ÜBUNG C.

AUFGABEN:

Untersuchen Sie die aus dem Codex Hammurapi ausgewählten Textstellen unter folgenden Aspekten:

1) Wie begründet der Herrscher seine Herrschaftsgewalt im einzelnen und welche Bedeutung hat sein Verhältnis zu den Göttern dabei.

2) Welcher Art sind die Rechtsregeln ('Urteilssprüche') des Königs und in welchem Maße sind in diesen relgiöse Motive und Ordnungen spürbar?

3) Verschaffen Sie sich einen Überblick über das 2. Buch Mose ab Kap. 19 (im einzelnen: 'Bundesbuch', Opfer, Heiligkeits- und Reinheitsgesetze), das 3. Buch Mose ('Leviticus') und das 5. Buch Mose ('Deuteronomium'). Vergleichen Sie den Bibeltext unter den o. a. Aspekten mit den wiedergegebenen Passagen aus dem Codex Hammurapi und stellen Sie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten fest.

I. ABBILUNG DER HAMMURAPI-STELE.

 
 Entnommen aus: A. Sherratt (Hg.). Die Cambridge-Enzyklopädie der Archäologie, deuschsprachige Ausgabe, München 1980, S. 127. - Zur Vergrößerung in das bild klicken.

II. CODEX HAMMURAPI.

[Übersetzung entnommen aus: O. Kaiser, R. Borger u. a. (Hg.), Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Bd. I: Rechts- und Wirtschaftsurkunden. Historisch-chronologische Texte, Gütersloh 1985, S. 39 - 80. Die Wiedergabe erfolgt hier in vereinfachter Form, insbesondere ohne den kritischen Apparat.Nur einige Erläuterungen sind übernommen. Die umfangreichen Regelungen, die aus der Gerichtspraxis des Königs hervorgegangen sind, können hier nur in einer exemplarischen Auswahl so dargestellt werden, daß die Kategorien der Regelkomplexe und die typischen Hintergrundsbedingungen eines in Städten konzentrierten sozialen Lebens deutlich wird. Das zitierte Werk daher ggf. eigens heranzuziehen. Es ist auch wegen seiner vielfältigen anderern, leicht zugänglichen und wissenschaftlich bearbeiteten Texte aus der Geschichte aller Regionen des Alten Orients sehr zu empfehlen.]

 

[Der Prolog]

Als der erhabene Anu, der König der Anunnaku, und Enlil, der Herr des Himmels und der Erde, der Bestimmer der Geschicke des Landes, dem Marduk, dem erstgeborenen Sohn des Ea, die Enlil-Würde über alle Menschen bestimmten und unter den Igigu ihn groß machten, Babela mit seinem erhabenen Namen nannten, in den Weltsektoren es hervorragend machten, darin ein ewiges Königtum, dessen Grundfesten wie Himmel und Erde fest gegründet sind, ihm festsetzten,

damals haben mich, Hammurapi, den frommen Fürsten, den Verehrer der Götter, um Gerechtigkeit im Lande sichtbar zu machen, den Bösen und den Schlimmen zu vernichten, den Schwachen vom Starken nicht schädigen zu lassen, dem Sonnengott gleich den"Schwarzköpfigen" aufzugehen und das Land zu erleuchten, Anu und Enlil, um für das Wohlergehen der Menschen Sorge zu tragen, mit meinem Namen genannt.

