Kap. 1: Religionen im Alten Orient.

 INHALT

1. Gott und Götter in der Bibel und in den ihrem Wirkungskreis benachbarten antiekn Religionen des Alten Orients.

2. Übersicht über Gliederung und texthistorische Schichtung der Bibel.

3. Übersicht über wichtige Textquellen aus der altorientalischen Umwelt des Alten Testaments.

4. Übersicht über die religionsgeschichtlichen Entwicklungen im Umfeld der Bibel.

5. Literatur. Medien, Quellen.

 1. Gott und Götter in der Bibel und in den ihrem Wirkungskreis benachbarten Religionen des Alten Orients. 

a) ÜBUNG.

Gott in den 'Zehn Geboten' und 'die anderen Götter neben ihm'.

Die folgende Übung hat den Zweck, Typen religiöser Vorstellungsformen der Bibel und in ihrer historischen Nachbarschaft exemplarisch vorzuführen und dabei generell auch auf die Differenz von begrifflicher Beschreibung und innerem Selbstverständnis einer Religion hinzuweisen.Untersuchen Sie folgende Fragen:

1. Wie ist Gott in dem folgenden Text aus der Bibel (2. Mos. 19 -20, 26) charakterisiert und wo liegen die Schwerpunkte seiner Anordnungen?

2. Versuchen Sie, die imfolgenden zusammengefaßten Götterabbildungen aus dem historischen Umfeld des Alten Testaments der Bibel namentlich und zeitlich zu bestimmen.

3. Wie unterscheidet sich die Gottesvorstellung in dem untersuchten Text von der in den Götterabbildungen und wo könnten Gemeinsamkeiten bestehen?

Zu den Übungstexten und -abbildungen: Uebung_A.

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Zur Lösung der Übungsaufgaben: Loesung_A.

 

b) Zum Begriff der Religion und zur antiken Göttertypologie.

Ähnlich wie die Begriffe 'Kultur', 'Volk', 'Staat' bedarf auch der der 'Religion' in Anwendung auf die Altertumsgeschichte einer genaueren Bestimmung. Ein Begriff 'Gottes' oder des 'Göttlichen' hat einerseits viele Erscheinungsformen zu berücksichtigen und muß andrerseits von religionswissenschaftlich ermittelten 'subjektiven' Vorstellungsmomenten - wie z. B. einem 'Fascinosum' und einem 'Numinodum' (Rudolf Otto) ausgehen: Gott als dem Menschen übermächtig gegenübertretende, ihn erschütternde und beängstigende, ihm in seinem Wesen, seinen Fügungen und seinen Hinweisen nie ganz begreifliche, dennoch aber ihn anziehende und ggf. erlösende Macht mit personalem Charakter ist dabei vor allem ein Gegenüber gläubigen Verständnisses; über seine 'Realität' oder Nichtrealität läßt sich wissenschaftlich nichts Zwingendes aussagen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, für historische Zwecke primär am Begriff der 'Religion' anzusetzen, die - in welcher historischen Gestalt auch immer - eine prinzipiell wissenschaftlich beschreibbare Erscheinungsform menschlichen Lebens ist. Bei ihrer beschreibenden Erfassung ist es sinnvoll, die im folgenden zusammengefaßten systematischen Aspekte zu berücksichtigen. Andrerseits ist es aber auch hier nötig, sich im Wege des 'Verständnisses' mit den Vorstellungsinhalten der religiösen Glaubensvorstellungen und Riten vertraut zu machen. Wie gegenüber entsprechenden - zunächst fremd wirkenden - Phänomenen der heutigen Zeit, ist letzteres jedenfalls prinzipiell auch gegenüber solchen aus weit zurückliegenden Epochen möglich.

