Berühmte Werke der bildenden Kunst in Athen und ihre Künstler: Pausanias, Perihegesis 1, 21, 1 - 1, 27, 2.

Deutsche Übersetzung nach: Pausanias, Beschreibung Griechenlands. Übersetzt und unter Kürzungen mit Kommentierung herausgegeben von Ernst Meyer, 2 Bde, München 1972, Bd. 1, S. 73 - 81.

... Die Athener haben in ihrem Theater Statuen von Tragödien- und Komödiendichtern, meistens jedoch von den unbedeutenderen; denn außer Menander war von den berühmten Komödiendichtern keiner da, von den bedeutenden Tragödiendichtern aber stehen dort Euripides und Sophokles... Die Statue des Aischylos scheint mir viel später gemacht zu sein als sein Tod und das Gemälde, das die Schlacht bei Marathon darstellt. Aischylos erzählte, er sei als Knabe beim Bewachen der Reben auf dem Felde eingeschlafen und Dionysos sei ihm erschienen und habe ihm befohlen, eine Tragödie zu schreiben. Als es Tag wurde, wollte er gehorchen und habe es schon beim Versuch mit Leichtigkeit ausgeführt. So sagte er. An der sogenannten Südmauer der Akropolis, die gegen das Theater gerichtet ist, an dieser ist ein vergoldeter Kopf der Gorgo Medusa angebracht und um ihn eine Aegis. Am höchsten Teil des Theaters ist eine Höhle in den Felsen unter der Akropolis, und auch darauf steht ein Dreifuß, und darin sind Apollon und Artemis dargestellt, wie sie die Kinder der Niobe töten. Diese Niobe habe ich selber gesehen, als ich auf das Sipylosgebirge hinaufstieg; aus der Nähe bietet die Felswand in keiner Weise das Bild einer Frau, auch nicht einer trauernden; wenn man aber weiter entfernt steht, glaubt man eine weinende und trauernde Frau zu sehen.

Am Weg vom Theater zur Akropolis in Athen liegt das Grab des Kalos. Diesen Kalos, den Sohn seiner Schwester und seinen Schüler, ermordete Daidalos und floh darauf nach Kreta; und etwas später entwich er nach Sizilien zu Kokalos. Das Heiligtum des Asklepios ist in bezug auf die Kultstatuen, die von dem Gott und seinen Söhnen gemacht sind, und auch wegen der Gemälde sehenswert. Darin ist ein Brunnen, bei dem Poseidons Sohn Halirrhothios die Arestochter Alkippe geschändet haben und deshalb von Ares getötet worden sein soll und wegen dieses Mordes soll zum erstenmal ein Gericht gewesen sein. Hier befindet sich unter anderem auch ein sauromatiseher Panzer, bei dessen Anblick man gestehen muß, daß die Barbaren technisch nicht weniger geschickt als die Griechen sind...

Nach dem Heiligtum des Asklepios liegt hier am Wege zur Akropolis ein Tempel der Themis. Davor ist ein Grabmal für Hippolytos aufgeworfen ... Den Kult der Aphrodite Pandemos richtete Theseus ein, als er die Athener von den Landgemeinden her zu einer Stadt zusammenführte, und ebenso den der Peitho. Die alten Kultbilder waren zu meiner Zeit nicht mehr vorhanden. Die jetzigen stammen nicht von den unbedeutendsten Künstlern. Dort ist auch ein Heiligtum der Ge Kurotrophos und der Demeter Chloe. Was es mit ihren Beinamen für eine Bewandtnis hat, kann man bei den Priestern im Gespräch erfahren.

