Kapitel 3:

Zum Konflikt freiheitlichen Denkens und gesetzmäßiger politischer Verfassung (Demokratie, Republik) mit monokratischen oder oligarchischen politischen Systemen in der Antike.

Teil I. Zur Entstehung der griechischen Traditionen einer 'Demokratie'.

A. Eine typische Form gesetzlich ungesicherter Alleinherrschaft auf Sizilien im 5. und 4, Jht. v. Chr.

1. Der Einflußbereich der 'Tyrannen' von Syrakus (mit wechselnden Grenzen).

2. ie Folge der syrakusanischen Tyrannen vom 5. - 3. Jht. v. Chr..

Gelon (485–478 v. Chr., aus der 'Herrscherfamilie' der Deinomeniden

Hieron I. (478–466 v. Chr.), Bruder des Gelon

Thrasybulos (466 v. Chr.), Bruder des Gelon und Hieron, vom 'Volk' vertrieben.

[Zwischenphase: Nicht-tyrannische Regierungen]

Dionysios I. (405–367 v. Chr.)

Dionysios II. (367.–357 v. Chr. und ca. 347–344 v. Chr.), Sohn des Dionysios I.

Dion (357–354 v. Chr.), Schwager von Dionysios I.

Hipparinos (353–351 v. Chr.), Sohn des Dionysios I.

Nysaios (351–347 v. Chr.), Sohn des Dionysios I.

[Zwischenphase: Nicht-tyrannische Regierungen]

Agathokles (317–289 v. Chr.)

Hiketas (289–280 v. Chr.)

Hieron II. (270–215 v. Chr.)

[seither: Römische Statthalter-Regime]

3. Zur Tradition legendenhafter Berichte über die Tyrannis des Dionysios des I. und II. von Syrakus (396 bis 337 v. Chr.).

Das innerhalb der Tradition antiker-griechischer Tyrannen-Kritik entstandene Bild bestimmter antiker Tyrannen - so etwa die Legende vom 'Damokles-Schwert', d. h. von exemplarischen Grausamleiten der syrakusanischer Tyrannen Dionysios I. und Dionysios’ II. - hatte wegen ihrer Personifikation tyrannisch-willkürlicher' Monokrazie große politisch-ideelle Bedeutung in den Machtkämpfen für und gegen 'Ein-Männ-Regime' in der Endzeit der Römischen Republik und in der frühen Prinzipatszeit.. Cicero, Plutarch und Diodorus Siculus nehmen auf sie Bezug..

In späteren Epochen wurde noch Friedrich Schiller - zugleich unter dem Eindruck der Französischen Revolution wie der ihm zuteilwerdenden landesherrschaftlich-monarchischen Förderung seines dichterischen Wirkens- von diesem Motiv angesprochen Im Jahre 1799, in seinem bekannten Gedicht 'Die Bürgschaft', machte er allerdings nicht die gewalrtsame Beseitigung eines Tyrannen zum Thema, sondern die angebliche Überwindbarkeit einer etablierten Tyrannenherrschaft durch eine 'höhere Gewalt' menschlicher Güte und Treue.

V. Eine fortentwickelte Form gesetzlich ungesicherter Alleinherrschaft: Die expamsive Königsherrschaft in Makedonien.

1. Die Beseitung demokratischer Regierungsformen in Griechenland durch die Herrschaft Philuipps II. (reg. 359 - 336 v. Chr.) und Alexanders (reg. 336 - 323 v. Chr.).

Die historischen Entwicklungen der Verfassungsformen der 'Demokratie' oder demokratie-äffiner Stammesgesellschaften in der griechischen Antike war nicht sicher vor Eingriffen imperirialer Okkupation von außen. So veränderte die Militärmacht zweier makedonischer Könige des 4. Jhts. v. Chr. - Pholipps II. und Alexanders - den bisherigen demokratischen oder denokratie-ähnlichen Status unabgängiger griechischer Polis-Staaten in einen solchen weisungsabhängiger Provinzen mit gewissen Selbstverwaltungs.Kompetenzen. Wie später im Römischen Reich zeigte es sich im damaligen Griechenland, daß demokrarische oder republikanische Strukturen eines Staates durch militärische Übermacht sogar dauerhaft beseitigt werden können.

