Die Entwicklung und die Divergenzen des neuzeitlichen Interesses an der Wissenschaft von der Alten Geschichte

Rahmenüberlegungen zum Gesamtthema des Hauptseminars 'Historik der Alten Geschichte. Zeitgeist und Geschichtsphilosophie in wissenschaftlichen Konzepten der Altertumsgeschichte'.

 

I. Inhalt und Zweck des WWW-Skripts.

Das WWW- Skript 'Historik der Alten Geschichte. Zeitgeist und Geschichtsphilosophie in wissenschaftlichen Konzepten der Altertumsgeschichte' ist in seiner jetzigen Fassung nach Abschluß des Hauptseminars gleichen Titels im WS 1998/99 entstanden. Es soll eine Einführung in das Thema geben, welche sich darauf beschränkt, Lesetexte aus dem im Hauptseminar thematisierten Werk einiger Historiker zusammenzufassen und kurz zu kommentieren. Einige übergreifende Überlegungen zur Konzeption und Durchführung des Hauptseminars werden in dieser Skript-Einleitung zusammengefaßt.

Eingehendere Einführungen und Monographien zum Gesamtthema liegen in leicht zugänglichen, gut nutzbaren, übersichtlichen und deshalb besonders zu empfehlenden Werken der letzten drei Jahrzehnte vor. Insoweit läßt sich sinnvoll verweisen auf die im Literaturverzeichnis dieses Skripts angegebenen Arbeiten etwa Karl Christs, Arnaldo Momiglianos oder Wilfried Nippels. Nippel gibt zum Beispiel eine knapp gehaltene, biographisch informative und mit einem ausgearbeiteten Literaturverzeichnis ausgestattete Zusammenstellung historik-bezogener Texte prominenter Althistoriker des 19. und 20. Jhts. (des deutschsprachigen Bereichs) in seinem Buch "Über das Studium der Alten Geschichte'" (1993), das den Bedürfnissen einer überblicksartigen Orientierung im Studium besonders entspricht. Im Hinblick auf den, was das Thema 'Historik' betrifft, immer wieder erkennbaren Such-Nachfrage-Bedarf im Internet wäre dem Werk Nippels, im wesentlichen so wie es ist, eine baldige WWW-Publikation zu wünschen.

Auch das vorliegende WWW-Skript will auf seine Weise diesem Zweck dienen. Es präsentiert in einer Auswahl für die Bearbeitung in einem althistorischen Hauptseminar verschiedene - im ganzen relativ wenige - maßstabsetzende wissenschaftliche Autoren des 19. und 20. Jhts. aus dem deutschen und dem ausländischen Bereich, die dem Fachgebiet der Alten Geschichte zuzurechnen sind. Wiedergegeben sind - oft auszugsweise, aber dennoch in weitaus größerem Umfang als normalerweise in Buchpublikationen möglich und insoweit die Möglichkeiten des WWW nutzend - Lesetexte *), die die Historik-Konzepte der ausgewählten Autoren beleuchten. Dazu kommen jeweils im Interesse eines Überblicks kurz gehaltene Erläuterungen, die Kerngedanken der Erörterungen im Hauptseminar widerspiegeln. Eine weitergehende und auf andere Historiker ausgedehnte Lektüre wird für Interessenten am Thema durch ein solches WWW-Skript nicht etwa unnötig, sondern soll vielmehr angeregt und erleichtert werden.

Die im FORUM wiedergegebenen Seminararbeiten sollen dem Leser einerseits die unvermeidliche Mühe verdeutlichen, die eine wissenschaftliche Eigenbeschäftigung mit diesem Themenbereich macht, aber andrerseits - sieht man das in den Arbeiten erkennbare Interesse der Seminarteilnehmer am Thema - die Anregung geben, trotz hier und da, manchmal auch häufiger, feststellbarer Fehler und Mängel in den wiedergegeben Arbeiten, eigene Bemühungen um ein solches Thema nicht zu scheuen.

Es ist unter folgenden Aspekten interessant und wichtig:

  • wissenschaftsgeschichtlich,
  • biographisch-epochenbezogen,
  • ideengeschichtlich,
  • politisch-zeitgeschichtlich und
  • historisch-erkenntnistheoretisch.
  •  

    II. Zu erkenntnistheoretischen Voraussetzungen, Begriff und Zweck einer 'Historik'.

    Daß es verschiedene und sich verändernde Arten gibt, 'ein und denselben historischen Objektkomplex' zu erkennen und darzustellen, scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Wie weit die Varianz aber selbst in einem wissenschaftlich definierten Rahmen der Geschichtserkenntnis und Geschichtsschreibung gehen kann, wird erst klar, wenn man eine Vergleichsebene herstellt, innerhalb derer Einstellungsmuster, welche unterschiedlichen Arten der Geschichtserkenntnis und -darstellung zugrundeliegen, nebeneinandergestellt und dann sinnvoll eingehender untersucht werden können.

    Die Varianz historischer - wie generell menschlicher - Erkenntnis betrifft nicht nur die grundlegenden und praktischen Motive, aus denen heraus sie stattfindet, d. h. beobachtet, gewichtet und auch ausschließt oder verdrängt, sondern ebenso ihren kategorialen Apparat mit seinem Wahrheitsbegriff, mit seinen die menschliche Gemeinschaft und die für sie wichtigen Mächte und Bewegungsmomente betreffenden Begriffen, Theorien, Philosophien und konventionellen Wahrscheinlichkeitsannahmen (Topoi) und ihre moralischen, speziell wissenschaftethischen Einstellungen.

    Die Varianz der historischen Darstellung hängt etwa ab vom Zweck der Darbietung bzw. Veröffentlichung, von den praktischen Verständigungsmöglichkeiten des Historikers in seinem jeweiligen Wirkungsbereich oder von der jeweiligen außerwissenschaftlichen, speziell politischen Ideenwelt ('Zeitgeist') und dem Standort des Historikers in ihr.

    Bei so vielen Vatiationsmöglichkeiten - wissenschaftlich definierter - Erkenntnis im Hinblick auf einen vorausgesetzten 'historischen Gegenstand' stellt sich seit jeher und in besonderer Intensität, seit es ein sich auch wissenschaftsreflexiv-erkenntniskritisch definierendes Konzept der Geschichtswissenschaft gibt - d. h. etwa seit dem Zeitalter Immanuel Kants und seiner 'Kritik der reinen Vernunft' (1)- eine grundsätzliche Vorfrage: gibt es überhaupt einen 'Objekt-Charakter' von Themenkomplexen, mit denen sich Historiker befassen? Oder werden historische Themenkomplexe - restlos - von einer ideellen Produktivität des Menschen konstituiert, der gar nicht anders könne als Bilder zu bilden und Gedanken zu denken, für die ein Objektbezug nicht nur nicht faßbar , sondern prinzipiell ausgeschlossen sei? Dies ist der Sache nach die erkenntnistheoretische Frage nach der Möglichkeit einer 'Ontologie' allerdings in spezieller, auf die Geschichtswissenschaft konzentrierter Form.

