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Kap. 3: PRODUKTE, ARBEITS- UND BETRIEBSFORMEN IN LANDWIRTSCHAFTSKULTUREN DES ALTERTUMS.

 ÜBERSICHT:

I. Komparative Vorbemerkungen für verschiedenartige Landwirtschaftskulturen des Altertums.

II. Überblick über das westliche Altertum:

A. Räume und Epochen antiker Landwirtschaftsgeschichte.
B. Produkte, Verfahrensweisen und Instrumente landwirtschaftlicher Tätigkeit.
C. Landwirtschaftliche Organisationseinheiten.

III. Überblick über das chinesische Altertum.

IV. Literatur, Medien, Quellen.

I. Komparative Vorbemerkungen für die Altertumsgeschichte verschiedenartiger Landwirtschaftskulturen.

Wie Kap. 1 im Zusammenhang ausführt, pflegen landwirtschaftsbasierte Kulturen jahrtausendelang den später entstehenden Hochkulturen des Altertums vorauszugehen. Schon in dieser im engeren Sinne 'vor- und frühgeschichtlichen' Zeit sind sie nicht notwendig auf Ackerbau und Viehzucht zum Zwecke irgendeiner 'kleinräumigen Eigenversorgung' der landwirtschafttreibenden Menschen beschränkt. Vielmehr pflegen - nach jeweils unterschiedlich schnellen Entwicklungsprozessen - auch vorhochkulturelle Landwirtschaftskulturen schon gekennzeichnet zu sein

Neben der direkten 'Eigenversorgung' kleinerer, nahräumlich zusammenlebender Gemeinschaften sind daher schon in diesen Zeiten und Entwicklungszuständen der landwirtschaftsbasierten Kultur zwei andere Zwecke landwirtschaftlicher Arbeit und Organisation - zwar erst in primärer Entwicklung, aber dennoch notwendigerweise teilweise schon lebensbestimmend - wirksam, nämlich

Die letztgenannten beiden Zwecke der Landwirtschaftsarbeit gewinnen in hochkulturellen Gesellschaftsformen, zu denen auch die der Altertumsgeschichte i. e. S. definitionsgemäß (vgl. Kap. 1) gehören,

eine mit dem 'Eigenversorgungszweck' fast gleichrangige, manchmal ihm gegenüber sogar vorrangige Bedeutung. Das bedeutet: die Belastung der landwirtschaftlich Arbeitenden durch Steuer- und Pachtabgaben und zugleich durch Dienstleistungen gegenüber einer 'Obrigkeit' oder übergeordneten 'Privaten' pflegt ihnen einen Großteil ihres Produkts zu nehmen und anderen Stellen oder Personen zuzuführen. Sie vergrößert ferner die ohnehin schon existente Bereitschaft und Nowendigkeit bei der ländlichen Bevölkerung, die direkten Erträgnisse ihrer Arbeit durch Tausch oder Verkauf auf Märkten zu steigern und für den Eigenbedarf zu ergänzen. Andere politische, administrative und rechtliche Rahmenbedingungen sind ebenfalls von prägender Bedeutung (wie sich an den staatlich stark reglementierten Landwirtschaftsverhältnissen gerade der heutigen Gegenwart gut erkennen läßt). Auch der Staatsbedarf - wie etwa die Versorgung von stationären oder mobilen Heeren - stellt im Altertum einen erheblichen Nachfragefaktor dar, und umgekehrt kann der Staat damals durch Preisvorschriften oder Erzeugungs- und Handelsvorbehalte zu seinen eigenen Gunsten auch dirigierend in ein sonst sich anders entwicklendes Marktgeschehen eingreifen. Auch die von der jeweiligen Rechtsordnung geschützten typischen Besitz- und Über-Unterordnungsverhältnisse haben Einfluß auf die regionale Verteilung von Landwirtschaftszonen. Und schließlich können auch Kriege, Seuchen, Inssektenplagen, Überschwemmungen oder längere Trockenheitsperioden erheblichen und ggf. lang andauernden Einfluß auf sie nehmen. Bei all diesen Faktoren bleibt jedoch in Hochkulturen die Grundstruktur des 'Stadt-Land-Verhältnisses', auf die Kap. 1 bereits einging, dauerhaft wirksam und damit auch die grundsätzliche Bedeutung eines 'städtischen' (oder stadtähnlichen) Marktes für landwirtschaftliche Produkte.

Das bedeutet für die folgende zusammenfassende Darstellung, daß in ihr einer Marktorientierung der landwirtschaftlichen Arbeit im Altertum wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung von Anfang an mindestens dieselbe Aufmerksamkeit gelten muß wie dem Aspekt der landwirtschaftlichen 'Eigenversorgung' und dem der an Abgabe- und Dienstleistungspflichten orientierten landwirtschaftlichen Arbeit.

Die grundsätzliche Bedeutung einer Marktorientierung für die landwirtschaftliche Arbeit macht - prinzipiell auch für die Altertumskulturen - typisierend das nachfolgend wiedergegebene, an sich für spätere Zeiten konzipierte Modell H. J. von Thünens, eines Agrarwissenschaftlers des vergangenen Jahrhunderts, erkennbar. Es zeigt generell an, wie sich in bestimmten räumlichen Abständen von den Bevölkerungskonzentrationen der Städte verschiedenartige landwirtschaftliche Bodennutzungsformen zu etablieren pflegen - vom intensiven Gartenbau in unmittelbarer Stadtnähe bis zur Viehzucht im äußersten Gürtel -, und zwar deswegen, weil nur so angesichts der Transportkosten ein Marktertrag zu erzielen ist. Abweichend von diesem reinen Modell-Konzept

 

Abb.1: Zur marktgerechten Lokalisierung von Landwirtschafztsbetrieben. Das J. H. v. Thünensche Modell.

Skizze entnommen aus: Wilhelm Roscher, Nationalökonomik des Ackerbaues und der verwandten Urproduktion. Ein Hand- und Lesebuch für Staats und Landwirte, bearbeitet et von Heinrich Dade, Stuttgart, Berlin 1903 13, S. 179.

 

Eng mit der Entwicklung der Altertumskulturen ist daher auch die Entwicklung intensiver Formen der Landwirtschaft verbunden, neben denen allerdings je nach den Gegebenheiten auch extensive Formen Bestand haben.Intensiv ist eine landwirtschaftliche Bodennutzung, wenn die ackerbauliche oder viehhalterische Nutzung die natürlich gegebenen Möglichkeiten der Vegetation eines Landgebiets ohne aufwendigere Maßnahmen der Bewässerung, Düngung und sonstigen Bodenmelioration temporär ausschöpft, um dann den Boden zeitweilig unbenutzt zu lassen. Mit dieser Wirtschaftsweise können sich in nicht dicht besiedelten Regionen und unter einfachen Standards der Bodenkultur auch Formen des Wanderfeldbaus verbinden. Halbtrockene Landgebiete werden in der Regel durch extensive - einschließlich nomadischer - Viehhaltung genutzt. - Intensive landwirtschaftliche Bodennutzung findet statt, wenn die in dem natürlichen Vegetationszustand gegebene Ertragsfähigkeit eines Bodens künstlich auf einen für Kulturpflanzenanbau und ggf. für ein klimatisch mögliches Maximum an Ernten nötigen Stand gebracht und in diesem duch ständigen Meliorationsaufwand gehalten wird , d. h. durch systematisch und beständige Be- und Entwässerung, Auflockerung und Durchlüftung, Herstellung geeigneter Bodenfeinstrukturen, Düngung und Fruchtwechsel, Entwicklung geeigneter Arbeitsinstrumente und Maschinen und 'Rationalisierung' des 'Arbeitskräfteeinsatzes' und der 'Kosten'. Intensivnutzung ist in aller Regel mit einer Markt- oder Abgabenorientierung landwirtschaftlicher Tätigkeit verbunden, weil es sonst keine wichtigeres Moment für ihre Entwicklung gibt. Siehe dazu KAP_2_LANDWIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE_DES_ALTERTUMS , Punkt I, und die nachfolgende für den 'Geist' eines intensiven Landbaus im römischen Altertum illustrative Quellentextstelle aus Columella, res rustica 4, 3.

Der lateinische und der deutsche Text dieses Quellenauszugs und aller weiteren in diesem Kapitel folgenden aus dem Werk Columellas sind entnommen aus bzw. lehnen sich an an die übersetzte Edition des altsprachlichen Gesamttextes von W. Richter, der später folgenden Auszug aus Catos 'De agricultura' stammt aus der Edition von O. Schönberger, der Plinius-Text aus der übersetzten Ausgabe der 'Epistulae' von H. Philips; siehe unten Literatur- und Quellenhinweise sowie allgemeines Literatur- und Quellenverzeichnis, Papier Nr. 2.

Columella, Res rustica 4, 3 (ed. W. Richter). 

In omni genere inpensarum. sicut ait Graecinus, plerique nova opera fortius auspicantur quam tuentur perfecta. "quidam" inquit "ab inchoato domos exstruunt nec peraedificatis cultum adhihent; nonnulli strenue fabricant navigia nec consummata perinde instruunt armamentis ministrisque; quosdam emacitas in armentis, quosdam exercet in conparandis mancipiis; sed [in] isdem tuendis nulla cura tangit. multi etiam beneficia, quae in amicos contulerunt, levitate destruunt." ac ne ista. Silvine, miremur, liberos suos nonnulli victimis votisque quaesitos avare nutriunt nec disciplinis aut ceteris corporum excolunt instrumentis. quid his colligitur? scilicet plerumque simili genere peccari etiam ab agricolis. qui pulcherrime positas vineas, antequam pubescant, vanis ex causis destituunt: alii sumptum annuumrefugientes et hunc primum reditum certissimum existimantes, inpendere nihil - quasi plane fuerit necesse vineas facere, quas mox avaritia desererent -, nonnulli magna potius quam culta vineta possidere pulchrum esse ducunt. cognovi iam plurimos, qui persuasum haberent agrum votis ac lustrationibus colendum. at ego, eum omne genus ruris, nisi diligenti cura sciteque exerceatur, fruetui esse non posse iudicem, tum vel maxime vineas.

Bei jeder Art von Investition, meint Graecinus, gehen die meisten Menschen an neue Unternehmungen mit mehr Energie heran, als sie bereits begonnene weiterführen. "Manche Leute", sagte er, "bauen Häuser vom Grundstein an, aber wenn diese stehen, widmen sie ihnen keine Pflege mehr; manche bauen mit Eifer Schiffe, doch wenn sie fertig sind, statten sie sie weder mit Gerät noch mit Bemannung angemessen aus ; manche treibt die Kauflust, Zugtiere oder Sklaven anzuschaffen; sie verspüren aber keinerlei Bedürfnis, diese auch gut zu halten. Viele machen sogar Wohltaten, die sie ihren Freunden erwiesen haben, durch Gleichgültigkeit wieder zunichte." Aber dies, Silvinus, braucht uns gar nicht zu wundern; denn viele, die sich mit Opfern und Gebeten Kinder herbeigewünscht haben, ernähren sie dann mit Geiz und statten sie weder mit Kenntnissen noch mit dem nötigen äußeren Lebensbedarf aus. Was geht daraus hervor? Daß natürlich meist auch von den Bauern auf ähnliche Art gesündigt wird, wenn sie prächtig angelegte Rebäcker, noch ehe sie voll heranwachsen, aus vielerlei Gründen verkommen lassen: die einen, weil sie die jährlichen Ausgaben scheuen und es als den ersten und sichersten Gewinn ansehen, nichts aufzuwenden - als ob es überhaupt nötig wäre, Wingerte anzulegen, die man dann aus Geiz vernachlässigt! -; manche meinen, es sei schöner, recht große Weinpflanzungen zu besitzen als gut gehaltene. Ich habe schon viele Leute kennengelernt, die glaubten, man brauche einen Acker nur mit Gebeten und Prozessionen zu pflegen. Ich dagegen bin bei jeder Art von Nutzland der Meinung, es könne nichts abwerfen, wenn es nicht mit großer Sorgfalt und Sachkunde bearbeitet wird; am allermeisten aber beim Weinbau.