4 Zur Akropolis gibt es nur einen Eingang; einen zweiten hat sie nicht, da sie ganz abschüssig ist und eine feste Mauer besitzt. Die Propyläen haben das Dach aus Marmor und ragten hinsichtlich Ausstattung und Größe der Blöcke bis heute hervor. Von den Reiterstandbildern weiß ich nicht sicher zu sagen, ob sie wirklich die Söhne Xenophons zeigen oder einfach zur Zierde aufgestellt sind. Rechts von den Propylaeen befindet sich der Tempel der Nike Apteros. Von hier ist das Meer sichtbar, und hier stürzte sich, wie man sagt, Aigeus herab und starb. Denn das Schiff, das die Knaben nach Kreta brachte, fuhr mit schwarzen Segeln ab; Theseus, der kühn zum sogenannten Minotauros fuhr, hatte seinem Vater gesagt, er würde die weißen Segel setzen, wenn er als Sieger über den Stier zurückkomme. Das hatte er aber vergessen, als ihm Ariadne entführt war, und wie nun Aigeus das Schiffmit schwarzen Segeln zurückkommen sah, stürzte er sich hier im Glauben, sein Sohn sei tot, herab und kam um; und es gibt für ihn in Athen auch ein sogenanntes Heroon des Aigeus. Links von den Propylaeen ist ein Haus mit Gemälden. Unter denen, die nicht durch Alter unkenntlich geworden sind, befand sich ein Diomedes und ein Odysseus, dieser in Lemnos den Bogen des Philoktet holend, jener die Athena aus Ilion forttragend. Da ist auch Orest zu sehen, der den Aigisthos tötet, und Pylades, der die Söhne des Nauplios, die dem Aigisthos zu Hilfe kommen, tötet, und Polyxene, die am Grabe des Achill geschlachtet werden soll. Homer hat mit Recht diese so grausige Tat fortgelassen, aber, wie mir scheint, gut gedichtet, wie Skyros von Achill erobert wurde, durchaus nicht ebenso wie diejenigen, die erzählen, Achill habe in Skyros mit den Mädchen zusammen gelebt, was auch Polygnot gemalt hat. Er malte auch, wie Odysseus am Fluß den mit Nausikaa waschenden Mädchen entgegentrat, ebenso, wie es auch Homer gedichtet hat. Es sind auch weitere Gemälde dort, so ein Alkibiades, und zwar sind Hinweise auf seinen Wagensieg in Nemea auf dem Bild. Und Perseus ist dort zu sehen, wie er nach Seriphos kommt und dem Polydektes das Haupt der Medusa bringt. Die Geschichte der Medusa mag ich aber in meinem Buch über Attika nicht erzählen. Von sonstigen Gemälden ist da außer dem Knaben, der die Sprenggefäße trägt, und dem Ringkämpfer, den Timainetos gemalt hat, noch ein Musaios. Ich habe das Gedicht gelesen, in dem steht, Musaios habe von Boreas die Gabe des Fliegens als Geschenk erhalten, doch hat das, wie mir scheint, Onomakritos gedichtet, und es scheint mir nichts sicher von Musaios zu sein als der Hymnos auf Demeter für die Lykomiden. Am Eingang in die Akropolis selbst soll den Hermes, den man Propylaios nennt, und die Chariten Sokrates, der Sohn des Sophroniskos, gemacht haben, dem die Pythia Zeuge ist, daß er der weiseste der Menschen gewesen sei, mit welchem Titel sie nicht einmal den Anacharsis anredete, der es doch wollte und ebendeshalb nach Delphi kam. Die Griechen erzählen unter anderem, daß es sieben Weise gegeben habe, und rechnen darunter den lesbischen Tyrannen und Periander, den Sohn des Kypselos. Und doch waren Peisistratos und sein Sohn Hippias menschenfreundlicher als Periander und klüger in militärischer Beziehung sowohl wie hinsichtlich der Fürsorge für die Bürger, bis Hippias sich wegen der Ermordung des Hipparch zum Zorn hinreißen ließ wie gegenüber einer Frau namens Leaina. Als nämlich Hipparch ermordet war, ich erzähle hier Dinge, die bisher noch nicht aufgeschrieben sind, aber von den meisten Athenern geglaubt werden, vergewaltigte Hippias diese, bis er sie umbrachte, da er wußte, daß sie eine Hetäre des Aristogeiton war, und vermutete, sie sei durchaus nicht in Unkcnntnis des Vorhabens gewesen. Deshalb wurde nun in Athen nach dem Sturz der Peisistratiden eine bronzene Löwin zum Andenken an diese Frau aufgestellt und neben ihr eine Statue der Aphrodite, die ein Weihgeschenk des Kallias und ein Werk des Kalamis sein soll.