    Theoretisch ausgearbeitete Gründe für einen grundsätzlichen Zweifel leiten sich in der heutigen Diskussion her etwa aus der 'phämomenologischen' Philosophie Edmund Husserls, aus 'systemtheoretischen' Wissenschaftskonzepten wie dem Niklas Luhmanns, aus naturwissenschaftlich-'konstruktivistischen' Denkansätzen nach Art etwa T. S. Kuhns oder aus 'dekonstruktivistischen' Ansätzen einer grundsätzlichen Kritk nach Art Jacques Derridas an unbegründet selbstgewissen Sprach- und Denkfomen gesellschafts- und geschichtsbezogener Aussagekomplexe. In der Diskussion des Hauptseminars wurden sie u. a. ausführlicher angesprochen gelegentlich einer Erörterung des 1997 erschienenen Buches von Richerd J. Evans, 'Fakten und Fiktionen. Über die Grundlagen historischer Erkenntnis'. (2)

    Allerdings gibt es auch theoretisch ausgearbeitete Gründe gegen solche Zweifel. Es ist an dieser Stelle aber unmöglich, eine aktuelle Diskussion etwa um einen 'Postmodernismus' aufzunehmen, ohne den ursprünglich gesetzten Zweck dieser Darstellung aufzugeben bzw. sie sogar - im Falle der Annahme eines Zweifels - konsequenterweise gänzlich zu unterlassen. Es muß hier sein Bewenden damit haben, drei Argumente für die vom Verfasser dieses Texts zur Begründung seiner historischen Weiterarbeit vertretene Auffassung zu benennen. Er meint, daß es einen Objektbereich historischer Erkenntnis und demgemäß auch eine Wahrheit historischer Aussage geben müsse und daß geschichtswissenschaftliche Tätigkeit ohne diese - letzlich weder widerlegbare noch beweisbare - Voraussetzung sinnlos und unmöglich sei:

    a) Trotz eines der Überlieferung nach schon von dem Skeptiker und Sophisten Gorgias geäußerten, berühmten, letzlich nicht bestreitbaren - wenn auch nicht beweisbaren - Satzes ("Es gibt nichts. Wenn es aber etwas gäbe, so könnten wir es nicht erkennen. Wenn wir es aber auch erkennen könnten, so könnten wir nicht darüber sprechen") geht alle alltägliche und wissenschaftliche Erkenntnis davon aus, daß es etwas gebe, daß man es erkennen und daß man auch darüber sprechen könne. Könnte man das alles nicht, so wäre alles Sprechen, insbesondere auch das Sprechen des Skeptikers, nicht nur sinnlos, sondern sogar unmöglich. (3)

    b) Eine Diskussion über die Voraussetzbarkeit einer 'Objektivität' geschichtlich-gesellschaftlicher Strukturen muß sinnvollerweise übergreifend für alle wissenschaftlichen Erkenntniszweige, die sich ihr widmen, und unter Bezug auf ihre lange wissenschaftsgeschichtliche Tradition geführt werden und dann auch die Positionen einer jeweils aktuellen skeptischen Wissenschafts- und Sprachreflexion selbst einschließen. Es ist deshalb an dieser Stelle - d. h. in einem Skript zu Fragen einer 'Historik' - gerechtfertigt, nur beiläufig auf sie einzugehen.

    c) Bei einer Erörterung dieses Problemkomplexes, die sich - wie m. E. in einer 'Postmodernismus-Debatte' zu erkennen - letztlich nur auf bestimmte, moralisch oder politisch stark umstrittene Tendenzen und Themen historischer Erkenntnis (z. B. Erkenntnisse über 'Totalitarismus' oder 'Holokaust') bezieht oder gar beschränkt, d. h. den erkenntnistheoretisch größeren Zusammenhang und wissenschaftsgeschichtlich unendlich langen Vorlauf des Problemkomplexes nicht miterörtert, tritt typischerweise das pragmatische Moment der Verunsicherung einer moralisch oder politisch anzugreifenden Position in den Vordergrund der Kritik. Diese wird dann typischerweise zum Hilfsmittel einer moralisch oder politisch motivierten 'Ideologiekritik', deren eigentliche Gründe jedoch nicht wissenschaftlich-erkenntnisbezogen entscheidbar sind, sondern nur politisch oder moralisch.

    Nach dieser Stellungnahme zu einer Vorfrage stellt sich die eigentliche Ausgangs-Frage, was 'Historik' im Rahmen der Geschichtswissenschaft bedeutet und warum es sinnvoll ist, sich über ihre 'modernen' Anwendungsformen in Bezug auf eine 'Alte Geschichte' Klarheit zu verschaffen und wissenschaftlich zu verständigen.

    Das Wort stammt vom griechischen Adjektiv '¿istorikóß' (historikos). In klassisch-giechischer Zeit, etwa in den 'Historien' des Herodot, meint das Substantiv '¿istoría' (historia) generell ein Wissen, speziell das Wissen über die Völkerwelt, die von ihr bewohnte Erde, ihre Traditionen und denkwürdigen Begebenheiten. Das dazugehörige Adjektiv bezeichnet mithin etwas auf ein solches Wissen, speziell auf ein im heutigen Sinne anthropologisches, ethnographisches, geographisches und 'historisches' Wissen Bezügliches. Auch auf den Autor oder Vermittler eines solchen Wissens und seine Eigenschaften und Tätigkeiten, seine Kunst und Technik kann sich das Wort beziehen. Als von der Muse 'Klio' geschützte (musische) Tätigkeit ist die Darstellung der Geschichte seit ihren wahrnehmbaren Anfängen im griechischen Bereich eine traditionelle Funktion 'freier', d. h. nicht unter Erwerbs- und Abhängigkeitserfordernissen stehender, 'höherer', d. h. als besonders wertvoll erachteter und sozial angesehener, alle Gebiete einer antik-wissenschaftlichen Erkenntnis umfassenden Geistesbildung' (egkúklioß paideía, lat. artes liberales). In der schon sophistisch geprägten herodoteischen Bedeutung sind im Wort '¿istoría' ferner auch einige Maximen der Wissensermittlung mitenthalten, so ein grundsätzlich antimythologischer Zweifel und das Prinzip einer möglichst autoptischen und generell kritischen Überprüfung des Hörensagens. - Diese wortgeschichtliche Erklärung darf aber nicht vergessen machen, daß es sowohl im Bereich der griechischen Antike als auch außerhalb ihrer schriftliche Formen der moralischen oder religiösen Überlieferung, offiziöser Annalen und Tatenberichte oder epischer Dichtung über geschichtliche Geschehnisse gibt, auf die das eine oder andere der genannten Kriterien eines herodoteischen Historien-Begriffes nicht zutrifft. Ferner gibt es innerhalb des erwähnten Rahmens freier, höherer Geistesbildung sehr unterschiedliche Gattungen, Formen und Zwecksetzungen von Geschichtsdarstellungen. Das bedeutet: der von Griechenland ausgehende, in der späteren Antike maßgeblich gewordene und auch in späteren Epochen bis heute für das Selbstverständnis der Geschichtsschreibung wirkungsgeschichtlich einflußreich gebliebene Begriff einer 'Historie' im genannten Sinne läßt eine Vielfalt ihrer Darstellungsformen und ihrer Quellenverwendungsweisen offen.

