Kap. 2 (Einführung II).

INHALT

    1. Die ethnischen, sprachlichen, zivilisatorischen und hochkulturellen, insbesondere religiösen Vorgaben der Antike für die historischen Entwicklungen des Balkan und des östlichen Europa, des Nahen Ostens und des Nördlichen Afrika.

A. Die Völker-, Sprach-, Schrift- und Religionsgruppengruppen im mediterranen, europäischen und nahöstlichen Bereich und ihre Entwicklung in nachantiker Zeit.
B.Übersicht über die Reichsbildungen im thematisierten Raum.

    2. Daten- und Kartenwerke zur nachantiken Herrschafts-, Kultur- und Religionsgeschichte in den genannten Bereichen.

1. Die ethnischen, sprachlichen, zivilisatorischen und hochkulturellen, insbesondere religiösen Vorgaben der Antike für die historischen Entwicklungen des Balkan und des östlichen Europa, des Nahen Ostens und des Nördlichen Afrika.

Übung 2.

AUFGABE:

Stellen Sie anhand der unten wiedergegeben Karte fest,

    a) wie sich der Territorialbestand des römischen Reiches seit der Auflösung einer Kaiserherrschaft im westlichen Reichsteil in der frühbyzantinischen Epoche verändert,

    b) welche wichtigeren Ursachen es dafür gibt.


Kartenübersicht über die historischen Entwicklungen in Europa, dem Orient und Nordafrika im 7. und 8. Jht. nach Chr.:

Veränderungen des abendländischen und byzantinischen Bereiches, Slawenwanderung und Ausbreitung des Islam im 7. und 8. Jht n. Chr..

Abb. entnommen aus: H. E. Stier u. a. (Hg.), Großer Atlas zur Weltgeschichte, Westermann-Schulbuch-Verlag Braunschweig 1990 (Sonderausgabe des Orbis-Verlags; eine Neuauflage ist 1998 erschienen), S. 50 f..


Zur Lösung zu Übung 2.

A. Die Völker-, Sprach-, Schrift- und Religionsgruppen im mediterranen, europäischen und nahöstlichen Bereich und ihre Entwicklung in nachantiker Zeit.

Eine Übersicht über die Vielzahl der in der nachantiken Geschichte des westlichen Eurasien und nördlichen Afrika auftretenden, durch die antike Hochkultur beeinflußten Völker läßt sich am besten ausgehend von ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten entwicklungsgeschichtlich zusammengehörigen Sprachgruppen herstellen.Vier Sprachgruppen sind dabei im wesentlichen - d. h. abgesehen von einigen kleineren anderen - zu unterscheiden, nämlich die indogermanischen Sprachen, die semitisch-hamitischen ('afroasiatischen') Sprachen, die finno-ugrischen ('uralischen') Sprachen und mongolischem und Turk- ('altaiische') Sprachen. Die unten wiedergegebenen Schemata zeigen sie in ihren heutigen Grobverzweigungen. An dieser Zuordnung werden die Herkunft und die oft weiträumigen Wanderbewegungen dieser Völker deutlich, die sie in der Spätantike (Germanenvölker), im frühenMittellater (Germanen- und Slawenvölker, Araber, Turkvölker, Ungarn) und auch noch im späteren Mittelalter (Mongolen) hinter sich bringen, bevor sie mit antiker Hochkultur selbst oder solchen in nachantiker Zeit entstandenen Kulturzonen in intensiveren Kontakt treten, welche politisch oder religiös, generell: zivilisatorisch oder geisteskulturell eine antike Prägung erfahren haben. Die Sprachzugehörigkeit gibt ferner Hinweise auch auf den ursprünglichen kulturellen Hintergrund dieser Völker , der eng mit ihrer Herkunftssprache verbunden ist.

Von den in dem Schemata aufgeführten Sprachgruppen sind einige heute weniger umfänglich als in antiker und nachantiker Zeit. So sind von der Vielzahl der semitischen Sprachen des Altertums (Akkadisch, Babylonisch, Assyrisch, Kanaanäisch-Phönizisch, Hebräisch, Altägyptisch, Aramäisch, Altarabisch) heute als lebende nur noch das Hebräische und das Arabische übrig. Innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie gibt es etwa das ursprünglich weit verbreitete Keltische heute kaum noch; das Illyrische, das Thrakische, zu ihrer Zeit weit verbreitete Sprachen des Balkanraumes, sind bis auf wenige Schriftzeugnisse, also fast spurlos verschwunden. Das Lateinische, die maßgebliche Sprache des Römischen Reiches, existiert heute nur noch als Bildungs- und Kirchensprach. Auch das Altgriechische, das in seiner hellenistischen Ausprägung als 'Allgemeinsprache' ('koine') des miitelmeerischen und vorderorientalischen Raumes über Jahrhunderte hin politisch und später zumindest kulturell dominierend war, ist nur noch als Bildungssprache lebendig; die Weiterentwicklung zum Neugriechischen steht zum hellenistischen Griechsich ungefähr in demselben Verhältnis wie das heutige Italienische zum Lateinischen.

Andrerseits haben sich nicht nur das Italienische und das Neugriechische, sondern auch eine Anzahl weiterer Sprachen auf der Basis der Altertumssprachen in einer Synthese mit anderer Sprachformen entwickelt. Das gilt vor allem für die romanischen Sprachen (außer dem Italienischen das Spanische, Portugiesische, Französische, Rumänische u. a.), die in ihren frühen Formen bereits im früheren Mittelalter aus einer Synthese des Lateinischen mit den Sprachen vor allem germanischer oder slawischer Völkerschaften entstanden. Germanische und slawische Ausgangssprachen haben ferner, soweit sie bei ihrer Akkulturation an antike Muster prinzipiell in ihrem herkunftssprachlichen System blieben (wie z. B. das Deutsche oder das Serbo-Kroatische), dennoch in bestimmten Bereichen starke Umformungen erfahren, die je nach den Umständen den Wortschatz (Lehnwortbestand, Bildunsgssprache), aber auch die Syntax und den Lautbestand betreffen konnten.Das hat ebenfalls bereits in mittelalterlicher Zeit zur Herausbildung weiterer neuer Sprachräume geführt, aus welchen sich dann späterhin durch weitergehende Homogenisierungs- oder Differenzierungsprozesse die heutigen Sprachen Europas entwickelten. Auch das Altrarabische oder das Alt-Türkische haben sich bei ihrer Fortenwicklung unter dem Einfluß der römisch-griechischen und mehr noch der persischen Antike erheblich verändert, bevor sie ihre nuetuge Form erreichten.

Für das Gesamtthema ist die Sprachgeschichte der einzelnen am historischen Geschehen beteiligten Völker deshalb nicht nur im Hinblick auf ihre sprachgeschichtliche Klassifikation und Herkunftbestimmung, sondern auch insoweit von Bedeutung, als sich in ihr das Ausmaß des kulturellen Einflusses der Antike, sei es in ihren westlicheren - griechisch-römischen -, sei es in ihren östlicheren - etwa sassanidischen oder arabischen - Entwicklungen am Wortbestand genau oder zumindest aufschlußreich ablesen läßt. Dabei wird einmal die allgemeinzivilsatorische, zum anderen die geisteskulturelle Überformung ursprünglich einfacherer bäuerlicher oder nomadischer Kulturformen 'neuer Völker' erkennbar.

Sprach-Übersichten:

Schemata entnommen aus: B. Comrie, S. Matthews, M. Polinsky (Hg.) , Bildatlas der Sprachen dieser Erde. Vorwort von Jean Atchinson, Rupert Murdoch Professor der Sprach- und Kommunikationswissenschaften an der Oxford University, Übersetzung ins Deutsche: Iris Bahr und Barbara Frank, (1996), Augsburg 1998, S.40, 46, 47, 78.

