Kap. 9: Zur Traditions- und Rezeptionsgeschichte antiken Wissens und Meinens über Länder, Völker und Sprachen.

INHALT

1. Zur Bedeutung der nachantiken Tradition und Rezeption antiker Vorstellungen über Länder, Völker und Sprachen.

2. Die Nachwirkung antiker Astronomie, Geographie und Ethnographie.

3. Die Nachwirkung antiker Völkerbilder und die ideelle Wirkung der Neuentdecktung alter Völker.

a) 'Maßstabsetzende' Völker und 'Völker im Schatten': traditionsbestimmende und abgeschnittene Überlieferungen aus der Antike.

b) Hauptlinien der Traditionssgeschichte antiker Völkerbilder in Mittelalter und Neuzeit.

c) Neue Formen der Anknüfung des politisch-kulturellen Selbstverständnisses neuzeitlicher Völker an der neuentdeckten Geschichte antiker Völker.

d) Gründe für die Problematik einiger theoretischer Ansätze zur historischen Bestimmung und Erklärung des 'Wesens' heutiger Völker.

4. Literatur.

1. Zur Bedeutung der nachantiken Tradition und Rezeption antiker Vorstellungen über Länder, Völker und Sprachen.

Die folgenden Ausführungen haben den Zweck, die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Wurzeln und Äußerungsformen unseres heutigen Interesses an der antiken, auf Länder, Völker und Sprachen bezogenen Gedanken- und Vorstellungswelt zu richten. Sie können angesichts der vielen Seiten des berührten Themas nur sehr knapp ausfallen und sich nur auf einige exemplarische Erläuterungen beschränken. Es sei im übrigen auf die u. a. weiterführende Literatur verwiesen.

Unser heutiges Interesse steht am - gegenwärtigen - Ende verschiedenartiger antiker und nachantiker Überlieferungs- und Selektionsprozesse und seit dem Mittelalter immer wieder stattfindender ideeller Neuanknüpfungen an die antike Geisteswelt (Rezeptionen), in denen antike Vorstellungen von der bewohnten Erde und ihren Völkern als Momente der jeweils zeitgemäßen wissenschaftlichen und philosophischen Bildung, aber auch religiösen Orientierung oder politischen Überzeugung eine oftmals zentrale Bedeutung erhielten.

Das gilt zum einen für den Bereich des Wissens und der Bildung im engeren Sinne. Hier hat, im christlichen ebenso im islamischen Mittelalter ein intensives, wenn auch religiös nicht vorbehaltloses Anknüpfen an die zuerst von der griechischen Philosophie und Wissenschaft entwickelten, später weithin zum Allgemeingut der gebildeten griechisch-römischen Welt gewordenen geographisch-astronomischen und völkerbezogenen Informationen und Denkmodelle stattgefunden. Dieses Wissen und diese Modelle sind im weiteren Verlauf der nachantiken Wissens- und Ideenentwicklung ausgebaut, differenziert und in der Neuzeit schließlich auch in einigen grundsätzlichen Aspekten revidiert worden.

In anderer Hinsicht hatte die antike Vorstellungswelt für die religiösen Orientierungen späterer Epochen Bedeutung. Das gilt in besonderer Weise etwa für die biblischen Sichtweisen des Kosmos, der Erde und der Völkerwelt, die bereits in der Antike zu jenen Formen völkstümlichen, religiös verankerten, traditionalistischen Denkens gehörten, die nicht nur im Volke Israel und im Judentum, sondern - sieht man von den spezifisch jüdischen und später christlichen Vorstellungen über die Stellung des Volkes Israel ab - auch bei Griechen und Römern beheimatet waren. Neben den philosophisch-wissenschaftlichen Formen kosmologischen, geographischen und ethnographischen Denkens führten sie in der Antike ein selbstbewußtes, ideel unangefochtenes Eigenleben. Im islamischen ebenso wie im christlichen Mittelalter verdrängten sie sogar im öffentlich-rechtgläubigen Denken und Reden das antike Wissens- und Bildungsgut , das jedoch hier wie dort in gebildeten, wenn auch minoritären 'intellektuellen' Gegenmilieus überdauerte. Selbst die schon im Hochmittelalter beginnende Renaissance der ptolemäischen Vorstellungen, auf die letztlich die Entdeckungen des 15. und 16. Jahrhunderts zurückgehen, überdauerten sie. Und auch die Revision der Erdkarte des Ptolemäus selbst durch diese geographischen Expeditionen und später die für die religiöse Weltsicht noch folgenreichere Revision des antik-wissenschaftlichen geozentrischen Weltbildes durch durch die Fortentwicklung der Physik und Astronomie vermochte sie nicht etwa zu beseitigen, auch wenn ihre in ihrem traditionellen, religiös verankerten Denkansatz begründet Beharrlichkeit auch im Laufe einer neuzeitlich-säkularen Geistesentwicklung abnahm.

Drittens haben antike Erdvorstellungen, Völkerbilder und völkerbezogene Kategorien, Theorien und Modelle in der nachantiken politischen Ideenwelt erhebliche Spuren hinterlassen. Da ist zunächst das 'ökumenisch' ausgerichtete römische Reichs- und Volksverständnis in seiner christlich-spätantiken Form, das teilweise in die verschiedenen Formen der Reichs- und Völkerkonzepte früh- und hochmittelalterlicher Reichsbildungen in Europa überging. Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Christentums und seiner biblischen Grundlagen gingen vor allem deren alt- und neutestamentliche Perspektiven auf das Volk Israel bzw. die Juden und die sie umgebende Völkerwelt fest in das nachantike christliche Bewußtsein ein. Ferner bestimmte das nachantike politische Bewußtsein die im Mittelalter aus der griechisch-römischen Antike überlieferte griechisch- und lateinschsprachige Literatur mit ihren Perspektiven vor allem auf auf Griechen und Römer, aber auch auf die mit ihnen konkurrierenden, im Laufe der Zeit zumeist griechischen oder römischen Reichsbildungen untergeordneten, manchmal aber auch von ihr frei bleibenden Völker.

Mit der humanistischen Neuentdeckung und Neubearbeitung antiker Literatur verstärkte sich die Tendenz, an die literarisch übermittelten Völkerbilder der Antike im Rahmen neuentstehender nationaler Selbttbilder in Europa anzuknüpfen, und diese ideelle Bewegung reichte über die Entstehung europäischer Nationalstaaten in der frühen Neuzeit bis in die Epoche national dominierter Imperien einerseits und Unabhängigkeitsbewegungen andererseits im 19. und 20. Jht.

