Leben und Charakter des athenischen Feldherrn und Politikers Themistokles aus der Sicht Cornelius Nepos (Viri illustres, Themistocles).

Dt. Übersetzung aus: Cornelius Nepos, Berühmte Männer. Aus dem Lateinischen übersetzt und mit einer Einleitung, Erläuterungen, einem Namensverzeichnis und Literaturhinweisen versehen von Gerhard Wirth, München 1992 7, S. 28 - 36.


Themistokles stammte aus Athen und war der Sohn des Neokles. Charakterschwächen des Jünglingsalters wurden durch große Qualitäten in solchem Maße ausgeglichen, daß man ihm auch heute noch wenige vorzieht und es nicht viele gibt, die man für gleichwertig ansehen könnte. Doch wir wollen der Reihe nach berichten.

Sein Vater war der Abkömmling eines alten, edlen Geschlechtes und hatte eine Akarnanerin geheiratet, die ihm den Themistokles gebar. Da der Sohn allzu großzügig lebte, sich nicht um sein Vermögen und dessen Erhaltung kümmerte, die Eltern jedoch eine derartige Verschwendung nicht billigen konnten, wurde er enterbt. Diese Schande indes erschütterte ihn nicht weiter, ja im Gegenteil, sie richtete ihn innerlich erst auf; denn davon überzeugt, daß ein derartiger Schimpf nur durch besondere Bemühung in ernsthaften Dingen ausgelöscht werden könne, begann er, sich ganz der Politik zu widmen, und war fortan bestrebt, sich Freunde und öffentliches Ansehen zu verschaffen. Oft war er als Richter in Privatprozessen tätig; oft sprach er in Volksversammlungen, und es gab bald keine Sache von Wichtigkeit, die man ohne ihn unternahm. Er pflegte nämlich sehr schnell zu erkennen, was zu tun sei, und verstand es auch, dies in einer Rede deutlich darzulegen. Wie Thukydides sagt, zeigte er sich nicht weniger tüchtig im Ausführen seiner Aufgaben als in deren Planung, besaß ein äußerst klares Urteil über die augenblicklichen Verhältnisse und konnte treffende Vermutungen bezüglich kommender Ereignisse anstellen. So kam es, daß er sehr bald berühmt wurde.

Den ersten Schritt, die Leitung des Staates in seine Hände zu bringen, unternahm er im Krieg gegen Kerkyra. Vom Volk zu desse Führung ernannt, verstand er es, nicht nur für den augenblickliche Kampf, sondern auch für die Zukunft das Volk kriegslustiger zu machen. Die öffentlichen Gelder nämlich, die aus den Einkünften der Erzbergwerke in die Staatskasse flossen, waren bisher durch die Geldverteilungen der Behörden nutzlos vertan worden; er aber brachte die Athener so weit, daß sie mit diesem Geld eine Kriegsflotte von 100 Schiffen bauten. Eine solche war sehr schnell aufgestellt. Er brach zuerst die Macht der Kerkyraier, dann verfolgte er die Seeräuber und sicherte das Meer, wobei er die Athener nicht nur mit Beute bereicherte, sondern sie auch Erfahrung im Seekrieg erwerben ließ. Von welch entscheidendem Nutzen dies für ganz Griechenland sein sollte, erfuhr man bald darauf im Perserkrieg. Xerxes nämlich schickte sich an, Europa zu Wasser und zu Lande anzugreifen, und verwendete dazu Heeresmassen, wie sie weder vor noch nach ihm irgend jemandem zur Verfügung standen: Seine Flotte umfaßte I200 Kriegsschiffe, welchen 2000 Lastschiffe folgten; das Landheer setzte sich aus 700000 Fußsoldaten und 400000 Reiter zusammen. Als die Nachricht von seinem Anmarsch nach Griechenland gelangte und es hieß, daß er es in erster Linie auf Athen abgesehen habe - dies wegen der Schlacht von Marathon -, schickten die Athener nach Delphi, um zu fragen, was sie unter solche Umständen tun sollten. Den Unschlüssigen antwortete die Pythia sie sollten sich hinter hölzernen Mauern verteidigen. Und als niemand wußte, was ein solcher Spruch bedeute, überzeugte ThemistokIes seine Mitbürger, der Rat Apollons besage, daß sie sich und alles, was sie hätten, auf Schiffen in Sicherheit bringen sollten - dies seien die hölzernen Mauern, die der Gott meine.