II. Überblick über das westliche Altertum.

A. RÄUME UND EPOCHEN ANTIKER LANDWIRTSCHAFTSGESCHICHTE.

Wie in Kap. 2 dargelegt, entwickelt sich nicht an allen Stellen der Erdoberfläche, an denen landwirtschaftliche Bodennutzung von den Boden- und Klimavoraussetzungen her an sich möglich ist, gewissermaßen von selbst eine landwirtschaftsbasierte Kultur. Vielmehr hängen deren Entwicklung, ihre Verfahren und ihre Intensität, auch von demographischen Momenten und von menschlichen Kulturtraditionen und Organisationsformen ab. Diese können ganz unterschiedlich sein und an sich mögliche landwirtschaftliche Entwicklungen ebenso fördern wie auch behindern (wie z. B. die unter Nomaden oft verbreitete Abneigung, seßhaft zu werden). Selbst religiöse Bräuche und Anschauungen können in dieser Weise auf sie einwirken (wie z. B. religiöse Verbote, bestimmte Tiere zu verletzten, zu opfern oder zu Ernährungszwecken zu schlachten).

Die 'menschlichen Faktoren' der Landwirtschaftsentwicklung wirken sich aus:

Für den gesamten Zeitraum und alle Regionen des Altertums im westlichen Eurasien gibt es viele unterschiedliche Entwicklungszustände und politisch-rechtliche Ordnungsformen innerhalb der geographisch vorgegebenen Landwirtschaftszonen. Hier ist dehalb nur eine Übersicht über die im Laufe der Alten Geschichte besonders hervortretenden Typen sinnvoll. Ferner können die in der weiteren Themenfolge dieses Kapitels angesprochenen Aspekte nur überblicksartig angesprochen und mit illustrativen Exemepeln verdeutlicht werden.

 

1. Typen im Hinblick auf landwirtschaftliche Produkt- und Produktionsformen.

a) eine extensive Landnutzung durch Regenfeldbau

im Bereich des 'Fruchtbaren Halbmonds' des Nahen Ostens und in anderen halbtrockenen Gebieten des Mittelmeerraums wie in Kleinasien, am nördlichen Schwarzmeerand, in der Kyrenaika, im Atlas-Bereich sowie im südlichen Teil der spanischen Halbinsel;

b) eine nomadisierende Viehaltungs-Nutzung der für ständigen Ackerbau zu trockenen Gebiete

in Arabien, im Innern Kleinasiens, in Nordafrika, im Inneren Spaniens und nordlich bzw.östlich des Schwarzen Meeres;

c) eine bewässerungsbasierte intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flußtäler und der Oasen in halbtrockenen und trockenen Gebieten,

zum Beispiel der Flußtäler des Euphrat und des Nil, und anderer Fluß- und Oasenregionen im Nahen Osten, in Nordafrika und im Südosten Spaniens (hier auch schon in der Antike, nicht erst seit arabischer Zeit);

d) eine landwirtschaftliche Intensivnutzung der ausreichend beregneten mediterrranen Küsten- und Binnengebiete

Kleinasiens, Griechenlands, des Balkan, Italiens, Spaniens und des mittelmeernahen heutigen Frankreichs;

e) eine nach Bedarf wechselnde ackerbauliche Intensiv- und Extensivnutzung in reichlich beregneten und fruchtbaren Gebieten

zum Beispiel West-, Mittel- und Osteuropas vom Norden der spanischen Halbinsel bis an den Westrand des Schwarzen Meeres;

f) eine extensive Weidewirtschaft in nicht urbar gemachten Wald- und Einödgebieten und in Gebirgsregionen

des Mittelmeerraums und des nördlich anschließenden Europa.

 

2. Typen im Hinblick auf landwirtschaftliche Organisationsformen.

a) von städtischen Zentren abgelegene Regionen mit vorwiegender Eigenversorgungslandwirtschaft für familiäre und sonstige Kleingemeinschaften im Rahmen von Einzelanwesen und dörflichen Gemeinschaften;

sie finden sich in den zahlreichen Gebirgsregionen und weiten Landinnenlandflächen des antiken Kulturraums, besonders aber auch in seinen 'barbarischen', zu Zeiten oder dauernd städtelosen Nachbargebieten, z. B. in Germanien; siehe dazu unten zu II. C. 1 (Landwirtschaftliche Organisationseinheiten);

b) durch 'staatliche' oder tempelzugeordnete Organisationsformen geprägte Landwirtschaftsregionen;

sie finden sich zum Beispiel in altorientalischen Reichen wie dem altbabylonischen Reich zur Zeit Hammurabis oder im Neuen ägyptischen Reich - Illustrationen und weitere Ausführungen dazu im WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 5 - Modellvorstellungen antiker Volkswirtschaften - Nr. 2).

c) gartenbaulich und klein- oder mittelbetrieblich geprägte Landwirtschaftsregionen;

sie finden sich im Altertum originär zum Beispiel in den Küstengebieten und landwirtschaftlich intensiv bebaubaren Ebenen und Bergregionen Griechenlands, Illyriens und der anderen Balkanländer, Italiens, der Provence und der spanischen Halbinsel, aber auch in Oasen und künstlich bewässerten Gebuieten, soweit und solange sich dort nicht Großgüter durchsetzen. Sie entstehen in geplanter Weise z. B. bei der Koloniegründung durch Zuweisung von Landlosen an zivile und militärische Kolonisten neu: Dieser Typus ist etwa in den verschiedenen 'Mustergütern' für diversifizierten Anbau, für Wein- und für Ölerzeugung in Catos Schrift 'De agricultura' gemeint (siehe WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 4. - Verkehrsgemeinschaften der Antike - Nr. 3 c).

d) durch Großgüter (private Latifundien; öffentliche Domänen) geprägte Landwirtschaftsregionen;

diese finden sich im Altertum- als Ergebnis großräumiger, oft kriegsbedingter 'staatlicher' Landnahme und darauf folgender Umverteilungsprozesse zugunsten politisch begünstigter 'Aristokratien' zum Beispiel in landwirtschaftlich extensiv und intensiv nutzbaren Gebieten gleichermaßen, etwa in Sizilien, in der römischen Provinz Africa, im inneren Spanien, im hellenistischen und dann römischen Ägypten, in der Region Syrien/Palästina und in Kleinasien, soweit sich dort jeweils nicht eine klein- und mittelbetriebliche Nutzung sei es auf der Grundlage fortdauernder einheimischer Traditionen, sei es im Umfeld neugeründeter Kolonien erhält. Entstehungsgrund für die Latifundienbildung können auch 'marktwirtschaftlich' bedingte Landkonzentrationen sein - wie etwa im Attika der 'archaischen' und 'klassischen' Zeit oder im spätrepublikanisch- oder kaiserzeitlich-römischen Italien (ein Beispiel aus dem hellenistischen Ägypten dazu im WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 4 - Verkehrsgemeinschaften der Antike- Nr. 3 c).

e) nomadisch oder durch ortsfeste reine Viehhaltung geprägte Regionen;

sie finden sich einerseits in allen halbtrockenen und trockenen und andrerseits in den ackerbaulich nicht nutzbaren gebirgigen Gebieten des mediterran-vorderorientalischen Raumes.

 

3. Typen im Hinblick auf landwirtschaftliche Besitzverhältnisse und Formen der sozialen Rangordnung.

a) der Typus des familiären oder sonst kleingemeinschaftlichen Landbesitzes und die typischerweise damit verbundenen Sozialschichten 'freier' Klein- und Mittelbauern und des ihren Betrieben zugehörigen dienstabhängigen Gesindes (zumeist Sklaven);

die Bedeutung dieses Typus tritt traditionell in den Regelungen der antiken Rechte über Vermögensinhaberschaft und Erbübertragung hervor, also z. B. im römisch-rechtlichen 'familia'-Begriff (vgl. Dig 50, 16, 195; dazu der Kommentar in DIGESTENEXEGESE_UND_SOZIALSTRUKTURGESCHICHTE). Dieser Begriff entwickelt sich im Bereich des ländlichen Klein- und Mittelbesitzes zur Zeit der früheren römischen Republik und umfaßt dort gleichermaßen das Grund- und das bewegliche Eigentum eines Bauernhofes, die dort lebende Nahverwandtschaft des Hofbesitzers, das zugehörige Gesinde, aber auch ggf. die 'Erbverwandtschaft' des Besitzers, die über den engeren Bereich des Hofes hinausreicht. - Neben familiären Kleingruppen gibt es aber auf dem Lande immer auch 'Nachbarschaften' (adfines, griech. plesioi) und dörfliche Gemeinschaften, die etwa gemeinsam bestimmte Bodenflächen nutzen und sich auf ein abgestimmtes Verhalten bei Feldbau, Wegebau oder -nutzung und Nachbarschaftshilfe verständigen.

b) der Typus des besonderen Hervortretens eines 'staatlichen' oder religiös-institutionell verfaßten Obereigentums über landwirtschaftlich genutzte Regionen und die damit typischerweise verbundenen primär 'öffentlich-rechtlichen' Verhältnisse der Steuer-, Abgabe- und Dienstleistungspflichtigkeit der nachgeordneten Landbesitzer ;

siehe dazu die Beispiele einer rechtlich stark regulierten und von erheblichem 'Staats-Besitz' geprägten, noch geldlosen altorientalischen Wirtschaft in Mespopotamien und einer fast flächendeckend tempelwirtschaftlich geprägten Ordnung am Ende des 'Neuen Reichs' im Alten Ägypen: im WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 5 - Modellvorstellungen antiker Volkswirtschaften - Nr. 2).

c) der Typus des- sowohl 'staatlichen' als auch privaten - Großgrundbesitzes und die damit typischerweise verbundenen nachgeordneten Groß- und Kleinpachtverhältnisse und Formen einer großmaßstäblichen Sklavenhaltung;

dazu der nachfolgende, für die römisch-kaiserzeitliche Epoche illustrative Brief Plinius; in ihm tritt ein bestimmter Typus des Großgrundbesitzes hervor, der Sammel-Großgrundbesitz, der aus mehreren - u. U. auch kleineren - Gütern und sonstigen Betrieben besteht, und als ganzer ebenso wie in seinen Elementen primär unter strikt wirtschaftlichen Spar-, Rentabilitäts- und Risikominimierungsaspekten geführt werden muß, wenn sein Inhaber im Besitze seines Vermögens bleiben oder es sogar mehren will. Die Überlegungen, die Plinius für den Kauf eines Gutes anstellt, machen aber nicht nur die marktbedingten Komponeneten des Grundstückswertes und die Vermögenssicherungsstrategie eines Großgrundbesitzers deutlich, sondern auch den Zusammenhang von Großgrundbesitz und aristokratischer Lebensführung, die sich durch großmaßstäblichen 'Rentenbezug' aus dem Lande finanziert.

Großgrundbesitz in Noridtalien (1./2. Jht. n. Chr.):Plinius epistulae, lib. III, ep. XIX (ed. H. Philips)

 

 

C. PLINIUS CALVISIO [RUFO] SUO S.

(I) Adsumo te in consilium rei familiaris, ut soleo. praedia agris meis vicina atque etiam inserta venalia sunt. in his me multa sollicitant, aliiqua nec minora deterrent. (2) sollicitat primum ipsa pulchritudo iungendi, deinde, quod non minus utile quam voluptuosum posse utraque eadem opera, eodem viatico invisere, sub eodem procuratore ac paene isdem actoribus habere, unam villam colere et ornare, alteram tantum tueri. (3) inest huic computationi sumptus supellectilis, sumptus atriensium, topiariorum, fabrorum atque etiam venatorii instrumenti; quae plurimum refert unum in locum conferas, an in diversa dispergas. (4) contra vereor, ne sit incautum rem tam magnam isdem tempestatibus, isdem casibus subdere; tutius videtur incerta fortunae possessionum varietatibus experiri. habet etiam multum iucunditatis soli caelique mutatio ipsaque illa peregrinatio inter sua.

