Barbaren unter römischer Herrschaft. Tacitus über die Britannier. Agricola 10, 2 - 16, 3.

Dt. Übersetzung und lat. Text nach: Publius Cornelius Tacitus, Agricola. Lateinisch und deutsch. Übersetzt, erläutert und mit einem Nachwort herausgegeben von Robert Feger, Stuttgart 1973, S. 16 - 27.


Deutsche Übersetzung:

10 (1) Britanniens Lage und Völkerschaften, von vielen Schriftstellern schon beschrieben, will ich nicht im Wettstreit mit ihrer Sorgfalt und ihrem Talent noch einmal schildern, sondern weil es damals [scil. zur Zeit des Agricola] zum ersten Mal völlig unterworfen wurde. So soll, was meine Vorgänger noch ohne sichere Kundschaft mit rednerischer Kunst ausgemalt haben, jetzt wirklichkeitsgetreu dargestellt werden. (2) Britannien, die größte der Inseln im römischen Gesichts-kreis, erstreckt sieh nach Ausdehnung und Lage im Osten gegen Germanien, im Westen gegen Hispanien und ist im Süden sqgar den Galliern sichtbar; seine nördlichen Küsten denen kein Land mehr gegenüberliegt, werden von weiter, offener See bespült. (3) Die Gestalt Britanniens im ganzen haben von den Alten Livius, von den Neuen Fabius Rusticus, beide sehr sprachgewandte Schriftsteller, mit einer länglichen Raute oder einer Doppelaxt verglichen. Und das ist wirklich auch seine Gestalt, ohne Caledonien; von da ging die Bezeichnung auf das Ganze über. Für die aber, die darüber hinausgehen, verjüngt sich der unermeßliche und ungeheure Raum der am seheinbar äußersten Gestade immer weiter vorspringenden Landstriche wie zu einem Keil. (4) Diese Küste im femsten Meer umsehiffte damals zum ersten Mal eine römische Flotte und bestätigte damit, daß Britannien eine Insel sei; gleichzeitig fand und unterwarf sie die bis zu jener Zeit noch unerfotschten Inseln, die man Oreaden nennt. Auch Thule wurde gcsichtet, aber der Befehl ging nut bis dorthin; auch nahte der Wintct. (5) Sie berichten jedoch, jenes träge uisd dem Ruder beschwerliche Meer lasse sich auch durch Winde nicht wie anderswo aufwühlen - ich glaube, weil Land und Berge, die Ursache und Veranlassung der Stürme, dort seltener sind und die unergründliche Masse zusammenhängenden Meeres nur langsam in Bewegung kommt. (6) Die Beschaffenheit des Ozeans und der Gezeiten zu untersuchen ist keinesfalls dieses Werkes Absicht; auch haben viele darüber berichtet. Nur eines müchte ich anfügen: Nirgendwo herrscht die See ausgedehnter; viele Strümungen sendet sie hierhin und dorthin; sie steigt nicht etwa nur bis zur Küste und wird dann wieder zurückgesogen, sondern flutet in Windungen tief landein und schiebt sich gar zwischen Hühenzüge und Berge, als wäre sie da in ihrem Reich.

11 (1) Was für Menschen übrigens Britannien zuerst bewohnten, Eingehorene oder Zugewanderte, darüber ist nur wenig bekannt, wie bei Barbaren stets. Die Beschaffenheit ihrer Körper ist unterschiedlich, und daraus sind Schlüsse möglich. (2) Denn das rötliche Haar, die gewaltigen Glieder Bewohner Caledoniens sprechen für germanische Abnft; der Siluren dunkle Gesichter, ihr meist krauses Haar und das ihnen gegenüberliegende Hispanien machen es glaubhaft, daß die alten Hiberer herübergekommen sind und diese Gebiete besetzt haben. Die den Galliern zunächst Wohnenden sind ihnen auch ähnlich - sei es, daß die Kraft des Ursprungs noch dauert, sei es, daß der gleiche Himmeliditrich den Kürpern, auch wenn sich die Länder nach veriedener Richtung erstrecken, das gleiche Aussehen verlieh. (3) Doch ist es aufs ganze gesehen glaublich, daß Gallier die nahe Jnsel besetzt haben: Ihre heiligen Bräuche kann man in der Überzeugung des gleichen Aberglaubens wieder-finden; die Sprache ist nicht wesentlich verschieden - die Keckheit, Gefahren herauszufordern, die gleiche und gleich das ängstliche Bemühen, sich ihnen zu entziehen, sobald sie da sind. (4) Doch zeigen die Britannier mehr Wildheit, weil ja noch keine lange Friedenszest sie verweichlicht hat; denn auch die Gallier haben sich einst im Kriege hervorgetan, wie wir vernommen haben; später drang mit der Muße Erschlaffung ein, und sie verloren mit der Tapferkeit auch die Freiheit. Dies eben widerfuhr auch den schon früher Besiegten unter den Britanniern; die übrigen sind noch, was die Gallier gwesen.