Man nahm den Rat an, vergrößerte die bisherige Zahl der Dreiruderer ums Doppelte und brachte alle bewegliche Habe teils nach Salamis, teils nach Troizen. Die Burg aber und die Sorge für die religiösen Einrichtungen übergab man den Priestern und einigen Greisen, im übrigen wurde die Stadt geräumt.

3. Den meisten [scil. griechischen] Staaten freilich gefiel sein Plan nicht, denn man wollte lieber zu Lande kämpfen. Daher wurden ausgewählte Truppen unter Leonidas, dem König der Lakedaimonier, ausgeschickt, um die Thermopylen zu besetzen und die Barbaren am Vormarsch zu hindern; sie konnten jedoch die feindliche Übermacht nicht aufhalten und gingen, ohne ihren Platz zu verlassen, bis auf den letzten Mann zugrunde. Die gemeinsame Flotte der Griechen, 300 Schiffe, darunter 200 athenische, kämpften, zuerst bei Artemision, dann zwischen Euboia und dem Festland mit der Streitmacht der Perser. ThemistokIes suchte nämlich die Meerengen als Kampfplatz, damit sie nicht von der feindlichen Übermacht eingekreist würden. Und wenn man sich hier auch nach unentschiedenem Gefecht trennte, so wagten die Griechen doch nicht, ihre Position zu halten, weil Gefahr bestand, daß sie von zwei Seiten bedrängt würden, sobald erst die feindliche Flotte Euboia umsegelt habe. Man setzte sich daher von Artemision ab und stellte die Seemacht gegenüber von Athen bei Salamis zum Kampf auf.

4. Xerxes rückte nach der Einnahme der Thermopylen vor die Stadt Athen, und da diese von niemand verteidigt wurde, zerstörte er sie durch Feuer, nicht ohne vorher die Priester umgebracht zu haben, die er in der Burg gefunden hatte. Die Griechen bei der Flotte nun, die die Flammen sahen, waren erschreckt und wagten nicht mehr, zu bleiben, sondern rieten fast alle, man solle heimsegeln und sich hinter den Mauern der eigenen Stadt zu verteidigen suchen. Themistokles aber leistete als einziger einem solchen Plan Widerstand und versuchte ihnen deutlich zu machen, daß sie zusammengeschart den Persern gewachsen seien, aber untergehen würden, wenn sie erst einmal zerstreut seien. Vor allem Eurybiades, den König der Lakedaimonier, der zu dieser Zeit den Oberbefehl hatte, suchte er davon zu überzeugen. Als er aber diesen nicht so, wie er beabsichtigte, einem Entschluß zu bewegen vermochte, schickte er in der Nacht den treuesten seiner Sklaven zum Perserkönig, diesem zu melden, die Gegner seien dabei, zu fliehen. Hätten sie sich aber erst einmal zerstreut, dann werde längere Zeit und verhältnismäßig große Mühe nötig sein, den Krieg zu beenden, da er dann gezwungen sei, sie einzeln zu verfolgen. Wenn er sie aber sofort angreife, dann könne er sie alle mit einem Schlag vernichten. Die Absicht, die Themistokles damit verfolgte, war, die Griechen zum Kampf zu zwingen. Der Perserkönig vernahm dies, glaubte aber an keine List und kämpfte am nächsten Tag, der Ortsverhältnisse unkundig, an einer für den Feind sehr günstigen Stelle. Denn das Meer bot dort so wenig Raum, so daß sich seine Flotte gar nicht entfalten konnte, und so wurde er mehr durch die Finte des Themistokles als durch die Waffen der Griechen besiegt.

