Kap.1. Traditionslinien aus der Antike für politische Ideen der Neuzeit. Übersicht über traditionsbildende antike Quellen und ihre neuzeitlichen Anwendungen.

ÜBERSICHT.

1. Zu den Begriffen 'Wirkungsgeschichte', 'Tradition' und 'Rezeption'.

2. Zu den Formen des Rückgriffs im allgemeinen.

    a) Die Nutzung ästhetischer und stilistischer Formen aus dem antiken Traditionsfundus.
    b) Der Rückgriff auf die Überlieferung persönlichen und staatlichen Handelns aus der Antike.
    c) DasAufgreifen vorgedachter und -praktizierter Ordnungsmuster vor allem des politischen, rechtlichen, religiösen und philosophischen Lebens der Antike.
    d) Varianten der Rückgrifssintensität für Zwecke politischer Legitimation in der Neuzeit.

3. Zu einzelnen Komplexen der Wirkungsgeschichte antiker Muster bei der Entstehung neuzeitlicher politischer Ideen.

A. Übung.

B. Übersicht über einzelne Komplexe der Wirkungsgeschichte antiker Muster bei der Entstehung neuzeitlicher politischer Ideen.

    a) Traditionen der Reichsbildung.
    b) Monarchische Traditionen.
    c) Republikanische Traditionen.
    d) Traditionen des Wertes und der Eigenart einzelner Völker.
    e) Traditionen des Militärwesens und der Kriegführung.
    f) Traditionen des bürgerlichen, des öffentlichen und des Völkerrechts.
    g) Traditionen der politischen Verantwortung für das allgemeine Wohl.
    i) Traditionen 'politischer Religion'.
    j) Traditionen der 'Freiheit' ('Libertät', 'Liberalität', 'Libertinität' und 'Freiheit eines Christenmenschen').
    k) Traditionen der ständischen 'Ehre' und persönlichen 'Größe'.
    l) Traditionen der 'Vernunft' und des 'Naturrechts'.
    m) Traditionen der bürgerlichen Eintracht und der öffentlichen sozialen Fürsorge.
    n) Traditionen in Vorstellungen von 'besseren Welten'.
    o) Traditionen des Aufstands und der Revolution.
    p) Traditionen des Völkerfriedens.

4. Literatur, Medien und Quellen.

1. Zu den Begriffen 'Wirkungsgeschichte', 'Tradition' und 'Rezeption'.

Betrachtet man die Ursachen, die menschliche Ordnungen und Verhaltensweisen bedingen können, in einem Zusammenhang und unternimmt es, sie in Gruppen verschiedenartiger Wirksamkeit zu unterteilen, so lassen sich etwa folgende Ursachen-Gruppen bilden:

Die hier gebildeten Gruppen sind geschichtsphilosophisch oder -theoretisch nicht ganz strikt voneinander trennbar, weil sich ihre Kriterien partiell überdecken. So lassen sich menschliche Absichten (d) immer auch im Rahmen kulturformaler Voraussetzungen (b) beschreiben, oder Ereignisse (c) im Rahmen natürlicher und materieller Voraussetzungen (a) einordnen. Doch meinen sie jeweils etwas klar Bestimmtes und entsprechen einer im Rahmen der europäischen Philosophie-Überlieferung üblichen (z. B. im Rahmen der aristotelischen Schultradition an Aristoteles, Metaphysik, 5. Buch anknüfende) und vor allem im Alltagsleben verbreiteten Unterscheidung, die auch auf die vielen Ursachen für gesellschaftliche und geschichtliche Strukturen und Abläufe angewandt zu werden pflegt.

In der Geschichtswissenschaft wirkt sich diese Unterscheidung ebenfalls aus.

Ist es - wie in diesem Skript - von historischem Interesse, wie sich sprachlich formulierte Ideen und andere kulturelle Formen, die ursprünglich in den Kulturen der Antike entstanden und verbreitet waren, auf verschiedenen Wegen und in verschiedenen Weisen der Transformation und Rekombination in das politische Denken der neueren Neuzeitgeschichte übetragen haben, so handelt es sich mithin teils um 'Wirkungsgeschichte', teils um 'Bewußtseinsgeschichte' im Sinne der gerade vorgenommenen Klarstellungen. Beide Bereiche lassen sich, wie erwähnt, nicht nur nicht strikt voneinander abgrenzen, sie gehören angesichts der konkreten Themenstellung auch zusammen.

Die Begriffe seien für den Zusammenhang dieser Ausführungen wie folgt klargestellt:

Es sei ferner auf einen im Rahmen einer ideellen Wirkungsgeschichte potentiell ebenfalls wichtigen Grundbegriff hingewiesen, obschon er im Themenzusammenhang dieses Skripts keine größere Rolle spielt. Er bezieht sich auf die originäre Übernahme von Kulturmustern bestimmter zumeist hochkultureller Gesellschaften in solche mit einem Kultuniveau, das die Übernahme vorteilhaft oder aus verschiedenen denkbaren Gründen sogar gar nötig macht. Solche Übernahmeprozesse kennzeichnen etwa das Verhältnis zwischen den 'barbarischen' Völkern vor und später in den Grenzen des Römischen Reiches zu den Elementen der antiken Kultur, einschließlich etwa der lateinischen Sprache, die sie sich in einem insgesamt mehrere hundert Jahre dauernden Prozeß aneignen oder anpassen lassen. Mit einem hier neu eingeführten wissenschaftssprachlichen Wort kann man diesen Vorgang wertneutral als 'Kulturadeption' (von lat. 'adipisci' = erlangen) bezeichen, umgangssprachlich vielleicht als 'Kulturtransport'. Innerhalb einer 'Kulturadeption' lassen sich dann genauer Vorgänge der 'Adaptation' (von lat. 'aptus' = geeignet; 'Anpassung'), etwa technischer Fertigkeiten oder organisatorischer Formen an die indigen-eigene Praxis, der 'Mutuation' (von lat. 'mutuari' = entlehnen), d. h. der Entlehung gedanklicher und sprachlicher Formen aus anderen Kulturen, und der 'Assimilation', d. h. der generellen kulturellen Umrientierung auf die Verhaltensweisen einer anderen Kultur, unterscheiden. Da diese Vorgänge vielfach am Anfang der nachantiken europäischen Traditions- und Rezeptionsgeschichte stehen, ja ihre Voraussetzung sind, seien diese Begriffe vollständigkeitshalber an dieser Stelle zugeordnet und erklärt. - Für die Neuzeitgeschichte hat der Begriff 'Kulturadeption' insoweit Bedeutung , als es in deren Epochen vielfältige Formen des Kulturtransports aus dem Bereich der christlich-antik geprägten europäischen Kulturzone in die Kulturen anderer Weltregionen gibt.

Die Geschichte der Wirkung antiker Ideen und Formen auf das Bewußtsein späterer Epochen ist vielfältig und kaum überschaubar. Sie kann sich mehr imWege kontinuierlicher Traditionsprozesse oder eher neuanknüpfend, eher 'kollektiv-unbewuß' oder eher willentlich und sogar geplant, eher einvernehmlich oder eher kontrovers in einer Bevölkerung, eher überlieferungsgetreu oder eher neuformend und -zusammensetzend vollziehen. Im Bereich der politischen Ideen, auf die sich dieses Skript beschränkt, zeigt sich ferner neben der besdonderen Vielfalt auch eine besondere Wirkungsmächtigkeit antiker Formen und Ideen, und dies auch in der neueren Neuzeitgeschichte - vom rationalistischen Absolutismus, dem amerikanischen Unabhängkeitskrieg und der französischen Revoltion des 18. Jahrhunderts an bis in unsere Zeit, deren 'modernes' Selbstverständnis dazu neigen kann, die Wirkungswege und -potenzen alter Traditionen und der immer wieder stattfindenden Neuanknüpfung an sie (Rezeption) bei der Erklärung der Neuzeit- und Gegenwartsgeschichte zu vernachlässigen. Dies kann auch einmal zu unnötig schiefen, kurzen oder engen Perspektiven der Erklärung führen, wie das Exempel "Adlermotive im Laufe der Geschichte" deutlich machen soll; es zeigt, daß es beispielsweise nicht sinnnvoll wäre, den 'Adler' nur als politisch-ikononographisches Symbol im Rahmen der neueren deutschen Geschichte zu betrachten

  Zum Schaubild Adler_(PDF).

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Zur Erklärung des Schaubildes:

Von den adlerköpfigen Geisterwesen, die schon im 2. Jahrtausend v. Chr. in mesopotamischen Palastbereichen und Tempeln abgebildet werden, führt eine eher religiös-kulturelle und eine eher politisch-religiöse Traditionslinie weiter in den mediterranen Raum. Im griechischen und im italisch-römischen Bereich sind zwar auch originäre politisch-religiöse 'Adler'-Tradionen anzunehmen, die sich aber wohl hin und wieder mit denen aus dem vorderorientalischen Bereich zu einer ähnlichen Deutung der Adler-Erscheinung verbunden haben. Die eher religiös-kulturelle mesopotamische Greifen-Tradition findet sich jedenfalls nicht nur in den Engelsgestalten des 'Alten Testaments' (cherubim) und in den apokalyptischen Visionen des 'Neuen Testaments' der Bibel, sondern auch - belegt duch die Worte 'gryphos' bzw. 'grifus' - schon im vorchristlichen griechischen und lateinischen Sprachraum.

