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Kap. 2: Landwirtschaftsgeographie des Alten Mittelmeerraums und des Alten China im Überblick.

 ÜBERSICHT

I. Zusammenfassende Vorbemerkungen:

  • Die landwirtschaftlich nutzbaren Gebiete der Erdoberfläche.
  • Der 'Boden' als Basis der Landwirtschaft.
  • Die vom Klima gesetzten Rahmenbedingungen der natürlichen Vegetation und des Pflanzenbaus.
  • Die Bedeutung von Klimaschwankungen für die Ausdehnung der Vegetationszonen und der landwirtschaftlich nutzbaren Regionen auf der Welt im Laufe der Geschichte.

II. Landwirtschaftsgeographie des Alten Mittelmeerraums:

  • Raum,
  • Klima,
  • Bodenbeschaffenheit,
  • Vegetation,
  • Tierwelt,
  • Menschliche Population,
  • Allgemeine und wirtschaftliche Kulturtraditionen.

III. Landwirtschaftsgeographie des Alten China:

  • Raum,
  • Klima,
  • Bodenbeschaffenheit,
  • Vegetation,
  • Tierwelt,
  • Menschliche Population,
  • Allgemeine und wirtschaftliche Kulturtraditionen.

IV. Literatur und Medien.

I. Zusammenfassende Vorbemerkungen. 

1. Die landwirtschaftlich nutzbaren Gebiete der Erdoberfläche.

Betrachtet die heute - in einer Zeit, in der es eine zunehmende Milliarden-Zahl ernährungsbedürftiger Menschen gibt - die Verteilung und Größe der landwirtschaftlich genutzten Gebiete auf der Welt, so sind sie im Vergleich zur gesamten Erdoberfläche beeindruckend klein. Landwirtschaftliche Nutzung der Natur, das läßt sich daraus ableiten, ist - auch wenn man sie technisch optimiert - nur unter bestimmten, dem Pflanzenwachstum günstigen natürlichen Voraussetzungen möglich und entwickelbar. Zu den natürlichen Faktoren gehören 'Bodenqualität' und 'Klima'.

 Die heute landwirtschaftlich genutzten Gebiete der Erdoberfläche.

Abb. 1: Landwirtschaftsflächen im Verhältnis zur übrigen Festlandsfläche der Welt.

Entnommen aus: M. Hendl, A. Bramer u. a (Hg.), Lehrbuch der physikalischen Geographie, Frankfurt a. M. 1987, S.207. - Zur Vergrößerung in das Bild klicken.

 

2. Der 'Boden' als Basis der Landwirtschaft.

Für die landwirtschaftsbasierten Kulturentwicklungen steht der 'Boden' im Mittelpunkt der Nutzung, und zwar für den Pflanzenanbau und die Tierhaltung bestimmter für den Menschen vorteilhafter und deshalb 'kultivierter' oder 'domestizierter' Arten. 'Boden' ist eine relativ dünne, aus unterschiedlichen anorganischen und organischen Stoffen bestehende, unterschiedlich zusammengesetzte Schicht an der Grenzfläche zwischen Erdkruste und Atmosphäre. Die freigelegten Minerale der Erdkruste machen infolge ihres ständigen Kontakts mit Luft, Wind, Wasser und Sonneneinstrahlung Verwitterungs-, Sedimentierungs und andere physikalische und chemische Veränderungsprozesse durch, deren Ergebnisse in unterschiedlicher Weise ein Pflanzenwachstum, insbesondere ein solches - verglichen mit einer natürlichen Vegetation - konzentriert angebauter 'großer' Mengen energiereicher Kulturpflanzen - ermöglicht.

Von den im Boden selbst liegenden Faktoren sind zwei für das Pflanzenwachstum und insbesondere das Kulturpflanzenwachstum vorrangig:

1. die Fragmentierungsgröße.Die Fragmentierungsgröße ist für die Kationenspeicherung im Boden und einen Kationenaustausch bei den chemischen Prozessen des Pflanzenwachstums von Bedeutung. Bei einer relativ kleinen Bodenfragmentierung zumindest eines ausreichenden Bodenanteils - wie sie etwa in den 'idealen Lehmböden' oder in den 'schluffigen Böden' ('Löß') gegeben ist - sind Kationenspeicherung und -austausch optimal möglich.

2. der Nährstoffgehalt. Zu den für das Pflanzenwachstum wichtigen chemischen Elementen gehören - in jeweils unterschiedlichem Maße - C, O, H, N, P, K, Ca, Mg, S, Fe, dazu verschiedene andere Spurenelemente. Zu den bodeneigenen Nährstoffen gehören vor allem Stickstoff (N) und Phosphor (P), während Kohlenstoff (CO2) für die Photosynthese und Sauerstoff (O) für die Pflanzenatmung aus der Luft entnommen wird. N und P sind im Boden zumeist nur in relativ gerinfügigen Mengen vorhanden und verbrauchen sich deshalb bei intensivem Pflanzenbau relativ schnell. Will man diesen aufrechterhalten, so ist daher vor allem irgendeine Form der Nachlieferung dieser Nähstoffe (Düngung) nötig. Auch ein Zuviel oder Zuwenig anderer chemischer Stoffe in einem bestimmten Boden hat Auswirkung auf die Verbreitung der Pflanzenarten und das Wachstum auf ihm.

