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MODERNE POLITISCHE IDEENWELT UND ANTIKE TRADITION.

Eine systematische Übersicht über Wege und Formen der Fortwirkung antiker Vorbilder in der neueren politischen Geschichte.

WWW-Skript zur Lehrveranstaltung Gizewski im SS 1998 (Antike, Volk und Staat. Typen gebildeten politischen Bewußtseins seit dem 18. Jahrhundert bei einigen seiner Vor- und Nachdenker).

ÜBERSICHT:

Index
  Vorwort
  Themen_Wegweiser
 Literatur-_und_Quellenverzeichnis

Kap_1: Traditionslinien aus der Antike für politische Ideen der Neuzeit. Übersicht über traditionsbildende antike Quellen und ihre neuzeitlichen Anwendungen.

Kap_2: Antike Traditionen in der Legitimation staatlicher und überstaatlicher Systeme.

Kap_3: Typenbildende antike Traditionen im Erscheinungsbild politischer Persönlichkeiten.

Kap_4: Antike Traditionen als konstituierende Momente in neuzeitlichen politischen Moralsystemen und Ideologien.

Kap_5: Zum Vergleich verschiedener Altertumstraditionen mit politischer Wirkungsgeschichte (Schlußbemerkungen zum Skript).

Kurzbericht zur Vorlesung: POLITISCHE_SYMBOLE_UNSERER_ZEIT_UND_ANTIKE_TRADITION

Zu den Abbildungen:

Oben rechts zeigt eine Tetradrachme aus der Zeit des ersten Ptolemäer-Königs in Ägypten, Ptolmaios I. (305 - 285). uznd zwar auf der dargestellten Seite einen Adler über pfeilartigen Blitzen, die Aufschrift 'Ptolemaiou basileos', ein Monogramm und ein P, auf der anderen Seite das Kopfbild des Herrschers. Oben links zeigt das Staatswappen der USA: einen landestypischen Weißkopf-Seeadler mit einem Olivenzweig in der einen und einem Bündel Pfeile in der anderen Kralle, den Flaggenfarbfeldern aus Blau,Weiß und Rot in Schildform auf der Brust, dem Inschriftband 'E pluribus unum' im Schnabel und einen Silberkranz mit Goldgrund und darauf in blauer Fläche in Silber (Weiß) aufscheinenden Sternen, die die Gründungsstaaten der USA symbolisieren. Unter den vielfältigen heraldischen Aspekten der Ptolemäer-Münze und des USA-Staatswappens fallen als formale Gemeinsamkeiten der Adler, die Pfeile und der Hinweis auf einen Inhaber der Regierungswalt auf. Schon in den altorientalischen Reichen, später in der griechischen und römischen Antike, in der der Adler als Götterbote und speziell als Vogel des Zeus bzw. Jupiters gilt, ist er typenbildend in die Staats- und Herrschaftssymbolik eingegangen - er markiert mithin einen göttlichen Teilsapekt der Herrschaft - und seither in der politischen Bildsprache europäischer Tradition verblieben. In Anknüpfung an den 'römischen Adler', der wohl schon ein Hoheitssymbol der römischen Könige und in späteren Epochen römischer Geschichte entsprechendes Attribut militärischer Feldzeichen (aquilae) oder repräsentativer Kaiserdbildnisse war, wurde der Adler auch Hoheitszeichen des mittelalterlichen Deutschen Königs und Kaisers und von da aus in verschiedenartigen Gestaltungen das Wappentier späterer Formen deutscher Staatlichkeit. Die Farben Gold (Gelb), Purpur-Rot, -Violett und -Blau, in nachgeordneter Bedeutung auch Silber (Weiß) sind ebenfalls seit der Antike symbolischer Ausdruck staatlicher Hoheit und kaiserlicher Majestät. Abbildungen entnommen aus: Max Miller, Münzen des Altertums, Braunschweig 1963 3 , S. 173 und Tafel XIX; Arnold Rabbow, dtv-Lexikon politischer Symbole, München 1970; Wappentafeln (nach S. 160); dort siehe auch S. 11 ff. (s. v. 'Adler'). Hintergrundmotiv: Künstlerische Gestaltung eines epochenübergreifenden imperialen Adlers, entworfen von O. H. W. Hadank, Titelblatt des Bandes 'Bilder deutscher Geschichte', hg. vom Cigaretten-Bilderdienst, Altona-Bahrenfeld 1936.


 

LV Gizewski SS 1998

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)