Dort, wo eine literarische Überlieferung griechischer oder lateinischer Sprache für diesen Zweck nicht taugte, wurde auch an die seit Ende des 18. Jhts. archäologisch neuerschlossene Schrift- und Literaturüberlieferung des alten Orients - und anderer Weltregionen - oder an entsprechend interpretierbare Ergebnisse der archäologischen Bodenforschung oder auch der vergleichenden Sprachgeschichtsforschung angeknüpft.

Generell und oft auch im einzelnen ist der wirkungsgeschichtliche Einfluß der antiken Vorstellungs- und Wissenswelt auf diesem Gebiet in nachantiker Zeit bis heute erheblich, ja grundlegend. Das sei in einzelnen Aspekten und an einigen Beispielen verdeutlicht.

Übung 9

AUFGABEN

a) In welchem Umfang bauen Ihres Erachtens die im unten folgenden Kartenbild wiedergegebenen Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jhts. auf antiken Vorkenntnissen oder theoretischen Annahmen auf?

b) In welcher Weise und zu welchem Zwecke knüpfen die beiden weiter unten wiedergegebenen Beispiele der Historienmalerei des 19. Jhts. an historischen Ereignissen, Völkerbildern und Kulturtheorien an, die aus der Antike überliefert sind?

Die Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts.

Kartenbild entnommen aus: Großer Atlas zur Weltgeschichte, hg. von H. E. Stier u. a., München 1990, (Neuauflage: Braunschweig 1997), S. 101.

Karl Friedrich Schinkel, Entwurf zu einem Denkmal für Hermann den Cherusker (1814/15) und Lionel-Noel Royer, Vercingétorix jette ses armes aux pieds de César (1899).

Abb. entnommen aus: Flacke, Monika, und Rother, Rainer (Hg.), Mythen der Nationen. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (März - Juni 1998), 2 Bde., Berlin 1998; S. 104 und 131.


2. Die Nachwirkung antiker Astronomie, Geographie und Ethnographie.

a) Geographie und Astronomie.

Die im Alten Orient (Ägypten, Mesopotamine, Israel) ebenso wie im antiken Mittelmeerraum seit Beginn der dortigen Schriftkulturen nachweisbaren ähnlich strukturierten kosmologisch-geographischen Vorstellungen, nämlich über eine Erdscheibe unterhalb eines Himmelsfirmaments und oberhalb einer Unterwelt, über die jeweils naheliegende Erdregion als das Zentrum der von einer relativ überschaubaren Zahl (z. B. den biblischen 70) miteinander entfernt stammesverwandter Völker bewohnten Erde, über die Ränder der Erde und einen erdumspannenden Ozean, über die Erschaffung der Welt und Ablauf und Dauer ihrer bisherigen und zukünftigen Entwicklung werden trotz der antiken, philosophisch-wissenschaftlichen Revisionen an diesem Welt- und Erdbild in der Antike weitertradiert und treten in deren Literatur vielfach hervor. Die in nachantiker Zeit am beharrlicheten beibehaltene Form dieser Überlieferung liegt in den biblischen kosmologischen Vorstellungen des Alten und des Neuen Testaments vor. Aber es sollte nicht vergessen werden, das etwa auch die babylonischen oder ägyptischen Ursprungsformen der späteren Astrologie, die bis heute ihre subreligiöse Bedeutung behalten hat, eine sphärische Gestalt der Erde nicht voraussetzten.

Jedoch ebenso wie in den griechisch und römisch dominierten Epochen der Antike hat es in nachantker Zeit ein zu archaischen Formen der Weltbilder paralleles philosophisch-wissenschaftliches Interesse an Astronomie und Geographie gegeben. Die Rezeption der ptolemäischen Schriften im islamisch-arabischen Einflußbereich mit seiner strikt koranisch-archaischen Sicht auf die Welt, die manastisch-christlich-okzidentale, lateinischsprachige Tradierung der ptolemäischen 'Geographike Hyphegesis' und die Rückübertragung des 'Almagest' - wie der philosophischen und naturwissenschaftlichen Schriften des Aristoteles - aus dem Arabischen in die abendländisch-christliche Bildungswelt der hochmittelalterlichen, scholastischen Theologie und Philosophie machen deutlich, daß dieses Interesse sich in einer jeweils grundsätzlich religös-dogmatisch bestimmten Geisteswelt zu behaupten wußte. Im christlichen Okzident legte diese Strömung des Geisteslebens jedoch auch die Grundlage für eine grundsätzliche Ternnung der Philosophie von der Theologie und damit für die später, seit der Renaissance, machtvoll eintretende Eigentdynamik in der Entwicklung der theologieunabhängigen Geistes- und Naturwissenschaften innerhalb und außerhalb des aus der Antike üvbermittelten Kanons der 'artes liberales'.

Im 15./16. Jht. n. Chr. waren die Kenntnisse über das antik-wissenschaftliche, von Aristoteles und Ptolemäus gleichermaßen vertretene kosmologische Modell, das von einer kugelförmigen Erde in der Mitte des Alls ausgeht, im christlichen Europa so weit verbreitet, daß praktische Konsequenzen aus der theoretisch einleichtend begründeten Kugelgestalt der Erde mit erheblichem Kapitaleinsatz und politisch-staatlicher Unterstützung gezogen zu werden begannen. Die ersten Entdeckungsexpeditionen zur See in dieser Zeit dienten der praktischen Beantwortung von Fragen, die sich aus der theoretisch überzeugend erschlossenen sphärischen Gestalt der Erde und der Annahme der bekannten bewohnten Welt auf einer Hälfte der Nordhalbkugel ergaben. Kolumbus ging 1492 der Frage nach, welcher Gestalt die im Osten Indiens, Tabrobanes und der 'Sinai' liegende, nach Ptolemäus unbekannte Erdoberfläche auf der anderen Seite der nördlichen Erdkugel habe. Vasco da Gama prüfte 1492/93 mit seiner Afrika-Umfahrung nach Indien hin die in der Antike stets offen gebliebene Frage, welche Kontur der südliche Teil Afrikas habe und ob er evtl. Teil einer auf der Südhalbkugel der Erde vermuteten, zusammenhängenden 'terra australis' sei. Magellan klärte mit seiner West-Ost-Umseglung der Erde zwischen 1519 und 1522 die Frage, ob Südamerika und Südostasien Teile einer zusammenhängenden 'terra australis' seien. Schon die Erkenntnisse dieser drei Expeditionsreisen ließen - nunmehr auch praktisch unwiderleglich - erkennen, daß es große und weit auseinanderliegende Teil der Erde gebe, deren Besiedlung mit Menschen weder nach den biblischen Zeit-, Raum- und Abstammungsvorstellungen zu erklären war noch in irgendeiner anderen antiken literarischen Quelle jemals Erwähnung gefunden hatte.Was ein biblisch basiertes Weltbild betrifft, so war außerdem die Annahme einer Scheibenstruktur der Erde mit einem darüber liegenden Firmament und einer darunterliegenden unteren Welt wissenschaftlich völlig denkunmöglich geworden. Schon in der Antike hatte diese Erkenntnis, wie etwa bei Plinius d. Ä., in religiöser Hinsicht zu pantheistischen und apersonalen - also der christlichen Auffassung kontrören - Gottesauffassungen geführt. D. h. die bis dahin fast autoritative biblische, aber auch die gelehrte, fast ebenso angesehene Überlieferung auf diesem Gebiet aus der Antike erhielt von da an einen anderen Charakter. Sie galt zwar partiell und bedingt weiter, aber sie hatte sich nun unbezweifelbar als in wissenschaftlicher Hinsicht grundsätzlich revisibel und revisionsbedürftig erwiesen. Und auch in religiöser Hinsicht mußten diese Erkenntnisse im allgemeinen Denken längerfristige Konsequenzen haben.