 Übersicht: Aspekte_zum_Begriff_der_Religion

Die historisch- systematische Beschreibung einer Religion, so nötig sie auch aus Gründen der Eindeutigkeit und Klarheit historischer Aussage ist, stellt sich jedoch zumeist mehr oder weniger unausgesprochen auf bestimmte Epochen der religiösen Entwicklung ein. Sie folgt damit hin und wider wohl auch dem Anspruch der oder einiger Religionen - wie z. B. des Christentums - selbst, deren Glaubenswahrheiten sich nicht historisch selbst zu relativieren, sondern als unveränderlich und zeitunabhängig gültig zu verstehen pflegen. Historisch ist es jedoch von wesentlichem Interesse, an den geistigen Zusammenhänge, die unter verschiedenen denkbaren ideellen und organisatorischen Kriterien an bestimmten historischen Zeitmarken als religiöse Einheit aufzufassen sind, die - überall stattfindenden, wenn auch zumeist langsam sich vollziehenden - Änderungen davor und danach zu konstatieren. Von ebenso großer historischer Bedeutung ist die Feststellung verschiedener Richtungen solcher 'Religionseinheiten' zu bestimmten historischen Zeitpunkten; denn aus ihnen ergeben sich nicht nur charakteristische 'Widersprüche in der Einheit', sondern zumeist auch Veränderungsimpulse, die ggf. zu Parteibildungen, Abspaltungen und Religionsneubildungen führen können. Und schließlich ist, wenn man Religionen in Beziehung zu einem 'gesellschaftlichen Rahmen' setzt, es aus historischem Erkenntnisinteresse von Belang, ob und in welcher Weise sie dort mit anderen Religionen konkurrieren oder koexistieren: ob sie etwa diesen gegenüber 'dominant' sind , d. h. durch politisch und geistig maßgebliche Gruppen der Gesellschaft unterstützte vorrangige Geltung beanspruchen, ob sie sich in einer eher pluralen Religionsverfassung befinden oder ob sie als bekämpfte, verbotene oder verdrängte Religionen untergründig in bestimmten sozialen oder minoritären Milieus Geltung behalten, im ünrigen aber als 'superstitiös' gelten.

Innerhalb der Religionen sind die Vorstellungen von Gott, Gottheit oder Göttern im allgemeinen zentral. Doch gibt es dort auch eine Anzahl wichtiger 'Objektkategorien' oder 'Geistwesen', die die gläubigen Menschen beschäftigen: Schicksalsmächte und -abläufe, denen auch Götter untergordnet sein können, Götterboten oder Dämonen, die menschlichen Seelen und ihre Existenz in Jenseits- , Unter- oder Himmelswelten, gottnahe menschliche Wesen und ihre 'Reinheit' und manches andere. In der vergleichenden Religionswissenschaft, die religiöse Formen aller Epochen und Weltregionen miteinander in Beziehung setzt und nebeneinander analysiert, ist eine Typologie religöser Vorstellungsformen entwickelt worden, in die sich auch die tragenden Vorstellungen der antiken Religionen einordnen lassen. Tut man dies, so verfährt man typisierend; die besondere historische Gestalt der geistigen Welt einer Religion wird somit partiell ausgeblendet. Das kann auch zu Fehlbeobachtungen und fehlschlüssen führen. Dennoch ist eine Typisierung dieser Art ein sinnvoller Weg, eine - im konkreten Falle stets als vorläufig zu denkende - Übersicht in der Vielfalt der Religionsvorstellungen zu erhalten und zu wahren. Das gilt gerade auch für die über 4 Jahrtausende der antiken Religionsgeschichte - rechnet man zu dieser die des Alten Orients und die des späteren mediterranen Altertums. Aber schon für die Beurteilung der vielfältigen Formen und Richtungen 'einer Religion' während aller ihrer Entwicklungsepochen ist ein solches Verfahren sinnvoll. Was speziell die Gottesbegriffe betrifft, die in der Übung A angesprochen sind, so lassen sich etwa im Umfeld des 'Alten Testaments' der Bibel typisierend 'Himmels'-, 'Meeres'-, 'Erd'-, 'Wind'- und 'Regengötter', 'Gestirnsgötter', 'Vegetationsgötter 'in Gestalt mächtiger 'Mutter'- und/oder 'Vater'-Gottheiten, 'Berg'-, 'See'-, 'Fluß'-, 'Quell'- und andersartige Lokalgötter und nicht zuletzt 'Stadt'- und 'Staats'-Götter unterscheiden. Die Vorstellung von einer einzigen Gottheit, die für alles Weltgeschehen 'im Himmel und auf Erden' ausschließlich oder jedenfalls letztlich alleinbestimmend sei , ist nur eine eine - allerdings nicht auf die israelitische oder die aus ihr hervorgehende chrisiliche Religion beschränkte - geistige Erscheinungsform innerhalb eines typologischen Spektrums. Ihr könnte man vielleicht einen Religionstyp gegenüberstellen, der überhaupt keine bestimmenden Götter, sondern nur 'heilige' Geistwesen, -zustände und -schiksale innerhalb oder jenseits der menschlichen Sphäre kennt. Dieser ist wohl nicht auf im ethnologischen Sinne 'primitive' Religionen beschränkt , sondern könnte sich auch in Verbindung mit philosophischen Formen einer skeptischen oder atomistisch-pantheistischen oder stoisch-schicksalsgläubigen Kritk an unbegründbaren Göttervorstellungen traditioneller Religionen finden, wie sie in der griechischen und römischen Antike vorkommen, ansatzweise vielleicht zuerst in der sokratischen Vorstellung eines 'Daimonion'.

Zu einem religionswissenschaftlichen Begriff der Religion und der Gottheit oder des Göttlichen, ferner zu den Gottesbildern verschiedener altorientalischer Religionen und den in ihnen erkennbarern Typen ist auf die fachwissenschaftliche Literatur zu verweisen, insbesondere soweit sie systematische Überblicke geben will, so z. B. auf die unten zu P. 5 oder im Allgemeinen Literaturverzeichnis angegeben Titel von Gustav Mensching, Mircea Eliade oder Martin Noth (S. 251 - 266). Auch der Soziologen wie Max Weber und Niklas Luhmann sind mit ihren Gedanken in diesem Zusammenhang beachtlich.

c) Zur Vielfalt der antiken Religionsgeschichte.

Es ist weder hier noch in anderen Kapiteln dieses Skripts aus konzeptionellen und aus fachdisziplinären Gründen sinnvoll, die Fülle des von den verschiedenen philologischen, archäologischen, allgemein- und religionsgeschichtlichen Forschungsdisziplinen, die sich mit dem vorderorientalisch-mediterranen Altertum befassen, für dessen einzelne Bereiche und Epochen Ermittelten in allen oben angesprochenen Aspekten zusammenzufassen oder gar ausführlicher darstellen zu wollen, wie es bei fachdisziplinär-systematischen Darstellungen geboten wäre. Auch die Fülle der erschlossenen Quellen läßt sich für Nicht-Spezialisten auf den jeweiligen Gebieten nicht angemessen darstellen; ein Illustration dafür sei etwa die unten zu P. 3 wiedergegebene Übersicht über eine Auswahl historisch belangvoller Textquellen aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT). Der Leser muß daher, selbst wenn er nur eine kurz zusammenfassende Einführung, z. B. in die Religionsgeschichte Ägyptens oder in die Roms, oder nur einige Illustrationen oder Quellenbeispiele sucht, generell immer auch auf die im Allgemeinen Literaturverzeichnis angegebenen oder ähnliche Einführungs- und Standardwerke oder Quellensammlungen verwiesen werden.

Die Fülle des Quellenmaterials für den Bereich außerhalb der biblischen Religion und seiner Bearbeitungen macht andrerseits deutlich, wie sinnvoll und nötig angesichts des heute erreichten Forschungsstandes für das historische Verständnis eine vergleichende Einbindung der aufgrund etwa christlicher Kulturtraditionen im Mittelpunkt europäischen Geschichtsbewußtseins stehenden biblischen Religionsgeschichte in eine allgemeine Religionsgeschichte des Alten Orients und generell des Altertums ist. In diesem konzeptionellen Zusammenhang sind die einzelnen Themen dieses Skripts und ihre aspektuell vorgehende Darstellungsweise zu verstehen. 

d) Zur Nachwirkung altorientalischer Religiosität neben den auf der Bibel basierenden Glaubensformen am Beispiel der Astrologie.