(5) lam, quod deliberationis nostrae caput est, agri sunt fertiles, pingues, aquosi, constant campis, vineis, silvis, quae materiam et ex ea reditum sicut modicum ita statum praestant. (6) sed haec felicitas terrae imbecillis cultoribus fatigatur. nam possessor prior saepius vendidit pignora et, dum reliqua colonorum minuit ad tempus, vires in posterum exhausit, quarum defectione rursus reliqua creverunt. (7) sunt ergo instruendi eo pluris, quod frugi mancipiis; nam nec ipse usquam vinctos habeo nec ibi quisquam. Superest, ut scias, quanti videantur posse emi: sestertio triciens, non quia non aliquando quinquagiens fuerint, verum et hac penuria colonorum et communi temporis iniquitate ut reditus agrorum sic etiam pretium retro abiit. (8) quacris, an hoc ipsum triciens facile colligere possimus: sum quidem prope totus in praediis, aliquid tamen fenero, nec molestum erit mutuari; accipiam a socru, cuius arca non secus ac mea utor. (9) proinde hoc te non moveat, si cetera non refragantur, quae velim quam diligentissime examines. nam cum in omnibus rebus tum in disponendis facultatibus plurimum tibi et usus et providentiae superest. vale.

 

C. Plinius grüßt seinen Calvisius Rufus.

(1) Nach meiner Gewohnheit ziehe ich Dich wieder in einer Vermögenssache zu Rate. Landgüter, die meinen Besitzungen benachbart sind und auch darin liegen, werden zum Verkauf angeboten. An ihnen reizt mich vieles; anderes, und zwar nicht weniger Wichtiges, schreckt mich ab. (2) Es reizt das schöne Gefühl, meine Ländereien abzurunden; dann, was ebenso nützlich wie angenehm ist, beide mit derselben Mühe und demselben Reisegeld zu besuchen, beide unter demselben Oberaufseher und beinahe denselben Verwaltern zu haben, das eine Landbaus zu bewohnen und auszuschmücken, das andere nur unterhalten zu können. (3) In dieser Rechnung sind auch die Kosten für das Geschirr, für Hausmeister, Gärtner, Handwerker und auch für dasJagdgerät; es kommt sehr darauf an, ob man dies alles an einem Ort beisammen hat oder auf verschiedene verteilt. (4) Andererseits fürchte ich, es könnte unbesonnen sein, eincn so großen Besitz denselben Witterungsbedingungen und denselben Zufällen auszusetzen; es erscheint sicherer, der Unbeständigkeit des Schicksals durch unterschiedliche Örtlichkeiten der Guter zu begegnen. Auch ein Wechsel von Landschaft und KIima und gerade das Hin- und Herreisen zwischen den eigenen Gütern ist mit viel Annehmlichkeit verbunden.

(5) Nun sind aber, was der Hauptpunkt meiner Überlegungen ist, die Ländereien fruchtbar, haben einen fetten Boden und sind gut bewässert; sie bestehen aus Feldern, Weinbergen und Wäldern, die Bauholz und damit ein mäßiges, aber doch festes Einkommen gewährleisten. (6) Aber diese Fruchtbarkeit des Bodens wird durch untüchtige Pächter gemindert. Denn der frühere Besitzer hat öfter die Pfänder verkauft, und während er die Rückstände der Pächter für den Augenblick verringerte, erschöpfte er für die Zukunft ihre Kräfte, durch deren Fehlen die Ruckstände wieder wuchsen. (7) Sie müssen aber mit Sklaven ausgestattet werden, was um so teurer ist, weil es tüchtige Sklaven sein mussen; denn weder ich selbst habe irgendwo Zwangsarbeiter, noch irgendeiner dort.

Nun sollst Du noch wissen, für welchen Preis man die Güter wahrscheinlich kaufen kann. Drei Millionen Sesterzen; nicht, weil sie nicht irgendwann einmal fünf Millionen wert gewesen wären, aber durch den Mangel an Pächtern und die ungünstigen Zeiten ist mit dem Ertrag der Ländereien auch der Preis gefallen. (8) Du fragst, ob ich diese drei Millionen leicht aufbringen kann. Freilich habe ich mein Vermögen fast ganz in Ländereien angelegt, einiges Geld jedoch habe ich mit Zinsen angelegt, und es wird mir nicht schwerfallen, Geld zu leihen; ich werde es von meiner Schwiegermutter bekommen, deren Kasse ich genauso wie meine eigene in Anspruch nehmen darf. (9) Daher laß Dich nicht beunruhigen, wenn Dir das Übrige nicht widerstrebt, welches Du, wie ich möchte, möglichst sorgfältig prüfen sollst. Denn wie in allen Dingen besitzt Du auch in Vermögensangelegenheiten sehr viel Erfahrung und Klugheit. Lebe wohl!

 

d) der Typus des zeitweiligen Besitzes zur Land- und Wassernutzung für Herdenhaltung (Transhumanz);

in literarisch und religiös einprägsamer Form findet er sich beschrieben etwa in den Patriarchengeschichten des Alten Testaments der Bibel (z. B. 1. Mos. 30, 25 ff.).

 

Das Nebeneinander der Typen landwirtschaftlicher Nutzung zu a) - d) zeigt sich illustrativ auf der nachfolgenden Karte. Im Gebiet südlich des antiken Karthago finden sich alle Typen landwirtschaftlicher Intensivnutzung vom Gartenbau über den intensiven und extensiven Getreideanbau bis zu rein weidewirtschaftlicher Nutzung. Die heutige Nutzungs-Verteilung läßt Rückschlüsse auch auf antike und arabisch-nachantike Formen zu, in denen allerdings die viehhalterische Nutzung des dargestellten Gebiets weiter verbreitet gewesen ist.

Abb. 2: Vegetations- und landwirtschaftliche Nutzformen im heutigen Tunesien (Umgebung von Sfax).

Entnommen aus: H. Mensching, E. Wirth, Norafrika und Vorderasien, Fischer-Länderkunde Bd. 4, Frankfurt M. 1989, S. 166.

 

B. PRODUKTE, VERFAHRENSWEISEN UND INSTRUMENTE LANDWIRTSCHAFTLICHER TÄTIGKEIT.

Die Produkte, Verfahrensweisen und Instrumente landwirtschaftlicher Tätigkeit sind im Bereich der antiken Kulturen so vielfältig, dass hier nur Typisches hervorgehoben und illustriert werden kann. Im einzelnen muß ggf. auf die einschlägige, unten zu Punkt IV und im allgemeinen Literaturverzeichnis angegebene Literatur weiterverwiesen werden.

Eine Übersicht über das - in römischer Zeit - für einen sorgfältig arbeitenden und wirtschaftlich disponierenden Landwirt - etwa in Italien - Wissenswerte über den Ackerbau und die Viehzucht enthalten inbesondere die Landwirtschafts-Werke Catos d. Ä. (2. Jht. v. Cht.), Varros (1. Jht. v. Chr.) und Columellas (1. Jht. n. Chr.). Über nutzbare Pflanzen, Tiere und Naturstoffe finden wir detaillierte Mitteilungen in der 'Naturalis Historia' Plinius d. Ä. (1. Jht. n. Chr.). Dessen Enkel, Plinius d. J., teilt uns in einigen Briefen seiner überlieferten umfangreichen Briefsammlung viele wirtschafts- und kulturgeschichtliche Details auch über die Gutswirtschaft seiner Zeit mit. Über die Kategorien landwirtschaftlich hergestellter Güter für den Markt lassen sich detaillierte und systematische Informationen aus den bisher aufgefundenen und wissenschaftlich edierten Teilen des sog. 'Edictum Diocletiani' gewinnen. Zu all dem kommen die archäologischen Befunde, nicht nur für die Landwirtschaft in den Kernländern der antiken Kulturen, sondern auch in ihren Rand- und Grenzgebieten, also z. B. für das römische Reich die germanischen Provinzen und den ihnen vorgelagerten 'barbarischen' Bereich der 'Germania libera'. Aus der Fülle dieses Quellenmaterials können im folgenden nur einige Beispiele illustrativ präsentiert werden. Ihr jeweiliger konkreter historischer Zusammenhang muß immer mitbedacht werden, obwohl sie auch in einem allgemeineren Sinne etwas über die Landwirtschaftsgeschichte der Antike aussagen sollen.

 

1. FELD- UND GARTENBAU.

a) Bereiche des Wissens und Könnens im Ackerbau am Beispiel wichtiger Themenkomplexe der Bücher I - V der 'Res rustica' des Columella.

Aus Grundbesitzerkreisen Spaniens stammend und römischer Bürger , hat der im 1. Jht. n. Chr. lebende L. Iunius Moderatus Columella nicht nur in standesgemäßer Weise im römischen Heer als Militärtibun Dienst getan, sondern auch mehrere offenbar größere ländliche Güter in Italien und ferner eine offenbar gediegene Bildung erworben. Aus dieser ist ein Werk über Astronomie, aus seinen praktischen Erfahrung ein Werk über den Landbau hervorgegangen. Columella widmet dem Feld- und Gartenbau verschiedene, sich inhaltlich teilweise überschneidende Teile seiner Landwirtschaftsabhandlung. Dem Feldbau sind die Bücher 1 - 5 und ein Teil des Buches 11, dem Gartenbau Buch 10 (in Gedichtform) und das Kapitel 3 des Buches 11 gewidmet.- An dem zusammenhängend dem Feldbau gewidmeten Teil des Werkes in den Büchern 1 - 5 fällt auf, daß darin dem Weinbau quantitativ weit mehr als die Hälfte der Ausführungen gelten. Dies ist sowohl bei Cato als auch bei Varro anders, auch wenn dort der Weinbau jeweils ebenfalls große Beachtung findet. Es sind hier die von Columella dargelegten (siehe Übung 3, unten) offenbar hervorragenden Verdienstmöglichkeiten in Rechnung zu stellen, die der Weinbau im Italien des 1. Jhts. n. Chr. für einen Grundbesitzer wie Columella hat. Demgegenüber ist aber auch auf die anderen Akzente hinzuweisen, die die anderen römischen Landwirtschaftsschriftsteller setzen; sie machen auch deutlich, daß die wirtschaftlichen Voraussetzungen und Formen der Landbearbeitung trotz aller Kontinuität im Laufe der Zeit zu wechseln pflegen; siehe dazu - bezogen etwa auf das Italien der Zeit Columellas - M. Rostovtzeff, Gesellschaft und Wirtschaft im römischen Kaiserreich (1931) ND Aalen 1985, Bd. 1, S. 158 ff. - Der Gartenbau, obschon der Sache nach - z. B. was den Obstanbau betrifft - vom Feldbau nicht klar abzugrenzen, wird doch von Columella als eigene Sparte behandelt; dies dürfte nicht nur auf die räumliche Nähe des Gartens zum Hofhaus und dessen internen Haushaltsgeschäften zurückzuführen sein, sondern auch auf einen primären Eigenversorgungszweck des Gartenbaus und ferner auf seinen Charakter als stark ausländisch (vor allem griechisch) geprägter Tradition, von der Columella (r. r. 10, 1) sagt, frühere Generationen römischer Landwirte hätten ihr - anders als seine Zeit - keine besondere Bedeutung beigemessen.

ZUM ACKERBAU. Inhalt der Bücher I - V der 'Res rustica' des Columella

Buch 1. Allgemeine Voraussetzungen und Grundeinrichtungen eines Landwirtschaftsbetriebs: Die sittlichen Werte ländlicher Arbeit. Traditionen des landwirtschaftlichen Wissens z. Zt. Columellas. Zur Stadtnähe und Verkehrsanbindung von Landgütern. Zur Diversifikation der Gutsprodukte (Getreide-, Wein-, Öl-, Gemüse-, Obstanbau, Tierhaltung von Groß- und Kleintieren, auch in Herden), Inspektions-, Kalkulations- und Vorsorgepflichten des Besitzers. Wasserversorgung durch fließendes Wasser, Grundwasser oder Zisternen. Anlage und Inneneinrichtung der Wohnhäuser (mit 'pars urbana' und 'pars rustica') und Nutzbauten des Hofes. Lagerhaltung und Speicher. Einsatz von Pächtern und Sklaven auf dem Gute durch den Gutsbesitzer.

