Barbaren in Bewegung auf die Grenzen des Reiches. Hunnen, Alanen, Goten u. a. bei Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, 31. Buch, Kap. 2 - 4.

Dt.Übersetzung und lat. Text nach: Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Lateinisch und deutsch mit einem Kommentar versehen von Wolfgang Seyfarth, 4 Teile, 4. Teil (Buch 26 - 31), Berlin 1986 3, S. 243 - 257.


Deutsche Übersetzung:

2 Die Saat des ganzen Verderbens und der Ursprung der verschiedenen Katastrophen, die die Wut des Kriegsgottes, alles mit ungewöhnlichem Brand erfüllend, heraufbeschwor, hatte folgende Ursache, wie ich erfahren habe. Das Volk der Hunnen ist in den alten Schriften nur wenig bekannt. Es wohnt jenseits des Mäotoschen Sees, nahe dem Eismeer, und lebt im Zustand unbeschreiblicher Wildheit. Da gleich nach der Geburt in die Wangen der Kinder mit dem Messer tiefe Furchen gezogen werden, damit der zu bestimmter Zeit auftretende Bartwuchs durch die runzligen Narben gehemmt wird, werden sie unbärtig alt und ähneln, jeglicher Schönheit bar, den Eunuchen. Alle besitzen sie gedrungene und starke Glieder und einen muskulösen Nacken und sind so entsetzlich entstellt und gekrümmt, daß man sie für zweibeinige Bestien oder für Figuren aus Blöcken halten könnte, wie sie für die Seitenbegrenzung von Brücken roh behauen werden. Bei ihrer reizlosen Menschengestalt sind sie durch ihre Lebensweise so abgehärtet, daß sie keines Feuers und keiner gewürzten Speise bedürfen, sondern von den Wurzeln wilder Kräuter und dem halbrohen Fleisch von jedwedem Getier leben, das sie zwischen ihre Schenkel und den Pferderücken legen und etwas erwärmen. Sie kennen niemals den Schutz von Gebäuden, meiden solche vielmehr wie Gräber, die vom allgemeinen Verkehr völlig abgeschieden sind. Auch kann man bei ihnen nicht einmal eine mit Rohr gedeckte Hütte finden. Sondern ruhelos schweifen sie durch Berge und Wälder und sind von klein auf gewöhnt, Kälte, Hunger und Durst zu ertragen.Nur wenn äußerste Notwendigkeit sie zwingt, gehen sie in der Fremde unter ein Dach, denn sie glauben, unter Dächern nicht sicher zu sein [ ... ] Sie kleiden sich in linnene Gewänder oder solche, die aus Fellen von Waldmäusen zusammengenäht sind, und haben keine besondere Kleidung für den Hausgebrauch und außerhalb des Hauses sondern wenn sie einmal den Kopf in ein solches Hemd von schmutziger Farbe gesteckt haben, legen sie es erst ab oder wechseln es, wenn es durch langen Verschleiß in Fetzen aufgelöst und zerfallen ist. Den Kopf bedecken sie mit einer runden Kappe und schützen die behaarten Beine mit Ziegenfellen. Ihre Schuhe werden nicht auf Leisten gepaßt und hindern sie daran, frei auszuschreiten. Deswegen sind sie zu Fußkämpfen ungeeignet, aber auf ihren abgehärteten, doch unschönen Pferden sitzen sie wie angegossen und reiten auf ihnen bisweilen im Frauensitz, wenn sie ihre natürlichen Bedürfnisse erledigen. Von seinem Pferd aus kauft und verkauft jedermann in diesem Volk bei Tag und Nacht, nimmt sein Essen und Getränk zu sich und gibt sich, auf den schmalen Hals des Tiers gebeugt, tiefem Schlaf hin und erlebt dabei die verschiedensten Träume. Wenn eine Beratung über wichige Dinge angesetzt ist, beraten sie alle gemeinsam in dieser Haltung. Sie lassen sich aber durch keine königliche Strenge führen, sondern begnügen sich mit improvisierter Führung von Häuptlingen, und so überwinden sie jedes Hindernis.