5. Aber trotz dieser Niederlage besaß er genügend Truppen in Reserve, um mit diesen den Feind vernichten zu können. Auch hierzu wurde ihm die Möglichkeit genommen. Themistokles nämlich, der fürchtete, der König werde den Krieg fortsetzen, meldete ihm, man habe die Absicht, die Brücke, welche er über den Hellespont geschlagen hatte, zu zerstören und ihn so vom Rückzug nach Asien abzuschneiden. Er vermochte ihm dies auch glaubhaft zu machen. Daher kehrte Xerxes auf dem gleichen Weg, auf dem er beim Anmarsch sechs Monate gebraucht hatte, in weniger als 30 Tagen nach Asien zurück, wobei er obendrein glaubte, daß er von Themistokles nicht nur nie besiegt, sondern sogar noch gerettet worden sei.

So wurde durch die Schlauheit eines einzigen Mannes Griechenland vor der Unterdrückung bewahrt und Asien von Europa besiegt.

6. Ist Themistokles auch besonders groß im Krieg gewesen, so war er dies doch nicht weniger im Frieden. Da der Hafen, den Athen in Phaleron besaß, weder brauchbar noch geräumig genug war, legte man auf seinen Rat hin den dreifachen im Piräus an und umgab ihn mit Mauern, so daß diese Hafenstadt Athen an Ansehnlichkeit gleichkam, an Nützlichkeit es noch übertraf. Ebenso ließ er die Mauern von Athen unter eigener Lebensgefahr neu errichten. Die Lakedaimonier nämlich, die wegen der Barbareneinfälle eine günstige Gelegenheit dazu hatten, behaupteten, es dürfe keine Stadt außerhalb des Peloponnes Mauern besitzen, damit es keine festen Plätze gebe, die die Feinde in ihre Hand bringen könnten. Sie suchten daher die Athener am Bau zu hindern. Die Absicht, die sie damit verfolgten, war freilich eine ganz andere, als es scheinen sollte: Die Athener hatten nämlich in zwei Siegen, bei Marathon und bei Salamis, sich so großes Ansehen bei allen Völkern erworben, daß die Lakedaimonier erkennen mußten, einst würden sie mit ihnen um die Vorherrschaft kämpfen müssen. Daher war es ihre Absicht, sie nicht allzu stark werden zu lassen. Nachdem sie also vom Bau der Mauern gehört hatten, schickten sie Gesandte nach Athen, dies zu untersagen. Man unterbrach während ihrer Anwesenheit den Bau und teilte ihnen mit, es würden in dieser Sache Unterhändler abgesandt werden. Diese Gesandtschaft nun übernahm Themistokles und brach zuerst allein auf, ordnete jedoch an, daß die übrigen Mitglieder erst dann abreisen sollten, wenn die Mauern eine genügende Höhe erreicht hätten. Während dieser Zeit aber sollten alle, Sklaven und Freie, mit anpacken und keinen Platz unberücksichtigt lassen, sei er Eigentum eines Tempels, eines Privatmannes oder des Staates, sondern von überall zusammentragen, was an Material zur Errichtung einer Befestigung geeignet scheine. Und so kam es, daß die Mauern Athens aus Tempelresten und Grabsteinen bestanden.

7.Themistokles indes, als er nach Sparta gekommen war, hatte nicht die Absicht, sofort zu den dortigen Behörden zu gehen, sondern gab sich Mühe, die Sache in die Länge zu ziehen, wobei er vorschützte, er müsse erst auf seine Kollegen warten. Und gerade als die Lakedaimonier anfingen, sich zu beschweren, man setze die Arbeit in Athei trotzdem fort und er versuche wohl, sie zu täuschen, trafen die übrigen Gesandten ein. Nachdem er nun von diesen in Kenntnis gesetzt worden war, die Befestigung der Stadt sei nahezu abgeschlossen, ging er zu den Ephoren, den obersten Behörden des Staates, und gab vor, man habe sie falsch informiert. Daher sei es recht und billig, sie schickten vertrauenswürdige, vornehme Männer, denen man Glauben schenken könne, um die Sache zu untersuchen. Für die Zwischenzeit könnten sie ihn als Geisel zurückbehalten. Sein Vorschlag wurde angenommen, und man sandte drei Männer, Inhaber höchster Würden, nach Athen. Mit ihnen zusammen aber ließ Themistokltes seine Kollegen aufbrechen und befahl ihnen, die lakedaimonischen Gesandten nicht wieder aus Athen abreisen zu lassen, bis er selbt nach Hause zurückgekehrt sei.