 Abb. 2: Schema zur Bodenfruchtbarkeit

Abb. 3: Schema zu den landwirtschaftlich wichtigen Bodenstrukturen.

Entnommen aus: M. Hendl, A. Bramer u. a (Hg.), Lehrbuch der physikalischen Geographie, Frankfurt a. M. 1987, S.161/2.

3. Die vom Klima gesetzten Rahmenbedingungen der natürlichen Vegetation und des Pflanzenbaus.

Abhängig von den für die verschiedenen Regionen auf der Erdkugel gegebenen typischen Jahrestemperaturkurven und Niederschlagsmengen oder anders zugänglichen Wasserreservoiren sind in der Übersicht über die Erdoberfläche deutlich voneinander abgegrenzte natürliche Vegetationszonen erkennbar. Die für die Vegetationszonen jeweils typischen natürlichen Pflanzengemeinschaften führen über ihr Wachstum und ihre chemische Zersetzung auch zur Entstehung typischer Bodenarten (z. B. 'Bleich-', 'Fahl-', 'Braun-' oder 'Schwarzerde'-Böden). In den Rahmen dieser typischen 'Bodengesellschaften' müssen sich auch die Kulturpflanzen einfügen, es sei denn, durch verbesserte Wasserzufuhr oder 'Bodenmelioration' können natürlicherweise nicht anbaugeeignete Böden adaptiert werden. Doch ist dies, wie ein Blick auf die Weltkarte zeigt, trotz aller gewaltigen menschlichen Leistungen auf diesem Gebiet dennoch nur in bestimmten 'Grenzsituationen' möglich. So scheidet fast der gesamte Bereich der Tundren-, Gebirgs- und Wüstenregionen der Welt, also der größte Teil der Landoberfläche der Erde, für die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Nutzung aus. Landwirtschaftlich relativ gut nutzbar sind dagegen durchweg alle Regionen etwa mit Braun-, Rot- Gelb-, Zimt- oder Schwarerdeböden, d. h. bestimmte Vegetationsgebiete, die sich vor allem in den Tropen, in den Subtropen und in den klimatisch gemäßigten Breiten befinden.

 Abb. 4: Vegetationszonen und 'Bodengesellschaften' auf der Welt in Beziehung zum Klima.

Entnommen aus: M. Hendl, A. Bramer u. a (Hg.), Lehrbuch der physikalischen Geographie, Frankfurt a. M. 1987, S. 208/9.

Innerhalb der nach ihrer Breitenlage an sich landwirtschaftstauglichen Gebiete wirkt neben den Temepraturbedingungen in den Höhenlagen der Gebirge vor allem der Mangel an Wasser in den Wüsten- und Steppenregionen landwirtschaftshemmend. Die zu vergleichenden Bereiche des Vorderen Orient und des Mittelmeeraums einerseits (Kulturentwicklungsbereich der Antike im engeren Sinne) und des ostasiatischen Raums andrerseits (Kulturentwicklungsbereich der ostasiatischen Altertums-Kulturen) sind überwiegend mit klimatypischen jährlichen Niederschlagsmengen ausgestattet, die eine Landwirtschaft ermöglichen. Doch befinden sie sich, was bemerkenswert im Hinblick auf die Kulturentwicklung ist, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den regenarmen Gebieten der altweltlichen Wüsten und Steppen. Die mit Regen und guten Böden gut versorgten, von Wüsten weit entfernten Gebiete der mittleren Breiten zumindets Europas und Amerikas sind dagegen nicht Ausgangsregionen der Landwirtschaftskultur- und Hochkulturentwicklung gewesen.

 Abb. 5: Die heutigen Niederschlags-Verhältnisse in Eurasien.

Entnommen aus: Diercke-Weltatlas, Westermann-Verlag, Braunschweig 1988, S. 115.

4. Die Bedeutung von Klimaschwankungen für die Ausdehnung der Vegetationszonen und der landwirtschaftlich nutzbaren Regionen auf der Welt im Laufe der Geschichte.

Den dramatischen Temperaturveränderungen, die zum Ende der letzten Einzeit und dann nach einigen Jahrtausenden zur Entfaltung einer landwirtschaftsfreundlichen Vegetation im Bereich des Nahen und des Fernen Ostens führten sind seit 10000 Jahren mehrere Erwärmungs- und Kälteperioden gefolgt. Für die seit dieser Zeit bestehende landwirtschaftliche Bodenutzung hat dies vor allem wegen der Verschiebung der Grenzen der Temperatur-Zonen die Konsequenz gehabt, daß bei Abkühlung sich die geographische Anbaugrenze für Reis oder Wein oder andere subtropische Kulturpflanzen nach Süden verschieben konnte. Im Falle der Erwärmung konnte eine Ausbreitung von Trockenregionen in Nachbarschaft zu Kulturland die Folge sein. Die Konsequenzen für die menschliche Kulturentwicklung in historischer Zeit sind - davon abgesehen - aber schlecht abzuschätzen.

  Nacheiszeitliche Klimaschwankungen bis heute.
 Benennung
 Zeit
 Prozesse
 Alleröd-Periode  ca. 10000 - 9000 v. Chr.  Rasche Erwärmung auf eine gegenüber der heutigen um 4 K niedrigere Temperatur.
 Jüngere Tundrenzeit  ca. 9000 - 8100 v. Chr.  Scharfe Temperaturerniedrigung, Vorstoß der Gebirgsgletscher.
 Postglaziales Klimaoptimum  ca. 5500 - 2500 v. Chr.  lang andauernde Erwärmung auf eine um 2 - 3 K über den heutigen urschnittswerten liegende Temperatur.
 Postglaziale Klimaverwerfung oder früheisenzeitliche Kälteperiode  ca. 959 - 450 v. Chr.  Beträchtlicher Temperaturrückgang, Ausbreitung der Eisdecke im Nordatlantik.
 Mittelalterliches Klimaoptimum  Höhepunkte: 500 - 600 und 1000 - 1200 n. Chr.  Ewärmung auf eine um 1 K gegenüber den heutigen Werten höhere Temeratur.
 Kleine Eiszeit  (ca. 1550 - 1700 n. Chr.  Abkühlung um 1 - 1,5 K gegenüber den heutigen Werten niedrigere Temeratur
 Rezente Wärmeperiode  ca. 1900 - 1950  verschiedene Erwärmungsstöße um bis zu über 1 K. Rückgang der Gebirgsgletscher.

Zusammenstellung nach der Darstellung in M. Handl, H. Bramer (Hg.), Lehrbuch der physikalischen Geographie, Frankfurt /M. 1987, S. 222 ff. (Die zeitliche Inkonstanz des Klimas: Klimaänderungen. - Die Aussagen beziehen sich im strengen Sinne auf Mitteleuropa, für das sie durch die Arbeiten von KOCH 1945, BROOKS 1949, FIRBAS 1947/1949, KINZL 1958, LAMB 1966/69 und VON RUDLOFF 1967 belegt wurden, gelten aber in ihren globalen Konsequenzen auch für andere Weltregionen.

 

II. Landwirtschaftsgeographie des Alten Mittelmeerraums.

Abb. 6: Landbauzonen Europas.

Entnommen aus: W. Sperlin, A. Karger (Hg.), Europa. Fischer -Länderkunde 8, Frankfurt M. 1989, S. 101.

1. Der Raum.

Die antiken Hochkulturen der vorderorientalischen und des Mittelmeerraums liegen zusammen geographisch schwerpunktmäßig zwischen 25 und 50 Grad nördlicher Breite, mit gerinfügigen Erweiterungen nach Norden (Gallien, römisches Britannien und Germanien) und nach Süden (im Niltal und in Arabien). In der West-Ost-Erstreckung befinden sie sich an verschiedenen Stellen innerhalb einer West-Ost-Distanz von etwa 10 Grad westlicher Länge (Spanien) bis 70 Grad östlicher Länge (Industal). Diese Lage im Westen Eurasiens und am Nordrand Afrikas ordnet sie überwiegend der atlantischen Meeresregion und den von ihr weit nach Osten reichenden Klimawirkungen zu, in Nordafrika und im Vorderen Orient bis an die Grenze Indiens großenteils auch dem kontinentalen Trockenklima der Altwelt-Wüsten.

 

2. Das Klima.

Im dem umschriebenen Raum lassen sich drei größere Klimazonen unterscheiden:

 

3. Die Vegetation.

Die Unterschiede in der Knappheit des Wassers und in den im Jahresverlauf unterschiedlichen Hoch- und Tieftemperaturkurven und ihrer Länge führen zu unterschiedlichen Vegetationsformen und unterschiedlich auf das Jahr verteilten Wachstumsphasen im Gesamtraum des westlichen Eurasien. So bringt die mediterrane Zone eine Anzahl anderer Pflanzen hervor als die mitteleuropäische Variante des atlantischen Klimas: von den natürlichen Bäumen und Sträuchern etwa Pinie, Lorbeer und Palme, von den Nutzpflanzen etwa Wein, Ölbaum, Zitrusgewächse, Dattelpalme, eine Anzahl von Gewürzkräutern , Gemüsen, Obst- und und Zierpflanzen aus der Macchien-Vegetation ( einige von ihnen werden als Erbe der Antike - oft unter den fördernden Bedingungen gartenbaulicher Pflege - heute auch im nördlicheren Europa angebaut). Im Wüsten- und Steppenklima gedeiht vom Menschen landbaulich nutzbare Vegetation nur in Oasen, an Flußläufen oder mittels künstlicher Bewässerung, dabei wegen der förderlichen Wärmebedingungen aber im Unterschied zu kühleren Klimabedingungen in mehreren Ernten. Eine Anzahl von Bäumen (Eiche, Kiefer) und Nutzpflanzen (viele Getreidearten, viele Obst- und Gemüsesorten) wächst unter südlicheren und nördlicheren Klimabedingungen. Bei den Nutzflanzen lassen sich entsprechend den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ausgesprochene 'Leitpflanzen' des landwirtschaftlichen Anbaus bestimmen: der mittelmmeerischen Küstenbereich stellt z. B. eine 'Ölbaumzone' dar , Frankreich und ein Teil Italiens, Spaniens und Englands eine 'Weizensone', die trockeneren Gebite des Vordern Orient und Norafrikas eine 'subtropische Gerstenzone, der größere Teil England und Skandinaviens eine 'Haferzone' und ein sehr weitreichendes Geebiet in Mittel- und Osteuropa eine 'Roggenzone' (siehe Abb. 'Die Lanbauzonen Europas' oben).