Buch 2. Getreide- und Feldfruchtanbau, Wiesennutzung: Unterscheidung der Bodenarten (fett - mager, feucht - trocken, locker - dicht). Notwendigkeit und Verfahren der Düngung (Fäkalien, Pflanzenreste, Asche). Entwässerungsverfahren. Pflugtechniken und die Behandlung der Zugtiere. Termine der verschiedenen Bodenarbeiten im Jahre für die sehr selektiv ("cetera neque enumerare et minus serere dignamur"- 2, 10, 24) angebauten Getreiderarten (Unterarten von Weizen, Emmer und Gerste), Hülsenfrüchte (Bohne, Linse Erbse, Langbohne, Kichererbse, Hanf, Kolben- und Rispen-Hirse, Welschfenchel, Sesam, Lupine, Lein), Rüben (Steckrüben und weiße Rüben) und Grünfutterpflanzen (Luzerne, Hornklee, Wicke, Platterbese, Erve, Gerstenkraut). Merhmaliges Pflügen. Hacken und Jäten. Sommer- und Wintergetreide. Saatmengen (z. B. 4 - 5 modii [ 1 modius = ca. 8,7 l] Weizen auf ein iugerum [= ca. 1/4 ha], je nach Jahreszeit und Bodenqualität). Berechnung von Arbeitseinheiten (=Tagesleistungen) für einzelne oder komplexe Arbeitsgänge (z. B.: 25 iugera Land erfordern bei viermaligem Pflügen und einer Aussaat im Jahre 115 Pflüger-Tagesleistungen). Brache. Anlage und Pflege von Wiesen. Heuernte, Getreideernte und Drescharbeiten. Lagerung von Heu- und Stroh. Aus religiösen Gründen einzuhaltende arbeitsfreie Zeiten.
Buch 3. Rebenanbau: Die zur Weinerstellung und als Tafeltrauben verwendbaren Rebarten, ihre verschiedenen Qualitäten und marktbezogenen Güteklassen (in eingehender Beschreibung; Columella schätzt als Landwirt vor allem die amineischen, die kampanischen, die nomentanischen und die apianischen Rebarten). Die - verglichen mit anderen Landwirtschaftszweigen - besonders großen Verdienstmöglichkeiten im Weinbau. Die technischen Probleme des Weinbaus: Auswahl der für Boden- und Klimaverhältnisse eines Grundstücks geeigneten Rebart(en), die Wahl des Grundstücks möglichst in Stadtnähe, die Vorbereitung des Bodens und die Ausstattung des Grundstücks, die ständige Pflanzenpflege, der Arbeitseinsatz im Weingut. Besondere Verfahren der Boden- und Pflanzenpflege: Pastination, Pflanzen von Rebzweigen (malleoli) und Wurzelsetzlingen (viviradices), Anlage eigener Rebholz- und verschiedener Rebschulen.
Buch 4. Nochmals Rebenanbau: Besondere Verfahren des Rebenanbaus, besonders in Italien - Fortsetzung: Anlage ausreichend tiefer Setzgruben, monatliches Umgraben, Unkrautbeseitigung, Entlauben und Reinigen der Flächen, Beseitigung unnötiger Triebe an den Pflanzen, Abstützung der Reben, Propfen (inserere) von Rebzweigen, die Gewinnung von Binde- und Stützmaterialien und -pflanzen für den Rebbau aus Weidenpflanzungen (salices), Ginsterbüschen (genista), Rohr (harundo), Kastanie (castanea) , Eiche (robor)
Buch 5: Flächenmessung. Nochmals Rebenanbau sowie Nutzung anderer Kulturbäume und -sträucher: Exkurs über Fächenmessung und Maßeinheiten in der Landwirtschaft. Anwendung der Flächenmessung im Rebenanbau. Rebpflanzungen in den Provinzen. Ulmen (ulmus), Eschen (fraxinus) und Pappelpflanzungen (populus), auch auf derselben Fläche zusammen mit Getreide- oder Weinanbau (Stützpflanzenfunktion). Ölbaumpflanzungen (olea) und ihr vergleichsweise geringer Aufwand ("omnis tamen arboris cultus simplicior vinearum est"), Arten der Ölbäume Ölbaumschulen. Obstbau (pomarium): Abgrenzung des Geländes, geeignete Böden (wie beim Rebenbau), Pflanzen und Pflege des Feigenbaums (ficus) , des Mandelbaums (nux Graeca), des Granatbaums (malum Punicum), des Birnbaums (pirum) mit seinen vielen Sorten, des Apfelbaums mit seinen vielen Sorten, der Arlesbeer, der Aprikose, des Pfirsichs (sorbus, malum Armeniacum, malum Persicum). Die Propftechnik bei einander ähnlichen Obstpflanzen ("omnis surculus inseri potest, si non est ei, cui inseritur, arbori cortice dissimilis"). Verdelung durch Pfropfen bei Feigen und anderen Obstgäumen im besonderen. Annex (Nachtrag zu Buch 2): Der Anbau von Schneckenklee (cytisum) als vielseitig verwendbarer Futterpflanze.

ZUM GARTENBAU. Inhalt der Bücher X und XI der 'Res rustica' des Columella.

Buch 10: Gartenbau (Lehrgedicht in der Tradition der Georgica Vergils): Nowendig fetter , lockerer und gut zu bewässernder Boden. Gartenumfriedung. Umgraben des Gartens (Pastination) im Herbst. Auflockerung und Düngung in Frühjahr. Anlegung der Beete und Aussaat. Behandlung der verschiedenen Blumenarten (u. a. Levkoje, Ringelblume Narzisse, Löwenmäulchen, Hyazinthe, Lilie, Rose, Krokus, Malve, Veilchen, Ringelblume, Myrte), Heil-, Drogen-, Gewürz- und Gemüsepflanzen (u. a. Heilwurz, Hornmohn, Zwiebel, Rauke, Endivie, Kerbelkraut, Knoblauch, Rapunzel, Gartenkresse, Rettich, Kapern, Dill, Minze, Pfriemkraut, 'Falsche Myrrhe', Thymian, Majoran, Koriander, Fenchel, Spargel, Gurke, Kohl, Artischocken, Dickrübe, Steckrübe) und Obstbüsche- und bäume (u. a. Granatapfel, Melone, Aprikose, Pfirsich, Maulbeerbaum, Feige; Wein). Wässerung und Unkrautentfernung, Bekämpfung von Würmern und anderen Schädlingen. Saat- und Erntetermine.

Buch 11, Kap. 3: Gartenbau (als Aufgabenbereich des Verwalters): Hausnähe und Umfriedung des Gartens durch Mauer oder Dornenhecke. Bodenqualität und ihre Pflege. Anlage eines Brunnens. Pastination und Aussaat für einige Pflanzen im Herbst und weitere Bodenbearbeitung nach der Winterpause vom frühen Frühjahr an. Düngung (mit Esels-, Rinder-, Schafmist oder auch menschlichen Fäkalien). Die Aussattermine für die einzelnen Gartenpflanzen : Herbstsaat z. B. für Kohlarten, Salat, Artiscocke, Morrübe, Mohn, Gartenkressemöglich; Frühjahrsaussat beginnt im Januar mit z. B. mitGartenkresse; im Februar folgen etwa Raute, Spargel, Zwiebel, Lauch, Knoblauch, Weiß- und Steckrüben. Bis August folgen zwei weitere Saatzeiten. Behandlung einzelner Gartenpflanzeen: Knoblauch (ulpicum), Kohl (brassica), Kopfsalat (lactuca), Artischocke (cinara), Senf (sinapa), Koriander (coriandrum), Rauke (eruca), Basilienkraut (ocimum) Heilwurz (panax), Schnittlauch (porrumsetivum), Sellerie (apium), Pastinak (pastinaca), Rapunzel (siser), Alant (inula), Schwarzkohl (atrum holus, petrosilium), Minze (menta), Raute (ruta), Thymian (thymium), Gartenkresse (lepidia), Rote Bete (beta), Karbelkraut (chaerephyllum), Mohn (papaver), Anis (anetum), Spargel (asparagus sativus), Rettich (raphani radix), Gurke (cucumer), Kürbis (cucurbita), Kaper (capparis), Zwiebel (cepina, caepula).
 

b) Produkte des Garten- und Ackerbaus: Beispiel: Kap.1 - 6 des 'Diokletianischen Preisedikts'.

Im 'Diokletianischen Preisedikt', einer von dem römischen Kaiser Diokletian und seinen Mitkaisern im Jahre 301 n. Chr. reichsweit in Geltung gesetzten preisregulierenden (höchstpreisfestsetzenden) Rechtsanordnung, sind (in den erhaltenen, bisher wiederentdeckten und wissenschaftlich edierten Fragmenten) Produkte des Garten- und Ackerbaus (also nicht durch Bergarbeiter oder Handwerker erzeugte oder weiterverarbeitete Produkte oder von Händlern, Transporteuren und anderen erbrachten Dienstleistungene) in verschiedenen der editorisch rekonstruierten Kapitel enthalten, vor allem in Kap. 1 - 3 (Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Wein, Öl), 6 (Gemüse, Obst, Nüsse, Gewürze) und 12 (Holz für Bau- und andere Zwecke). Dort sind ca. 150 verschiedene Kategorien auf Märkten gehandelter Waren mit Einteilung nach Güteklassen und Preisobergrenzen angegeben, die - vor allem, wenn man die reichsweite Geltung des Edikts bedenkt, die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion schon aus dem Vorhandenen erkennen und darüber hinaus weiter erschließen läßt. Ein kleiner Auszug (Gemüsearten und -preise) aus dem diokletianischen Preisedikt ist zu finden im WWW-Skript 'Antike Wirtschaft'Kap. 3: Typische Produktions- und Verteilungsformen , Punkt 2. Siehe auch die Inhaltsangaben aus Columellas Werk oben zu a).

 

c) Instrumente und Verfahren des Ackerbaus.

Die Werkzeuge und Verfahren des Ackerbaus sind vielfältig. Sie beruhen - wie der größte Teil der Technologie der Antike - auf reinem Erfahrungswissen, das sich seine Sicht der Ursachen und Prozesse in heute oft seltsam, manchmal sogar abwegig anmutenden Modellen und Hilfsvorstellungen bildet; auch die Antike wußte aber schon, daß es sich bei dieser Art von Kenntnissen nicht um "Wissen im strengen Sinne des Wortes" handelt, was etwa in der aristotelischen Unterscheidung zwischen 'techne' als 'empeireia' und 'episteme' zum Ausdruck kommt. Trotz ihrer Unsicherheit und Fehlerhaftigkeit sind die aus der Praxis entwickelten Technik-Kenntnisse der Antike jedoch ernst zu nehmen, was im folgenden an zwei Beispielen illustriert werden soll: dem seit dem 6. Jht. v. Chr. nachweisbare bodenwendende Pflug und den rein erfahrungsbedingten Techniken des Brachliegenlassens und der Düngung kultivierten Landes.

