Jahves Volk, der Knecht Israel. Jesaja (Deutero-Jesaja) 49, 1 - 13.

Dt. Übersetzung des hebräischen Textes nach: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments (Große Familien-Bibel) mit Einleitungen zu allen Büchern und Anmerkungen zu den Texten,hg. von T. Schwegler, A. Herzog und J. Perk, Zürrich u. a. O. 1974,S. 734 f., unter Berücksichtung von: Die Heilige Schrift des Alten Testaments, übersetzt von E. Kautzsch und zahlreichen anderen Wisenschaftlern, hg. von A. Bertholet, 2 Bde., Tübingen 1922., Bd. 1 (1. Mose - Ezechiel), S. 678 f.

1 Hört ihr Inseln, merket auf, ihr Völker in der Ferne!

Jahve berief mich vom Mutterleibe an, und vom Muterschoß an kannte Er meinen Namen,

2 Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, im Schatten Seiner Hand bewahrte Er mich;

Er machte mich zum auserlesnen Pfeile, in seinem Köcher verbarg Er mich.

3 Er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel, an dir will Ich Mich verherrlichen.

4 Da sprach ich: Vergeblich habe ich mich abgemüht, umsonst und ins Leere meine Kraft verbraucht.

Doch steht mein Recht bei Jahve, und bei meinem Gott mein Lohn.

5 Nun aber spricht Jahve, der vom Mutterschoße mich zu Seinem Knecht gebildet, daß ich Jakob ihm zurückführe und daß Israel zu ihm gesammelt werde; so ward in Jahves Augen ich geehrt, und mein Gott ward meine Stärke.

6 Er spricht: Zu wenig ist's, daß du Mein Knecht seiest, wenn ich die Stämme Jakobs aufrichte und Israels bewahrt Gebliebene zurückzuführe:

Ich mache dich vielmehr zum Licht der Heidenvölker, damit Mein Heil bis an der Erde Grenzen gehe.

7 So spricht Jahve, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zum tief Verachteten, von den Leuten Verschmähten, zum Knechte der Tyrannen.

Könige sehen es und Fürsten stehen auf; sie werfen sich nieder um Jahves willen, weil Er treu ist; um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.

8 So spricht Jahve: Zur Zeit der Huld erhörte Ich dich, und am Tag des Heils half Ich dir. Ich bildete dich und bestellte dich, um das Land wieder aufzurichten und verödetes Erbe zu verteilen;

9 den Gefangenen zu sagen: "Geht heraus!" und denen im Dunkel: "Kommt ans Licht!" An den Wegen sollen sie weiden, auf allen Kahlhöhen ihre Weideplätze haben.

10 Weder hungern sollen sie noch dürsten, noch wird Glutwind und Sonne sie stechen.

Denn ihr Erbarmer leitet sie und fährt sie hin zu Wasserquellen.

11 Alle meine Berge mache ich wegsam, und meine Straßen werden aufgeschüttet sein.

12 Siehe, die da kommen aus der Ferne, und siehe, diese aus dem Norden und dem Westen, und diese aus dem Lande der Siniter.

13 Juble, Himmel! Erde, jauchze, ihr Berge brechet in Jubel aus! Denn Jahve tröstet Sein Volk und erbarmt Sich Seiner Armen.


LV Gizewski SS 2001

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)