 

4. Die Bodenbeschaffenheit.

Der Vordere Orient, der Mittelmeerraum und das nördlich anschließende Europa weisen enstprechend der unterschiedlichen Breitenlage und den unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen, bei einigen ausgedehnteren höheren Gebirgsmassiven, verschiedenartige Bodenzonen auf:

Die den antiken Hochkulturen vorausgehenden und sie tragenden landwirtschaftlich genutzten Böden gehören im allgemeinen zum 'zimtfarbenen' subtropischen Typ oder zum 'hellroten' und anderen Typen der trockenen Savannen und Halbwüsten, nur zu einem kleineren Teil zu den Schwarz- und den Braunerdeböden, die - auch wegen der in sie eingelagerten ausgedehnten Lößgebite - heute für die Landwirtschaftsproduktion so wichtig geworden sind

 

5. Die Tierwelt.

Die natürliche Tierwelt, soweit sie vom Menschen genutzt wird, weist in den einzelnen Bereichen des Raums einige Unterschiede auf. Insbesondere bei den Meeresfischen tritt dies hervor (z. B. Sschwarzmeerstör nur im Schwarzmeerbereich, Blauhai in subtropischen Meeresgebieten, Kabeljau nur in Atlantik und Nordsee). Bei den jagdbaren Landtieren und Vögeln gab und gibt es etwa dort Unterschiede, wo Tierarten ausgesprochene Wald- (z. B. Bär oder Damhirsch) oder Steppenbewohner (Gazelle oder Kamel) sind. Unter den domestizierten Tierarten gibt es im westlichen Eurasien kaum Unterschiede. Allerdings ist die Verbreitung der Arten unterschiedlich stark, und die Unterschiede waren in der Antike noch stärker ausgeprägt. Im Lauf der Jahrtausende haben sich einige domestizierte Arten (z. B. Schaf, Huhn und Esel) wahrscheinlich aus südlicheren Regionen nach Norden verbreitet.

 

6. Die menschliche Population.

Die Bevölkerung wurde in einigen antiken Staatenbildungen zu verschiedenen Zwecken (Steuererhebung, zivile und militärische Dienste) manchmal nur gelegentlich, manchmal - wie z. B. in Rom - regelmäßig erfaßt. Einige aus diesen Zusammenhängen stammende Quellenangaben können als zuverlässig und richtig überliefert angesehen werden.

So ist z. B. eine Zählung der attischen Bevölkerung ungefähr des Jahres 316 v. Chr. überliefert, die 21.000 Bürger (männlich, erwachsen, dienstfähig) und 10.000 Metöken angibt (Ktesikles, Chronikon III, bei Athenaios VI, 273 B = C. u. Th. Müller, FHG IV, 375 Ktesikles fr. 1).Oder für die Stadt Rom des Jahres 86 v. Chr. wird eine censorische Erhebung von 463.000 Bürgern überliefert (Hier., chron. ad annum Abrahae). Oder in seinem Testament teilt Augustus drei Schätzungen der Reichsbevölkerung von 4.063.000 (i. J. 28 v. Chr.), 4.233.000 (i. J. 8 v. Chr.) und 4.937.000 (i. J. 14 n. Chr.) Bürgern des römischen Reichs mit (Monumentum Ancyranum 8).

Derartige Quellenangeben sind jedoch nur sporadisch überliefert und lassen nur teilweise sichere Schlußfolgerungen auf andere wichtige Fragen zur Bevölkerungsverteilung zu.

Wie groß z. B. die Zahl der Frauen, Kinder oder Sklaven im Athen d. J. 316 v. Chr. oder im Rom d. J. 84 v. Chr. oder im Römischen Reich zur Zeit des Augustus war, wie stark und aus welchen Gründen die Gesamtbevölkerung vorher und nachher wuchs oder abnahm, läßt sich auf der Basis der vorhandenen Qullenaussagen - und in Verbindung mit anderen Überlieferungen - nur schätzen.Ähnlich im Bereich der Schätzung bleibt die Frage, wieviele Nicht-Bürger als provinziale 'subiecti' dem römischen Reich zur Zeit des Augustus angehörten oder wie umfänglich genau die nicht-römischen Bevölkerungsgruppen der in das Reich eingegangenen Stämme und Völker waren.

