Detaillierte Themenübersicht

zum Skript 'Zur historischen Bedeutung antiker Wissenschaft' (der Lehrveranstaltung Gizewski im SS 2003; in nachträglich revidierter Fassung).

Kap. 1: Einleitung. Begriff und Arten der Wissenschaft in der Antike. Allgemeingeschichtlicher Sinn der Beschäftigung mit antiker Wissenschaft.

ÜBERSICHT

1. Heutige und antike Begriffe der 'Wissenschaft'. Zur allgemeinhistorischen und geisteskulturellen Bedeutung antiker Wissenschaftsgeschichte.

2. Arten antiken Wissens.

a) Empirisches, praktisches und topisches Alltagswissen in unterschiedlichen Lebenskreisen.

b) Enkyklios Paideia, Artes liberales, Bildungswissen (I. Philosophie, Dialektik, II. Sprachbildung, Grammatik, Literarisches Bildungswissen, III. Rhetorik.IV. Geometrie, V. Arithemetik.VI. Astronomie, VII. Musik).

c) Theoretische Wissenschaften (z. B. Philosophie, Logik, Mathematik).

d) Praktische Wissenschaften (z. B. Rhetorik, Rechtswissenschaft, Politik, Verwaltungswissen, Ökonomie der privaten und öffentlichen Haushalte, Strategie und Taktik).

e) Empirisch-naturkundliche Wissensgebiete (z. B. Astronomie, mathematisch-astronomisch basierte Geographie, Biologie in allen Zweigen, Chemie in allen Zweigen, Physik in allen Zweigen).

f) Empirisch-gesellschaftsbezogene Wissengebiete (z. B. Ethnographie, Geschichte, Sprachkunde und Etymologie).

g) Technologien und technische Wissensgebiete i. w. S. (z. B. Architektur i. w. S., Landwirtschaft, Medizin und Pharmazie, Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen aller Art).

h) Kunstwissen und -techniken (z. B. Dichtkunst, Dramatik, Malerei, Musik).

i) Religiöses Wissen, Theologie.

3. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 2: Mythos und Wissenschaft - zur Entwicklungsgeschichte antiker Wissenschaft.

ÜBERSICHT

1) Zu Umfang und Funktionen wahrheitsindifferenter oder -resistenter Erkenntnis- und Verständigungsverfahren (Mythenbildung i. w. S) in menschlichen Gesellschaften..

2) Historische Momente der Trennung antiken wissenschaftllichen Denkens von mythischen Vorstellungsformen.

a) Innerreligiöse Ideenkonflikte.

b) Naturphilosophische Spekulation,.

c) Empirischer Wissenszuwachs.

d) 'Sophistische Aufklärung', 'wahrheitsbezogene'.Dialektik und Systematik.

e) Philosophische Skepsis.

3) Die Mythenerzeugung der Religionen, der Volks- und Kulturgemeinschaften und der Politik in verschiedenen Formen ihrer antiken Einwirkung auf wissenschaftliches Denkens.

a) Religiöse Mythen über Götter und Weltall in ihrer Wechselbeziehung zur Kosmologie und Logos-Philosophie.

b) Antike Völkerbilder in ihrer Wechselbeziehung zu Historie und antiker Ethnologie.

c) Die Nötigung der Wissenschaften durch politische Machtverhältnisse zu wissenschaftlich unangemessener Parteilichkeit, Folgsamkeit oder Selbstbeschränkung.

4) Themenbeispiele zu 2) und 3).

a) Radikale Religionskritik an fremden Religionen in der Bibel.

b) Aristoteles Abgrenzung der Wissenschaften,

c) Platons Bericht über sein politisches Engagement in Sizilien.

d) Die Astrologie in ihrer Wechselbeziehung zur Astromomie bei Ptolemäus.

5) Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 3: Der Zuwachs empirischen und theoretischen Wissens über Natur, Kosmos, Erde, Mensch, Völker und Kulturen in der Antike.

ÜBERSICHT

1) Typen und historische Triebkäfte des Wissenszuwachses in der Antike.

2) Themenbeispiele für antiken Wissenszuwchs.

a) Zum Erkenntisfortschritt in Geographie und Astronomie.

b) Zu physikalischen und mathematischen Entdeckungen und Beweisgebäuden.

c) Zum Erkenntnisgewinn durch systematische Untersuchungen.

3) Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 4: Wissenschaft in Theologie, Ethik, Bildung, Sprache und Kunst der Antike.

ÜBERSICHT.

1) Übersicht über Typen antiker Bildung und ihre antik-wissenschaftlichen Momente.

2) Der Beitrag der Wissenschaften zu den philosophisch-religiösen Ideensystemen in der Antike.

a) Pythagorismus.

b) Platonismus.

c) Stoa.

d) Christentum.

3) Der Beitrag der Wissenschaften zu den 'humaniora' (geistige 'Bestimmung' und 'Verfeinerung' menschlichen 'Wesens') in geisteskulturellen Kernbereichen der Bildung, Sprache und Kunst (''enkyklios paideia', 'artes liberales'). Elemente eines 'Bildungskanons' in der Antike.

a) 'Theoretische' und 'praktische' Philosophie.

b) Sprachwissenschaften und Literatur.

c) Rhetorik.

d) Mathematik.

e) Astronomie.

f) Musik.

4) Der Beitrag der Wissenschaften zu ideellen Formen ständischer oder politischer Selbstdefinition und -darstellung.

a) Herrschaftswissen.

b) Prestigewissen.

5) Themenbeispiele zu 2) - 4).

a) Die religiös-philosophische Maxime 'Erkenne dich selbst'.

b) Literarische und rhetorische Bildung.

c) Die 'arcana imperii'.

d) Spätantike Bildungsstandards höherer Schichten.

6) Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 5: Der Einfluß der Wissenschaften auf die gesellschaftliche Praxis - technische und praktische Wissenschaften der Antike.

ÜBERSICHT.

1) Der Einfluß der Wissenchaften auf die gesellschaftliche Praxis. Praktische und technische Wissenschaften der Antike.

2) Praktische und technische Wissenschaften der Antike mit besonderer sozialer oder wissenschaftlicher Dignität.

a) Politik (i. S. von Regierungswissen und -kunst).

b) Rhetorik.

c) Jurisprudenz.

d) Architektur.

e) Medizin.

3) Praxisbezogene und technologische Wissensgebiete ohne wissenschaftlich-disziplinäre Dignität, aber von anerkanntem Nutzen oder Marktwert.

a) Staatliche und städtische Administration.

b) Kriegswesen.

c) Unternehmerische und häusliche Wirtschaftsführung. Landwirtschaft.

d) Rohstoffgewinnung und -verarbeitung.

e) Schiffahrt und Landverkehr.

f) Gewerbliche und handwerkliche Dienstleitungen.

4) Themenbeispiele zu 2) und 3)

5) Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 6: Zur nachantiken Wirkungsgeschichte antiker Wissenschaften.

ÜBERSICHT

1) Das wissenschaftliche Erbe der Antike nach Typen des Wissens und seiner Überlieferung..

a) Christliche Theologie.

b) 'Artes liberales'.

c) Theoretische Wissenschaften.

d) Empirische Wissenschaften.

e) Praktische Wissenschaften.

f) Technische Wissenschaften und Wissensgebiete.

g) Literatur, Bildende und sonstige musische Kunst.

2) Themenbeispiele zu 1)

a) Philosophie

b) Jurisprudenz.

c) Architektur.

d) Chemie /Alchimie.

3) Literatur, Medien, Quellen.


LV Gizewski SS 2003

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de