Erklärung des Bildmotivs:

Der christliche Brauch, in die anschaulichen Darstellung der irdischen Geburt des göttlichen Erlösers Christus Ochs und Esel einzubeziehen, ergibt sich nicht aus den Mitteilungen des Lukas-Evangeliums (Kap. 2, 1 - 20), das als einziges der vier Evangelien eingehender über die Geburt berichtet, sondern aus einem Kreis frommer Legenden um dieses Geschehen schon der frühen Zeit des Christentums, in die - wie in die Evangelien selbst - beziehungsreiche Anspielungen auf das Alte Testament der Bibel einzugehen pflegten. Ochs und Esel sind im Alten Testament in Jes. 1, 3 erwähnt: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn. Aber Israel erkennt nichts, und mein Volk vernimmt nichts." Die Anwesenheit der beiden von Jesaja erwähnten Tiere soll daher darauf hinweisen, daß die heilsgeschichtliche Bedeutung der Geburt Christi der Welt - und selbst dem frommen jüdischen Volke - verborgen bleibe.

Christian Gizewski, EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de.