Daten zur Geschichte des alten Christentums.

Diese Datenzusammenstellung dient lediglich einer kurzfgefaßten zeitlichen Orienetierung. Die in einer Kurzfassung vielfach verborgenen Darstellungsprobleme lassen sich nur bei ausführlicherer Lektüre erfassen.

 

Um 5 n. Chr.

Geburt des Jesus von Nazareth.

Um 27 n. Chr.

Öffentliches Wirken Johannes des Täufers.

ca. 28 - 30

Öffentliches Wirken des Jesus von Nazareth bis zu seinem Prozeß und seiner Kreuzigung.

30 - 43

Ausbildung einer Jerusalemer Urgemeinde' im 'judenchristlichen' Milieu (Petrus und die Apostel).

Um und seit 43

Verfolgung und zeitweilige Zerstreuung der 'Urgemeinde' durch Herodes Agrippa. Seither Entstehung 'heidenchristlicher' Gemeinden (Paulus in Antiochia).

49 - 64

Missionsreisen des Paulus; Verhaftung und Überführung nach Rom i. J. 62. Entstehungszeit der paulinischen Briefe.

64

Nach der Überlieferung Tod des Paulus und des Petrus in Rom anläßlich der neronischen Christenverfolgung.

66 - 71

Jüdisch-zelotischerer Aufstand. Zu Beginn Abwanderung der Christen aus Jerusalem.

Seit 65

Entstehung der Evangelien des Markus, Lukas und Matthäus sowie der Apostelgeschichte. Entstehung von Gemeindeverfassungen mit den Ämtern der Episkopen, Presbyter und Diakone.

Seit 95

Christentum wird als 'religio illicita' verfolgt (Verfolgungsmaßnahmen unter Domitian, aber auch später: Reskript Trajans an Plinius d. J. 113). Enstehung der Johannes-Apokalypse. Beginn der ,apologetischen' Literatur, generell der 'Patristik'.

Um 100

Ausprägung des 'monarchischen' Episkopats (Briefe des Clemens und des lgnatius v. Antiochien) in Konsequenz der beginnenden ,katholischen' Auseinandersetzung mit Häresien.

1. Hälfte des 2. Jhts.

Ausgrägung vor allem 'gnostischer' (Marcion, Valentinian, Basilides) und 'montanistischer' (Montanus) Religionsrichtungen in Konkurrenz zum 'katholischen' Christentum.

2. Hälfte des 2. Jhts.

Größere 'Märtyrer'-Prozesse (Smyrna um 160, Lyon, Vienne 177).

Um 200

Kanonbildung der neutestamentlichen Schriften abgeschlossen (Fragmentum Muratori). Anspruch der römischen Gemeinde auf besondere Stellung ihres Bischofs in der 'apostolischen Sukzession'. Kirchenordnung des Hippolyt von Rom mit markanter Trennung von Klerus (ordines) und Laien. Beginn der i. e S. 'theologischen' Literatur mit Tertullian (Karthago), Clemens und Origenes (Alexandria, Caesarea); Katechumenenschulen.

Seit Mitte des 3. Jhts.

Verbreitung des Manichäismus im römischen Reich. Enstehung des eremitischen Mönchtums (Antonius in Libyen).

249 und 258

Erste allgemeine Christenverfolgungen unter Decius und Valerian im Rahmen römisch-restaurativer Religionspolitik.

260 303

Faktische Duldung und starke Ausbreitung des Christentums, auch über die Grenzen des römischen Reiches hinaus.

303 - 311

Allgemeine Christen- (und Manichäer-) Verfolgung unter Diokletian.

Um 300

Christentum in Armenien als Staatsreligion eingeführt.

311 312 und 313

Toleranzedikte des Galerius, des Maxentius, des Constantin und des Licinius zugunsten der Christen. Beginn rechtlicher Förderung und Bevorzugung der christlichen Gemeinden. Beginn politisch-christlicher Symbolik (X-labarum). Konflikte der 'katholischen' mit der 'donatistischen' Richtung.

Seit 313

Christlich-repräsentative Baukunst in Rom (Konstantins-Basilika, Lateran-Basilika, St. Peters-Basilika) und an anderen Orten.

323 - 330

Ausbau Konstantinopels als 'Zweiten Roms' mit christlicher Baukunst (Apostelkirche, Alte 'Hagia Sophia').

Nach 330

Kirchenbauten in Bethlehem (333) und Jerusalem (335). 325 Konzil von Nikaia, einberufen von Kaiser Konstantin zur Beseitigung des Arianer-Streits. Kaiser als gemeinsamer Bischof der Christen und Nichtchristen und Beauftragter des Himmels (des 'sol invictus'), oberster Priester und Richter in Religionsangelegenheiten. Christliche Anerkennung dieses Status durch den Bischof Eusebios von Caesarea.

Um 339

Christenverfolgung im Sassanidenreich.

361 - 363

Restauration der alten Staatsreligion durch Kaiser Julian Apostata.

Seit 376

Nach Aufnahme der Westgoten im römischen Reich Beginn ihrer Missionierung (Ulfilas).

378

Gratian legt den Titel des 'pontifex masimus' ab und widerruft das Toleranzedikt zulasten der traditionellen Religionen des römischen Reiches.

380

Theodosius erklärt die 'katholische' - also die 'nicht-arianische' - Form des Christentums als ausschließlich im Reich maßgebliche Religion (Cod. Iust. 1, 1, 1).

381

Das Konzil von Konstatinopel bestätigt die Religionsgesetze des Theodosius.

Um 385

Streit um die Victoria-Statue in der römischen Curia.

Um 400

Anspruch des römischen Papstes auf Führung der katholischen Kirche und Respektierung der kirchlichen 'decretales' ('canones') durch den Staat. Beginn der 'episcopalis audientia'.

Seit 400

Beginn der Missionierung der auf römisches Reichsgebiet vordringenden germanischen Völker.

Seit 410

Christliche Kirche im Sassanidenreich anerkannt. Dogmenstreit zwischen 'Monophysiten' und 'Nestorianern'.

431

Konzil von Ephesos. Verurteilung der 'Nestorianer'.

439 - 457

Christenverfolgung im Sassanidenreich. Danach Verbreitung vor allem der 'nestorianischen' Kirche dort.

451

Konzil von Chalzedon. Abrücken von den 'Monophysiten'. Entstehung 'monophysitischer' Kirchen im Osten (Syrien, Ägypten).

440 - 461

Unter Papst Leo d. Gr. tritt das Papsttum erstmals als religions- und außenpolitisch (Hunnen) selbständig agierende Macht hervor.

484 - 519

'Akakianisches Schisma' zwischen Ost- und Westkirche und 'Zwei-Schwerter-Lehre' des Papstes Gelasius gegenüber byzantinischem und ostgotischem Religionsherrschafts-Anspruch.

 


Zusammenstellung: Christian Gizewski.


 

Vl/Ue Gizewski WS 1998/99