Zu den in dieser Zeit ebenfalls revidierten Momenten des ptolemäischen Weltbildes gehörte die Auffassung von der Geozentrizität des Kosmos. Diese Auffassung war trotz einiger Zweifel in der Antike und auch lange Zeit nachher wegen des 'Parallalaxen-Meßproblems', d. h. wegen der praktischen Unmöglichkeit, mit den vorhandenen ungenauen Meßmethoden bei einer Positionsveränderung auf der Erdoberfläche äußerst kleine Winkelveränderungen in den Fixstern-Konstellationen nachzuweisen, wissenschaftlich unvertretbar geblieben. Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) gelang jedoch im Zeitalter der großen Entdeckungsreisen, wenn auch ohne Zusammenhang mit deren Ergebnissen, der theoretische Nachweis, daß sich die bis dahin bei Annahme einer Geozentrizizät nur äußerst kompliziert darstellbaren Planetenbahnen viel einfacher erklären und vorherbestimmen ließen, wenn man - vom Mond abgesehen - eine Umlaufbahn nicht um die Erde, sondern um die Sonne annahm und die Erde den so neudefiniertzen Planeten zurechnete. Die verfeinerten Methoden der Himmelsbeobachtung durch Fernrohre führten sodann seit dem Astronomen Johannes Kepler (1571 - 1630), der erstmalig ein Himmelsfernrohr konstruierte, zu einer genaueren Messung der Planetenbahnen und Fixsternkonstellationen, die die zunächst noch stark umstrittene kopernikanische Theorie untermauerten und verfeinerten. Und schließlich gab Isaac Newtons (1643 - 1727) Gravitationstheorie eine theoretisch-phyikalische Erklärung für die beobachtbaren Bahnbewegungen der Gestirne - ob Planeten oder Fixsterne. Damit trat an die Stelle des 'geozentrischen' Modells endgültig ein 'heliozentrisches', ja sogar ein weit über das Sonnensystem hinausgreifendes Modell vom All, in dem die Vorstellung von einer kosmisch zentralen Bedeutung der Erde und der auf ihr lebenden Menschheit keinerlei wissenschaftliche Grundlage mehr hatte. Noch mehr als die früheren Revisionen der aus der Antike übermittelten Weltbilder mußte dies langfristige Konsequenzen im allgemeinen religiösen Denken haben, in dem Gott nunmejr, wenn überhaupt, dann nur als wissenschaftlicher Erkenntnis unzugänglich und außerweltlich zu denken war. Die Bedeutung dieses Paradigmenwechsels im kosnmologisch-religiösen Denken, bei dem es in der christlich-europäischen Ideenwelt seither geblieben ist, kann man gar nicht überschätzen.

b) Ethnographie / Kulturtheorien / Völkerbilder / Völkertypologien.

Die literarische Überlieferung aus der Antike, die als griechisch- und lateinischsprachige, im Falle der Bibel auch als hebräisch- oder aramäischsprachige auf uns gekommen ist, hat das mittelalterliche und neuzeitliche Bild von den Völkern des vorderorientalisch-mediterranen Altertums maßgeblich gepägt. Das gilt einmal für die konkreten Vorstellungen von Geschichte, Alltags- und Geisteskultur bersimmter Völker, soweit sie in der Textüberlieferung Niederschlag fand, aber in starkem Maße auch für verallgemeinernde Denkweisen, Typologien und Kategorien, die die ganze Völkerwelt und das Verhältnis der Völker zueinander betreffen.

Was die zumeist griechischer Wissenschaft und Philosophie entsammenden Theorien, Modelle, Typologien und Begriffe über die Völkerwelt betrifft, so findet sich von deren überlieferten antiken Formen vieles im Denken späterer Epochen - bis heute - wieder. Stichwortartig und beispielshalber seien die folgenden wirkungsgeschichtlichen Aspekte angesprochen.

Bis heute wirken nach der griechische und der daraus hervorgehende römische Barbarenbegriff (vgl. Kap. 7) und die diesen konträren Konzepte ziviler, urbaner Kulturvölker und ökumenisch agierender und einflußreicher, friedens- und rechtssichernder Herrschaftsvölker.

Die bei etwa Platon und Aristoteles formulierte antike 'Kulturstufentheorie' (vgl. Kap. 3) wirkt in der heutigen kulturantropologiischen und ethnologischen Begriffsbildung, etwa in der Unterscheidung zwischen Hoch- und Primitiv-Kulturen nach.

Wegen ihres auf Umweltfaktoren abstellenden Erklärungsansatzes hat die u. a. bei Aristoteles in Erscheinung tretende antike 'Klimattheorie' (vgl. Kap. 3) einen wichtigen Einfluß auf die Herausbildung neuzeitlicher 'Rassetheorien' und heutiger evolutionsgeschichtlich-anthropologischer Erklärungsmuster gehabt.

Die etwa bei Herodot (vgl. Kap. 4) und Strabon (vgl. Kap. 5) hervortretende, im Verlaufe der griechisch-römischen Antike immer wieder einmal aktualisierte grundsätzliche Unterscheidung zwischen der welthistorischen und geisteskulturellen Bedeutung Europas hier und Asiens dort hat in der nachantiken europäischen Geschichte bis in die jüngste Geschichte hinein - teilweise erhebliche, auch politisch-ideologische - Bedeutung gehabt.