Als sie nun seiner Berechnung nach in Athen eingetroffen sein mußten, ging er zu den Behörden und dem Ältestenrat der Lakedaimonier und bekannte dort ganz offen, die Athener hätten auf seinen Rat hin ihre Götter, die öffentlichen und die privaten, mit Mauern umgeben, damit man diese leichter vor den Feinden schützen könn Dies stehe ihnen nach dem allgemein zwischen den Völkern geltenden Recht zu, auch hätten sie dabei nur getan, was für ganz Griechenland von Nutzen sei. Ihre Stadt liege nämlich wie ein Bollwerk den Barbaren gegenüber, und bereits zweimal hätten vor ihr die Flotten des Großkönigs Schiffbruch erlitten. Dagegen sei die Handlungsweise der Lakedaimonier ungerecht und böswillig, da sie mehr ihre eigene Herrschaft als das im Auge hätten, was für ganz Griechenland von Nutzen sei. Wenn sie daher ihre Gesandten zurückhaben wollten, die sie nach Athen geschickt hätten, so sollten sie zuerst ihre entlassen - anders würden sie diese nie mehr in ihrer Heimat empfangen können.

Dennoch entging auch er nicht der Mißgunst seiner Mitbürger. Die gleiche Furcht nämlich, die das Urteil gegen Miltiades bewirkt hatte, vertrieb ihn mit Hilfe des Scherbengerichtes, und er begab sich ins Exil nach Argos. Da er aber dort wegen seiner vielen hervorragenden Eigenschaften in höchstem Ansehen lebte, schickten die Lakedaimonier Gesandte nach Athen, die ihn abwesend anklagen sollten, er habe mit dem Perserkönig gemeinsame Sache gemacht, um Griechenland zu unterwerfen. Abwesend auch wurde er deshalb wegen Hochverrats verurteilt. Als er dies hörte, wanderte er nach Kerkyra aus; denn er sah, daß er in Argos nicht mehr sicher sei. Jedoch auch dort bemerkte er bald, daß die obersten Behörden seinetwegen eine Kriegserklärung der Lakedaimonier und Athener befürchteten, und er floh deshalb zu Admetos, dem Molosserkönig, mit welchem ihn alte Gastfreundschaft verband.

Dort traf er ein, als der König gerade abwesend war, nahm eilends dessen Tochter, ein kleines Kind, mit sich und begab sich in ein Heiligtum, welches dort ganz besonders verehrt wird. Dies tat er, damit ihn der König, durch religiöse Bindung verpflichtet, nach seiner Aufnahme um so eifriger schütze, und er verließ den Tempel nicht eher, als bis ihm Admetos die Rechte bot, ihm sein Treuwort gab und ihn zu schützcn versprach. Dieses Treuwort hielt er dann auch.

Als nämlich Athen und Sparta offiziell seine Auslieferung forderten, gab er den Flüchtling nicht preis, sondern ermahnte ihn, er möge selbst sehen, wie er sich weiterhelfe. Denn es sei schwierig, an einem Platz, der den Feinden so nahe liege, in Sicherheit zu leben. Er ließ ihn daher unter ausreichender militärischcr Bedeckung nach Pydna bringen, wo Themistokles, von keinem erkannt, ein Schiff bestieg. Dieses nun wurde durch einen gewaltigen Sturm nach Naxos getriebcn, wo damals ein athenisches Heer stand, und Themistokles war sich darüber klar, daß er werde sterben müssen, wenn man bis zur Insel gelange. In dieser Not eröffnete er dem Besitzer des Schiffes, wer er sei, und versprach ihm eine große Belohnung, wenn er ihn rette. Wirklich ergriff jenen Mitleid mit dem berühmten Mann; er blieb daher einen Tag und eine Nacht in ziemlicher Entfernung von der Insel vor Anker und erlaubte nicht, daß jemand das Schiff verlasse. Darauf fuhr er nach Ephesos und ließ dort Themistokles, der sich später für diese Tat erkenntlich zeigte, von Bord gehen.