    Seine heute übliche wissenschaftssprachliche Bedeutung erhält das Wort 'Historik' mit dem kleinen, für den Hochschulunterricht verfaßten Werk gleichen Namens von Johann Gustav Droysen, das - erstmals im Jahre 1857 vorgetragen - in seiner letzten, von Droysen selbst bearbeiteten Fassung im Jahre 1882 erschien. Es kann als ein Ausdruck eines zu seiner Zeit weitgehend abgeschlossenen wissenschaftsdisziplinären Differenzierungsprozesses gelten, der seit der Entfaltung einer aufklärerischen Geschichtsschreibung im 18. Jht. zur Herausbildung einer 'Allgemeingeschichte' als eines durch eine systemisch-idiographische Objektdefinition und -darstellung sowie durch eine systematische Heuristik und Quellenkritik gekennzeichneten, autonomen wissenschaftlichen Fachgebiets führte. Die 'Alte Geschichte', d. h. die Geschichtsschreibung über die Altertumskulturen zumindest Griechenlands und Roms, aber auch angrenzender Bereiche, war in diesen Prozeß insoweit einbezogen, als sie zunächst noch nach der Tradition ein Teilgebiet der 'Altphilologie' darstellte. Die die Schwerpunkte verschiebende Beschäftigung mit anderen Zeugnissen der Antike als den literarischen, die darauf basierenden Formen der Quellenkritik und vor allem die unübersehbare Erweiterung ihrer Menge, die Herstellung allgemeingeschichtlich-systematischer Fragehorizonte - z. B. in der Ausrichtung auf ganze 'Gesellschaften', 'Völker' ('Nationen') oder 'Epochen' -, die schließlich auch aus dem engeren Bereich der griechischen und römischen Antike weit hinausführten, machte eine Einigung mit den legitimen Formen traditoneller Altphilologie in damaliger Zeit schwierig. Sie führte jedenfalls auf längere Sicht oftmals zu einer organisatorisch engen Verbindung der 'Alten Geschichte' mit den dem Mittelater und der Neuzeit zugewandten Gebieten einer 'Allgemeingeschichte' - neben einer fortwährenden Form der Verbindung mit der Altphilologie in altertumswisssenschaftlichen Instituten.

    Droysen mit seinen ausgeprägten, sowohl dem hellenistischen Altertum als auch der Neuzeitgeschichte - Preußens - geltenden Interessen vertritt notwendigerweise eine 'allgemeingeschichtliche' Einbindung einer Geschichte des Altertums. Seine 'Historik' ist somit auch nicht speziell der 'Alten Geschichte' gewidmtet - auch wenn die größere Zahl der in ihr verwendeten Beispiele der Alten Geschichte entstammt. Vielmehr unternimmt er in seinem Leitfaden für Studenten der Geschichte, wie er bemerkt, erstmalig "eine systematische Darstellung des Gebietes und der Methode unserere Wissenschaft" (Fassung 1857, ed. P. Leih 1977; Vorbemerkung). Droysens eigene Worte an dieser Stelle machen seine Ausgangslage am besten deutlich:

    "Jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, was Geschichte und Geschichtsschreibung, was Studium der Geschichte ist. Aber mehr als diese ungefähre Vorstellung hat bisher auch unsere Wissenschaft nicht; je nach Talent und Takt haben wir unser Geschäft betrieben, und ich bin der letzte, der leugnete, daß es damit zu herrlichsten Leistungen gekommen ist. Aber wenn man sie [scil. unsere Wissenschaft] nach ihrer Rechtfertigung, nach ihrem Verhältnis zu anderen Formen und Richtungen menschlicher Erkenntnis, wenn man sie nach der Begründung ihres Verfahrens und nach dem Wesen ihrer Aufgabe fragt, so ist sie nicht in der Lage, genügend Auskunft zu geben. Daher die nicht eben erfreuliche Erscheinung, daß in allen wichtigeren Fragen unserer Wissenschaft zwischen den Meistern selbst Zwiespalt ist, daß sowohl sachlich wie methodisch der eine so, der andere anders urteilt und verfährt; immer wieder kommt es in Frage, ob der Historiker künstlerisch oder wissenschaftlich oder beides zugleich arbeitet, ob er unparteiisch sein müsse oder wenigstens für das Gute und Wahre Partei nehmen dürfe, ob die historische Forschung nach Gesetzen suchen müsse oder sich mit Tatsachen zu begnügen habe, und wie die Aporemata weiter lauten. Das lebhafte Interesse für die Geschichte, das sich überall zeigt, hat denn ein wüstes Vielerlei von Ansichten auf den Markt gebracht, und die Literaten der Journalistik, welche die Meinung des sog. gebildeten Publikums repräsentieren, glauben uns sagen zu müssen, wie es eigentlich mit unseren wissenschaftlichen Arbeiten stehen solle." (4)

    Obwohl Droysens 'Historik' - wegen ihrer Kürze, ihrer prägnanten Ausdrucksweise und ihrer bei Historikern ungewöhnlichen wissenschaftsphilosophisch-theoretischen Durchdachtheit - Maßstäbe gesetzt hat und in diesem Charakter einer Grundsatzschrift nur von wenigen - wie z. B. von Eduard Meyer - nachgeahmt wurde, ist es doch bei den von ihm beklagten Zuständen geblieben, jedenfalls aber bei ihrem Erscheinen in immer neuem Gewande bis heute. Der tiefere Grund dafür dürfte aber, damals wie heute, zumeist nicht in einer noch unklaren wissenschaftlich-historischen Selbstreflexion liegen, sondern in den oben angesprochenen unterschiedlichen und veränderlichen Ausgangs- und Rahmenbedingungen historischer Untersuchungen und Darstellungen. Sie führen - vor allem über längere Zeiträume betrachtet gut wahrnehmbar - zu unterschiedlichen Wertungen, Interessen, Denkweisen, Sprachformen, Forschungsmotiven und damit auch zu unterschiedlichen Gesamtkonzepten eines historisch-wissenschaftlichen Selbstverständnisses, wobei auch nicht-explizierte, aber wissenschaftlich-handlungstaugliche Ansätzen eines solchen hier mitgemeint sind. Nirgendwo zeigt sich das wohl so gut wie im Vergleich der Biographien und der wissenschaftlichen Produktion einzelner wissenschaftlicher Autoren verschiedener Epochen und Wirkungsräume. Nicht nur individuell-persönliche Unterschiede werden dabei deutlich, sondern auch und vor allem das 'Typische' in Karrieren, Präferenzen, Methoden und ihr enger Zusammenhang mit einer wissenschaftlichen, mit einer allgemeinkulturellen und nicht zuletzt mit einer politischen Umwelt.