Plutarch, Bioi Paralleloi, Alexander 10 - 15. über den Herrschaftsantritt Alexanders i. J. 336 v. Chr.

Alexander in der Schlacht mitkämpfend, Detail deines antiken, zwischen 150 und 100 v. Chr. entstandenen Mosaiks (Alexanderschlacht'(Mosaik, Pompeji)

2. Der Herrschaftsantritt Alexanders nach Plutarch (Bioe paralleloe, Alexabder 10. ff.

3. 'Das 'Alexander-Reich' und der 'Hellenismus.'

Die räumliche Erstreckung des Alexabderreichs und seiner helleniszischen Bachfolgereiche in Griechenland, Asien und Ägypten.

Teil II. Zu den römischen Traditionen des republikanischen Widerstandes gegen politische Gruppen- und Alleinherrschaft.

A. Die Notwendigkeiten des Reichs-Zusammenhangs.

B. Die Notwendigkeit und Gefahr diktatorische Kompetenzen im republikanischen Rom. Ciceros republikanische, anti-usurpatorische Position in 'De officiis' und die Beseitigung der Tyrannis Caesars i. J. 44 v. Chr.

C. Das Verfassungsproblem der tribunizischen Wahrung plebejischer Grundbesitzrechte gegenüber einer großgrundbesitzerlichen Landakkumulations-Begünstigung durch den standisch festgelegten Senat.

Zu den Qurllen Appian und Plutarch und deren konztoverser Deutung.

Das Problem der 'großen Männer' mit diktatorischem Selbsverständnis in der Endphase der Republik im 2. und 1. Jht. v. Chr.


Teil III.

Antike Revolten und Revolutionen und ihre spätere Wirkungsgeschichte.

A. Die vom politischen und rechtlichem Kampf der Gracchen gegen die römische Oberschicht (133 - 123 v. Chr.) aisgehenden politischen Traditionen.

B. Die geistige und praktische Begründung politischer Traditionen eines Kampfes gegen die Sklaverei in den Sklaven-Revolten Italiens zwischen 136 und 73 v. Chr.

C. Die von den religiösen Aufständen der Juden im römischen Reich in den Jahren 66 - 70, 116 [Diaspora] und 132 - 135 n. Chr. ausgehenden Traditionen.

D. Zu den geschichtswissenschaftlichen Begriffen 'Revolte' und 'Revolution'. - Zur Etymologie und Begriffsgeschichte des Wortes 'Revolution'. - Zur humanistischen, reformatorischen und aufklärerischen Fortentwicklung eines antiken 'Revolutions'-Begriffs.

Teil IV. Zur Entwicklung der römische Kaiserherrschaft. .

A. Die Entwicklung des römischen 'Prinzipats' aus der dauerhaften systematischen Unterdrückung traditionell legitimer republikanischer Verfassungstradition durch die politisch verselbständigte ('absolute') militärische Herrschaftsmacht eines an die Gesetze nicht gebundenen 'dictator perpetuus'.

B. Zur Entwicklungsgeschichte der römischen Kaiserherrschaft und zu deren Grundtruktur.

Schema des kaiserlichen Palastes (palatium) als Regierungszentrale.

C. Zur Entwicklung des Römischen Reiches unter kaiserlicher Herrschaft.

Das Römische Reich am Ende des 4. Jts. n. Chr.

Die Auswirkungen der Völkerwanderung seit dem 4. Jht, n. Chr. auf den Westen des Römischen Reiches.

D. Zu den wirkungsgeschichtlichen Traditionen einer von den Gesetzen befreiten römischen Kaiserherrschaft.


Bearbeitungsstand: 3. Dez. 2015.

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