Bei Kämpfen fordern sie den Gegner zuweilen heraus und beginnen das Gefecht mit ihm in geschlossenen Abteilungen, wobei ihre Stimmen furchtbar ertönen. Da sie für schnelle Bewegungen leicht bewaffnet sind und unerwartet auftauchen, können sie sich absichtlich plötzlich auseinanderziehen und ihre Reihen lockern wie in einer ungeordneten Aufstellung. Ein furchtbares Blutbad anrichtend, galoppieren sie hin und her, und wegen ihrer gewaltigen Schnelligkeit sieht man sie kaum, wenn sie in eine Befestigung eindringen oder ein feindliches Lager plündern. Man möchte sie aus dem Grund die furchtbarsten von allen Kriegern nennen, weil sie im Fernkampf mit Pfeilen kämpfen, die mit spitzen Knochen anstelle von Pfeilspitzen mit wunderbarer Kunstfertigkeit zusammengefügt sind, im Nahkampf aber mit der Waffe ohne Rücksicht auf sich selbst fechten. Während sie den gefährliehen Schwerthieben ausweichen, fangen sie ihre Feinde mit geflochtencn Lassos, umschnüren die Glieder der Widerstrebenden und machen es ihnen damit unmöglich, zu reiten oder zu gehen. Niemand pflügt bei ihnen oder berührt jemals den Pflug. Denn sie alle kennen keine festen Wohnsitze, sondern schweifen umher, ohne Haus, ohne Gesetz und feste Lebensweise, immer wie auf der Flucht mit ihren Wagen, auf denen sie wohnen. Hier nähen ihre Frauen für sie die schmutzigen Kleidungsstücke, hier paaren sie sich mit ihren Männern, gebären ihre Kinder und ziehen sie bis zur Mannbarkeit auf. Niemand bei ihnen kann auf die Frage, woher er stamme, eine Antwort geben, denn irgendwo wurde er gezeugt, weit fort davon geboren und in noch größerer Entfernung erzogen. Im Falle eines Waffenstillstandes treulos, sind sie bei jedem Hauch einer neu sich zeigenden Hoffnung ständig leicht erregbar und geben sich ganz ihrer triebhaften Raserei hin. Wie Tiere, die keinen Verstand haben, kennen sie keinen Begriff von Ehre und Ehrlosigkeit, führen zweideutige und dunkle Reden und unterliegen keinem Einfluß von Ehrerbietung vor einer Religion oder auch nur einem Aberglauben. Doch brennen sie von unmäßiger Begierde nach Gold. So wankelmütig sind sie, und ihr Zorn ist so leicht erregbar, daß sie sich oft an ein und demselben Tag ohne jegliche Ursache von ihren Bundesgenossen trennen und sich ebenso schnell wieder versöhnen, ohne daß jemand sie besänftigt.

Dieses kampfkräftige und ungezähmte Menschengeschlecht, das von einer schrecklichen Begierde erfüllt ist, fremdes Gut zu rauben, durchquerte raubend und mordend die Nachbarländer und gelangte bis zu den Alanen, den alten Massageten.Woher diese stammen und welche Gebiete sie bewohnen, ist es jetzt an der Zeit darzulegen. da meine Erzählung bis zu diesem Punkt gelangt ist. Die vielfältigen Meinungen der Geographen, die lange viele verschiedene Standpunkte einnahmen, führten schließlich zu einer zuverlässigen Erkenntnis der Verhältnisse in diesen Ländern. Die Donau, die ihren Wasserreichtum den zahlreichen Nebenflüssen verdankt, fließt am Gebiet der Sauromaten vorüber, das sich bis zum Don erstreckt, dem Grenzfluß zwischen Asien und Europa. Ihn überquerten die Alanen und bewohnen seitdem die sich unermeßlich weit hinziehenden Steppen Skythiens. Ihren Namen erhielten sie nach einem Gebirge. Die Nachbarvölker rieben sie durch häufige siegreiche Kämpfe auf und verschmolzen mit ihnen zu einem Volk mit ihrem Namen wie die Perser. Unter ihnen bewohnen die Nerver das Binnenland in der Nachbarschaft hoher Gebirgszüge, die, schroff abfallend und von Kälte starrend, den Nordwinden ausgesetzt sind. Dahinter leben die Vidinen und Gelonen, äußerst wilde Menschen, die getöteten Feinden die Haut abziehen und sich daraus Kleidung und für ihre Streitrosse Decken herstellen. An die Gelonen grenzen die Agathyrsen. Sie tätowieren ihren Körper und färben sieh die Haare mit dunkelblauer Farbe - die Niedriggestellten nur an kleinen und wenigen Stellen, die Adligen hingegen mit breiter gefärbten und dichter nebeneinanderliegenden Zeichnungen. Noch weiter hin ziehen, wie ich erfahren habe, die Melanchlänen und die Anthropophagen umher. Sie leben von Menschenfleisch, darum haben sich alle Nachbarn wegen dieser entsetzlichen Nahrung aus ihrer Umgebung entfernt und weitab liegende Gebiete aufgesucht. Aus diesem Grund ist die gesamte nach Nordosten hin gelegene Zone unbewohnt geblieben, bis man zu den Chinesen kommt. In einem anderen Gebiet, nahe bei den Wohnsitzen der Amazonen, grenzen die Alanen an den Orient, verstreut über volkreiche und weiträumige Gaue; sie reichen bis nach Asien und breiten sich, wie ich gehört habe, bis zum Ganges aus, der das Land der Inder in zwei Teile teilt und sich ins Südmeer ergießt.

