Daten zur Geschichte der israelitisch-jüdischen Religion

(bis zum Beginn des Christentums)

Diese Datenzusammenstellung dient lediglich einer kurzfgefaßten zeitlichen Orienetierung. Die in einer Kurzfassung vielfach verborgenen Darstellungsprobleme lassen sich nur bei ausführlicherer Lektüre erfassen.

 

Um 2000 v. Chr.

Entstehung amurritischer (kanaanäischer) Königreiche in Palästina, teilweise unter ägyptischer Hoheit ('Ächtungs-Texte d. XII. Dynastie; Erwähnung Jerusalems).

Um 1700

Hebron Zentrum der nomadisierenden Hyksos, die später (1650 - 1550) Ägypten beherrschen. Mit ihnen im Zusammenhang stehen aus Haran stammende, in Mari als Chabiri bekundete Nomaden. Mutmaßliche ,Patriarchen-Zeit'.

Seit 1550

Palästina wieder unter ägyptischer Herrschaft (Tell-el-Amarna-Briefe in Keilschrift).

Seit 1300

Aramäische Einwanderung in Syrien und Palästina.

Zwischen 1250 und 1220

Abwanderung halbnomadischer Stämme vom Rande des Nildeltas nach Palästina (vielleicht der späteren Stämme Ephraim und Manasse), Um 1220 ,Israel' erstmalig als in Palästina erwähnt (Merenptah-Stele). Zeit der sinaitischen Gesetzgebung und eines Stammeszusammenschlusses in Palästina. Heiligtümer in Silo (Bundeslade), GiIgal, Mizpa, Dan, Rethel, Sichem und an anderen Orten. Beginn der Zeit der ,Richter' (bis Samuel, um 1000).

Seit 1200

Entstehung der Philister-Stadtkönigreiche. Entwicklung von Ägypten unabhängiger Phönikier-Stadtkönigreiche und ihrer Übersee-Kolonien; Beginn der weiten Verbreitung des phönikischen Alphabets im Nahen Osten und im Mittelmeerraum.

Seit 1010

Enstehung eines Königreichs Israel im Kampf der vereinigten Stämme mit Nachbarvölkern unter Saul und David. Jerusalem wird nach Eroberung Vorort eines für etwa 80 Jahre bestehenden ausdehnten Königreichs. Tempelbau in Jerusalem um 950 durch Salomo. Beginn der Bedeutung des Tempelkults und der Priesterschaft Jerusalems neben fortbestehenden anderen Heiligtümern (,Höhen') und neben der Institution des Prophetentums (Samuel, Nathan; im 9. Jht. Elia, Elisa).

Seit 930

Nordreich Israel (Königsstadt Samaria) und Südreich Juda (Königsstadt Jerusalem) unter eigenen Dynastien. Neben verschiedenen Richtungen des Jahwe-KulIs im Norden und Süden auch Verehrung der kanaanäischen Götter Baal/Moloch und Aschera (Baum, Pfahl), Tammuz/Adonis und Astarte (Mond, Himmel), des philistäischen Dagon (Fisch-Mensch), des syrischen Remmon/Hadad (Wetter). Religiöse Kämpfe zwischen Anhängern vor allem des Jahwe-Kults und des Baal-Kults.

Seit Mitte 9. Jht.

Beginn der Konflikte und Abhängigkeiten des Nordreichs im Verhältnis zu den Reichen von Damaskus und Assur. Seit 730 Tributabhängigkeit Israels von Assyrien. Zeit der Propheten Amos, Hoses, Jesaja ('Protojesaja') im Norden.

721

Eroberung Samarias durch Sargon II. Ende des Nordreichs.

Nach 721

Assyrische Gefangenschaft und Beginn der samaritanischen Religions-Sonderentwicklung . Konzentration des Jahwe-Kults auf Jerusalem (Reform des Hiskia).

1. Hälfte des 7. Jhts.

Ägypten durch Assur unterworfen (seit 681). Iuda assyrischer Tributärstaat (701 Belagerung Jerusalems durch Sanherib). Auch kulturell-religiöse Beeinflussung durch Assur.

2. Hälfte des 7. Jhts.

Entstehung der von Assur unabhängigen Reiche Medien und Babylon, die zwischen 614 und 609 das assyrische Reich zerstören. Auch Ägypten wieder unabhängig (Saiten-Dynastie mit griechischer Söldnerunterstützung).

622

Durchführung einer Kultreform in Juda unter König Josia auf der Basis des 'Deuteronomium'.

610- 587

Wechselnder Großmachteinfluß auf Juda: 608 König Jojakim von Pharao Necho eingesetzt, 507 Einsetzung Zedekias durch Nebukadnezar II. Erste Wegführung nach Babylon. 587 nochmalige Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar; Zerstörung des Tempels; Beginn der 50-jährigen 'Babylonischen Gefangenschaft'. Jüdische Kolonien in Ägypten (Syene).

587 - 539

Zeit der Propheten Jeremia und Hesekiel. Exilszeit in Babylon. Wirken der Propheten Hesekiel und Jesaja ('Deutero-Jesaja')). Entwicklung einer kultisch strengen und traditionsbewußten Religiosität mit messianischen Hoffnungen.

538 - 332

Rückkehr der exilierten Juden auf Anordnung des persischen Großkönigs Kyros, der seit 550 ein unabhängiges persisches Reich begründet und 538 Babel eingenommen hat, nach Judäa (unter Serubabel). Politische Statthalter Persiens mit der Aufgabe theokratischer Restauration (Nehemia und Esra, um 450). Wiedererrichtung des Jerusalemer Tempels (um 520). Propheten Haggai und Sacharja. Enstehung des Priesterkodex. Starker kultureller Einfluf des Achämenidenreichs (aramäische Reichssprache in Judäa). Jüdische Loyalität bis zum Ende der persischen Vorherrschaft (332).

332 - 142

Palästina wird zunächst Teil des Alexanderreichs und bleibt dann unter hellenistischer Herrschaft, zunächst des Ptolemäerreichs (ca. 300 - 200), dann des Seleukidenreichs (ca. 200 - 142). Eingriffe Antiochos III. in den Jerusalemer Tempelkult führen zum religiös motivierten Widerstandskampf der Makkabäer (Mattathias, Judas, Jonathan, Simon)

142

Unabhängigkeit der Hohepriester und Ethnarchen Judäas anerkannt. Chassidäisches Judentum (> Pharisäer, später Essener, Zeloten, Nazoräer); Daniel-Apokalypse.

104 - 63

Makkabäisches Königreich in Judäa parallel zum Zerfall des Seleukidenreichs.

Seit 63

Beginn der römischen Hegemonie in Palästina mit dem militärischen Eingreifen des Pompeius in die jüdischen Verhältnisse.

40 - 4 v. Chr.

Herodes (Hasmonäer-Dynastie) nach Auseinandersetzung mit den Makkabäer-Prätendenten von Rom eingesetzter König.


Zusammenstellung: Christian Gizewski.


Vl/Ue Gizewski WS 1998/99