Über die biblische Vermittlung kommt es zur Herausbildung der in der ganzen christlichen Welt verbreiteten Bildidee vom 'Johannes-Adler' (neben der des 'Markus-Löwen', des 'Lukas-Stiers' und des 'Matthäus-Menschen'; Beispiel: ein Evangeliar des 9. Jht. n. Chr.). Diese Bildidee wird später an verschiedenen Stellen immer wieder nicht nur kulturell-religiös, sondern manchmal auch politisch aufgegriffen (u. v. a. z. B. im spanischen Staatswappen des Jahres 1938). Auch kulturell spielt sie bis heute eine Rolle (u. v. a. z. B. im Signet der Stiftung 'Preußischer Kulturbesitz' oder in den Brückenfiguen der Moltke-Brücke in Berlin, nahe dem Reichstag).

Die von der sehr alten griechischen und römischen Adler-Vorstellung - die den Vogel als Boten der Götterwelt, insbesondere als Abgesandten des Zeus/Juppiter ansieht - ausgehende politisch-religiöse Traditionslinie gibt dem Adler in der Antike politisch-ikonographische Bedeutung etwa als Hoheitszeichen der hellenistischen Königsherrschaft, als Feldzeichen der römischen Legionen oder als bildlichem Symbol der Erhabenheit und Gottgewolltheit römisch-kaiserlicher Majestät. Über die militärisch-organisatorische ebenso wie über die herrschaftsrepräsentative Symbolfunktion wird der Adler dann zu einem Wappentier (unter mehreren anderen) des mittelalterlichen Adels, insbesondere aber des deutschen Königs- und Kaisers und der von ihm unmittelbar belehnten Reichsstände. Mit der Geschichte des alten Deutschen Reiches zusammenhängende europäische Staaten (Österreich, Spanien, Polen, das Deutsche Reich und die heutige Bundesrepublik Deutschland) verwendeten und/oder verwenden den Adler als Hoheitszeichen. Dasselbe gilt für andere Staaten der Welt, die entweder einer anderen auf das Römische Reich zurückführenden Traditionslinie folgen (Bulgarien, Albanien, das alte russische Zarenteich und das heutige Rußland) oder anderen aus der vorderorientalisch-mediterranen Antike stammenden Adler-Traditionen (wie z. B. der heutige Irak). Der US-amerikanische Staatswappen-Adler ist - trotz seines naturalistisch-landesnahen Äußeren - letzlich - wie die Elemente der US-amerikanischen Flagge - auf die aus Europa herüberwirkenden politische Ikonographie der griechischen und römischen Antike zurückzuführen.

Daß und wie der jeweilige Zeitgeist aus der Antike stammende Muster - wie hier das Adlermotiv - ständig bedenkt, bearbeitet, umformt und ggf. verformt, zeigen einmal die Entwicklung des Adlersymbols auf Münzen des Deutschen Reichs seit 1900 und der Bundesrepublik Deutschland, zum andern verschiedenartige Entwürfe im Rahmen der gegenwärtig, im Sommer 1998, stattfindenden Diskussion über die Gestaltung eines 'deutschen' Adlers, der im Plenarsaal des Reichstages angebracht werden soll. Eine genaue formale und inhaltliche Analyse der Bildgestalt und ihrer symbolischen Funktionen führt jeweils auch auf die die Spur der politisch-ideellen Hintergründe der unterschiedlichen Konzepte, selbst wenn diese - wie oft im Bereich der politischen Ikonographie - unausgesprochen bleiben, um selbstverständlich und damit tonangebend wirken zu können.

2. Zu den Formen des Rückgriffs auf antike Muster im allgemeinen.

Es lassen sich verschiedene Formen des Rückgriffs im Hinblick darauf unterscheiden, daß der Fundus antiker Muster für verschiedene Zwecke politischen Denkens und Handelns Geeignetes und Nützliches bereithält. Die Dimensionen und Verwendungsmöglichkeiten dieses Fundus sind fast unüberschaubar und werden mit der nachfolgenden knappen Kategorisierung lediglich geordnet. Jeder einzelne der angesprochenen Bereiche birgt ein unerschöpfliches und immer wieder rekombinierbares Arsenal an gedanklichen und gestalterischen Möglichkeiten. Gerade hierin liegt die Bedeutung der antiken Quellen und Reste für das geistige Leben späterer Epochen einschließlich der Gegenwart, selbst wenn die vielfältigen Rekombinationen - auch mit Momenten späterer oder anderer Traditionsmuster - , die natürlich auch eine historisch neue Qualität der Fortentwicklung sind, diese Bedeutung nicht immer handgreiflich hervortreten lassen. Folgende wichtige Bereiche lassen sich - rein der Übersicht wegen - unterscheiden und hervorheben:

a) die Nutzung ästhetischer und stilistischer Formen aus dem antiken Traditionsfundus

- gemeint ist etwa der reichhaltige antike Fundus etwa der Ikonographie, der Rhetorik, der Dramatik und auch anderer intensiv für politische Darstellungszwekce genutzter Kunstbereiche wie Musik und Baukunst - ,

b) der Rückgriff auf die Überlieferung persönlichen und staatlichen Handelns aus der Antike,

- hier sind etwa die antiken Historiker und Biographen zu nennen, die in eindrücklicher und auch die Nachwelt prägender Weise Beispiele des Handelns mitgeteilt haben und insbesondere seit der Renaissance die argumentatorische Grundlage für jede Art gesellschafts- und geschichtsbezogener Reflexion in Europa boten-

c) das Aufgreifen vorgedachter und -praktizierter Ordnungsmuster vor allem des politischen, rechtlichen, religiösen und philosophischen Lebens der Antike

- hier ist zu denken etwa an antike Rechtsquellen wie das justinianische Gesetzgebungswerk, das primär Gegenstand einer 'Rezeption' seit dem Spätmittlalter war und sogar noch im 17. Jht. etwa zur Begründung einer sklavenrechtlichen Praxis in den englischen Kolonien Nordamerkas diente, ferner an die Bibel und ihre vielfältigen Auswirkungen auch in der Welz neuzeitlicher Ideologien, und schließlich an die prominenten antiken Politik-Philosophien etwa des Platon oder des Aristoteles.

Die Rückgriffsintensität für Zwecke politischer Legitimation ist unterschiedlich. Doch fällt auf, daß überall da, wo tragende politische Ideen späterer Zeiten mit besonderer Emotionalität und Überzeugungskraft auftreten, in irgendeiner Weise ein dafür verantwortliches antikes Grundmuster zugrundezuliegen pflegt, sei es daß es von vornherein in einem Traditionszusammenhang wird, sei es daß eine bewußte Rezeption stattfindet und auf allgemeine Aufnahmebereitschaft stößt.

Die Rückgriffsintensität reicht aber von überwältigender Emotionalität - etwa im Rückgriff französischen Revolutionsdenkens am Ende des 18. Jhts. auf die republikanischen Tugenden der frühen römischen Geschichte - bis zum nüchtern-kritischen, aber dennoch die Autorität der Überlieferung aus der Antike respektierenden und nutzenden, Zitieren - wie etwa in der die antiken Autoren ausschöpfenden Völkerrechtslehre des Hugo Grotius und generell in den philsophischen, juristischen oder historischen Werken vieler Autoren des 17. und 18. Jahrhunderts.

3. Zu einzelnen Komplexen der Wirkungsgeschichte antiker Muster bei der Entstehung neuzeitlicher politischer Ideen.

A. ÜBUNG

AUFGABE

Die u. a. durch die hier zitierten antiken Quellen überlieferten historischen Ereignisse, auf die sich die beiden unten wiedergegebenen Bilder beziehen, nämlich

  • die Kapitulation des Arvernerfürsten Vercingetorix, Anführers eines großen gallischen Aufstandes gegen die römische Herrschaft im Jahre 52 v. Chr., nach Einschließung und mehrmonatiger, nicht zu durchbrechender Belagerung seiner Kräfte in der Festung Alesia, vor Caesar,
  • die Vernichtung der unter dem Kommando des Varus stehenden römischen Legionen im 'saltus Teutoburgiensis' im Jahre 9 n. Chr. durch die vereinigten Germanenstämme im heute westfälischen und niedersächsischen Bereich unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius,

haben in Frankreich bzw. in Deutschland in verschiedenen Epochen der Neuzeitgeschichte bei der Entwicklung des jeweiligen Nationalbewußtseins größere oder gar bedeutende Wirkung gehabt, indem dessen Vordenker jeweils auf die Vorgänge der antiken Geschichte zurückgriffen und in ihnen ein geschichtlich wesentliches Moment für die spätere Volksentwicklung sahen.

a) Welche historischen Situationen könnten in Frankreich und in Deutschland dafür auslösend oder bestimmend gewesen sein?

b) Inwiefern konnte der Rückgriff auf die genannten antiken Ereignisse eine Erklärung oder einen politisch-moralischen Appell für die jeweilige Gegenwart bedeuten?

c) Wie äußern sich a) und b) in Form und Inhalt der beiden Bilder? In welcher Weise werden die antiken Quellen dabei interpretiert?


Henry-Paul Motte (1846 - 1922 [1886]), Vercingetorix ergibt sich Caesar. Franz. Kulturministerium. Depot im Musee Crozatier au Puy en Velay.

Wilhelm Lindenschmidt d. Ä. (1806 - 1848), Hermannschlacht. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.