9. Ich weiß zwar, viele haben geschrieben, daß Themistokles noch unter der Regierung des Xerxes nach Asien gegangen sei, vertraue aber am meisten den Angaben des Thukydides. Denn dieser stand ihm von allen, die geschichtliche Werke über diese Zeit hinterlassen haben, den Jahren nach am nächsten und stammte zudem aus der gleichen Stadt. Thukydides nun berichtet, er sei zu Artaxerxes gekommen und habe an diesen folgenden Brief geschrieben:"Ich, Themistokles, komme zu Dir, der ich Deinem Geschlecht von allen Griechen am meisten Böses getan habe, als es nötig war, gegen Deinen Vater zu kämpfen und mein Vaterland zu verteidigen. Mehr noch aber habe ich ihm Gutes erwiesen, als ich in Sicherheit war, er aber in Gefahr geriet. Denn als er nach der Schlacht von Salamis nach Asien zurückkehren wollte, habe ich ihn durch einen Brief benachrichtigt, es sei geplant, die Brücke, die er über den Hellespont gebaut hatte, abzubrechen, so daß er von seinen Feinden eingekreist sein werde. Durch diese Nachricht ist er aus drohender Gefahr gerettet worden. Jetzt aber bin ich zu Dir geflohen, von ganz Griechenland vertrieben, und bitte um Deine Freundschaft. Werde ich diese erlangen, so sollst Du in mir einen nicht weniger guten Freund haben, als jener in mir einen tapferen Feind kennengelernt hat. Ich bitte Dich aber, mir zur Überlegung der Dinge, die ich mit Dir besprechen möchte, ein Jahr Zeit zu geben und mir nach dessen Verlauf eine Zusammenkunft mit Dir zu erlauben.

10.Der König, der solche Größe der Gesinnung bewunderte und bestrebt war, diesen Mann für sich zu gewinnen, gewährte ihm die Bitte. Themistokles aber verwandte alle Zeit darauf, das Persische in Wort und Schrift zu erlernen, eine Sprache, in der er es zu solcher Vollkommenheit brachte, daß es heißt, es sei ihm leichter als den gebürtigen Persern gefallen, vor dem Großkönig die rechten Worte zu finden. Bei dieser Gelegenheit machte er ihm viele Versprechungen, jedoch hörte der König von allem am liebsten, daß er, wenn er seinem Rat folge, Griechenland unterwerfen werde. Reich beschenkt kehrte er von Artaxerxes zurück und wählte sich Magnesia zum Wohnsitz. Diese Stadt nämlich hatte ihm der Großkönig zum Geschenk gemacht mit der Bemerkung, sie werde ihm Nahrung gewähren - aus dieser Gegend gingen nämlich an Steuern jährlich 50 Talente ein -, dazu Lampsakos, von wo er den Wein, und Myus, woher er die übrigen Speisen erhalten sollte.

Zwei Denkmäler haben sich von ihm bis in die Zeit erhalten, an die wir uns selbst noch erinnern können, sein Grab nahe der Stadt, in welchem er bestattet ist, und eine Statue auf dem Forum von Magnesia. Über seinen Tod berichten die meisten Verschiedenes. Ich selbst gebe wieder Thukydides den Vorzug, der berichtet, er sei in Magnesia an einer Krankheit gestorben, jedoch andeutet, es gebe ein Gerücht, daß er freiwillig Gift genommen habe, weil er daran verzweifelte, seine Versprechungen bezüglich der Unterwerfung Griechenlands halten zu können. Auch berichtet Thukydides, seine Gebeine seien von Freunden heimlich in Attika begraben worden; denn weil er wegen Hochverrats verurteilt war, erlaubten die Gesetze eine ordnungsgemäße Bestattung nicht.


Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)

LV Gizewski SS 2002