Kap. 4: Das Mittel-Lateinische als eine Sprache der mittelalterlich-staatlichen, kirchlichen und -gelehrsamen Kommunikation in Europa.


INHALT:

1. Das Lateinische als Regierungs- und Rechtssprache, am Beispiel des mittelalterlichen Deutschland.

2. Das Lateinische als Sprache kirchenamtlicher Äußerungen am Beispiel päpstlicher Verlautbarungen.

3. Das Lateinische als Sprache kirchlich und universitär organisierter Schulerziehung und Wissenschaft im Mittelalter.

4. Literatur, Medien, Quellen.

1. Das Lateinische als Regierungs- und Rechtssprache, am Beispiel des mittelalterlichen Deutschland.

Übung 1.

AUFGABEN:

a) Welcher geschichtlichen Epoche und welchem historisch bekannteren Autor rechnen Sie den nachfolgenden längeren Auszug aus einem lateinischen Quellentext des Mittelalters zu? Mit welcher Legitimation und Absicht äußert sich der Autor? Wer genau sind die Adressaten des Textes?

b) Verschaffen Sie sich mit Ihren gegebenen sprachlichen Kenntnissen so gut es geht einen Überblick über die verschiedenen Inhalte des Textes.

c) Ist an irgendeiner Stelle zu erkennen, wie und von wem die Schulausbildung verantwortlich organisiert werden soll? Welche Gründe hat das dort formulierte Konzept?

d) Welche anderen aus heutiger Sicht geschichtlich wichtigen Regelungsprobleme sind angesprochen?

Admonitio generalis Karoli M. ann. DCCCLXXXIX.

Seiten I - II - III - IV .

Textauszug entnommen aus: MGH, Capitularia regum Francorum, Bd. I, hg. von A. Boretius, Berlin 1883, Nr. 22, Kap. 72.

Zur Herausbildung des frühmittelalterlichen Frankenreichs.

Abb. 1 und Abb. 2.

Abb. entnommen aus: Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1 - Von den Anfängennbis zur französischen Revolution -, unter Mitarbeit von H. und R. Bukor, München 1999 33, S. 120.

2. Das Lateinische als Sprache kirchenamtlicher Äußerungen am Beispiel päpstlicher Verlautbarungen.

Übung 2.

AUFGABEN:

a) Um welche historische Epoche und welches politische und theologische Problem geht es, soweit Sie es mit Ihren Sprachkenntnissen beurteilen können, in dem beigefügten Briefwechsel?

b) Welche Bedeutung hat die jeweilige biblisch begründete Argumentation für die Position der beiden Seiten?

c) Können Sie in der Schreibung der lateinischen Urkunden Formen entdecken, die man als nicht-antik bezeichnen kann?

Briefwechsel zwischen einem Papst und einem deutschen König (und späteren Kaiser) des Mittelalters

Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 .

Textauszüge entnommen aus: a) Epistolae selectae in usum scholarum ex MGH separatim editae, tom. II, Fasc. I: Gregorii VII. Registrum lib. I - IV, Berlin 1920, S. 268 ff. und b) Constitutiones et acta publica imperatorum et regum. tom. I, ed. Ludwig Weiland, Hannover 1893, S. 110 ff.

Abb. entnommen aus: Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1 - Von den Anfängennbis zur französischen Revolution -, unter Mitarbeit von H. und R. Bukor, München 1999 33, S. 144 und 146.

3. Das Lateinische als Sprache kirchlich und universitär organisierter Schulerziehung und Wissenschaft im Mittelalter.

Übung 3.

AUFGABEN:

a) Versuchen Sie zunächst, mit ihren gegebenen Sprachkenntnissen den lateinischen Text in wesentlichen Aussageelementen zu verstehen. Danach lesen Sie die deutsche Übersetzung. Worum geht es in dem Text?

b) Welcher Zeit ordnen Sie den Text zu? Wissen Sie etwas über den Autor? Welchem Lebensbereich gehört er zu?

c) Auf welche antiken Autoren bezieht sich der Autor? Welche davon sind griechisch-, welche lateinischsprachig, welche vorchristlich, welche christlich? Welche Bedeutung hat die Bezugnahme auf sie in der Argumentation des Autors?

Aus: Thomas von Aquin, Über Seiendes und Wesenheit.

Blatt 1 - Blatt 2

Lateinischer Textauszug mit deutscher Übersetzung entnommen aus: Thomas von Aquinn, Über Seiendes und Wesenheit. De Ente et Essentia. Mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar heruasgegeben von Horst Seidl. Lateinisch - Deutscch, Hamburg1988, S. 4 - 9.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Literatur:

Jan Ziolkowski, Die mittellateinische Literatur, in: Fritz Graf (Hg.), Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart und Leipzig 1997. S. 297 - 322.

L. Langosch, Lateinisches Mittelalter. Einleitung in Sprache und Literatur, Darmstadt 1983.

Edwin Habel, Friedrich Gröbel, Mittellateinisches Glossar. Mit einer Einführung von H. D. Heimann, (1959), ND Paderborn u. a. O. 1989.

Manfred Fuhrmann, Latein und Europa. Die fremdgewordenen Fundamente unserer Bildung, Geschichte des elehrten Unterrichts in Deutschland von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Köln 2001 2 , S. 11 ff. (Das Schulwesen des Mittelalters).

Pierre Riché, Die Welt der Karolinger, Übersetzung aus dem Französischen von C. und U. Dirlmeier, Stuttgart 1981.

Horst Fuhrmann, Deutsche Geschichte im hohen Mittelalter von der Mitte des 11. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts, Göttingen 1993 3 .

Karl August Fink, Papsttum und Kirche im abendländischen Mittelalter, München 1994.

Josef Pieper, Scholastik. Gestalten und Probleme der mittelalterlichen Philosophie, München 1978.

Medien:

Hermann Kinder, Werner Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 1 - Von den Anfängennbis zur französischen Revolution -, unter Mitarbeit von H. und R. Bukor, München 1999 33, S. 120, 114 und 146.

Quellen:

Monumenta Germaniae Historica (MGH), Capitularia regum Francorum, Bd. I, hg. von A. Boretius, Berlin 1883, Nr. 22, Kap. 72.

Epistolae selectae in usum scholarum ex MGH separatim editae, tom. II, Fasc. I: Gregorii VII. Registrum lib. I - IV, Berlin 1920, S. 268 ff.

Constitutiones et acta publica imperatorum et regum. tom. I, ed. Ludwig Weiland, Hannover 1893, S. 110 ff.

Thomas von Aquin, Über Seiendes und Wesenheit. De Ente et Essentia. Mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar herausgegeben von Horst Seidl. Lateinisch - Deutsch, Hamburg 1988, Cap. I, S. 4 - 9.


LV Gizewski SS 2007

Autor: Christian Gizewski, EP: Christian.Gizewski@tu-berlin.de