Generell lassen sich wegen der Quellenlage wichtige bevölkerungstatistische Meßgrößen (z. B. Altersaufbau, Reproduktionsrate, Sprachenverteilung, Religionszugehörigkeit, Einkommensverhältnisse, Vermögensverteilung, Bevölkerungsverluste durch Epidemien, Hungersnöte und Kriegszustände), die für eine genauere Bestimmung auch der antiken Wirtschaftsstrukturen und für eine Objektivierung vorhandener, manchmal nur beiläufiger Quellenangaben (z. B. in medizinischen Schriften Galens über Epidemien) wichtig wären, nur unbestimmt fassen. Daher gibt es z. B. eine Schwankung der Schätzungen der Gesamtbevölkerung des römischen Reiches zur Zeit des Augustus von 35 bis zu 70 Mill. Einwohnern.

Dennoch ensteht auch bei derartigen fundamentalen Unbestimmtheiten ein einigermaßen konturiertes Bild des antiken Geschichtsraums in den meisten seiner Epochen und Regionen, das zumindest bestimmte grobe Fehlannahmen ausschließt. Beispielsweise kann man angesichts der im allgemeinen harten Lebensbedingungen, der vielfältig auftretenden Mißernten und der medizinisch nur unzureichend bekämfbaren epidemischen Krankheiten das durchschnittliche Lebensalter beliebig definierter Populationen der antiken Welt als relativ niedrig im Vergleich zum heutigen Standard in den Ländern der westlichen Welt einschätzen. Auch der jährliche Bevölkerungsüberschuß in beliebig definierten antiken Populationen dürfte trotz hoher Geburtenrate im allgemeinen sehr niedrig gewesen sein.

 

7. Allgemeine und wirtschaftliche Kulturtraditionen.

Die wirtschaftliche Erschließung der natürlichen Umwelt durch den Menschen formt diese in den für die Landwirtschaft geeigneten Regionen auch im Westen Eurasiens für den menschlichen Gebrauch in einschneidender Weise um ('Kultivierung', 'Domestikation'). Die ohne größere Probleme bewohn- und bebaubaren Teile der Erdoberfläche im Bereich der Altertumskulturen werden schon in der Antike weitgehend 'Kulturlandschaften', die in jeder Hinsicht dem menschlichen Zugriff unterliegen. Die Vegetation des Kulturlandes wird etwa durch die Notwendigkeiten des Getreide-, Wein- und Gartenbaus, der Viehweide und der Holznutzung dominiert und mit bäuerlichen Siedlungen und Städten relativ dicht durchsetzt.Dieses Moment führt schon in der Antike auch zur Zerstörung natürlicher Formen, die nicht unmittelbar für wirtschaftliche Bedarfslagen von Bedeutung sind, oder auch zu einer Überforderung des bewirtschafteten Bodens und der natürlichen Restvegetation. Letzteres zeigt sich an einem sehr weitgehenden Waldverbrauch, der auch später andauert und zu charakteristischen Verödungswirkungen im Landschaftsbild des gesamten Mittelmeerraums (Macchienwald, Verkarstung) geführt hat.

Die landwirtschaftlichen Anbauformen für bestimmte Pflanzenarten können schon plantagenartigen Charakter annehmen. So ist eine Erzeugung für eine Ausfuhr ausreichender Mengen von Weizen im Schwarzmeerbereich, in Sizilien, Agypten und in der römischen Provinz Africa zum Zweck der Versorgung größerer Städte in Übersee (Athen, Rom, Byzanz) belegt.

Die Typologie der antiken Nutzpflanzen aller Kategorien ist ferner schon gekennzeichnet von weitgetriebenen Veredelungsformen (Wein, Getreide, Obst) und entsprechenden landbaulich-gärtnerischen Techniken (z. B. 'Pfropfen' und 'Impfen' bei Obstbäumen); aus diesem Grunde sind sie als 'fortschrittliche Nutzformen' in den nachantiken Gesellschaften im Laufe der Zeit an die Stelle mancher dort ursprünglich genutzter halbveredelter Wildpflanzenformen (z. B. Brotweizen an die Stelle von Emmer und Dinkel) getreten.

Auch in der Typologie der Nutztiere - von Hunden über Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen bis zum Geflügel - sind erhebliche züchterische Effekte wirksam, die die Arten dem menschlichen Bedarf anpassen und zu ihrer späteren Rezeption in den Nachfolgegesellschaften der antiken Kultur geführt haben.

 

III. Landwirtschaftsgeographie des Alten China.

Abb. 7: Landbauzonen im chinesischen Bereich.

Entnommen aus: B. Staiger (Hg.), China. Natur, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Staat, Wirtschaft, Kultur. Tübingen, Basel 1980, S. 15.

 

1. Der Raum.

Faßt man den Gesamtraum der heute in irgendeiner Weise China zuzuordnenden Gebiete landwirtschaftsgeographisch zusammen, so ist in Erinnerung zu behalten, daß dieser Raum im 'Altertum' - ansetzbar etwa bis zum Ende des 6. Jhts. n. Chr. - noch nicht in vollem Umfang zum chinesischen Reich oder zur chinesischen Staatenwelt zu rechnen ist; so gehören etwa der tibetische, der (inner)mongolische und der mandschurische Bereich noch nicht dazu. In der Breitenlage auf der nördlichen Welthalbkugel befinden sich die verschiedenen im Laufe und im Rahmen einer Altertums- Geschichte entstehenenden Reiche Chinas ferner schwerpunktmäßig zwischen 20 und 40 Grad nördlicher Breite - mit kleineren Überschreitungen nach Norden (Tarim-Becken, Mandschurei, Korea) und nach Süden (Hainan, Vietnam). In westöstlicher Erstreckung reicht ihr unmittelbarer Einflußbereich nur zeitweilig von 75 bis 130 Grad östlicher Länge. Der kulturelle Kernbereich des alten China liegt darüber hinaus lange nördlich des Jangtsekiang im chinesischen Tiefland und im angrenzenden, ackerbaulich nutzbaren nordchinesischen Bergland. Das südchinesische Bergland und das Becken von Si-chuan werden von Han -Chinesen erst im Laufe des Altertums, teilweise auch später kolonisiert.