Beide Bilder mit Genehmigung der Leihgeber aufgenommen in der Ausstellung 'Mythen der Nationen' des Deutschen Historischen Museums, Berlin (März - Juni 1998).


Caesar, Bellum Gallicum, 7, 89: 

89 (1) Postero die Vercingetorix concilio convocato id bellum suscepisse se non suarum necessitatum, (2) sed communis libertatis causa demonstrat, et quoniam sit Fortunae cedendum, ad utramque rem se illis offerre, seu morte sua Romanis satisfacere seu vivum tradere velint. mittuntur de his rebus ad Caesarem legati. (3) iubet arma tradi, principes produci. (4) ipse in munitione pro castris consedit; eo duces producuntur. Vercingetorix deditur, arma proiciuntur. (5) reservatis Haeduis atque Arvernis, si per eos civitates recuperare posset, ex reliquis captivis toti exercitui capita singula praedae nomine distribuit.

Cassius Dio, Rhomaike historia, 40, 41:

griechischer Text.

Tacitus, annales 1, 60 f. und 2, 88:

(1, 60) ... ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnes inter vastatatum, haud procul Teutoburgiensi saltu, in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur. (1.61) igitur cupido Caesarem invadit solvendi suprema militibus ducique, permoto ad miserationem omni qui aderat exercitu ob propinquos, amicos, denique ob casus bellorum et sortem hominum. praemisso Caecina, ut occulta saltuumscrutaretur pontesque et aggeres umido paludum et falacibus campis imponeret, incedunt maestis locos visuque at memoria deformis. prima Vari castra lato ambitu et dimensis principiis triem legioneum manus ostentabant; dein semiruto vallo, humili fossa accisae iam reliquiae consedisse intellegebantur: medio campi albentia ossa, ut fugerant, ut restiterant, iidiecta vel aggerata. adiacebant fragmina telorum aquorumque artus simul truncis arborum antefixa ora. lucis propinquis barbarae arae, apud quas tribunos ac primorum ordinum centuriones mactaverant. et cladis eius superstites, ´pugnam aut vincula elapsi, referen´bant hic cecidisse legatos, illic raptas aquilas; primum ubi vulnus Varo adactum, ubi infelici dextera et suo ictu mortem invenerit; quo tribunali contionatus Arminius, quot patibula captivis, quae scrobes, utque signis et wt aquilis superbiam inluserit.

(2, 88) ... liberator haud dubie Germaniae et qui non primordia populi Romani, sicut alii reges ducesque, sed florentissimum imperium lacessierit, proeliis ambiguus, bello non victus. septem et triginta annos vitae, duodecim potentiae explevit, caniturque adhuc barbaras apud gentes, Graecorum annalibus ignotus, qui sua tantum mirantur, Romanis haud perinde celebris, dum vetera extollimus recentium incuriosi.

 

 

Caesar , B. G. 7, 89:

89 (1) Am folgenden Tag berief Vercingetorix eine Versammlung ein und wies darauf hin, daß er diesen Krieg nicht um seiner eigenen Interessen, (2) sondern um der gemeinsamen Freiheit willen unternommen habe. Da man sich nun in dcn Willcn des Schicksals fügen müsse, stehe er ihnen für beides zurVerfügung, sei es, daß sie den Römern durch seinen Tod Genugtuung leisten, sei es daß sie ihn lebend ausliefern wollten. Zu Verhandlungen darüber schickte man Gesandte an Caesar. (3) Dieser befahl, die Waffen auszuliefern und ihm die führenden Männer vorzuführen (4) Er selbst nahm vor dem Lager, auf der Befestigung, Platz. Dort wurden ihm die feindlichen Heerführer vorgeführt. Vercingetorix wurde ausgeliefert, und die Waffen wurden niedergelegt. (5) Unter Schonung der Haeduer und Arverner, deren Stämme er durch Vermittlung ihrer führenden Männer für sich zu gewinnen hoffte, wies er dem ganzen Heer aus der übrig bleibenden Zahl der Gefangenen je eine Person als Beute-Sklaven zu.

 

Cassius Dio, R. H. 40, 41:

Vercingetorix wäre in dieser Lage eine Flucht durchaus möglich gewesen; denn er war weder gefangengenommen worden noch verwundet. Aber da er, weil er früher einmal in freundlichen Beziehungen zu Caesar gestanden hatte, hoffte, es könne ihm gelingen, von diesem nachsichtig behandelt zu werden, kam er, ohne durch einen Boten angekündigt zu sein, zu ihm. Er erschien unerwartet vor dem Gericht haltenden Caesar, wobei er sogar einige [scil. Wächter] überrumpelte; überhaupt machte er durch seine große Gestalt und seine furchterregende Rüstung Eindruck. Als nun Ruhe eingetreten war, sagte er kein einziges Wort, kniete nieder, rang seine Hände und machte eine bittende Geste. Dies rief das Mitleid der Anwesenden hervor in Erinnerung an sein früheres Glück und nötigte sie zur Rührung wegen seines gegenwärtigen Anblicks. Caesar aber machte ihm gerade das zum Vorwurf, worauf er am meisten seine Hoffnung setzte (; denn indem er der früheren Freundschaft den Aufstand gegenüberstellte, machte er deutlich, daß er diese ungerechte Feindseligkeit für gewichtiger halte). Aus diesem Grunde hatte Caesar nicht einmal in diesem Augenblick mit ihm Mitleid, sondern ließ ihn sofort in Fesseln legen. Später ordnete er an, daß er bei seinem Triumph mitgeführt und dabei getötet wurde.

(1, 60) ... Dann führte er [Caesar Germanicus i. J. 16 n. Chr.] sein Heer weiter bis in das äußerste Grenzgebiet der Bructerer, und die ganze Gegend zwischen den Flüssen Ems und Lippe, die nicht weit entfernt von dem bei der Teutoburg gelegenen Waldgebiet liegt, wurde verwüstet. In diesem, so hieß es, lagen die Überreste des Varus und seiner Legionen unbegraben. (1, 61) Nun erwachte in dem Caesar das Verlangen, jenen Soldaten und ihrem Heerführer die letzte Ehre zu erweisen, wobei das ganze anwesende Heer von schmerzlichem Mitgefühl erfüllt war wegen der Verwandten und Freunde, und überhaupt wegen des Leides der Kriege und des menschlichen Loses. Caecina wurde vorausgeschickt, um die schwer zugänglichen Wälder zu durchforschen und über das sumpfige Gelände und den trügerischen Moorboden Brücken und Dämme zu führen. Und nun suchten sie die Orte des Unglücks auf. Gräßlich anzusehen waren sie und voll schrecklicher Erinnerungen. Das erste Lager des Varus wies mit seinem weiten Umfang und der Absteckung des Hauptplatzes auf die Arbeit von drei Legionen hin. Dann [scil. beim nächsten Lager] erkannte man an dem halbeingestürzten Wall und dem niedrigen Graben, daß die schon zusammengeschmolzenen Reste [scil. des Heeres] sich dort gelagert hatten. Mitten auf freiem Feld lagen die bleichenden Geheine zerstreut oder in Haufen, je nachdem die Leute geflohen waren oder Widerstand geleistet hatten. Daneben lagen Bruchstücke von Waffen und Pferdegerippe. Zugleich fanden sich an Baumstämmen angenagelte Köpfe. In den benachbarten Hainen standen die Altäre der Barbaren, an denen sie die Tribunen und die Centurionen der ersten Rangstufe geschlachtet hatten. Die anwesenden Überlebenden der Niederlage - sei es daß sie der Schlacht, sei es daß sie der Gefangenschaft entronnen waren -, erzählten, hier seien die Legaten gefallen, dort die Adler von den Feinden erbeutet worden. Sie zeigten, wo Varus die erste Wunde erhalten, wo er mit seiner unseligen Rechten sich selbst den Todesstoß beigebracht habe; wo Arminius von der Tribüne herunter eine Ansprache gehalten habe, wie viele Galgen für die Gefangenen, was für Martergruben er habe herstellen lassen, wie er die Feldzeichen und Adler übermütig verhöhnt habe.

(2, 88) Unstreitig war er der Befreier Germaniens. Das römische Volk hat er nicht am Anfang seiner Geschichte, wie andere Könige und Heerführer, herausgefordert, sondern das in höchster Blüte stehende Reich. In seinen Schlachten war er nicht immer erfolgreich, blieb jedoch im Kriege unbesiegt. Sechsunddreißig Jahre wurde er alt, zwölf davon war er im Besitz der Herrschaftsmacht. Und bis heute wird er bei den barbarischen Völkern besungen. Die griechische Geschichtsschreibung, die nur die eigene Vergangenheit bewundert, kennt ihn nicht, und auch uns Römern ist er nicht bekannt genug, weil wir unsere alte Geschichte in den Himmel heben, aber kein ausreichendes Interesse für das aufbringen, was die neuen Zeiten an Beachtlichem hervorbringen.


Lösung der Aufgabe: Bildanalyse.

B. ÜBERSICHT

über einzelne Komplexe der Wirkungsgeschichte antiker Muster bei der Entstehung neuzeitlicher politischer Ideen.

