie z. B. bei der Auffassung der 'Wassersucht' als ltztlich doch 'ernährungsbedingt', andere können wegen des Kenntnisstandes der damaligen Zeit nicht benannt werden, wie z. B. die Funktionen des Immunsystems, und wieder andere geraten nicht als Leistungen des Organismus ins Blickfeld, wie z. B. der Tod oder die Selbstschädigung des Organismus..

Literatur: H. Flashar (Hg.), Antike Medizin, Darmstadt 1971. - J. Schumacher, Antike Medizin, Die naturphilosophischen Grundlagen der Medizin in dre griechischen Antike, Berlin 1963 2. - Heinrich Schipperges, Moderne Medizin im Spiegel der Geschichte, Stuttgart 1970.

Übung 6.

AUFGABEN:

a) Bestimmen Sie ungefähr die Entstehungszeit des unten wiedergegebenen Quellentextes. Was wissen Sie über den Autor?

b) Worum geht es in dem Text? Worin knüpft er an das Werk anderer benannter Autoren an? Was wissen Sie über diese Autoren?

c) Wie ist Gott in dem vorliegenden Text gedacht?


Thomas von Aquin, De ente et de essentia, 1 - 10.

Lateinischer Text und deutsche Übersetzung aus : Thomas von Aquin, Über Seiendes und Wesenheit. De Ente et de Essentia. Mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar heruasgegeben von Horst Seidel. Lateinisch - Deutsch, Hamburg 1988, S. 2 - 8.


Zu a) Die Zeit der Textentstehung ergibt sich, sofern man von dem Namen seines prominenten mittelalterlichen Autors absieht, aus der Sprachform, dem Thema und den im Text zitierten Schriftstellern. Der Text ist lateinisch geschrieben; er enthält darüberhinaus Elemente des mittelalterlichen Gelehrtenlateins. Dazu gehört u. a. das Wort 'ens', das es im klassischen Latein nicht gibt. Der Sache nach geht es um einen in der Tradition der aristotelischen Philosophie stehenden Text, der mit seiner Reflexion auf Gott eine christlich-theologische Akzentuierung hat. Die zeitliche Bestimmung eines terminus post quem ist weiter möglich durch die Identifikation der im Text zitierten Gelehrten. Zitiert sind Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), auch 'der Philosoph' genannt, mit seinen Werken 'De caelo', seiner 'Kategorienlehre' und seiner 'Metaphysik', ferner ein 'Kommentator' (des Aristoteles) genannter Autor, als welcher der Plotin nahestehende Philosoph Porphyrios (ca. 234 - ca. 305 n. Chr.) mit seiner Interpretation der aristotelischen Kategorienlehre bekannt ist, weiterhin der spätantike Staatsmann und Aristoteles-Interpret Boethius (480 - 524 n. Chr.) mit einer Schrift 'De duabus naturis' und schließlich der persische, dem islamischen Kulturbereich zugehörende, arabisch schreibende Gelehrte Avicenna ( Ibn Sina; 980 - 1037 n. Chr.), welcher im Rahmen der islamischen Antikenrezeption das philosophische Gedankengut aristotelischer Provenienz aufnahm und in einer eigenen 'Metaphysik' neu interpretierte. Der letztgenannte Gelehrte war mit seinen während der Zeit der Kreuzzüge ins Lateinische übersetzten Schriften auch in den im wesentlichen nur lateinisch sprechenden theologischen Gelehrtenkreisen des Okzidents bekannt geworden, wo u. a. der Dominikaner-Mönch und Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225 - 1274) ihn gedanklich kennenlernte und sich mit ihm auseinandersetzte.

Zu b) Es geht in dem Text um die philosophisch und auch theologisch zu erfassende Bedeutung dessen, was die Worte 'Sein', 'Seiendes', 'Wesen', 'Natur', 'Form' bedeuten. Die Welt des Wirklichen wird als von gestaltenden 'Formen' als 'Natur' 'konstituiert' und zugleich als nur über diese in ihrem eigentlichen Wesen, in ihrer 'Essenz', erfaßbar gedacht. Form-Gestaltungen der Wirklichkeit und menschliches Denken in Begriffen befinden sich in dieser 'ontologischen' Sichtweise in einer - uns heute keineswegs selbstverständlich erscheinenden - Übereinstimmung. Diese Sicht ergibt sich aus einer langen philosophischen Tradition, die bei der antiken aristotelischen Philosophie beginnt, und einerseits über deren Verchristlichung in der späteren Antike, andererseits über die Vermttlung der islamischen Rezeption antiker Philosophie und Wissenschaft schließlich in die philosophischen Fundamente der mittelalterlichen christlichen Theologie eingegangen ist.

Zu c) Gott wird in philosophischer Weise als 'erste einfache Substanz' gedacht und bezeichnet. Dies bedeutet zwar nicht notwendig, daß er dadurch für menschliches begriffliches Denken tatsächlich hinreichend erfaßt werden kann. Er wird allerdings als ein am Anfang der Schöpfung stehendes und sie lenkendes, mit seinem göttlichen Wesen die Wirklichkeit formendes und ihr prinzipiell, wenn auch an höchster Stelle, zugeordnetes Wesen verstanden, dessen Kraft und sichrelich auch Geheimnis in die 'Natur' des Realen eingeht. Ob Gott in dieser Weise, wenn auch respektvoll, 'ist' und 'begreifbar' ist, war schon in der antiken platonischen Philosophie ein Problem; ein solches ist es bis heute geblieben, auch wenn die Lehre Thomas von Aquins die Anschauungen der katholischen Theologie maßgeblich geprägt hat.

Literatur: Horst Seidel, Einleitung, in: Thomas von Aquin, Über Seiendes und Wesenheit. De Ente et de Essentia. Mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar heruasgegeben von Horst Seidel. Lateinisch - Deutsch, Hamburg 1988. - Richard Heinzmann, Philosophie des Mittelalters. Grundkurs Philosophie 7, Stuttgart u. a. O. 1992 7, S. 95 ff. (Boethius), 144 ff. (mittelalterliche Aristoteles-Rezeption), 202 ff. (Thomas von Aquin).

LV Gizewski SS 2003

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de