Erhebliche ideelle Nachwirkungen bis heute entfaltete auch die - etwa bei Plinius (vgl. Kap. 3) hervortretende - antike Denkweise in 'Völkercharakteren' oder die in 'Völksgeistern' (gedacht als 'Genien', d. h. als determinierende innere Anlagen) oder gar 'Volkspersonifikation' (bildlich repräsentiert in Allegorien und Symbolen, real repräsentiert etwa in Führer- und Heilandsgestalten).

Nicht geringe wirkungsgeschichtliche Bedeutung hat schließlich - bis heute - die aus dem jüdischen und christlichen Denken kommende Vorstellung von einem auserwählten und geheiligten Volke (vgl. Kap. 6) gehabt.

3. Die Nachwirkung antiker Völkerbilder und die ideelle Wirkung der Neuentdecktung alter Völker.

a) 'Maßstabsetzende' Völker und 'Völker im Schatten': traditionsbestimmende und abgeschnittene Überlieferungen aus der Antike.

Die vielfältige nachantike Fortwirkung des Bildes von bestimmten antiken Völkern - wie z. B. den Griechen, den Römern, dem Juden, den Karthagern, den Kelten oder den Germanen - ist zunächst einmal geprägt von der politisch-historischen Entwicklung der Altertumskulturen selbst, die in den Epochen des Hellenismus und später der römisch-imperiallen Vorherrschaft die Aufmerksamkeit auf prominmente griechische Stadtstaaten wie Athen und Völkerschaften wie Spartaner und Makedonier sowie vor allem auf die Römer fokussierte und der eigenen kulturellen Überlieferung anderer Völker - sieht man von dem christlich-religiös bedingten Sonderfall des Volkes Israel bzw. der Juden ab - politische, sprachliche und kulturelle Überlieferungshemmnisse entgegensetzte. Das führte zu einer Überlieferungsselektion, die sich in nachantiken Epochen naturgemäß verfestigte. Um das ganze Ausmaß dieser Überlieferungsselektion anzudeuten, der erst im Rahmen der archäologischen Wiederentdeckungen der letzten beiden Jahrhunderte für den Bereich des Nahen Ostens und den der 'Barbarenvölker' der Antike eine korrigierende und in großem Umfang wissenserweiterende ideelle Entwicklung in der Beschäftigung mit dem Altertum entgegentrat, seien die wichtigsten politisch-kulturellen Verdrängungsprozesse der Altertumsgeschichte im vorderorientalisch-mediterranen Raum stichwortartig angedeutet. Es handelt sich dabei zum Beispiel um:

  1. die Überlagerung der sumerischen durch die nordostsemitischen Volksstraditionen (in den Reiche von Akkad, Babylon und Assur);
  2. die Verdrängung altmediterraner Volks- und Kulturtraditionen - z. B. der minoischen Kreter und anderer altägäisch-altkleinasiatischer Völker, altitalischer, altligurischer, altsardischer und altiberischer Völker oder der Kanaanäer - im Rahmen verschiedenartiger indogermanischer und semitischer Wanderungsbewegungen des 2. Jahrtausends v. Chr.;
  3. das partielle Aufgehen der hethitischen in der phrygischen, der phrygischen in der lydischen Reichsbildung;
  4. das Aufgehen der Reiche Mitanni und Elam, einiger aramäischer Herrschaften und des israelitischen Nordreichs im assyrischen und im babylonischen Herrschaftsbereich;
  5. die im Ansatz polyethnische Integration des Vorderen Orients unter der Vorherrschaft des achämenidischen Perserreichs;
  6. die Fortsetzung polyethnischer Integration des Nahen Ostens unter hellenistischer Herrschaft;
  7. die Verdrängung italischer, etruskischer, keltischer und karthagischer Volks- und Kulturtraditionen durch die römische Herrschaft;
  8. die partielle Verdrängung der politisch-kulturellen Dominanz der Griechen und des Hellenismus durch die Römer;
  9. die Unterwerfung und provinziale Eingliederung barbarischer Völker in Europa und die Fortsetzung polyethnischer Integration des Nahen Ostens unter römischer Herrschaft;
  10. die Verdrängung 'heidnisch'-ethnischer Kultur- und Religionstraditionen durch das antike Christentum.

Die mit ihrer eigenen kulturellen Überlieferung und Sprache oftmals zwar nicht sofort historisch verschwundenen, aber vielfach doch längerfristig aus der historischen Bedeutsamkeit verdrängten und damit von späterer literarischer Überlieferung weitgehend ausgeschlossenen Völker kann man mit einem von Friedrich Kienitz geprägten Wort als 'Völker im Schatten' der Überlieferung aus der Antike bezeichnen. Die Zusammenstellung zeigt, daß es insgesamt sehr viele sind, die teilweise schon in der Antike, spätestens aber in nachantiker Zeit einem mehr oder weniger großen Vergessen anheimfielen, soweit sie nicht - als Gegenspieler der Griechen und Römer - in deren Literatur Erwähnung gefunden hatten oder - wie die Juden - aus religiösen Gründen mit einem wichtigen Teil ihrer Schriftüberlieferung auch in nachantiker Zeit präsent blieben.

b) Hauptlinien der Traditionssgeschichte antiker Völkerbilder in Mittelalter und Neuzeit.

In nachantiker Zeit kamen als zusätzliche selektive Momente für eine Überlieferung auch fehlende Sprachkenntnisse - etwa des Griechischen und des Hebräischen im Okzident - und christlich- oder islamisch-rechtgläubige Sperrmomente - im Westen wie im Osten des vorderorientalisch-mediterranen Raums - hinzu. Erst heute ist augrund der Entdeckungen der Archäologie und der an sie anküpfenden Fortentwicklung der spezialisierten Altertumswissenschaften - einschließlich der 'frühgeschichtlichen' Forschung für die'barbaruschen' Vorfelder derantiken Hochkulturen - zu erkennen, in welch großem Umfang unvollständig die gesamte nachantike, an sich so reichhaltige griechische, lateinische und auch biblisch-hebräische Literaturüberlieferung letztlich dennoch ist, was das durch sie vermittelte Wissen von Völkern und Kulturen des Altertums betrifft.

Von den über diese Literaturüberlieferung vermittelten Völkerbildern stehen - ganz entsprechend der in ihr vorgegebenen spätantiken Gewichtung - im Zentrum des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Interesses der europäischen Ideenwelt naturgemäß diejenigen über

die Polisstädte, die Stammesvölker und die in hellenistischer Zeit erfolgenden Reichsbildungen der Griechen,
die Römer
und die biblischen Israeliten bzw. Juden.

Das gilt für die christliche und für die islamische Anküpfung an diese Überlieferung, wenn auch in unterschiedlichen politisch- und religiös-ideellen Zusammenhängen, die hier nicht genauer dargestellt werden können (siehe dazu etwa das Skript 'Die Fortwirkung der Antike im byzantinisch-christlich und im islamisch geprägten Bereich').

