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ÜBUNG E. 

AUFGABEN:

Untersuchen Sie die beiden folgenden Texte 'Flavius Iosephus, Contra Apionem 2 , 16 - 23' und 'Hebräerbrief, Kap. 8 - 10 ' unter folgenden Aspekten:

1. Wie stellen beide Autoren die Einzigartigkeit der von ihnen vertretenen religiösen Wahrheit dar und wie grenzen sie sie gegen die geistige Umwelt ab?

2. In welcher Weise zeigt sich in beiden Texten die Entwicklung innerhalb der jüdischen und der christlichen aus der jüdischen Religion?


Flavius Josephus, Gegen Apion, Zweites Buch

(Deutsche Übersetzung entnommen aus: Des Flavius Josephus kleinere Schriften (Selbstbiographie - Gegen Apion - Über die Makkabäer), übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Heinrich Clementz, Halle um 1901, S. 171 - 178).

16. ... unser Gesetzgeber, der freilich auch Thaten aufweisen konnte, die den Gesetzen entsprachen, hat nicht nur seinen Zeitgenossen jene Überzeugung beigebracht, sondern auch ihren sämtlichen Nachkommen bis ins fernste Geschlecht den unerschütterlichen Glauben an Gott ein-gepflanzt. Dass übrigens seine Gesetzgebung sich in so hervorragender Weise von den anderen unterschied und zum Gemeingut wurde, erklärt sich daraus, dass er die Frömmigkeit nicht zu einem Bestandteil der Tugend machte, sondern die übrigen guten Eigenschaften wie Gerechtigkeit, Standhaftigkeit, Besonnenheit, vollkommene Eintracht der Bürger untereinander, als Äusserungen der Frömmigkeit erkannte und sie demgemäss erläuterte. Denn alle Handlungen, Beschäftigungen und Reden haben bei uns Beziehung zur Frömmigkeit gegen Gott, weil Moyse nichts davon ungeprüft und ungeregelt liess. Es giebt ferner bei jeder Art von Bildung und Erziehung zwei Wege, den der mündlichen Belehrung und den der Angewöhnung durch Übung. Nun gingen die anderen Gesetzgeber in ihren Ansichten auseinander, sodass die, welche sich vornehmlich für den einen Weg entschieden, von dem anderen nichts wissen wollten. Die Lakedaemonier und die Kreter z. B. pflegten durch Angewöhnung zu erziehen, nicht durch Belehrung, während die Athener und fast alle übrigen Griechen durch gesetzliche Vorschriften befahlen, was man thun oder lassen solle, und dabei keinen Wert auf praktische Einübung legten.

17. Unser Gesetzgeber dagegen hat diese beiden Erziehungsweisen aufs sorgfältigste miteinander verbunden. Denn einerseits war er darauf bedacht, dass der Sittenübung die theoretische Anweisung nicht fehle, und anderseits wollte er das in Worte gefasste Gesetz auch praktisch ausgeführt wissen, indem er, sowie die Erziehung und häusliche Lebensweise eines jeden begann, nichts, auch nicht das geringste der Wahl und Willkür derer überliess, für die seine Gesetze bestimmt waren. Ja, selbst bezüglich der Speisen, welche man essen dürfe und welche nicht, der Personen, die an dieser Lebensweise teilnehmen sollten, der Mühen, Anstrengungen in den einzelnen Gewerben, und wiederum bezüglich der Erholung von den Mühen stellte er in seinem Gesetz eine Regel und Richtschnur auf, damit wir unter ihm wie unter einem Vater und Gebieter leben und weder absichtlich noch aus Unwissenheit sündigen möchten. Denn auch den Entschuldigungsgrund, dass man von den Vorschriften keine Kenntnis habe, wollte er aus der Welt schaffen, indem er das Gesetz zugleich zum schönsten und notwendigsten Bildungsmittel machte und uns die Verpflichtung auferlegte, es nicht bloss einmal oder zweimal oder öfters zu hören, sondern auch an jedem siebenten Tage uns aller sonstigen Geschäfte zu enthalten, zur Anhörung des Gesetzes zusammenzukommen und dasselbe gründlich zu erlernen - eine Anordnung, die meines Wissens alle anderen Gesetzgeber ausser acht gelassen haben.