Die - im Vergleich zur vorderasiatisch-mittelmeerischen Zone der Altertumskulturen - insgesamt südlichere Lage der chinesischen Altertumsformationen, ihre Nähe zum pazifischen Meeresraum, ihre partielle Zugehörigkeit zu den Tropen einerseits und ihre Erstreckung in die zentralasiatischen Gebirgsmassive und Binnenfächen hinein andrerseits führt zu sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen im Gesamtraum. In unterschiedlicher Stärke werden vom Monsun der Sommerzeit und von den binnenklimatischen Verhältnissen des inneren Asien beeinflußt.

 

2. Das Klima.

Entsprechend den drei Hauptfaktoren des Klimas einer Region : 'Breitenlage auf dem Globus', 'Höhenlage' und 'Niederschlag' und den damit zusammenhängenden regionsspezifischen jährlichen Temperaturkurven und Niederschlagsverteilungen lassen sich im umschriebenen Raum folgende Klimazonen unterscheiden:

 

3. Die Vegetation.

Für die natürliche Vegetation bedeutet die Klimazonenverteilung die auch in anderen Weltregionen typischen Konsequenzen. Die warmgemäßigte Zone des nördlichen Kernchina und die daran nördlich anschließende gemäßigte Klimazone sind oder waren ursprünglich von unterschiedlich zusammengesetzten Laubwäldern bestanden, soweit die Feuchtigkeit dafür ausreicht und nicht schon eine Steppenvegetation auftritt wie an der charakteristischen und historisch wichtig gewordenen Grenze zwischen dem nordchinesischen Ackerbauland und der Mongolei ungefähr entlang der Großen Mauer. Allerdings hat die menschliche Landarbeit fast den gesamten nordchinesischen Raum zur Kulturlandschaft gemacht, in der heute vorwiegend etwa Weizen, Hirse, Gaoliang, Mais, Zuckerrrüben und in geringerem Umfang auch Reis angebaut werden. Die Temperaturverteilung macht in der gemäßigten Zone schon eine Winteraussaat möglich und in der warmgemäßigten Zone schon zwei Ernten im Jahr oder gar drei Ernten in zwei Jahren.

Der subtropischen Zone sind natürlicherweise - wie im Mittelmeerraum - Lorbeer- und Hartlaubwälder zugeordnet, die jedoch im Bereich Chinas ebenfalls weitgehend dem Landbau gewichen sind. Hier wachsen jedoch auch heute die 'Südfrüchte', die in kälteren Klimaten nicht gedeihen. Landwirtschaftlich wird die in China von der südostchinesischen Küste bis nach Si- chuan reichende, sehr große subtropische Zone heute vor allem durch intensiven Reisbanbau mit zwei Reisernten im Jahr in Verbindung mit dem häufigeren Anbau von Weizen, Tee oder auch Baumwolle genutzt.

Die relativ kleine tropische Zone im äußersten Süden Chinas ist wegen der vorherrschenden Dauerfeuchtigkeit natürlicherweise vom immergrünen tropischen Regenwald, bei trockeneren Verhältnissen im Westen durch eine aufgelockerte Wald oder auch Savannenlandschaft gekennzeichnet. Für den Landbau bedeuten die tropischen Verhältnisse das Hinzukommen einer Anzahl speziell tropischer Früchte und eine nochmalige Intensivierungchance; öfters sind sogar drei Ernten im Jahr möglich.

Die kalt- gemäßigten oder kalten Klimagebiete im Norden des heutigen China und im Bereich des Tibet-Qinghai-Plateaus sind für den Ackerbau wegen der tiefen Wintertemperaturen und des in der Regel langen jährlichen Bodenfrostes nur sehr eingeschränkt tauglich; dazu kommt im zentralasiatischen Gebirgsbereich auch noch die dort überwiegend herrschende Trockenheit. Wo Landbau stattfindet, gedeihen nur relativ kälteunempfindliche Pflanzen wie Buchweisen, Hirse oder Kartoffeln. Aber auch bei diesen kommt es wegen der Kälte gelelegentlich zu Mißernten. Für die Haltung klimatisch angepaßter Nutztiere (Yaks, Schafe) reichen die klimatisch möglichen Weideverhältnisse dagegen zumeist aus.