    Zur einheitlichen Bezeichnung miteinander zu vergleichender, einer geschichtswissenschaftlichen Tätigkeit vorgelagerten Ausgangspositionen, mögen sie nun einen klaren, umfassenden und geschlossenen Ausdruck gefunden haben wie bei Droysen oder mögen sie eher implizit einem wissenschaftlich-historischen Tun innewohnen und daher einer Explikationen durch andere bedürfen, braucht man einen geeigneten, die wesentlichen Elemente der zu untersuchenden Sache erfassenden Terminus. Als solcher bietet sich das von Droysen für seinen Leitfaden gewählte Wort 'Historik' an, das dort allerdings deutlich auf eine explizite und schlüssige Zusammenfassung in einem engeren Sinne wissenschaftlich verstandener, historiographisch grundlegender Erkenntnisintentionen, Kategorien und Methoden begrenzt ist. Will man jedoch schon über den begrifflichen Ansatz einen Zugang gewinnen auch zu den typischen, i. e. S. nicht-wissenschaftlichen Momenten und Rahmenbedingungen historischen Tuns, so ist eine Erweiterung dieses Begriffs nötig. Seine Bedeutung muß zunächst einmal erweitert werden auf - gerade bei prominenten und erfolgreichen Historikern - in vielem implizit bleibende und manchmal widersprüchlich erscheinende - Komplexe von Grundeinstellungen, welche historische Arbeiten steuern. Ferner empfiehlt es sich, direkt die i. e. S. nicht-wissenschaftlichen Positionen religiöser, moralischer, politisch-ideeller Art und die mit ihnen in der Regel eng verbundenen pragmatischen Interessen und Wertungen systematisch in den Horizont einer erweiterten Begriffsbildung einzubeziehen. Und schließlich sollte ein erweiterter 'Historik'-Begriff in Anwendung auf das Denken eines Historikers stets auch dessen Wahrnehmung fremder Wissenschafts-Konzepte miteinthalten. Um einen Unterschied dieses hier neu eingeführten - d. h. bisher unüblichen - Begriffs 'Historik' zu der konkreten Arbeit Droysens und ihrem besonderen Charakter klar zu machen, wird in diesem Skript zumeist von 'Historik-Konzept' gesprochen, wenn der eben umschriebene erweiterte Begriff gemeint ist. Sachlich - und auch wortgeschichtlich - ist es allerdings m. E. gerechtfertigt, den Terminus 'Historik' nicht für das Droysensche Konzept zu reservieren, sondern im Interesse wissenschaftsgeschichtlich, erkenntniskritisch und wissenschafts-hermeneutisch wichtiger Erkenntnisse zu erweitern und wissenschaftssprachlich zu aktualisieren.

     

    3. Zu Zweck und Anlage eines Vergleichs von Historik-Konzepten verschiedenartiger wissenschaftsgeschichtlicher Epochen und Bereiche des Fachgebiets 'Alte Geschichte'.

    Man könnte meinen, die Themenkomplexe einer 'Alten Geschichte' - jahrhundertelang immer wieder durchdacht und dargestellt - böten heute wegen einer zeitlich fernen Lage und einer sachlichen Abgeklärtheit des Gegenstandes- anders vielleicht als solche der Zeitgeschichte - wenig Anlaß, nach verschiedenartigen, auf sie bezogenen Historik-Konzepten Ausschau zu halten. Eine solche Annahme wäre aber ganz ungerechtfertigt. Vielmehr unterscheiden sich sogar i. e. S. wissenschaftlich formulierte Historik-Konzepte auch für die 'Alte Geschichte' sehr stark, und deshalb ist es an erster Stelle nötig, überhaupt nach Gründen dafür in einem Vergleich systematisch zu fragen

    Für einen solchen Vergleich kommt als eine sinnvolle Möglichkeit, nämlich unter Aspekten der modern-fachgebietlichen Wissenschaftsgeschichte, die ganze Zeitspanne in Betracht, in der von einer 'Alten Geschichte' als Teilgebiet einer 'Allgemeingeschichte' die Rede sein kann, d. h. die Zeit spätestens von J. G. Droysen an bis heute. Dabei sollten die Wirkungsräume der untersuchten Autoren variieren. Die dadurch ermöglichten Erkenntnisse beziehen sich dann sowohl auf recht unterschiedliche Aspekte der Wissenschaftsgeschichte i. e. S. des Fachgebiets 'Alte Geschichte' als auch auf seine Einbindung in die allgemeinkulturellen und in politischen Entwicklungen der jüngeren und der Zeitgeschichte. Diese Vielfalt der Bedingungen althistorischen Arbeitens kennenzulernen, ist ein weiterer Zweck eines Vergleichs.

    Um dieses etwas auszuführen und dabei mit den i. e. S. wissenschaftlichen Momenten einer Veränderung und Varianz im Bereich althistorischer Historik-Konzepte zu beginnen: viele Neuerungen hat die sich fachgebietlich selbständig entwickelnde 'Alte Geschichte' im 19. und 20. Jht. erfahren: so etwa die systematische Fortentwicklung der Epigraphik, zu der T. Mommsen maßgeblich beitrug, die durch die Entdeckungen der Archäologie ermöglichte Ausweitung des fachgebietlichen Horizonts auf den Alten Orient, wie sie exemplarisch etwa im Werk Eduard Meyers hervortritt, oder die Entwicklung einer auf der systematischen Nutzung archäologischer Grabungstätigkeit beruhenden 'Wirtschafts- und Sozialgeschichte', wie sie M. I. Rostevtzeff konzipierte. Solche Neuerungen entfalteten ihre eigene Dynamik und lösten weitere aus: die intensive Fortentwicklung von Quellensammlungen und solchen der Epigraphik - hier kann wiederum T. Mommsen exemplarisch genannt werden -, der Numismatik oder der Papyrologie, die immense Fortentwicklung 'realenyklopädisch-lexikalisch' bearbeiteten Wissens über die Antike - exemplarisch für viele andere läßt sich hier etwa H. Berve nennen - , die intensive Verbindung quellenkritisch-narrativer mit epigraphischen Forschungstraditionen, wie sie etwa im Werk R. Symes hervortritt. Von i. e. S. wissenschaftlicher Bedeutung für das Fachgebiet 'Alte Geschichte' sind auch die gelegentlichen, aber sich dann etablierenden Grenzüberschreitungen einiger seiner dadurch bekannt gewordenen Vertreter : so etwa T. Mommsens zur Römischen Rechtsgeschichte, von der aus er als Jurist zur 'Alten Geschichte' kam; zur Archäologie, wie sie wiederum exemplarisch in der leitenden Tätigkeit T. Mommsens in der Limes-Kommission, aber auch im Lebenslauf M. I. Rostovtzeffs Ausdruck fand; zu den Alt-Orient-Wissenschaften, wie sie bei Eduard Meyer vorliegt; zu verschiedenen modernen 'Sozialwissenschaften', so von der Soziologie bis zur Wirtschaftswissenschaft, wie sie bei M. I. Rostovtzeff zumindest konzipiert ist, dazu noch der Ethnologie oder der Psychoanalyse, wie sie etwa von M. I. Finley vertreten wird.