Sprachzuordnung einiger Völkernamen des thematisierten Raums:

Eckige Klammer markieren differenzierungsbedürftige Zuordnungen, Anführungsstriche zeitgebundene Benennungen.

    INDOGERMANISCHE:

    Griechen, 'Byzantiner'.

    'Lateiner', 'Rumanen', Walachen.

    Iranier, Armenier.

    Franken, Langobarden, (West-)Goten, Sueben, Sachsen, Angeln, Sweonen, Göten, Jüten, [Rus].

    Sklavinen, Anten, Veneter, Lechen, Serben, Kroaten, Bosnier, [Rus].

    Pruzzen, Schamaiten, Lettgaller.

    Briten, Schotten, Iren, Pikten.

    FINNO-UGRISCHE:

    Finnen, Esten, Kuren, Magyaren.

    ALTAISCHE:

    Hunnen, Karluken, Chasaren, [Bulgaren], Awaren, Petschenegen, Ogusen.

    SEMITISCH-HAMITISCHE:

    Kopten

    Berber

    Ghassaniden, Lachmiden, Quraisch, Asad, Hanifa.

Zwei Aspekte sind in besondererer Weise aussagekräftig, was Zeitpunkt und Ausmaß einer Akkulturation betrifft:

a) die 'Schriftsystem-Übetragung' als Basis hochkultureller Fortentwicklung,

b) die 'religiöse' Übertragung als Indikator für generelle Umorientierungen in den grundlegenden kulturellen Orientierungen einer Population.

In der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Fortführung oder Übernahme alltagszivilisatorischer Techniken und Lebensformen, antiker Kunst und antiken Wissens, politischer, administrativer, militärischer und rechtlicher Organisationsmustermuster, durch alte und neue Völker des thematsierten Raumes,die sich nur mit großem Aufwand systematisieren läßt, sind diese beiden Indikatoren besonders für eine Kennzeichnung der Ausstrahlungswirkung antiker Kultur in dem früher definierten weiteren Sinne geeignet.

Was die von allen oben genannten Sprachvölkern verwendeten Schriftsysteme betrifft, so macht eine Übersicht über diese deutlich, daß es sich durchweg um Alphabetschriften handelt, die selbst in ihren räumlich von den Hochkulturzonen der Antike fernstliegenden, frühest bekundeten Formen (germanische und altungarische'Runenschrift', alttürkische und mongolische Schrift) auf eine Diffusion der westgriechischen Alphabetschrift aus dem Mittelmeerraum nach Norden und der iranisch-soghdischen (aramäischen) Alphabetschrift aus dem iranischen Raum nach Osten zurückzuführen sind. Sobald sich die Völker des Nordens und des Ostens in der Späatntike oder im frühen Mittelalter den Hochkulturzonen der Antike annähern, übernehmen sie - unter Aufgabe älterer Schreibformen - das lateinische oder griechische, seit der arabischen Expansion auch das arabische Schriftsystem, zumeist mit jeweils sprachangemessenen Modifikationen (wie sie etwa in der glagolitischen und der kyrillischen Schrift des balkanischen und russischen Raumes vorliegen). Lateinische, griechische und arabische Schrift gehen - wie die hebräische und die aramäische - auf die phönizische Alphabetschrift zurück, die sich ihrerseits bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. durch Vereinfachung aus dem ägyptischen Hieroggyphen-System entwickelte. Bedenkt man, daß die Alphabetschrift eine spezielle Schriftentwicklung darstellt, die im antiken Altertum neben einer Anzahl anderer Schriftsysteme (Bilderschriften, syllabische Schriften,systemische Kombinationen von Bedeutungs-, Laut- und Klassifikationszeichen) steht und in den Altertumsgeschichten anderer Weltregionen nicht vorkommt, so zeigt sich daran in exemplarischer Weise die Verzweigung, die weittragende Wirkung, dei kulturell grundsätzliche Bedeutung und auch die Dynamik der Übertragung antiker Muster auf 'neue Völker' des thematisierten Raumes.

Schrift-Übersichten:

Sämtliche Listen entnommen aus: Harald Haarmann, Universalgeschichte der Schrift, Frankfurt, New York 1990, S. 287, 324, 333, 445, 486 f., 506, 513, 517 und 519. Auf die dortigen schriftgeschichtlichen Ausführungen wird verwiesen.

Was die religiösen Übertragungen betrifft, so zeigt die unten wiedergegebene Karte die Verbreitung des Christentums - des 'römisch-katholischen' und des 'griechisch-orthoxoxen' ebenso wie des 'monophysitischen' und des 'nestrorianischen' - des Judentums, des Zorostrismus, des Manichäismus und schließlich auch des Islam in antiker und nachantiker Zeit bis zum Ende des 1. Jahrhtausends auf. Nicht nur die Differenzierung, gegenseitige Beeinflussung und Neubildung religiöser Systeme in den hochkulturellen Kernbereichen der - weit gefaßten - Antike, sondern auch ihre Diffusion über diesen Bereich hinaus in Randgebiete - Äthiopien und Arabien, Transoxanien und Innerasien, West-, Ost- und Nordeuropa - läßt sich daran ablesen; ihre Grenzen werden durch religiöse Systeme hergestellt, die in anderen Weltregionen aus anderen religiösen Traditionen erwachsen (Hinduismus, Buddhismus). Der Islam macht den Vorgang religiöser Übertragung in nachantiker Zeit exemplarisch deutlich: er entsteht unter Einflüssen der altarabischen Tradition, des Judentums, des Christentums und des Zorostrismus, d. h. iedeengeschictlich aus antikem Fundus - als neue Religionsbildung, die sich - wie das noch in der Antike entstandene Christentum - relativ schnell in den ihr zugänglichen Hochkulturzonen der vormaligen Antike ausdehnt und von hier aus die Vorfelder -m im Süden und Osten - kulturell langsam überformt. Von gelegentlicher, allerdings eher geringer Bedeutung sind in der Geschichte des nachantiken Westeurasien polytheitsische oder 'animistische' Religionen 'barbarischer' Völkerschaften (Nordgermanen, Slawen, Turk- und Mongolenvölker). Bis auf die Mongolen nehmen diese Völker aber mehrheitlich alle eine der aus antikem Fundus hervorgegangenen monotheistischen Religionen an.

Kartenübersicht zur nachantiken Religionsgeschichte.

Die Ausbreitung des Christentums, des Judentums, des Zoroastrismus, des Manichäismus und des Islam als monotheistischer Religionssysteme gemeinsamer antiker Herkunft im westlichen Eurasien.

Entnommen aus: H. E. Stier u. a. (Hg.), Großer Atlas zur Weltgeschichte, Westermann-Schulbuch-Verlag Braunschweig 1990 (Sonderausgabe des Orbis-Verlags; eine Neuauflage ist 1998 erschienen), S. 52.

B. Übersicht über die Reichsbildungen im thematisierten Raum.

a) Das byzantinische Reich.