Ich, Hammurapi, der von Enlil berufene Hirte, der Hülle und Fülle aufhäufte und alles Erdenkliche fertigstellte für Nippur-Duranki, der fromme Pfleger von Ekur, der tüchtige König, der Eridu wiederherstellte, der den Ritus von Eabzu renigte, der Erstürmer der vier Weltsektoren,der den Namen Babels groß machte, der das Herz Marduks, seines Herrn, erfreute, der täglich Esagil zu Diensten ist, der Königssproß, den Sin schuf, der Ur gedeihen ließ, der Demütige, der Betende, der Überfluß brachte nach Ekischnugal, der besonnene König, der dem Sonnengott gehorcht, der Mächtige, der die Grundfesten von Sippar gefestigt hat, der den Hochtempel der Aja mit Grün bekleidete, der den Tempel Ebabbar, welcher der Wohnung des Himmels gleich ist, erhaben gemacht hat, der Krieger, der Larsa schonte, der Ebabbar erneuerte für den Sonnengott, seinen Helfer, der Herr, der Uruk belebte, Wasser der Fülle seinen Einwohnern vorsetzte, der die Spitze von Eanna erhöhte, der reichen Ertrag für Anu und Ischtar aufhäufte, der Schirm des Landes, der die zerstreuten Einwohner von Isin sammelte, der den Tempel Egalmach reichlich versah mit Überfluß, der Drache unter den Königen, der Lieblingsbruder des Zababaa, der die Stätte von Kisch fest gründete, der Emete()ursag mit Glanz umgab, der die großen Kultordnungen der Ischtar planmäßig ausführte, der den Tempel (E)chursagkalama betreute, das Netz der Feinde, den sein Freund Irra seinen Wunsch erreichen ließ, der Kutha hervorragend machte, der alles Erdenkliche für (E)mischlam erweiterte, der ungestüme Auerochs, der die Feinde niederstieß, der Liebling des Tutu, der Borsippa jauchzen machte, der Fromme, der unablässig für Ezida (tätig war), der Gott unter den Königen, mit Weisheit vertraut, der Erweiterer des kultivierten Feldes von Dilbad, der Getreidehaufen aufhäufte für den starken Urasch, der Herr, würdig des Zepters und der Krone, den die weise Mama vollkommen gemacht hat, der die Grundrißzeichnungen von Kesch festsetzte, der reine Mahlzeiten für Nintu reichlich darbrachte, der Besonnene, der Vollkommene, der Weideland und Wassertränke festsetzte für Lagasch und Girschu, der große Opfergaben hielt für Eninnu, der die Feinde packte, der Liebling der tüchtigen Göttin, der die Weisungen von Sugal vollführte, der das Herz der Ischtar erfreute, der reine Fürst, dessen Gebet Adad kennt, der das Herz des Helden Adad beschwichtigte in Karkara, der das Erforderliche in E()udgalgal immer wieder herstellte, der König, der Adab Leben gab, der den Tempel Emach überwachte, Herrscher unter den Königen, unwiderstehlich im Kampf, der Maschkanschapir Leben schenkte, der (E)mischlama mit Überfluß tränkte, der Weise, der Verwalter, der die Urquelle der Weisheit erreichte, der die Einwohner von Malgiu in der Not barg, der ihre Wohnstätten fest gründete, der in Überfluß für Ea und Damgalnunna, die Mehrer seines Königtums, für ewig reine Opfer festsetzte, der Erste unter den Königen, der die Ortschaften am Euphrat unterwarf auf Befehl Dagans, seines Schöpfers, der die Einwohner von Mari und Tuttul schonte, der fromme Fürst, der das Antlitz des Tischpak erglänzen ließ, der reine Mahlzeiten bereitete für Ninazu, der seine Einwohner rettete in der Not, der ihre Grundfesten festsetzte innerhalb Babels in Wohlbefinden, der Hirte der Leute, dessen Taten der Ischtar gefallen, der Ischtar einsetzte in E()ulmasch innerhaib der Marktstadt Akkade, der das Recht erstrahlen ließ, der die Völker lenkte, der nach Assur dessen gnädige Schutzgöttin zurückführte, der die (... ) zum Schweigen brachte, der König, der in Ninive, in Emischmisch, die Kultordnungen der Ischtar erglänzen ließ, der Fromme, der Betende zu den großen Göttern, Nachkomme des Sumulail, mächtiger Erbsohn des Sinmuballit, ewiger Same des Königtums, der mächtige König, Sonne(ngott) von Babel, der Licht aufgehen ließ über das Land Sumer und Akkad, der König, der sich die vier Weltsektoren gefügig machte, der Liebling der Ischtar,

ich , als Marduk mich beauftragte, die Menschen zu lenken und dem Lande Sitte angedeihen zu lassen, legte Recht und Gerechtigkeit in den Mund des Landes, trug Sorge für das Wohlergehen der Menschen, und (gab) damals (folgende Gesetze):

 

[282 Abschnitte Rechtsregeln; Auswahl]

(Falsche Anschuldigung, Falschaussage, Rechtsbeugung, Hehlerei)

1 Wenn ein Bürger einen (anderen) Bürger bezichtigt und ihm Mord vorwirft, ihn jedoch nicht überführt, so wird derjenige, der ihn bezichtigt hat, getötet.

2 Wenn ein Bürger einem (anderen) Bürger Zauberei vorwirft, ihn jedoch nicht überführt, so wird derjenige, dem Zauberei vorgeworfen ist, zum Fluß(gott) gehen und in den Fluß(gott) eintauchen. Wenn der Fluß(gott) sich seiner bemächtigt, so wird derjenige, der ihn bezichtigt hat, sein Haus erhalten. Wenn der Fluß(gott) diesen Bürger für unschuldig erklärt und er unversehrt zum Vorschein kommt, so wird derjenige, der ihm Zauberei vorgeworfen hat, getötet. Derjenige, der in den Fluß(gott) eingetaucht ist, erhält das Haus desjenigen, der ihn bezichtigt hat.

3 Wenn ein Bürger vor Gericht zu falschem Zeugnis auftritt und seine Aussage nicht beweist, wird, wenn dieses Gericht ein Halsgericht ist, dieser Bürger getötet.

4 Wenn er zu einem Zeugnis über Getreide oder Geld auftritt, muß er die jeweilige Strafe dieses Prozesses tragen.

5 Wenn ein Richter ein Urteil fällt, eine Entscheidung trifft und eine Urkunde ausstellt, nachher jedoch sein Urteil abändert, so soll man diesem Richter die Änderung des Urteils, das er gefällt hat, nachweisen, und er soll dann den Klageanspruch, der bei diesem Prozeß entsteht, zwölffach hingeben; außerdem läßt man ihn in der Versammlung von seinem Richterstuhl aufstehen, und er darf nicht wieder mit den Richtern sich zu Gericht setzen.