    Auch der allgemeinkulturelle Hintergrund nimmt deutlich erkenbar Einfluß auf die wissenschaftlichen Profile der ausgewählten Historiker. Es ist dabei nicht nur an jeweils allgemeinüblich-zeitgemäße Lebensgewohnheitem, Denk- und Sprechweisen zu denken, die späteren Zeiten nicht selten unverständlich oder gar unakzeptabel erscheinen. Vielmehr sind es auch philosophische (z. B. hegelianische, kantianische, marxistische, 'pragmatisch'-philosophische) oder wissenschaftliche Konzepte anderer Disziplinen ihrer Zeit, die die Autoren oft, zumindest ansatzweise, mitvertreten. Sie wirken sich auch in ethischen, speziell wissenschaftsethischen Grundüberlegungen aus. Droysens 'Historik' etwa steht der Philosophie J. G. Hegels nahe. In Eduard Meyers 'Anthropologie', dem ersten Teil seiner 'Geschichte der Alten Welt', tritt seine vielfältige Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Nachbardisziplinen seiner Zeit hervor. M. I. Finley steht etwa - zumindest zeitweise - einem wissenschaftsoffen-undogmatischen Marxismus nahe.

    In besonderer Weise bedeutsam für Historik-Konzepte ist das politische Umfeld, in dem die untersuchten Althistoriker wirken, und zwar sowohl dann, wenn sie sich in den Dienst bestimmter politischer Richtungen stellen, als auch dann, wenn sie sich in eher allgemeinen Loyalitätsverhältnissen und Anpassungsnotwendigkeiten befinden. Das politische Umfeld könnte zwar als Teil eines allgemeinkulturellen Hintergrundes abgehandelt werden. Allerdings gibt es doch Besonderheiten, die auch einige besondere Bemerkungen rechtfertigen. Sie hängen einmal zusammen mit der objektiv-wirkungsgeschichtlichen, d. h. ggf. auch kollektiv-unbewußt bleibenden Bedeutung bestimmter Bereiche der 'Alten Geschichte' im Rahmen einer ideellen Legitimation neuzeitlicher politischer Systeme ganz verschiedener Art: Monarchie- und Souveränitätsideen etwa sind wirkungsgeschichtlich auch auf die römische Kaiserzeit zurückführbar, Republik- und Demokratie- Konzepte auf die römisch-republikanische und die griechisch-attische Verfassungsgeschichte, Muster staatsbürgerlicher Verantwortung generell teils auf die Ethik des antiken Christentums, teils auf die Staatsbürgertraditionen der römischen Republik und der attischen Demokratie. Zum andern wird eine gewisse althistorische Fundierung von 'modernen' politischen Systemen auf ganz verschiedene Weise immer wieder auch bewußt angestrebt. Die Republik- und Demokratie-Traditionen der Antike haben bekanntlich für die entstehenden USA oder das revolutionäre Frankreich von 1789 eine gewisse, in der öffentlichen Meinung bewußt hervorgehobene ideelle, und für die neu begründeten Staatsformen fortwirkende Prägewirkung. Auch die Nationalismen der europäischen Länder entwickeln zu ihrer Zeit die für sie jeweils passenden Antiken-Bezüge. Die Klassenkampflehre des Historischen Materialismus sucht und findet scheinbar Bestätigungen in der antiken Geschichte. Deutscher Nationalsozialismus und italienischer Faschismus verankern sich, soweit es geht, auch in althistorisch ermittelten Vorbildern etwa Spartas oder Roms. Aber auch ungeachtet objektiv-wirkungsgeschichtlicher oder bewußt aufgesuchter Fundierung politischer Ideen der jeweiligen Gegenwart in der Antike sind die erörterten Althistoriker Teilnehmer an den politischen Prozessen in ihrem Wirkungskreise. J. G. Droysen steht auf der Seite Preußens. T. Mommsen ist lange Jahre liberaler Abgeordneter im preußischen Landtag und im Deutschen Reichstag. Ed. Meyer engagiert sich national-publizistisch im ersten Weltkrieg. M. I. Rotsovtzeff bekämpft journalistisch die russisch-sowjetischen Bolschewisten . R. Syme steht im zweiten Weltkrieg längere - biographisch unbeleuchtete - Jahre im Dienste seines Vaterlandes. H. Berve tritt in der NS-Zeit zumindest als hochschulpolitische Leitfigur auf die Seite des Regimes. R. Günthers Wissenschaftslaufbahn ist geprägt von seiner Tätigkeit als hochschulpolitischer Parteifunktionär der SED. M. I. Finley arbeitet während des zweiten Weltkriegs und danach intensiv in politischen Komitees und Büros mit und wird in seiner wissenschaftlichen Karriere, die in den USA beginnt, zunächst, in der McCarthy-Ära, nachhaltig beeinträchtigt.

    Zum dritten stellt sich beim Nachdenken über solche Momente historischer Erkenntnis - selbst der 'Alten Geschichte' - auf eine eindrucksvoll konkrete Weise eine für Historiker zentrale Frage, nämlich ob und in welchem Maße sich äußere - vor allem politische - Einflüsse verformend auf geschichtswissenschaftliche Erkenntnis auswirken können. Das hängt, so lautet dann eine generell resumierende Antwort, besonders davon ab, ob solche Momente im wissenschaftlichen Selbtsverständnis als legitime Orientierungen neben oder gar über der Maxime wissenschaftlich autonomer Wahrheitsfindung und Themenbestimmung toleriert werden. Wo die 'Alte Geschichte' als wissenschaftliche Disziplin - ebenso wie andere Teilgebiete der Allgemeingeschichte - politischen Zwecken, Ideologien oder Korrektheitsregeln zu entsprechen hat oder entsprechen will, kommt es auch zu Kompromissen, Verdrängungen oder Überakzentuierungen bei der Erkenntnis oder ihrer Formulierung, die sonst nicht stattfänden, bestenfalls zum Stillschweigen oder zu taktisch abgesichertem oder sklavensprachlichem Reden. 'Politisches 'Engagement' oder 'politische Loyalität' brauchen zwar an sich nicht, können aber beim Wissenschaftler zu Erkenntnisverformungen führen, und zwar dann, wenn die Orientierungen des jeweiligen - hier politischen, dort wissenschaftlichen - Tuns nicht strikt auseinandergehalten werden. Wie wahrscheinlich das ist, hängt ab von politisch-systembedingt hartem oder sanftem administrativem, wirtschaftlichem oder ideologischem Druck hier und Überzeugung, Anpassungsnotwendigkeit oder Karriereinteressen des individuellen Wissenschaftlers dort. All dies und die darin u. U. liegenden bedeutenden Beeinträchtigungen und Demütigungen - für die Geschichtswissenschaft als ganze, wie nicht nur die Wissenschaftsgeschichte der NS-Zeit oder des DDR-Bereichs exemplifizieren können - ist ein für die Legitimation der Disziplin belangvoller Themenkomplex. Auch mit ihm muß sich sich die Disziplin selbst - schon im Hinblick auf ihre sich ständig fortentwickwelnde eigene gegenwärtige Lage - immer wieder einmal befassen. Mit ihm sollte nach meiner Überzeugung vor allem auch der angehende Historiker systematisch vertraut gemacht werden, damit er zwar rechtzeitig eine fehlleitende Wissenschaftsgläubigkeit verliert, nicht aber das Interesse an einer wissenschaftlichen Erkenntis der Geschichte selbst gleich mit.

