Texte der deutschen Übersetzungen: zu a) aus: Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen. Übersetzt vob Otto Apelt. Unter Mirarbeit von Hans Günter Zekl mit einem Apparat neu herausgegeben von Klaus Reich, Hamburg 1990, S. 313; zu b) nach: Plutarch, Alexander - Caesar, Lebensbeschreibungen, übers. von Friedrich Salomon Kaltwasser, bearb.von Wolfgang Ritschel, Berlin 1982, S. 18. Griech. Texte: zu a) aus: Diogenes Laerius, Lives of Eminent Philosophers, with an English tradition by R. D. Hicks, in 2 volumes, vol. II, Zhe Loeb Classical Library, London, Cambridge / Mass. 1958, S. 38 - 40.; zu b) aus: aus: Plutarch's Lives, with an English translation by Bernadotte Perrin, in 11 volumes, vol. 11: Demosthenes and Cicero, Alexander and Caesar, The Loeb Clasical Library, London, Cambridge / Mass. 1949, S. 258.
a) Diogenes Laertios, De clarorum philosophorum vitis, 6, 38.
Deutsche Übersetzung:
Dem Asklepios stellte er als Weihgeschenk einen anstürmenden Fechter auf, der die vor dem Gott aufs Gesicht Niederfallenden umzubringen drohte.
Die Flüche der Tragiker, pflegte er zu sagen, seien für ihn eingetroffen. Er sei
"Dem Schicksal", sagte er, "stelle ich den Mut, dem Gesetz die Natur, der Leidenschaft die Vernunft entgegen."
Als er im Kraneion sich sonnte, trat Alexander an ihn heran und sagte: "Fordere, was du wünschest", worauf er antwortete: "Geh mir aus der Sonne."
Griechischer Text:
b) Plutarch, Alexander 14.
Deutsche Übersetzung:
Die Griechen hatten auf der Landenge bei Korinth einen Kongreß gehalten und beschlossen, mit Alexander gegen die Perser einen Kriegszug zu unternehmen, wobei er auch zum Oberfeldherrn ernannt worden war. Da bei dieser Gelegenheit viele Staatsmänner und Philosophen ihm die Aufwartung machten und Glück wünschten, dachte er, daß auch Diogenes von Sinope, der sich eben in Korinth aufhielt, ein Gleiches tun würde. Aber dieser blieb ungestört in seiner Ruhe im Kraneion, ohne sich im geringsten um Alexander zu kümmern; daher begab der sich zu Diogenes hin. Diogenes lag eben an der Sonne. Als aber so viele Leute auf ihn zukamen, reckte er sich ein wenig in die Höhe und sah Alexander starr an. Dieser grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte. "Geh mir nur", versetzte er, "ein wenig aus der Sonne!" Davon soll Alexander so sehr betroffen gewesen sein und, ungeachtet der ihm bewiesenen Verachtung, den Stolz und die Seelengröße des Mannes so sehr bewundert haben, daß er, als seine Begleiter beim Weggehen darüber scherzten und lachten, ausrief:"Wahrlich, wäre ich nicht Alexander , ich möchte wohl Diogenes sein."
Griechischer Text:
Bearbeitung für das Internet: Christian Gizewski
LV Gizewski SS 1998