Unter 'neuzeitlichen' 'politischen' 'Ideen' sind hier die auf die Ordnung eines Gemeinwesens, auf die öffentliche Interessendurchsetzung, Macht- und Herrschaftsausübung oder auf das Verhältnis zwischen Staaten oder Völkern bezogenen Aussagen, Einschätzungen,Voraussagen, Bewertungen, Willenserklärungen oder Normfeststellungen zu verstehen, die die Welt des staatlichen und i. w. S. politischen Handelns seit der Beginn der europäischen Neuzeit - etwa im 14. Jht. - bestimmen. Das besondere Interesse der folgenden Zusammenstellung gilt dabei der jüngeren Neuzeit - seit dem 18. Jht. -, und zwar bis heute. Ihre politisch-ideelle Phänomenologie wird - außer durch die schon zuvor vorhandenen Typen politikbezogenen religiösen Denkens, politikbezogenen Rechts und politikbezogener Staatsdoktrinen und Ethiken - in starkem Maße auch durch politische 'Ideologien' als geistige Äußerungsformen politisch-parteilich-weltanschaulich ausgetragener Konflikte und durch Formen medial propagierten und angeleiteten Massendenkens bestimmt, die im engeren Sinne weder als Philosophie noch als Recht noch als religiöse Gesinnung gelten können, sondern als aus neuen Kommunikationsmöglichkeiten und Herrschaftstechniken hervorgehende Formen einer 'Bewußtseinspolitik' oder politischen Geistesherrschaft zu gelten haben. Auch in diesen neuen Äußerungsformen der politischen Ideenwelt wirken Muster aus der Antike intensiv nach, weil die programmleitenden Ideen bei den für die Entwicklung von Ideologien und Massenbeeinflussung aktiven, manchmal sogar zuständigen Personengruppen und Instanzen in dieser Weise geprägt sind. Allerdings wird dieser Rückbezug - und generell die ideengeschichtliche Vergleichbarkeit mit anderen derartigen Phänomenen - in politischen Auseinandersetzungen zumeist in nur einseitiger , historisch anfechtbarer Weise bewußt und bewußt gemacht, sodaß der Eindruck historisch fundierter grundsätzlicher Differenzen und Frontlinien entstehen selbst dort enstehen kann, wo die politisch-ideengeschichtlichPhänomene dicht beeinander liegen. Beispiel: der Rückgriff nationaler Selbstbilder in Frankreich und Deutschland im 19. Jht. auf 'barbarische' Freiheitshelden der Antike mit der Appellfunktion, äußere Freiheit und Einheit der Nation notfalls durch Krieg zu erringen (siehe oben, Übung zu A.).

a) Traditionen der Reichsbildung.

Für die Reichsbildungen späterer Epochen europäischer Geschichte ist - neben gelegentlichen Rückgriffen auf die historischen Vorbilder der klassisch-griechischen Polis-Hegemonie Athens, des jüdisch-israelischen Königreichs und der hellenistischen Reichsbildungen - insbesondere das Selbstverständnis des Römischen Reiches (Imperium Romanum) von Bedeutung gewesen. Seinen Charakter kann man in den folgenden begrifflichen Komponenten zusammenfassen

Beispiel: Vergil, Aeneis 6, 846 ff.

Eine besonders wichtige Nachwirkung dieses römischen Imperialkonzepts in der Neuzeitgeschichte liegt in zahlreichen 'Imperien'-Bildungen im europäischen und europäisch-kulturell geprägten Bereich, die bewußt überethnisch und tendenziell weltumspannend angelegt sind, 'Kolonien' zusammenzufassen und eine militärisch-machtpolitische Grundlage zu haben pflegen. Voraussetzung einer Imperien-Bildung in der Neuzeit ist dabei - ebensowenig wie in der Antike -, daß es sich bei dem hegemonialen Staatskern um eine monarchisch verfaßte Ordnung handelt; vielmehr können auch Republiken Imperien bilden.

Beispiel: 'Weltreichsbildungen' um 1900.

 Imperiale Bildungen der Neuzeit.

Karte entnommen aus: Putzger, Historischer Weltaltlas, Cornelsen Verlag, Berlin 1991 101 , S. 105.

 

Das deutsche Wort 'Reich' - wie auch das lateinische Wort 'imperium' - schließt andrerseits auch nicht-primär-hegemoniale Herrschaftsbildungen ein. Soweit solche politische Ordnungen in der Neuzeit bestehen, können sie sich in gewissem Umfang ebenfalls auch auf antike Vorbilder stützen, wobei manchmal auch eine Kombination von Antikenbezügen stattfinden kann.

Beispiel: Das Königreich Griechenland um 1823; der nur partielle Rückgriff seiner staatstragenden Ideen auf das klassisch-antike Athen. 

b) Monarchische Traditionen.

Für die monarchisch geprägten Verfassungen und höfisch-aristorkratischen Lebensformen in nachantiken Epochen europäischer Geschichte hat - neben dem Rückgriff auf die Berichte des Alten Testaments der Bibel über das alte jüdisch-israelische Königtum - vor allem die römische Monarchie der Kaiserzeit als eine beispielgebende und prägende Wirkung gehabt.

Die Verfassungsform des römischen Kaisertums ist von Anfang an - d. h. seit der Begründung durch Augustus - nicht als 'traditionell-anikes 'Königtum konzipiert, etwa in dem Sinne, wie Aristoteles, pol. 3. Buch, 1284 b - 1288 a, verschiedene Arten von Königsherrschaft unterscheidet. Vielmehr soll das römische Kaisertum nach der Konzeption seines Gründers Augustus

ausgeübt werden. Obwohl dies 'Prinzipats'-Kaisertum Variationen zwischen eher zivilen und eher miltärischen, eher diktatorischen und eher republikanischen Formen kennt bis zur Spätantike auch größere Veränderungen durchmacht, bleibt es jedenfalls prinzipiell stets bei den angegeben Kriterien seiner Struktur. Aufgrund dessen ist diese Verfassungsform zu ihrer Zeit von außerordentlicher historischer Dauerhaftigkeit und Stabilität. Anders als andere Formen antiker - etwa griechischer - Monarchie wurde sie während der mehrhundertjährigen - oder, bezieht man die Zeit bis zum Fall Konstantinopels im Jahre 1453 mit ein, während der mehr als vierzehnhundertjährigen - Epoche ihres Bestehens nie prinzipiell in Frage gestellt. Beispiel: Lex de imperio Vespasiani (FIRA I, 154 ff.).

  Lex de imperio Vespasiani.

Entnomen aus: FIRA I, 154 ff.

 

Dies hat in vielfältiger Weise auf späteren Epochen beispielhaft gewirkt. Eine besonders wichtige neuzeitliche Nachwirkung liegt in der Entwicklung des 'Souveränitäts'-Begriffs im Rahmen der Herausbildung des 'neuzeitlichen Staates' - vom 'Absolutismus' bis zum Verfassungsselbstverständnis heutiger Demokratien.

Beispiel: Jean Bodins Souveränitätstheorie (Six livres de la République, 1756).

Über eine andere wichtige Linie werden Inhalte und Formelemente eines höfisch-aristokratischen Lebensstils aus der Antike an das Mittelalter und an die Neuzeit übermittelt; dazu gehören auch das höfische Bildungs- und Kunstwesen, das Mäzenatentum oder die Kurzweil (spätlat. 'disportum' > Sport)

Die Nachwirkung der Antike in der höfischen Kultur.

Ludwig der XIV. bei höfischer Lustbarkeit.

Abb. entnommen aus: Liselotte Andersen, Barock und Rokoko, Kunst im Bild, Würzburg um 1970, S. 65.

Eine weitere Traditionslinie liegt in der Prägewirkung monarchischer Staatsrepräsentation - vor allem in ihrer christlich-spätantiken Form - , deren Formelemente nicht nur seit dem frühen Mittelalter, sondern auch bis in in jüngere Neuzeit immer wieder aufgegriffen werden. Beispiel: Französischer 'Caesarismus'. Die Kaiserkrönung Napoleons i. J. 1804.

Napoleons Rückgriff auf die römische Kaiserwürde. 

Francois Pascal-Simon Gerard, Kaiser Napoleon I. im Krönungsornat, enstanden zwischen 1805 und 1810. Stockholm, Sammlungen S. M. des Königs von Schweden. Abb. entnommen aus: Marianne und Germania 1789 - 1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten - Eine Revue. Katalog zur Ausstellung der Berliner FestspieleGmbH im Martin-Gropius-Bau, Sept. 1996 - Jan. 1997, hg. von Marie Louise von Plessen, Berlin 1996, S. 195.

c) Republikanische Traditionen.

Für die nachantike europäische Geschichte sind die Konzepte der 'Politie', der 'Republik' und der 'Demokratie' seit dem Mittelalter und insbesondere in der Neuzeit von besupielgebender Bedeutung gewesen.

Die Idee eines 'Gemeinwesens' als einer Ordnung 'öffentlicher Angelegenheiten',

bestimmt die Verfassungsordnung kleinerer und größerer Stadtstaaten der griechischen Polis- und der römisch-republikanischen Geschichte, insbsondere der in der historisch-literarischen Überlieferung besonders hervortretenden Stadtstaaten Athen und Rom.

Beispiel: Aristoteles Bericht über die attische Verfassung (Athenaion Politeia). Polybios Bericht über die römisch-republikanische Verfassung (Historiai, Buch 6).