    An letzter Stelle sei der offenkundigste Zweck eines solchen Vergleichs erwähnt, nämlich in einer Beschäftigung mit mehreren auf ihre jeweilige Weise besonders produktiven Historikern von ihnen allen über alle Aspekte ihrer geschichtswissenschaftlichen Grundeinstellungen und Tätigkeiten etwas Verwendbares lernen zu können. .

     

    4. Zu den Themenkomplexen im einzelnen.

    Den eben genannten Zwecken entsprechend wurden die Autoren ausgewählt, die im Mittelpunkt der Hauptseminar-Arbeit stehen sollten. Ihre Zahl war wegen des zeitlichen Rahmens der Lehrveranstaltung - vierzehn zweistündige Sitzungen - auf maximal acht zu begrenzen. Nach einem Einleitungsabschnitt des Hauptseminars, der sich Fragen der Entwicklung der Geschichtsschreibung als Wissenschaft seit der Antike, ihren erkenntnistheoretischen Voraussetzungen und ferner ausführlich auch dem Wissenschaftskonzept der 'Historik' Droysens und den Traditionen seiner Kriterien widmete, war für alle weiteren Autoren durchschnittlich gerade etwa eine Sitzung vorgesehen. Schon diese Planung ließ sich nicht ganz realisieren.

    In der Auswahl sollte eine wissenschaftliche Generationenfolge seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts repräsentiert sein. Die Autoren sollten möglichst zum Kreise derer gehören, die im deutschsprachigen Bereich der 'Alten Geschichte' auch heute ständig Verwendung finden, d. h. den Bearbeitern aus ihrem Studium im allgemeinen schon bekannt und deshalb einer interessierten und vertieften Bearbeitung zugänglich sein konnten. Aber auch die ausländische Geschichtswissenschaft sollte, soweit in deutschsprachigen Übersetzungen vorliegend, wenigstens ein wenig, vertreten sein. Der i. e. S. wissenschaftliche Entwicklungsfortschritt der Geschichtswissenschaft und zugleich die Verschiedenartigkeit allgemeinkultureller und insbesondere politischer Umgebungen althistorischen Arbeitens sollten so in einem größer angelegten Vergleich faßbar werden.

    Die Auswahl leidet leider an der quantitativ nötigen Reduktion. Schon die Vielfalt althistorisch bemerkenswerter Historik-Konzepte in Deutschland während des zugrundegelegten Zeitraums kann durch sie nur mit sehr niedriger Auflösung wiedergegeben werden. Erst recht gilt das für das europäische und das außereuropäische Ausland, z. B. Italien, Frankreich, Großbritannien oder die USA. Zwar internationalisieren sich schon seit dem vergangenen Jahrhundert Neuerungen der Geschichts- und Sozialwissenissenschaften im allgemeinen schnell, aber immer wieder einmal auch nicht, insbesondere wo es etwa Fremdeinflüssen entgegenstehende dominante einheimische Wissenschaftstradionen gibt. Darüberhinaus pflegen die allgemeinkulturellen ebenso wie die politischen Rahmenbedingungen althistorischen Arbeitens trotz aller Weltbürgerlichkeit der Wissenschaft bis heute allenthalben eben doch markant unterschiedlich zu sein. Dennoch ist es m. E. unmöglich, der ausländischen 'Alten Geschichte' im Rahmen eines Hauptseminars im deutschen Sprachraum ganz gerecht zu werden. Dafür ist einerseits generell eine - sich auch an Staats- bzw. Bildungssystemgrenzen orientierende Schwerpunktbildung in Wissenschaftslandschaften als Ursache anzunehmen. Es spielt aber auch das Sprachproblem eine wichtige Rolle, wie jedermann, der im Lehrbetrieb tätig ist, zugeben wird: allein schon die englische Sprache, deren Charakter als moderner 'lingua franca' auch des wissenschaftlichen Austauschs heute immer wieder einmal offiziell beschworen - besser wohl: herbeigeträumt - wird, ist Studenten und Dozenten des deutschsprachigen Raums - trotz möglicherweise ständigen peripheren Umgangs mit ihr - im allgemeinen nicht so vertraut, daß die sprachlichen Feinheiten der Argumentation, auf deren Verständnis es in wissenschaftlichen Arbeiten besonders ankommt, bei der ausschließlichen Lektüre eines englischsprachigen Textes - z. B. Ronald Symes sprachlich ausgefeilter 'Roman Revolution' - ohne größere Verluste aufgenommen werden könnten. Dies gilt in weit größerem Maße natürlich bei anderen Sprachen. Auch Gesamtdarstellungen, wie etwa die K. Christs oder W. Nippels, weisen - m. E. deshalb - eine nicht allein aus fachlich-sachlichen Gründen zu erklärende Konzentration oder Beschränkung auf den deutschsprachigen Bereich auf.

    In der Erörterterung der einzelnen ausgewählten Autoren im Hauptseminar kamen andrerseits ihre wissenschaftlichen Wurzeln und Beziehungen, generell ihr wissenschaftliches Umfeld, notwendig stets mit zur Sprache. Auch die Entwicklung einer die Antike betreffenden Historiographie - von der Antike bis zur Mitte des 19. Jhts. - wurde in der Einführungsphase des Hauptseminars überblicksartig erörtert. So erfuhren die Schwächen der Auswahl zumindest einen gewissen Ausgleich.

    Die Erörterung der einzelnen Autoren - Johann Gustav Droysen, Theodor Mommsen, Eduard Meyer, Michael Ivanowitsch Rostovtzeff, Ronald Syme, Helmut Berve, Rigobert Günther, Moses Ian Finley - folgte einem prinzipiell gleichbleibenden Aufbau: Einer auführlicheren Besprechung des jeweiligen Lebenslaufs einschließlich der Wissenschaftslaufbahn folgte eine Übersicht über die wissenschaftliche Produktion und dann eine Lektüre und Diskussion der - oder einiger der - in diesem Skript wiedergegebenen Lesetexte. Den Seminarteilnehmern war angeraten, dieses Schema auch auf ihre vertiefte Beschäftigung mit bestimmten Werken der ausgewählten Autoren anzuwenden (siehe: Regeln). Diese Vorgehensweise ermöglicht es, einmal über die Biographie Zugang zu dem wissenschaftlichen, allgemeinkulturellen und politischen Umfeld eines Autors zu gewinnen, ferner sein gesamtes Werk überblicksartig zu betrachten, wenn man eine einzelne Schrift erörtert, und schließlich auch die Feinargumentation eines vom Autor stammenden Textes zumindest exemplarisch kennenzulernen. Die Frage einer Auswahl von 'Exempeln' aus einem größeren Werk kann gewiß wiederum ein Problem sein. Doch wird für sie jeweils in einer kurzen Kommentierung der Lesetexte dieses Skripts eine Begründung gegeben.