In den halbtrockenen und trockenen Gebieten Innerasiens ist Ackerbau ebenfalls nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, selbst dort, wo ihm die Temperaturverhältnisse an sich nicht engegenstünden. Dies ist der Grund für die dort ausgeprägte, auch historisch bedeutsam gewordene nomadischeWirtschaftsweise und die darauf beruhenden Völkerbildungen am Rande des hochkulturellen alten China; Hunnen, Türken und Mongolen sind nomadisch geprügte Völkerschaften oder Völkerverbindungen dieses Breichs. Wo Wasserzuflüsse aus dem Gebirge Oasensituationen schaffen - wie entlang der Karawanenwege der 'Seidenstraße' -, ist dagegen eine Bodennutzung immer in demselben Maße möglich wie im nördlichen Kernchina. Dies mag auch ein Grund für ihre relativ frühe Einbeziehung in den chinesischen Herrschaftsbereich im Altertum gewesen sein.

 

4. Die Bodenbeschaffenheit.

Entsprechend der natürlichen Vegetation ist der Boden typisch unterschiedlich. Nach W. Koch (in B. Staiger [Hg.], China, S. 9; siehe Literaturhinweise unten) unterschied man schon im China des 14. Jhts. n. Chr. zwischen fünf Bodenarten: 'schwarz' (Chernosem- Schwarzerden im Nordosten), 'weiß' (salzhaltige Böden und Wüstenböden im Nordwesten), 'blau' (Marschböden im Südosten, 'rot' (im 'Roten Becken' Si-chuans und im südchinesischen Bergland) und 'gelb' (am Unterlauf des 'Gelben Flusses' (= Hoangho). Diese Farbbezeichnungen der Bodenarten ist allerdings nicht vollständig: so gibt es außerdem etwa braune Waldböden der kühleren Klimabereiche und kastanienfarbige Böden in der Steppe. Im nordchinesischen Bereich liegt eine durch die Auswirkungen der Eiszeit entstandene weithin relativ dicke und ausgedehnte Lösdecke, deren besondere Eignung für den Ackerbau allerdings nur dort genutzt werden kann, wo die Niederschlagsverhältnisse oder Bewässerungsmaßnahmen dies zulassen. Mehr als die Hälfte des umschriebenen chinesischen Raums ist ja wegen Trockenheit nicht oder nur sehr eingeschränkt lamdwirtschaftlich nutzbar.

 

5. Die Tierwelt.

Für die natürliche Tierwelt gilt das für die anderen ensprechenden Klimazonen auf der Welt Übliche. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung des nordchinesischen Kernraums und der südchinensischen Gebiete hat bis heute dort allerdings nicht nur zu einer weitgehenden Verdrängung ursprpünglicher Vegetationsausprägungen und mit ihr verbundener Wildtierarten durch die Kulturlandschaft geführt, sondern auch innerhalb dieser zu einer prinzipiell reduzierten Viehhaltung. Neben individueller bäuerlicher Haltung von Schlacht- und anderen Nutztieren gibt es dort heute keine ausgeprägte Herdenhaltung mehr. Zumindest in den dichter besiedelten chinesischen Regionen des Altertums dürfte dies ebenso gewesen sein. Huhn, Schwein und Wasserbüffel und Rind sind wohl schon in vorhistorischer Zeit aus dem südostasiatischen Bereich nach China übernommen wordem. Das Pferd, der Esel, das Kamel und das Schaf enstammen dagegen in vielfach noch ungeklärter Weise wahrscheinlich verschiedenen Steppen- und Wüstenbereichen Inner-, teilweise auch Westasiens.

 

6. Die menschliche Population.

Die Bevölkerungsentwicklung des Altertums ist, was ihre - oft offenbar starken - Zu- und Abnahmen und ihre exakte Verteilung auf verschiedene Regionen des Alten China betrifft, in ähnlicher Weise unsicher wie zumeist auch für die Altertumskulturen des westlichen Eurasien. Doch wurden seit Beginn des alten chinesischen Kaiserreichs reichsweite Steuerlisten geführt und Bevölkerungszählungen veranstaltet, von denen einige in der chinesischen Geschichtsschreibung überliefert sind. Für viele Detailfragen muß dennoch ein Bild erst zusammengesetzt werden aus den Historiker-Berichten, etwa über die demographischen Auswirkungen der nicht seltenen Kriege, Hungersnöte und Überschwenmmungen u. a. Katastrophen, aus archäologischen Bodenbefunden des ländlichen Bereichs und der alten 'Städte' und aus den vorhandenen direkten 'statistischen ' Quellen des chinesischen Altertums. Die Zensuserhebungen seitens des chinesischen Staates sind ferner in bestimmten interessanten Aspekten für uns unvollständig, z. B. soweit sie nur dienstpflichtige Männer in den Haushalten zusammenfaßten (E. v. Mende, Wirtschaft, in: Das Alte China, 151 ff.; M. Loewe, H. Bielenstein in Cambrdige History of China , I, S. 206 und S. 240ff.; siehe Literaturhinweise, unten).