So verteilen sich die Alanen, deren verschiedene Stämme aufzuzählen jetzt nicht lohnt, über beide Erdteile. Wenn sie auch durch weite Räume getrennt sind und als Nomaden durch unermeßliche Gebiete ziehen, so haben sie sich doch im Laufe der Zeit unter einem Namen vereinigt und heißen alle zusammen Alanen wegen ihrer Sitten, ihrer wilden Lebensart und der gleichen Bewaffnung. Sie kennen nämlich keine Hütten oder den Gebrauch der Pflugschar, sondern leben von Fleisch und der reichlich vorhandenen Milch. Sie setzen sich auf ihre Wagen, die sie mit gewölbter Baumrinde bedecken, und fahren mit ihnen über die grenzenlosen Weiten hin. Sooft sie zu einem Weideplatz kommen, stellen sie ihre Karren kreisförmig auf und ernähren.sich wie wilde Tiere. Sobald das Futter verzehrt ist, setzen sie gleichsam ihre Städte auf die Wagen und ziehen weiter. Auf ihnen paaren sich die Männer mit den Weibern, und auf ihnen erblicken die Kinder das Licht der Welt und werden erzogen. Die Wagen sind ihr ständiger Aufenthaltsort, und überall, wohin sie kommen, fühlen sie sich wie in ihrem angestammten Zuhause. Ihr Großvieh treiben sie vor sich her und weiden es zusammen mit ihren Kleinviehherden. Ihre besondere Vorliebe gilt der Pferdezucht. Dort sind die Ebenen immer grün, und dazwischen eingesprengt sind Plätze mit Fruchtgehölzen. Und aus dem Grunde leiden sie überall, wohin sie ziehen, keinen Mangel an Nahrung oder Futter, weil es der feuchte Boden und die zahlreichen vorüberfließenden Ströme wachsen lassen. Alle, die so infolge ihres Alters oder Geschlechts nicht waffenfähig sind, halten sich in unmittelbarer Nähe der Wagen auf und verrichten leichte Arbeiten. Die Jugend aber wächst von klein auf in ständiger Übung zu Pferde heran und hält es für verächtlich, zu Fuß zu gehen, und alle sind infolge vielfacher Übung geschulte Krieger. Aus demselben Grunde sind ja auch die Perser, die ihrer Herkunft nach Skythen sind, sehr erfahrene Krieger.

Die Alanen sind fast alle schlanke und schöne Menschen mit ihrem mittelblonden Haar, furchterregend mit der gemäßigten Wildheit ihrer Augen und schnell infolge der Leichtigkeit ihrer Waffen. Sie sind in allem den Hunnen recht ähnlich, aber gemäßigter in ihrer Lebensart und Tracht. Raubend und jagend ziehen sie bis an den Mäotischen See, den Kimmerischen Bosporus und ebenso nach Armenien und Medien. Wie ruhige und friedfertige Menschen sich Muße wünschen, so haben sie ihre Freude an Gefahr und Krieg. Den hält man für glücklich, der sein Leben in der Schlacht aushaucht; wer alt wird oder durch natürlichen Tod aus der Welt scheidet, den bedrängen sie mit heftigen Schmähungen als entartet und feige. Als höchsten Ruhm preisen sie es, einen Menschen zu töten, als rühmliche Beute, ihm den Kopf abzuschlagen und die Haut abzuziehen, die sie ihrem Pferd als Brustschmuck umhängen. Bei ihnen sieht man keinen Tempel und kein Heiligtum; nicht einmal eine mit Schilf gedeckte Hütte kann man bei ihnen irgendwo erblicken, vielmehr wird ein entblößtes Schwert nach barbarischer Sitte in den Boden gestoßen, und dies verehren sie gläubig als Kriegsgott und Beschützer der Gebiete, die sie bewohnen. Die Zukunft 24 suchen sie auf merkwürdige Art zu erforschen. Sie sammeln gerade Weidenzweige und sortieren sie unter bestimmten geheimen Beschwörungsformeln zu einer festgesetzten Zeit, um auf diese Weise die Zukunft zu erkennen.Sklaverei ist bei ihnen unbekannt. Alle stammen aus edlem Geschlecht. Zu Häupümgen wählen sie noch heute Männer, die durch langjährige Kriegserfahrung Ansehen erworben haben. Aber jetzt wiill ich mich wieder meinem Thema zuwenden.