12 (1) Im Fußvolk liegt ihre Kraft. Einige Stämme kämpfen auch zu Wagen; der Vornehmere ist Lenker, die Dienstmannen kämpfen für ihn. Einst folgten sie Königen, jetzt wero sie unter Häuptlingen von Parteikämpfen und Eifersüchteleien hin und her gerissen. (2) Nichts aber ist uns Oützlicher im Kampf gegen so starke Völker, als daß sie nicht gemeinschaftlich beschließen. Selten nur verbünden sich zwei oder drei Völkerschaften zur Abwehr gemeinsamer Gefahr; so kämpfen sie einzeln und werden allesamt besiegt. (3) Das Klima ist wegen häufiger Regengüsse und Nebel widerwärtig, starke Kälte fehlt. Der Tage Länge übersteigt das Maß unserer Breiten, die Nacht ist klar und im äußersten Teil Britanniens so kurz, daß du Ende und Anfang des Tages nur an geringem Unterschied bemerkst. (4) Wenn Wolken es nicht hindern, lasse sich auch nachts der Sonne Licht erblicken, und sie ginge nicht unter und auf, sondern Oduer vorüber, sagen sie: Verständlich, denn das flache Ende der Erde läßt mit seinem niedrigen Schatten keine Dunkelheit in die Höhe kommen, und die Nacht fällt nur unterhalb von Himmelswölbung und Gestirnen ein. (5) Der Boden trägt, von Olbaum, Rebe und anderem abgeschen, das nur in warmeren Gegenden zu wachsen pflegt, gern und reichlich Früchte; sie reifen langsam, schießen aber schnell hervor; beide Erscheinungen haben die gleiche Ursache: die große Feuchtigkeit des Bodens und der Luft.(6) Britannien liefert Gold, Silber und andere Metalle als Lohn des Siegs. Auch bringt der Ozean Perlen hervor, doch sind sie trüb und bläulich; manche glauben, den Sammlern fehle die Erfahrung, denn im Roten Meere reiße man sie lebend und atmend von den Felsen, in Britannien lese man sie nur auf, wie sie gerade ans Ufer gespült wurden. Ich möchte eher glauben, es fehle den Perlen an Schönheit als uns an Habgier.

13 (1) Die Britannier selbst unterwerfen sich der Aushebung, den Abgaben und anderen Lasten, die mit unserer Herrschaft verbunden sind, unverdrossen, wenn Ungerechtigkeiten vermieden werden; diese ertragen sie nur schwer -schon gezähmt zum Gehorchen, noch nicht aber zum Knechts-dienst. Obwohl nun der göttliche Iulius, da er als erster von allen Römern mit seinem Heer in Britannien einfiel, durch ein glückliches Gefecht die Einwohner schreckte und sich der Küste bemächtigte, könnte es doch scheinen, er habe Britannien der Nachwelt nur gezeigt, nicht übergeben. (2) Dann Bürgerkriege, und gegen den Staat gekehrt die Waffen der Führenden, und lange vergessen Britanisien, selbst im Frieden. Planvolle Klugheit nannte dies der göttliche Augustus, Tibenus Befehl. Daß Gaius Caesar damit umgegangen, in Britannien einzufallen, steht zur Genüge fest, nur war seine flüchtige Sinnesart auch zu schnellem Wechsel bereit; auch seine ungeheuren Anstrengungen gegen Germanien blieben ja ohne Ergebnis. (3) Der göttliche Claudius vollbrachte das große Werk; Legionen und Hilfitruppen wurden übergesetzt und Vespasianus mit einem Teil der Aufgaben betraut, was der Anfang seines künftigen Aufstiegs gewesen ist; Völker wurden unterworfen, Könige gefangen und so vom Schicksal auf Vespasianus hingewiesen.

