Einführung in das Thema 'Die historische Bedeutung des Lateinischen'.


INHALT:

1. Die Notwendigkeit quellensprachlicher Grundkenntnisse des Lateinischen (Grammatik, Wortschatz, Sprachgeschichte, etymologische Wirkungsgeschichte) für Historiker aller Geschichtsepochen der europäischen Geschichte; die Bedeutung des Lateinischen als Quellensprache verschiedener Epochen der europäischen Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit.

2. Das Verständnis des antik geprägten Fremdwortbestandes, insbesondere seiner etymologisch älteren Schichten, in der Allgemeinsprache und in der Bildungs- und Wissenschaftsterminologie der Gegenwart als Teil des allgemeinkulturellen und des wissenschaftlichen Orientierungswissens..

3. Einführende und systematische Literatur zu den verschiedenen Inhalten des Lehrveranstaltung.

1. Die Notwendigkeit quellensprachlicher Grundkenntnisse des Lateinischen (Grammatik, Wortschatz, Sprachgeschichte, etymologische Wirkungsgeschichte) für Historiker aller Geschichtsepochen der europäischen Geschichte ; die Bedeutung des Lateinischen als Quellensprache verschiedener Epochen der europäischen Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit.

a) Zur Herkunft und geschichtlichen Entwicklung des Latenischen.

Karte entnommen aus: Fritz Graf (Hg., unter Mitwirkung vieler wissenschaftlicher Autoren), Einführung in die lateinische Philologie, Stuttgart und Leipzig 1997, S. 119.

Text entnommen aus: Leonhard Schumacher (Hg.), Römische Inschriften. Lateinisch-Deutsch, Stuttgart 1988, S. 233 f.

b) Beispiele für den Quellenwert lateinischsprachiger Quellen der Antike: ÜBUNG 1.

AUFGABEN:

Die im folgenden wiedergegebenen lateinischen Quellentexte haben u. a. besondere Bedeutung für die römische Verfassungsgeschichte. Versuchen Sie mit Ihren gegebenen historischen und sprachlichen Kenntnissen zu erschließen

a) worum es in den einzelnen Texten geht,

b) welcher Zeit sie zuzurechnen sind,

c) wieweit ihre wirkungsgeschichtliche Bedeutung über die Antike hinausreicht.

Einige Quellentexte römischer Verfassungsgeschichte.

Entnommen aus: CIL VI 930 = ILS 244 (Rom) und C. I. 1, 1, 1 und 2.

c) Zu den verschiedenen Epochen der Sprachgeschichte des 'klassisch' geprägten Latein und ihrer Verbindung zur Allgemeingeschichte.

1. Das Lateinische als dominierende Sprache der Politik und Kultur des Imperium Romanum.

2. Das Lateinische als Sprache der Hochkulturdiffusion auf ein 'Barbarikum' in der späteren Antike.

3. Das Lateinische als Sprache der christlichen Kirchen- und Missionsorganisation v. a. des 'Westens' im späteren Altertum und im Mittelalter.

4. Das Lateinische als eine Sprache der mittelalterlich-staatlichen Kommunikation und der verschiedenen Zweige mittelalterlicher Gelehrsamkeit in Europa.

5. Das Lateinische als eine Sprache der 'Renaissance' und des 'Humanismus'.

6. Das Lateinische als 'Bildungssprache' neben den europäischen 'Volkssprachen' seit der Epoche der 'Aufklärung.


2. Das Verständnis des antik geprägten Fremdwortbestandes, insbesondere seiner etymologisch älteren Schichten, in der Allgemeinsprache und in der Bildungs- und Wissenschaftsterminologie der Gegenwart als Teil des allgemeinkulturellen und des wissenschaftlichen Orientierungswissens..

ÜBUNG 2.

AUFGABEN:

a) Versuchen Sie, mit Ihren gegebenen Sprachkenntnissen herauszufinden, welche antiken Wörter den in der Liste aufgeführten zugrundeliegen könnten.

b) Äußern Sie ferner eine Vermutung darüber, wie die Listen-Wörter aus dem antik-lateinischen in den heutigen deutschen Sprachgebrauch gelangt sein könnten.

c) Ordnen Sie die einzelnen Listenwörter früheren und heutigen Lebensbereichen wie z. B. Alltagsleben/Haushalt/Ernährung/Kleidung (A), Landwirtschaft/Gewerbe/Verkehr (Ö), Staat/Militär/Verwaltung/Politik (S), Finanz- und Geldwesen (F), Religion/Kirche (R), Geistesleben/Wissenschaften/Kunst/Philosophie(G) zu.

Liste einiger weniger, mit A und S beginnender lateinischstämmiger Worte im heutigen deutschen Sprachgebrauch.

Zusammengestellt aus: Bernhard Kytzler, Lutz Redemund, Unser tägliches Latein. Lexikon des lateinischen Spracherbes, Kulturgeschichte der antiken Welt Bd. 52, Mainz 1995 4; S. 1 fff. und 677 ff.

1. Das Lateinische im Wortschatz moderner Sprachen (I): Allgemeine Kultur.

2. Das Lateinische im Wortschatz moderner Sprachen (II): Wissenschaftsterminologie


3. Einführende und systematische Literatur zu den verschiedenen Inhalten der Lehrveranstaltung.

Manfred Fuhrmann, Latein und Europa. Die fremdgewordenen Fundamente unserer Bildung. Geschichte des gelehrten Unterrichts in Deutschland von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Köln 2001.

Fritz Graf (Hg., unter Mitwirkung vieler wissenschaftlicher Autoren), Einführung in die lateinische Philologie, Stuttgart und Leipzig 1997.

H. Hunger, O. Stegmüller, H. Erbse, M. Imhoff, K. Büchner, H.-G. Beck, H. Rüdiger, Die Textüberlieferung der antiken Literatur und der Bibel. Mit einem Vowort von K. Bodmer, ND der 1961 erschienenen Erstausgabe, München 1975.

Volker Riedel, Antikenrezeption in der deutschen Literatur vom Renaissance-Humanismus bis zur Gegenwart. Eine Einführung, Stuttgart, Weimar 2000.

K. E. und H. Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquitäten unter Berücksichtigung der besten Hilfsmittel. ND 1992 der 8. Auflage 1913.

E. Habel, F. Gröbel, Mittellateinisches Glossar. Mit einer Einführung von H.-D. Heimann, Paderborn u. a. O. 1989 2.

Bernhard Kytzler, Lutz Redemund, Unser tägliches Latein. Lexikon des lateinischen Spracherbes, Kulturgeschichte der antiken Welt Bd. 52, Mainz 1995 4.

Adolf Hemme, Das lateinische Sprachmaterial im Wortschatze der deutschen, französischen und englischen Sprache, ND der Ausgabe Leipzig 1904, Hildesheim, New York 1979.

Konrad Kunze, dtv-Atlas Namenkunde. Vor und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet, München 1998.


LV Gizewski SS 2007

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de