Die antike Religionsgeschichte hat über verschiedene Traditionsstrränge erheblichen Einfluß auf die spätere Religions- und Geistesgeschichte gehabt und bis heute beibehalten. Ihre Kenntnis dient insoweit auch einer Erklärung heutiger, 'moderner' Formen des Geistes und der Religiosität. Insbesbesondere gilt dies dann, wenn man nicht nur ungebrochene und relativ gleichgegebliebene tradierte Glaubensinhalte - wie z. B. das Anknüpfen an die Bücher des 'Alten Testaments' in Christentum und Judentum oder das 'nizänisch- chalzeonensische' Glaubensbekenntnis in den der christlichen Kirchen - betrachtet, sondern auch Umformungen und Rekombinationen antiker Religions- und Philosophie-Formen in der Neuzeit mit einbezieht.

In Judentum und Christentum, partiell auch im Islam haben wir deutlich wahrnehmbare, in ihrer Entwicklung belegbare religionsgeschichtliche und bis heute wirkungsmächtie Traditionen vor uns, die in der Antike wurzeln. Aber auch solche Religionstraditionen aus der Antike, die in späteren Epochen als 'Aberglauben' einer Verdrängung durch dominante Religionen wie das Christentum unterlagen, wirkten in verschiedener Weise fort. Sieht man einmal von den oben erwähnten religiösen - z. B. pantheistischen oder schicksalsgläubigen - Subkomponenten ab, die in antiken Philosophien wie der 'akademischen Skepsis', der 'Stoa' oder dem 'Epikuräismus' eine Rolle spielten und seit der Renaissance in Europa erneut als Glaubensberzeugungen in einem weiteren Sinne wirksam wurden, so ist hier besonders die 'Astrologie' hier zu nennen.

Zur Tradition der Astrologie seit ihren Ursrpüngen in der sumerisch-akkadischen Religion bis in unsere Zeit gehört einerseits ihre allmähliche Verbreitung im gesamten vorderorientalischen und dann auch im gesamten antiken Mittelmeer-Raum, später ihr untergründiges Fortwirken in Judentum und Christentum und schließlich ihre Rezeption im Rahmen dezidierter humanistischer Rückgriffe auf 'heidnische' Bildung und Religion. Neben dem Christentum oder dem Judentum zeigt sich an Traditionen wie der der Astrologie generell, wie einflußreich sehr verschiedene Traditionen aus der religiösen Welt des Alten Orients bis heute bleiben konnten.

Zur Tradition der Astrologie.

Auch hier muß zur Vertiefung auf die unten genannte Einführungsliteratur verwiesen werden. 

2. Übersicht über Gliederung und texthistorische Schichtung der Bibel.

Die verschiedenen Bücher der Bibel , ihre Einordnung in verschiedenartige Religionsentwicklungen und ihre Textenstehungs- und Überlieferungsgeschichte bilden auf eine reichhaltige, aber auch sehr komplexe Weise unterschiedliche Epochen der israeltisch-jüdischen und später der frühen christlichen Geschichte ab. Neben den 'kanonischen' Büchern der Bibel, d. h. denen, die bereits im Laufe der antiken Geschichte nach jüdischer oder christlicher Überzeugung als verbindliche, inspirierte Mitteilung des göttlichen Wortes Geltung erlangten und insoweit von anderer frommer und inspirierter Literatur unterschieden wurden, tritt eine Fülle thematisch benachbarter Literatur, die nicht dieselbe religiöse Bedeutung erlangte z. B. 'Apokryphen', Apokalypsen', 'Weisheitsbücher') und natürlich - wie im übrigen Alten Orient auch - eine Anzahl nicht spezifisch religiöser Textquellen (Inschriften und Papyri aller Art aus den Lebenszusammenhängen des israelitisch-jüdischen Volkes und späterhin der Lebenswelt des Christentums).