Unter der Geschichte des 'byzantinischen' Reiches wird historisch im allgemeinen die mittelalterliche Fortsetzung der Geschichte des östlichen Teiles des antiken Römischen Reiches verstanden. Als Beginn eines byzantinischen 'Mittelalters' wird dabei der Zeitraum vom Ende des 5. Jhts. bis etwa zur Mitte 6. Jhts. verstanden, als die grundlegenden terrritorialen und politischen Veränderungen durch Zuwanderungen oder Okkupationen der Slawen und Bulgaren auf dem Balkan, durch die zeitweilige Expansion des Sassanidenreichs und schließlich durch die arabisch-islamische Expansion den Charakter des oströmischen Reichsteils markant zu verändern beginnen. Es gibt jedoch auch Abgrenzungen, die die byzantinische Reichsgeschichte mit der Bestimmung der Stadt Byzanz (als Konstantinopel) zu einem Regierungssitz des Kaisers Konstantin i. J. 324 n. Chr. beginnen lassen, und solche , die die Auflösung der zentralen kaiserlichen Gewalt im westlichen Teil des Römischen Reiches i. J. 476 n. Chr. als Anfang einer i. e. S. 'byzantinischen' Reichsgeschichte ansehen. Da im vorliegenden thematischen Gesamtzusammenhang Aspekte der 'Traditions- und Rezeptionsgeschichte' im Vordergrund stehen, soll die von Konstantinopel aus gesteuerete Reichsgeschichte von der Zeit an betrachtet werden, in der dort angesichts der Veränderungen im Westen des vormaligen römischen Reichsgebietes forcierte Bemühungen einsetzen, vormalige Zustände von Byzanz aus territorial wiederherszustellen und eine antik-römische Tradition dort bewußt zu pflegen, also etwa von der Zeit des Kaisers Justinian an. Die Idee eines Reiches, das die Traditionen der griechischen und römischen Antike mit der seit dem Kaiser Konstantin auch politisch bestimmenden christlichen Tradition und Sendung beispielhaft und einmalig vereinigt und deshalb zu einer universellen Herrschaft und Geltung berufen ist, bestimmt das Selbstverständnis des Reiches bis zu seinem Ende i. J. 1453.

Allerdings entspricht sie im Laufe der historischen Entwicklung vom 6. bis zum 15. Jht. den realen Machtverhältnissen nur begrenzt. In den Blütezeiten militärischer, politischer und kultureller Geltung ist Byzanz zwar ein starker Staat im mediterran-nahöstlichen Bereich, aber doch immer nur einer unter mehreren. Zweitweilig hat es jedoch wenig politisch-militärischen Einfluß. Insbesondere seit nach der Eroberung Konstantinopels i. J. 1204 durch das Heer des 4. Kreuzzuges eine dauerhafte Zersplitterung des Reichsgebietes beginnt und nur noch zeitweilig aufgehalten werden kann, ist ein 'christlich-universelles Reichsverständnis' des nunmehr territorial immer mehr reduzierten Kaiserreichs bzw. mehrer konkurrierender Kaiserreiche byzantinischer Tradition mehr ein Sache des Glaubens und der Kultur, als eine solche der Realität.

Die Epochen, die sich in der byzantinischen Geschichte unterscheiden lassen, seien hier nur in einer die Entwicklung grob skizzierenden Weise aufgeführt:

b) Das sassanidische Reich.

Das Sassanidenreich, das noch einige Jahrzehnte im 7. und 8. Jht. - zumindest in Teilgebieten - neben dem sich ausbreitenden isalmischen Herrschaftsbereich fortbesteht, bis es in dessen Reichsbidlungen aufgeht, ist die letzte der Großreichsbildungen auf dem Gebiet des Iran und in seinem Umfeld, die noch dem Altertum zuzurechnen ist. Es entwickelt sich seit d. J. 224 n. Chr. aus der lokalen Herrschaft eines Fürstenhauses mit zarathustrisch-priesterlichen Funktionen nahe Persepolis im parthischen Machtbereich. Es knüpft ideell neu an alte persisch-achämenidischen Reichs- und Kulturtraditionen an, indem es etwa den alten achämenidischen Weltherrschaftsanspruch mit Nachdruck wieder aufnimmt und sich -neben zeitweiliger Öffnung für Christentum und Manichäismus - vor allem den Zoroastrismus als Staatsreligion zu eigen macht. Aber auch an hellenistische (Städtewesen, Liturgie-System), parthische (ständische Bevölkerungsgliederung, Adelseinfluß auf die Regierung) und andere, eher regionale Traditionen (etwa Mesopotamiens und Syriens) schließt es an.Es befindet sich außerdem in Fragen des Verwaltungsaufbaus, der militärischen Ordnung, des großköniglichen Hofwesens oder der Entwicklung einer Beamtenschaft in einem dauernden gegenseitigen Beeinflussungsverhältnis zu dem benachbarten Römischen Reich, was sich vor allem an den durch Chosrau (531 - 579) durchgeführten Verwaltungs-, Steuer- und Heeres- und Religionsreformen zeigt. Ähnlich wie in den hellenistischen Reichen und im Römischen Reich gibt es im Sassanidenreich Zentren wissenschaftlicher Tätigkeit (Gundeschapur, Nisibis).

In der Entwicklung des Sassanidenreiches lassen sich grob folgende Epochen unterscheiden:

c) Die Reiche der Awaren, Bulgaren, Serben, Ungarn u. a. Herrschafsbildungen auf dem Balkan.

Die Bildung neuer Reiche in an sich byzantinischer Hoheit unterstehenden Gebieten auf dem Balkan beginnt mit der Niederlassung und Reichsbildung der (dem altaischen Sprachkreis zugehörenden) Awaren im Karpatenbogen und beiderseits der Donau seit d. J. 567 n. Chr. Das Awarenreich besteht bis zum Jahre 803, als es sich infolge einer Niederlage gegen das Frankenreich Karls d. Großen auflöst. Es bleibt deshalb, soweit erkennbar, außerhalb einer intensiveren Berührung mit der antiken Kultur, auch wenn es erste Schritte einer Christianisierung durch eine von Byzanz und rom ausgehende Mission gibt.

Obschon die awarische Reichsbildung den byzantinischen Herrschaftsbereich direkt nur geringfügig (bei Sirmium) tangiert, so werden von byzantinischer Seite doch nach spätantikem Muster vorbeugend gegen eine awarische Südexpansion slawische Stämme als Föderaten zur Ansiedlung in die Provinzen des Balkan eingeladen.Die damit seit d. J. 580 n. Chr. entstehende südslawische Wanderungsbewegung betrifft den heute slowenischen, kroatischen, serbischen, (slawisch-) makedonischen und (slawisch-) bulgarischen Bereich, geht aber darüber hinaus bis zur Peloponnes. Ein kleinerer Teil der slawischen Zuwandererbevölkerung gräzisiert sich im Laufe der Zeit, ein anderer bleibt trotz in der Regel starker byzantinischer Prägung slawisch nach Sprache und verschiedenen ethnischen Traditionen; dieser stellt die Basis sofortiger oder späterer selbständiger Herrschafts- und Reichsbildungen der Serben, Kroaten, Bosnier und (slawisierten) Bulgaren dar. Lange Zeit bleiben Serben, Kroaten und Bosnier unter byzantinischer Oberhoheit. Die seit Mitte des 9. Jhts. bekundete eigenständige serbische Fürstenherrschaft wird erst am Ende des 12. Jhts. formell zu einem Königreich. Im 14. Jht. entfaltet dieses zeitweilig (als 'großserbisches' Reich unter Stefan Dusan [1331 - 1355]) ein den größten Teil des westlichen Balkan umfassenden Einfluß. Auch Kroatien wird erst im 11. Jht. formell von Byzanz unabhängig und Königreich, das in Personalunion mit dem ungarischen regiert wird. Auch in Bosnien gibt es seit dieser Zeit unabhängige Herrschaften. Alle diese Reiche und Herrschaften werden durch die osmanisch-türkischen Eroberungen des 14. - 16. Jhts. (etwa durch die Schlacht auf dem Amselfeld [Kosovo Polje] i. J. 1389) Teil des des osmanischen Reiches.