15. Übrigens sind die meisten Menschen so weit entferut, nach ihren eigenen Gesetzen zu leben, dass sie dieselben vielmehr kaum kennen und erst, wenn sie gesündigt haben, von anderen erfahren, sie hätten das Gesetz übertreten. Selbst die Inhaber der höchsten und wichtigsten Ämter bekennen ihre Unwissenheit in diesem Punkte, indem sie als Vorsteher der Verwaltung solche Männer neben sich thätig sein lassen, die ihrem Vorgeben gemäss mit den Gesetzen vertraut sind. Bei uns hingegen mag man den ersten besten über die Gesetze befragen, und er wird sämtliche Bestimmungen derselben leichter hersagen als seinen eigenen Namen. WeiI wir nämlich gleich vom Erwachen des Bewusstseins an die Gesetze erlernen, sind sie in unsere Seelen sozusagen eingegraben. Übertretungen kommen infolgedessen selten vor; zugleich aber ist auch jede die Abwendung der Strafe bezweckende Ausrede unmöglich gemacht.

19. Dies vor allem bat die wunderbare Eintracht unter uns geschaffen. Denn eine und dieselbe Überzeugung von Gott haben, im Leben und in den Sitten sich nicht voneinander unterscheiden das bringt die schönste sittliche Übereinstimmung unter den Menschen zustande. Wir sind die einzigen, bei denen man keine sich widersprechenden Ansichten von Gott hört, wie solches vielfach bei anderen Völkern der Fall ist, wo oft nicht nur der gemeine Mann seine unsinnigen Einfälle über die Gottheit verlauten lässt, sondern auch manche Philosophen das gleiche thun, indem die einen das Dasein Gottes überhaupt zu leugnen sich erkühnen, andere wenigstens seine Fürsorge für die Menschen in Abrede stellen. Auch in Bezug auf die Lebensweise sieht man bei uns keine Verschiedenheiten; vielmehr ist unser aller Thun ein gemeinsames, getragen von dem einheitlichen, dem Gesetz entsprechenden Bekenntnis, dass Gottes Auge alles sieht. Übrigens kann man die Ansicht, dass Gottesfurcht das Ziel sei, auf welches alle übrigen Bestrebungen des Lebens hinarbeiten müssten, selbst aus dein Munde unserer Weiber und Sklaven vernehmen.

20. Daraus erklärt es sich auch, wie uns von manchen der Vorwurf gemacht werden konnte, wir hätten weder auf dem praktischen noch auf dem theoretischen Gebiet erfinderische Köpfe aufzuweisen. Andere Völker sehen einen Vorzug darin, dass man nicht heim Althergebrachten stehen bleibt, und wer am eifrigsten weiterzukommen trachtet, dem spricht man einen besonders hohen Grad von Weisheit zu; wir dagegen halten nur den für klug und tugendhaft, der in seinem Tun und Denken mit den ursprünglichen gesetzlichen Vorschriften überhaupt nicht in Widerspruch gerät. Das ist doch sicher ein Beweis für die Vortrefflichkeit der Bestimmungen unseres Gesetzes, wie umgekehrt die häufigen Anderungen anderer Gesetzgebungen deren Verhesserungsbedürftigkeit klar zutage treten lassen.

21. Weil wir nun überzeugt sind, dass das Gesetz gleich von Anfang an den Willen Gottes zum Ausdruck bringen sollte, würde es eine Gottlosigkeit sein, wenn wir in irgend einer Beziehung von ihm abwichen. Was möchte denn auch jemand daran ändern ? Und was könnte er Schöneres selbst erfinden oder besseres von anderen entlehnen? Etwa die Einrichtung des Gemeinwesens überhaupt? Aber fände sich eine vortrefflichere und vernünftigere Verfassung als die, welche Gott, den Lenker des Weltalls, an die Spitze stellt, den Priestern die gesamte Verwaltung des Staates überträgt und dem Hohenpriester die ausschliessliche Beaufsichtigung der übrigen Priester anvertraut? Die letzteren hat übrigens der Gesetzgeber gleich anfangs nicht mit Rücksicht auf ihren Reichtum oder andere zufällige Vorzüge in ihr Ehrenamt eingesetzt, sondern er hat hauptsächlich denjenigen seiner Genossen, die sich durch Gehorsam und sittliche Kraft vor den anderen auszeichneten, den Gottesdienst zugewiesen. Sie wachten denn auch getreulich über dem Gesetz und den anderen Einrichtungen; denn die Priester führten ihrem Amt gemäss die Aufsicht über alle, richteten bei vorkommenden Streitigkeiten und bestraften die Verurteilten.