Im christlichen und im islamischen Bereich entfaltete zentral wichtige politisch-ideelle Nachwirkungen die römisch antike Vorstellung von einem zur Herrschaft über die Oikumene berufenen, mit seiner Reichsbildung eine rechtliche Friedensordnung unter vielen Völkern gewährleistenden Herrschaftsvolke, wie sie etwa bei Vergil für die Römer Ausdruck findet. Im christlichen Bereich ergänzt um die wesentliche, spätantik-christliche Komponente römischen Herrschaftsbewußtseins, welche den imperialen Weltherrschaftsanspruch aus einem göttlich gegebenen Missionsauftrag legimiert, hat diese Vorstellung für enige größere nachantike christlich Reichsbildungen eine beachtliche Legitimationskraft gehabt: so für das 'Römerreich der Deutschen' in ottonisch-mittelalterlicher Zeit, für die bulgarischen, serbischen und russischen, in der Nachfolge römischer Herrschaft begründeten Zarenreicheiche und auch für die großen frühneuzeitlichen Kolonialreiche Spaniens, Portugals, Englands und der Niederlande. Im islamischen Bereich hat die römische Reichsidee ebenfalls nachgewirkt - das wird besonders deutlich etwa am türkischen Osmanenreich -, allerdings modifiziert durch das islamische Konzept eines Gottesstaates.

Die israelitische und jüdische Vorstellung von einem 'Volke Gottes', d. h. einem Volke, das Gott besonders nah und besonders verpflichtet, wegen seiner Abweichungen von seinem Willen aber schweren Heimsuchungen unterworfen, jedoch wiederum in dieser Welt auch auf dem Wege zu seinem Heil am Ende der Geschichte ist, hat in verschiedenartigen nachantiken religiös- und politisch-ideellen Transformationen bestimmenden Einfluß auf das Geistesleben gewonnen. Das gilt für die mittelalterliche und neuzeitliche Religions- und politische Ideengeschichte im christlich und im islamisch geprägten Kulturkreis und natürlich auch im mittelalterlichen und neuzeitlichen Judentum gleichermaßen.

Auch die aus dem griechischen Altertum stammende Vorstellung von einem in einer gesetzesbasierten politischen Ordnung verfaßten, urbanen, kulturell produktiven und weltoffenen Polis-Volke, wie sie sich etwa in Perikles Trauerrede in Bezug auf die Athener findet, hat vom Mittelalter an bis heute in verschiedenen Zusammenhängen prägende Bedeutung sowohl für christlich-europäische geprägte als auch für islamische Konzepte von Zivilisation und Geisteskultur gehabt. Die griechische Polis-Idee und ihre römisch Transformation, die Idee von der 'civitas', haben in dem Städtwesen der islamischen Welt, soweit diese an die Stelle des römischen Reiches trat, zumindest in einigen Aspekten fortgewirkt. Auch im christlich-mittelalterlichen Westen, so etwa in den mittelalterlichen Stadtrepubliken Italiens, wurde an sie angeknüpft. In der der frühen europäischen Neuzeit, im Zusammenhang mit der Entwicklung früher Formen republikanischer Staatlichkeit und mit Konzepten einer 'urbanen', 'humanistischen' und auch 'kosmopolitischen' Geisteskultur, gewannen sie an politischer und kultureller Bedeutung.

Diese Hauptlinien des wirkungsgeschichtlichen Einflusses der Antiken-Überlieferung blieben auch auch für die neuere Neuzeitgeschichte prägend. Allerdings unterlagen sie stärkeren Transformationen als zuvor.

Die neuere neuzeitliche Anknüfung an antike Völkerbilder fand etwa Ausdruck in der an den republikanischen bzw. föderalen Ordnungen Griechenlands und der Ordnung der römischen Republik anknüfenden Antikenrezeption in Nordamerika zur Zeit der Gründung der USA in den 1770er Jahren und in Frankreich zur Zeit der Französischen Revolution von 1789.

Aber auch das antike Muster römisch-imperialer Reichsbildung fand in der jüngeren Neuzeitgeschichte Anwendung, so etwa in den schon erwähnten Kolonialreichsbildungen, aber auch für die modernere Legitimation des 'Empire' Napoleons oder des 'British Empire'und eine Reihe anderer weiträumiger territorialer Expansionen, wie der des russischen Zarenreichs, der USA und weiterer, seit dem 18. Jht. zu 'Nationen' in einem 'modernen', politisch-ideologisch verfaßten Sinne werdender, expansionsfähiger Völker.

Selbst die Idee vom 'Gottesvolke' fand - und findet - sich in der jüngeren Neuzeit bis heute wieder, so etwa in verschiedanartigen säkularen Transformationen, inbesondere in Formen nationalistisch-, sozialistisch- oder/und fundamentalistisch-politischer Ideologie.

c) Neue Formen der Anknüfung des politisch-kulturellen Selbstverständnisses neuzeitlicher Völker an der neuentdeckten Geschichte antiker Völker.

Seit der frühen Neuzeit entwickelt sich neben den oben erörterten Hauptlinien der Wirkungsgeschichte ein zunehmendes Interesse an der Geschichte der antiken 'Völker im Schatten' der Überlieferung aus der Antike, und zwar nicht nur aus Bildungsgründen, sondern auch aus politischen Motiven (siehe dazu eingehendere Ausführungen etwa im Skript 'Moderne politische Ideenwelt und antike Tradition').

Im europäischen Bereich steht diese Entwicklung zunächst im Zusammenhang mit der Entwicklung eines 'nationalen Selbstbewußtseins' als Begleiterscheinung der Entwicklung nationenbasierter neuzeitlicher Staatlichkeit . Die Suche nach nationaler Selbstbestimmung und Selbstdefinition führte schon bei Niccolo Macchiavelli (1469 - 1527) oder Jean Bodin (1530 - 1596) zu historischen Vorformen der Völker, um die es Ihnen für ihre jeweilige Gegenwart eigentlich ging: die Italiener hier und die Franzosen dort; Macchiavelli nimmt in seinen 'Discorsi' Bezug auf die Römer in der Epoche der Entwicklung ihrer Vorherrschaft in Italien, Bodin bezieht sich in seinen 'Six livres de la République' auf die christianisierten Franken des frühen Mittelalters. In Deutschland fand in dieser Zeit die philologisch wiederentdeckte 'Germania' des Tacitus ebenso humanistisches wie - etwa bei Ulrich von Hutten (1488 - 1523) - national akzentuiertes politisches Interesse.Ebenso bot es sich in diesen Zeiten an, Vorläufer der Schweizer in den keltischen 'Helvetii' der Zeit Caesars, Vorläufer der Niederländer in den am Unterlauf des Rhein siedelnden Batavern der ersten nachchristlichen Jahrunderte zu sehen.

