Kap. 3: Das Lateinische als Sprache der christlichen Kirchen- und Missionsorganisation v. a. des 'Westens' im späteren Altertum.


INHALT:

1. Zur Entstehung einer lateinischen Bibel- und Kirchensprache seit Beginn der christlichen Missionierung der lateinischsprachigen Bereiche des Römischen Reiches.

2. Das Lateinische als Sprache wichtiger gesamtkirchlicher Grundsatzentschediungen.

3. Das Lateinische als Sprache eines 'okzidentalen Katholizisimus' (gegenüber einer 'östlich-byzantinischen Orthodoxie').

4. Literatur, Medien, Quellen.

1. Zur Entstehung einer lateinischen Bibel- und Kirchensprache seit Beginn der christlichen Missionierung der lateinischsprachigen Bereiche des Römischen Reiches.

Übung 1.

AUFGABEN:

a) Versuchen Sie, sich mit ihren vorhandenen Sprachkenntnissen ein Bild von dem zu machen, worum es in den nachfolgenden Textausschnitten im wesentlichen geht. Woher und von wem stammen diese Ihres Erachtens und warum sind sie lateinisch verfaßt?

b) Was sind die erkennbaren Auffassungen der verkündeten Botschaften vom Selbstverständnis einer christlich-kirchlichen Gemeinschaft und ihrem Verhältnis zur umgebenden weltlichen Gesellschaft, zum Judentum und zu anderen antiken Religionen?

c) Wer ist, soweit Sie es wissen, Paulus, welche Rolle spielt er in der frühen christlichen Kirche, und warum reist er nach Rom?

d) Welche der im nachfolgenden Text erkennbaren religiösen Positionen haben wirkungsgeschichtliche Bedeutung bis in unsere Zeit behalten, auch eine solche über den Rahmen religiösen Denkens hinaus?

Zum Selbstverständnis des neuentstehenden, im römischen Reich missionierenden Christentums gegenüber anderen antiken Religionen und der Gesellschaft.

Lateinischer Text entnommen aus: Nestle-Aland, Novum Testamentum Latine. Novam Vulgatam Bibliorom Sacrorum Editionem secuti apparatibus titulisque additis ediderunt Kurt Aland et Barbara Aland una cum Instituto studiorum textus Novi Testamenti Monasterienis (Westphalia), Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1992 2, S. 415 f., 431 f., 373 - 375, 406 - 406.

2. Das Lateinische als Sprache wichtiger gesamtkirchlicher Grundsatzentschediungen.

Übung 2.

AUFGABEN:

a) Betrachten Sie zunächst den lateinischen Text und dann seine deutsche Übersetzung. Gibt es Textstellen, an denen Sie mit Ihren gegebenen Sprachkenntnissen den lateinischen Text vielleicht anders übersetzen würden? Soweit Ihnen eine gegenwärtige Version des christlichen Glaubensbekenntnisses in Erinnerung ist, worin unterscheidet sie sich vom vorliegenden Text?

b) Was sind nach Ihrer Beurteilung die wichtigsten Glaubenssätze der in dem hier wiedergegebenen antiken christlichen Glaubensbekenntnis ausgedrückten christlichen Religion? Soweit Sie es beurteilen können: worin unterscheiden sie sich von anderen antiken Religionen, worin haben sie mit ihnen Gemeinsamkeiten oder Ähnlichkeiten?

c) Was läßt sich in unserer Gegenwart, auch über deren religiöses Leben hinaus, als wirkungsgeschichtliche Folge des antiken Christentums verstehen?

Das nicaeno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (d. J. 325, 382 und 431 n. Chr.) in seiner lateinischen Fassung mit deutscher Übersetzung.

Lateinischer Text und deutsche Übersetzung mit geringen Modifikationen entnommen aus: Josef Wohlmuth (Hg.) Dekrete der ökumenischen Konzilien (Conciliorum Oecumenicorum Decreta), Bd. 1: Konzilien des ersten Jahrtausends: vom Konzil von Nicaea (d. J. 325) bis zum Vierten Konzil von Konstantinopel (d. J. 869/870). Die Einfügung im Zusammenhang des theologisch unentschieden gebliebenen 'filioque'-Streits ist hier in Klammern berücksichtigt.