22. Wo wäre demnach eine gleich ehrwürdige Staatsverwaltung zu finden? Wo eine, die mit der Ehrfurcht gegen Gott in schönerem Einklang stände? Wenn alle Schichten des Volkes zur Frömmigkeit erzogen werden, wenn die Pflege der letzteren vornehmlich den Priestern anvertraut ist - sieht das nicht aus, als ob das gesamte öffentliche Leben eine einzige heilige Festfeier wäre? Was Fremde unter dem Namen Mysterien und Weihen in wenigen Tagen begehen, ohne es jedoch dauernd in ihrem Herzen bewahren zu können, daran halten wir mit Jubel und Freude und unverrückten Sinnes allzeit fest. - Welcher Art sind nun die Gebote und Verbote im einzelnen? Vor allem sind sie einfach und faßlich. Das erste lehrt von Gott und zwar folgendermassen: Gott ist alles; er ist vollkommen und selig, sich selbst und allen genügend; Anfang, Mitte und Ende von allem. Offenbar durch seine Werke und Gnaden, erkennbar wie alles andere, ist er doch nach Gestalt und Grösse uns völlig unbekannt; denn kein Stoff, und wäre es der kostbarste, ist wert, dass sein Bild daraus verfertigt werde, keine Kunst vermag etwas zu ersinnen, das ihm gliche; etwas ihm Ähnliches auch nur zu erdenken, hier zu vermuten, ist bei uns schon sündhaft. Seine Werke schauen wir: Licht, Himmel, Erde, Sonne und Mond, die Gewässer, die stets sich erneuernden Tiergeschlechter, und die fruchttragenden Gewächse. Dies hat Gott gemacht, nicht mit Händen, nicht durch Arbeit, noch bedurfte er dazu einer fremden Beihilfe - sondern er wollte Gutes, und gut war es alsbald geschaffen. Diesem Gott müssen alle gehorchen, und in Tugendübung sollen sie ilhn ehren; denn das ist der würdigste Gottesdienst.

23. Weil immer gleiches zu gleichem passt, soll der eine Gott auch nur einen Tempel haben, der das gemeinsame Eigentum aller ist, wie sie alle denselben Gott verehren. ...


Paulus, Der Brief an die Hebräer

Deutsche Übersetzung aus: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments [Grosse Familien-Bibel; mit Einleitungen zu allen Büchern und erklärenden Anmerkungen], hg. von P. Theodor Schwerk und F. A. Herzog, Zürich 1974 4, S. 1721 - 1724).

Kap. 8

1 Die Hauptsache aber bei dem Gesagten ist: Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat. 2 Er [Christus] ist Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr, und nicht ein Mensch, errichtet hat. 3 Denn jeder Hohepriester wird dazu eingesetzt, Gaben und Opfer darzubringen. Daher muss er auch etwas darzubringen haben. 4 Wäre er [Christus] nun auf Erden, so würde er überhaupt kein Priester sein, weil hier ja solche sind, die nach dem Gesetze die Gaben darbringen. 5 Sie tun ihren Dienst an dem Abbilde und Schatten des himmlischen Heiligtums. So erhielt Moses, als er das Zelt herstellen sollte, die Weisung: Sieh zu, sagt er [die Schrift], dass du alles nach dem Vorbilde machst, das dir auf dem Berge gezeigt wurde. 6 Jetzt hat er [Christus] insoweit eine vorzüglichere Aufgabe erhalten, als er Mittler eines besseren Bundes ist, der auf Grund besserer Verheissungen festgesetzt ist. 7 Wenn nämlich jener erste [Bund] tadellos wäre, würde nicht Raum für einen zweiten gesucht. 8 Denn tadelnd sagt er [die Schrift]: Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und dem Hause Juda einen neuen Bund schliessen. 9 Nicht nach der Art des Bundes, den ich mit ihren Vätern an dem Tage geschlossen habe, als ich ihre Hand ergriff, um sie aus dein Laude Aegypten herauszuführen. Sie sind nicht in meinem Bunde geblieben, und ich habe mich nicht mehr um sie gekümmert, spricht der Herr.