6 Wenn ein Bürger Eigentum eines Gottes oder des Palastes stiehlt, so wird dieser Bürger getötet; auch wer Diebesgut aus seiner Hand annimmt, wird getötet.

7 Wenn ein Bürger Silber, Gold, einen Sklaven, eine Sklavin, ein Rind, ein Schaf, einen Esel oder was auch immer aus der Hand eines Bürgers oder eines Sklaven eines Bürgers ohne Zeugen und vertragliche Abmachungen kauft oder in Verwahrung nimmt, so gilt dieser Bürger als Dieb, er wird getötet.

8 Wenn ein Bürger ein Rind, ein Schaf, einen Esel, ein Schwein oder ein Schiff stiehlt, so muß er, wenn es Eigentum eines Gottes oder des Palastes ist, es dreißigfach hingeben,wenn es Eigentum eines Palasthörigen ist, so muß er es zehnfach ersetzen; wenn der Dieb nichts zu geben hat, wird er getötet.

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(Landpacht vom 'Palast' - 'Lehnsverhältnis' - bei Militärangehörigen)

28 Wenn ein Soldat oder ein "Fänger", der beim Festungsdienst für den König in Kriegsgefangenschaft geraten ist, einen Sohn hat, der imstande ist, seine Lehnspflicht zu erfüllen, so sollen Feld und Baumgarten diesem gegeben werden, und er soll die Lehnspflicht seines Vaters erfüllen.

29 Wenn sein Sohn noch klein und nicht imstande ist, die Lehnspflicht seines Vaters zu erfüllen, so soll ein Drittel des Feldes und des Baumgartens seiner Mutter gegeben werden, und seine Mutter soll ihn großziehen.

30 Wenn ein Soldat oder ein "Fänger" sein Feld, seinen Baumgarten oder sein Haus angesichts (der Schwere) der Lehnspflicht aufgibt und sich entfernt, ein anderer nach seinem Weggehen sein Feld, seinen Baumgarten oder sein Haus übernimmt und drei Jahre seine Lehnspflicht erfüllt, so soll es, wenn er zurückkehrt und sein Feld, seinen Obstgarten und sein Haus verlangt, ihm nicht gegeben werden; derjenige, der es übernommen hat und seine Lehnspflicht erfüllt hat, der soll (auch weiterhin seine Lehnspflicht) erfüllen.

31 Wenn er sich nur ein Jahr fernhält und dann zurückkehrt, sollen sein Feld, sein Obstgarten und sein Haus ihm zurückgegeben werden, und er soll selbst seine Lehnspflicht (wieder) erfüllen.

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(Einige markt-, gesellschafts- und handelsrechtliche Regeln)

73 Wenn ein Kaufmann Getreide oder Geld auf Zinsen gibt und, wenn er es auf Zinsen gibt, das Geld mit zu kleinem Gewichtsstein bzw. das Getreide mit zu kleinem Meßgefäß hingibt, bei der Rücknahme das Geld mit [zu großem] Gewichtsstein bzw. das Getreide [mit zu großem Meßgefäß] zurücknimmt, so geht [der Kaufmann] all dessen, [was er gegeben hat] verlustig.

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75 Wenn ein Bürger Getreide oder Geld von einem Kaufmann entliehen hat, aber kein Getreide oder Geld zum Zurückzahlen, wohl aber Habe hat, so soll er alles, was sich in seiner Hand befindet, vor Zeugen, (die bestätigen können,) daß er (es) bringt, seinem Kaufmann geben; der Kaufmann soll keine Schwierigkeiten machen, sondern es (ohne weiteres) annehmen.

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77 Wenn ein Bürger einem (anderen) Bürger Geld als Gesellschaftseinlage gibt, so sollen sie den Gewinn oder den Verlust, der entstanden ist, vor (einem/dem) Gott zu gleichen Teilen teilen.

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100 Wenn ein Kaufmann einem Handlungsgehilfen Geld zu Handelszwecken gibt und ihn auf Reisen schickt, der Handlungsgehilfe unterwegs, wenn er, wo er gegangen ist, [Gewinn] erzielt, so soll er all das Geld, das er eingenommen hat, buchen, seine Tage zählen und seinen Kaufmann bezahlen.

101 Wenn er, wo er gegangen ist, keinen Gewinn erzielt, so soll der Handlungsgehilfe das Geld, das er erhalten hat, doppelt dem Kaufmann geben.

102 Wenn ein Kaufmann einem Handlungsgehilfen Geld als Geschäftsreisevorschuß gibt und dieser, wo er gegangen ist, Verlust erleidet, so soll er das Kapital dem Kaufmann zurückgeben.

103 Wenn unterwegs ein Feind ihn alles, was er trägt, verlieren läßt, so soll der Handlungsgehilfe hei (einem/dem) Gott schwören und frei ausgehen.