Die Kanonizität der biblischen Bücher hat eine Entwicklung zu verschiedenen Formen durchgemacht, die mit der schriftgelehrten bzw. theologischen Entwicklung des Judentums und des Christentums eng verbunden ist. Der im hellenistischen Ägypten um 200 v. Chr. entstandene griechische 'Septuaginta'-Text des Alten Testaments enthält weitaus mehr Schriften als eine spätere rabbinische Auffassung (der Synode von Jamnia i. J. 90 n. Chr.) im Kanon zusammengefaßt wissen wollte. Zur Unterscheidung werden die nach jüdisch-rabbinischer Auffassung 'überzähligen' (wenn auch religiös angesehenen) Schriften, die zumeist durch einen schon 'hellenistischen' Geist mitgeprägt sind (Das Buch Tobias, das Buch Judith, Die Weisheit Salomos, das Buch Jesus Sirach, das Buch Baruch, der Brief des Jeremia, das1. und 2. Makkabäerbuch), wissenschaftssprachlich als 'deuteroknanonisch' bezeichnet, die - nach jüdisch-rabbinischer Auffassung unbestritten kanonischen als 'protokanonisch'). Nach dem Konzil von Hippo i. J. 393 n. Chr.) wurde für den westlichen (später 'katholischen' Teil der Christenheit der Septuaginta-Kanon als verbindlich akzeptiert, für den östlichen (später 'orthodoxen') zunächst ebenfalls, jedoch seit dem 17. Jht. nur noch für 4 Bücher. Auch im Bereich der protestantischen Glaubensrichtungen entwickelten sich ebenfalls unterschiedliche Vorstellungen über 'eigentliche' und 'uneigentliche' Kanonizität ('Apokryphen' i. S. der Definition M artin Luthers) der alttestamentarischen Textüberlieferung. - Es versteht sich, daß die Schriften des 'Neuen Testaments' nur in den christlichen Kanon Aufnahme gefunden haben, dessen Form ebenfalls gegen Ende des 4. Jhts. festgelegt wurde.

Unterschiedlich ist in den bibelnahen Religiuonsformen auch der Aufbau der biblischen Bücher. Die jüdische Tradition unterscheidet für das 'Alte Testament' a) 'Thora' ('Pentateuch': Mose-Bücher) ), b) Nebi'im ('Prophten': mit Josua, Richter- und Königs-Büchern als 'Vorderen Propheten', mit Jesaja, Jeremia und Hesekiel als 'hinteren, großen' und mit zwölf weiteren 'hinteren, kleinen Propheten') und c) 'Ketubim' (Hagiographa': Psalmen, Hiob. Hohelied Salomos und alle anderen als kanonisch akzeptierten Bücher). Die christlichen Formen des Aufbaus werden in der nachfolgenden Übericht zugrundegelegt.

Zur Übersicht über die biblischen Bücher ('Altes Testament' und 'Neues Testament') und die Literatur in ihrem Umfeld knapp, wenn auch viel eingehender als an dieser Stelle möglich: Martin Noth, Die Welt des Alten Testaments. Eine Einführung, Freiburg u. a. O.1991; E. Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur, München 1976, S. 491 - 673. Die folgende Übersicht beabsichtigt lediglich eine kurze Orientierung.

 Bibel_Inhaltsübersicht
 

3. Übersicht über wichtige Textquellen aus der altorientalischen Umwelt des Alten Testaments.

Die überwältigende Fülle der Textquellen aus der Umwelt der Bibel relativiert einerseits die Bedeutung der verschiedenen Bücher des 'Alten Testament' als Quellen für die religiöse, politische, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Alten Orients, macht sie andrerseits aber vielfach auch erst einer kritischen Beurteilung zugänglich. Die im folgenden aufgeleitsten exemplarischen Texte repräsentieren nur einen Teil der gesamten Textüberlieferung. So sind etwa die 'literarischen' Texte (wie das 'Gilgemesch-Epos') oder 'wissenschaftliche' und 'philosophische' Texte der verschiedenen Gattungen hier aus Raumgründen gar nicht mitberücksichtigt. Viele Textgattungen, die sich in der Bibel finden (Gesetzesbücher, rechtliche Urkunden, Geschichtsdarstellungen, Prophetien, Apkalypsen, Gebete, Lieder, Weisheitslehren und Spruchsammlungen) haben in der nachfolgenden Aufstellung aufschlußreiche Parallelen, die auch auf gemeinsame form- und ideengeschichtliche Traditionen hinweisen.

