Detaillierte Themenübersicht

zum Skript 'Die Vielzahl der Länder, Völker und Sprachen in der Alten Geschichte' (der Lehrveranstaltung Gizewski im SS 2001).


Kap. 1: Einführung: Länder, Völker und Sprachen der antiken Welt in systematischer Übersicht aus heutigem Kenntnisstand.

INHALT

1. Grundlegende Begriffe und zuständige Fachwissenschaften.

2. Die Geographie der antiken Welt.

3. Die Anthropologie der antiken Welt.

4. Die Kulturstufen, Kulturen und Kulturkreise der antiken Welt.

5. Die Sprachen der antiken Welt.

6. Die Schriften der antiken Welt.

7. Historische System- und Prozeßstrukturen der antiken Welt.

8. Literatur, Medien und Quellen.

Kap. 2: Zu den Formen antiker Astronomie und wissenschaftlicher Geographie.

INHALT

1. Verdichtung der Verkehrsbeziehungen und Siedlungsverhältnisse im mediterran-vorderorientalischen Raum im Laufe der antiken Geschichte.

2. Die geprüfte und ungeprüfte Kunde von weit entfernten, fremden Gebieten der Erde in Reiseberichten und Gerüchten.

3. Systematische Entdeckungsreisen und herrschaftlich organisierte Expeditionen in Grenzräume. Methodisch konzipierteLänder- und Völkerbeschreibungen.

4. Verschiedene Typen und Entwicklungsformen der antiken Vorstellungen von der Lage der Welt im Kosmos.

5. Mathematische Formen der Astronomie und der Erdvermessung.

6. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 3: Zu antiken Vorstellungen und Theorien von der Entstehung der Völker, Sprachen und Kulturen.

INHALT

1. Antike Völkerbegriffe und Erklärungsmodelle für die Vielfalt der Völker und Kulturen.

2. Abstammungsmythen, Genealogien und Völkertafeln in der vorderorientalischen und griechisch-römischen Antike.

3. Die Kulturstufentheorie in der griechischen Philosophie.

4. Völkerbezogene Formen antiker Bestimmung und Erklärung des Inhalts menschlicher 'Kultur'.

5. Die verschiedenen Gattungen wissenschaftlich-systematischer, bildungs- und unterhaltungsbezogener, religiöser oder pragmatischer Völkerdarstellung in der antiken Literatur.

6. Literatur, Medien, Quellen

Kap. 4: Der Beginn der ethnographischen und historischen Beschreibung fremdartiger und ferner Völker (am Beispiel Herodots).

INHALT

1. Herodots Reisen und sein historisch-ethnographisches Werk.

2. Zur Geschichte der von Herodot beschriebenen Völker im Überblick.

3. Die Griechen und die anderen vertrauteren Völker des mediterranen Raums: einer ethnographischen Beschreibung zumeist nicht bedürftig.

4. Barbarische Repräsentanten Asiens gegen die Hellenen und Europa: Die Perser bei Herodot.

5. Reiche, große Länder und Völker mit alten Kulturtraditionen, an denen vieles unverständlich ist: Ägypten und Mesopotamien bei Herodot.

6. Unbeherrschbare barbarische Völker ohne feste Wohnistze: Liber und Skythen.

7. Barbaren an den äußersten Rändern der Oikumene: Thraker, Kelten, Araber, Inder und Äthipopier bei Herodot.

8.Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 5: Die antike Fortentwicklung systematischer Darstellungen über Menschen und Länder (am Beispiel Strabos und Plinius).

INHALT

1. Theoriewandel und Erkenntnisgewinn in der Länder- und Völkerbeschreibung zwischen der Zeit Herodots und der römischen Spätantike.

2. 'Geographika' bei Strabon.