Im Laufe der neuzeitlichen Entwicklung hat sich so für viele europäische Völker die Notwendigkeit und zumeist auch die Möglichkeit ergeben, schon in der Antike Vorformen ihrer nationalen Existenz zu finden. Manchmal fand sich allerdings auch keine geeignete oder keine hinreichend substanzielle Anknüpfungsmöglichkeit in der Textüberlieferung aus der Antike. Das trifft z. B. für die slawischen oder nordischen Völker Europas zu.Hier spielte daher die archäologische Forschung ersatzweise eine wichtige Rolle bei der Bestimmung eines historischen Wesens der Nation. Im Griechenland dagegen stellte sich seit der Zeit seines Unabhängigkeitskampfes gegen das Osmanische Reich in den 30er Jahren des 19. Jhts. die naheliegende Anknüpfung des neu entstehenden Nationalbewußtseins an der klassischen griechischen Antike als Problem dar, weil in der Auseinandersetzung mit dem Osmanischen Reich vor allem das christliche Moment zu betonen war. Manchmal ergaben sich mehrere, aber ideell einander widerstreitende Anknüfungsformen. Letzteres zeigt sich etwa für Frankreich, in dem zur Zeit seiner Monarchie die christianisierten Franken als Vorgänger der Franzosen betrachtet wurden, in der Zeit der sich vorbereitenden und vollziehenden Revolution von 1789 aber die republikanischen Römer als prägend galten und in der Epoche eines deutsch-französischen Gegensatzes seit dem Krieg von 1870/71 die nicht-germanischen, also die keltischen und die römischen Wurzeln französischen Wesens nationalideologische Hervorhebung fanden. Die Simplifizierung historischer Traditionsbeziehungen, die sich mit solchen Formen nationaler Wesensbestimmung zu verbinden pflegt, zeigte sich auch an einer seit der Zeit der antinapoleonischen Freiheitskriege lang andauernden Identifizierung 'deutschen Wesens' mit den erfolgreich gegen die römische Provinzialisierung des rechtsrheinischen Germaniens kämpfenden Germanenstämme unter Führung des Cheruskers Arminius.

Karl Friedrich Schinkel, Entwurf zu einem Denkmal für Hermann den Cherusker (1814/15) und Lionel-Noel Royer, Vercingétorix jette ses armes aux pieds de César (1899).

Abb. entnommen aus: Flacke, Monika, und Rother, Rainer (Hg.), Mythen der Nationen. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (März - Juni 1998), 2 Bde., Berlin 1998; S. 104 und 131.

Nicht nur in Europa, auch in Nahen Osten fand - seit Beginn der Unabhängigkeitsbewegungen gegenüber dem Osmanischen Reich und später gegenüber den im Nahen Osten bestimmenden europäischen Mächten - eine historische Identitätssuche neuentstehender Nationen statt. In manchen Fällen war bei dieser die Anknüpfung an eigentlich sich anbietende berühmte Reichsbildungen und Hochkulturen der Antike problematisch, weil sie der vor-, also nicht-islamischen Antike angehörten; so etwa in Ägypten, Palästina, Libanon Syrien, Mesopotamien, Tunis und im Iran. Diese Art der Anknüpfung setzte sich daher nur unter dezidiert säkularistischen Regierungsformen - und dann auch nur partiell - durch, wie z. B. zeitweilig im Iran oder in der Türkei. Mit dem 'Zionismus' griff dagegen die Formation eines neuzeitlichen Staates Israel auf die Traditionen des antiken Judentums zurück.

In anderen Regionen der Welt - außerhalb des Raumes des vorderorientalisch-mediterranen Altertums und seiner europäisch vermittellten Nachwirkungen (in Amerika und Australien) - hat es vergleichbare Formen historisch-literarisch oder archäologisch basierter, geschichtlicher Wesensbestimmungen für neue Nationen- und Staatenbildungen gegeben. Das gilt für Indien, Hinterindien, Indonesien, China und Afrika vom Sahel-Gürtel an nach Süden.

Im Rahmen der Bemühungen wissenschaftlich basierte Wesensaussagen über neuzeitlicheVölker hat auch die vergleichende Sprachwissenschaft, insbesondere die Indogermanistik, im 19. und 20. Jht. eine wichtige Rolle gespielt. Ähnliches gilt für eine rassebezogen-evolutionsgeschichtliche Anthropologie. Beide Ansätze waren in ähnlicher Weise theoretisch problematischen Entwicklungen und pragmatisch-politisch motivierten Simplifizierungen ihrer Erklärungsmöglichkeiten ausgesetzt wie die an literarischer Überlieferung und archäologischen Befunden anküpfenden Formen der nationalen oder ethnischen Wesensbestimmung.

d) Gründe für die Problematik einiger theoretischer Ansätze zur historischen Bestimmung und Erklärung des 'Wesens' heutiger Völker.

Wie oben in der Darstellung einiger Beispiele neuzeitlicher Rezeption antiker Völkerbilder bei der historischen Identitätssuche für moderne Nationen schon implizit deutlich wurde, ist diese - wie oben und früher dargelegt, aus der Antike ererbte, an die antike Konzeption eines 'genius' anknüfende - Verfahrensweise bei der 'Wesensbestimmung' von Völkern nicht nur in Einzelfällen methodisch, sondern generell erkenntnistheoretisch problematisch. Gewiß gibt es in Völkern langfristig bestimmende und prägende Traditionen etwa kultureller, sprachlicher oder politischer Art, die man für eine aktuelle Charakterisierung ihres 'Wesens' heranziehen kann. Allerdings bedarf es dabei einer grundsätzlichen Klarstellung dessen, was 'Wesen' in diesem Falle bedeutet bzw. sinnvollerweise bedeuten kann. Völker sind ontologisch, d. h. in der Art ihrer Realität, am friktionslosesten zu beschreiben als umfassende, differenzierte Sozialsysteme, die sich in historischen Prozessen der Abgrenzung von anderen Teilen der menschlichen Population als Wesenheiten eigener Art konstituieren und entwickeln. Wie früher schon dargelegt, sind sie insoweit zwar historisch existent und beschreibbar. Sie haben aber - als 'Sozialsysteme' - nicht - wie organismische Systeme (Lebewesen) - 'Anlagen', die ihre Existenz und ihr Wesen von einem geburtsähnlichen Anfang bis zu einem todesähnlichen Ende bestimmen und letztlich zu einem einheitlichen und prinzipiell gleichbleibenden 'Wesen' machen. Das völkerbezogene Denken in derartigen Analogien verkennt daher grundsätzlich die Art der Systemstrukur, durch die sich soziale Systeme von anderen Systemarten der Natur und des menschlichen Lebens unterscheiden. Eine historische Wesensbestimmung von Völkern muß dagegen prinzipiell eher an Prozessen der Abgrenzung und der funktionellen Stabilisierung oder erhaltenden Umorganisation des sozialen Systemzusammenhang anknüpfen. Geschieht das nicht, entseht notwendig eine Aporie, die letztlich in eine Willkürlichkeit und Simplifizierung historisch-interpretativer Rückgriffe einzumünden pflegt. Diese können, wenn sie den Charakter politischer Ideologien annehmen, auch zu praktisch-politischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen von erheblicher Tragweite führen.