    Der Gang der Erörterung versuchte, für die einzelnen Autoren eine Kontur, d. h. Schwerpunkte ihrer Historik-Konzepte zu ermitteln, wie sie etwa in den Titeln der Unterthemen des Hauptseminars - partiell, um eine gewisse Eingrenzung der Bearbeitung durch die Teilnehmer zu ermöglichen - angesprochen sind (siehe: Themen.htm). Es würde den Rahmen dieses Skripts sprengen, die jeweiligen Ergebnisse hier detailliert oder gar monographisch ausgearbeitet wiederzugeben. In der Kurzkommentierung der Lesetexte finden sie sich jedoch im Überblick angesprochen.

    Es ging einer Erörterung dabei auch darum, trotz praktisch nötiger Konzentration auf bestimmte Schwerpunkte keine Einseitigkeiten einer in dieser Weise resumierenden Beurteilung aufkommen zu lassen. Das gilt nicht nur für die Charakterisierung des jeweiligen i. e. S. wissenschaftlichen Profils eines Autors; so wäre z. B. T. Mommsen sicherlich nicht hinreichend charakterisiert worden, wären lediglich seine 'Römische Rechtsgeschichte' und ihr institutionengeschichtlicher Ansatz, den der entsprechende Untertitel als Bearbeitungsthema für die Teilnehmer des Hauptseminars hervorhebt, nicht aber auch Mommsens epigraphische, quelleneditorische und wissenschaftsorganisatorische Leistungen bei der Erörterung berücksichtigt worden.

    Die Maxime nicht-verkürzenden Verständnisses galt vor allem auch für die Beurteilung eines politischen Moments, soweit es als von Einfluß auf die althistorische Tätigkeit erkennbar war. Wie oben erwähnt, läßt sich ein solches zwar bei allen erörterten Historikern aufspüren. Bei einigen Autoren aber, etwa Helmut Berve oder Rigobert Günther, die gerade deshalb auch ausgewählt wurden, hat es einen nach Maßstäben heute verbreiteten Denkens politisch und/oder moralisch unakzeptablen Charakter gehabt. Es war hier ein Gebot genauen Verstehens, die historisch-wissenschaftlichen Erkenntnisstrukturen und Leistungen solcher Autoren von den allgemeinkulturellen und den politischen Momenten, die sich in ihnen jeweils auswirkten, jedenfalls begrifflich getrennt zu halten, und jedem Aspekt für sich gerecht zu werden. Würde man nicht so verfahren, sondern etwa den Aspekt einer politisch-moralischen Verurteilung in der hermeneutischen Analyse sachlich ungerechtfertigt dominant werden lassen, so würde man sich selbst eines Verständnisses dafür berauben, wie sich etwa politische Loyalität oder politisches Engagement hier und wissenschaftliche Argumentation und Leistung dort bei einem hochschulpolitischen Anhänger des NS-Regimes oder einem hochschulpolitischen Funktionär des SED-Staates genau zueinander verhalten, d. h.: wo sie eng miteinander zusammenhängen, aber auch, wo sie miteinander im Konflikt stehen, wie es sowohl bei Berve als auch bei Günther zu beobachten ist. Ferner würde die Verankerung politisch aktiv engagierter Historiker in allgemeinkulturellen Hintergründen bei Überbetonung des politischen Moments in seiner Bedeutung für die Entwicklung des jeweiligen Wissenschaftlers sachlich ungerechtfertigt zurücktreten. Dies gilt ebenfalls für die beiden - insoweit exemplarisch erörterten - Persönlichkeiten. Und schließlich, soweit man aus der Wisenschaftsgeschichte 'Lehren' für die Möglichkeit und Notwendigkeit der Behauptung wissenschaftlicher Autonomie und Wahrheitsorientierung ziehen kann und will, würde man sich doch zu sehr auf Phänomene eines 'Totalitarismus' und ihre geistigen Hegemonialstrukturen beschränken und einige m. E. vorhandene und bedenkenerregende Ansätze einer Indienstnahme der Wissenschaft auch in politisch und geistig 'freieren' Gesellschaften übersehen.

     

    5. Zu den Arbeiten der Seminarteilnehmer.

    Dem kleinen Kreis der Teilnehmer an der Lehrveranstaltung war es freigestellt, je nach ihrer anderweitigen Arbeitsbelastung entweder eine schriftliche Hauptseminararbeit mit vorgeschaltetem Arbeitsbericht oder nur eine Übungsarbeit zu absolvieren oder sich an den Erörterungen nur als Hörer und Diskutanten zu beteiligen. Soweit schriftliche Arbeiten vorgelegt und später für eine WWW-Publikation bereitgestellt wurden, sind sie, wie oben erwähnt, im FORUM dieses Skripts zusammengestellt. Für eine schriftliche Bearbeitung wurden aus dem Themenkatalog ausgewählt: Ed. Meyer (1 x), M. I. Rotsovtzeff (1 x), R. Syme (1 x), H. Berve (1 x) und R. Günther (2 x). Die Arbeiten wurden von mir im Verlaufe der Lehrveranstaltung sorgfältig korrigiert und eingehend besprochen, sind hier jedoch im wesentlichen in der Form wiedergegeben, die sie vor einer Korrektur hatten; eine spätere Bearbeitung durch Teilnehmer ist mit einer Ausnahme nur gelegentlich oder partiell erfolgt. Ich hielt es aber nicht für sinnvoll, sie für eine Publikation von mir aus zu optimieren. Vielmehr sollen sie in vollem Umfang ihren Charakter als selbstverantwortete Teilnehmer- und Studienarbeiten behalten. Ich gehe davon aus, daß das sowohl für die Autoren selbst als auch für sonstige Leser dieses Skripts am besten und interessantesten ist, zumal die Möglichkeit einer Weiterbearbeitung durch die Teilnehmer besteht, wenn sie es wünschen. Es handelt sich dabei um ein, wenn man so will, 'WWW-didaktisches' Konzept.

    Es ist insoweit auch nicht nötig, an dieser Stelle den Arbeiten Korrekturnotizen oder weiterführende Kommentare hinzuzufügen - außer der nochmals zu unterstreichenden allgemeinen Bemerkung, daß der Leser sie ggf. sorgfältig und kritisch auch auf Mängel und Fehler hin selbst überprüfen muß. Vielmehr sei hier nur - unter Absehen von Fehlerbemerkungen und -bewertungen aller Art - kurz auf einige inhaltlich interessante Probleme und Leistungen hingewiesen, wie sie in einigen Arbeiten exemplarisch hervortreten:

    Hausarbeit Martin Klitschers über Eduard Meyer: Die inhaltliche Auseinandersetzung macht ein überwiegendes Interesse des Verfassers an der Biographie Meyers und an seinem politischen Engagement in und nach dem Ersten Weltkriege deutlich. Sie geht mit der Konzentration darauf aber auch an der eigentlich gestellten Aufgabe m. E. erheblich vorbei. Die Fragestellung der Aufgabe, die eine Klärung des Konzepts einer 'Universalgeschichte' bei Meyer erfordert, wird im wesentlichen nicht beantwortet. Am deutlichsten wird das in dem Übersehen der Kulturkreis-Kategorie in ihrer Bedeutung für die Historik-Konzeption Meyers. Der Verfasser ist gewissermaßen darauf festgelegt, eine national-staatliche und nationalistische Orientierung Meyers als primär bestimmend für sein wissenschaftliches Tun anzusehen. Das führt auch zu Fehleinschätzungen, was den wissenschaftlichen Ruf und die wissenschaftliche Bedeutung, ja sogar was die über die Wissenschaftsperson Meyer zur Verfügung stehende Sekundärliteratur betrifft.