Im Jahre 680 n. Chr. beginnen die (dem altaischen Sprachkreis angehörenden,zuvor am unteren Don siedelnden) Bulgaren, sich nach gewaltsamer Invasion südlich der unteren Donau in byzantinischem Reichgebiet niederzulassen. Zunächst als Eroberer ihre sprachliche und ethnische Herkunft wahrend, verbinden sie sich allmählich mit der slawischen Bevölkerung des unteren Donaubereichs und bilden mit dieser zusammen ein einheitliches Bulgarenreich. Das Bulgarenreich wird christianisiert und steht stets unter starker kultureller Prägung durch, allerdings auch in oft sehr harten Konflikten mit Byzanz.Es besteht - mit einer Unterbrechung durch eine Phase der weitgehenden Unterordnung unter die byzantinische Hoheit (zwischen 971 und 1186; daher Unterscheidung eines 'ersten' von einem 'zweiten' Bulgarenreich) bis zur Eroberung durch die osmanischen Türken i. J. 1393 n. Chr. fort.

Die späteste frühmittelalterliche Reichsbildung durch ein zuwanderndes Volk erfolgt auf dem Balkan durch die Ungarn. Dieses (dem finno-ugrischen Sprachkreis zugehörende, zuvor im südlichen Ural siedelnde) Volk wandert seit d. J. 895 kriegerisch in die ungarische Tiefebene ein, in der in den Jahrhunderten zuvor das Awarenreich bestand, läßt sich dort dauerhaft nieder und bildet ein neuen eigenen Herrschaftsbeich. Dieser wird von Rom aus christianisiert und i. J. 1001 zum Königreich. Seit dem 11. Jht. dehnt es seine Herrschaft im Wege der Personalunion auf Kroatien und Bosnien aus. Trotz der osmanisch-türkischen Eroberungen des 14., 15. und 16. Jhts., die den größten Teil des vormaligen ungarischen Reiches betreffen, bleibt ein territorialer Rest, seit 1526 in Personalunion mit der habsburgischen Herrschaft, erhalten und erlebt seit dem 17. Jht. eine Restitution.

Die auf dem Balkan nach den vorgenannten Einwanderungen in den inneren Gebirgsregionen (vom Pindosgebirge bis nach Nisch und wohl auch im südlichen Karpaten- und im Balkangebirge) verbliebenen vorslawischen und vorbulgarischen, zumeist romanischsprachigen Bevölkerungselemente nehmen als verdrängte Bevölkerung an Reichs- und Herrschaftsbildungen lange Zeit kaum teil, treten aber seit dem 11. Jht. als wandernde Bevölkerung (Albaner und Wlachen) im heutigen Albanien, im slawischen Makedonien, an der illyrischen Küste und im heutigen Rumänien, gelegentlich kriegerisch, als große Bevölkerunsgruppe in Erscheinung. Nur im heutigen Rumänien bilden sich- erst im 13. Jht. - aus einer wlachischen Bevölkerung eigene, selbständige Herrschaften, nachdem die dort zuvor währende bulgarische [bis 1061], petschenegische (1061- 1171), kumanische (bis 1240) und schließlich mongolische Herrschaft (bis 1330) vorüber sind. Diese Herrschaften geraten jedoch - teilweise schon seit dem Ende des 14. Jhts. - unter tükisch-osmanische Oberhoheit und werden im 15. und 16. Jht. dem osmanischen Reiche völlig eingegliedert, bei dem sie bis 1878 verbleiben..

d) Das Reich der Kiewer Rus.

Nach dem Aussagen der mittelalterlichen russischen Chronik 'Erzählung der vergangenen Jahre' (11. Jht., Kiew) bilden sich seit der Mitte des 9. Jhts. um Nowgorod und um Kiew größere Herrschaftsbereiche mit Zustimmung der dort wohnenden slawischen Völkerschaften unter warägischen (schwedischstämmigen), mit dem wohl finnischen Namen 'Rus' bezeichneten Fürsten heraus. Diese üben militärische Schutzaufgaben und solche der Rechtsprechung aus. Zu ihren besonderen Aufgaben und Rechten gehört die Organisation des Handels mit der arabischen und byzantinischen Welt über den Wolga- und den Dnepr-Flußweg. Dafür erheben sie von den Stämmen ihrer Herrschaftsbereiche regelmäßige Abgaben. Noch im 9. Jht. werden diese Fürstentümer unter dem Fürsten Oleg (879 - 912) vereinigt; damit beginnt die Geschichte des Reiches der Kiewer Rus. Unter dem Fürsten Igor (912 - 945) und seinen Nachfolgern Swjatoslaw (ca. 161 - 972), Vladimir I. (978 - 1015) und Jaroslaw (1019 - 1054) wird der Einfluß der Kiewer Herrschaft auf alle umliegenden größeren Slawenstämme befestigt (Aufbau einer Verwaltung und einer geregelten Steuererhebung; Neugründung von Städten mit zumeist militärischer Aufgabe; Slawisierung des Adels) und die konkzurrierende Chazarenreich am nördlichen Schwarzmeerrand beseitigt (966). Der Einflußbereich wird auch im Westen ausgedehnt, bis an die Grenze der l derdamaligen litauischen und polnischen Herrschaften. In gelegentlichen kriegerischen Konfrontationen mit dem byzantinischen Reich (860,944, 972, 1043), mehr aber noch in regelmäßigen Handelsbeziehunge zu Byzanz, die in den Handelsverträgen d. J. 911, 944 und 971 geregelt werden, beginnt ein intensiver kultureller Kontakt mit diesem. Dieser Kontakt findet in der Ehe zwischen dem Fürsten Vladmir und der byzantinischen Prinzessin Anna, der Schwester des Kaisers Basileios II., und der daran anschließenden offiziellen Christianisierung der Herrschaft der Kiewer Rus ein weiteres starkes Entwicklungsmoment. Seither wird der Einfluß der kirchlichen und rechtlichen Ideen und Organisationsformen des byzantinischen Bereichs für die Kiewer Herrschaft bedeutend. Im Kiewer Reich gibt es allerdings auch zentrifugale Kräfte, die insbesondere seit der Mitte des 11. Jhts. auftreten. Nach dem Mongoleneinbruch (1223 / 1245) werden die meisten Fürstentümer des Kiewer Reiches (der Süden um Kiew und der Norden und Osten (um Vladmimr, Rjasan und Twer) den Mongolen tributpflichtig, nicht dagegen die Fürstentümer Nowgorod und Polotzk. Hierauf beruhen unterschiedliche politische und religiös-kulturelle Entwicklungen der mongolisch und der eher nach Westen hin orientierten Teile des vormaligen Kiewer Reiches im Mittelalter, die bis zur Gegenwart hin Bedeutung behalten haben.

Es lassen sich grob zwei Epochen der Kiewer Rus-Herrschaft unterscheiden

e) Das Großfürstentums Moskau und seine Entwicklung zum Russischen Zarenreich

Die unter mongolische Oberhoheit stehenden russischen Fürstentümer bleiben zwar formell selbständig, können sich aber wegen ihrer Abhängigkeit und tributären Ausbeutung in der Zeit der Mongolenherrschaft kaum entwickeln. Trotz dieser Unterordnung vermag der Großfürst von Moskau im 14. Jht. unter mongolischer Duldung eine gewisse Vorherrschaft gegenüber anderen Fürstentümern (Twer und Rjasan, 1375) zu entfalten und sich gelegentlich sogar gegenüber den Mongolen selbst militärisch zu behaupten (1380). Als sich die Mongolenherrschaft der 'Goldenen Horde' mit dem Zentrum Saraiseit den 30er Jahren des 15. Jhts. in verschiedenen Chamate im Steppenraum nördlich des Schwarzen Meers (Krim, Kasan, Astrachan) auflöst , macht sich das Großfürstentum Moskau i. J. 1480 formell unabhängig. Es wird nun zur organisatorischen Basis einer erneuten russischen und byzantinisch-christlich geprägten Großreichsbildun, die sich gegen- Mongolen- und Türkenherrschaft, aber auch gegen westlich-kirchliche Einflüsse wendet. Dieses Selbstverständnis erhält durch ein gegen eine kirchliche Union mit dem westlichen Christentum (Union von Florenzb d. J. 1439) gerichtetes Beharren auf der byzantinisch-rthodoxen Tradition einen besonderes Gewicht und dieses wächst mit der osmanischen Eroberung Konstantinopels i. J. 1453, dessen christlich-orthodoxe und kaiserlich-imperiale Traditionen der Großfürst von Moskau Ivan III. (1462 - 1505) nunmehr bewußt übernimmt und fortführt: er ist der erste 'Zar' und Moskau das 'dritte Rom').Unter Ivan IV. (1533 - 1584) verstärkt sich der innere Ausbau und die äußereExpansion des nunmehrigen Zarenreiches Rußland. In der Funktion eines neuen Machtzentrums mit einem sowohl nach Westen als auch nach Osten und Süden religiös und politisch strikt abgegrenzten Reichstverständnis gerät die Moskauer Herrschaf seit Beginn des 16. Jhts. mit dem polnisch-litauischen Reich in einen andauernden Interessenkonflikt, der seit dem 17. Jht. u. a. zu einem zunehmenden Gebietserwerb der Moskauer Herrschaft im Bereich der baltischen Küstenländer, Weißrußlands und der Ukraine führt und schließlich - im 18. Jht. - für die völlige Auflösung des polnisch-litauischen Reiches mitursächlich ist. Dies ist jedoch zugleich Grundlage einer gewissen Westorientierung Rußlands, aus der sich verschiedenen Formen einer indirekten, durch den Westen vermittelten Antikenrezeption ergeben, nicht zuletzt auch die von Peter dem Großen im 17./18. Jht. eingeleiteten, am Westen orientierten Reformen.

f) Das polnisch-litauische Reich.

Die Herausbildung slawischer Herrschaften, teilweise auch Königreiche in Böhmen, im Oder-Elbe-Bereich und im ursprünglichen polnischen Bereich an mittlerer und unterer Weichsel erfolgt in Reaktion auf die und teilweise unter Anlehnung an die deutsche Reichsbildung im Westen und die von ihr nach Osten ausgehenden Kolonisationsansätze. Teilweise werden sie auf Dauer in den deutschen Reichsverbandeingegliedert (Slawen im Oder-Elbe-Bereich), teilweise entstehen unabhängige Königreiche (Böhmen [10. Jht.], Polen [10. Jht.]), die sich je nach den Umständen zwar in starker Bindung (Böhmen) , aber auch in starkem Gegensatz zum deutschen Reich (Polen) zu befinden pflegen. Da auch die Christianisierung in allen genannten Gebieten von Westen her, also unter Einfluß der römisch-katholischen Kirche erfolgt, sind die genannten Regionen im großen und ganzen nicht zum byzantinisch geprägten Bereich der slawischen Völker zu zählen, der im Rahmen des vorliegenden Gesamtthemas zu erörtern ist. Etwas anderes gilt aber, zumindest in gewissem Umfang, für die in Reaktion auf die Herausbildung der Deutsch-Ordens-Herrschaft in Preußen und auf die Mongolenherrschaft entstehende, zunächst noch 'heidnische' litauischen Herrschaftsbildung (schon seit dem frühen 13. Jht.) und ihre die Christianisierung Litauens mit sich bringende Union mit dem schon seit dem 10. Jht. bestehenden polnischen Königreich zu einem polnisch-liatuischen Reich (i. J. 1386). Schon das vorchristliche Litauen, dann aber insbesondere auch die Union Litauen-Polen nehmen zeitweilig oder dauernd einen Teil der Fürstentümer des vormaligen Kiewer-Rus-Reiches auf, soweit sie nicht seit 1245 unter mongolische Oberhoheit oder später türkische Herrschaft geraten. Das Jagiellonen-Reich vereinigt daher in sich einige Gebiete eher byzantinischer (Teile der Ukraine und Weißrußlands) mit solchen eher okzidentaler (Polen, Litauen i. e. S.) Prägung. Es besteht in seiner großen Ausdehnung auch nach dem Ende der Jagiellonen-Dynastie (1572) bis zum Beginn der 'polnischen Teilungen' im 18. Jht. fort. Die Heterogenität der in ihm wirkenden Traditionen führt in dieser Zeit zu verschiedenen kirchlichen und ethnischen Konfikten und zu einem allmählichen Erstarken zentrifuglaer Kräfte einer Adelsherrschaft.

Es lassen sich grob folgende Epochen unterscheiden:

f) Westliche ('lateinische') Herrschaften im Bereich der Levante, Kleinasiens und des Balkan.

Die Entstehung westlicher ('lateinischer', 'fränkischer', venezianischer und genuesischer) Herrschaftsgebiete auf vormaligem byzantinischen Gebiet des Balkan, der Mittelmeerinseln und Kleinasiensoder auf vromals islamisch beherrschten Gebieten in Kleinasien, Syrien und Palästina beruht auf teils politisch-religiösen, teils wirtschaftlich-händlerischen Motive und Interessen im Hintergrund zumeist militärischer Aktionen.

Aus der großseldschukischen Expansion des 11. Jhts., die seit der Schlacht bei Mantzikert (1071) dem byzantinischen Reich große Gebiete Kleinasiens entreißt und in den Bereich Syriens und Palästinas vordringt, wobei Jerusalem i. J. 1055 erobert wird, ergibt sich der erste Anstoß für die Kreuzzüge westeuropäischer Ritterheere in den Osten des Mittelmeerraumes und die Begründung dortiger unabhängiger Kleinfürstentümer unter Adligen westlichen Ursprungs (vom 11. Jht. bis zum Beginn des 14. Jhts). Religiöses Ziel ist es, das 'Heilige Land' unter christliche Herrschaft zu bringen und damit christliche Pilgerreisen dorthin einer Dransalierung durch andersgläubige Herrschaften zu entziehen. Die dafür entstehenden Territorialherrschaften überdecken zeitweilig den gesamten Küstenstreifen Palästinas (u. a. Königreich Jerusalem, Grafschaft Tripolis und Fürstentum Antichia), aber auch des antiken Kilikien Königreich 'Klein-Armenien' und Grafschaft Edessa) und Zypern (Königreich Zypern). Die Behauptung und Absicherung dieser Gebiete gegen verschiedene Rückgewinnungsaktionen islamischer Herrscher ( z. B.nach dem Verlust Edessas an den Emir von Mussul oder Jerusalems an den Sultan Saladin) führt bis zum Jahre 1270 zu insgesamt sieben Kreuzzügen. Doch bleibt die dauerhafte Existenz der Kreufahrerstaaten aus mehreren Grründen grundsätzlich prekär, sodaß sie allmählich alle einer Wiederoberung, zuletzt durch das Mamelukenreich (1291) anheimfallen.

Die Begründung westlicher Adelsherrschaften im Bereich des im Osten (Expansion der Rum-Seldschuken) und Nordwesten (Bulgaren- und Serenaufstände) geschwächten byzantinischen Reiches im Ergebnis des 4. Kreuzzges (1202 -1204) beruht letztlich auf den dabei wirksam werdenden handelsppolitischen Interessen Venedigs an der Beherrschung des Orienthandels im östlichen Mittelmeerraum, für den das Byzantinische Reich zuvor eine Schlüsselstellung hat. In Arbeitsteilung und Interessenabsprache mit einem Kreuzfahrerheer werden die Interessen Venedigs an bestimmten insoweit interessanten Hafenorten und Inseln (Zara, Ragusa, Durazzo, Korfu, Kephalenia, Methone, Euböa, Lemnos, Naxos, Rhodos, Kreta) des byzantinischen Bereichs durch eine Eroberung Konstantinopels und weiter Teile des byzantinischen Reiches durchgesetzt; diese führt zugleich zur Einrichtung eines 'Lateinischen Kaisertums' in Byzanz (1204 - 1261) und einer Anzahl ihm formell unterstellter westlicher Adelsherrschaften (Königreich Thessalonike, Herzogtum Athen, Fürstentum Achaia). In den für die westlichen Eroberer weniger interessantn Gebieten desBalkan (Despotat Epiros) und Kleinasiens (Kaisertum Nikaia, Kaisertum Trapezunt) halten sich jedoch byzantinische Herrschaftstraditionen unabhängig. Von Nikaia aus erfolgt die Wiederherstellung des byzantinischen Reiches (1261), allerdings bei Fortbestehen einiger westlicher Herrschaften und eines Teils des venezianischen Besitzes in Griechenland, in der Ägäis und im adriatischen Meer. Seit dem 14. Jht. erwirbt Genua, der zweite große westliche Stadtstaat mit Interessen am Orienthandel, verschiedene Häfen und Inseln im ägäischen Meer (Chios, Samos), nachdem ihm bereits i. J. 1267 der Vorort Galata der Stadt Konstantinopel als Handelsstützpunkt unter eigener Regie eingeräumt wurde. Diese generellen Territorialverteilung im Bereich des Balkan, der Ägäis und Kleinasiens ändert sich erst durch das Ausgreifen des osmanischen Reiches auf all diese Gebiet seit dem Ende des 14. Jhts.

g) Arabisch-islamische Reichsbildungen im Nahen Osten und nördlichen Afrika.

Die Ausgangsform islamisch-arabischer Herrschaftsbildung ist eine religiös-ideell als Kampfgemeinschaft zur Verbreitung des dem Propheten Mohammed geoffenbarten göttlichen Willens verstandene Verbindung Gläubiger, die in der politischen Realität seit der sog. 'Hedschra' (i. J. 622) zu einer Verbindung arabischer Stämme zur Verbreitung des Islam auf ganz Arabien und seine nahöstlichen Nachbargebiete wird. Die Spitzenstellung dieses Herrschaftsverbandes, der Kalifat, wird primär als Stellvetretung des Propheten, aber zugleich auch und praktisch bedeutsamer als politisch-militärische Herrschaft über die Gläubigen des Islam und die unterworfenen Ungläubigen verstanden. Juden und Christen bleibt unter der Herrschaft des Kalifen ihre Religionsausübung freigestellt. Die Kultausübung setzt nicht primär einen nomadischen, sondern einen ortsansässigen bäuerlichen oder städtischen Bevölkerungstyp voraus. Die religiöse Botschaft des Islam wendet sich ideell an die ganze Menschheit und rechtfertigt heilige Kriege zur Verbreitung des Glaubens vor dem Endgericht, das für die Ungläubigen erwartet wird. Letzlich hierauf ist der beharrlich und dynamisch expansive Charakter des Islam in seinen Anfangsjahrhunderten, aber immer wieder auch in späteren Epochen zurückzuführen. Die mit der religiösen Botschaft verbreitete politisch-militärische Herrschaft des Islam verbreitet sich schon bis zur Mitte des 7. Jhts. auf Palästina und Syrien, Mesopotamien, Iberien, Armenien, den Iran, Ägypten, Tripolis und Zypern, bis zum Ende des 7. Jhts. auf ganz Nordafrika, Sizilien und Kreta, im 8. Jht. auf Spanien - unter Beseitigung des Westgoten-Reiches -, Sizilien, Sardinien, Kilikien (Thugur), Sogdien (Transoxanien) und das Industal. Konstantinopel wird schon im 7. und 8. Jht. mehrmals von Arabern belagert (i. d. J. 674 - 678 und 717 - 718).

In der schnellen territorialen Ausdehnung ist die Entstehung zentrifugaler Kräfte kritischer Konflikte über religiösen, kulturellen. ethnischen und dynastischen Differenzen angelegt. Bereits seit den Kalifen Otman und Ali kommt es zur Bildung der religiöser Parteiungen der Charidschiten, Schiiten und Sunniten, die schon im 7. und 8. Jht. verschiedene innerislamische Kriege und die zeitweilige Begründung konkurrierender Kalifate bzw. Emirate auslösen (Aliden :/:Omajaden; Abassiden ./: Omajaden, span. Omajaden [als reine Emire] ./. Abassiden [als Kalifen]. Auch späterhin bauen neue Dynastiebildungen des islamischen Bereichs auf den verschiedenen Religionsparteiungen auf (wie die der schiitischen Fatimiden in Ägypten (10 - 12. Jht.), der sunnitischen Aijubiden im ganzen Levante-Bereich (12.Jht. - 1. Hälfte des 13. Jhts.) oder schiitischer Lokaldynastien im Iran und Kleinasien ('Ismailiten', 'Sarbadare', '12er-Schia' - zwischen dem 10. und 14. Jht.) und der schiitisch-iranischen Reichsdynastie der Safawiden (15. Jht.).

Ethnische Sonderverhältnisse und geographische Distanzen verstärken ebenfalls die Herausbildung besonderer Herrschaftsbereiche. Neben dem erwähnten islamischen Emirat in Spanien (unter den Omajaden, später unter den Almoraviden und den Almohaden) sind u. a. die Herrschaften in Iran und Transoxanien (der Samaniden, Tahiriden, Ghasnaviden, Karluken - 9. bis 11.Jht.) , der im westlichen Nordafrika (Aglabiden, Idrisisen, Almoraviden, Almohaden - 10.- 13. Jht.), die türkisch-islamischen Sultanate im Nahen Osten und insbesondere in Kleinasien (seit dem 11. Jht.), die ajubidischen (12./13. Jht.) und die mamelukischen Sultanate in Ägypten und Syrien (Mitte d. 13. Jhts. - Anfang des 16. Jhts.) und die mongolisch-islamischen Herrschaften im transoxanischen, persischen und indischen Bereich (Ilchane seit Mitte des 13. Jhts., Großmoguln in Indien seit Anfang d. 16. Jhts.) zu erwähnen.

Es lassen sich grob folgende Epochen der arabisch-islamischen Reichsbildung unterscheiden (zu den anderen islamischen Reichsbildungen siehe unter g) und h):

g) Kök-türkische, großsseldschukische, rumseldschukische und osmanische Reichsbildungen im Nahen Osten und auf dem Balkan.

Die erste historisch belegbare Reichsbildung von Turkvöllern ist die 'kök-türkische' Verbindung nomadischer Stämme im Inneren Asiens (Mitte des 6. bis Mitte des 8. Jhts), die zwei Reichsteile zerfällt, einen westlichen (nördlich des Tarim-Beckens) und einen östlichen (nördlich des tang-zeitlichen China). In beiden Teilen verbreiten sich vor dem Islam von Tibet und China aus buddhistische, von Westen her manichäische und nestorianisch-christliche Formen der Religion. Politisch sind beide reichsteile einige Jahrzehnte lan von China abhängig, haben dann jedoch haben dann jedoch ein unterschiedliches Schicksal. Während der östliche Teil im Uigurenreich des 8. und 9. Jhts. aufgeht, wird der westliche bis zur Mitte des 9. Jhts. von Tibet abhängig und besteht nun als Reich der Karluken fort. Die Nachbarschaft des wetslich-köktürkischen bzw. des Karlukenreichs zu Transoxanien und dem Iran führt bereits z. Zt. des Sassanidenreiches zu gelegentlichen Konfontationen, die sich auch nach der Ausbreitung des Islam im Oran und in Transoxanien fortsetzen. Seit dem Ende des islamischen Samanidenreichs (um 1000) dehnt sich der Einfluß der Karluken nach Tranoxanien aus. Die erste turkprachige Dynastie in Transoxanien, die Karachaniden, spaltet sich zu Beginn des 11. Jhts. vom östlichen Teil des Karlukenreichs ab, und sie beginnt in Transoxanien neben der iranischen Kultur auch die islamische Religion in der sunnitischen Konfession anzunehmen.

Aus der Stabilisierung und Expansion des westlich-karlukischen Herrschaftsverbandes bildet sich seit dem 2. V. des 11. Jhts. unter den Sultanen Togrylbeg (1039 - 1063) und Alp Arslan (1039 - 1092) in Konforntation mit dem abassidischen Kalifenreich das islamisch-großseldschukische Reich, das zur Zeit seiner größten Ausdehnung außer Transoxanien den größten Teil des Iran und Kleinasiens, des Irak und Syrien-Palästinas umfaßt. Nach großen Expansionserfolgen (Sieg über das byzantinische Jeer bei Mantzikert i. J. 1071; Eroberung des Zentrums des abassidischen Kalifenreichs, Baghdad sowie Damaskus und Jerusalems (1055, 1071, 1076) zerfällt die großseldschukische Herrschaft in regionale, sich gelegentlich auch bekriegende Herrschaftsbereiche (der Irak-Seldschuken, Kerman-Seldschuken, Choresm-Seldschuken, Ghasnaviden, Karachaniden, syrischen Seldschulken und anatolischen Seldschuken). Infolge der i. J. 1098 einsetzenden Kreuzzüge wird ferner der Einfluß der syrischen und der anatolischen Seldschuken begrenzt.

Zugleich konsolidiert sich aber im 12. Jht. der Herrschaftsbereich der anatolischen Seldschuken in der rum-seldschukischen Reichsbildung um das Zentrum Ikonion (=Rum) gegenüber dem byzantinischen Reich und trägt zu seiner Schwächung bei. Die Oberschicht der islamischen Rum-Seldschuken ist kulturell stark persisch geprägt; Persisch ist im Rum-Seldschuken-Reich Amtssprache. Ferner assimiliert sich die rum-seldschukische Herrschaft sie an die bäuerlichen und städtischen Lebensweise ihres Herrschaftsgebietes. Mit Beginn Beginn der Mongolenherrschaft im 13. Jht. beginnt das - formell fortbestehende - rum-seldschukische Reich in Territorialherrschaften zu zerfallen. Der in dieser Zeit zugleich stattfindende Zuzug turkmenischer Völkerschaften nach Anatolien führt in dessen nicht-bäuerlichen Gebirgsregionen und im Westen Anatoliens, an der damaligen Grenze zum byzantinischen Reich, zur Entstehung halb-unabhängiger Emirate für die zuziehende nomadische Bevölkerung. Diese steht in ursprünglicheren nomadischen und kriegerischen Traditionen, aus denen sich in Verbindung mit islamischer Religiosität ein Grenzkriegertum des 'Heiligen Krieges' entwickelt.

In diesem Umfeld entwickelt sich seit dem Ende des 13. Jhts. aus einem von dem Emir und späteren Sultan Osman (ca. 1280 - 1326) beherrschten kleinen westlichen Grenzbezirk des rum-seldschukischen Reiches ein relativ gut organisierter, militärisch potenter Herrschaftsbereich, der bereits unter dem Nachfolger Orhan (1326 - 1360) die Städte Nikomedia und Nikaia mit dem größten restlichen Teil des byzamtinischen Kleinasien in Besitz nimmt und sich in die inneren Angelegenheiten des geschwächten nach-lateinischen byzantinischen Reiches einmischt oder hineingezogen wird. Seit 1353 greift die osmanische Herrschaft auch auf das europäische Festland über und unterwirft bis zum Ende des 14. Jhts. den größen Teil der bis dahin noch byzantinischen Gebiete des Balkan und Bulgarien; sie zwingt fernerSerbien (Schlacht auf dem Amselfeld i. J. 1389) und die Walachei zur Anerkennung der osmanischen Oberhoheit. Nach Kämpfen mit den Mongolen unter Timur Lenk (um 1410) und inneren dynastischen Konflikten setzt um die Mitte des 15. Jhts. unter dem Sultan Mohammed II.(1451 - 1481) eine erneute osmanische Expansion ein, durch die das zum Stadtstaat gewordene Byzanz (1453), der größte Teil der Peloponnes !460), alle Ägäis-Inseln, Epiros (1468), Albanien (1479), Serbien (1459), Bosnien (1463) und Herzegowina (1483), aber auch die zuvor noch nicht osmanischen Emirate Anatoliens dem Osmanenreich eingegliedert werden. Im 16.Jht. erfolgen weitere Expansionen, die den Irak, den nördlichen Schwarzumeerbereich (Chanat der Krim) , Ungarn, das spätere Rumänien, Armenien, Georgien, den westlichen Iran (Luristan), den Irak, große Teile Arabiens, Ägypten, Zypern und die norafrikanisch-islamischen Herrschaften bis Algerien osmanischer Oberhoheit, teilweise auch direkter Herrschaft (Ungarn 1526 - 1552) unterstellen. Damit ist das osmanische Reich territorial weitgehend an die Stelle des byzantinischen getreten. Ihm stehen die westlich-europäischen Reiche und das russische Kaiserreich als andere Erben der antiken und byzantinischen Traditionen gegenüber.

h) Die mongolischen Herrschaften im eurasiatischen Steppenraum.

Aus einer zwischen 1204 und 1206 entsehenden Föderation mongolischer Stämme im Gebiet zwischen dem oberen Jenissei, dem Baikalsees, dem dem Orchon- und dem Kerulen-Fluß unter Führung des Fürsten Telmudschin (Dschingis Chan) entwickelt sich in kurzer Zeit ein militärisch und rechtlich stabil organisierter Reichsverband, dem es bis 1227 gelingt, konkurrierende nomadische Reichsbildungen der Dschurtschen in Nordchina, der Uiguren im westlichen Innerasien, der Kara-Chitai in Ostturkestan und das Tangutenreich westlich des Hoangho-Bogens zu unterwerfen oder zum Anschluß zu bewegen. I. J. 1220 werden mit Transoxanien und dem Reich des Choresm-Schah islamische Gebiete unterworfen; damit beginnt die Islamisierung der dortigen mongolischen Erobererschicht. Unter den Nachfolgern Dschingis-Chans erfolgen seit d. J. 1240 (unter Ögedei) nach Westen hin Expeditionen bis nach Schlesien und Ungarn und die dauerhafte Unterwerfung des Bulgarenreiches an der Wolga und des größten Teiles des Kiewer Rus-Reiches, wo bis zum Beginn des 16. Jhts. die 'Goldene Horde' herrscht. Seit d. J. 1251 (unter Möngke) erfolgen Expeditionen nach Iran und Vorderasien, die u. a. zum Ende des Abassiden-Kalifats in Bagdad (1258) und zur Etablierung einer längeren mongolischen Herrschaft der Ilchane im Iran und Mesopotamien (einheitlich bis 1336, danach in Teilherrschaften bis 1469, in Afghanistan und Indien länger) führen I. J. 1259 (unter Kublai Chan) beginnt die Eroberung des noch nicht in mongolischem Besitz befindlichen südlichen Teils Chinas; nach deren Vollendung herrscht in China auf längere Zeit eine mongolische Kaiserdynastie (Yüeh-Dynastie, 1280 - 1368). Im 14. Jht. versucht der Mongolenherrscher Timur Lenk (1360 - 1405), das Mongolebreich zu einer neuen Einheit zusammenzufassen und weiter auszudehnen. Seine zahlreichen militärischen Expeditionen richten sich von seiner Hauptsatdt Samarkand aus gegen den mongolischen Kernbereich Innerasiens, das Gebiet der Goldenen Horde, gegen Nordindien (1395 -1398) und das Osmanenreich (1402). Die überlegene Machtstellung der mongolischen Herrscher in den von ihnen jeweils unterworfenen oder kontrollierten Gebieten schließt eine gewisse Anpassung an deren kulturelle Traditionen nicht aus. So werden die innerasiatischen Mongolen-Herrschaften im Laufe der Zeit zumindest buddhistisch geprägt, die Ilchan-Herrschaften des Iran persisch, die der Großmoguln indisch und die der Yüeh-Momgolen chinesisch. Die Mongolen der 'goldenen Horde' passen sich allerdings nicht an die byzantinisch-christlichen Traditionen des von ihnen unterworfenen Kiewer Reiches an, sondern werden islamisiert. Die verschiedenen kulturellen Prägungen führen bereits im 14. Jht. zu einer Lockerung des politischen und kulturell-sprachlichen Zusammenhangs zwischen den östlichen und den westlichen Mongolenherrschaften. Diese gehen schließlich in ihren jeweiligen kulturellen und sprachlichen Umfeldern auf und werden dort - beginnend im China des 14. Jhts. - allmählich durch andere Herrschaften abgelöst. Der Kernereich des mittelalterlichen Mongolenreiches, die Mongolei, wird i. J. 1696 zum Bestandteil des mandschu-chinesischen Reiches.

i) Die Herrschaften anderer altaischer Völkerschaften im eurasiatischen Steppenraum.

Aus dem innerasiatischen Bereich kommen seit der Spätantike neben den schon erwähnten Awaren und Bulgaren, Turkvölkern des Nahen Ostens und Mongolen weitere altaisch-sprachiger Völkerschaften, die im Bereich zwischen Transoxanien und dem Balkan, also im Vorfeld der vorderorientalisch-mediterranen Antike Reiche bilden. Zu diesen gehören

Diese Reichsbildungen sind zu ihrer Zeit politische und militärische Faktoren in der Geschichte der weiter oben erwähnten Reiche und dürften wenigstens in gewissem Umfang Objekte kultureller Prägung durch die mediterranen und nahöstlichen Traditionen der Antike gewesen sein, auch wenn sich dies wegen einer oft spärlichen historischen Überlieferung nicht überall mit ausreichender Sicherheit nachweisen läßt. Charakteristisch für solche Prägung ist etwa die jüdische und christliche Missionierung des Chasarenreiches vor der Expansion des Islam.

3. Daten- und Kartenwerke zur nachantiken Herrschafts-, Kultur- und Religionsgeschichte in den genannten Bereichen.

A. Datenübersichten:

Der große Ploetz, Auszug aus der Geschichte, hg. vom Verlag Ploetz, bearbeitet von 69 Fachwissenschaftlern, Freiburg, Würzburg 1988 30 (und neuere Aufl.): Randstaaten, Einflußbereiche, Regionalgeschichte des Im,periium Romanum, S. 261 - 318; Völkerwanderungszeit, Kontinuität des Imperiums, Frühmittelalter und Entstehung der mittealterlichen Staatenwelt (S. 319 - 386); Das Hoch- u nd das Spätmittelalter in Ost- und Südosteuropa, im Byzantinischen Reich und in den christlichen Herrschaftsbereichen des Vorderen Orient (S. 476 - 494 und 576 - 596); Zentralasien (S. 1009 - 1015); Die islamisch-arabische Welt (S. 1062 - 1099). Dazu ein Manen- und Sachregister 8S. 1612 - 1721). Teilbereiche sind auch in Ploetz-Sonderausgaben publiziert, wie z. B. in: Ploetz, Große illustrierte Weltgeschichte in 8 Bden., Bd. 6: Die außereuropäische Welt bis 1945, Freiburg, Würzburg 1984.

Georg Ostrogorski, Geschichte des byzantinischen Staates, HdA 12, 1, 3, München 1963 3 (Sonderausgabe ohne App., München 1963), Karten, Daten, Stammtafeln der Dynastien (bes. S. 505 - 518), Sach-, Orts- und Namensregisister (S. 519 - 569.

Otto Mazal, Handbuch der Byzantinistik. Geschichte, Religion, Sprache, Kunst, Wiesbaden 1997. Liste der Kaiser und der Patriarchen (S. 209 - 211), Glossar (S. 246 - 265).

Richard Frye, Persien bis zum Einbruch des Islam. Ais dem Englischen übersetzt von Paul Baudisch, Essen 1975. Zeittafel (S. 543 - 547) und Stammtafeln (S. 548 - 553).

Edgar Hösch, Hans-Jürgen Grabmüller, Daten der russichen Geschichte. Von den Anfängen bis 1917, München 1981.

Günther Stökl, Russische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 1990 5. Dynastieüberischten, Karten (S. 857 - 864), Orts- und Namensregister (S. 925 - 941)

Edgar Hösch, Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegewart, München 1999.Datenübersicht (S. 327 - 338/355).Orts- und Personennamenregister mit Glossar (S. 356 - 379). Karten (bes. 380 - 382).

Tilman Nagel, Die islamische Welt bis 1500, München 1998. Datenübersicht (S. 287 - 294), Stammtafen der arabischen, türkischen und mongolischen Dynastien (S. 295 - 300).

Josef Matuz, Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte, Darmstadt 1994 3. Zeittafel (S. 285 - 310), Dynastie- und Organisationsschemata (S. 309 - 320), Karten (S. 323 - 331), Glossar (S. 333 - 339).

B. Atlanten.

H. E. Stier u. a. (Hg.), Großer Atlas zur Weltgeschichte, Westermann-Schulbuch-Verlag Braunschweig 1990 (Sonderausgabe des Orbis-Verlags; eine Neuauflage ist 1998 erschienen).

Großer historischer Weltatlas, bearb. von H. Bengtson u. a., 3 Bde, Bayerischer Schulbuchverlag, München 1972 (Bd. 1: Vorgeschichte und Altertum, Bd. 2: Mittelaletr, Bd. 3: Neuzeit).

The Times Atlas of the World, London 1990 (geographischer Atlas).

B. Comrie, S. Matthews, M. Polinsky (Hg.) , Bildatlas der Sprachen dieser Erde. Vorwort von Jean Atchinson, Rupert Murdoch Professor der Sprach- und Kommunikationswissenschaften an der Oxford University, Übersetzung ins Deutsche: Iris Bahr und Barbara Frank, (1996), Augsburg 1998.

C. Handbücher.

Harald Haarmann, Universalgeschichte der Schrift, Frankfurt, New York 1990.

Heinz F. Wendt , Sprachen. Lexikon (Fischer-Lexikon 25), Frankfurt M. 1961.


 

LV Gizewski WS 1999/2000 und SS 2000

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)