3 Die Hunnen überrannten also das Gebiet der Alanen, die man gewöhnlich, soweit sie Nachbarn der Greuthungen sind, mit dem Beinamen Tanaiten bezeichnet. Sie erschlugen und beraubten viele und vereinigten sich mit den übrigen durch ein Beistandsbündnis. In Gemeinschaft mit ihnen überfielen sie in einem unerwarteten Ansturm kühn die weit ausgedehnten und reichen Gaue [scil. des Gotenkönigs] Ermanarichs. Dies war ein sehr kriegerischer und infolge vieler und mannigfacher Heldentaten bei den benachbarten Völkern gefürchteter König. Hart getroffen durch die Gewalt des unerwarteten Sturms, versuchte er dennoch lange Zeit, einen festen und sicheren Stand zu gewinnen, aber es verbreiteten sich Gerüchte, und diese ließen die Schrecklichkeit der drohenden Gefahren noch größer erscheinen. Darum suchte er die Furcht vor den großen Entscheidungen durch den Freitod zu beseitigen. Nach seinem Hinscheiden wurde Widimir zum König gewählt, und er leistete den Alanen kurze Zeit Widerstand, wobei er sein Vertrauen auf andere Hunnen setzte, die er durch Sold für seine Partei gewonnen hatte. Nach vielen Niederlagen jedoch, die er hinnehmen mußte, verlor er das Leben in einer Schlacht. Waffengewalt hatte ihn bezwungen. Für seinen kleinen Sohn Widerich übernahmen und besorgten die Regentschaft zwei erfahrene und durch ihre Zuverlässigkeit bekannte Heerführer, Alatheus und Safrax. Ihre Pläne vereitelte der Mangel an Zeit, und sie mußten die Zuversicht aufgeben, den Kampf fortzusetzen. Vorsichtig zogen sie sich zurück und gelangten bis zum Dnestr, der zwischen Donau und Dnepr durch weiträumige Ebenen fließt. Der Herrscher der Thervingen Athanarich erfuhr von diesen unerwarteten Vorgängen. Gegen ihn hatte, wie berichtet, Valens vor längerer Zeit sein Heer in Marsch gesetzt, weil er dem Prokop Hilfstruppen gesandt hatte. Jetzt versuchte er, in fester Stellung zu verharren, und wollte sich auf seine eigene Macht stützen, falls auch er, wie die übrigen, zum Kampf herausgefordert würde. Schließlich ließ er nahe am Ufer des Dnestr, in weiter Entfernung von der Verteidigungslinie der Greuthungen, an günstiger Stelle ein Lager aufschlagen und sandte den späteren Befehlshaber der Grenzverteidigung in Arabien, Munderich zusammen mit Lagariman und anderen Adligen zwanzig Meilen weit voraus, wo sie die Ankunft der Feinde beobachten sollten. Er selbst traf inzwischen, ohne daß jemand ihn störte, seine Vorbereitungen zum Kampf. Doch kam es ganz anders, als er vermutet hatte. Denn die Hunnen, die bekanntlich in ihren Mutmaßungen scharfsinnig sind, argwöhnten, ein Heer stehe in weiterer Entfernung, umgingen die Truppen, die sie zu Gesicht bekommen hatten und die sich ruhig verhielten, als ob ihnen kein Feind gegenüberstand. Als der Mond durch die Wolken brach, überschritten sie den Fluß auf einer Furt und unternahmen, was in dieser Lage das Beste war. Aus Furcht, eine Nachricht könnte ihnen vorauseilen und die fernab stehenden Truppen warnen, griffen sie wie der Blitz Athanarich an. Beim ersten Angriff war dieser überrascht und ließ sich nach einigen Verlusten unter seinen Leuten dazu zwingen, eilends in den unzugänglichen Bergen Zuflucht zu suchen. Durch diese neue Wendung und noch größere Furcht vor dem Kommenden gelähmt, ließ er vom Ufer des Pruth bis zur Donau am Gebiet der Taifalen vorüber eine hohe Mauer ziehen. Durch diese Schutz-wehr, die in aller Eile, aber mit Sorgfalt vollendet wurde, glaubte er seine Sicherheit und Rettung fest zu begründen. Noch während dieses wirkungsvolle Werk vorangetrieben wurde, bedrängten ihn die Hunnen in eiligem Vormarsch und hätten ihn schon bei ihrer Ankunft überwältigt, wenn sie nicht wegen ihrer Belastung mit Beute davon Abstand genommen hätten.

Doch verbreitete sich das Gerücht bei den übrigen Gotenstämmen, daß dieses vorher noch nie gesehene Menschengeschlecht, das sich wie ein Sturmwind von hohen Bergen aus einem abgelegenen Winkel aufgemacht hatte, jeden Widerstand zerbreche und in Trümmer lege. Darum suchte der größte Teil des Volks, der Athanarich im Stich gelassen hatte und infolge des Mangels an Lebensmitteln bereits stark vermindert war, nach Wohnsitzen, die den Barbaren völlig unbekannt waren. Lange beriet man, welche Sitze man auswählen sollte, und dachte dann an Thrakien als Schlupfwinkel, das aus doppeltem Grund geeignet war: Erstens hat es sehr fruchtbaren Boden, und zweitens wird es durch die Weite der Donauströmung von den Gebieten getrennt, die füt die Schrecken eines ausländischen Kriegsgottes offen daliegen. Als ob sie gemeinsam überlegt hätten, faßten auch die übrigen denselben Plan.

