Kap. 7: Ausbeutung I: Autoritäre Nah- und Kommerz-Verhältnisse. Gegenwehr und Beseitigung.

(IM AUFBAU)


I. Zu den biblischen und naturrechtlichen Grundlagen eines 'gesellschaftskritischen' Ausbeutungs-Begriffs.

Denkwürdige Zitate zur natürlichen Gleichheit der Menschen.

1.Mose 1, 26: Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. 28Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Thomas Jefferson: We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal; that they are endowed by their Creator with certain unalienable rights; that among these are life, liberty, and the pursuit of happiness.

II. Zur Definition des Begriffs 'Ausbeutung'.

Ausbeutung' bezeichnet als Begriff prinzipiell jede Art ungerechter Aneignung des Wertes fremden Besitzes und fremder Arbeitskraft. Er setzt also die begründete, ausgeprägte Vorstellung von einer idealiter bestehenden, den rechtlichen und geschäftlichen Verkehr regelnden Wirtschafts- und Sozialordnung voraus. Prinzipiell kann diese auch das Verhältnis zwischen ganzen Staaten und Gesellschaften betreffen.

Typischerweise wird der Begriff angewandt auf privatrechtliche Formen der Bereicherung an fremder Arbeit und an fremdem Vermögen.

Ferner wird von Ausbeutung typischerweise gesprochen, wenn eine Bereicherung unter Mißachtung der Menschenwürde - z. B. gegenüber sozial schwächeren, wehrlosen, urteilsunfähigen, diskriminierten und verfolgten Menschen - stattfindet. Rechtsvergleichend zeigt sich, daß dies auch die politisch-öffentliche Sphäre einschließt.

II. Ausbeutungsverhältnisse im familiären und sozialen Nahbereich.

Beispielhaft sind dafür alle Leistungsausbeutungs-Verhältnisse, bei denen der Arbeitsleistende keine Rechtspersönlichkeit hat, die ihn in den Stand setzt, für sich Rechte zu erwerben und über diese zu verfügen.

Dies ist exemplarisch so bei Sklaverei der Antike und späterer Epochen

Beispielhaft für ein Leistungsausbeutungs-Verhältnis ist ferner der 'Wucher'.

Dieser Rechtsbegriff bezeichnet das Angebot einer Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation des Vertragspartners. § 138 Abs. 2 BGB definiert den Wucher so: 'Nichtig ist ... ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage und der Unerfahrenheit eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.'

III. Ausbeutungsverhältnisse im Bereich der privatgeschäftlichen Dienstleistungs-Übervorteilung.

A. Zur gewohnheitsmäßigen Täuschung im Bereich der Wert- und Leistungsfeststellung.

B. Zur gewohnheitsmäßigen Anwendung unsittlicher Zwangs- und Disziplinierungsmittel.

IV. Beseitigung der Dienstleistungs-Ausbeutung.

A. Die kritische Einschätzung der gesetzesgemäßen Beendigung von Dienstverhältnissen.

B. Emanzipation gegen informelle Loyalitätsansprüche.

C. Streik und Obstruktion.

C. Politische Revolte.


Bearbeitungsstand: 4.. Juli 2016.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de . . .