104 Wenn ein Kaufmann einem Handlungsgehilfen Getreide,Wolle, Öl oder irgendwelche Habe zum Verkauf gibt, so soll der Handlungsgehilfe das Geld buchen und dem Kaufmann zurückgeben; der Handlungsgehilfe soll eine gesiegelte Urkunde über das Geld, das er dem Kaufmann gibt, erhalten.

105 Wenn der Handlungsgehilfe sich nachlässigerweise keine gesiegelte Urkunde über das Geld, das er dem Kaufmann gegeben hat, hat geben lassen, so wird das nicht durch eine gesiegelte Urkunde quittierte Geld nicht auf die Abrechnung gesetzt.

106 Wenn ein Handlungsgehilfe Geld von einem Kaufmann erhalten hat, aber das seinem Kaufmann ableugnet, so soll dieser Kaufmann vor (einem/dem) Gott und vor Zeugen nachweisen, daß der Handlungsgehilfe Geld erhalten hat, und der Handlungsgehilfe soll all das Geld, das er erhalten hat, dreifach dem Kaufmann geben.

107 Wenn ein Kaufmann einem Handlungsgehilfen Geld anvertraut hat und der Handlungsgehilfe alles, was der Kaufmann ihm gegeben hat, seinem Kaufmann zurückgibt, der Kaufmann jedoch alles, was der Handlungsgehilfe ihm gegeben hat, diesem ableugnet, so soll dieser Handlungsgehilfe vor (einem/dem) Gott und vor Zeugen den Kaufmann überführen; der Kaufmann soll, weil er es seinem Handlungsgehilfen abgeleugnet hat, alles, was er erhalten hat, sechsfach dem Handlungsgehilfen geben.

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(Einige ehe- und sittengesetzliche Regeln)

128 Wenn ein Bürger eine Frau nimmt, aber keinen Vertrag mit ihr abschließt, so ist diese Frau keine Gattin.

129 Wenn die Gattin eines Bürgers beim Beischlaf mit einem anderen Manne ertappt wird, so soll man sie (beide) fesseln und ins Wasser werfen; wenn der Herr der Ehefrau seine Ehefrau am Leben lassen will, so soll auch der König seinen Untertan am Leben lassen.

130 Wenn ein Bürger die (künftige) Gattin eines (anderen) Bürgers, die noch keinen Mann erkannt hat und die noch im Hause ihres Vaters wohnt, knebelt und in ihrem Schoß liegt, und wenn man ihn dabei erwischt, so wird dieser Bürger getötet; diese Frau geht frei aus.

131 Wenn die Gattin eines Bürgers von ihrem Ehemann bezichtigt wird, jedoch nicht beim Beischlaf mit einem anderen Manne ertappt wird, so soll sie bei (einem/dem) Gott schwören und in ihr Haus zurückkehren.

132 Wenn über die Ehefrau eines Bürgers wegen eines anderen Mannes üble Nachrede verbreitet wird, sie jedoch nicht beim Beischlaf mit einem anderen Manne ertappt worden ist, so soll sie ihrem Gatten zuliebe in den Fluß(gott) eintauchen.

133 Wenn ein Bürger gefangen weggeführt worden ist, aber in seinem Hause das, was nötig ist zum Essen, noch vorhanden ist, so soll seine Ehefrau, [solange] ihr [Ehemann gefangen ist,] sich in acht nehmen und nicht in das Haus eines anderen eintreten. Wenn diese Frau sich nicht in acht nimmt und in das Haus eines anderen eintritt, so soll man diese Frau überführen und ins Wasser werfen.

134 Wenn ein Bürger gefangen weggeführt worden ist und in seinem Hause das, was nötig ist zum Essen, nicht vorhanden ist, so darf seine Ehefrau in das Haus eines anderen eintreten; diese Frau trifft keine Schuld.

135 Wenn ein Bürger gefangen weggeführt worden ist und in seinem Hause das, was nötig ist zum Essen, nicht vorhanden ist, (wenn dann) seine Ehefrau in Erwartung seiner Rückkehr in das Haus eines anderen eintritt und (diesem) Kinder gebiert, und später ihr Ehemann zurückkehrt und seine Stadt erreicht, so soll diese Frau zu ihrem Gatten zurückkehren; die Kinder folgen ihrem Vater.

136 Wenn ein Bürger seine Stadt verläßt und flieht, und wenn nach seinem Wegbleiben seine Ehefrau in das Haus eines anderen eintritt, wenn dieser Bürger zurückkehrt und seine Ehefrau fordert, so soll, weil er aus Abneigung gegen seine Stadt geflohen ist, die Ehefrau des Flüchtlings zu ihrem Ehemann nicht zurückkehren.

137 Wenn ein Bürger beabsichtigt, eine 'sugitu'-Priesterin, die ihm Kinder geboren hat, oder eine 'nadtitu'-Priesterin, die ihn Kinder hat bekommen lassen, zu verstoßen, so soll man dieser Frau ihre Mitgift zurückgeben und ihr die Hälfte des Feldes, des Baumgartens und der Habe geben, und sie wird ihre Kinder großziehen; nachdem sie ihre Kinder großgezogen hat, soll man ihr von allem, was ihren Kindern gegeben worden ist, einen Anteil wie dem einzelnen Erbsohn geben, und ein Ehemann nach ihrem Herzen mag sie heiraten.