4 Unter Alavivs Führung besetzten sie daher die Donauufer, schickten Unterhändler zu Valens und ersuchten mit demütiger Bitte um Aufnahme. Sie versprachen, ein friedfertiges Leben zu führen und Hilfstruppen zu stellen, wenn es die Umstände erforderten. Während dies in fernen Gegenden vor sich ging, verbreiteten schreckliche Gerüchte die Nachricht, die Völker des Nordens verursachten neue und ungewöhnlich große Bewegungen: über das ganze Gebiet von den Markomannen und Quaden bis zum Schwarzen Meer sei eine Menge von unbekannten Barbarenvölkern mit unvorhergesehener Gewalt aus ihren Wohnsitzen verdrängt worden und ziehe im Donaugebiet in einzelnen Banden mit ihren Familien umher. Ganz zu Anfang wurde diese Nachricht von den Unsrigen kaum beachtet, und zwar aus dem Grund, weil man es in diesen Gebieten schon gewohnt ist, nichts anderes als Nachrichten über Kriege zu hören, die bei weit entfernten Völkern geführt oder beigelegt worden sind. Allmählich gingen jedoch zuverlässige Nachrichten über diese Vorgänge ein und wurden durch die Ankunft von Gesandten der Barbaren bestätigt. Sie baten unter Flehen und Beschwörungen darum, ihr landflüchtiges Volk diesseits des Stroms aufzunehmen. Diese Angelegenheit gab mehr zu Freude Veranlassung als zur Furcht. Hoben doch die erfahrenen Schmeichler das Glück des Kaisers hoch in den Himmel. Denn aus den entferntesten Ländern bringe es so viele Rekruten und biete sie ihm wider Erwarten an, daß er seine eigenen mit den fremdstämmigcn Streitkräften vereinigen und sich ein unbesiegbares Heer schaffen könne. Anstelle des Mannschaftsersatzes, dessen Kosten jährlich nach Provinzen bezahlt würden, käme jetzt eine große Menge Goldes ein. In dieser Erwartung wurden mehrere Beamte ausgesandt, die die wilde Menge mit ihren Fahrzeugen herüberbringen sollten. Dabei verwandte man große Sorgfalt darauf, daß kein zukünftiger Zerstörer des Römischen Reichs zurückblieb, selbst wenn er von einer tödlichen Krankheit befallen war. So erhielten die Goten mit Genehmigung des Kaisers die Möglichkeit, die Donau zu überschreiten und Teile von Thrakien zu besiedeln, und setzten Tag und Nacht scharenweise auf Schiffen, Flößcn und ausgehöhlten Baumstämmen über. Da der Fluß der bei weitem gefährlichste von allen ist und damals gerade infolge zahlreicher Regenfälle Hochwasser führte, kamen bei dem übermäßigen Gedränge manche in den Fluten um, die gegen die Sturzwellen ankämpften oder zu schwimmen versuchten.

So wurde mit stürmischem Bemühen das Verderben der römischen Welt herbeigeführt. Es ist jedenfalls keineswegs dunkel oder ungewiß, daß die unheilbringenden Beamten, die die Überfahrt der Barbarenmenge leiteten, zwar oft versuchten, deren Anzahl rechnerisch zu erfassen, doch es schließlich als vergeblich aufgaben, wie unser bedeutendster Dichter sagt:

"Wer ihre Zahl wissen wollt', der wollt' in der Libyschen Wüste
Wissen der Sandkörner Zahl, wie viele der Zephyr emporhebt."

Mögen die alten Erinnerungen wieder aufleben, die den Zug der persischen Heere nach Griechenland betreffen. Sie berichten von der Brücke über den Hellespont, von dem künstlichen Durchstich, durch den man am Fuße des Athos das Meer zu erreichen suchte, und von der Zählung der Heerscharen, die bei Doriscus abteilungsweise erfolgte. All dies hat man in späterer Zeit übereinstimmend wie eine fabulöse Erzählung gelesen. Nachdem sich nun aber unzählige Völkermassen über unsere Provinzen ergossen hatten, wobei sie sich nicht nur über die weiten Ebenen ausbreiteten, sondern überhaupt alle Gebiete und alle Höhen der Gebirge besetzten, wurde die Glaubwürdigkeit des Altertums durch ein neues Beispiel bestätigt. Als erste fanden Alaviv und Fritigern Aufnahme. Ihnen sollten durch kaiserliche Entscheidung für den Augenblick Lebensmittel und Äcker zur Bearbeitung zugewiesen werden.

In dieser Zeit waren die Riegel unserer Grenzverteidigung geöffnet. Während das Barbarenland Schwärme von Kriegern wie der Ätna Asche überall hinausstieß, hätten wir in unserer schwierigen Lage Heerführer gebraucht, die durch berühmte Taten einen Ruf gewonnen hatten. Doch es war leider so, als ob eine unheilvolle Gottheit sie auswählte, und so wurden Schufte zusammengesucht und wurden Leiter des Heerwesens. ...