Für stadtstaatliche Ordnungen schon des Mittelalters (z. B. Venedigs oder oberitalienischer Städte seit dem 13. Jht.) , aber auch für die neuzeitlich-staatlichenVerfassungsformen mit der Tendenz zur monarchie- und auch adelslosen Demokratie seit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1176 - 1783) und der französisch-revoluttionären Beseitigung des Königtums (1792) haben die griechischen Vorbilder und Konzepte für die Staatsform einer 'politeia', speziell einer 'demokrateia', und das römische einer 'res publica' in verschiedenen Aspekten - nämlich der Monarchielosigkeit, der Gewaltenteilung, der politischen Bürgerrechte, der Gesetzlichkeit der Staatsgewalt, der Amtsverantwortlichkeit, der 'Öffentlichkeit', der unabhängigen Justiz - eine bis heute eine große Bedeutung gehabt.

Beispiele: Montesquieus Reflexion über die antiken Formen der Gewaltenteilung in seinem Werk 'L'esprit des lois' (1748), Bücher 2, 3, 8, 11, 12. Der bildliche Appell an die selbstbewußte und staatstragende Bürgertugend durch Rückgriff auf antike Motive

Unbedingte Bürgertugend als Fundament des Staates: der Schwur der Horatier.

Entnommen aus: Klaus Lankheit, Revolution und Restauration, Reihe 'Kunst der Welt', Serie 3, Baden-Baden 1965, S.104.

d) Traditionen des Wertes und der Eigenart einzelner Völker.

Muster aus der Antike wirken auf vielfältige Weise auch bei der Enstehung politisch-nationaler, kulturell-ethnischer oder religiöser Formen des Sebstbewußtseins oder der Selbstbidler (auch) neuzeitlicher Völker mit. Dabei gibt es drei wichtige Arten des Rückgebezugs auf die Antike:

Für alle Arten des Rückgriffs spielt die biblisch- oder humanistisch-literarische Überlieferung aus der Antike eine zentrale Rolle. Doch erhalten seit etwa zwei Jahrhunderten, manchmal schon seit der Renaissance - und insbesondere in diesem Jahrhundert bis heute - zunehmend auch archäologische Hinterlassenschaften, für neuzeitliche 'nationale Selbtbilder' eine besondere Bedeutung.

Beispiel: Der seit nach den 20er Jahren intensiv erschlossene archäologische Grabungsplatz Biskupin (Posen/Polen).

Je nach dem Raum und der Epoche des Altertums, auf die der Rückgriff individueller volksbezogener Selbstbilder erfolgt, lassen sich charakteristische Formen des Antikenbezugs unterscheiden, die durchaus auch differenzbildende - und manchmal konflikthaltige - Wirkung unter den Völkern zu entwickeln pflegen.

Der Rückgriff des griechischen Nationalbewußtseins im frühen 19. Jht. - im Unabhängigkeitsstreben gegenüber dem mächtigen osmanischen Nachbarreich im Osten - auf die klassische griechische Antike.

Motiv: Die Akropolis des Perikles. Von Vicenzo Lanza, um 1830.

Entnommen aus:Mythen der Nationen. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (März - Juni 1998), 2 Bde., Bd. 1: Ein europäisches Panorama. Hg. von Monika Flacke, 1998, S. 337.

e) Traditionen des Militärwesens und der Kriegführung.

Die Militärorganisation und die -Kriegführung nachantiker Epochen europäischer Geschichte ist in verschiedenen Aspekten immer wieder nachhaltig von Traditionen vor allem aus der griechischen und römischen Antike mitgeprägt worden.

Unter Militär läß sich für die genannten Epochen der Antike ein in eine staatliche Verfassung eingebaute Organisation bewaffneter Kräfte verstehen, deren Status und Disziplin strikt rechtlich geordnet und deren Funktion eindeutig politisch - als Instrument innerstaatlicher 'Befriedung' und kriegerischer Selbstbehauptung oder Rechtsdurchsetzung nach außen - bestimmt ist. Über den Aufbau und den Einsatz der Militärorganisationen in diesem Sinne berichten ausführlich und oft historisch eindringlich prominente Werke antiker Literatur - von Herodot (5. Jht. v. Chr. ) bis Prokop von Caesarea (6. Jht. n. Chr.).

Der Rückgriff späterer Epochen erfolgt vor allem auf vier Gebieten:

Das Vorbild antiker Taktik für die spätere Kriegsgeschichte.

Die Schlacht Alexanders gegen Poros am Dschihlam (Hydaspes; heutiges Pakistan) i. J. 326 v. Chr.: Taktische Einheiten und taktische Entwicklung. Die Beziehung zum Schachspiel.

Bis auf die Abb. der Schachfiguren entnommen aus: Peter Green, Alexander der Große, (1970), dt. Übersetzung von E. F. Podlesnigg, Würzburg 1974, S. 216.

Lateinischer Textauszug aus Frontinus, Strategemata (Buch 2, 1).

Er wirkt sich bis in die kriegsgeschichtlichen Überlegungen neuzeitlicher Militärführer und Kriegstheoretiker, auf Prinzipien der Truppengliederung, der Militärverfassung und der militärisch-staatbürgerlichen Disziplin aus. Beispiele: Anitkenbezogenen kriegshistorische und -theoretische Erörterungen bei Napoleon, Clausewitz, Montgomery und Nimitz.

f) Traditionen des bürgerlichen, des öffentlichen und des Völkerrechts.

Für die historische Entwicklung der Rechtsordnungen im nachnatiken Europa ist - neben einigen Elementen des alttetamentarisch überlieferten jüdischen und des griechischen Rechts - vor allem das Römische Recht mehrfach von prägender Wirkung gewesen.

Das gilt insbesondere für

Diese Wirkung ist auch in der Neuzeit spürbar:

g) Traditionen der politischen Verantwortung für das allgemeine Wohl.

Die antiken Formen i. w. S. politischer Ethik sind vielfältig und nicht etwa auf den Bereich antik-demokratisch oder -republikanisch verfaßter Gemeinwesen und Herrschaftssysteme beschränkt. Sie können sich auch aus anders-staatlichen politischen Traditionen der Antike (z. B. Spartas) , aus ethnischen (z. B. jüdischen oder keltischen) oder aus religiösen (z. B. jüdischen oder christlichen) oder philosophischen Traditionen (z. B. der Stoa) ergeben.

Von hier aus haben sie auf unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Stärke Einfluß auf die Bildung 'politischen Bewußtseins' und 'politischen Engagements' auch in der Neuzeit genommen und wirken sich noch heute in den verschiedenen weltanschaulichen Strömungen und Parteibildungen in der europäisch geprägten Staatenwelt aus.

h) Traditionen 'politischer Religion'.

Daß das politische Gemeinwesen oder die politische Herrschaftsordnung Teil einer prinzipiell gottgewollten, notwendigen, gerechten und vernünftigen kosmischen Ordnung sei, zu der auch die menschliche Welt gehöre - allerdings mit der Möglichkeit gravierender Abweichungen von 'natürlich' vorgegebenen Ordnungsregeln, die nur durch strikten, schonungslosen Gehorsam gegenüber ihren erkennbaren Normen vermieden und durch Sühneakte im Falle ihrer Verletzung in ihrer Geltung wiederhergestellt werden könne -, ist, wenn auch in unterschiedlichen Formen, ideell-religöses Gemeingut aller antiken Kulturen. Beispiel: Cicero, De re publica, app. (Somnium Scipionis).

Die Götternähe kaiserlicher Herrschaft in Rom: Die Gemma Augustea.

Religiös akzentuierende Darstellung des Augustus in einer Steinschschnitzarbeit (Onyx), die möglicherweise lange Zeit im Besitz römischer Kaiser war. Herstellung geschätzt auf 10 n. Chr.

Abb. entnommen aus: Heinz Kähler, Rom und sein Imperium. Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen. (1962) Baden-Baden 1976, Tafel 19, nach S. 60.

Auch das Christentum und seit dem 4. Jht. n. Chr. das christlich geprägte Römische Kaiserreich - in dem die kaiserliche Herrschaft akzentuiert als nicht-göttliche und säkular-diesseitige und also als religiös nicht zu verehrende gilt-, sieht dennoch die politische Ordnung als prinzipiell gottgewollt an. Beispiel: Paulus, Römerbrief 13, 1.

Auch wenn die neuzeitliche politische Ideenwelt in Europa an vielen Stellen durch eine zunehmende religiöse Indiffenerenz, ja manchmal durch einen engagierten Atheismus charakterisiert gewesen ist und weiterhin ist, so ändert das nichts an einem Fortwirken politisch-religiöser Traditionen im öffentlichen Leben aller neuzeitlichen - und auch der heutigen - politischen Gemeinwesen und Herrschaftssysteme. Insbesondere pflegen sie sich -manchmal ganz offen, zumeist eher latent, aber dennoch nachweisbar - auszuwirken in religionsähnlich wirkenden Autoritätsansprüchen der Staatsmacht, im öffentlichen Zeremoniell und in den ideellen Begründungen für die Notwendigkeit staatlicher Machtausübung und staatsbürgerlichen Gehorsams, insbesondere in Krisenzeiten . Beispiel: Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944: "Es lebe das heilige Deutschland".

i) Traditionen der 'Freiheit' ('Libertät', 'Liberalität' und 'Libertinität' und 'Freiheit eines Christenmenschen').

In der Antike umfassen die Begriffe für das, was heute das deutsche Wort 'Freiheit' zusammenfaßt, oft ebenso unterschiedliche Gegegenstände. Es gibt aber auch unterschiedliche Worte für diese. Dies ist nicht nur im römischen Bereich so, für den man - exemplarisch - folgendes zusammenfassen kann.