14 (1) Von Konsularen wurde als erster zum Statthalter Aulus Plautius gesetzt, dann Ostonus Scapula, beide im Feld vortreffuch; und so wurde allmählich der uns zunächstliegende Teil Britanniens zur Provinz geformt und ihr obendrein eine Veteranensiedlung gegeben. Einige Gaue gab man dem König Cogidumnus - er blieb uns bis zum heutigen Tag treu ergeben -, nach dem alten und früh schon geübten Brauch des römischen Volkes, als Werkzeuge zur Knechtung auch Könige zu benutzen. (2) Später dann hielt Didius Callus das von den Vorgängern Erworbene zusammen und schob nur wenige Stützpunkte weiter vor, wodurch er den Ruhm vermehrter Pflichterfüllung anstreben wollte. Den Didius löste Veranius ab, doch starb dieser nach einem Jahr. (3) Hierauf hatte Suetonius Paulinus während zweier Jahre guten Erfolg: er unterwarf Stämme und legte feste Plätze an. Auf diese gestützt, griff er die Insel Mona an, da sie den Aufständischen Streitkrlifte zuführte; er gab aber damit seinen Rüdten dem Feinde preis.

15 (1) Denn wegen der Abwesenheit des Legaten legte sieh die Furcht, und die Britannier erwogen unter sich die Leiden ihrer Knechtschaft, verglichen das erlittene Unrecht und machten es durch Ausdeutung noch schreiender: Zu nichts führe die Geduld, als daß man ihnen noch Schwereres auf-erlege, so als trügen sie noch zu leicht. (2) Früher hätten sie jeweils nur einen König gehabt, jetzt bürde man ihnen zwei auf, und von diesen wüte der Legat gegen ihr Blut, der Prokurator gegen ihre Habe. In gleicher Weise wie die Zwietracht ihrer Vögte sei auch ihre Eintracht für die Untertanen verderblich; Zenturionen, die Werkzeuge des einen, und Sklaven, die des anderen, verübten zusammen Gewalt und Schandtat; schon sei nichts mehr ihrer Habsucht, nichts ihrer Wollust entzogen. (3) In der Schlacht sei es der Tapfere, der die Rüstung nähme, jetzt aber würden ihnen meist von Feiglingen und Kriegsuntüchtigen die Häuser entrissen, die Kinder verschleppt, Aushebungen aufgebürdet - so als wüßten sie nur für ihr eigenes Vaterland nicht zu sterben. Wie wenig Soldaten seien doch herübergekommen, wenn sich die Britannier nur selber zählen wollten! So habe Germanien sein Joch ab-geworfen - und sei doch nur durch einen Fluß, nicht durch einen Ozean geschützt! (4) Ihnen seien Vaterland, Gattinnen, Eltern - jenen nur Habsucht und Uppigkeit Anlaß zum Krieg; sie würden weichen, wie ihr vergötterter luhus gewichen, wollten die Britannier nur der Tapferkeit ihrer Vorfahren nacheifern. Auch dürften sie über des einen oder anderen Gefechtes Ausgang nicht erschrecken: Mehr Ungestüm hätten zwar die Glücklichen, die größere Standhaftigkeit aber sei bei den Unglücklichen. (5) Schon erbarmten sich der Britannier selbst die Götter, die den römischen Feldherrn fern, sein Heer auf einer anderen Insel festgebannt hielten; schon gingen sie selbst miteinander zu Rat - und dies sei das Schwierigste gewesen. Auf der anderen Seite sei es gefähtlicher, über solchen Besirebungen ertappt zu werden als zu handeln.

16 (1) Durh diese und ähnliche Reden wechselseitig aufgereizt, griffen sie unter Führung der Buddicca, einer Frau aus königlichem Stamm - denn im Oberbefehl unterschieden sie nicht nach Geschlecht -, allesamt zu den Waffen. Sie verfolgten die über die Stützpunkte verstreuten Soldaten, drangen nach Eroberung der Vorwerke in die Kolonie selbst als in den Sitz der Knechischaft ein, und keine Art von Greueln, die barbarischer Sinnesart liegen, unterließ ihr wütender Siegerübermut. (2) Wäre daher Paulinus auf die Kunde vom Aufstand der Provinz nicht eilends zu Hilfe gekommen, so wäre Britannien verloren gewesen. Eines einzigen Gefechtes glücklicher Ausgang brachte es zwar zur alten Unterwürfigkeit zurück; es blieben aber viele, die das Bewußtsein ihres Abfalls und persönliche Furcht vor dem Legaten schreckten, noch unter Waffen, als könnte er, obzwar sonst ein hervorragender Mann, nach ihrer Unterwerfung anmaßend gegen sie und gleichsam als Rächer einer ihm selbst zugefügten Schmach allzu streng verfahren. (3) So entsandte man also Petronius Turpilianus, weil er, erbittlicher und ohne Kenntnis der Vergehen der Feinde, ebendadurch ihrer Reue gegenüber milder gesinnt sein würde; als er die Ruhe wiederhergestellt hatte, wagte er nichts weiter und übergab dem Trebelhus Maximus die Provinz. Trebellius, noch lascher und ohne militärische Erfahrung, behauptete die Provinz durch eine gewisse umgängliche Art der Verwaltung. ...