138 Wenn ein Bürger seine Gattin, die ihm keine Kinder geboren hat, verstoßen will, so soll er ihr Geld in Höhe ihres Brautpreises geben; die Mitgift, die sie aus dem Hause ihres Vaters mitgebracht hat, soll er voll erstatten, bevor er sie verstößt.

139 Wenn ein Brautpreis nicht vorhanden ist, soll er ihr ein drittel Mine Silber als Scheidegeld geben.

140 Wenn es sich um einen Palasthörigen handelt, so soll er ihr ein drittel Mine Silber geben.

141 Wenn die Ehefrau eines Bürgers, die im Hause des Bürgers wohnt, ihren Sinn darauf setzt, aushäusig zu sein, Privateigentum erwirbt, ihren Haushalt verschlampt und ihren Ehemann vernachlässigt, so soll man sie überführen; wenn ihr Ehemann die Scheidung von ihr erklärt, so darf er sie verstoßen. Weggeld und Scheidegeld braucht ihr gar nicht gegeben zu werden. Wenn ihr Ehemann die Scheidung von ihr nicht erklärt, so darf ihr Ehemann eine andere Frau heiraten, und jene Frau soll wie eine Sklavin im Hause ihres Ehemanns wohnen.

142 Wenn eine Frau gegen ihren Ehemann Abneigung bekommt und sagt: "Du sollst nicht mit mir verkehren", so soll ihre Angelegenheit von ihrer Behörde überprüft werden; wenn sie unbescholten ist und keine Schuld trägt, ihr Ehemann dagegen aushäusig ist , und sie schwer vernachlässigt, so ist diese Frau schuldlos, sie darf ihre Mitgift nehmen und weggehen zum Hause ihres Vaters.

143 Wenn sie nicht unbescholten ist, aushäusig ist, ihren Haushalt verschlampt und ihren Ehemann vernachlässigt, so soll man diese Frau ins Wasser werfen.

144 Wenn ein Bürger eine 'naditu'-Priesterin heiratet und diese 'naditu'-Priesterin ,ihrem Ehemann eine Sklavin gibt und (auf diese Weise) Kinder zur Welt kommen läßt, wenn dann dieser Bürger plant, eine 'sugitu'-Priesterin zu heiraten, so soll man das diesem Bürger nicht gestatten; er darf keine 'sugitu'-Priesterin heiraten.

145 Wenn ein Bürger eine 'naditu'--Priesterin heiratet und (diese) ihn keine Kinder bekommen läßt, wenn er dann plant, eine 'sugitu'-Priesterin zu heiraten, so darf dieser Bürger (tatsächlich) eine 'sugitu'-Priesterin heiraten und sie in sein Haus eintreten lassen, aber diese 'sugitu'-Priesterin darf sich mit der 'naditu'-Priesterin nicht gleichstellen.

146 Wenn ein Bürger eine 'naditu'-Priesterin heiratet, sie ihrem Ehemann eine Sklavin gibt und diese Kinder gebiert, wenn dann nachher diese Sklavin sich mit ihrer Herrin gleichstellt, darf ihre Herrin, weil sie Kinder geboren hat, sie nicht für Geld verkaufen, aber sie darf sie mit einer Sklavenmarke versehen und sie zu den Sklavinnen zählen.

147 Wenn sie keine Kinder geboren hat, darf ihre Herrin sie für Geld verkaufen.

148 Wenn ein Bürger eine Ehefrau nimmt und die 'la'bu'-Krankheit sie befällt, wenn er dann plant, eine andere zu heiraten, so darf er das tun; seine (erste) Ehefrau, welche die 'la'bu'-Krankheit befallen hat, darf er (jedoch) nicht verstoßen, im Hause, das sie besorgt hat, soll sie wohnen bleiben, und solange sie lebt, soll er sie unterhalten.

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(Einige erbrechtliche Regeln)

165 Wenn ein Bürger seinem Erbsohn, der ihm angenehm ist, ein Feld, einen Baumgarten oder ein Haus schenkt und ihm eine gesiegelte Urkunde schreibt, so soll er [der Begünstigte], nachdem der Vater das Zeitliche gesegnet hat, wenn die Brüder die Teilung vornehmen, das Geschenk, das der Vater ihm gegeben hat, an sich nehmen. und außerdem sollen sie sich in den Besitz des Vaterhauses zu gleichen Teilen teilen.

166 Wenn ein Bürger für die Söhne, die er bekommen hat, Ehefrauen besorgt, aber für seinen jüngsten Sohn noch keine Ehefrau besorgt hat, so sollen, nachdem der Vater das Zeitliche gesegnet hat, die Brüder, wenn sie die Teilung vornehmen, aus dem Besitz des Vaterhauses für ihren jüngsten Bruder, der noch keine Frau geheiratet hat, als Zusatzbetrag zu seinem Erbteil Geld für einen Brautpreis bereitstellen und es ihm ermöglichen, eine Ehefrau zu nehmen

167 Wenn ein Bürger eine Ehefrau nimmt und sie ihm Söhne gebiert, wenn diese Frau das Zeitliche segnet und er nach ihrem Tode eine andere Frau heiratet und (auch diese) Söhne gebiert, so sollen, nachdem der Vater das Zeitliche gesegnet hat, die Söhne die Teilung nicht je nach Müttern vornehmen; die Mitgift ihrer Mütter ssollen sie nehmen und den Besitz des Vaterhauses zu gleichen Teilen teilen.