Diese unterschiedlichen Bedeutungen des Freiheitsbegriffs in der Antike haben in vielfältiger Weise in der europäischen Geschichte nachgewirkt und bestimmen auch in der Neuzeit - bis heute - maßgeblich

verschiedene Varianten der Staats-, Verfassungs- und Personenstands-Rechtssysteme - Beispiele: Art. 2, Abs. 1 GG, § 3 Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz, §§ 1 und 2 BGB,

die Vorstellungen von menschengemäßer sozialer Ordnung und Gleichheit - Beispiel: die Revolutionsdevise d. J. 1789 : 'liberté, fraternité, égalité'-,

die Grundrechtskonzepte der freien persönlichen Entfaltung, der Meinungs-, Wissenschafts- und Kunst-Freiheit - Beispiel: Art 5 GG.

Ein anderer, religiös begründeter Freiheitsbegriff richtet sich gegen die Einforderung einer Loyalität durch menschliche Mächte und Instititionen, die aus Glaubensgründen eine solche nicht oder nicht in dem geforderten Aumaße verdienen. Dieser Begriff findet sich im naturrechtlichen Freihheitsbegriff, wie er etwa der Unabhängigkeitserklärung der USA (TJefferson) zugrundeliegt, wieder. In ihn geht die christliche - im Protestantismus besonders betonte - Tradition der 'Freiheit eines Christenmenschen' (M. Luther) ein (1. Kor. 9; Röm. 13, 8). Da dieser Freiheitsbegriff das ganze 'Volk Gottes' betrifft, wird er - in säkular transformierter Form - zumeist auch ideeller Bestandteil modrener Volksbegriffe (siehe oben zu d).

k) Traditionen der ständischen 'Ehre' und persönlichen 'Größe'.

In den Gemeinwesen der Antike - selbst in der klassischen attischen Demokratie' des 5. und 4. Jhts. v. Chr.t - spielen verschiedene Formen politisch, militärisch, wirtschaftlich und sozial besonders berechtigter Stände ('Adel') eine - zumeist tragende - Rolle.

All diese Aspekte der antiken Vorstellungen von 'Ehre' und 'Größe' haben bis in die Neuzeitgeschichte ihre Wirkung behalten - Beispiel: Friedrich der Große - und sich- selbst bei Zurücktreten oder nach der Abschaffung des Adels in neuzeitlichen Verfassungsreformen - weiterhin in ganz verschiedenartigen Lebensbereichen und Begriffen ausgewirkt. Beispiele: die Begriffe 'Elite', 'Erfolgsmensch', 'verdientes hohes Einkommen', 'Genie' [der politischen Führung oder des Geistes], 'Avantgarde', 'Führungsqualität'.

l) Traditionen der 'Vernunft' und des 'Naturrechts'.

Zu den grundlegenden und weitverbreiten philosophischen Vorstellungen im griechischen und im römischen Bereich gehört die Auffassung, daß einer 'realen' Welt

eine Welt der 'Ideen' oder 'Formen' kosmisch übergeordnet sei,

Der Einfluß dieser Welt des 'Logos' auf die 'reale Welt' wird in der antiken Philosophie unterschiedlich eingeschätzt.

Die Vorstellung von einer der realen Welt innewohnenden 'Vernunft' oder 'natürlichen Harmonie' ist von allergrößter Bedeutung für die neuzeitliche Geistesentwicklung in Europa geworden. Sie bestimmt u. a. die Entwicklung zur Natur- und Vernuftrechtsaxiomatik des 17. Jhts. und zur 'Aufklärung' des 18. Jhts. mit ihren Folgen bis in unsere Zeit in starkem Maße mit. Beispiele: die Konzeption einer 'prästablilierten Harmonie' (1696) bei Gottfried Wilhelm Leibniz; Adam Smiths Konzeption von einer freien und vernünftigen Wirtschaftsordnung in 'Untersuchungen über die Natur und die Ursachen des Reichtums der Völker' (1766).

m) Traditionen der bürgerlichen Eintracht und der öffentlichen sozialen Fürsorge.

Daß über den Bereich der Familie und Verwandtschaft hinaus moralische Verpflichtungen zur sozialen Eintracht, Brüderlichkeit, Mitmenschlichkeit oder Fürsorge für die Bedürftigen bestehen, wird in unterschiedlichen ethischen Lehren der Antike vertreten. Die Verpflichtung zur Eintracht und Solidarität kann sich in der Antike

 Der Appell an die Einheit der Bürger - und ihrer Heere - nach Beseitigung einer Diktatur.

Sesterz, geprägt unter Kaiser Nerva ((96 - 98 n. Chr.)

Abb. entnommen aus: Max Miller, Münzen des Altertums, Braunschweig 1963, Tafel XXV, Nr. 292.

Alle Aspekte wirken (auch) in neuzeitlichen Formen einer Ethik des in öffentlicher Verantwortung stehenden sozialen Handelns nach. Beispiele: die politische Formel von der 'Brüderlichkeit' oder der 'Solidarität der Arbeiterklasse, die kirchliche Organisation der 'Caritas', das verfassungsrechtliche Sozialstaatsprinzip (Art. 20, Abs. 1 GG).

n) Traditionen in Vorstellungen von 'besseren Welten'.

In der Antike gibt es verschiedenartige Typen von Vorstellungen einer 'Alternativ'-Welt zur tatsächlichen, gegenwärtigen Weltordnung.

All diese Vorstellungstypen haben (auch) in der Neuzeit maßgeblichen Anteil an der Entwicklung politischer Ideensysteme gehabt. Insbesondere wirken sie sich in Ideen von einem zwangsläufigen geschichtlichen 'Fortschritt' und in 'gesellschaftlich-utopischen' Konzepten wie dem des 'Aufbaus des Kommunismus' aus. Sie können aber auch in volks- und rassebezogenen 'Heilsvorstellungen' wie denen des Nationalsozialismus eine Rolle spielen.

o) Traditionen des Aufstands und der Revolution.

Die literarisch überlieferte antike Geschichte gibt eine Vielzahl von Beispielen einerseits als legal dargestellter Reformen politischer Systeme, zum anderen als rechtlich unakzeptabel dargestellter Formen politischer Usurpationen, Putsche und Aufstände. Seltener sind Beispiele für gesetzwidrige, aber legitime Umstürze politischer Systeme oder gesetzwidrige, aber legitime Aufstände gegen die Herrschaft fremder Mächte. Das dürfte daran liegen, daß eine öffentliche, positiv bewertende Erörterung legitimer, aber gesetzwidriger Aktionen die Verfassungsfrage eines grundsätzlichen Widerstandsrechts aufwirft, die, wenn sie als aktuell interpretiert wird, etwa nach römisch-kaiserzeitlichem Recht schon den Tatbestand der Verletzung der staatlichen Hoheit ('crimen laesae maiestatis) erfüllen kann. Wohl aus diesem Grunde finden sich im wesentlichen nur drei Kategorien - unter anderen denkbaren (z. B. solchen aus ethnischer Freiheitstradition gegen den römischen Vorherrschaftsanspruch oder aus demokratisch-republikanischen Motiven gegen eine Kaiserherrschaft) - als positiv bewertet in der literarischen Überlieferung aus der Antike, nämlich:

  Die umstrittene Erinnerung an den Sturz eines Tyrannen in Rom.

Denar zur Erinnerung an die Beseitigung Caesars, geprägt vom Anführer des Putsches Brutus, Imperator 43/42 v. Chr., zeigend eine Freiheitsmütze und 2 Dolche.

Abb. entnommen aus: Max Miller, Münzen des Altertums, Braunschweig 1963, Tafel XXIII, Nr. 267.

 

Sowohl die Begrenzungen in den antiken Darstellungen legitimen politischen Widerstands und Umsturzes als auch die als positiv bewerteten Formen sind (auch) in der Neuzeitgeschichte vielfach von Bedeutung für die Entwicklung politischer Ideen gewesen, vom amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und der französischen Revolution bis zu dem dem mißlungenen Versuch zum Sturz des NS-Regimes am 20. Juli 1944. Von Wichtigkeit für die neuzeitliche Art der Rezeption antiker Muster ist, daß mit ihrer Hilfe letztlich doch 'nationale Selbstbefreiungsaktionen' oder 'demokratisch-republikanische Revolutionen' zur Abschaffung monarchischer Systeme begründet werden können. Beispiele: der amerikanische Unabhängigkeitskrieg 1776- 1773; die Abschaffung des Königtums in Frankreich 1991 

p) Traditionen des Völkerfriedens.

Zwar ist Heraklits Ausspruch, der Krieg sei aller Dinge Vater und König (Fragmente der Vorsokratiker, hg. von H. Diels, Hamburg 1963 2 , S. 21 ff., Fragment 53) nicht nur ein geläufiger Topos antiken politischen Denkens, sondern kennzeichnet auch in allen antike Epochen eine stets präsente Praxis der Politik. Dennoch gibt es dazu alternative Ideen oder Konzepte.

Beide Ideenkomplexe wirken auf vielfältige Weise auf neuzeitlichen Versuchen ein, internationale Verständigung und Friedenordnungen zu bewerkstelligen, ein Friedensvölkerrecht zu entwickeln und pazifistische oder 'gewaltlose' Formen der Innen- und Außenpolitik zu entwickeln. Beispiel: Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf (1795). 

4. Literatur, Medien und Quellen.

 Im Hinblick auf den systematisch-überblicksartigen Charakter dieses Kapitels wird zu den vielfältigen thematischen Aspekten besonders

1) auf das allgemeine Literaturverzeichnis verwiesen, das seinerseits ebenfalls nur Anregungen zu einer weiteren Literatursuche des Lesers geben kann.