In der Nähe steht ein Bronzebild des Diitrephes, von Pfeilen getroffen ... In der Nähe des Diitrephes, denn die weniger wichtigen Bildwerke will ich nicht aufzählen, stehen von Götterbildern ein solches der Hygieia, die eine Tochter des Asklepios sein soll, und der Athena, auch diese mit dem Beinamen Hygieia. Hier liegt auch ein Stein, nicht groß, sondern so, daß ein kleiner Mann darauf sitzen kann; auf diesem soll, als Dionysos in das Land kam, der Silen sich ausgeruht haben. Die älteren Satyrn nennt man nämlich Silene...

Auch anderes sah ich auf der Akropolis von Athen, so den bronzenen Knaben des Lykios, des Sohnes des Myron, der das Weihwassergefäß hält, und den Perseus des Myron, der das Werk an der Meduse vollbracht hat. Auch ist da ein Heiligtum der brauronisehen Artemis, deren Kultbild ein Werk des Praxiteles ist; die Göttin hat ihren Namen nach dem Ort Brauron. Das alte Holzbild ist in Brauron, die taurische Artemis, wie man sagt. Dann steht dort das sogenannte hölzerne Pferd in Bronze. Daß das Werk des Epeios eine Erfindung zur Zerstörung der Mauer war, weiß, wer den Phrygern nicht jede Einfältigkeit zutraut. Von jenem Pferd wird erzählt, daß es die Besten der Griechen in sich barg, und so ist auch dieses bronzene Pferd gemacht, und Menestheus und Teukros beugen sich aus ihm heraus und dazu noch die Söhne des Theseus. Von den Statuen, die nach dem Pferd ihren Platz haben, hat Kritias das Bild des Epicharinos, der sich im Waffenlauf übte, gemacht, Oinobios aber hat dem Thukydides, dem Sohn des Oloros, einen guten Dienst erwiesen. Oinobios setzte nämlich den Beschluß durch, daß Thukydides nach Athen zurückkehren könne, und er hat daher, als er nach seiner Rückkehr ermordet wurde, ein Grabmal nicht weit vom melitischen Tor. Die Geschichte des Pankratiasten Hermolykos und des Phormion, des Sohnes des Asopichos, übergehe ich, weil andere darüber geschrieben haben.

Dort steht auch Athena, die den Silen Marsyas schlägt, weil er die Flöten wieder aufhob, die die Göttin fortgeworfen wissen wollte. Gegenüber diesen genannten Bildwerken befindet sich der Kampf des Theseus mit dem sogenannten Minotauros, mag es nun ein Mensch oder ein Tier gewesen sein, wie die herrschendeMeinung ist. Frauen haben nämlich noch viel seltsamere Ungeheuer sogar zu unserer Zeit geboren als dieses. Auch Phrixos steht dort, der Sohn des Athamas, der von dem Widder nach Kolchis entführt wurde. Er hat ihn irgendeinem Gott geopfert, vermutlich dem laphystischen Zeus, wie er bei den Orchomeniern genannt wird, ihm nach griechischer Sitte die Schenkel abgeschnitten und sieht zu, wie sie brennen. Dann stehen da weiter andere Statuen, so ein Herakles, der die Schlangen erwürgt, wie die Sage lautet, und eine Athena, aus dem Haupt des Zeus entspringend. Auch ein Stier ist da als Weihgeschenk des Areopags, weshalb aber der Rat ihn geweiht hat, darüber könnte man, wenn man wollte, viele Vermutungen anstellen. Dann ist da eine Statue der Ge, die Zeus um Regen bittet, sei es, daß den Athenern selbst Regen fehlte, sei es, daß alle Griechen von einer Dürre betroffen wurden. Hier steht auch Timotheos, der Sohn des Konon, und Konon selber. Die Figur der Prokne, die die Untat gegen ihren Sohn ersonnen hat, und Itys stellte Alkamenes auf. Auch Athena ist da gemacht, die den Ölbaum aufsprießen, und Poseidon, der das Wasser erscheinen läßt. Ferner ist da die Zeusstatue des Leochares und der sogenannte Polieus...