Lateinischer Text:

10 (1) Britanniae situm populosque multis scriptoribus memoratos non in comparationem curae ingeniive referam, sed quia tum primum perdomita est. ita quae priores nondum comperta eloquentia percoluere, rerum fide tradentur. (2) Britannia, insularum quas Romana notitia complectitur maxima, spatio ac caelo in orientem Germaniae, in occidentem Hispaniae obtenditur, Gallis in meridiem etiam inspicitur; septentrionalia eius, nullis contra terris, vasto atque aperto mari pulsantur. (3) formam totius Britanniae Livius veterum, Fabios Rusticus recentium eloquentissimi auctores oblongae scutulae vel bipenni assimulavere. et est ea facies citra Caledoniam, unde et in universum fama est. transgressis inmensum et enorme spatium procurrentium extremo iam litore terrarum velut in cuneum tenuatur. (4) hanc oram novissimi maris tunc primum Romana classis circumvecta insulam esse Britanniam affirmavit, ac simul incognitas ad id tempus insulas, quas Oreadas vocant, invenit domuitque. dispecta est et Thule, quia hactenus iussum, et hiems appetebat. (5) sed mare pigrum et grave remigantibus perhibent ne ventis quidem perinde attolli, credo quod rariores terrae montesque, causa ac materia tempestatum, et profunda moles continus maris tarditis impellitur. (6) naturam Oceani atque aestus neque quaerere huius operis est ac multi rettulere: unum addiderim, nusquarn latius dorninari mare, multum fluminum huc atque illuc ferre, nec litore tenus adcrescere aut resorberi, sed influere penitus atque ambire, et iugis etiam ac montibus insenrivelut in suo.

11 (1) Ceterum Britanniarn qui mortales initio toluerint, indigenae an advecti, ut inter barbaros, parurn cornpertum. habitus corporurn varii, atque est eo argumenta. (2) namque rutilae Caledoniam habitantiurn cornae, magni artus Germanicam originem asseverant; Silururn colorati vultus, torti plerurnque crines et posita contra Hispania Hiberos vereres traiecisse easque sedes occupasse fidem faciunt; proxirni Gallis et similes sunt, seu durante originis vi, seu procurrentibus in diversa terris positio caeli corporibus habitum dedit. (3) in universum tamen aestimanti Gallos vicinam insulam occupasse credibile est. eorum sacra deprehendas, superstitionum persuasione; sermo haud multum diversus, in deposcendis periculis eadem audacia et, ubi advenere, in detrectandis eadem formido. (4) plus tamen ferociae Britanni praeferunt, ut quos nondum longa pax emollierit. nam Gallos quoque in bellis floruisse accepimus; mox segnitia cum otio intravit, amissa virtute pariter ac libertate. quod Britannorum olim victis evenit. ceteri inanent quales Galli fuerunt.

12 (1) In pedite robur; quaedam nationes et curru proeliantur. honestior auriga, clientes propugnant. olim regibus parebant, nunc per principes factionibus er studiis trahuntur. (2) nec aliud adversus validissimas gentes pro nobis utilius quam quod in commune non consulunt. rarus duabus tribusve civitatibus ad propulsandum commune periculum conventus: ita singuli pugnant, universi vincuntur. (3) caelum crebris imbribus ac nebulis foedum; asperitas frigorum abest. dierum spatia ultra nostri orbis mensuram; nox clara et extrema Britanniae parte brevis, ut finem atque initium lucis exiguo discrimine internoscas. (4) quod si nubes non officiant, aspici per noctem solis fulgorem, nec occidere et exurgere, sed transire affirmant. scilicet extrema et plana terrarum humili umbra non erigunt tenebras, infraque caelum et sidera nox cadit. (5) solum praeter oleam vitemque et cetera calidioribus terris oriri sueta patiens frugum fecundum; tarde mitescunt, cito proveniunt; eademque utriusque rei causa, multus umor terrarum caelique. (6) fert Brirannia aurum er argentum er alia meralla, pretium victoriae. gignit et Oceanus margarita, sed subfusca ac liventia. quidam artem abesse legentibus arbitrantur; nam in rubro mari viva ac spirantia saxis avelli, in Britannia, prout expulsa sint, colligi: ego facilius crediderim naturam margaritis deesse quam nobis avaritiam.

