Sittenverderbnis des Volkes und deswegen prophetisch angekündigte Strafe Gottes (Hesekiel 22, 1 - 16).

Deutsche Übersetzung aus: Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments mit Einleitungen zu jedem der biblischen Bücher und erklärenden Anmerkungen zu den Texten. In ungekürzter Fassung herausgegeben von T. Schwegler und A. Herzog (Große Familien-Bibel), Zürich 1974, S. 877.


1 Das Wort Jahves erging an mich: 2 "Du Menschensohn, willst du nicht richten, nicht richten die Stadt der Blutschuld? So zeige ihr alle ihre Greuel 3 und sprich: So spricht der Herr Jahve: Wehe der Stadt, die in ihrer Mitte Blut vergießt, daß ihre Zeit kommen muß, und die zu ihrem Unheil Götzen macht, um sich damit zu beflecken. 4 Durch das Blut, das du vergossen, hast du dich mit Schuld beladen, und durch die Götzen, die du verfertigt, hast du dich besudelt. So hast du deinen Tag nahe gebracht und das Ende deiner Jahre herbeigeführt. Daher mache Ich dich zum Hohne für die Völker, zum Gespött für alle Länder. 5 Die dir nahe sind und die fern von dir, sie spotten über dich, deren Ruf befleckt ist und in der groß ist die Bestürzung. 6 Siehe, von Israels Fürsten setzt jeder in dir seine ganze Kraft daran, Blut zu vergiessen. 7 Vater und Mutter achtet man gering bei dir, den Fremdling bedrückt man in deiner Mitte, den Waisen und Witwen fügt man Leid zu bei dir. 5 Mein Heiligtum verachtest du, und Meine Ruhetage entweihst du. 5 Verleumder sind bei dir bereit, Blut zu vergiessen; auf den Bergen hält man bei dir Opfermahl, Verbrechen begeht man in deiner Mitte. 10 Des Vaters Scham deckt man bei dir auf und schwächt die, die ob ihres Blutflusses unrein ist.11 Jeder treibt Greuel mit dem Weib seines Nächsten, jeder verunreinigt seine Schwiegertochter durch Unzucht, und jeder schändet bei dir seine Schwester, seines eignen Vaters Tochter. 22 Bestechung nimmt man an bei dir, um Blut zu vergiessen, Zins und Zuschlag nimmst du an, und an deinem Nächsten verübst du Erpressung, Mich aber vergißt du, spricht der Herr Jahve. 13 Fürwahr, Ich schlage Meine Hände zusammen über den Gewinn, den du gemacht hast, und über die Bluttaten, die in deiner Mitte geschehen sind. 14 Wird dein Mut aushalten, und werden deine Hände stark bleiben zur Zeit, da Ich es dir vergelten werde? Ich, Jahve, habe es gesprochen und vollführe es. 15 Ich zerstreue dich unter die Völker und versprenge dich in die Länder und tilge von dir weg deine Unreinheit. 16 Dann nehme Ich dich wieder an als Mein Eigentum vor den Augen der Völker, damit du erkennest, dass Ich Jahve bin."


LV Gizewski WS 2001/2002

Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)