Kardinale Tugenden und kleinen Schwächen des Kaisers Julian.

Ammianus Marcellinus, Res gestae, 25. Buch, Kap. 5, Abschnitt 4.

Deutscher und lateinischer Text nach: Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Lateinisch und deutsch und mit einem Kommentar versehen von Wolfgang Seyfarth, 3. Teil (Buch 22 - 25). Berlin 1986 3 , S.166 - 173.


 

Deutsche Übersetzung:

... Julian war ein Mann, den man wirklich zu den Heroen rechnen muß, auffallend durch den Glanz seiner Taten und seine angeborene Majestät. Es gibt nämlich, wie es die Philosophen definieren, vier Kardinaltugenden: Selbstbeherrschung, Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Hinzu kommen von außen weitere Tugenden: Kenntnis des Militärwesens, Ansehen, Glück und Großmut. Er pflegte sie insgesamtund im einzelnen mit angespannter Ergebenheit.

In erster Linie war er durch unverletzte Keuschheit so rühmlich bekannt, daß er sich nach dem Verlust seiner Gattin keiner Sinnenlust mehr hingab. Er gedachte nämlich dessen, was man bei Platon liest, daß der Tragödiendichter Sophokles im hohen Alter auf die Frage, ob er noch Verkehr mit Frauen habe, dies verneinte und hinzusetzte, er freue sich, der Lust an solchen Dingen wie einem wütenden und grausamen Herrn entronnen zu sein. Um diesen Vorsatz noch mehr zu bekräftigen, wiederholte er oft einen Ausspruch des Dichters Bakehylides, den er gern las. Dieser erklärt nämlich, Keuschheit verschönere ein nach Höherem strebendes Leben ebenso, wie ein hervorragender Maler ein Gesicht wohlgestaltet darstellt. Jenem Gebrechen ging er auch in voller Jugendkraft so vorsichtig aus dem Wege, daß man ihn nicht einmal irgendeines Verlangens verdächtigen konnte, selbst von seiten der vertrautesten Diener nicht, wie es doch oft geschieht.

Die Tugend der Selbstbeherrschung machte noch dadurch erhebliche Fortschritte, daß die Genügsamkeit im Essen und Schlafen sie förderte. Beides genoß er zu Hause und im Felde nur sparsam. Im Frieden mußten die, die sich ein wirkliches Urteil bilden konnten, die Sparsamkeit seiner Lebenshaltung und seiner Tafel bewundern, denn es schien, als wolle er bald wieder zum Philosophengewand zurückkehren. Bei den verschiedensten Feldzügen war er zu sehen, wie er zuweilen stehend nach Soldatenart eine magere und billige Mahlzeit einnahm. Sobald er aber seinen in Strapazen gestählten Körper durch kurzen Schlaf erquickt hatte, erwachte er und kontrollierte in eigener Person die Ablösung der Wachen und Posten, um nach diesen ernsthaften Aufgaben seine Zuflucht zu den Wissenschaften zu nehmen. Wenn die nächtlichen Lichter, bei denen er arbeitete, eine Stimme hätten und Zeugnis ablegen könnten, so würden sie tatsächlich zeigen, daß zwischen ihm und manchen anderen Kaisern ein großer Unterschied bestand. Denn diese Zeugen wüßten, daß er Vergnügungen nicht einmal im Rahmen der natürlichen Bedürfnisse Raum gab.

Für seine Klugheit gab es sehr viele Anzeichen, von denen einige auszuführen genügen wird. So verfügte er über großes Wissen im Kriegs- und Rechtswesen, war recht bedacht auf Leutseligkeit und nahm nur so viel für sich in Anspruch, wie seiner Meinung nach in der Mitte zwischen Verächtlichkeit und Hochmut lag. Der Tüchtigkeit nach war er älter als an Jahren. Große Aufmerksamkeit widmete er dem Rechtswesen und war zuweilen ein unbeugsamer Richter. Die Regelung der Sitten überwachte er mit großem Eifer und war ein friedlicher Verächter des Reichtums, wie er überhaupt auf alle weltlichen Dinge herabsah. Schließlich betonte er wiederholt, es sei schimpflich für einen Philosophen, nach Ruhm aus der Körperlichkeit zu haschen, wo er doch eine Seele habe.

Vieles macht deutlich, durch welche guten Akte der Gerechtigkeit er Ruhm erwarb. Zunächst war er entsprechend der Unterscheidung von Sachen und Menschen furchtgebietend, ohne grausam zu sein; zweitens hielt er durch Bestrafung einiger weniger die Laster in Schranken, und drittens drohte er mehr mit dem Richtschwert, als daß er es gebrauchte. Vieles will ich übergehen: Immerhin steht fest, daß er gegen manche Gegner, die ihn offen mit Anschlägen verfolgten, in so milder Weise verfuhr, daß er harte Strafen mit der ihm angeborenen Milde zügelte.

Seine Tapferkeit bezeugen die häufigen Schlachten, seine Kriegserfahrung und seine Ausdauer bei furchtbarer Kälte und Hitze. Wenn man vom Soldaten körperliche, vom Feldherrn aber geistige Leistung fordert, so hat er selbst einen furchtbaren Feind mit eigener Hand in kühnem Zweikampf erledigt, und wenn die Unsrigen einmal zurückwichen, hat er sich ihnen in den Weg geworfen und sie zuweilen ganz allein aufgehalten. Die Königreiche wilder Germanen hat er zerstört und im heißen Staub Persiens in der ersten Linie gefochten und dadurch das Selbstvertrauen der Truppe gestärkt. Seine Kenntnis des Kriegswesens beweisen viele bekannte Tatsachen: Belagerungen von Städten und Kastellen unter höchst gefährlichen Bedingungen, die in immer wieder anderer Weise erfolgte Aufstellung der Schlachtreihen, die an gesunden Plätzen vorsichtig angelegten Lager und die mit sicheren Berechnungen durchgeführte Aufstellung der Vorposten und Feldwachen Sein Ansehen war so groß, daß er glühende Liebe genoß, während man ihn gleichzeitig fürchtete, da er an allen Gefahren und Strapazen teilnahm, und daß er mitten in den heftigsten Kämpfen Feiglinge bestrafen lassen konnte. Als er noch Cäsar war, beherrschte er die Truppe ohne Soldzahlung, auch wenn sie wilden Völkern entgegengeworfen wurde, wie ich vor langem berichtet habe. Als die Soldaten aufbegehrten, sprach er sie an und drohte, er werde sich ins Privatleben zurückziehen, wenn sie dem Aufstand kein Ende machten. Schließlich wird es genügen, anstelle von vielen Einzelheiten folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Mit einer einfachen Ansprache munterte er die gallischen Soldaten auf, legte mit ihnen, die an Schnee und an den Rhein gewöhnt waren, ausgedehnte Märsche zurück und riß sie mit sich durch das heiße Assyrien bis an die Grenzen der Meder.

Sein Glück war so hervorragend, daß er, eine Zeitlang auf den Schultern der Glücksgöttin als guter Lenkerin fahrend, in siegreichem Lauf unermeßliche Schwierigkeiten überwand. Und nachdem er dem Westen den Rücken gekehrt hatte, blieben, solange er auf der Erde weilte, alle Völker ruhig, ohne sich zu rühren, als wenn ein Zauberstab die Welt im Zaume hielt.

Für seine Großmut gibt es sehr viele, auf Wahrheit beruhende Zeugnisse. So hat er nur leichte Tribute auferlegt, auf das Kranzgold verzichtet, viele Steuerschulden erlassen, die sich im Laufe der Jahre angehäuft hatten, und Streitigkeiten zwischen Privatleuten und der Staatskasse beigelegt. Den Städten hat er ihre Einnahmen und Landgüter zurückerstattet mit Ausnahme derer, die Machthaber vergangener ii Zeiten unter dem Schein des Rechts verkauft haben. Auch trachtete er nie danach, sein Vermögen zu vergrößern; denn er glaubte, es sei besser bei den Herren auf e. gehoben. Öfters wies er darauf hin, daß Alexander der Große auf die Frage, wo er seine Schätze habe, freundlich antwortete: "Bei meinen Freunden."