Beachten Sie ferner:

2) die Literaturhinweise der HILFSMITTEL_FUER_DAS_ALTHISTORISCHE_STUDIUM;

3) die Suchmöglickeiten der WWW_SUCHINSTRUMENTE_HOCHSCHULKONTAKTE_UND_BIBLIOTHEKSRECHERCHEN

und der Hinweise

HITORISCH_INTERESSANTE_BERLINER_BIBLIOTHEKEN_UND_MUSEEN .

Literatur zu Übung (P. 2 A):

Egidius Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen und Interpretationen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur, München 1976 .
Timpe, Dieter, Arminius-Studien, Heidelberg 1970.
Herwig Wolfram, Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter, Berlin 1990
Dahlheim, Werner, Julius Caesar, Die Ehre des Kriegers und der Untergang der römischen Republik, München 1987.
Jullian, Camille, Vercingetorix, (1901), Paris 1961.
Napoleon III., Geschichte Julius Caesars. Vom Verfasser autorisierte Übersetzung ins Deutsche, Wien 1866.
Max Miller, Münzen des Altertums, Braunschweig 1963.
Hartmut Polenz, Römer und Germanen in Westfalen, Einführung in die Vor- und Frühgeschichte Westfalens, Heft 5, hg. von Bendix Trier, Münster 1985.
Wolfgang Schlüter (Hg.), Kalkriese - Römer im Osnabrücker Land. Archäologische Forschungen zur Varusschlacht, Bramsche 1993.
Schieder, Theodor, Nationalismus und Nationalstaat. Studien zum nationalen Problem im modernen Europa, hg. von O. Dann und H. U. Wehler, Göttingen 1991.

 

Literatur zur Übersicht (P. 2 B):

Zu allen Traditions- und Rezeptionskomplexen: 

Herbert Hunger, Otto Stegmüller u. a., Die Textüberlieferung der antiken Literatur und der Bibel, München 1975 [H. Hunger, O. Stegmüller, Textüberlieferung].
Egidius Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen und Interpretationen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur, München 1976 [Schmalzriedt (Hg.), Antike Literaturen].
Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Bolgar, R. R., Classical Influence in European Culture (1500 - 1870), 3 Bde., Cambridge 1971 - 1979 [= Bolgar, Class. Infl. in Europa I + II + III].
Kneissl, Peter, und Losemann, Volker (Hg.), Imperium Romanum. Studien zur Geschichte und Rezeption. Festschrift für Karl Christ zum 75. Geburtstag, Stuttgart 1998; darin
Werner Dahlheim, Ratlose Erben: Die Erinnerung an die Antike und die Zukunft Europas, S. 105 - 122. (siehe Abt. HOSPITIUM)
Neumann, Franz (Hg.), Handbuch politischer Theorien und Ideologien, Hamburg 1977[= Hb. polit. Theorien und Ideologien].
Arnold Rabbow, dtv-Lexikon politischer Symbole, München 1970 [Rabbow, dtv-Lexikon politischer Symbole].

a) Traditionen der Reichsbildung.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idelastaat].
Gregor Schöllgen, Das Zeitalter des Imperialismus, München 1994 3 .

b) Monarchische Traditionen.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Quaritsch, Helmut, Souveränität (Schiften zur zur Verfassungsgeschichte Bd. 38), Berlin 1986 [H. Quaritsch, Souveränität].
Meinecke, Friedrich, Die Idee der Staatsräson, München 1963 (3 ) [= F. Meinecke, Staasträ- son].
Menger, Christian-Friedrich, Deutsche Verfassungsgeschichte der Neuzeit, Heidelberg 19792 [= Menger, Dt. Verfassungsgesch.].

c) Republikanische Traditionen.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idelastaat].
Fisher, H. A. L., The Republican Tradition in Europe, 1911 [= Fisher, Republican Tradition in Europe].
Finley, Moses I., Antike und moderne Demokratie, Stuttgart 1980 [= Finley , Antike und moderne Demokratie]. 2.2
Adams, Willi P., Republikanische Verfassung und bürgerliche Freiheit. Die Verfassungen und politischen Ideen der amerikanischen Revolution, Neuwied 1973 [= W. P. Adams, Verfassung und Freiheit].
Euchner, Walter, Demokratietheoretische Aspekte der politischen Ideengeschichte, in: Kreß, G., und Senghaas, P. (Hg.), Politikwissenschaft, Frankfurt 1971, S. 46 ff. [= Euchner, Demokratie i. d. pol. Ideengesch.].

d) Traditionen des Wertes und der Eigenart einzelner Völker.

Theodor Schieder, Nationalismus und Nationalstaat. Studien zum nationalen Problem im modernen Europa, hg. von O. Dann und H. U. Wehler, Göttingen 1991
Flacke, Monika, und Rother, Rainer (Hg.), Mythen der Nationen. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (März - Juni 1998), 2 Bde, Berlin 1998.
von Plessen, Marie Louise (Hg.), Marianne und Germania 1789 - 1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten - Eine Revue. Katalog zur Ausstellung der Berliner FestspieleGmbH im Martin-Gropius-Bau, Sept. 1996 - Jan. 1997, Berlin 1996.
Fuhrmann, Manfred, Nachwort, in: Tacitus, Germania, hg. und übers. von dems., Stuttgart 1989, S. 93 ff. (mit Hinweisen auf die Rezeptionslinie U. v. Hutten, G. C. Kirchner, J. G. Fichte, Arthur Graf Gobineau, H. S. Chamberlain, K. F. Günther).
Joachimsen, Paul, Vom deutschen Volk zum deutschen Staat.. Eine Geschichte des deutschen Nationalbewußtseins. Bearbeitet und bis in die Gegenwart fortgesetzt von Joachim Leuschner (ab S. 96 im wesentlichen vom Bearbeiter erstellt), (1916, 1920 (2 ) ) Göttigingen 1967 (4 ) [= P.Joachimsen, J. Leuschner, Vom deutschen Volk].
Ivánka, Endre von, Rhomäerreich und Gottesvolk. Das Glaubens-, Staats- und Volksbewußtsein der Byzantiner und seine Auswirkung auf die ostkirchlich-soteuropäische Geisteshaltung, Freiburg 1960 [= Ivánka, Rhomäerreich und Gottesvolk].

e) Traditionen des Militärwesens und der Kriegführung.

Johannes Kromeyer, Georg Veith, Heerwesen und Kriegführung der Griechen und Römer, unter Mitarbeit von A. Köster, E. v. Nischer und E. Schramm, Teil 1: Die Griechen, Teil 2: Die Römer, HdA 4, 3, München 1928.
Bernard Law Viscount Montgomery of Alamein, Weltgeschichte der Schlachten und Kriegszüge, , dt. Übersetzung von H. J. Baron von Koskull, (1968) München 1975.
E. W. Potter, C. Nimitz, Seemacht. Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, dt. Übersetzung hg. von J. Rohwer, München 1982.

f) Traditionen des bürgerlichen, des öffentlichen und des Völkerrechts.

Max Kaser, Das Römische Privatrecht, 2 Bde.: 1. Abschnitt: Das altrömische, das vorklassische und das klassische Recht, 2. Abschnitt: Die nachklssischen Entwicklungen, HdA 3, 3, München1971 2 und 1975 2.
Wolfgang Kunkel, Römische Rechtsgeschichte, Köln, Wien 1990 12.
Hattenhauer, H., Europäische Rechtsgeschichte, Heidelberg 1992 [= Hattenhauer, Europ.RG].
Coing, Helmut (Hg.), Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte. Bd. 1: Mittelalter (1100 - 1500). Die gelehrten Rechte und die Gesetzgebung, München 1973 [= Handbuch europ. PR-Gesch. I].
Stolleis, M., Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland, Bd. 1, München 1988.[= Stolleis, Gesch. d. ÖR in Deutschland I ].
Grewe, Wilhelm E., Epochen der Völkerrechtsgeschichte, Baden-Baden 19882 [= Grewe, VR-Geschichte].
Gizewski, Christian, Hugo Grotius und das antike Völkerrecht, Der Staat 32, 1993, S. 325 - 355 [= Gizewski, Grotius und antikes VR].

g) Traditionen der politischen Verantwortung für das allgemeine Wohl.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Neumann, Franz (Hg.), Handbuch politischer Theorien und Ideologien, Hamburg 1977 [= Hb. polit. Theorien und Ideologien].
Bendix, Ralf, Nation-Buildung and Citizenship, Berkeley 1974 (2) [Bendix, Nation-Building].

i) Traditionen 'politischer Religion'.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Heinz Kähler, Rom und sein Imperium. Reihe 'Kunst der Welt. Ihre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, (1966), Baden-Baden 1979 [Kähler, Rom und sein Imperium].
T. B. L. Webster, Hellenismus, Reihe 'Kunst der Welt. Übersetzt von Ulrike ThiemeIhre geschichtlichen, soziologischen und religiösen Grundlagen, (1966), Baden-Baden 1979 [Webster, Hellenismus].
Ivánka, Endre von, Rhomäerreich und Gottesvolk. Das Glaubens-, Staats- und Volksbewußtsein der Byzantiner und seine Auswirkung auf die ostkirchlich-soteuropäische Geisteshaltung, Freiburg 1960 [= Ivánka, Rhomäerreich und Gottesvolk].
Troeltsch, Ernst, Die Bedeutung des Protestantismus für die moderne Welt, München1906 [= Troeltsch, Protestantismus und moderne Welt].
Sweet, William Warren, Der Weg des Glaubens in den USA (EE um 1930; übers. von O. Schröder), Hamburg um 1950 (bes. S. 259 - 308 betr. die Sklaverei) [= Sweet, Glauben in den USA].