Die Han-Bevölkerung verdichtete sich vermutlich schon vor Beginn der alten chinesischen Hochkultur am Mittel- und Unterlauf des Hoangho, wuchs dann in der Chou-Zeit am Hoangho, am Wei- und am Huai-Fluß offenbar stark an und verbreitete sich später im Rahmen von Kolonisierungsprojekten der Kaiserzeit, aber auch infolge von katastrophenbedingten Bevölkerungsverschiebungen, wie der Laufänderung des unteren Hoangho im Jahre 11 n. Chr. allmählich auch nach Südchina und an die nördliche Grenze zum Nomadenland - im Rahmen von Militärkoloniegründungen sogar, wenn auch geringfügig, bis in das heutige Sinkiang. In Südchina lebte sie zunächst minoritär neben anderen einheimischen, nicht han-chinesisichen Völkerschaften, die erst im Laufe der Jahrhunderte in einem noch heute nicht ganz abgeschlossenen Prozeß die hanchinesische Kultur und Sprache übernahmen. Allerdings verschob sich schon im Laufe der Han-Zeit das Gewicht der Bevölkerung in starkem Maße nach dem heutigen Südchina, Folge der erwähnten Laufveränderung des Hoangho.

Für Bevölkerung des Han-Reichs sind in den Annalen 'Han shu' und 'Hou-han shu' zwei reichsweite Erhebungen für Steuerzwecke - aus dem Jahre 2. n. Chr. und aus dem Jahre 140 n. Chr. überliefert. In der ersten wurden 12.366.470 Haushalte und 57.671.400 Individuen ermittelt, in der zweiten etwa 48 Millionen Individuen (M. Loewe, H. Bielenstein in Cambrdige History of China , I, S. 206 und S. 240ff.). Die Bevölkerungsabnahme ist auf die zwischen beiden Zählungen eingetretenen, in ihren demographischen erheblichen Auswirkungen charakteristischen, durch staatliche Desorganisation und durch die Natur herbeigeführten allgemeinen Notzustände zurückzuführen.

 Die Bevölkerung im Alten China der Han-Zeit.

Abb. 8: Die Bevölkerung um 2. n. Chr.

Abb. 9: Die Bevölkerung um 140 n. Chr.

Entnommen aus: D. Twitchett, M. Loewe (Hg.), The Cambridge History of China, 1986, S. 241/2

 

7. Allgemeine und wirtschaftliche Kulturtraditionen.

Der Hochkulturentwicklung in China seit dem 2. vorchristlichen Jahrtausend ging auch dort eine mehrtausendjährige Entwicklung einer Landwitrschaftskultur voraus, wobei sich offenbar drei Hauptarten der Wirtschaftsweisen entwickelten:

Die erste Form ist im engeren chinesischen Staatsbereich von heute und in der Mandschurei, wo es die kliamtischen Verhältnisse nur irgend zulassen, auch aufgrund der zuvor erwähnten Kolonisationsprozesse und darauf aufbauender Kulturadaptionen ursprünglich nichtchinesischer Völkerschaften zur weitest verbreiteten Landwirtschaftsform geworden, die zweite findet sich weiterhin etwa in trockeneren oder hochgebirgigen Zonen, und die nomadische Wirtschaftsweise der Bodennutzung prägt noch heute den innerasiatischen Bereich.

 

IV. Literatur und Medien.

 Siehe auch das allgemeine Literaturverzeichnis: LITERATURVERZEICHNIS_LV_LANDWIRTSCHAFT_IM_ALTERTUM
 
  • Diercke-Weltatlas, Westermann-Verlag, Braunschweig 1988.
  • B. Staiger (Hg.), China. Natur, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Staat, Wirtschaft, Kultur. Tübingen, Basel 1980.
  • H. Mensching, E. Wirth (Hg.), Nordafrika und Vorderasien (Fischer-Länderkunde Bd. 4), Frankfurt 1989.
  • W. Sperling, A. Karger (Hg.), Europa (Fischer-Länderkunde Bd. 8,) Frankfurt M. 1989.
  • M. Hendl, H. Bramer u. a., Lehrbuch der physikalischen Geographie, Frankfurt M. 1987.
  • Helmut Schneider, Die Gaben des Prometheus. Technik im antiken Mittelmeerraum zwischen 750 v. Chr. und 500 n. Chr., in: D. Hägermann, H. Schneider, Landbau und Handwerk 750 v. Chr. bis 1000 n. Chr., Propyläen-Technikgeschichte Bd. 1, Berlin 1997, S. 19 - 313.
  • K. J. Beloch, Die Bevölkerung der griechisch-römischen Welt, Leipzig 1886.
  • Heinrich Kiepert, Lehrbuch der Alten Geographie, Berlin 1878.
  • R. Goepper (Hg.), Das alte China, München 1988; darin u.a. ein Beitrag von E. v. Mende, Wirtschaft, S. 149 - 185.
  • D. Twitchett, Michael Loewe, (Ed.) The Ch'in and Han Empires 221 B. C. - A. D. 220, Cambridge(University Press) 1986, (darin S. 103 - 291: M. Loewe und H. Bielenstein über das frühe und das spätere Han-Reich, und S. 551 - 648 : N. Sadao und O. Ebrey über die Wirtschaftsgeschichte der Han-Zeit).
  • F. H. King, 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan (Reisebericht aus dem Jahre 1910), München 1984.

 

LV Gizewski WS 1997/98

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)