Zur Literatur i. e. S. und den anderen Kategorien der Textquellen aller Regionen des Alten Orients im Überblick: Wolfram von Soden, Einführung in die Altorientalistik, Darmstadt 1985, S. 125 - 222 ; Erik Hornung, Einführung in die Ägyptologie, Darmstadt 1993 4 , S. 41 - 73.

 Uebersicht ueber 'Texte aus der Umwelt des Alten Testaments - TUAT''
 

4. Übersicht über die religionsgeschichtlichen Entwicklungen im Umfeld der Bibel.

 a) Datenübersicht zur Geschichte der israelitisch-jüdischen Religion.

 Datenübersicht (1)

b) Datenübersicht zur Geschichte des Christentums.

Datenübersicht (2)

Religiöse Einflüsse aus Nachbarreligionen auf die israelitisch-jüdische Religionsentwicklung.

Religiöse Einflüsse (1)

Religiöse Einflüsse aus Nachbarreligionen auf die Entwicklung des Christentums.

 Religiöse Einflüsse (2)

 

5. Literatur, Medien, Quellen.

 Hier werden lediglich einige wichtige Titel zur Orientierung über das Gesamtthema angegeben. Zu allen Abschnitten dieses Kapitels weitere Angaben im Allgemeinen Verzeichnis: LitQVerz.htm

Literatur:

Max Weber, Religionssoziologie (Typen religiöser Vergeimeinschaftung), in: ders., Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Studienausgabe, 5., revidierte Auflage, besorgt von Johannes Winkelmann, Tübingen 1972, S. 245 - 381.

Niklas Luhmann, Funktion der Religion, Frankfurt M. 1997. 

Martin Noth, 'Die Welt des Alten Testaments. Eine Einführung, Freiburg u. a. O. 1991.

Mircea Eliade, Geschichte der religiösen Ideen, Freiburg 1997 3.

Gustav Mensching, Die Religion. Erscheinungsformen, Strukturtypen und Lebensgesetze, Stuttgart 1959.

Erik Hornung, Einführung in die Ägyptologie. Stand Methoden, Aufgaben, Darmstadt 1993 4 .

Wolfram von Soden, Einführung in die Altorientalistik, Darmstadt 1985.

Eduard Meyer, Geschichte des Altertums, 5 Bde., Stuttgart 1884 und 1902 (1. Auflage); mehrfache Neuauflagen mit teilweise erheblichen Umarbeitungen, so z. B. des 1. Bandes; letzte (4.) Aufl. hg. von E. Stier 1939 - 1958).

E. Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur, München 1976. 

Medien:

Der Große Plötz. Auszug aus der Geschichte. Hg. vom Plötz-Verlag unter Mitarbeit von 69 Fachwissenschaftlern, Freibutg, Würzburg 1988 30 , S. 62 f.

Putzger, Historischer Weltatlas, hg. von W. Leisering unter Mirarbeit vieler Wissenschaftler, Cornelsen-Verlag, Berlin 1991 101 , S.4.

Warren Kenton, Astrologie. Eine Bilddokumentation. Aus dem Englischen übersetzt von Karin Schreiner, Frankfurt M., 1976.

Leonard Wolley, Mesopotamien und Vorderasien. Die Kunst des Mittleren Ostens, Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen', Baden-Baden, 1979 3 .

Quellen:

Biblia Hebraica, ed. R. Kittel, Stuttgart 1912 in wissenschaftlicher Übersetzung und Kommentierung, z. B. bei: E. Kautzsch, A. Bertholet u. v. a., Die Heilige Schrift des Alten Testaments [wissenschaftliche, kommentierte Übersetzung mit kritischem Apparat], 2 Bde., Tübingen 1922 4 .

O. Kaiser (Hg.) , Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Gütersloh 1982 - 1985, Bd. I und II. 


 

Vl/Ue Gizewski WS 1998/99

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)