13 (1) Ipsi Britanni dilectum ac tributa et iniuncra imperii munera impigre obeunt, si iniuriae absint: has aegre tolerant, iam domiti ut pareant, nondum ut serviant. igitur primus omnium Romanorum Divus lulius cum exercitu Britanniam ingressus, quamquam prospera pugna terruertt incolas ac litore potitus sit, potest videri ostendisse posteris, non tradidisse. (2) mox bella civilia et in rem publicam versa principum arma ne longa oblivio Britanniae etiam in pace: consiiium id divus Augustus vocabat, Tiberius praeceptum. agitasse Gaium Caesarem de intranda Britannia satis constat, ni velox ingenio mobili paenitentiae, et ingentes adversus Germaniam conatus frustra fuissent. (3) Divus Claudius auctor tanti operis, transvectis legionibus auxiliisque et adsumptu in partem rerum Vespasiano, quod initium venturae mox fortunae fuit: domitae gentes, capti reges et monstratus fatis Vespasianus.

14 (1) Consularium primus Aulus Plautius praepositus ac subinde Ostorius Scapula, uterque bello egregius: redactaque paulatim in formam provinciae proxima pars Britanniae, addita insuper veteranorum colonia. quaedam civitates Cogidumno regi donatse - is ad nostram usque memoriam fidissimus mansit - vetere ne iam pridem recepta populi Romani consuetudine, ut haberet instrumenta servitutis et reges. (2) mox Didius Gallus parta a prioribus continuit, paucis admodum castellis in ulteriora promotis, per quae fama aucti officii quaereretur. Didium Veranius exeepit, isque intra annum extinctus est. (3) Suetonius hinc Paulinus biennio prosperas res habuit, subactis nationibus firmatisque praesidiis; quorum fiducia Monarn insulam ut vires rebellibus ministrantem adgressus terga occasioni patefecit.

15 (1) Namque absentia legati remoto metu Britanni agitare inter se mala servitutis conferre iniurias et interpretando accendere: nihil profici patientia nisi ut graviora tamquam ex facili tolerantibus imperentur. (2) singulos sibi olim reges fuisse, nunc binos imponi, e quibus legatus in sanguinem, procurator in bona saeviret. aeque discordiam praepositorum, aeque concordiam subiectis exitiosam. alterius manus centuriones, alterius servos vim et contumelias miseere. nihil iam cupiditati, nihil libidini exceptum. (3) in proelio fortiorem esse qui spoliet: nunc ab ignavis plerumque et inbellibus eripi domos, abstrahi liberos, iniungi dilectus tamquam mori tantum pro patria nescientibtis. quantulum enim transisse militum, si sese Britanni numerent? sic Germanias excussisse iugum: et flumine, non Oceano defendi. (4) sibi patriam coniuges parentes, illis avaritiam et luxuriam causas belli esse. recessuros, ut Divus Iulius recessisset, modo virtutem maiorum suorum aemularentur. neve proelii unius aut alterius eventu pavescerent: plus impetus felicibus, maiorem constantiam penes miseros esse. (5) iam Britannorum etiam deos misereri, qui Romanum ducem absentem, qui relegatum in alia insula exercitum detinerent; iam ipsos, quod difficillimum fuerit, deliberare. porro in eius modi consiliis periculosius esse deprehendi quam audere.

16 (1) His atque talibus in vicem instincti Boudicca generis regii femina duce - neque enim sexum in imperiis discernunt - sumpsere universi bellum; ac sparsos per castella milites consectati, expugnatis praesidiis ipsam coloniam invasere ut sedem servitutis, nec ullum in barbaris saevitiae genus omisit ira er victoria. (2) quod nisi Paulinus cognito provincsae motu propere subvenisset, amissa Britannia foret; quam unius proelii fortuna veteri patientiae restituit, tenentibus arma plerisque, quos conscientia defectionis et proprius ex legato timor agitabat, ne quamquam egregius cetera adroganter in deditos et ut suae cuiusque iniuriae ultor durius consuleret. (3) missus igitur Petronius Turpilianus tamquam exorabilior er delictis hostium novus eoque paenitentlae mirior, compositis prioribus nihil u~rra ausus Trebellio Maximo provinelam tradidit. TrebelIius segnior et nullis castrorum experimentis, comitate quadam curandi provinciam tenuit. ...


LV Gizewski SS 2001

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)