Bei der Deutung archäologischer Befunde in der Absicht, aus ihnen völkergeschichtliche Hinweise zu erhalten und diese bei einer historische Wesensbestimmung gegenwärtiger Völker zu verwenden, pflegen weitere prinzipielle Erkentnisprobleme - über die eben beschriebenen hinaus - einzutreten. Soweit archäologische Befunde gar keine oder keine verständlichen sprachlichen oder weiterführenden Hinweise enthalten, können sie nur über ihre Einordnung in archäologische 'Provinzen' oder sonstige die materielle Gebrauchskultur von Bevölkerungen früherer Geschichte ordende Klassifikationen völkerbezogene Rückschlüsse ermöglichen. Obschon die Gebrauchskultur einer Bevölkerung mit deren Sitten und Gebräuchen. Institutionen und bestimmenden Ideen in einem gewissen, manchmal engen Verhältnis stehen kann, so ist das nicht zwingend und bei vielen Gebrauchsgegenständen nicht einmal die Regel. D. h.: die Rückschlußmögllichkeiten auf Völkercharakteristika sind beim Fehlen sprachlicher Hinweise - manchmal aber auch bei deren Vorhandensein - in vielerlei Aspekten unsicher. Das zeigt sich z. B. an den Schwierigkeiten Vorformen germanischer, keltischer, slawischer oder anderer Sprachkomplexe des 2. Jahrtausends v. Chr. - die Zeit, in der es solche Vorformen gegeben haben muß - mit den zahlreichen archäologischen Provinzen Europas der Bronze- oder frühen Eisenzeit zu identifizieren. Um so schwieriger ist naturgemäß der identitätssuchende Rückgriff moderner Formen des nationalen Selbstbewußtseins auf derartige archäologische Befunde.

In einer grundsätzlichen Aporie befindet sich auch die - wie oben und früher erwähnt, geistesgeschichtlich in der Antike wurzelnde - Denkweise, Völkercharaktere der Gegenwart aus einer anthropologischen Entwicklungsgeschichte menschlicher Rassen abzuleiten. Gewiß gibt es verschiedenartige menschliche 'Rassen', d. h. Gruppen der Gattung Mensch, in denen die Präsenz bestimmter Mermalsvariationen des menschlichen Organismus in besonderer, typologisch beschreibbarer Häufigkeit auftritt. Was den Realitätsbezug des Begriffes 'Rasse' betrifft, so handelt es sich um 'statistische Größen' oder 'Typen'. Sie bilden sich - als rein statistische Ergebnisse verschiedartiger, den menschlichen Organismus betreffender, relativ langfristiger - u. U. mehrere 10000 Jahre andauernder - Prozesse: teilweise einer eher zufälligen, nicht überlebensrelevanten Mutation und Perpetuierung bestimmter organismischer Merkmale in Teilen der menschlichen Population, teilweise verschiedenartiger, sehr langfristiger Anpassungen der biologischen Gattung Mensch an unterschiedliche natürliche Lebensräume auf der Erde, stets aber eines daran anknüpfenden langfristigen generativen Verhaltens in relativ abgeschlossen Regionen der bewohnten Erde. Die innerartliche Generationsmöglichkeit wird durch diese typischen Merkmalsvariationen nicht aufgehoben.'Rassen' pflegen nirgends auf der Welt als abgegrenzte Sozialsysteme zusammengefaßt zu sein und haben insoweit auch nirgend einen 'Volks'-Charakter. Sie haben aber auch sonst keinerlei 'systemischen Charakter'; sie generieren etwa in keiner Weise spezifische Sprach-, Denk- oder Kultursysteme. Aus diesem prinzipiellen Grunde taugt der Rassebegriff nicht für die historische Erklärung von Völkercharakteren, sondern allenfalls für die Beschreibung des organismischen Erscheinungsbildes von Populationen. Allerdings ändert diese Feststellung nichts daran, daß er - wegen der leichten sinnlichen Wahrnehmbarkeit organismischer Merkmale - bei der Entstehung von Völkerstereotypen überall in der Menschheit eine maßgebliche Rolle gespielt hat und spielt

Wichtige Erkenntnisprobleme verbinden sich schließlich mit dem Unternehmen, Sprachsysteme einer weit entfernten Vergangenheit mit dem Wesen gegenwärtiger Völker in eine Erklärungsbeziehung zu bringen. Gewiß kann ein Volk, sofern man es als Sprachvolk begreift, durch das in ihm übliche objektive Sprachsystem konstituiert sein, und gewiß gibt es eine sprachgeschichtliche Tradition zwischen heutigen und früheren, teilweise historisch sehr weit zurückliegenden Sprachsystemen. Aber einerseits war und ist die Sprache, was die Vielfalt der historisch in Erscheinung getretenen Völker betrifft, nicht das einzige völkerbildende Kriterium, ja manchmal trat und tritt sie in dieser Qualität gegenüber anderen Kriterien weitgehend zurück. Zum anderen gilt für Sprachsysteme ähnliches wie für die Sozialsysteme, als welche auch die Völker zu begreifen sind: sie haben zwar systemischen, nicht aber organismischen Charakter. Ihre Identität beziehen sie nicht aus 'Anlagen', sondern aus Abrenzungs- und funktionellen Stabilisierungsprozessen. Insoweit eignen sich sprachgeschichtliche Erklärungen prinzipiell nicht für die Wesensbestimmung gegenwärtiger Völker. Allerdings bedeutet das nicht, daß die Einbeziehung der Sprachgeschichte in die Deutung der erwähnten, in der Gegenwart maßgeblichen Traditonen eines Volkes sinnlos sei; die Traditionsbezogene ist jedoch eine andere Verfahrensweise der Erklärung als die 'anlagebezogene'.