Schon der sog. 'Streichbrettpflug') ermöglicht gegenüber anderen Pflugformen (Hakenpflug) und Bodenbearbeitungsinstrumenten (Spaten, Hacken, Eggen) eine kräftesparende Grundbearbeitung größerer Ackerareale (1 Tagesleistung enspricht nach Columella, res rustica 2, 3, 8 normalerweise ungefähr 1/4 iugerum = ca. 630 m2), die dazu noch in größere Tiefe reicht und die gesamte Ackerfläche durch geeignete Handhabung (abwechselndes Schräg- und Geradehalten) des Pfluges (Columellla 2, 2, 25) ohne Rest-'Bänke' umwendet. Dies kommt nicht nur der Anreicherung der Oberfläche mit Nährstoffen aus dem Untergrund, sondern auch einer flächendeckenden Auflockerung, Durchlüftung und Düngung zugute. Diese Entwicklungsform eines Ackerbaugerätsist ist damit im griechischen und römischen Altertum, in dem sie zuerst erscheint, ein Indikator für die Intensivnutzung des Bodens und damit zumeist auch für die Marktorientierung der jeweils zugehörigen landwirtschaftlichen Aktivitäten; er wird auch in der Antike - und seither - als Symbol fleißiger Landmannsarbeit verstanden (Pflugbeschreibungen auch bei Hesiod, Erga 427 ff.oder Vergil, georg. 1, 174; ). Auch die weiterentwickelte Form des beräderten Wendepflugs, der die geradlinige und tiefere Bearbeitung größerer Flächen nochmals erleichtert und im Mittelalter zur normalen Pflugform wird, ist schon für die Antike bezeugt, wenn auch wohl nur in einzelnen Gegenden des römischen Reiches (z. B. in Rätien und Norditalien) üblich (Plinius, nat. hist. 18, 162 ff., Servius, georg. 1, 174).

Die 'Fettigkeit' des Bodens einerseits oder die 'Erschöpfung des Bodens' durch fortgesetzten Kulturpflanzenanbau andrerseits sind bildhafte Vorstellungen, die eine Erklärung der gemeinten Phänomene zwar nicht zulassen. Siehe dazu: KAP_2_LANDWIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE_DES_ALTERTUMS, Abschnitt I, 2. An der zitierten Bibelstelle fällt auf, wie das Brachliegenlassen mit dem Sabbatgebot zusammengesehen wird, an Columellas Ausführungen über Düngung, wie unsicher das Landwirtschaftswissen noch seiner Zeit, in der es ja schon eine jahrhundertealte landwirtschaftsschriftstellerische Tradition gibt, über ihre Gründe ist. Dennoch werden aus der bäuerlichen Bodenbeobachtung im Altertum genau zutreffende praktische Konsequenzen gezogen, was das Brachliegenlassen und die Düngung des Bodens betifft. Die Möglichkeiten, die Sommer- und Winteraussaat, Brache und Fruchtwechsel je nach den klimatischen und Boden-Gegebenheiten des Ortes bieten, finden auch in der Antike zudem in ganz unterschiedlichen - von den ländlichen Siedlungsweisen mitbestimmten - Systemen der betrieblich-individuellen und der kollektiven Feldbestellung ihren Niederschlag. So dürften 'typisch mittelalterliche' Formen wie z. B. die 'Dreifelderwirtschaft' in Systemen gemeinsamen Feldbaus von Kolonen auf großen Gütern in den gallischen oder germanischen Provinzen des römischen Reiches zumindest Vorformen gehabt haben, während auf kleineren Höfen mit gartenbaulicher Intensivnutzung des Bodens in der Nähe von Städten das System ständiger Düngung und ggf. nachfragebedingten Fruchtwechsels üblich gewesen sein dürfte, wie es Columella für Italien beschreibt. In trockeneren Gebieten mit extensiver Bodennutzung muß wiederum die Brache naturgemäß von weitaus größerer Bedeutung als die Düngung oder der Fruchtwechsel gewesen sein.

Beispiel 1: Der Typ des antiken bodenwendenden Pfluges.

Abb. 3: Vasenabbildung eines Pluges, Attika, 6. Jht. v. Chr

Abb. 4: Pflug aus der römischen Kaiserzeit.

Abb. 5: Lateinische und griechische Bennungen für die Elemente eines antiken Pfluges.

Abbildungen entnommen aus: D. Hägermann, H. Schneider, Landbau und Handwerk 750 v. Chr. bis 100 n. Chr., Propyläen-Technikgeschichte Bd. 1, Berlin 1997, S. 86 und 209; dtv-Lexikon der Antike, Kulturgeschichte, Bd. 2, München 1971, S. 86, s. v. 'Pflug' (J. E. Skydsgaard)

Beispiel 2: Brache und Düngung als rein erfahrungsbedingte Techniken.

1. Mos. 23, 10 f.: "Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln. Im siebenten Jahr sollst du es ruhen und liegen lassen, daß die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrig bleibt, daß das Wild auf dem Felde essen. Also sollst du auch tun mit deinem Weinberg und deinem Ölberg." (Deutsche Übersetzung, Lutherbibel)

Columella, Res rustica 2, 1. 5 - 7 (ed. W. Richter). 

Quid ergo est, inquis, quod adseverat Tremelius, intacta et silvestria loca cum primum ceperint cultum, exuberare, mox deinde non ita respondere labori colonorum? videt sine dubio quid eveniat, sed cur id accidat. non pervidet. neque enim idcirco rudis et modo ex silvestri habitu in arvum transducta fecundior haberi terra debet, quod sit requietior et innior, sed quod multorum annorum frondibus et herbis, quas suapte natura progenerabat, velut saginata largioribus pabulis facilius edendis educandisque frugibus sufficit. at cum perruptae rastris et aratris radices herbarum ferroque succisa nemora frondibus snis desierunt alere matrem, quaeque temporibus autumni frutectis et arboribus delapsa folia superiaciebantur, mox conversa vomeribus et inferiori solo quod plerumque est exilius, permixta atque absumpta sunt, sequitur, ut destituta pristinis alimentis macrescat humus. non igitur fatigatione quem admodum plurimi crediderunt, nec senio, sed nostra scilicet inertia minus benigne nobis arva respondent. licet enim maiorem fructum percipere, si frequenti et tempestiva et modica stercoratione terra refoveatur.

 Was also, so fragst du, hat es damit auf sich, daß Tremelius feststellt, unberührte und jungfräuliche Böden brächten nach der ersten Bearbeitung ein Übermaß an Früchten hervor, später aber belohnten sie die Mühe des Bauern nicht mehr im gleichen Ausmaß? Tremelius sieht zweifellos richtig, was geschieht, aber er durchschaut nicht, warum es geschieht. Man darf nämlich einen frischen und bisher mit Wildwuchs bestandenen Boden, der eben erst in Ackerland verwandelt worden ist, nicht etwa aus dem Grunde für fruchtbarer halten, weil er ausgeruhter und jünger sei, sondern deshalb, weil er durch das Laub und Gras vieler Jahre, das er von selbst hervorgebracht hat, gleichsam gemästet und durch reichlichere Nahrung instand gesetzt ist, Früchte leichter hervorzubringen und ausreifen zu lassen. Wenn aber die Wurzeln der Pflanzendecke durch Eggen und Pflügen zerschnitten und die Wäldcr mit Werkzeugen ausgerodet sind und aufgehört hahen, die Muttererde mit ihrem Laub in nähren, und wenn die Blätter, die im Herbst von Büschen und Bäumen abgefallen sind und die Oherfläche der Erde bedeckt haben, hinterher untergepflügt und mit dem meistens magereren Unterschichten des Bodens vermischt und auf diese Weise entfernt werdcn, dann ist die Folge davon, daß die Humusschicht, ihrer früheren Nahrungsquellen beraubt, mager wird. Nicht also wegen der Ermüdung, wie die meisten geglaubt haben, und nicht wegen des Alters, sondern wegen unserer eigenen Bequemlichkeit kommen uns die Felder nicht mehr so freigiebig entgegen. Man kann nämlich mehr Ertrag erzielen wenn dem Boden durch häufige, zeitgerechte und angemessene Düngung wieder aufgeholfen wird.
 

2. VIEHZUCHT, JAGD UND FISCHEREI.

Der Umfang der Themen der Viehzucht, wie sich Columella darstellt, ergibt sich aus den Büchern 6 - 9 seiner 'Res rustica'. Es versteht sich, daß dort von italischen Verhältnissen im 1. Jht. n. Chr. die Rede ist.

ZUR HALTUNG VON VIEH UND ANDEREN NUTZTIEREN.

Buch 6: Haltung von Rindern, Pferden und Maultieren: Rinder: Rinderarten, Körperbau, Begutachtung, Abrichtung, Wartung unf Fütterung, Krankheiten , Heilmittel und -behandlung (z. B. bei Überanstrengung, Verdauungsstörungen, Erkältungen, Husten und Schwindsucht, Ruhr und anderen Leibschmerzen, Zungenschwellungen, Räude, Abszessen, Verletzung der Hufe, Sehnen- und Schulterzerrungenzerrungen, Schlangenbiß, Blutegelbefall), Zuchtbullen und kalbende Kühe, Ausmusterung, Kälber und ihre Kastration. Pferde: Pferdearten ('edle' Tiere, Maultiere, Pferde für die ländliche Arbeit), ihr Körperbau, Pferdekrankheiten - heilkunde.

Buch 7: Haltung von Kleineseln, Schafen, Ziegen, Schweinen und Hunden: Kleinsesel: vielfältiger Einsatz des robusten Tiers. Schafe: Arten und differenzierte Haltung im Gelände ("nec vero terrae ferre omnes omnia possunt" - Vergil, georg. 2, 109), Auswahl der Widder, tarentinische Hochleistungsschafe, Schafkrankheiten und ihre Heilung. Ziegen: Weidegründe vor allem auf unkultiviertem Land und entsprechende Aufgaben des Ziegenhirten. Käseherstellung. Schweine: Körperbau, Nutzung, Schweinezucht (durch Körung, d. h. Auswahl männlicher Zuchttiere), Schweinekrankheiten und ihre Heilung, Kastration. Hunde: Arten (Wachhunde, Hütehunde, Jagdhunde), die notwendigen Eigenschaften des Hundes für die Bewachung und für den Einsatz als Hütehund. Hundekrankheiten (Geschwüre und Entzündungen, Läuse und Flöhe).
Buch 8: Haltung von Hühnern, Tauben, Krammetsvögeln (Wacholderdrosseln), Pfauen, Gänsen und Enten. Fischteiche: Die Einrichtingen: Hühnerhaltung, Taubenhaltung, Fischzucht auf dem Anwesen; Bienenhäuser, Gänseställe, Hasengehege, Vogelplätze und -teicheaußerhalb des Anwesens. Hennen, Hähne und Kapaune - Auswahl und Halzung, Anlage von Hühnerhäusern, Hühnerfutter, Bruteier, Sammlung und Konservierung von Eiern für den Verzehr, Hühnermästung . Tauben: Mästung und Eier der Holz- und Haustauben, Taubenhäuser, Nichteignung der Turteltaube als Nutztier. Krammetsvögel (Wacholderdrosseln): Einfangen, Haltung und Fütterung. Pfau: Haltung nur aus Schönheitsgründen ("sed nec haec tamen aliena est agricolae captantis undique voluptates adquirere, quibus solitudinem ruris eblandiatur"), Fütterung und Pflege. Gänse und Enten: ihre Haltung an Teichen, Stallungen, Fütterung, Eier, Federn, Aufzuchr der Jungtiere. Fischzucht: Haltung geeigneter Arten von Süß- und Salzwasserfischen und Muscheln in Teichen oder an der Küste in Becken, Anlage vob Fischteichen udn Bassins.
Buch 9: Tiergehege, Bienenhaltung: Tiergehege (vivaria) für Rehe, Gazellen, Antilopen, Hirsche und Wildschweine. Bienehaltung: Bienenarten, Stationierung und Einrichtung von Bienestöcken . Kauf und Einfangen von Bienenvölkern. Verstärkung schwacher Völker. Bienekrankheiten und ihre Behandlung, Kalender des Bienenlebens und der Züchterarbeiten, Honigernte, Wachsgewinnung.