Lateinischer Text:

2. Totius autem sementem exitii et cladum originem diversarum, quas Martius furor incendio insolito miscendo cuncta concivit, hanc comperimus causam. Hunorum gens monumentis vereribus leviter nota ultra paludes Maeotocas glacialem oceanum accolens omnem modum feritatis excedit. ubi quoniam ab ipsis nascendi primitus infantum ferro sulcantur altius genae, ut pilorum uigor tempestiuus emergens corrugatis cicatricibus hebetetur, senescunt imberbes absque ulla venustate, spadonibus similes, compactis omnes firmisque membris et opimis cervicibus, prodigiose deformes et pandi, ut bipedes existimes bestias vel quales in commarginandis pontibus effigiati stipites dolantur incompte in hominum autem figura licet insuavi ita victu sunt asperi, ut neque ignis neque saporati indigeant cibi, sed radicibus herbarum agrestium et semicruda cuiusvis pecoris carne vescantur, quam inter femora sua equorumque terga subsertam fotu calefaciunt brevi. aedificiis nullis umquam tecti, sed haec velut ab usu communi discreta sepulchra declinant. nec enim apud eos vel harundine fastigatum repperiri tugurium potest, sed vagi montes peragrantes et silvas pruinas, famem sitimque perferre ab incunabulis assuescunt. peregre tecta nisi adigente maxima necessitate non subeunt; nec enim se tutos existimant esse sub tectis. indumentis operiuntur linteis vel ex pellibus silvestrium murum consarcinatis nec alia illis domestica vestis est, alia forensis, sed semel obsoleti coloris tunica collo inserta non ante deponitur aut mutatur, quam diuturna carie in pannulos diffluxerit defrustata. galeris incurvis capita tegunt hirsuta crura coriis munientes haedinis eorumque calcei formulis nullis aptati uetant incedere gressibus liberis. qua causa ad pedestres parum accommodati sunt pugnas, verum equis prope affixi duris quidem, sed deformibus et muliebriter isdem nonnumquam insidentes funguntur muneribus consuetis. ex ipsis quivis in hac natione pernox et perdius emit et uendit cibumque sumit et potum et inclinatus cervici angustae iumenti in altum soporem ad usque varietatem effunditur somniorum. et deliberatione super rebus proposita serus hoc habitu omnes in commune consultant. aguntur autem nulla severitate regali, sed tumultuario primatum ductu contenti perrumpunt, quidquid inciderit. et pugnant nonnumquam lacessitis, sed ineuntes proelia cuneatim variis vocibus sonantibus toruum. usque ad pernicitatem sunt leves er repentini, ita subito de industria dispersi rarescunt ut incomposita acie cum caede vasta discurrunt, nec invadentes vallum nec castra inimica pilantes prae nimia rapiditate cernuntur. eoque omnium acerrimos facile dixeris bellatores, quod procul missilibus telis acutis ossibus pro spiculorum acumine arte mira coagmentatis et distinctis comminus ferro sine sui respectu confligunt hostesque, dum mucronum noxias observant, contortis laciniis illigant, ut laqueatis resistentium membris equitandi vel gradiendi adimant facultatem. nemo apud eos arat nec stivam aliquando contingit. omnes enim sine sedibus fixis absque lare vel lege aut ritu stabili dispalantur semper fugientium similes cum carpentis, in quibus habitant; ubi coniuges taetra illis vestimenta contexunt et coeunt cum maritis et pariunt et ad usque pubertatem nutriunt pueros. nullusque apud eos interrogatus respondere, unde oritur, potest alibi conceptus natusque procul et longius educatus. per indutias infidi et inconstantes, ad omnem auram incidentis spei novae perquam mobiles, totum furori incitatissimo tribuentes. inconsultorum animalium ritu, quid honestum inhonestumue sit, penitus ignorantes, flexiloqui et obscuri, nullius religionis uel superstitionis reverentia aliquando districti, auri cupidine immensa flagrantes, adeo permutabiles et irasci faciles, ut eodem aliquotiens die a sociis nullo irritante saepe desciscant itidemque propitientur nemine leniente.

Hoc expeditum indomitumque hominum genus externa praedandi aviditate flagrans immani per rapinas finitimorum grassatum et caedes ad usque Halanos pervenit, veteres Massagetas, qui unde sint vel quas incolant terras, quoniam huc res prolapsa est, consentaneum est demonstrare geographica perplexitate monstrata, quae diu multa luda [...] et varia, tandem repperit veritatis interna [...] abundans aquarum Hister advenarum magnitudine fluenti Sauromatas praetermeat ad usque amnem Tanaim pertinentes, qui Asiam terminat ab Europa. hoc transito in immensum extentas Scythiae solitudines Halani inhabitant ex montium appellatione cognominati paulatimque nationes conterminas crebritate uictoriarum attritas ad gentilitatem sui vocabuli traxerunt ut Persae. inter hos Nervi mediterranea incolunt loca, vicini verticibus celsis, quos praeruptos geluque torpentes aquilones astringunt. post quos Vidini sunt et Geloni, perquam feri, qui detractis peremptorum hostium cutibus indumenta sibi equisque tegmina conficiunt bellatoriis. Gelonis Agathyrsi collimitant, interstincti colore caeruleo corpora simul et crines et humiles quidem minutis atque raris, nobiles vero latius fucatis et densioribus notis. post hos Melanchlaenas er Anthropophagos palari accepimus per diversa humanis corporibus victitantes, quibus ob haec alimenta nefanda desertis finitimi omnes longa petiere terrarum. ideoque plaga omnis orienti aestivo obiecta, usque dum venitur ad Seras, inhabitabilismansit. parte alia prope Amazonum sedes Halani sunt orienti acclines, diffusi per populosas gentes er amplas, Asiaticos vergentes in tractus, quas dilatari ad usque Gangen accepi, fluvium intersecantem terras Indorum mareque Inundantem australe.