10 Das nämlich ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schliessen werde, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn legen und sie ihnen ins Herz schreiben. Ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

11 Keiner braucht mehr seinen Mitbürger und keiner mehr seinen Brüder zu lehren: Lerne den Herrn kennen! Denn alle werden sie mich kennen, vom Kleinsten bis zum Grössten unter ihnen.

12 Ich will ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.

13 Wenn er von einem neuen Bunde spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und greisenhaft ist, das ist dem Verschwinden nahe.

Kap. 9

1 Allerdings hatte auch der erste Bund Bestimmungen für den Gottesdienst und das irdische Heiligtum. 2 Es war ein Zelt hergerichtet, in dessen vorderem Raum der Leuchter und der Tisch mit den Schauhroten waren, das sogenannte Heilige. 3 Hinter dem zweiten Vorhange war das Zelt, das man das Allerheiligste nennt, 4 mit dem goldenen Rauchopferaltare und der von allen Seiten mit Gold überzogenen Bundeslade. In ihr waren das goldene Gefäß mit dem Manna, der Stab Aarons, der Knospen getrieben hatte, und die Bundeslade. Ueber ihr waren die Cherubim der Herrlichkeit, die den Sühnedeckel überschatteten. Doch hiervon ist jetzt nicht im einzelnen zu reden.

6 Seitdem dies so eingerichtet ist, gehen die Priester jederzeit in das vordere Zelt hinein, um die gottesdienstlichen Handlungen zu verrichten. 7 In das zweite dagegen darf der Hohepriester allein nur einmal im Jahre eintreten, und zwar nicht ohne Blut, das er für seine und des Volkes Verfehlungen darbringt. 8 Dadurch deutet der Heilige Geist an, dass der Weg zum Allerheiligsten noch nicht freigegeben ist, solange das vordere Zelt Bestand hat. 9 Das ist ein Sinnbild in bezug auf die gegenwärtige Zeit, insofern Gaben und Opfer dargebracht werden, die nicht imstande sind, den Opfernden im Gewissen vollkommen zu machen. 10 Sie sind ja doch nur fleischliche Satzungen, die sich auf Speisen, Getränke und mannigfache Waschungen beziehen und bis zur Zeit der Neuordnung auferlegt sind.

11 Christus dagegen ist als der Hohepriester der zukünftigen Güter erschienen. Er trat in das grössere und vollkommene Zelt ein, das nicht mit Händen gemacht ist, das heisst, nicht dieser Schöpfung angehört. 12 Er ging nicht mit dem Blute von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blute ein für allemal in das Heiligtum hinein und bewirkte so eine ewig gültige Erlösung. 13 Wenn schon das Blut von Böcken und Stieren sowie die Asche einer Kuh durch Besprengung die Verunreinigten zur leiblichen Reinigung heiligt, 14 um wieviel mehr wird das Blut Christi, der durch den ewigen Geist sich selbst Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, euer Gewissen von toten Werken reinigen, um dem lebendigen Gott zu dienen.

15 Deswegen ist er [Christus] der Mittler des Neuen Bundes, in dem die Berufenen das verheissene ewige Erbe empfangen. Doch musste er zuvor zur Sühne für die Sünden unter dem ersten Bunde den Tod erleiden. 16 Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod des Erblassers nachgewiesen werden. 17 Ein Testament nämlich wird erst durch den Tod rechtskräftig. Es hat keine Gültigkeit, solange der Erblasser lebt. 18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht. 19 Nachdem nämlich Moses dem ganzen Volke alle Gebote des Gesetzes verkündigt hatte, nahm er das Blut der Kälber und Böcke nebst Wasser, Scharlach und Ysop, besprengte damit das Buch sowie das ganze Volk und sprach: 20 Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen bat. 21 Gleicherweise besprengte er mit dem Blute das Zelt und alle gottesdienstlichen Geräte. 22 Ja, fast alles wird nach dem Gesetze mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergiessen gibt es keine Vergebung. 23 So müssen die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst erfordern bessere Opfer, als diese es sind.

