Ein vorbildlich uneigennütziger und dem Staatswohl verpflichteter Provinzverwalter.

Plutarch, Marcus Cato ( = d. Ä.), 6.

Deutscher und griechischer Zext nach: Marcus Porcius Cato, Vom Landbau. Fragmente. Alle erhaltenen Schriften. Herausgegeben von Otto Schönberger, München 1980, S. 328 f.


 

Deutsche Übersetzung:

... Im übrigen verdient Cato für seine Selbstbeherrschung höchste Bewunderung, weil als er als Prätor für sich und sein Gefolge im Monat nicht mehr als drei attische Scheffel Weizen und für seine Lasttiere am Tag weniger als eineinhalb Scheffel Gerste geben ließ. Er bekam Sardinien zur Provinz, und während alle Prätoren vor ihm ihre Zelte, Betten und Kleidung auf Kosten des Landes erhielten und zudem durch die Menge ihrer Bedienten und Freunde, durch kostbare Tafel und anderen Aufwand den Leuten zur Last fielen, machte er mit seiner Genügsamkeit einen unglaublichen Unterschied. Denn er forderte von der Bevölkerung nicht das geringste zur Bestreitung irgendwelchen Aufwandes, sondern bereiste die Städte seiner Provinz zu Fuß ohne Wagen in Begleitung eines einzigen Staatsdieners, der ihm seine Kleider und eine Opferschale trug. Aber so bescheiden und genügsam er sich auch gegen die Untergebenen bewies, so ließ er sie doch auch andrerseits seine ganze Würde und Autorität fühlen, weil er unerbittlich blieb in dem, was Recht war, und die Staatsverordnungen genau ohne jede Rücksicht vollzog. Deshalb war für die Sardinier die römische Herrschaft nie so furchtbar, zugleich aber auch so angenehm.


Griechischer Text:


Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski


LV Gizewski SS 1998


Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski