Kap. 6: Die Fortwirkung der Antike unter dem Islam in Arabien, Syrien, Irak, Ägypten, westlichem Nordafrika und Spanien.

INHALT

    1. Übersicht über die Wirkungsgeschichte des Altertums und ihre Typen im Islam.

    2. Die Ausbildung arabisch-islamischer Herrschaftsbereiche im Vorderen Orient und in Nordafrika.

    3. Antike Muster verschiedenartiger Herkunft in der islamischen Religion.

    4. Die Fortwirkung und die Rezeption verschiedenartiger Traditionen der Politik, der Administration, des Rechts und der Wirtschaft im Islam.

    5. Die Fortwirkung und die Rezeption verschiedenartiger Traditionen antiker Wissenschaft und Kultur im Islam.

    6. Die Fortwirkung der Antike in arabischer Sprache und Schrift..

    7. Literatur, Medien, Quellen.

Zu den stichwortartigen Hinweisen siehe das Vorwort zu diesem Skript. 

1. Übersicht über die Wirkungsgeschichte des Altertums und ihre Formen im Islam (für Kap. 6 - 9).

In den folgenden Abschnitten werden teilweise nur thesen- oder stichwortartig einige Gedanken zu verschiedenen thematischen Aspekten formuliert und durch einige anschauliche Quellen und Bildbeispiele illustriert. Mit weitergehenden Ausführungen wäre der Orientierungscharakter dieses Skripts verlassen. Auf die Lektüre der zu P. 7 angegebenen Literatur und weiterführenden Quellen ist daher nachdrücklich zu verweisen.

a) Formen und Typen der Fortwirkung der antiken Alterumskulturen im später ilsmisch gepägten Raum.

Im Bereich des Nahen Ostens, des westlichen Zentralasien. des westlichen Indien und des nördlichen Afrika, d. h. im mittelalterlichen Verbreitungsgebiet des Islam, wirken auf die regionalen Kulturgeschichtsentwicklungen verschiedene Verzweigungen der westeurasiatischen Altertumskultur ein, die nach dem Altertums-Konzept dieses Skripts (vgl. Kap. 1, Abschnitt 1) eine genetische und auch schon in vorislamischer Zeit dauerhaft historisch-interaktive Einheit bildet. So können in der jeweiligen regionalen Kulturgeschichte byzantinische (griechisch-römische), altarabische, iranische, altmesopotamische und sogar buddhistisch-indische und altchinesische Hochkulturtraditionen in unterschiedlicher Intensität und Verbindung miteinander fortwirken. Anders als im christlich-abendländischen oder im byzantisch-christlich geprägten Bereich der nachantiken Kulturentwicklung geht es also im islamisch geprägten Bereich der Kulturentwicklung nicht nur und zumeist nicht einmal hauptsächlich um das Fortwirken der vielfältigen Muster einer griechisch-römischen Altertumskultur.

Es lassen sich drei Hauptformen der Verbindung unterschiedlicher Altertumstraditionen unterscheiden:

  • I. Die enge Verbindung römisch-byzantinischer mit altarabischen Formelementen, wie sie etwa in der Zeit des omayyadischen Kalifats im syrischen Raum deutlich hervortritt.
  • II. Die Verbindung altarabischer mit mesopotamischen und persischen und weniger mit byzantinischen Formelementen, wie sie etwa zum Anliegen des in Bagdad und Samarra residierenden abassidischen Kalifats wird.
  • III. Die Verbindung - hochkulturell bereits durch den buddhistisch-indischen, ja saogar durch den altchinesischen Einfluß vorgeprägter - Kulturtraditionen der turk-mongolischen Nomadenvölker mit iranischen, arabischen und - in unterschiedlichem Ausmaß - byzantinischen Formelementen. Diese Form findet sich in den Seldschukenreichen, in den Mongolenreichen und im Osmanenreich; in letzterem ist der byzantinische Formeinfluß beachtlich groß.

    Was die Typen einer Prägungsintensität betrifft, sei auf die Typologie in Kap. 1, Abschnitt 4 verwiesen.

    Übung 6 a.

    Stellen Sie anhand der folgenden Zusammenstellung historischer Bildmotive aus verschiedenen Epochen aufgrund ihres gegenwärtigen Wissens fest:

      a) Welchen Epochen sind die Abbildungen einerseits und ihre Inhalte andrerseits mutmaßlich zuzuordnen?

      b) Wo erkennen Sie in den Abbildungen ähnliche Religions- und/oder Hoheitssymbole? In welchem entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhang könnten diese miteinander stehen?

      c) Welche Religions- und Hoheitssymbole können Sie in der Zusammenstellung heutiger Flaggen für die islamisch geprägten Länder ausmachen?

    Zusammenstellung historischer Religions- und Hoheitssysmbole verschiedener Epochen mit entwicklungsgeschichtlichem Zusammenhang.

    (Präsentation im im pdf-Format; zum Empfang siehe ggf.: Versuche.htm , unter II, Experiment 6. Leseverbesserung durch Einstellung des Großformats auf der Darstellungsfläche möglich).


    Deutlichere Abbildung der Flaggenbilder.

    Flaggen Teil 1.

    Flaggen Teil 2.

    (Darstelung im gif-Forma)t

    Abb. entnommen aus: Carel J. Du Ry, Völker des Alten Orient, München um 1970, S. 92 und 249 (Bildnachweise dort S. 264); Francis Robinson, Der Islam. Geschichte, Kunst, Lebensformen, 'Weltatlas der Kulturen' ,übersetzt von D. Ahrens-Thiele, G. Wilhelm und M. Würmli, München 1990 4, S. 28; Francesco Gabrieli, Mohammed in Europa. 1300 Jahre Geschichte, Kunst, Kultur, übersetzt von J. Strauß, Augsburg 1997; S. 59, 189, 204; Arnold Rabbow, dtv-Lec´xikon politischer Symbole, München 1970, Bildteil nach S. 160.


    Lösung.

    b) Die Beiträge verschiedener Altertumsgeschichten zur späteren Bildung und Entwicklung des Islam.

    Sowohl in der Religiongeschichte des Islam als auch in der politisch-pragmatischen und -strukturellen Geschichte und der allgemeinen Kultugeschichte der Gebiete, die seit dem 7. Jht. von islamischen Herrschaftsvölkern oder -dynastien geprägt werden, wirken in starkem Maße Vorlagen und Muster mit, die auf die verschiedenen dem Islam vorhergehenden Altertumskulturen

    • Arabiens,
    • des römisch-byzamtinischen Reiches,
    • des sassanidischen Reiches und der älteren Geschichte des Iran und
    • der zentralasiatischen Nomadenvölker bzw. vermittelt durch sie auch Indiens und Chinas

    zurückgehen. Wo und wie es zu einer prägenden Wirkung kommt, läßt sich schlecht zusammenfassen. Man kan immerhin sagen, daß für die Entstehungsphase der islamischen Religion und die erste Expansionsphase des Islam die in Arabien wirksamen Altertumstraditionen und zeitbestimmenden Ergebnisse der Altertumsgeschichte,die und soweit sie das Denken und Handeln Mohammeds und seiner Nachfolger prägen, von besonderer Bedeutung sind. Nach Ausdehnung des Islam etwa auf Syrien, Palästina und Ägypten erhalten die dortigen Kulturtraditionen, die bis dahin wesentlich vom römisch-byzantinischen Reich bestimmt wurden, naturgemäß zumindest in der regionalen Islamgeschichte, aber auch, was die islamische Kulur generell und ihre inneren religiösen und geisteskulturellen Prämissen (etwa einen 'städtischen Charakter') betrifft ´, erhebliche Bedeutung. Die Eroberung des von einer iranischen Altertumshochkultur gepägten Sassanidenreiches verschafft auch dessen Traditionen sowohl regionalgeschichtlich als auch im Gesamtgefügre der islamisch geprägten Kultur ein eigenes Gewicht, zwar nicht mehr in einer Opposition gegen den Isalm selbst, wohl aber in vielfältigen indirekten Wirkprozessen, auf die etwa häufige Sonderreichsbildungen oder die Verankerung religlöser Sonderbewegungen (wie der 'Schia') in diesem Bereich hinweisen. Die Turkvölker und die Mongolen schließlich, die im weiteren Verlaufe der Islamgeschichte eine so große Bedeutung bei der Bildung islamischer Teil- und Großreiche haben, haben bereits vor ihrer Islamisierung eine lange kulturgeschichtlkiche Entwicklung durchlaufen, die jeweils von der chinesischen Hochkultur Ostasiens und außeredem vom indischen oder tibetischen Buddhismus und - was die Turkvölker betrifft - auch von der vorislamischen Hochkultur mitgeprägt wurde.

    aa) Der wirkungsgeschichtliche Beitrag des vorislamischen Arabien.

    Arabien ist im Altertum ein durch relativ große ethnische und kulturelle Konstanz gekennzeichneter Raum einer vor allem im Süden und in der Mitte der Halbinsel eigenständigen Hochkulturentwicklung außerhalb der mesopotamisch, ägyptisch und später iranisch und hellenistisch geprägten Kulturräume der Antike. Ursprünglichwahrscheinlich von Nordafrika aus von einer semitisch-sprachigen Bevölkerung besiedelt, bleibt es passiv zumeist außerhalb der Völkerbewegungen des 2. und 1. vorchristlichen und der ersten Jahrhunderte des ersten nachchristlichen Jahrtausends. Von der arabischen Halbinsel gehen aber mehrfach aktiv größere Eroberungs- und Besiedlungsbewegungen in die Gebiete des 'Fruchtbaren Halbmonds' aus: die 'kanaanäische' Einwanderungswelle seit dem Ende des 3. Jts. v. Chr., die 'aramäische' Einwanderunsgwelle seit dem 13. Jht. v. Chr. und schließlich die 'arabische', die mit der Ausbreitung des Islam seit dem 7. Jht. n. Chr. einhergeht. Während sich im Südwesten der Halbinsel spätestens seit Beginn des 1. Jt. v. Chr.auf Bewässerungsfeldbau basierende städtische Zivilisationen mit Hochkulturcharakter - in den örtlichen Reichsbildungen Kataban, Hadramaut und Saba ausprägen, ist sonst in den Steppen- und Wüstengebieten Arabiens nur eine Oasenlandwirtschaft oder eine nomadisch-beduinische Wirtschaftsweise zu finden.

    Im Nordosten und Nordwesten grenzen diese nur beschränkt nutzbaren arabischen Gebiete an die bäuerlich bewirtschafteten und in die Reichsbildungen des 'Fruchtbaren Halbmonds' einbezogenen an und werden von den dortigen Hochkulturbildungen stets direkt mitgeformt. Indirekt machen sich die alten Einflüsse Ägyptens, Palästinas, Mesopotamiens und des Iran, später die neueren des Hellenismus und des Römischen Reiches - etwa auf dem Gebiet der Schrift, der Religion und des Handels - im südlicheren Arabien bemerkbar. Hin und wieder werden größere Teil der Halbinsel in militärische Expeditionen oder etwas längere politische Abhängigkeiten einbezogen, so etwa durch das Neubabylonische Reich, das Achämenidenreich, das Römische Kaierreich und das frühe byzantinische (über die verbündete Ghassanidenherrschaft) und das sassanidische Reich (über die verbündete Lachmidenherrschaft und in direkter Herrschaft mehrfach zwischen 575 und 630 n. Chr.). Erwähnenswert im Hinblick auf die der späteren, nachantiken Entwicklung zugrundeliegenden Reorganisationsmöglichkeiten für die Herrschaftsverhältnisse im Nahen Osten ist die dem dem dritten und beginnenenden vierten Jahrhundert n. Chr. zugehörende, zeitweilig weit ausgreifende Sondderreichsbildung von Palmyra (unter Zenobia und Nachfolgern).

    Auch vom äthiopischen Reich von Axum aus findet zwischen ca. 320 und 360 n. Chr. und später wieder zwischen 525 und 560 eine Expansion nach Südarabien statt, wo sich seit dem Ende des 3. Jhts. zunächst eine Vereinheitlichung der Herrschaftsverhältnisse (unter Aufhebung der alten Stadtreiche Saba, Kataban und Hadramaut) unter einheimischer himyaritischer Herrschaft ergeben hat.

    Die religiösen Verhältnisse Arabiens in vorislamischer Zeit werden einerseits bestimmt

    Die verschiedenen Einflüsse schlagen sich in den ersten Jahrhunderten des 1. Jahrtausends nach Chr. in einer Anzahl neuer 'synkretistischer' Religionsbildungen nieder, von denen der Manichäismus (seit dem 3. Jht. n. Chr.) die bekannteste ist. Das Jht. vor dem Wirken Mohammeds ist voll von religiösen Glaubensauseinandersetzungen und religiösem Prophetismus in den Stämmen, Heiligtümern und Städten der arabischen Halbinsel.

    Die hochkulturelle Prägung der nomadischen arabischen Stämme beginnt lange vor Mohammed auch durch die dauernden Kontakte der nordwestlichen und nordöstlichen arabischen Stämme mit dem römischen bzw. byzantinischen und dem parthischen bzw. sassanidischen Reich. Dazu gehören einerseits so etwas wie Normen und Vorbilder bildend-künstlerischer und sprachlich-literarischer Bildung, andrerseits auch die Aneignung militärischer Techniken und Organisationsformen, die - ähnlich wie etwa bei den germanischen Völkerschaften- in Föderatendiensten für einen mächtigen Nachbarn erworben werden.

    bb) Der wirkungsgeschichtliche Beitrag des römisch-byzantinischen Reiches.

    Ein Großteil der Gebiete, die später von islamischen Herrschaftsdynastien und der islamischen Religion geprägt werden, gehören zuvor zumindest längere Zeit zum Römischen Reich bzw. seiner byzantinischen Fortsetzung: das heutige Syrien (das große Gebiete östlich des Euphratbogens einschließt), Palästina, das nordwestliche Arabien, der östliche Teil der heutigen Türkei, einschließlich Armeniens und des gebirgigen Kurdistan, das westlichere Kleinasien, Ägypten, der Norden der heutigen Staaten Libyen, Algerien und Marokko, das ganze heutige Tunesien, der größte Teil der heutigen Staaten Spanien und Portugal, die Mittelmeerinseln Zypern, Kreta, Sizilien, Sardinien (im Süden) und Balearen und schließlich auch ein großer Teil der Balkanländer. Die Unterstellung dieser Gebiete unter römische Herrschaft beginnt im 3. Jht. vor Chr. mit dem römischen Sieg über Karthago im 2. punischen Kriege, geht fort in den Kriegen Roms gegen das Makedonen- und das Seleukidenreich im 2. Jht. und ist mit der Neuordnung des Ostens durch Pompeius nach den mithridatischen Kriegen i. J. 64/63 und nach der Herrschaftsübernahme Oktavians über dasägyptische Prolemäerreci nach der Sclacht bei Actium im wesentlichen abgeschlossen. Die römische Herrschaft wird teilweise von Anfang an, teilweise erst nach Zwischenstufen indirekten Einflusses auf formell unabhängige einheimische Stadt- oder Territorialherrschaften, in Form einer Provinzialherrschaft ausgeübt. Aber auch wo in letzter Instanz römische Regierungsvertreter die Provinzialherrschaft ausüben, römisches Militär präsent ist und römisches Recht gesprochen wird, gehört es zu den Gepflogenheiten römischer Provinzialherrschaft, vorher bestehende Traditionen der Verwaltungs-, Eigentums- und Wirtschaftsordnung der Städte und des bäuerlichen Landes, der Religion, des Rechts und der Sprache insoweit bestehen zu lassen, als sie römische Hoheits-, Sicherheits-, Kolonisierungs-, Handels- und Steuerinteressen nicht stören.

    Das bedeutet trotz einer im Lauf der Jahrhunderte sich ausprägenden Homogenisierung der allgemeinen Kultur unter römischer Herrschaft - wie sie sich etwa in der flächendeckenden Verbreitung römischer Rechts- und Verwaltungsformen oder der christlichen Staatsreligion der spätantiken und byzantinischen Zeit spiegelt - einen erheblichen Fortbestand lokaler und regionaler, ethnischer, religiöser und sprachlicher Traditionen. So bleiben ewa in den vormals lange von hellenistischen Dynastien dominierten Gebieten die griechische Sprache und die mit ihr verbundenen greichischstämmigen Elemente der Alltagskultur, Staatsordnung und Bildung erhalten. Auch vorhellenistische Sprachtraditionen wie der Gebrauch des Aramäischen und Jüdischen in Syrien, Palästina und im römischen Provinzarabien oder des vorgriechischen Ägyptisch oder des Berberischen und Phönizischen in Nordafrika und mit ihnen verbundene ältere einheimischen Kulturtraditionen, etwa der religiösen Kulte, halten sich neben den römisch-griechischen dort. Die überregionale Bedeutung der vor-römischen Kulturtraditionen zeigt sich exemplarisch etwa an der beachtlich weiten Verbreitung der 'orientalischen Religionen' im Römischen Reich: so des aus Mesopotamien stammenden astrologischen Schicksalsglaubens, des Attis-Kybele-Kultes, des Mithras-Kultes, des Isis-Sarapis-Kultes, des Baals-Kultes, des Jahwe-Kultes und nicht zuletzt des Kultes des christlichen Gottes.

    Solche überregionalen, älteren orientalischen und hellenistischen Kulturtraditionen gehen über die Grenzen des militärisch-administrativen römischen Herrschaftsbereichs im Osten und Süden weit hinaus. Aber auch die spezifisch römischen Elemente der Reichskultur , die außerhalb der römischen Reichsgrenzen eindrucksvoll erscheinen, finden nach Osten hin grenzüberschreitende Verbreitung. Die missionarische Verbreitung des Christentums in Nubien, Äthiopien, Arabien, Armenien und im Sassanidenreich oder die Reformen des sassanidischen Reiches unter Chosrau im 6. Jht. machen das beispielhaft deutlich. In Baukunst und Handwerk, im Handel und Militärwesen, in der Alltagskultur und in der Sprache findet stets ein grenzüberschreitender beiderseitiger Kulturaustausch statt. Die Vorfeldpolitik des römischen und des späteren byzantinischen Reiches im Osten in Armenien, Mesopotamien, Nordarabien und Nubien hat dort ferner den römisch-griechischen Kultureinfluß auf vielfältige Weise verstärkt.

    Zu diesem Einfluß gehört auch die Diffusion religiöser Strömungen ('Sekten', 'Häresien'), die spätestens nach dem Dominantwerden der am nikänisch-chalzedonensischen Glaubensbekenntnis orientierten orthodoxen christlichen Staatsreligion im römischen Reich nicht mehr geduldet werden: der monophysitischen ('jakobitischen') und der 'dyophysistischen' ('nestorianischen') Form des Christentums. Hinzufügen kann man die schon zuvor ausgeschiedenen, dem Christentum nahen Religionsformen des 'Manichäismus' und einer christlich-mystischen 'Gnosis' und natürlich das 'Judentum'. Diese Religionsformen dürften alle auf ihre Weise auch für die Entstehung des islamischen Religionsspektrums im 7./8. Jht.und seine spätere Entwicklung von Bedeutung gewesen sein.

    cc) Der wirkungsgeschichtliche Anteil des Sassanidenreiches und der älteren iranischen Geschichte.

    Das Sassanidenreich, das noch einige Jahrzehnte im 7. und 8. Jht. - zumindest in Teilgebieten - neben dem sich ausbreitenden isalmischen Herrschaftsbereich fortbesteht, bis es in dessen Reichsbildungen aufgeht, ist die letzte der Großreichsbildungen auf dem Gebiet des Iran und in seinem Umfeld, die noch dem Altertum zuzurechnen ist. Es entwickelt sich seit d. J. 224 n. Chr. aus der lokalen Herrschaft eines Fürstenhauses mit zarathustrisch-priesterlichen Funktionen nahe Persepolis im parthischen Machtbereich. Es knüpft ideell neu an alte persisch-achämenidischen Reichs- und Kulturtraditionen an, indem es etwa den alten achämenidischen Weltherrschaftsanspruch mit Nachdruck wieder aufnimmt und sich -neben zeitweiliger Öffnung für Christentum und Manichäismus - vor allem den Zoroastrismus als Staatsreligion zu eigen macht. Aber auch an hellenistische (Städtewesen, Liturgie-System), parthische (ständische Bevölkerungsgliederung, Adelseinfluß auf die Regierung) und andere, eher regionale Traditionen (etwa Mesopotamiens und Syriens) schließt es an.Es befindet sich außerdem in Fragen des Verwaltungsaufbaus, der militärischen Ordnung, des großköniglichen Hofwesens oder der Entwicklung einer Beamtenschaft in einem dauernden gegenseitigen Beeinflussungsverhältnis zu dem benachbarten Römischen Reich, was sich vor allem an den durch Chosrau (531 - 579) durchgeführten Verwaltungs-, Steuer- und Heeres- und Religionsreformen zeigt. Ähnlich wie in den hellenistischen Reichen und im Römischen Reich gibt es im Sassanidenreich Zentren wissenschaftlicher Tätigkeit (Gundeschapur, Nisibis).

    In der Entwicklung des Sassanidenreiches lassen sich grob folgende Epochen unterscheiden:

    dd) Der wirkungsgeschichtliche Beitrag zentralasiatischer Völker- und Kulturentwicklungen..

    Die Nomadenvölker, die in der Antike vom Nordrand des Schwarzen Meeres bis nach Zentralaisien hin ausgemacht werden können, stehen, so kann man als sicher annehmen, alle auf ihre Weise unter dem prägenden Einfluß der ihnen benachbarten Hochkulturen, wenn sie sich längere Zeit in deren Einflußbereich aufhalten. Das dürfte für die im weit westlich lebenden Steppenvölker (Skythen, Alanen) ebenso gegolten haben wie für die die ursprünglich den Grenzen des alten China nahen Völkerschaften, die Hiung-nu-, die Saken und Kuschana, die Tocharer, die Turkvölker und die Mongolen.

    Bereits im zweiten vorchristlichen Jahrhundert interagiert das Nomadenreich der Hiung-nu unter dem legendären König Mao-dun intensiv mit dem chinensischen Han-Reich , sowohl kriegerisch als auch im Handel, bei dem die 'Seidenstraße' eine besondere Bedeutung erhält.

    Die seit dem 1. Jht. v. Chr. für längere Zeiträume bestehende chinesische Präsenz im Gansu-Korridor und sogar im Tarim-Becken führt auch im Verhältnis zu den dortigen Nomadenvölkern zu einer Kulturdiffusion und zugleich zu einem politischen Druck, aufgrund dessen die Saken, die Jüedschi (wahrscheinlich mit den Tochareren identisch) und die Kuschana - wie die Hiung-nu - schon seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert eine Westbewegung durchmachen, die sie schließlich an und über die Grenzen der damaligen Reiche der Parther und der gräko-baktrischen Herrscher führt. Die Entstehung von Reichen der Saken und der Kuschana im Ostiran, im Hindukusch und im Industal ist im 1. Jht. v. Chr. die Folge. Damit verbindet sich eine Übernahme dortiger Kultureinflüsse des indischen Bereichs (Buddhismus) und der hellenisitischen und altiranischen Hochkulturtraditionen.

    Aus dem Gebiet um den Balkasch-See bewegen sich seit dem 4. Jht. n. Chr.Teile der Hiung-nu-Völkerschaften teils nach Südwesten, in den Bereich des Ostiran ('Chioniten', 'Hephtaliten'), teilweise weit nach Westen, wo sie als 'Hunnen' die Steppen nördlich des Schwarzen Meeres und die ungarische Tiefebene beherrschen. Bei letzteren ist, betrachtet man etwa die intensiven Kontakte des Hunnenkönigs Attila mit dem römischen Reich, davon auszugehen, daß dadurch in gewissem, wenn auch in einzelnen nicht ganz belegbaren Umfang eine Prägung durch die benachbarte römische Hochkultur stattfindet. Ähnliches ist für die 'Chioniten'/'Hephtaliten' im Ostiran sowie ferner für die Vorgängerstämme der späteren Awaren und Bulgaren anzunehmen, die seit dem 6. Jht. n. Chr. nach Westen vordringen und sich - wie die bereits dort befindlichen, aus den Hunnen hervorgegangenen Chazaren des Schwarzmeerbereichs - zumindest eine Zeitlang in der ihre Kultur mitprägenden Nähe Transoxaniens und des Iran aufhalten. Auch die später am Nordrand des Schwarzen Meeres jeweils für längere Zeit mit Reichsbildungen in Erscheinung tretenden Petschenegen (zwischen 890 und 1170) und Kumanen (zwischen 1170 und 1240) dürften auf diese Weise hochkulturell vorgeprägt worden sein, bevor sie in die Nachbarschaft des byzantinischen Reiches und der christianisierten Slawenvölker des Balkan und Rußland gerieten.

    Der Teil der Turkvölker, der nach dem Ende des westlichen Kök-Türken'-Reichs seit dem 9. Jht. nach Transoxanien, seit dem 10. Jht. in den Iran und später weiter nach Kleinasien, Syrien und dem Irak vordringt, bringt aus Zentralasien Prägungen sowohl durch das chineische 'Tang'-Reich als auch durch das im 8. und 9. Jht. dort bestimmende lamaistisch-buddhistische Tibet mit in seine späteren Heimstätten auf bereits islamisiertem, vormals altem iranischen oder altem römisch-byzantinischen Hochkulturgebiet.

    Ähnliches wie für diese Turkvölker gilt für denjenigen Teil der Mongolenvölker, die im Zuge der Expansion des Mongolenreichs unter Dschingis-Khan und seinen Nachfolgern seit Beginn des 13. Jhts. nach Iran und Kleinasien vorstoßen und dort - sowie später in Indien - reichsgründend zu wirken. Sie übernehmen zwar - wie die dortigen Turkvölker - sowohl den Islam als auch die regionalen Kulturtraditionen des Iran, Kleinasiens und Norindiens, bringen in diese aber zugleich Anteile eines sowohl ihres ursprünglich nomadischen Lebensstils als auch eines ostasiatisch-chinesisch als auch indisch-tibetisch-buddhistisch geformten Kulturerbes ein, wie es sich vor allem in der Kunst iherer Herrschaftsbereiche ausdrückt.

    ee) Zur Systematik einer Wirkungsgeschichte des Altertums innerhalb der Islamgeschichte.

    Geht es darum, die zuvor nach verschiedenen Altertumsräumen zusammengefaßten 'Vorgeschichten des Islam' ausgerichtet an den historiographisch im allgemeinen akzentuierten Hauptthemen der Islamgeschichte zu systeatisieren, so könnte man ungefähr folgende Liste mit stichwortartig gefaßten Referenzen auf vorislamische Altertumstraditionen aufmachen:

    1. Die Entstehung einer religiös (prophetisch-)miltiärisch-monarchischen Herrscherstellung in der Person Mohammeds und einer darauf basierenden religiös-politischen Ideologie mit verschiedenartigen Herrschaftsnachfolge- und -legitimationsprinzipen für Kalifen, Emire, Sultane und Imame. > Jüdische Messiasvorstellung, > sassandische 'schahanschah'-Tradition, > römisch-byzantinisches Kaisertum
    2. Die Entstehung einer Gemeinschaft der islamisch Rechtgläubigen auf der Basis einer Schriftreligion und eines politisch-militärischen Arrangements arabischer Stämme. > Jüdische 'Volk-Gottes'-Vorstellung, > christliche, römisch-rechtlich abgesicherte Vorstellung einer 'Gemeinschaft der Heiligen' bzw. der 'Rechtgläubigen' (Kirche), > sassanidisch-zoroastrische Vorstellung von der Gemeinschaft der 'Kämpfer für die Wahrheit'
    3. Die Entwicklung einer islamischen Heeresorganisation (Politische Struktur, Kommandostruktur, Disziplin, Raum- und Grenzdispositionen, Waffengattungen und Bewaffnung, Strategie- und Taktik-Traditionen). > Arabische Stammestraditionen, insbesondere in den Vorfeldern des römischen / byzantinischen und des sassanidisch-iranischen Reiches (Lachmiden, Ghassaniden), > römisch-byzantinische Traditionen, > iranische Traditionen
    4. Die Entwicklung islamischer Hof- und Zentralverwaltungen, insbesondere der Hofbeamtenstruktur und des Adels, der Verwaltunsgzweige und des Kanzleiwesens. > Hellenistische Monarchie-, Adels- und Hoftraditionen, > Römisches /byzantinisches Hofverwaltungssystem, > Sassanidische und ältere iranische Herrschertraditionen, > Arabische Stammestraditionen.
    5. Die Entwicklung der Provinzverwaltung (d. h. der Verwaltung militärisch eroberten Territoriums) unter islamischer Herrschaft über steuerpflichtige Metropolen-Bezirke, tributpflichtige Unter-Herrschaften und assoziierte Stammesverbände. Städtewesen, Gewerbe und Handel, Steuer. und Fiskalwesen für Stadt und Land. > Römische Privinzialverwaltung, > Griechisch-römische 'polis'- und 'civitas'-Traditionen, römisches Steiersystem ('capitatio-iugatio') griechisch-römisches Korporations- und byzantinisch-christliches Stiftungswesen
    6. Die Entwicklung islamischer Rechtsprechung auf der Basis des Koran (schari'a) und der örtlichen Rechtsgewohnheiten (urf). > Höchstrichterliche Rechtsprechung des Herrschers und Rechtsprechung des herrscherlich eingesetzten Richters im römischen / byzantinischen und im Sassanidenreich, > jüdische Thora-Rechtsprechung der Schriftgelehrten.
    7. Die Regierung und Verwaltung der Andersgläubigen (Christen, Juden, weitere) unter islamischer Herrschaft. > Christliche Kirchen- und jüdische Gemeindeorganisation im Rahmen der byzantinischen und der sassandischen Reichsorganisation, < vorislmisch-arabisch-religiöse Toleranztraditionen
    8. Die Entwicklung des Bauwesens, der bildenden Kunst, der Technik und der Alltagszivilisation unter islamischer Herrschaft. > Arabisch-nomadische oder -urbane Traditionen, > Griechisch-römische / byzantinische Traditionen, > Altmesopotamische Traditionen, > Alltiranische, insbesondere sassanidische Traditionen, > Zentralsiatisch-nomadische (und darüber vermittelt chinesischer und buddhistischer Traditionen
    9. Die Entwicklung einer islamischen Theologie und ihrer Richtungen, der Philosophie und der Wissenschaften unter islamischer Herrschaft. > Jüdische Schriftgelehrsamkeit, > christliche Theologie, > aristotelisch-platonische Philosophie, > griechisch- römische Philologie, Hermeneutik und Rhetorik, > griechisch-römische 'egkyklios paideia' ('artes liberales'), griechisch-römisches Bibliotheks- und Hochschulwesen, > iranische und indische Wissenschaftstraditionen, > sassanidisches Hochschulwesen.
    10. Richtungen und Grenzen der Expansion des arabischen Islam in seinen ersten Jahrhunderten. > Hellenistische Reichsbildungen, > Reichsbildungen der Achämeniden, Parther und Sassaniden, > Imperium Romanum
    11. Politische, religiöse, kulturelle und ethnische Regionaltraditionen als Motive immer wieder stattfindender oder dauerhafter Aufteilung des islamisierten Gebiets im nahöstlichen und mediterranen Raum. > Arabien, > Irak, Iran, > Transoxanien, > Syrien, Palästina, > Ägypten, > Kyrenaika, Libyen, Maghreb, > Spanien, > Afghanistan, Pakistan, Indien.

    2. Die Ausbildung arabisch-islamischer Herrschaftsbereiche im Vorderen Orient und in Nordafrika.

    Übersicht über die Geschichte der islamischen Völker.

    Schematische Übersicht entnommen aus: Katharina Otto-Dorn, Kunst des Islam, Teilband der Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, Baden-Baden, 1970, S. 244 f.

    Ausbreitung und Zerfall des arabisch geprägten Islam vom 7. - 11. Jht.

    Karte entnommen aus: Großer Historischer Weltaltlas. Hg. vom Bayerischen Schulbuchverlag, II. Teil: Mittelalter, Redaktion Josef Engel, München 1970, S.71.

    Übung 6 b.

    Lesen Sie die im folgenden wiedergegeben Suren aus dem Koran unter folgenden Fragestellungen durch:

      a) Welche allgemeinhistorischen Zeitbezüge lassen in ihnen ausmachen?

      b) Auf welche Religionsvorstellungen aus vorislamischer Zeit wird Bezug genommen t?

      c) Wie wird der Unterschied zwischen der Botschaft des Koran und anderen Religionsformen formuliert, und wie begründet Mohmmed seine Sendung?

      d) Wie würden Sie - ohne Kenntnis des Arabischen - die sprachlich-gedankliche Form der Suren literaturgattungsgeschichtlich einordnen?

    Aus dem Koran:

    38. Sure (Sad), 81. Sure (DasZusammenfalten), 111. Sure (Verderben / Abu Lahab), 112. Sure (Die Reinigung), 113. Sure (Das Morgengrauen), 114. Sure (Die Menschen).

    Lösung.

    a) Religionsgeschichtliche Wesenmerkmale der Religionstiftung Mohammeds im Vergleich zum damaligen Judentum und Chrirstentum.

    b) Motive der unterschiedlichen Richtungen des Islam und die in ihnen wirksamen vorislamischen Traditionen.

    4. Die Fortwirkung und die Rezeption verschiedenartiger Traditionen der Politik, der Administration, des Rechts und der Wirtschaft im Islam.

    Für alle im folgenden stichwortartig aufgeführten und durch arabische Termini erläuterten Strukturprinzipien der arabisch-islamischen öffentlichen Ordnung des Mittelalters lassen sich formal ähnliche oder nachweislich vorangehende Vorgängerformen im griechisch-römischen, im hebräischen und im sassinidischen oder älteren iranischen Altertum finden.

    Vergleich zwischen den Grundstrukturen römisch-byzantinischer und arabisch-islamischer Hofverwaltung.

    Grundsätze islamisch-arabischer Verwaltung in den eroberten Gebieten.

    Eine ausführliche Anweisung des Kalifen Ali, des nach schiitischer Überzeugung letzten legitimen Kalifen, an den von ihm eingesetzten Gouverneur Ägyptens und der angrenzenden Gebiete, aus dem Jahre 660 n. Chr. Englische Übersetzung entnommen aus: Nahj al-Balaghah. Selction from Sermons, Letters and Sayings of Amir al-muminin, Ali ibn Abi Talib. Selected and compilde by as-Sayyid Abu l'Hasan 'Ali ibn al-Hussayn ar-Radi al Musawi, translated by Syed Ali Raza, Publikation der WOFIS (World Organisation for Islamic Services), Tehran / Iran 1980, S. 602 - 621 (mit Kommentar).

    5. Die Fortwirkung und die Rezeption verschiedenartiger Traditionen antiker Wissenschaft und Kultur im Islam.

    a) Kunst und Technik.

    Übung 6 c.

    Die im folgenden wiedergegebene Zusammenstellung von Baugrundrissen zeigt in der obersten Reihe Gebäudetypen aus unterschiedlichen vorislamischen Bautraditionen des Altertums, in weiter und dritter Reihe verschiedene bekannte islamische Moscheebauten.

    1) Vergewissern Sie sich, um welche Gebäudetypen es sich jeweils handelt und ordnen Sie sie ihrer Entstehungszeit nach ein.

    2) Welche bauhistorisch und religionsgeschichtlich wichtigen entwicklungsgeschichtlichen Bezeihungen könnten Ihrer Einschätzung nach zwischen den Bautypen der oberen Reihe und denen der unteren Reihen bestehen

    .Bautypen aus vorislamischer Zeit und ihre Prägewirkung auf den islamischen Moscheenbau.

    Grundrißabbildungen entnommen aus: Werner Müller, Gunter Vogel, dtv-Atlas zur Baukunst Tafeln und Texte, Bd. 1 (Allgemeiner Teil. Baugeschichte von Mesopotamien bis Byzanz), München 1983 5 , S. 270 f.Katharina Otto-Dorn, Kunst des Islam, Teilband der Rehne 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, Baden-Baden, 1970, S. 232, 236, 237, 242.


    Lösung.

    Weitere Beispiele verschiedenartiger vorislamischer Altertumstraditionen in islamischer Baugestaltung.
    1) Der Felsendom in Jerusalem, erbaut zwischen 669 und 691 n. Chr.
    2) Die Große Moschee in Damaskus, erbaut um 710.
    3) Die Wüstenfestung Quasr el Kharanah in Jordanien, erbaut in der Omayaden-Zeit.
    4) Grabmoschee des Sultans Quaot Bay in Kairo, mit ägyptisch-mamlukischem Minarett-Typ, erbaut 1472 - 1474.
    5) Innenansicht der Großen Moschee von Cordoba, Spanien, entstanden um 1000.
    6) Mihrab und Mimbar der Moschee des Almed-el-Burdani, Kairo, erbaut um 1628.
    7) Minarett der Großen Moschee (Malwiyya) in Samarra, Irak, erbaut um 850.
    8) Außenansicht der Moschee Medschid-i-Dschum‘a in Isfahan, erbaut um 1090.
    9) Innenansicht des Hofes der Moschee Medschid-i-Dschum‘a in Isfahan. Blick auf Südliwan und Wasseranlage.
    10) Sarkophag des Sultans Murad II., im Yeschil Türbe-Mausoleum in Brussa, entstanden um 1420.
    11) Süleiman-Moschee in Istambul, erbaut zwischen 1550 und 1557.
    1), 2), 3) 4) 5), 7) aus: Katharina Otto-Dorn, Kunst des Islam, Teilband der Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, Baden-Baden, 1970, S. 18, 19, 20, 36, 58, 59, 172. 6), 8) aus: Francis Robinson, Der Islam. Geschichte, Kunst, Lebensformen, 'Weltatlas der Kulturen',übersetzt von D. Ahrens-Thiele, G. Wilhelm und M. Würmli, München 1990 4, S. 54 f. und 78 f.

    b) Theologie, Philosophie, Wissenschaften.

    Übung 6 d.

    1. Ordnen Sie den folgenden Text nach Möglichkeit in der Islamgeschichte regional und zeitlich ein.

    2. In welcher Ordnung sind die 'philosophischen' Wissenschaften vorgestellt, und welcher Standard der wissenschaftlichen Erkenntnis läßt sich aus heutiger Sicht feststellen?

    3. In welchen geistesgeschichtlichen Traditionsbezügen stehen die im einzelnen angesprochenen religiösen und philosophischen Wissenschaften?

    4. Wie stellt sich ein Spannungs- oder gar ein Konfliktverhältnis zwischen religiöser Tradition und philosophischer Wissenschaft in der Darstellung des Autors dar?

    Der Islam und die Wissenschaften.

    von Abu l-Hasan al-Amiri, al -Ilam bi-manaquib al-Islam, nach Ms.Ragib 1463, 3a - 6a, in Istanbul.


    Lösung.

    Die im folgenden beispielhaft aufgeführten berühmten Persönlichkeiten aus Theologie, Philosophie, Wissenschaft und Bildung und zentralen Instiututionen der Geisteskulur des islamischen Bereichs lassen sich sämtlich fruchtbar unter dem Aspekt betrachten, was an ihrem Werk auf den verschiedenartigen, im Islam wirksamen Altertumstraditionen basiert.

    al Gahiz (Theologe, Universalgelehrter, 777 - 869)
    al Kindi (Theologe, Universalgelehrter, gest. um 870)
    al Razi (Theologe, Universalgelehrter, gest. um 930)
    al Farabi (Staatsphilosoph, Universalgelehrter, gest. um 950) - Verfasser von 'Al madina al-fadila'
    al Biruni (Universalgelehrter, 973 - 1048)
    al Ghassali ( Perser, in Kairo wirkend, dem Sufismus zuzurechnen, 1058 - 1111)
    Ibn Sina (Avicenna, Perser, Philosoph und Universalgelehrter - Aristoteles-Kommentator, 980 - 1073)
    Ibn Ruschd (Averoes, in Cordoba wirkend, Philosoph und Universalgelehrter, 1126 - 1198)
    Maimonides (Jude, islamisches Spanien, Philosoph, Universalgelehrter, 1135 - 1204)
    Umar as Suhrawardi ( in Choresmien wirkend, Vermittler zwischen Sunna und Schia, gest. 1234)
    Ibn Arabi (in Balch/Choresmien wirkend, dem Sufismus zuzurechnen, 1165 - 1240)
    Ibn Chaldun (Tunis, 1332 - 1406)
    Ibn Battuta (Tanger, 1304 - 1122)
    al Hariri (Barsa, arab. Makame-Dichtung, 1024 - 1122)
    Schams ed-Din Muhammed (Hafis, Dichter in persischer Sprache, 1326 - 1390)
    Die alten sassanidischen 'Universitäten' von Gundeshapur und Nisibis.
    Die Bibliothek 'bait al-hikma' im abbassidischen Bagdad.
    Die sunnitisch-theologische Hochschule 'ashar' in Kairo (seit 1256).

    6. Die Fortwirkung der Antike in arabischer Sprache und Schrift.

    Die folgenden Ausführungen stützen sich - von einigen eigenen lexikalischen Recherchen des Autors selbst abgesehen, im wesentlichen auf: Wolfdietrich Fischer, Helmut Gätje (Hg.), Grundriß der Arabischen Philologie, 2 Bde. (Bd I.: Sprachwissenschaft, Hg. W. Fischer); Bd. II: Literatur, Hg.; Hg. H. Gätje), Bd. I , S. 1 - 5 und 142 - 153).

    Die arabische Sprache spiegelt in ihrem heutigen und in früheren Wortbeständen (Fremdworte, Lehnworte und Lehnübersetzungen), soweit sie durch Textüberlieferung ausreichend faßbar sind, auch das Ausmaß und die Systematik der Wirkungsgeschichte des vorislamischen Altertums im islamisch-arabisch geprägten en Kulturbereich. Wie stets stellt die Sprachgeschichte insoweit ein prinzipiell sehr genaues methodisches Hilfsmittel zur Beurteilung von Kultureinfflüssen auch der verschiedenen Altertumstraditionen in einem bestimmten, sprachlich konstituierten Kommunikationsraum dar. Nicht nur für die mit einem einzelnen Lehr- oder Fremdwort verbundene Kulturgeschichte ist die Bestimmung seines Ursprungs in einer fremden Sprache wichtig, sondern oftmals für kulturgeschichtlich zusammengehörige Gruppen von Wörtern, in die es gehört; so z. B. des persischen Wortes für 'Flöte' zum Bereich der Musikinstrumente, des griechischen Wortes für 'Teufel' zum Bereich religiöser oder des lateinischen Wortes 'Kaiser' zum Bereich politischer Termini, welche in größerem Umfang als Gruppe im Arabischen rezipiert werden).

    Als Zweig der semitischen Sprachfamilie steht das Arabische entwicklungsgeschichtlich der nordöstlichen Gruppe dieser Sprachfamilie nahe, deren älteste durch Schrifftexte Sprachen das bereits Ende des 3. Jts. v. Chr. bekundete Akkadische, später das Babylonische und das Assyrische sind. In Arabien haben sich aufgrund seiner geographisch isolierten Lage noch im Mittelalter teilweise sehr alte nordostsemitische Wortbestände und grammatische Formen erhalten. Aber seit alters gibt es im Arabischen auch Einflüsse des Nord- und Westsemitischen (Kanaanäisch, Phönizisch, Hebräisch, Aramäisch), der semitisch-hamitischen Sprachen Ägyptens und Äthiopiens sowie des Persischen, des (hellenistischen und byzantinischen) Griechischen und des( römisch-imperialen) Lateinischen. Bereits im vorklassischen Arabisch sind nach einer Untersuchung von A. Jeffery (1938) an einem frühen, etwa tausendseitigen Werk der arabischen Literatur, dem 'Sirat an-Nabi' des Ibn Ishaq (gest. 768 n. Chr.) in einem festgestellten Bestand von ca. 230 fremdstämmigen Worten aus den Sachbereichen Religion, Kultus, Haus, Hausgeräte, Garten, Kleidung, Schmuck, Jagd, Staat, Verwaltung, Krieg 37 % dem Aramäischen, 18 % dem Iranischen (Persischen), weniger als 10 % jeweils dem Mesopotamisch-Semitischen, Griechischen, Aethiopischen und Hebräischen, anderen Sprachen einschließlich des Lateinischen - zu dieser Zeit - allerdings nur geringe Anteile zuzuordnen. Es liegt auf der Hand, daß sich diese in späterer Zeit erheblich ändert, als türkische, mongolische und indische, immer wieder aber auch byzantinisch-griechische und lateinische Spracheinflüsse verschiedene Regionen des universell gewordenen Arabischen beeinflussen. Das Arabische der Neuzeit wird in stärkerem Maße als bis dahin durch christlich- bzw. säkular-europäische Spracheinflüsse aus 'dem Westen' mitgeprägt.

    In der sprachgeschichtlichen Entwicklung des Arabischen lassen sich im Hinblick auf solche Prägungen folgende Epochen unterscheiden:

    Die im folgenden präsentierten Wortbeispiele bedienen sich einer groben Umschrift, da dem Autor weder die Sonderzeichen einer phonetischen Universalschrift noch die Schriftzeichen des Arabischen und anderer nicht-europäischer Sprachen für Internetpublikationen zur Verfügung stehen; ihre Erklärung wäre im übrigen an dieser Stelle auch zu aufwendig. Zu verschiedenen Schritsystemen des alten Orient: siehe Kap. 2, Abschnitt 1, A. Die Aufstellung bezieht sich auf Worte, die wenigstens längere Zeit im mittelalterlichen Arabischen üblich waren; oft gehören sie auch noch zum heutigen Wortbestande.

    Eine teilweise enge Beziehung des Arabischen zu den nordost- und westsemitischen Sprachen mögen folgende Wortbeispiele illustrieren:

    a) Worte akkadischer Herkunft oder gemeinsamen Ursprungs mit dem Akkadischen.

    schalmum (akkad.) - salimun (arab.) - heil, gesund chuzalum (akkad.) - gazalun (arab.) - (kleine) Gazelle
    kabrum (akkad.) - kabirun (arab.) - groß siparrum (akkad.) - sufrun (arab.) - Kupfer
    tabum (akkad.) - tayyibun (arab.) - gut naptum (akkad.) . naphta (arab.) - Erdöl
    muskenum (akkad.) - miskin (arab.) - arm suqum (akkad.) - suq (arab.) - Markt, Marktstraße
    imerum (akkas.) - himarun (arab.) - Esel babum (akkad.) -bab (arab.) - Tür, Tor
    enzum (akkad.) - anzun (arab.) - Schaf ekallum (akkad.) haikal (arab.) - Palast, Tempel, Kirche
    schurum (akkad.) - taurun (rab.) Stier tamkarum (akkad.) - tagir (arab.) - Händler

    b) Worte aus Ugarit (im alten Kanaan).

    yenu (ugarit.) . wainun (südarab.) - Wein

    c) Aramäisch-stämmige Worte.

    zman (aram.) - zaman (arab.) - Zeit kuran (aram.) - koran (arab.) - Buch, Koran
    schraga (aram.) - sirag (arab.) - Lampe

    d) Worte aus dem Althebräischen.

    ummah (hebr.) - umma (arab.) - Gemeinde, Stamm, Volk dschhinnom (hebr.) - dschehenna (arab.) - Tal Hinnom, Hölle
    nabi (hebr.) - nabiy (arab.) - Prophet sadaqa (hebr.) - sdaqah (arab.) - Almosen, rechts Verhalten
    malak (hebr.) - malak (arab.) - Engel som (hebr.) - saum (arab.) - Fasten
    mesiah (hebr., auch gruech. und lat.) - almasih (arab.) - Messias, Heiland
    hebest (äthiop.) - hubz (arab.) - Brot hezb (äthiop.) - chizb (arab.) - Volksgruppe, Stamm, Partei
    berhan (ähiop.) birhan (arab.) - Licht, Erleuchtung mashaf (äthiop.) - mushaf (arab.) - Koran-Kodex
    wangel (äthiop., auch griech.) - ingil (arab.) - Evangelium

    f) Worte aus dem Altägyptischen (Koptischen).

    msah (kopt.) - timsah (arab.) - Krokodil

    Auch aus nicht-semitischen Sprachen, vor allem dem Persischen, dem Griechisachen und dem Lateinischen stammen im Arabischen der klassischen und nachklassischen Epochen viele Fremd- und Lehnworte. S sie werden im Laufe der arabischen Sprachgeschichte teilweise zu Lehnübersetzungen, behalten aber teilweise auch den phonetisch erkennbaren Charakter fremdstämmiger Worte bei.

    g) Worte aus dem Altpersischen.

    bustan (pers.) - bustan (arab.) - Garten schahanschah (pers.) - schahanschah (rab.) - Großkönig
    yasamin (pers.) - yasamin (arab.) - Jasmin pathraka (pers.) badraq - Schutz, Protektor
    shang (pers.) -tschang (arab.) - Cymbal kahbud (pers.) - gahbad (arab.) - Beamter
    nay (pers.) - nay (arab.) - Flöte dastur (pers.) - dustur (arab.) - Erlaubnis, Ermächtigung, Autorität
    hambar (pers.) - anbar (arab.) Vorratskammer din (pers.) - din (arab.) - Gericht, Religion

    h) Griechischstämmige Worte (antiker und mittelalterlicher Rezeption).

    demosia (griech.) - dimusiya (arab.) - Steuer, Abgabe, Belastung theologia (griech.) - tawulugiya (ma.-arab) - Theologie
    horrion (griech; auch lat.) - hury (arab.) - staatlicher Getreidespeicher
    drachme (griech; auch pers.) - dirham (arab.)
    arithmetike (griech.) - aritmatiqi (ma.-arab.) - Arithmetik
    klima (griech.) - iqlim (arab.) - Provinz, Region geometria (griech.) - gumatriya (ma.-arab.) - Geometrie
    euangelion (griech.) - ingil (arab.) - Evangelium astronomia (griech.) - asturnumiya (ma.-arab.) - Astronomie
    diabolos (griech.) - iblis (arab.) - Teufel mousike (griech.) - muikiya (arab.) - Musik
    philosophia (griech.) - falsafa (arab.) - Philosophie, Wissenschaft kithara (griech., auch lat.) - qitara (arab.) - Guitarre, Laute
    mantike (griech.) - mantiq (arab.) - Wissen, Logik technike (griech.) - tiqaniya (arab.) - Technik
    kataphasis (griech.) - qatafasis (ma.-arab.) Bejahung kalopodion (griech.) - qalab (arab.) - Gußform, Modell
    apophasis (griech.) - abufasis (ma.-arab.) - Verneinung chymeia (griech.) - chimiya (arab.) - Vermischung, Vermengung, Chemie
    genos (griech., auch lat.) - dschins, gins (arab.) - Art, Genus demas (griech.) - mais (arab.) - Diamant
    hyle (griech.) - hayula (arab.) - Stoff, Materie phosphor (griech., lat.) - fusfur (arab.) - Phosphor
    aihter (griech.) - atir (arab.) - Äther marmor (griech., kat.) - marmar (arab.) - Marmor
    phlegma (griech.) - balgam (arab.) - Phlegma sachara (griech., lat.) - sukkar (arab.) - Zucker

    i) Lateinischstämmig Worte (antiker und mittelalterlicher Rezeption).

    denarius (lat.) - dinar (arab.)
    centenarius (lat.) - qintar (arab.) - Zentner
    Caesar (lat.) - kaishar (arab.) - Kaiser
    cubitalis (lat.) - qubtal (span.- arab.) - Elle imperator (lat.) - imbaratur (arab.) - Kaiser
    factura (lat., ital.) - fachtura (arab.) - Rechnung quaestor (lat.) - qustal (arab.) Finanzbemater
    machina (lat., griech ) - machina (arab.) - Maschine comes (lat.) - qumis, qummus (arab.) - Vorsteher - christlicher - Klöster und Gemeinden
    sapo(neum lat.) - shabun (arab.) - Seife castrum (lat.) - qasr (arab.) - Burg, Palast
    calx (lat.) - kils (arab.) - Kalk

    k) Arabische Entlehnungen aus dem Bereich der Politik, Technik, Wirtschaft und Alltagszivilisation des europäischen Westens, die einer neuzeitlichen Rezeption zugehören.

    dimokratiya (arab.) - Demokratie model (arab.) - Modell (der Mode)
    barlaman (arab.) - Parlament nitrodschin (arab.) - Nitrogenium (Stickstoff)
    qubtan (arab.) - Kapitän (evtl. auch älteres Lehnwort) mikser (arab.) - Mixer
    busta (arab.) - Post
    bank (arab.) - Bank (Geldinstitut)

    7. Literatur, Medien, Quellen.

    Literatur:

    Tilman Nagel, Die islamische Welt bis 1500, München 1998.

    Albert Hourani, Die Geschichte der arabischen Völker. Übersetzt von Manfred Ohl, Hans Sartorius und Susanne Enderwitz, Frankfurt M. 1996.

    Claude Cahen, Der Islam (I). Vom Ursprung bis zu den Anfängen des Osmanenreichs, Fischer-Weltgeschichte Bd. 14, Frankfurt M. 1968.

    G. E. von Grunebaum, Der Islam (II). Die islamischen Reiche nach dem Fall von Konstantinopel, Fischer-Weltgeschichte Bd. 15, Frankfurt M. 1971.

    Franz Rosenthal, Das Fortleben der Antike im Islam, Stuttgart 1965.

    Hans Stierlin, Byzantinischer Orient. Von Konstantinopel bis Armenien und von Syrien bis Äthiopien, Zürich, Stuttgart 1988.

    Wolfdietrich Fischer, Helmut Gätje (Hg.), Grundriß der Arabischen Philologie, 2 Bde. (Bd I.: Sprachwissenschaft, Hg. W. Fischer); Bd. II: Literatur, Hg.; Hg. H. Gätje), Bd. I , S. 1 - 5 und 142 - 153)

    Hamilton A. R. Gibb, Jakob M. Landau, Arabische Literaturgeschichte, Zürich., Stuttgart 1968 2.

    Charles Pellat, Arabische Geisteswelt. Dargestellt aufgrund der Schriften von al Gihiz (777-869), Zürich, Stuttgart 1967

    Franz Taeschner, Geschichte der arabischen Welt, mit einem Beitrag 'Die arabische Welt im Zeitalter des Nationalismus' von Fritz Steppat, Stuttgart 1964.

    Bassam Tibi, Der wahre Imam. Der Islam von Mohammed bis zur Gegenwart, München, Zürich 1996.

    Carsten Cople, Problem Islam, Frankfurt M. 1989.

    Hamilton A. R. Gibb, Jakob M. Landau, Arabische Literaturgeschichte, Zürich., Stuttgart 1968 2.

    Katharina Otto-Dorn, Kunst des Islam, Teilband der Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, Baden-Baden, 1970.

    Medien:

    Francesco Gabrieli, Mohammed in Europa. 1300 Jahre Geschichte, Kunst, Kultur, übersetzt von J. Strauß, Augsburg 1997.

    Arnold Rabbow, dtv-Lexikon politischer Symbole, München 1970, S. 118 ff. (s. v. 'Halbmond') und Bildteil nach S. 160.

    Malek Chebel, Symbole des Islam, dt. Übers.: Herbert Eisenstein, (1977) Augsburg 1999

    Ploetz, Große illustrierte Weltgeschichte in 8 Bden., Bd. 6: Die außereuropäische Welt bis 1945, Freiburg, Würzburg 1984.

    Quellen:

    Der Koran. Aus dem Arabischen übersetzt von Max Henning. Einleitung und Anmerkungen von Annemarie Schimmel, (reclam 4206), Stuttgart 1991.

    Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Vorsitzenden der ' World Muslkim Conference', der den Text der Übersetzung ins Deutsche namens dieser Muslim-Organsiation billigt, Gütersloh 1992 2. Mit einigen weiterführendenden Literaturhinweisen, einem Namens- und Sachregister zum Koran, einer Zusammenstellung für Glaubensfragen wichtiger Stellen aus der Hadith-Tradition zum Koran und einem Bibelstellenregister, das auf wichtige Bibel-Referenzen innerhalb der Koransuren hinweist.- In Bearbeitung durch Adel Theodor Khoury ist auch seit Ende der achtziger Jahre in Fortsetzung ein z. Zt. 14 Bände umfassender wissenschaftlicher Kommentar zum Koran erschienen, welcher den arabischen Text, eine deutsche Übersetzung und die für das Verständnis zumindest des nicht islamisch vorgeprägten Lesers nicht selten dringend nötigen sachlichen Erklärungen enthält.

    Bernhard Lewis (Hg.), Der Islam von den Anfängen bis zur Eroberung Konstantinopels. Deutsche Übersetzung von H. Fähndrich. [Umfängliche Sammlung ausgewähletr Quellentexte zur isalmsichen Geschichtezur islamischen Geschichte], 2 Bände, München 1977.

    Al Biruni, In den Gärten der Wissenschaft. Ausgewählte Texte aus den Werken des muslimischen Universalgelehrten, übersetzt und erläutert von Gotthard Strohmaier, (reclam) Leipzig 1991.

    Ibn Khaldun, Buch der Beispiele. Die Einführung (Al Muquddima), Leipzig 1992.

    Sahih al Buhari, Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammed. Ausgewählt, aus dem Arabischen übersetzt und herausgegeben von Dieter Ferchl, (reclam 4208), Stuttgart 1991.


     

    LV Gizewski WS 1999/2000 und SS 2000

    Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)