Der ganze Umfang von Jagd und Fischerei in seiner Bedeutung für die Märkte ergibt aus dieser Übersicht nicht. In den Kap. 4 und 5 des 'diokletianischen Preisedikts' zeigt sich aber, daß der Anteil vor allem an kleineren Jagtieren (Hasen, Karnickel, Tauben, Amseln, Drosseln, Finken, Stare), und Fluß und Meerefrüchten (Meer- und Süßwasserfische in verschiedenen Güteklassen, Frischfisch und gezalzen konservierter Fisch, Tintenfisch und Muscheln) an den Warengruppen für die Märkte nicht unerheblich ist. Siehe dazu auch: WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 3: Typische Produktions- und Verteilungsformen , Abschnitt 1.

 

3. HOLZGEWINNUNG, GEWINNUNG VON METALLEN UND MINERALIEN, TECHNISCHEN STOFFEN UND DROGEN.

Im weiteren Sinne zur Landwirtschaft gehört auch die auf dem Lande stattfindende Gewinnung von Baustoffen (Steine, Holz) und Ausgangsstoffen für die Ton- und Glasherstellung, die Gewinnung von Erzen, Salz, Binde-, Klebe-, Färb-, Reinigungs- und Geruchsstoffen, die wie die durch Ackerbau und Viezucht i. e. S. gewonnenen Stoffe, teils für den Eigenbedarf dort weiterverarbeitet teils auch an die Märkte weitergeleitet werden. Zum größeren landwirtschaftlichen Betrieb gehören, wenn sich dazu eine Gelegenheit ergibt, die Nutzung solcher Selbstversorgungs- und Marktverdienstmöglichkeiten, stets mit. Die handwerkliche Tätigkeit in den Städten baut auf diesen Stoffzulieferungen weitgehend auf, bezieht ihre Stoffe ggf. - z. B. für die Anfertigung von 'Luxus-Waren' - aber auch im Wege des Spezialhandels aus ferneren Regionen. Siehe dazu auch: WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 3: Typische Produktions- und Verteilungsformen , Abschnitt 3 und 4.

 

4. HAUSHALTUNG.

Der Haushalt innerhalb eines Hofes organisiert vor allem die Versorgung der auf dem Hofe Zusammenlebenden und bringt dabei eine Vielzahl von Leistungen und Produkten hervor. Die Zuständigkeit dafür liegt unter römischen Verhältnissen normalerweise bei der 'matrona' oder/und der 'vilica', d. h. bei der Frau des Hofbesitzers oder der des Hofverwalters, die dabei allerdings unter der Aufsicht ihrer Ehemänner zu stehen pflegen. Für den griechischen Bereich werden die Haushaltungsaufgaben exemplarisch deutlich etwa in Xenophons 'Oikonomikos', der in Kap. VII - IX die Aufgabenkreise der Hausfrau und des Hausherrn beschreibt. Dem häuslichen Arbeitsbereich widmen alle o. g. römischen Landwirtschaftsschriftsteller größere Aufmerksamkeit. Cato d. Ä. gibt teilweise ganz eingehende Anweisungenund teilt sogar Küchenrezepe mit (vor allem Kap. 65 - 132), von denen unten zwei in Italien traditionsreiche wiedergegeben sind. Varro befaßt sich eingehend zumindest mit Lagerhaltung, Einmachen (Buch 1, Kap. 57 - 61) und Käseherstellung (B. 2, Kap. 11). Am systematischsten erscheinen die Ausführungen über den häuslichen Bereich bei Columella (Res rustica, Buch 12), aus dem ein kleiner illustrativer Text über die Ordnung im Haushalt gleich anschließend folgt.

 Columella, Res rustica 12. 2, 6 - 3, 11 (ed. W. Richter).


 

... nihil dubium est, quin cura vilicae ordinem dispositionemque rerum, quas reponit, desideret. nam et unumquidque facilius consideratur, cum est adsignatum suo loco, et si quid forte abest, ipse vacuus locus admonet, ut quod deest requiratur. siquid vero curari aut concinnari oportet, facilius intellegitur, cum ordine suo recensetur. de quibus omnibus M. Cicero auctoritatem Xenophontis secutus in Oeconomico sic inducit Ischomachum sciscitanti Socrati narrantem:

"Praeparatis idoneis locis instrumentum et supellectilem distribuere coepimus. ac primum ea secrevimus, quibus ad res divinas uti solemus, postea mundum muliebrem, qui ad dies festos conparatur, deinde ad [bella] virilem, item dierum sollemnium ornatum, nec minus calciamenta utrique sexui convenientia; tum iam seorsum arma ac tela separabantur, et in altera parte, quibus lanificae utuntur. post quae ad cibum conparandum vasa uti adsolent, construebantur; inde quae ad lavationem, quae ad exonerationem, quae ad mensam cotidianam atque epulationem pertinent, exponebantur. postea ex his, quibus cotidie utimur, quod menstruum esset, seposuimus, annuum quoque in duas panes divisimus; nam sic isminus fallit, qui exitus futurus sit. haec postquam omnia secrevimu, tum suo quaeque loco disposuimus; deinde quibus cotidie servuli utuntur, quae ad lanificia, quae ad cibaria coquenda et conficienda pertinent, haec ipsis, qui his uti solent, tradidimus, et ubi ea ponerent demonstravimus, et ut salva essent,praecepimus. quibus autem ad dies festos et ad hospitum adventum otimur, et ad quaedam rara negotia, haec promo tradidimus et loca omnium demonstravimus et ei omnia adnomeravimus atque adnumerata ipsi exscripsimus eumque admonuimos, ut quodcumque opus esset, sciret unde daret, et meminisset atque adnotaret, quid et quando et cui dedisset, et cum recepisset, ut quidque suo loco reponeret."

Igitur haec nobis antiqui per Isehomachi personampraecepta industriae ac diligentiae tradiderunt, quae nunc nos vilicae demonstramus. nec tamen una eius cura esse debebit, ut clausa custodiat, quae tectis inlata receperit, sed subinde recognoscat atque consideret, ne aut supellex vestisve condita situ dilabatur aut fruges aliave utensilia neglegentia desidiaque sua corrumpantur. ....

.... Postremo his rebus omnibus constitutis nihil hanc arbitror distributionem profuturam, nisi, ut iam dixi, vilicus saepius, et aliquando tamen dominus aut matrona consideraverit animadverteritque, ut ordinatio constituta conservetur.

 

 

 ... es kann keinen Zweifel geben, daß auch die Arbeit der Verwaltersfrau be den Dingen, die sie einlagert, Planung und Ordnung verlangt; denn jedes einzelne Stück läßt sich leichter kontrollieren, wenn es einen festen Ort hat, und wenn einmal etwas fehlt, dann fordert schon die leere Stelle dazu auf, nach dem zu suchen, was nicht an Ort und Stelle ist; sollte aber etwas gewartet und in Ordnung gebracht werden, dann wird man leichter darauf aufmerksam, wenn es am Platz seiner Anordnung überprüft wird. Über alles dies läßt Cicero nach dem Vorbild des Xenophon im Oikonomikos den Ischomachos auf die Frage des Sokrates berichten:

"Nachdem die geeigneten Plätze vorbereitet waren, begannen wir die Geräte und Gebrauchsgegcnstände zu ordnen. Zunächst sonderten wir aus, was wir bei Kulthandlungen zu benutzen pflegen, danach die Ausstattung der Frau, die für Feiertage bereitgehalten wird, dann die des Mannes für den Krieg sowie den Festschmuck für Feiertage und das für jedes Geschlecht passende Schuhwerk. Danach wurden gesondert auf der einen Seite Waffen und Wurfgeschosse, auf der andern die Geräte, die die Frau zur Wollarbeit benutzt, untergebracht. Nunmehr wurden die Gefäße gestapelt, die man zum Kochen benutzt, dann diejenigen, die zum Waschen, zur Verrichtung der Notdurft, zum Alltagsessen und zum Festmahl dienen. Danach trennten wir die Dinge, die wir täglich brauchen, von denen, die wir nur jeden Monat einmal verwenden; was wir nur einmal jährlich benützen, teilten wir in zwei Gruppen; dadurch täuscht man sich weniger leicht darüber, wieweit die Dinge ausreichen werden. Nachdem wir dies alles voneinander gesondert hatten, brachten wir jedes an seinen Platz. Danach übergaben wir die Dinge, die die Sklaven täglich gebrauchen, die zur Wollarbeit, zum Kochen und Zubereiten der Speisen dienen, denen, die sie benutzen, zeigten ihnen, wo sie sie aufstellen sollten, und wiesen sie an, sie pfleglich zu behandeln.Die Dinge aber, die wir für Feste, für den Empfang von Gästen und für einige seltene Gelegenheiten verwenden, übergaben wir dem Verschließer, zeigten ihm die Platze für alle, und trugen ihm auf, bei allem, was gebraucht wird, sich zu merken, von wo er es weggibt, festzuhalten und aufzuschreiben, was er wann wem gegeben hat, und jedes Stück dann, wenn er es zurückbekommt, wieder an seinen Platz zu legen."

Dies also haben uns die Alten durch die Gestalt des lschomachos als Anleitungen zu Fleiß und Sorgfalt übermittelt, wie wir sie hiermit der Verwaltersfrau vorführen. Trotzdem darf es nicht ihre einzige Sorge sein, einzuschließen und zu verwahren, was ins Haus gebracht und von ihr übernommen worden ist. Vielmehr soll sie immer wieder nachsehen und prüfen, ob etwa ein aufbewahrtes Gerät oder Gewand durch langes Liegen leidet oder ob Lebensmittel oder andere Gebrauchsgüer durch Gleichgültigkeit ond Untätigkeit verderben. ...

... Wenn schließlich dies alles auf solche Weise geregelt ist, so glaube ich dennoch, daß diese Anordnung nichts nützt, wenn nicht - wie schon gesagt - der Verwalter des öfteren, zuweilen aber auch der Hausherr oder die Hausfrau nachsieht undd daruf achtet, daß die gegebenen Anordnungen eingehalten werden.

Cato, De agricultura 84 und 85 (ed. O. Schönberger).


LXXXIV. Libum hoc modo facito.

Libum hoc modo facito: case p.II bene disterat in mortario; ubi bene distriverit, farinae siligineae libram aut, si voles tenerius esse, selibram similaginis solum eodem indito permiscetoque cum caseo bene; ovum unum addito et una permisceto bene. Inde panem facito, folia subdito, in foco caldo sub testu coquito leniter.

LXXXV. Placentam sic facito.

Placentam sic facito: farinae siligineae L. II, unde solum facias; in tracta farinae L. IIII et alicae primae L. II. Alicam in aquam infundito; ubi bene mollis erit, in mortarium purum indito siccatoque bene. deinde manibus depsito; ubi bene subactum erit, farinae L. IIII paulatim addito. Id utrumque tracta facito; in qualo, ubi arescant, componito; ubi arebunt, componito puriter. Cum facies [in] singula tracta, ubi depsueris, panno oleo uncto tangito et circumtergeto unguitoque; ubi tracta erunt, focum, ubi cocas, calfacito bene et testum. Postea farinae L. II conspargito condepsitoque; inde facito solum tenue. Casei ovilli p. XIIII ne acidum et bene recens in aquam indito; ibi macerato; aquam ter mutato. Inde eximito siccatoque bene paulatim manibus; siccum bene in mortarium imponito. Ubi omne caseum bene siccaveris, in mortarium purum manibus condepsito comminuitoque quam maxime. Deinde cribrum farinarium purum sumito caseumque per cribrum facito transeat in mortarium. Postea indito mellis boni p.IIII S; id una bene commisceto cum caseo. Postea in tabula pura. quae pateat p. I, ibi balteum ponito; folia laurea uncta supponito, placentam fingito. Tracta .... singula in totum solum primum ponito. deinde de mortario tracta linito, tracta addito singulatim. item linito. osque adeo donec omne caseum cum melle abusus eris. In summurn tracta in singula indito, postea solum contrahito ornatoque. locum ... de veprimo temperatoque, tunc placentam imponito; testo caldo operito; pruna insuper et circum operito. Videto ut bene et otiose percoquas; aperito, dum inspicias, bis aut ter. Ubi cocta erit, eximito et melle unguito; haec erit placenta semodialis.