Tritt man in den Tempel ein, den sie Parthenon nennen, so bezieht sich die ganze Darstellung im Giebel auf die Geburt der Athena, der rückwärtige Giebel aber enthält dem Streit des Poseidon mit Athena um den Besitz des Landes. Das Kultbild selbst ist aus Gold und Elfenbein gemacht. Mitten auf dem Helm sitzt die Figur einer Sphinx; was man von der Sphinx erzählt, werde ich schreiben, wenn meine Darstellung bis Böotien vorgeschritten ist; beiderseits an dem Helm aber sind Greifen angebracht. Das Kultbild der Athena ist aufrechtstehend mit einem Chiton bis zu den Füßen, und an ihrer Brust ist das Medusenhaupt aus Elfenbein angebracht. Und eine Siegesgöttin gegen vier Ellen hoch hat sie in der Hand und eine Lanze, und zu ihren Füßen steht der Schild, und neben der Lanze befindet sich eine Schlange, und diese Schlange mag wohl Erichthonios darstellen. An der Basis des Kultbildes ist die Geburt der Pandora dargestellt. Hesiod und andere haben erzählt, wie diese Pandora die erste Frau wurde; vor der Geburt der Pandora gab es das Geschlecht der Frauen noch nicht. Hier gibt es sonst nur ein Bild des Kaisers Hadrian, wie ich selber gesehen habe, und im Eingang eines des Iphikrates, der viele berühmte Taten vollbracht hat.

Dem Tempel gegenüber steht ein Apollon aus Bronze, und die Statue soll Phidias gemacht haben. Man nennt ihn den Parnopios, da der Gott ihnen sagte, er werde ihnen die Heuschrecken, die ihrem Lande schadeten, aus dem Land vertreiben. Daß er sie vertrieb, weiß man, auf welche Weise, wird aber nicht gesagt...

Auf der Akropolis von Athen steht auch Perikles, der Sohn des Xanthippos, und Xanthippos selbst, der die Seeschlacht bei Mykale gegen die Perser schlug. Die Statue des Perikles steht aber anderswo [scil. als die des Xanthippos, nämlich vor den Propyläen]. In der Nähe des Xanthippos dagegen steht Anakreon von Teos, der zuerst nach der Lesbierin Sappho vor allem Liebesgedichte schrieb. Und er ist so dargestellt, wie wohl ein trunkener Mensch singen würde. In der Nähe hat Deinomenes Frauenstatuen geschaffen, die Io, die Tochter des Inachos, und Kallisto, die Tochter des Lykaon, von denen beiden die ganz gleichen Geschichten erzählt werden, die Liebe des Zeus, der Zorn der Hera und ihre Verwandlung, der einen in eine Kuh, der Kallisto in eine Bärin.

An der Südmauer hat Attalos den Kampf gegen die Giganten, die einst in Thrakien und aufder Halbinsel Pallene wohnten, und den Kampf der Athener gegen die Amazonen und die Schlacht bei Marathon gegen die Perser und die Vernichtung der Gallier in Mysien aufgestellt, jede Figur zwei Ellen hoch. Es steht da auch ein Olympiodoros, der durch die Größe seiner Taten berühmt wurde und nicht zum mindesten auch durch seine Lebensführung, indem er sich hochgemut erwies unter Menschen, die ständig Niederlagen erlitten hatten und deshalb selbst für die Zukunft überhaupt nichts Gutes mehr zu erhoffen wagten. Das Museion ist innerhalb der alten Stadtmauer, ein Hügel gegenüber der Akropolis, wo Musaios gesungen haben und vor Alter gestorben und begraben worden sein soll. Später wurde dort auch ein Grabmal für einen Syrer gebaut...