3. 'Naturalis Historia' bei Plinius d. Ä.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 6: Binnen- und Außendarstellungen der Griechen, Römer und Juden als Völker des engeren antik-mediterranen Verkehrs- und Kulturkreises (am Beispiel von Völkerbildern bei Thukydides, Polybios, Vergil, Augustinus, Deutero-Jesaja, Flavius Iosephus und Tacitus).

INHALT

1. Politische, kulturelle und religiöse Gründe für die Ausprägung von Völkerbildern aus externer und interner Perspektive in der Antike (Typopologie). Die Aussagekraft von Exempeln.

2. Das positive politische und kulturelle Selbstbild der Athener aus der Perspektive des Thukydides (5. Jh. v. Chr.).

3. Griechen, Karthager und Römer im kritischen Verfassungsvergleich aus der Perspektive des Polybios (2. Jh. v. Chr.).

4. Die Römer aus der politisch-panegyrischen Perspektive Vergils (1. Jh. v. Chr.).

5. Die Römer aus der christlich-sittenkritischen Perspektive des Augustinus (4. Jh. n. Chr.).

6. Das Bild von den Juden als Werkzeug Gottes bei Deutero-Jesaja (5. Jh. v. Chr.).

7. Invektiven gegen die Juden als Volk und die durch das göttliche Gesetz im jüdischen Volk gestiftete Einheit und Vernunft aus der Sicht des Flavius Iosephus (1. Jh. n. Chr.).

8. Tacitus ambivalentes Bild von den Juden als Volk.

9. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 7: Die Bilder antik-mediterraner Völker von Barbarenvölkern in ihrer Nachbarschaft (am Beispiel der Barbarenbeschreibung der römischen Autoren Caesar, Tacitus und Ammianus Marcellinus).

INHALT

1. Die Tradition des Barbarenbegriffs in der Antike und seine jeweilige politische Aktualisierung, insbesondere im Kriegsfalle. Seine Entwicklung im Römiscchen Reich.

2. Barbarenvölker im Zugriff des römischen Reiches.

3.Barbaren unter römischer Herrschaft auf dem Wege zur provinzialen Eingliederung.

4. Von Rom nicht beherrschbare, aber außerhalb der Grenzen bleibende Barbaren.

5. Barbaren in Bewegung auf die Grenzen des Reiches.

6. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 8.: Antike Kartenwerke (am Beispiel der 'Geographike Hyphegesis' des Ptolemaios und der 'Tabula Peutingeriana').

INHALT

1. Antike Kartenwerke.

2. Eine Erdkarte als Ergebnis atronomisch basierter Geographie: die 'Geographike Hyphegesis' des Ptolemaios.

3. Ein Kartenwerk als praktisches Instrument des zivilen und militärischen Reiseverkehrs: Aufbau, Inhalte und Zuverlässigkeit.

4. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 9.: Zur Traditions- und Rezeptionsgeschichte antiken Wissens und Meinens über Länder, Völker und Sprachen.

INHALT

1. Zur Bedeutung der nachantiken Tradition und Rezeption antiker Vorstellungen über Länder, Völker und Sprachen.

2. Die Nachwirkung antiker Astronomie, Geographie und Ethnographie.

3. Die Nachwirkung antiker Völkerbilder und die ideelle Wirkung der Neuentdecktung alter Völker.

a) 'Maßstabsetzende' Völker und 'Völker im Schatten': traditionsbestimmende und abgeschnittene Überlieferungen aus der Antike.

b) Hauptlinien der Traditionssgeschichte antiker Völkerbilder in Mittelalter und Neuzeit.

c) Neue Formen der Anknüfung des politisch-kulturellen Selbstverständnisses neuzeitlicher Völker an der neuentdeckten Geschichte antiker Völker.

d) Gründe für die Problematik einiger theoretischer Ansätze zur historischen Bestimmung und Erklärung des 'Wesens' heutiger Völker.

4. Literatur.

Allgemeines Verzeichnis der Quellen, Medien und Literatur zum Thema des Skripts.

LV Gizewski SS 2001

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)