168 Wenn ein Bürger beabsichtigt, seinen Sohn zu enterben und zu den Richtern sagt. "Ich will meinen Sohn enterben", so sollen die Richter seine Angelegenheit überprüfen; wenn der Sohn keine schwere Schuld auf sich geladen hat, die Aufhebung des Erbrechtes verdient, darf der Vater seinen Sohn nicht aus der Erbschaft verstoßen.

169 Wenn er gegenüber dem Vater eine schwere Schuld, die Aufhebung des Erbrechts verdient, auf sich geladen hat, so soll man ihm beim ersten Male verzeihen; wenn er ein zweites Mal eine schwere Schuld auf sich lädt, darf der Vater seinen Sohn aus der Erbschaft verstoßen.

170 Wenn die (erste) Gemahlin eines Bürgers ihm Kinder gebiert und auch seine Sklavin ihm Kinder gebiert und wenn der Vater zu seinen Lebzeiten die Kinder, die die Sklavin ihm geboren hat, als seine Kinder bezeichnet und mit den Kindern der (ersten) Gattin gleichgestellt hat, so sollen, nachdem der Vater das Zeitliche gesegnet hat, die Kinder der (ersten) Gattin und die Kinder der Sklavin sich zu gleichen Teilen in den Besitz des Vaterhauses teilen; der Erbsohn, Sohn der (ersten) Gattin, darf (seinen) Anteil auswählen und vorwegnehmen.

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(Einige strafrechtliche Regelungen - Talions- und Bußprinzip).

196 Wenn ein Bürger ein Auge eines (anderen) Bürgers zerstört, so soll man ihm ein Auge zerstören.

197 Wenn er einen Knochen eines Bürgers bricht, so soll man ihm einen Knochen brechen.

198 Wenn er ein Auge eines Palasthörigen zerstört oder einen Knochen eines Palasthörigen bricht, so soll er eine Mine Silber zahlen.

199 Wenn er ein Auge eines Sklaven eines Bürgers zerstört oder einen Knochen eines Sklaven eines Bürgers bricht, so soll er die Hälfte seines Kaufpreises zahlen.

200 Wenn ein Bürger einem ihm ebenbürtigen Bürger einen Zahn ausschlägt, so soll man ihm einen Zahn ausschlagen.

201 Wenn er einem Palasthörigen einen Zahn ausschlägt, so soll er ein drittel Mine Silber zahlen.

202 Wenn ein Bürger die Wange eines Bürgers, der höher gestellt ist als er, schlägt, so bekommt er in der Versammlung sechzig Schläge mit dem Ochsenziemer.

203 Wenn ein Bürger die Wange eines (anderen) Bürgers, der ihm gleich steht, schlägt, so soll er eine Mine Silber zahlen.

204 Wenn ein Palasthöriger die Wange eines (anderen) Palasthörigen schlägt, so soll er zehn Scheqel Silber zahlen.

205 Wenn ein Sklave eines Bürgers die Wange eines Bürgers schlägt, so soll man ihm ein Ohr abschneiden.

206 Wenn ein Bürger einen (anderen) Bürger bei einer Rauferei schlägt und ihm eine Wunde beibringt, so soll dieser Bürger schwören: "Ich habe nicht mit Absicht geschlagen" und den Arzt zahlen.

207 Wenn er infolge seines Schlagens stirbt, so soll er schwören,und wenn es sich um einen Bürger handelt, so soll er eine halbe Mine Silber zahlen.

208 Wenn es sich um einen Palasthörigen handelt, so soll er ein drittel Mine Silber zahlen.

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(Einige mietrechtliche Regeln - gesetzlich festgesetzte Miettarife)

268 Wenn ein Bürger ein Rind zum Dreschen mietet,so beträgt die Miete dafür zwei Liter Getreide.

269 Wenn er einen Esel zum Dreschen mietet, so beträgt die Miete dafür ein Liter Getreide.

270 Wenn er einen Bock zum Dreschen mietet, so beträgt die Miete dafür ein Liter Getreide.

271 Wenn ein Bürger Rinder, einen Lastwagen und dessen Führer mietet, so soll er pro Tag drei Scheffel Getreide geben.

272 Wenn ein Bürger allein einen Lastwagen mietet, so soll er pro Tag vier Liter Getreide geben.

273 Wenn ein Bürger einen Mietling mietet, so soll er ihm vom Jahresanfang bis zum fünften Monat pro Tag sechs Gran Silber geben; vom sechsten Monat bis zum Jahresende soll er ihm pro Tag fünf Gran Silber geben.

