Kap. 9: Die 'sozialistische' Gegenbewegung gegen das 'bürgerlich-kapitalistische' System.


I. Zur Teilung des 'Bürgertums' in 'profitierende' und 'nicht-profitierende' bzw. 'ausgebeutete' Klassen.

Karl Marx/Friedrich Engels, Das Manifest der Kommunistischen Partei.

II. Die politische Theorie und Praxis sozialdemokratischen 'Klassenkamps' für eine 'neue, internationalistische und sozialistische Gesellschaft' bis zum Ersten Wltkrieg.

Seit 1832 entwickelte sich in Großbritannien als Reaktion auf ein Reformgesetz, das den soziaken 'Mittelstand' des Bürgertums begünstigte, aber die Arbeiterschaft nicht einschloß, erstmals in Europa eine politische Bewegung, die sich in den Dienst ausdrücklich der 'werktätigen', lohnabhängigen Bevölkerung stellte, die der 'Chartisten'. 'Charter' (von griech.-lat. 'charta') bedeutete damals soviel wie eine politisch publiziertes Rechts- und Verfassungs-Reform-Programm.

'Chartistische Gruppen' vertraten u. a. die folgenden sozial- und allgemeinpolitischen Forderungen:

1. Zulassung von Gewerkschaften,.

2. Arbeitszeitbegrenzung, damals auf einen Zehn-Stunden-Tag,

3. Systematische Verbesserung der betrieblichen Arbeitsbedingungen,

4.. Allgemeines Wahlrecht, auch für die - damals nicht wahlberechtigte - nicht vermögende Bevölkerung Wahlrechts

5. Verbesserung der Ernährungslage für die ärmere Bevolkerung, etwa durch die Aufhebung damals in Großbritannien üblicher Kornzölle.

6. Verbesserung der familieären Lebensbedinungen durch Einschränkung der Frauenarbeit.

Diese Ziele wurden teilweise erst allmählich erreicht. Erst 1842 und 1844 gab es Arbeiterschutzgesetze, 1844 die Gründung von 'Konsumgenossenschaften', 1846 die Aufhebung der Kornzölle und 1847 den Zehn-Stunden-Tag. Zur Einführung des Allgemeinen Wahlrechts in Großbritannien kam es erst i, Jahre 1918.

In der ersten Hälfte des 19. Jhts. vollzogen sich parallel zu dieser sozialen Bewegzng und sie teilweise umfassend - die 'bürgerlichen' Revolutionen, in deren Rahmen sich über der Frage nach der gesellschaftlichen Entwicklung divergierende und teilweise grundsätzlich kontrastiernde Parteibildungen vollzogen..'Radikaldemokratische' Parteien begannen sich etwa von 'liberalen' oder 'konsevativen' abzugrenzen. Sogar die 'radikaldemokratischen' teilten sich auf, wie die oben wiergegebene gemeinsame Schrift von Marx und Engels d. J. 1848 über die 'Kommunistische Partei' erweist.

III. Die Bildung kommunistischer (bolschewistischer, marxistisch-leninistischer) Einparteien-Diktaturen nach dem Ersten Weltkrieg. Der Stalinismus und seine Unterdrückung der Meinungs- und Geistesfreiheit als 'antikommunistischer Ideologie'.

IV. 'Entstalinisierung', innerkommuistische Reformtendenzen und die Auflösung kommunistischen Partei- ind Meinungszwangs.
V. Sozialistisch-demokratische Politik in der Gegenwart.

Literatur, Medien und Quellen zum Thema 'Die Durchsetzung der Meinungs- und Geistesfreiheit seit der Antike. Diskursive LV im WS 2015/2016.


Bearbeitungsstand: 17. Nov. 2015.

Autor des WWW-Skripts: Prof. Dr. Christian Gizewski, TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP: christian.gizewski@.tu-berlin.de