LXXXIV: Ein Libum mache also.

Ein Libum mache so: Man zerreibe 2 Pfd. Käse in einem Mörser; wenn man das fein zerrieben hat, gib ein Pfund sehr weißes Weizenmehl oder, wenn du es zarter willst, nur ein Halbpfund Weizenmehl dazu hinein und vermische es gut mit dem Käse. Gib ein Ei hinzu und mische es gut mit hinein. Daraus forme einen Laib. Lege Blätter darinter, backe es langsam auf warmem Herd unter einer Schüssel.

LXXXV. Eine Placenta mache so.

Eine Placenta mache so: Sehr feines Weizenmehl 2 Pfd.., um daraus den Boden zu machen. Für die Fladen 4 Pfd. Mehl und 2 Pfd. beste Speltgraupen. Die Speltgraupen schütte in Wasser. Wenn sie gut weich sind, schütte sie in einen reinen Mörser und lasse sie gut trocknen. Hierauf knete sie mit den Händen. Wenn das gut durchgearbeitet ist, gib nach und nach die 4 Pfd. MehI hinzu. Aus diesen zwei Bestandteilen mache Fladen. Diese lege in einen Korb, wo sie trocknen sollen. Wenn sie trocken sind, setze sie reinlich übereinander. Wenn du die einzelnen Fladen machst, bestreiche sie, nachdem du geknetet hast, mit einem Lappen, der mit Öl getränkt ist, und wische sie damit rundum und öle sie ein. Wenn die Fladen fertig sind, mache den Herd., auf dem du bäckst, gut heiß und auch die Schüssel. Hernach befeuchte die 2 Pfd. Mehl und knete sie. Daraus mache einen dünnen Boden. Gib 14 Pfd. Schafskäse, aher keinen sauren, sondern einen recht frischen, in Wasser. Darin laß ihn weichen: wechsele das Wasser dreimal. Von dort nimm ihn heraus und trockne ihn nach und nach gut mit den Händen. Lege ihn, wenn er gut trocken ist, in den Mörser. Wenn du den ganzen Käse gut getrocknet hast, zerkrümle ihn tüchtig in eine reine Schüssel mit den Händen und zerbröckle ihn möglichst gut. Dann nimm eim reines Mehlsieb und mache, daß der Käse durch das Sieb durchgeht in die Schüssel. Hernach gib 4 1/2 Pfd. guten Honig hinzu: das mische gut zusammen mit dem Käse. Hernach lege auf ein sauberes Brett, das 1 Fuß breit ist,einen Kuchenrand. Lege geölte Lorbeerblatter unter und forme die Placenta. Einzelne Fladen lege zuerst über den ganzen Kuchenboden. Hierauf bestreiche die Fladen aus der Schüssel, gib die Fladen einzeln hinzu, bestreiche sie ebenfalls solange, bis du allen Käse samt dem Honig aufgebraucht hast. Auf die Oberfläche lege einzelne Fladen. Hernach ziehe den Boden zusammen und richte ihn her. Den Herd... temperiere ihn gut. Dann setze die Placenta darauf. Bedecke sie mit einer warmen Schüssel, bedecke sie oben ond ringsum mit Kohlen. Sieh zu, daß du sie gut durch und gemächlich bäckst. Decke sie zwei- oder dreimal auf, um nachzusehen. Wenn sic gebacken ist, nimm sie heraus und streiche sie mit Honig. Das wird eine Placenta von der Größe eines halben Scheffels sein.

 

C. LANDWIRTSCHAFTLICHE ORGANISATIONSEINHEITEN.

1. Ländliche Eigenversogung in Familien. und Dorfgemeinschaften.

Die traditionelle Form einer selbstversorgenden Landwirtschaft in Gallien, Britannien und Germanien (sog. 'celtic fields') wird in ihrer äußeren Struktur auf der unten wiedergegebenen Abbildung deutlich. Sie wird, etwa von Tacitus in der 'Germania', Kap. 5 und 16, auch literarisch beschrieben (kein Geldgebrauch und keine zusammenhängenden größeren Siedlungen im Inneren Germaniens). In Mitteleuropa muß dieser Typus als einheimische Vorgänger-Form der sich dort im Mittelalter unter Übernahme römischer Landwitrschaftstechniken verbreitenden 'Dreifelderwirtschaft' gelten. Im antiken Mittelmeerraum gibt es ebenfalls einen Typus ländlicher Eigenversorgung, der, im wesentlichen auf die Kräfte landwirtschaftender Großfamilien und Dorfgemeinschaften gestützt, praktisch - von einigen für gelegentlichen Handel geeigneten Artikeln abgesehen - nur für den eigenen oder örtlichen Bedarf arbeitet. Allerdings kommt dort - unter den Bedingungen einer hochkulturell-staatlichen Organisationsform und ihrer Gesellschaftsschichtungen - auch derjenige Teil der ländlichen Bevölkerung, der unter gewöhnlich bescheidenen Umständen in zumeist schlecht zugänglichen oder von Städten abgelegen Gegenden lebt, in der Regel nicht um staatliche oder/und private Abgabe- und Dienstleistunspflichten herum: er wird insoweit deshalb doch immer auch für andere Zwecke als den der Eigenversorgung in Anspruch genommen, selbst wenn das Produzieren für einen Markt in solchen Arbeits- und Lebensverhältnissen keine größere Bedeutung hat. Siehe dazu auch das WWW-Skript 'Antke Wirtschaft', Kap. 5: Modellvorstellungen antiker Volkswirtschaften, Abschnitt 'Oikos-Wirtschaft und antike Marktwirtschaft.

Abb. 6: Celtic fields: ein Typ nicht-marktorientierter landwirtschaftlicher Selbtsversorgung im Barbaricum.

Entnommen aus: J. Lüning, A. Jockenhövel, H. Bender, T. Capelle, Deutsche Agrargeschichte. Vor- und Frühgeschichte, Stuttgart 1979, S. 191.

 

2. Primär marktbezogene Landwirschaftsbetriebsformen.

Wie oben zu Punkt I einleitend ausgeführt, ist die Marktorientierung landwirtschaftlicher Tätigkeit jedoch ein wesentliches Moment ihrer Entwicklung in den Altertumskulturen - und dies schon vor Einführung des Geldes i. e. S - z. B. im (siehe dazu als Beispiel das altbabylonischen Reichs z. Zt. Hammurabis, WWW-Skript 'Antike Wirtschaft', Kap. 5 - Modellvorstellungen antiker Volkswirtschaften - Nr. 2) - . Auch schon in der Geschichte des frühen, d. h. noch sehr mittelstädtischen und ländlich geprägten Stadtstaates Rom und generell des damaligen Italien kommt der Produktion des Landes für jeweils nahegelegene Märkte, kleinere Städte oder sonstige Versammlungsorte ('fora', 'conciliabula') besondere Bedeutung zu. Viele wohlkalkuierte Vorrichtungen und Arbeiten auf ländlichen Gütern ließen sich anders gar nicht verstehen. In den Werken der oben genannten römischen Landwirtschaftsschriftsteller, zu denen auch Cato d. Ä. gehört, wird dann auch ausdrücklich darauf hingewiesen.

Aus Catos 'De agricultura' (2. Jht. v. Chr.) stammt der nachfolgende Text zu 1), aus dem sich die Organisation des von Cato ausschließlich beschriebenen mittelgroßen Gutsbetriebstyps ergibt; Latifundien gibt es in Italien zu dieser Zeit offenbar noch nicht in einer Zahl oder Beschaffenheit, die Catos Zuwendung erforderte. Es handelt sich aber dennoch um einen typischen 'Verwalter-Sklaven-Betrieb' mittlerer Größenordnung; das wirtschaftende Personal besteht bei Cato ausschließlich aus Sklaven. , Bei gewissen Autarkie-Funktionen wird in diesem Betrieb- vorwiegend marktbezogen produziert. Es findet eine exakte Rechnungsführung statt. Die rationelle Betriebsführung ist die Hauptaufgabe des Besitzers und seines Vertreters auf dem Gute, eines (Sklaven-)Verwalters. Zu Catos Schrift und dem Typus des von ihm geschilderten Landwirtschaftsbetriebs siehe auch: WWW-Skript 'Antike Wirtschaft, Kap. 4 Verkehrsgemeinschaften der Antike , P. 3. - Nicht ganz ohne Bedeutung für den kulturellen Hintergrund der ländlichen Betriebsführung ist eine bewußt praktizierte Frömmigkeit und eine noch bescheidene Form einer aristokratisch-grundbesitzerlichen Lebensführung; es wäre also verfehlt, bei dem vorliegenden Text - wie bei der ganzen Schrift Catos - nur auf das betriebswirtschaftliche Kalkül als Moment des ländlichen Lebensstils zu achten.

Noch schärfer tritt das ökonomische Moment der landwirtschaftlichen Betriebsführung allerdings in dem zu 2) wiedergegeben Quellentext aus Columella, Res rustica (1. Jht. n. Chr.) hervor, der die maßgeblichen Gesichtspunkte für die Anlage eines Weingutes in Italien zusammenfaßt.

Zur Bedeutung der Städtre und ihrer Märkte für die betreibswirtschaftliche Führung eines ländlichen Anwesens: siehe Kap.5. Die dortige Karte unter P. II, B, 1 gibt die bis heute ermittelten archäologischen Befunde für die Verteilung landwirtschaftlicher Güter in der Region Trier gegen Ende des 2. nachchristlichen Jahrhunderts wieder. Es ist zu erkennen, wie sich die Gutsbetriebe an Flußläufen, größeren Verkehrswegen und in der Nähe größerer Siedlungen konzentrieren, was ihre Marktbezogenheit verdeutlicht; dies Prinzip gilt also auch und sogar besonders in den kolonisierten provinzialen Bereichen des Imperium Romanum. Der Unterschied zu dem oben angesprochenen 'System' der 'celtic fields', das zuvor in diesen Räumen anzunehmen und lokal archäologisch auch nachzuweisen ist, wird deutlich. Aus der römischen Überlagerung der germanisch- oder keltisch-einheimischen Landwirtschaftsverhältnisse erklären sich spätere mittelalterlicghe Landwitrschaftsentwicklungen im deutschen Raum.

ZUR ÜBUNG:

Nr. 1: Das Beispiel eines marktbezogen arbeitenden mittelgroßen bäuerlichen Betrieb im Italien des 2. vorchristlichen Jahrhunderts.

1. Aus welcher Zeit, aus welcher Region und von welchem prominenten römischen Autor stammt der unten wiedergebene Text?

2. Was sagt er über die beschriebene Landwirtschaft, z. B. über ihre Besitzverhältnisse, Arbeits- und Betriebsorganisation, aber auch über ihren allgemeinkulturellen Hintergrund aus?

Patris familiae officia.

[2] 1. Pater familias, ubi ad villam venit, ubi larem familiarem salutavit, fundum eodem die, si potest, circumeat. Si non eodem die, at postridie. Ubi cognovit, quo modo fundus cultus siet, opera quaeque faeta infectaque sient, postridie eius diei vilicum vocet, roget quid operis siet factum, quid restet. Satisne temperi opera sient eonfecta. possitne quae reliqua sient conficere, et quid factum vini, frumenti aliarumque rerum omnium. 2. Ubi ea cognovit, rationem inire oportet operarum, dierum. Si ei opus non apparet, dicit vilicus seduo se fecisse, servos non valuisse, tempestates malas fuisse, servos aufugisse, opus pubicum effecisse. Ubi eas aliasque causas multas dixit, ad rationem operum operarumque vilicum revoca. 3. Cum tempestates pluviae fuerint, quae opera per imbrem fieri potuerint: dolia lavari, picari, villam purgari, frumentum transferri, stercus foras efferri, stercilinum fieri, semen purgari, funes sarciri, novos fieri, centones, cuculiones familiam Oportuisse sibi sarcire. 4. per ferias potuisse fossas veteres tergeri, viam publicam muniri, vepres recidi. hortum fodiri, pratum purgari, virgas vinciri, spinas runeari, expinsi far, munditias fieri. Cum servi aegrotarint, cibaria tanta dari non oportuisse. 5. Ubi cognita aequo animo sint, quae reliqua opera sint, curare uti perficiantur. Rationes putare argentariam, frumentariam, pabuli causa quae parata sunt; rationem vinariam, oleariam, quid venierit, quid exactum siet, quid reliquum siet, quid siet quod veneat,quae satis accipiunda sint, satis accipiantur. 6. Reliqua quae sint, uti compareant. Si quid desit in annum, uti paretur; quae supersint, ut veneant; quae opus sint locato, locentur; quae opera fierivelit et quae locari velit, uti imperet et ea scripta reliriquat. Pecus consideret.