24 Christus ist ja nicht in ein mit Händen gemachtes Heiligtum eingegangen, das nur ein Abbild des wahren ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesichte Gottes zu erscheinen. 25 Auch braucht er sich nicht immer wieder als Opfer darzubringen, wie der Hohepriester alljährlich mit fremdem Blute in das Allerheiligste eingeht. 26 Sonst hätte er seit Erschaffung der Welt oft leiden müssen. Jetzt aber ist er nur einmal am Ende der Zeit erschienen, um die Sünde durch sein Opfer zu tilgen. 27 Wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, und darauf das Gericht folgt, 25 so hat sich auch Christus einmal zum Opfer dargebracht, um die Sünden der Vielen hinwegzunehmen. Das zweite Mal erscheint er ohne Sündenlast denen zum Heile, die auf ihn warten.

Kap. 10

1 Das Gesetz ist nur ein Schatten der zukünftigen Güter, nicht das Bild der Dinge selbst. Darum kann es mit den gleichen alljährlichen Opfern, die man immer wieder darbringt, niemals die Hinzutretenden vollenden. 2 Hätte sonst ihre Darbringung nicht aufhören müssen, weil die Opfernden, einmal gereinigt, kein Sündenbewusstsein mehr hatten? 3 Gerade in ihnen liegt eine alljährliche Erinnerung der Sünden. 4 Denn das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich die Sünden hinwegnehmen. 5 Deshalb sagt er [der Mesias; Psalm 40, 7 ff.] bei seinem Eintritt in die Welt: "Schlacht- und Speiseopfer willst du nicht, aber einen Leib hast du mir bereitet. 6 An Brand- und Sühnopfer hast du kein Wohlgefallen. 7 Da sprach ich: Siehe, ich komme, Deinen Willen, o Gott, zu tun, wie in der Buchrolle von mir geschrieben steht." 8 Oben sagt er [der Messias]: "Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sühnopfer willst du nicht und hast kein Wohlgefallen daran, wie sie nach dem Gesetze dargebracht werden." 5 Dann fährt er fort: "Siehe, ich komme, deinen Wilen zu tun." Er hebt das erste auf, um das zweite als gültig hinzustellen. 10 In diesem Willen sind wir durch die Darbringung des Leibes Iesu Christi ein für allemal geheiligt.

11 Jeder Priester steht Tag für Tag da und waltet seines Dienstes. Oft bringt er die gleichen Opfer dar, die doch niemals Sünden wegnehmen können. 22 Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt. 23 Er wartet nunmehr ab, bis seine Feinde als Schemel unter seine Füsse gelegt sind. 14 Durch ein einziges Opfer hat er für immer die Geheiligten vollkommen gemacht. 12 Dies bezeugt uns auch der Heilige Geist. Nachdem er nämlich gesagt hat: 16 "das ist der Bund, den ich mit ihnen nach jenen Tagen schliessen werde", spricht der Herr: 17 "Ich will meine Gesetze in ihre Herzen legen und sie ihnen in den Sinn schreiben: ihrer Sünden und Ungerechtigkeiten will ich nicht mehr gedenken." 15 Wo aber Vergebung ist, bedarf es keines Opfers mehr für die Sünde.

19 So haben wir nun, Brüder, zuversichtliche Hoffnung auf den Eingang in das Heiligtum durch das Blut Jesu. 20 Das ist der neue Lebensweg, den er uns durch den Vorhang hindurch, nämlich durch sein Fleisch erschlossen hat. 21Auch haben wir einen Hohenpriester, der über das Haus Gottes gesetzt ist. 22 Darum lasst uns mit aufrichtigem Herzen in voller Glaubenszuversicht hinzutreten, die Herzen besprengt und dadurch gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib mit reinem Wasser gewaschen. 23 Lasst uns unbeugsam festhalten das Bekenntnis unserer Hoffnung; denn treu ist, der die Verheissung gegeben hat. 


Zusammenstellung: Christian Gizewski.


Vl/Ue Gizewski WS 1998/99