274 Wenn ein Bürger einen Handwerker mieten will, so soll er pro Tag als Miete eines ...... fünf Gran Silber geben; als Miete eines Textilherstellers fünf Gran Silber; [als Miete] eines Leinewebers [x Gran] Silber; [als Miete] eines Siegelschneiders[x Gran] Silber; [als Miete] eines Bogenmachers [x Gran] Silber; [als Miete] eines Schmiedes [x Gran] Silber; [als Miete] eines Zimmermannsvier Gran Silber; a1s Miete eines Lederbearbeiters [x] Gran Silber; als Miete eines Rohrmattenflechters [x] Gran Silber; [als Miete] eines Baumeisters [x Gran] Silber.

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277 Wenn ein Bürger ein Schiff von sechzig Kor mietet, so soll er pro Tag ein sechstel (Scheqel) als seine Miete geben.

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[Epilog]

(Dies sind) die gerechten Richtersprüche, die Hammurapi, der tüchtige König, festgesetzt hat, (wodurch) er dem Lande feste Sitte und gute Führung angedeihen ließ. Ich Hammurapi, der vollkommene König, für die "Schwarzköpfigen", die Enlil mir geschenkt hat, deren Hirtenschaft Marduk mir gegeben hat, wurde ich nicht säumig und legte meine Hände nicht in den Schoß. Sichere Stätten suchte ich immer für sie, schwierige Engpässe überwand ich, Licht ließ ich über sie aufgehen. Mit der starken Waffe, die Zababa und Ischtar mir verliehen haben, mit der Weisheit, die Ea mir bestimmt hat, mit der Tüchtigkeit, die Marduk mir gegeben hat, entfernte ich die Feinde oben und unten, vernichtete den Widerstand, trug Sorge für das Wohlergehen des Landes, ließ die Einwohner der Ortschaften (wie Schafe) auf Wiesen lagern, ließ ihnen keinen Störenfried erstehen. Die großen Götter haben mich berufen. Ich, der heilbringende Hirte, dessen Stab gerecht ist - mein guter Schatten ist über meine Stadt gebreitet, auf meinem Schoß hielt ich die Einwohner von Sumer und Akkad, von meiner Schutzgöttin geleitet gediehen sie, in Frieden lenkte ich sie, in meiner Weisheit barg ich sie. Damit der Starke den Schwachen nicht schädigt, um dem Waisen und der Witwe zu ihrem Recht zu verhelfen, habe ich in Babel, der Stadt, deren Haupt Anu und Enlil erhoben haben, in Esagil, dem Tempel, dessen Grundfesten wie Himmel und Erde fest sind, um dem Lande Recht zu schaffen, um die Entscheidung(en) des Landes zu fällen, um dem Geschädigten Recht zu verschaffen, meine überaus wertvollen Worte auf (m)eine Stele geschrieben und vor meiner Statue (namens) "König der Gerechtigkeit" aufgestellt... .

ERKLÄRUNGEN

[DieWorterklärungen sind ausscließlich dem o. a. Werk entnommmen und hier nur in vereinfachter Form dargestellt. Sie nicht alphabetisch angeordnet, sondern folgen dem Textverlauf]