3. Das Lateinische als Sprache eines 'okzidentalen Katholizisimus' (gegenüber einer 'östlich-byzantinischen Orthodoxie').

Übung 3.

AUFGABEN:

a) Wer war 'Leo der Große' und welcher historischen Epoche gehörte er an?

b) Worum geht es in dem hier wiedergebenen Predigttext in der Hauptsache?

c) Wie beschreibt der Prediger die christliche Kirche.Wie begründet er seine Auffassung von einer hierarchischen Ordnung in ihr? Welche historischen Bedingungen und motive könnte es Ihres Erachtens fürr diese Auffassung geben?

Zur Begründung eines römischen Katholizismus: »Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen«. Leo der Große: Predigt 4, 2-4.

Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Texte der Kirchenväter. Eine Auswahl, nach Themen geordnet. Zusammengestellt und herausgegeben von Alfons Heilmann in Zusammenarbeit mit Heinrich Kraft, 5 Bde. München 1964, Bd. 4, S. 135 - 138.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

Jürgen Becker und neun weitere Autoren, Die Anfänge des Christentums. Alte Welt und neue Hoffnung, Stuttgart u. a., O. 1987.

Peter Kawerau, Lehrbuch der Kirchengeschichte, Geschichte der Alten Kirche, Marburg 1967.

Carl Schneider, Geistesgeschichte der christlichen Antike, München 1970.

August Franzen, Kleine Kirchengeschichte, erw., Neuausgabe. Durchgesehen von B. Steiner. Erweiterug von R. Fröhlich, Freiburg u. a. O., 2006.

Adolf von Harnack, Dogmengeschichte, Freiburg i. Br. 1898 3.

Hans Küng, Das Christentum. Wesen und Geschichte, München, Zürich 2007, u. a. bes. S. 145 ff. (Das ökumenisch-hellenistische Paradigma des christlichen Altertums),

Johannes Kramer, Geschichte der lateinischen Sprache, in: F. Graf (Hg.), Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart, Leipzig 1997, S. 115 ff., S.148 (Das Latein der Christen).

Peter Antes (Hg.), Die Religionen der Gegenwart. Geschihte und Glauben, Münche 1996.

Medien:

Texte der Kirchenväter. Eine Auswahl, nach Themen geordnet. Zusammengestellt und herausgegeben von Alfons Heilmann in Zusammenarbeit mit Heinrich Kraft, 5 Bde. München 1964, Bd. 4, S. 135 - 138.

Josef Wohlmuth (Hg.) Dekrete der ökumenischen Konzilien (Conciliorum Oecumenicorum Decreta), Bd. 1: Konzilien des ersten Jahrtausends: vom Konzil von Nicaea (d. J. 325) bis zum Vierten Konzil von Konstantinopel (d. J. 869/870).

Quellen:

Römer 3, 27 - 4 13, Römer 12, 1 - 13, 2, Apostelgeschichte 17, 16 - 34. Apostelgeschichte 28, 11 - 31. Lateinischer Text entnommen aus: Nestle-Aland, Novum Testamentum Latine. Novam Vulgatam Bibliorom Sacrorum Editionem secuti apparatibus titulisque additis ediderunt Kurt Aland et Barbara Aland una cum Instituto studiorum textus Novi Testamenti Monasteriensis (Westphalia), Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1992 2, S. 415 f., 431 f., 373 - 375, 406 - 406.

Das nicaeno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (d. J. 325, 382 und 431 n. Chr.) in seiner lateinischen Fassung mit deutscher Übersetzung. Entnommen aus: Josef Wohlmuth (Hg.) Dekrete der ökumenischen Konzilien (Conciliorum Oecumenicorum Decrete), Bd. 1: Konzilien des ersten Jahrtausends: vom Konzil von Nicaea (d. J. 325) bis zum Vierten Konzil von Konstantinople (d. J. 869/870).

Leo der Große: Predigt 4, 2-4. Text der deutschen Übersetzung entnommen aus: Texte der Kirchenväter. Eine Auswahl, nach Themen geordnet. Zusammengestellt und herausgegeben von Alfons Heilmann in Zusammenarbeit mit Heinrich Kraft, 5 Bde. München 1964, Bd. 4, S. 135 - 138.


LV Gizewski SS 2007

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de