Hi bipertiti per utramque mundi plagam Halani, quorum gentes varias nunc recensere non refert, licet dirempti spatiis longis per pagos ut Nomades vagantur immensos, aevi tamen progressu ad unum concessere uocabulum et summatim omnes Halani cognominantur ob mores et modum efferatum vivendi eandemque armaturam. nec enim ulla sunt illis uel tuguria aut versandi vomeris cura, sed carne er copia victitatur lactis plaustris supersidentes, quae operimentis curvatis corticum per solitudines conferunt sine fine distentas. cumque ad graminea venerint, in orbiculatam figuram locatis sarracis ferino ritu vescuntur absumptisque pabulis velut carpentis civitates impositas vehunt maresque supra cum feminis coeunt et nascuntur in his et educuntur infantes et habitacula sunt haec illis perpetua et, quocumque ierint, illic genuinum existimant larem. armenta prae se agentes cum gregibus pascunt maximeque equini pecoris est eis sollicitior cura. ibi campi semper herbescunt inrersitis pomiferis locis atque ideo transeuntes quolibet nec alimentis nec pabulis indigent, quod efficit umectum solum et crebri fluminum praerermeantium cursus. omnis igitur aetas et sexus imbellis circa vehicula ipsa versatus munus distringitur mollibus. ivuentus vero equitandi usu a prima pueritia coalescens incedere pedibus existimat uile et omnes multiplici disciplina prudentes sunt bellatores. unde etiam Persae, qui sunt originitus Scythae, pugnandi sunt perltlsslml.

Proceri autem Halani paene sunt omnes et pulchri, crinibus mediocriter flauis, oculorum temperata torvitate terribiles, et armorum levitate veloces. Hunisque per omnia suppares, verum victu mitiores et cultu, latrocinando et venando ad usque Maeotica stagna et Cimmerium Bosporum itidemque Armenios discurrentes er Mediam. utque hominibus quietis et placidis otium est voluptabile, ita illos pericula iuvant et bella. iudicatur ibi beatus, qui in proelio profuderit anirnam, senescentes enim et fortuitis mortibus rnundo digressos ut degeneres et ignavos conviciis atrocibus insectantur nec quidquam est, quod elatius iactent, quam homine quolibet occiso proque exuviis gloriosis interfectorum avulsis capitibus detractas pelles pro phaleris iumentis accommodant bellatoriis. nec templum apud eos visitur aut delubrum, ne tuguriurn quidem culmo tectum cerni usquam potest, sed gladius barbarico ritu humi figitur nudus eurnque ut Martem regionum, quas circumcolunt, praesulem verecundius colunt. futura miro praesagiunt modo. narn rectiores virgas vimineas colligentes easque cum incantamentis quibusdam secretis praestituto tempore discernentes aperte, quid portenditur, norunt. servitus quid sit ignorant omnes generoso semine procreati iudicesque etiam nunc eligunt diuturno bellandi usu spectatos. sed ad reliqua textus propositi revertamur.

3 Igitur Huni pervasis Halanorum regionibus, quos Greuthungis confines Tanaitas consuetudo nominavit, interfectisque multis et spoliatis reliquos sibi concordandi fide pacta iunxerunt eisque adhibitis confidentius Errnenrichi late patentes er uberes pagos repentino impetu perruperunt, bellicosissimi regis et per multa variaque fortiter facta vicinis nationibus formidati. qui vi subitae procellae perculsus, quamvis manere fundatus er stabilis diu conatus est, impendentium tarnen diritatem augente vulgatius fama magnorum discriminum metum uoluntaria morte sedavit. cuius post obitum rex Vithimiris creatus restitit aliquantisper Halanis, Hunis aliis fretus, quos mercede sociaverat partibus suis. verum post multas, quas pertulit, clades animam effudit in proelio vi superatus armorum. cuius parvi filii Viderichi nomine curarn susceptam Alatheus tuebatur et Safrax, duces exerciti et firmitate pectorurn noti, qui, cum tempore arto praeventi abiecissent fiduciam repugnaridi cautius discedentes ad amnem Danastrum pervenerunt inter Histrum et Borysthenen per camporum ampla spatia diffluentem. haec ita praeter spem accidisse doctus Athanaricus, Thervingorum iudex, in quem, ut ante relatum est, ob auxilia rnissa Procopio dudum Valens commoverat signa, stare gradu fixo temptabat surrecturus in vires, si ipse quoque Iacesseretur ut ceteri. castris denique prope Danastri margines a Greuthungorum vallo Iongius opportune metatis Munderichum ducem postea limitis per Arabiam cum Lagarimano et optimatibus aliis ad usque vicensimum lapidem misit hostium speculaturos adventum ipse aciem nullo turbante interim struens. verum longe aliter, quam rebatur, evenit. Huni enim, ut sunt in coniectura sagaces, multitudinem esse longius aliquam suspicati praetermissis, quos uiderant, in quietem tamquam nullo obstante compositis rumpente noctis tenebras luna vado fluminis penetrato id, quod erat potissimum, elegerunt et veriti, ne praecursorius index procul agentes absterreat Athanaricum ipsum ictu petivere veloci. eumque stupentem ad impetum primum amissis quibusdam suorum coegerunt ad effugia properare montium praeruptorum. qua rei novitate maioreque venturi pavore constrictus a superciliis Gerasi fluminis ad usque Danubium Taifalorum terras praestringens muros altius erigebat, hac lorica diligentia celeri consummata in tuto locandam securitatem suam existimans et salutem. dumque efficax opera suscitatur. Huni passibus eum citis urgebant et iam oppresserant adventantes, ni gravati praedarum onere destitissent.