Pflichten des pater familias.

[2] (1) Sobald der Hausherr auf das Gut gekommen ist und sobald er den Hausgott verehrt hat, gehe er noch am selben Tage, wenn er kann, um die Flur; wenn nicht am selben Tag, so doch am nächsten Tag. Wenn er gesehen hat, wie das Gut bestellt ist und welche Arbeiten getan und nicht getan sind, rufe er am nächstfolgenden Tage den Verwalter und frage, welche Arbeit getan ist, was noch bleibt, ob die Arbeiten zeitig genug erledigt wurden, ob er erledigen kann, was übrig ist, und was an Wein, Getreide und allen anderen Früchten eingebracht ist. (2) Sobald er dies festgestellt hat, muß er eine Aufstellung der Arbeiter und Tagewerke machen. Scheint ihm die Arbeit nicht genügend, wird der Verwalter sagen, er habe fleißig vorangemacht, aber Sklaven seien nicht gesund gewesen, es habe schlechtes Wetter gegeben, Sklaven seien entlaufen, man habe Hand- und Spanndienste leisten müssen. Sobald er diese und viele andere Gründe vorgebracht hat, rufe ihn zur Berechnung der Arbeiter und Tagewerke zurück. (3) Wenn Regenwetter gewesen sein soll, (sage,) welche Arbeiten während des Regens geschehen konnten: Fässer auswaschen und pichen, den Hof reinigen, Korn umschaufeln, Mist zum Tor hinausschaffen, den Misthaufen anlegen, Saatgut reinigen, Seile ausbessern und neue machen. Decken und Kapuzen hätte das Gesinde für sich ausbessern sollen. (4) Während der Feiertage konnte man die alten Wassergräben säubern. die öffentliche Straße ausbessern, Dornsträucher zurückschneiden, den Garten umgraben, das Wiesenland reinigen, Ruten bündeln, Disteln ausstechen, Dinkel ausstampfen, alles sauber machen. Wenn die Sklaven krank waren, hätte man ihnen nicht so viel Lebensmittel ausgeben dürfen. (5) Sobald dies in aller Ruhe festgestellt ist, dafür sorgen, daß die ausstehenden Arbeiten erledigt werden. Die Rechnungen prüfen über Geld, Getreide, Ausgaben für Futter, die Wein- und Ölrechnung, was verkauft ist, was eingenommen ist, was noch aussteht, was noch verkäuflich ist. Wo Sicherheit für eine Schuld zu nehmen ist, laß sie nehmen. (6) Die noch übrigen Vorräte müssen überprüft werden. Wenn für das laufende Jahr etwas fehlt, werde es gekauft: der Überschuß werde verkauft. Was man verdingen muß, soll man verdingen. Welche Arbeiten er getan, welche er verdingt wissen will, befehle der Herr und hinterlasse es schriftlich. Das Kleinvieh betrachte er genau.

 Nr. 2: Maßgebliche wirtschaftliche Gesichtspunkte für die Anlage eines Weingutes: Columella, Res rustica 3, 3. 2 - 11 (ed. W. Richter).

1. Vergleichen Sie die von Columella dargestellte Ertragslage im Weinbau mit derjenigen bei anderer landwirtschaftlicher Bewirtschaftung. Aus welchen Marktgegebenheiten erklärt sich wohl die Differenz?

2. Was erfahren wir über Marktpreise, Kredit und Zins, und wie sähen entsprechende heutige Verhältnisse aus?

 

 

 

 

Interim studiosi agricolationis hoc primum docendi sunt uberrimum esse reditum vinearum. ....

... prata et pascua et silvae, si centenos sestertios in singula iugera efficiant, optime domino consulere videantur. nam frumenta maiorem quidem partem Italiae quando cum quarto responderint, vix meminisse possimus. ....

.... Nam ut amplissimas inpepensas vineae poscant, non tamen excedunt septem iugera unius operam vinitoris. quem vulgus quidem parvi aerisvel de lapide noxium posse conparari putat; sed ego plurimorum opinioni dissentiens pretiosum vinitorem inprimis esse censeo. isque sit licet emptus [sex vel potius] sestertiis octo milibus, cum ipsum solum septem iugerum totidem milibus nummorum partum vineasque cum sua dote, id est cum pedamentis et viminibus binis milibus in singula iugera positas duco, fit tamen in assem consummatum pretium sestertiorurn viginti novem milium. huc accedunt semisses usurarum sestertia tria milia et quadringenti octoginta nummi bienni temporis, quo velut infantia vinearum cessat a fructu. fit in assem summa sortis et usurarum triginta duorum milium quadringentorum octoginta nummorum. quod quasi nomen si ut faenerator cum debitore ita rusticus cum v ineis suis fecerit eius summae ut in perpetuum praedictam semissium dominus constituat, percipere debet in annos singulos mille nongentos quinquaginta sestertios nummos; qua conputatione evincet tamen dereditus septem iugerum, secundum opinionern Graecini usuram triginta duorum milium quadringentorum octoginta nummorum. quippe ut deterrimi generis sint vineae tamen Si cultae singulos utique culleos vini singula earum iugera peraequabunt; utque trecentis nummis quadragenae urnae veneant, quod minimum pretium est annonae, consummant tamen septem cullei sestertia duo milia et centum nummos. ea porro summ excedit usuram semissium. atque hic calculus, quemposuimus, Craecini rationem continet; sed nos extirpanda vineta censemus, quorum singula iugera minus quam ternos culleos praebent.

Zunächst müssen wir diejenigen, die sich der Landwirtschaft verschreiben, aufklären, dass die Rendite, die der Weinbau abwirft ausserordentlich hoch ist. ....

... von Wiesen, Weiden und Wäldern meint man, sie würfen für ihren Besitzer einen glänzenden Gewinn ab, wenn sie sich pro Jahr mit 100 Sesterzen [pro iugerum] rentierten, ganz zu schweigen vom Getreideland; ich kann mich kaum entsinnen, wann sich dieses im größeren Teil Italien jemals mit dem vierten Teil rentiert hätte. ....

... Weinpflanzungen fordern zwar umfangreiche Investitionen, doch verlangen sieben iugera nicht mehr als die Arbeitskraft eines einzigen Winzers; den halten die meisten Leute für einen billigen Mann und meinen, es genüge, einen Gauner vom Steinblock zu diesem Zweck zu kaufen. Ich aber bin im Gegensatz zur großen Masse der Meinung, ein Winzer sei besonders vertvoll. Angenommen, er sei für 8000 Sesterzen erworben; angenommen ferner, die 7 iugera Grund seien für ebensoviel tausend Sesterzen gekauft; setzt man außerdem die Einrichtung der Weingärten samt der Ausstattung, d.h. mit Stützen und Bindematerial, mit 2000 Sesterien pro iugerum an, so belaufen sich die Kosten, alles in allem gerechnet, doch nur auf 29000 Sesterzen Dazu kommen bei 6 % -iger Verzinsung 3480 Sesterzen für die zwei Jahre, in denen der Weingarten wegen seines sozusagen kindlichen Alters noch keine Frucht trägt. Das ergibt zusammen an Kapital und Zinsen 32480 Sesterzen. Wenn nun der Bauer seinen Weinpflanzungen eine solche Schuldrechnung, sozusagen, aufmacht wie ein Gläubiger seinem Schuldner, derart daß er von dieser Summe eine auf ewig garantierte 6 % - ige Rendite festlegt, dann müßte er jedes Jahr 1950 Sesterzen einnehmen. Nach dieser Berechnung wird aber der finanzielle Ertrag von 7 iugera selbst nach der Meinung des Graecinus das Zinsaufkommen von 32480 Sesterzen übertreffen. Denn selbst wenn es sich um Weinpflanzungen minderwertigster Qualität handelt, wird doch bei hinreichender Pflege jedes iugerum Land einen culleus Wein bringen; wird dieser, d.h. 40 Urnen, zu je 300 Sesterzen verkauft, was der niedrigste Marktpreis ist, so machen 7 cullei immerhin 2100 Sesterzen aus; dieser Ertrag übersteigt sonach einen Zins in Höhe von 6 %. Doch diese Berechnung geht von dem Ansatz des Graecinus aus; ich bin dagegen der Meinung, man sollte Weinpflanzungen. die auf das iugerum weniger als 3 cullei Wein liefern, ausreißen.

 

3. Staats- und Domänenwirtschaft.

Der Umfang der wirtschaftlichen Tätigkeit antiker Gemeinwesen ist in aller Regel erheblich, wobei Grund und Boden als maßgebliche Basis der Enstehung verfügbarer wirtschaftlicher Mittel eine hervorrragende Bedeutung hat, nicht nur indirekt als besteuerbarer Nutzbereich, sondern auch direkt als staatlich bewirtschaftetes Land. Die Konstrutkionen dafür sind in den antiken Kultturen vielfältig. Siehe dazu am Beispiel der römischen Kaiserzeit des 4. Jht. n. Chr. die Ausführungen in Kap.7 , besonders unter II, C.

III. Zu den vergleichbaren thematischen Aspekten des chinesischen Altertums.

 Zu den thematischen Aspekten dieses Kapitels im Alten China: siehe das Verweissystem in Kap.8.

 

IV. Literatur, Medien, Quellen.

 Siehe Allgemeines Literatur- und Quellenverzeichnis:
 Literatur:
D. Hägermann, H. Schneider, Landbau und Handwerk 750 v. Chr. bis 100 n. Chr., Propyläen-Technikgeschichte Bd. 1, Berlin 1997.
 
Dieter Flach, Römische Agrargeschichte, Handbuch der Altertumswissenschaft III, 9, München 1990.
 
M. Rostovtzeff, Gesellschaft und Wirtschaft im römischen Kaiserreich (1931) ND Aalen 1985.
 
J. Lüning, A. Jockenhövel, H. Bender, T. Capelle, Deutsche Agrargeschichte. Vor- und Frühgeschichte, Stuttgart 1979.
 
Wilhelm Roscher, Nationalökonomik des Ackerbaues und der verwandten Urproduktion. Ein Hand- und Lesebuch für Staats und Landwirte, bearbeitet von Heinrich Dade, Stuttgart, Berlin 1903 13 .
 Medien:

Diercke-Weltatlas, Westermann-Verlag, Braunschweig 1988. dtv-Lexikon der Antike, Kulturgeschichte, Bd. 2, München 1971, S. 86, s. v. 'Pflug' (J. E. Skydsgaard)

 Quellen:
Cato, De agricultura.
Columella, De re rustica .
Varro, De re rustica.
Edictum Diocletiani.
Plinius d. J., Epistulae.
Vergil, Georgica
(Bildungsbasiertes Lehrgedicht: Lektüre zur Information über antike Landwirtschaftstechniken erst nach Duchsicht der römischen Landwirtschafts-Prosa empfehlenswert).
 
Zu Editionen, Übersetzungen, Kommentaren und Indices für diese Quellen: siehe allgemeines Literaturverzeichnis, Papier Nr. 2.
 
Otto Seeck (Ed.), Notitia dignitatum (1876) ND Frankfurt M. 1962.
 

 

LV Gizewski WS 1997/98

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)