j) Traditionen der 'Libertät', 'Liberalität' und 'Libertinität'.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat]. 1.2
Wolfgang Kunkel, Römische Rechtsgeschichte, Köln, Wien 1973 7 .
Egidius Schmalzriedt (Hg.), Hauptwerke der antiken Literaturen. Einzeldarstellungen und Interpretationen zur griechischen, lateinischen und biblisch-patristischen Literatur, München 1976 [Schmalzriedt (Hg.), Antike Literaturen].
Schnur, Roman, Zur Geschichte der Erklärung der Menschenrechte (Wissenschaftl. Buchge- sellschaft), Darmstadt 1964 [= Schnur, Erklärung der Menschenrechte].
Langewiesche, Dieter, Europa zwischen Restauration und Revolution 1815 - 1849, Oldenbourg. Grundrisse, Bd. 13, München 19933 .
Gall, Lothar, Europa auf dem Weg in die Moderne, Oldenbourg-Grundrisse Bd. 14, München 1997 3..
Gall, Lothar (Hg.), Liberalismus, Köln 1976 [= Liberalismus].

k) Traditionen der ständischen 'Ehre' und persönlichen 'Größe'.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Fenske, H., Mertens, D. u. a., Geschichte der politischen Ideen von Homer bis zur Gegenwart, Königstein 1981 [ = Fenske u. a. , Gesch. polit. Ideen].
Hansen, Klaus O., Die Mentalität des Erwerbs. Erfolgsphilosophien amerikanische Unterneh- mer, Frankfurt 1992 [= Hansen, Mentalität des Erwerbs].

l) Traditionen der 'Vernunft' und des 'Naturrechts'.

Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie. Mit Quellentexten, Bd. 1: Altertum, Hamburg 1990.
Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie. Mit Quellentexten, Bde. 2 - 5 (Mittelalter und frühe Neuzeit), Hamburg 1990.
Johann Eduard Erdmann, Philosophie der Neuzeit, Geschichte der Philosophie Bd. 6 und 7, Hamburg 1990.

m) Traditionen der bürgerlichen Eintracht und der öffentlichen sozialen Fürsorge.

Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie. Mit Quellentexten, Bd. 1: Altertum, Hamburg 1990.
Liese, Wilhelm, Geschichte der Caritas (2 Bde.), 1922 [= Liese, Caritas I + II]. 2.3
Hofmann, Werner, Ideengeschichte der sozialen Bewegungen des 19. und 20. Jhts., Berlin 1979 (6 ) [ = W. Hofmann, Ideengeschichte].

n) Traditionen in Vorstellungen von 'besseren Welten'.

Robert Ranke-Graves, Griechische Mythologie. Quellen und Deutung, Übersetzung ins Deutsche von Hugo Seinsfeld, 2 Bde., (1955), Hamburg 1974 [Ranke-Graves, Griechische Mythologie].
Herbert Hunger, Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Mit Hinweisen auf das Fortwirken antker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart, Hamburg 1974 [Hunger, Lexikon Mythologie].
Adolf (von) Harnack, Dogmengeschichte, Freiburg 1898 [Harnack, Dogmengeschichte] .
Karl Vorländer, Geschichte der Philosophie. Mit Quellentexten, Bde. 2 - 5 (Mittelalter und frühe Neuzeit), Hamburg 1990.
Gumbrecht, H. U., Modern, Modernität, Moderne, in: Brunner, Otto, Conze, Walter und Koselleck, Reinhard (Hg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 4, Stuttgart 1978, S. 93 - 131 [= Gumbrecht, Modern, Modernität, Moderne].

o) Traditionen des Aufstands und der Revolution.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Fenske, H., Mertens, D. u. a., Geschichte der politischen Ideen von Homer bis zur Gegenwart, Königstein 1981 [ = Fenske u. a. , Gesch. polit. Ideen].
Martin, P. M., Présence de l'histoire romaine dans la Révolution francaise, in: R. Chevalier (Ed.), Infuence de la Grèce et de Rome sur L'Occident modern (Akten eines Pariser Kolloquiums im Dez. 1975), Paris 1977, S. 215 - 226 [= P. M. Martin, Histoire romaine dans la Re' volution francaise].

p) Traditionen des Völkerfriedens.

Alexander Demandt, Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike, Köln 1993 [Demandt, Idealstaat].
Johann Eduard Erdmann, Philosophie der Neuzeit, Geschichte der Philosophie Bd. 6 und 7, Hamburg 1990.
Euchner, Walter (Hg.), Klassiker des Sozialismus. Von Babeuf bis Plechanow, München 1992 [Euchner, Klassiker des Sozialismus].
Grewe, Wilhelm E., Epochen der Völkerrechtsgeschichte, Baden-Baden 19882 [= Grewe, VR-Geschichte].
 

Medien:

Putzger, Historischer Weltaltlas, Cornelsen Verlag, Berlin 1991 101 , S. 105.

 

Althistorische Quellen:

Es empfiehlt sich, die - oder doch einige der - vergleichsweise wenigen nachfolgend aufgeführten, wegen ihrer oft gegebenen Prominenz ausgewählten Quellen einmal genauer und im Zusammenhang anzusehen, um ihre spätere, immer wieder einmal fühlbare politisch-ideengeschichtliche Fortwirkung anschaulicher zu erfassen.

Apokalypse 21.
Appian, bellum civile 1. 35 - 72.
Aristoteles, Athenaion Politeia.
Aristoteles, Metaphysik 12, 1072 a 19 - 1073 a 13.
Aristoteles, pol. 3. Buch, 1276 b - 1277 b.
Aristoteles, pol. 3. Buch, 1284 b - 1288 a
Caesar, Bellum Gallicum, 7, 89.
Cassius Dio, Rhomaike historia, 40, 41. 
Cicero, De officiis 1, 43.
Cicero, De re publica, app. (Somnium Scipionis).
Codex Iustinianus, Buch 12, Titel 13 - 47.
Epiktet, Encheiridion 30.
Frontinus, Strategemata.
Heraklit, Fragmente der Vorsokratiker, hg. von H. Diels, Hamburg 1963 2 , S. 21 ff., Fragment 53.
Hesiod, Tage und Werke 109 ff.
Lex de imperio Vespasiani (FIRA I, 154 ff.)
Livius, Ab urbe condita, Buch 1, 58.
Livius A. u. c., Buch 2, 32, 8 ff.
Lukas-Evangelium, Kap. 2 (Weihnachtsgeschichte).
Matthäus-Evangelium 12, 46 ff.
1. Makkabäer-Buch, 2. Kap.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen 5, 8.
1. Mos. 2
1. Mos. 28, 12 ff..
3. Mos. 25.
Ovid, Metamorphosen' 1, 76 ff.
Ovid, Metamorphosen 15, 857 ff.
Paulus, 1. Korinther-Brief 13, 12.
Paulus, Römer-Brief, Kap. 13.
1. Petrus-Brief, Kap. 9.
Platon, Nomoi.
Platons, rep. 7, 514a - 518d ;
Polybios, Historiai, Buch 6.
Plutarch, Tiberius et Gaius Gracchus
Tacitus, annales 1, 60 f. und 2, 88.
Vergil, Aeneis 6, 847 ff.

Neuzeitgeschichtliche Quellen:

Jean Bodin, Six livres de la République, 1756 (EE 1578) (dt. Übersetzung: Sechs Bücher über den Staat, übers. von P. C. Mayer-Tasch, München 1982 mit Vorwort des Übers., u. a. auch zur politischen Philosophie Bodins, S. 23 ff.).
Carl von Clausewitz, Vom Kriege (1832, posthum veröffentlicht; Auswahl: Hg. von Wolfgang Pickert und Wilhelm Ritter von Schramm, zusammen mit einem Essay 'Zum Verständnis des Werkes', München 1978).
Hugo Grotius, De Iure Belli ac Pacis libri tres, in quibus ius naturae et gentium item iuris publici praecipua explicantur, EE Paris 1625 ( dt. Übersetzung: W. Schätzel, 1950; engl. Übesetzung F. W. Kelsey, 1925).
Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf (1795), (reclam) Stuttgart 1963.
Gottfried Wilhelm Leibniz, Über die prästablilierte Harmonie. Aufsatz d. J.1696, in: G. W. Leibniz, Kleine Schriften zur Metaphysik, hg. von H. H. Holz, Frankfurt 1965.
Bernard Law Viscount Montgomery of Alamein, Weltgeschichte der Schlachten und Kriegszüge, , dt. Übersetzung von H. J. Baron von Koskull, (1968) München 1975.
Charles Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, 'L'esprit des lois' (1748), Bücher 2, 3, 8, 11, 12.
Napoleon Bonaparte, Précis des guerres de César, diktiert auf St. Helena um 1820, erschienen 1836.
E. W. Potter, C. Nimitz, Seemacht. Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, dt. Übersetzung hg. von J. Rohwer, München 1982.
Adam Smith, Untersuchungen über die Natur und die Ursachen des Reichtums der Völker (1766).

 

LV Gizewski SS 1998

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)