Fama tamen late serpente per Gothorum reliquas gentes, quod invisitatum antehac hominum genus ut turbo montibus celsis ex abdito sinu coortum apposita quaeque convellit modo ruinae corrumplt, populi pars maior, quae Athanaricum attenuata necessariorum penuria deseruerat, quaeritabat domicilium remotum ab omni notitia barbarorum diuque deliberans, quas eligeret sedes, cogitavit Thraciae receptaculum gemina ratione sibi conveniens, quod et caespitis est feracissimi et amplitudine fluentorum Histri distinguitur ab arvis patentibus iam peregrini fulminibus Martis. hocque idem residui velut mente cogitavere communi.

4 Itaque duce Alavivo ripas occupavere Danubii missisque oratoribus ad Valentem suscipi se hurnili prece poscebant et quiete victuros se pollicentes et daturos, si res flagitasset, auxilia. dum aguntur haec in externis, novos maioresque solitis casus versare gentes arctoas rumores terribiles diffuderunt: per omne, quidquid ad Pontum a Marcomannis praetenditur et Quadis, multitudinem barbaram abditarum nationum vi subita sedibus pulsam circa flumen Histrum vagari cum caritatibus suis disseminantes. quae res aspernanter a nostris inter initia ipsa accepta est hanc ob causam, quod illis tractibus non nisi peracta aut sopita audiri procul agentibus consueverant bella. verum pubescente fide gestorum, cui robur adventus gentilium addiderat legatorum precibus et obtestatione petrntium citra flumen suscipi plebem extorrem, negotium laetitiae fuit potiusquam timori eruditis adulatoribus in maius fortunam principis extolientibus, quae ex ultimis terris tot tirocinia trahens ei nec opinanti offerret, ut collatis in unum suis et alienigenis viribus invictum haberet exercitum et pro militari supplemento, quod prouinciatlm annuum pendebatur, thesauris accederet auri cumulus magnus. hacque spe mittuntur diversi, qui cum vehiculis plebem transferant truculentam. et navabatur opera diligens, ne qui Romanam rem eversurus relinqueretur vel quassatus morbo letali. proinde permissu imperatoris transeundi Danubium copiam , colendique adepti Thraciae partes transfretabantur in dies et noctes navibus ratibusque et cavatis arborum alveis agminatim impositi atque per amnem longe omnium difficillimum imbriumque crebritate tunc auctum ob densitatem nimiam contra ictus aquarum nitentes quidam et natare conati hausti sunt plures.

Ita turbido instantium studio orbis Romani pernicies ducebatur. illud sane neque obscurum est neque incerturn infaustos transvehendi barbaram plebern ministros numerum eius comprehendere calculo saepe temptantes conquievisse frustratos,

"quem qui scire uelit", ut eminentissirnus memorat uates, "Libyci velit aequoris idem discere quam rnultae zephyro truduntur harenae."

resipiscant tandem memoriae veteres Medicas acies ductantes ad Graeciam. quae, dum Hellespontiacos pontes et discidio quodam fabrili mare sub imo Athonis pede quaesiturn exponunt et turmatim apud Doriscurn exercitus recensitos, concordante omni posteritate ut fabulosae sunt lectae. nam postquarn innurnerae gentium multitudines per provincias circumfusae pandentesque se in spatia ampla camporurn regiones ornnes et cuncta opplevere montiurn iuga, fides quoque vetustatis recenti documento firmata est. et primus cum Alaviuo suscipitur Fritigernus, quibus et alimenta pro tempore et subigendos agros tribui statuerat imperator.

Per id tempus nostri limitis reseratis obicibus atque ut Aetnaeas favillas armatorurn agrnina diffundente barbaria, cum difficiles necessitatum articuli correctores rei militaris poscerent aliosque claritudine gestarum rerum notissimos, quasi laevo quodam numine deligente in unum quaesiti potestatibus praefuere castrensibus homines maculosi ...


LV Gizewski SS 2001

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