    Hausarbeit Stefan Grobs über Ronald Syme: Es handelt sich um eine in allen themenrelevanten Aspekten ausgearbeitete und intensiv um ein Verständnis dieses Autors bemühte Darstellung. Bemerkensswert ist u. a. auch eine Vertiefung in das Thema 'Narrativität', unter Beiziehung der interessanten - wenn auch für historische Darstellungsfragen m. E. nicht völlig zureichenden - Theorie Whites von den Erzählungstypen. Der Verfasser nimmt deutlich Anteil an einer Debatte über 'Postmodernismus'. Ferner kritisiert Grob Syme auch - m. E. letztlich nicht gerechtfertigt - im Hinblick auf unterlassene unterschichten- und frauengeschichtliche Fragestellungen.

    Hausarbeit Klemens Brosigs über Helmut Berve: Diese Arbeit ist ebenfalls von einem intensiven Bemühen um das allseitige Verständnis der zu untersuchenden Persönlichkeit motiviert. Allerdings macht dem Verfasser das oben erwähnte Problem, politische Beurteilung und genaues Verständnis der allgemeinkulturellen Prägungen und wissenschaftlichen Leistungen begrifflich auseinanderzuhalten, doch erkennbar Schwierigkeiten und führt gelegentlich auch zu einer Fehlinterpretationen Bervescher Gedankengänge in den zu untersuchenden Texten.

    Hausarbeit Roman Langes über Rigobert Günther: Die biographischen und wissenschaftsgeschichtlichen Darstellungen beruhen teilweise auf eigenen Recherchen und sind in ihrer Ausführlichkeit informativ. Die Darlegungen zu den ausgewählten Aspekten einer DDR-marxistischen Historik-Konzeption im Lehrbuch von R. Günther und H. Dieter zur 'Römischen Geschiche' haben dagegen deutlich mit der Schwierigkeit zu kämpfen, die vielfältigen begrifflichen Bewegungen im Rahmen marxistisch-theoretisch motivierter und amtlich-ideologisch vorgegeber Leitideen althistorischen Arbeitens im DDR-Bereich exakt nachzuvollziehen, und werden ihnen daher sachlich auch nicht immer ausreichend gerecht.

    Daran zeigt sich einmal, daß einige der bearbeiteten Themen - neben verschiedenen Anreizen, die die enge Verbindung der zu untersuchenden Wissenschafts-Konzepte mit politisch-ideologischen Tendenzen ihrer Zeit bietet, zumeist gerade aus diesem Grunde nicht geringe Schwierigkeiten einer Bearbeitung machen. Gerade für sie war, wie ich meine, der bereitgestellte Rahmen eines auch politisch relativierenden Vergleichs stark divergenter Historik-Konzepte für eine wissenschaftshermeneutische Bearbeitung prinzipiell besonders sinnvoll. Zum anderen zeigt sich in den Arbeiten eine Schwierigkeit des Stoffes insoweit, als im Rahmen der Reflexion über den Lesestoff - längere, manchmal sehr lange Texte - ein Zusammenhang mit dem Gesamtwerk des jeweiligen Autors und seine grundlegende Kategorien und Orientierungen einigermaßen gründlich zu ermitteln und genau zu formulieren waren - eine durchaus schwierige Aufgabe, die ohne einen gewissen Zeiteinsatz und ohne die Zuhilfemahme kommentierender Sekundärliteratur - die ihrerseits abgewogen sein will - nicht zu schaffen ist. Und schließlichlassen alle Arbeiten ein grundsätzliches Interesse der Bearbeiter daran erkennen, in einer Auseinandersetzung mit der von ihnen jeweils nach Eigeninteresse ausgewählten und mit zumeist anerkennenswerter Mühe erörtereten Historik-Konzeption ein wenig auch zu ihrer eigenen Position zu finden.

     

    ANMERKUNGEN

    * Die in diesem Skript wiedergegebenen Lesetexte sind sämtlich durch Konversion aus scanner-kopierten Vorlagen gewonnen worden. Bei einer Konversion im OCR-Verfahren wird eine nachträgliche Korrektur des gewonnenen Textes erforderlich, der zunächst viele, auch empfindliche, Fehler zu enthalten pflegt Es liegt auf der Hand, daß eine solche Korrekturarbeit mühsam und zeitaufwendig ist, weil sie in mehreren Arbeitsgängen manchmal längere Texte sorgfätig auf Entstellungen aller Art durchgehen muß. Der Hg. hat sich zwar dieser Mühe unterzogen; dennoch bleiben erfahrungsgemäß einige, manchmal auch sinnentstellende, Schreibfehler übrig. Auf deren Möglichkeit ist der Leser daher ausdrücklich hinzuweisen. Für Fehlermeldungen in gravierenden Fällen wäre der Hg. dankbar (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de).

    1 Zu Immanuel Kant siehe: ders., Kritik der reinen Vernunft, E. Cassierer (Hg.), Kant, Werke, Berlin 1912 ff., Bd. I.

    2 Richerd J. Evans, Fakten und Fiktionen. Über die Grundlagen historischer Erkenntnis, dt. Übersetzung von U. Speck, Frankfurt, New York 1997. - Zu Edmund Husserl siehe seine grundlegenden Werke: 'Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie' (1913) und : 'Formale und transzendentale Logik' (1929). - Zu Niklas Luhmann siehe etwa: ders., die Gesellschaft der Gesellschaft, 2 Teilbände, Suhrkamp-Verlag Frankfurt M. 1997. - Zu einem aus den Naturwissenschaften hervorgehenden theoretischen 'Konstruktivismus': W. Stegmüller, Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie, Bd. III, Stuttgart 1986 5 , Kap. III, S. 280 ff. (Auseinandersetzung mit T. S Kuhn). - Zu Jacques Derrida siehe etwa: ders. Grammatologie, ins Deutsche übersetzt von H. J. Rheinberger und H. Zischler, (1967), Frankfirt M. 1974.

    3 Das Gorgias-Zitat ist nur als Fragment überliefert: H. Diels, Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. v, H, Kranz, Berlin 1959, 2. Bd., Nr. 87, S. 279 (Sextus u. w. ). Zu Gorgias: Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie, mit Quellentexten, Bd. 1: Altrtum, hg. von H. Schnädelbach und A. Zhyen, mitbearbeitet von M. Forschner, Hamburg 1990, S. 50 ff. (Sophisten).

    4 Johann Gustav Droysen, Historik. Rekonstruktion der ersten vollständigen Fassung der Vorlesungen (1857), Grundriß der Historik in der ersten handschriftlichen (1857/1858) und in der letzten gedruckten Fassung.Textausgabe von Peter Leyh, Stuttgart 1977, S. 3 f.

     Christian Gizewski, Febr. 2000.


     

    HS Gizewski WS 1998/99

    Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)