ANU - Der Himmeisgott Anu galt als offizieller Herr des Pantheons und Göttervater. - ANUNAKU - Unter den Anunaku sind hier alle Götter von Himmel und Erde zu verstehen. - ENLIL - Enlil, der Gott des Luftraums und der Erde, Sohn Anus war praktisch der Hauptgott. - MARDUK - Marduk war der Stadtgott von Babylon. - EA - Ea, sumerisch Enki, galt als Gott der Weisheit und der Beschwörung. Sein Herrschaftshereich war der unterirdische Süßwasserozean. - IGUGU - d. h. die großen Götter des Himmels. - SCHWARZKÖFIGE - d.h. die Menschen. - EKUR - Ekur, sumerisch Berghaus, war der Tempel des Enlil in Nippur. - ERIDU - Eridu war die südlichste Stadt Babyloniens und zugleich Kultort des Gottes Ea - Enki. Es ist mit dem heutigen Abu Schahrein westlich von Basra identisch. - EABZU - Eabzu war der Tempel des Ea in Eridu. - ESAGIL - Esagil war der Haupttempel Marduks in Babylon. - SIN - Sin ist der Mondgott. - UR - Ur, das heutige Tell al-Muqayar, liegt in Südbabylonien und war Kultort des Mondgottes. - EKISCHNUGAL - Ekischnugal war der Tempel des Mondgottes in Ur. - SIPPAR - Sippar, das heutige Abu Habba, nördlich von Babylon am Euphrat gelegen, war Kultort des Sonnengottes Schamasch. - AJA - Aja ist die Gemahlin des Sonnengottes Schamasch. - EBABBAR - Ebabhar war der Tempel des Sonnengottes in Sippar. Der Sonnentempel in Larsa trug den gleielsen Nansen wie der in Sippar. - LARSA - Die Stadt Larsa, das heutige Senkere, lag südlich von Uruk/Warka am Euphrat. - URUK - Uruk, das biblische Erech (vgl. Gen 10, 10) und heutige Warka, war die größte Stadt Südbabyloniens und der Kultort von Anu und Ischtar. - EANNA - Eanna war der Tempel der Ischtar in Uruk. - ISCHTAR - Ischtar war die Göttin der Liebe und des Krieges, ihr astraler Aspekt der Venusstern. - ISIN - Isin, das heutige Ischan Bahrijat in Südmittelbabylonien, lag südwestlich von Nippur. - EGALMACH - Egalmach war der lempel der Ischtar in Isin. - ZABABA - Zababa war ein Kriegsgott und zugleich Stadtgott von Kisch. - KISCH - Kisch, heute Tell el-Oheimir, südöstlich von Babylon. - EMETE()URSAG - Emete()ursag war der Tempel des Zababa in Kisch. - ECHURSAGKALAMA - Echursagkalama war der Tempel der Ischtar in Kisch. - IRRA - Irra war ein dem Unterweltsgott Nergal verwandter Pestgott. - KUTHA - Kutha, der heutige Tell Ibrahim nördlich von Babylon, war Kultsitz des Irra. - EMISCHLAM - Emischlam war der Tempel des Irra bzw. des Nergal in Kutha. - TUTU - Tutu war der Stadtgott von Borsippa, später mit Marduk gleichgesetzt. Der spätere Gott von Borsippa, Nabu, wird im Codex Hammurapi nicht erwähnt. - BORSIPPA - Borsippa, das heutige Birs Nimrud, südwestlich von Babylon. - EZIDA - Ezida hieß der Tempel des Tutu bzw. Nabu in Borsippa. - DILBAD - Dilbad, das heutige Dulaihim in der Nähe von Babylon am Euphrat gelegen (?). - URASCH - Urasch war der Stadtgott von Dilbad. - MAMA - Mama ist ein alter Lallname für die Muttergöttin. - KESCH - Kesch lag in der Nähe von Adab. - NINTU - Nintu war eine Muttergöttin. - LAGASCH - Lagasch, das heutige Al-Hiba, eine am Ostrand Babyloniens gelegene Stadt. - GIRSCHU - Girschu, das heutige TeIlo, nicht sehr weit von Lagasch. - ENINNU - Eninnu hieß der Tempel des Kriegs- und Jagdgottes Ningirsu in Girscbu. - SUGAL - Sugal, sumerisch Zabalum, heute TeIl Ibzech, zwischen Adab und Girschu. - ADAD, HADAD - Adad, der nordwestsemitische Hadad, war der Wettergott. - KARKARA - Karkara war Kultort des Wettergottes: es ist bisher nicht lokalisiert. - E()UDGAGAL - E()udgalgal hieß der Tempel des Adad in Karkara. - ADAB - Adab, das heutige Bismaja, südöstlich von Nippur in Mittelbabylonien. - EMACH - Emach war der Tempel der Muttergöttin Ninmach in Adab. - MASCHKANSCHAPIR - Maschkanschapir, am Tigris, hei Kut al-Amara. - EMISCHLAM - Emischlam hieß der Tempel von Maschkanschapir. - MALGIU - Malgiu war ein am mittleren Tigris gelegener Kultort des Gottes Ea/Enki und seiner Gemahlin Damgalnunna oder Damkina. - DAGAN, DAGON - Der Gott Dagan wurde im mittleren Euphratgebiet verehrt. Sein Kult hat sich nach verschiedenen Richtungen ausgebreitet, u. a. zum Gebiet der Philister (Dagon). - MARI - Mari, der heutige TeIl Hariri, am mittleren Euphrat. - TUTTUL - Tuttul, am mittleren Euphrat stromaufwarts von Mari. - TISCHPAK - Tischpak war der Stadtgott von Eschnunna im Dijala-Gebiet. Seine Herkunft ist unbekannt. - NINAZU - Ninazu war ein Unterwelts- und Heilgott, der in Eschnunna verehrt wurde. - E()ULMASCH - E()ulmasch hieß der Tempel der Ischtar in Akkade. - AKKADE - Akkade war die Hauptstadt der gleichnamigen Dynastie (2350-2170 v. Chr.). Ihre genaue Lage in Nordbabylonien ist unbekannt. - ASSUR - Assur war der Name des assyrischen Nationalgottes und zugleich der Hauptstadt des Landes. - NINIVE - Ninive, der heutige Hügel Kujundschik gegenüber von Mossul am Tigris gelegen, war eine der großen Städte Assyriens. Sie gewann erst im neuassyrischen Reich große politische Bedeutung. - EMISCHMISCH, EMASCHMASCH - Emischmisch (oder Emaschmasch) hieß der Tempel der Ischtar in Ninive. - SUMULAIL - Sumulail, der eigentliche Begründer der ersten Dynastie von Babylon und damit des altbabylonischen Reiches. - SINMUBALLIT - Sinmuballit war der Vater Hammurapis. - SUMER - Sumer ist der Name für Südmesopotamien, Akkad Bezeichnung für die nördliche Reichshälfte.


Zusammenstellung und Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski.


Vl/Ue Gizewski WS 1998/99