Ein weiteres Erkenntnisproblem solcher Erklärungsversuche kann dann eintreten, wenn ein besonderer kultureller Wert eines gegenwärtigen Sprachsystems angenommen und von diesem aus nach seinen historischen Vorformen in historisch weit zurückliegenden Zeiten Ausschau gehalten wird, und zwar mit der Absicht, in dem Wesen der Vorform und einer ihr zugeordneten menschlichen Bevölkerung die eigentliche Bedingung für den Wert der gegenwärtigen Sprache und der ihr zugeordneten Bevölkerung nachzuweisen.

Als Beispiel mögen die im vergangenen Jahrhundert in verschieden Formen aufgetretenen Bemühungen dienen, in einem sprachwissenschaftlich erschlossenen Komplex indogermanischer Sprachen des beginnenden 2. Jahrtausend v. Chr. Kernräume der Ausbreitung zu definieren und mit der Existenz heutiger Völker in eine deren besonders wertvollen, kulturell produktiven Charakter unterstreichende Beziehung zu setzen. Solche Tendenzen einer ideologischen Nutzung der vergleichenden Sprachgeschichte für politische oder kulturelle Geltungsansprüche bestimmter Nationen gab es nicht nur im Deutschland, insbesondere in der nationalsozialistischen Epoche, sondern auch in Indien seit Beginn des antibritischen Unabhängigkeitskampfes. Hier wie dort wurde - in unterschiedlichen Zusammenhängen, aber formal ähnlich - angenommen, ein jeweils am Rande des indogermanischen Ausbreitungsgebietes liegender Sprachbereich - nämlich der der altindischen Sprachen hier, der der germanischen dort, in beiden Fällen das Territorium einer gegewärtigen 'Nation' bzw. einer gegenwärtigen Gruppe sparchlich, kulturell und 'rassisch' ähnlicher Völker - sei die Kernzone der Ausbreitung kulturell besonders wertvollen indogermanischen Sprachen und der sie sprechenden Völker gewesen.

Von den grundsätzlichen Einwänden, die bereits angesprochen wurden, abgesehen, ließe sich dagegen etwa in folgender Weise argumentieren:

Betrachtet man die Zeit vor den indogermanischen Wanderungen des 2. Jahrtausends v. Chr., so sind nicht-indogermanische Sprachgebiete anzunehmen im nordafrikanischen, arabischen, palästinenisch-syrischen, mesopotamischen, heute iranisch-afghanisch-pakistanischen und im indischen Raum, aber auch im Kaukasusgebiet, in Kleinasien, auf dem südlichen Balkan, auf den Inseln in Ägäis und Adriatischem Meer, in Italien und auf den westlichen Mittelmeerinseln, in Spanien sowie wahrscheinlich auch im heutigen Frankreich, Britannien und Irland, wo diese Annahme zumindest durch die archäologische Ähnlichkeit westeuropäischer Bauernkulturen und ihre deutliche Differenz zu einer mitteleuropäischen Hügelgräberkultur nahegelegt wird.

Daraus ergibt sich eine annähernde territoriale Eingrenzung eines etwa zu Beginn 2. Jahrtausends herausgebildeten indogermanischen Komplexes ungefähr auf die Gebiete Mitteleuropas, Skandinaviens und Osteuropas, den nördlichen Balkan und das Steppengebiet nördlich und östlich des Schwarzen Meeres.

Nach den Wanderungsbewegungen des 2. Jahrtausends sind dem indogermanischen Komplex zuzurechnende Sprachgebiete - mit nunmehr großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen - im späteren Frankreich, in Britannien und Irland, in Mitteleuropa, Nordeuropa und Osteuropa, im Steppenbereich nördlich und östlich des Schwarzen Meeres bis nach Zentralasien hinein, im Iran, in Indien, im kaukasischen, nordsyrischen und kleinasiatischen Bereich, auf dem ganzen Balkan, in Ägäis und Adriatischem Meer und in Spanien. Im mediterranen, im kaukasischen, im nahöstlichen, iranischen und indischen Bereich gibt es neben den neu hinzugekommenen indogermanischen Sprachen überall auch in der Region ältere Sprachen.

Das Gesamtbild der Wanderungsbewegungen oder allmählichen territorialen Expansion indogermanischer Völkerschaften im 2. Jahtausend v. Chr. läßt sich so zusammenfassen: für die frühgeschichtlichen Völker des älteren indogermanischen Komplexes ist anzunehmen, daß sie sich im Laufe des 2. Jts. aus einem relativ eng zusammenhängenden Kommunikationsraum vor allem im mittleren und östlichen Europa und im westlichen eurasiatischen Steppengebiet in alle Richtungen verbreiteten, in die dies geographisch möglich und vorteilhaft war.

Diese Anlage der Wanderungs- oder Expansionsbewegungen macht es zunächst unwahrscheinlich, daß es überhaupt einen kleineren Kernbereich gegeben habe, von dem diese Bewegungen ausgegangen seien. Vielmehr sind die Bewegungen aus mehreren Randzonen des älteren indigermanischen Komplexes offenbar in alle möglichen und sinnvollen geographischen Richtungen erfolgt. Zwar haben ferner nicht nur die nomadisierenden, sondern auch die stärker bäuerlich lebenden Völker aus verschiedenartigen Gründen - wie in späteren Epochen - u. U. weite Wege zurückgelegt, allerdings nach sinnvollen Zielen hin: es ist zumindest in den meisten Fällen unwahrscheinlich - wenn es auch gelegentlich sinnvoll gewesen sein kann -, daß bei einer Wanderungs- oder Expansionsbewegung ein naheliegendes, relativ bekanntes Ziel zugunsten eines fernliegenden, relativ unbekannten und schwer erreichbaren übergangen wurde. Dies spricht gegen die Annahme einer einzigen, relativ eng begrenzten Ausgangszone in einer Randlage des älteren indogermanischen Komplexes, etwa im äußersten Nordwesten ('Proto-Germanen') oder äußersten Südosten ('Proto-Inder'), für die Vielfalt der indogermanischen Wanderungs- und Expansionsbewegungen.

Allerdings zeigt diese Art der Argumentation, auch wenn sie sich weiter unterbauen ließe, die prinzipielle Schwierigkeit stringenter Widerlegung des bloß Unwahrscheinlichen in einer Erkenntnislage, die nur mehr oder weniger gut begründete Hypothesen zuläßt. Gerade an dieser Schwachstelle wissenschaftlicher Argumentation pflegen Ideologiebildungen, zumal machtgestützte, und nicht solche nur über das Wesen von Völkern, zu allen Zeiten erfolgreich anzusetzen.

5. Literatur.

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LV Gizewski SS 2001

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)