In der Nähe der Statue des Olympiodoros steht eine Bronzestatue der Artemis mit Beinamen Leukophryene. Diese weihten die Söhne des Themistokles. Denn die Magneten, über die Themistokles durch Verleihung seitens des Großkönigs herrschte, verehren die Artemis Leukophryene. Doch ich muß weiterkommen in meinem Buch, wenn ich alle griechischen Dinge gleichermaßen behandeln will. Endoios war von Abstammung Athener und Schüler des Daidalos, der dem Daidalos, als er wegen des Todes des Kalos floh, nach Kreta folgte. Von ihm stammt das Sitzbild einer Athena mit der Aufschrift, daß Kailias es geweiht und Endoios es gemacht habe.

Es gibt auch ein Erechtheion genanntes Gebäude. Vor dem Eingang steht ein Altar des Zeus Hypatos, wo sie nichts Lebendes opfern, sondern nur Kuchen auflegen und auch keinen Wein mehr darauf gießen. Wenn man eingetreten ist, stehen da Altäre, einer des Poseidon, auf dem sie auch dem Erechtheus nach einem Orakelspruch opfern, einer des Heros Butes und ein dritter des Hephaistos. An den Wänden sind Gemälde des Adelsgeschlechts der Butaden. Und es ist auch, denn das Gebäude ist doppelt, Meerwasser in einem Brunnen darin. Das ist kein besonderes Wunder; denn das gibt es auch sonst im Inland, so in Aphrodisias in Karien. Dieser Brunnen aber bietet als Besonderheit zu berichten, daß er bei Südwind das Geräusch von Wellen hören läßt. Im Felsen ist auch ein Dreizackmal; das soll Poseidon als Beweis seines Anspruchs auf das Land erzeugt haben.

Sonst ist der Athena die Stadt heilig und überhaupt gleicherweise das gesamte Land, und auch diejenigen, die andere Götter in den Landgemeinden verehren, halten Athena deshalb doch nicht weniger in Ehren. Das heiligste gemeinsame Kultobjekt jedoch schon viele Jahre vor der Zusammensiedlung aus den einzelnen Gemeinden ist ein Athenabild auf der jetzigen Akropolis [scil. hohen Alters in der östlichen Hälfte des Erechtheion-Tempels], die damals einfach Polis hieß, von dem die Sage geht, es sei vom Himmel gefallen. Darüber rede ich nicht weiter, ob es nun so oder anders sich verhält, Kallimachos aber hat der Göttin eine goldene Lampe gemacht. Und diese Lampe füllen sie mit Öl und warten dann bis zum gleichen Tage des nächsten Jahres, und jenes Öl reicht für die Lampe in der Zwischenzeit aus, obwohl sie Tag und Nacht hindurch brennt. Es ist ein Docht darin aus karpasischem Leinen, das als einziges Leinen nicht verbrennt. Und eine Bronzepalme über dem Leuchter, die bis ans Dach reicht, zieht den Rauch empor. Kailimachos, der diesen Leuchter gemacht hat, steht zwar an Kunstfertigkeit den ersten nach, ist aber an Erfindungsgabe so sehr der beste, daß er zuerst Steine durchbohrte und sich entweder selbst den Namen des Katatexitechnos beilegte oder ihn auf sich anwandte, nachdem andere den Namen gegeben hatten. In dem Tempel der Polias steht ein hölzerner Hermes, angeblich ein Weihgesehenk des Kekrops, ganz verdeckt durch Myrtenzweige. Von bemerkenswerten Weihgesehenken sind da unter den alten ein Klappstuhl, Werk des Daidalos, und aus der Perserbeute der Panzer des Masistios, der bei Plataeae die Reiterei befehligte, und der angebliche Dolch des Mardonios. Bei Masistios weiß ich, daß er von den athenischen Reitern getötet wurde; da aber Mardonios gegen die Spartaner kämpfte und durch einen Spartaner fiel, könnten die Athener ihn weder ursprünglich erbeutet haben, noch hätten die Spartaner wohl die Athener den Dolch mitnehmen lassen. Über den Ölbaum weiß man nichts weiter zu erzählen, als daß dieser von der Göttin als Zeichen geschaffen sei für ihren Kampf um das Land. Man erzählt auch das, daß der Ölbaum verbrannt sei, als die Perser die Stadt Athen einäscherten, aber am selben Tag wieder zwei Ellen hoch aufgeschossen sei. ...


Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)

LV Gizewski SS 2002