Nach der Aufzählung seiner Vorzüge, die ich in Erfahrung bringen konnte, will ich jetzt dazu übergehen, seine Fehler zu schildern, wenn sie auch schon hin und wieder genannt worden sind. Er war etwas leichtsinnig, zügelte jedoch diese Eigenschaft durch eine sehr sinnvolle Einrichtung: Er gestattete nämlich, ihn zurechtzuweisen, wenn er vom richtigen Wege abwich. Er war etwas geschwätzig und konnte nur selten seine Zunge im Zaum halten. Der Erforschung von Vorzeichen war er allzu ergeben und schien in diesem Punkt dem Kaiser Hadrian gleichzukommen; mehr abergläubisch als ein wirklicher Beobachter heiliger Handlungen, schlachtete er schonungslos unzählige Tiere, so daß man schon annahm, es werde nicht mehr genügend Rinder geben, wenn er aus Persien zurückkehre. Hierin war er dem Kaiser Marc Aurel ähnlich, auf den bekanntlich die Verse gedichtet wurden:

"Die weißen Stiere grüßen Kaiser Marcus.

Wenn du wieder siegst, sind wir verloren."

Beifall des Volks freute ihn. Auch bei nichtigen Anlässen haschte er unbeherrscht nach Beifall, und in seinem Streben nach Volkstümlichkeit neigte er dazu, selbst mit Unwürdigen zu reden.

Aber wenn dem auch so war, hätte man meinen können - und er selbst sagte es sogar -, jene alte Göttin der Gerechtigkeit, die Arat wegen ihres Unwillens über die Laster der Menschen in den Himmel versetzt, sei unter seiner Regierung wieder zur Erde zurückgekehrt, wenn er nicht manchmal nach eigenem Gutdünken gehandelt und sich seiner selbst unähnlich gezeigt hätte. Denn er verfaßte recht annehmbare Gesetze, die unbedingte Gebote und Verbote aussprachen, doch gab es auch einige Ausnahmen. Z.B. war das Gesetz zu hart, das den christlichen Lehrern der Rhetorik und Grammatik jede Lehrtätigkeit untersagte, wenn sie nicht zum Götterkult überträten. Auch jenes Gesetz war unerträglich, welches zu Unrecht gestattete, in die Gemeinschaften der städtischen Stände Nichteinheimische oder solche Personen aufzunehmen, die von diesen Vereinigungen durch Privilegien oder durch ihre Geburt weit geschieden waren.

Seine Gestalt und sein Gliederbau waren folgendermaßen: Er war mittelgroß, sein Haar war weich und wie gekämmt, und er trug einen struppigen, spitz zulaufenden Bart. Seine funkelnden Augen waren hübsch und ließen auf einen scharfen Verstand schließen. Die Augenbrauen waren zierlich, die Nase sehr gerade, der Mund etwas zu groß, und die Unterlippe hing etwas herab. Sein Hals war kräftig und gebogen, die Schultern waren muskulös und breit. Vom Kopf bis zu den Zehen war sein Gliederbau symmetrisch, und aus diesem Grund verfügte er über Kraft und war ein guter Läufer.

Da ihn nun mißgünstige Menschen beschuldigen, er habe zum Verderben des Staates neue Kriegswirren angestiftet, so sollen sie wissen, was die Wahrheit klar erkennen läßt: Nicht Julian, sondern Constantin hat die Kriegswut der Perser entzündet, da er den Lügenberichten eines Metrodor bereitwillig beipflichtete. Doch darüber habe ich schon längst ausführlich berichtet. Durch seine Schuld wurden im Übermaß unsere Heere hingeschlachtet, zuweilen Heeresabteilungen gefangengenommen, Städte zerstört, Festungen uns entrissen oder dem Erdboden gleichgemacht, die Provinzen durch hohe Steuerlasten erschöpft, und unter Drohungen, die bald Wirklichkeit wurden, wurde von den Persern alles Land bis hin nach Bithynien und zu den Gestaden der Propontis beansprucht. Als aber in Gallien die Überheblichkeit der Barbaren zunahm, die Germanen sich über unser Land ergossen und schon die Alpen überrannt werden sollten, so daß Italien vor der Verwüstung stand, da hatten die Menschen Unsägliches zu erdulden, und es blieb ihnen nichts außer Tränen und Schrecken. Hier gab es nur die bittere Erinnerung an vergangenes Leid und die noch traurigere Aussicht auf die Zukunft. Das alles hat dieser Jüngling mit einer fast wunderbar zu nennenden Schnelligkeit wieder in Ordnung gebracht, als er mit dem Schein titel eines Cäsärs nach dem Westen geschickt wurde und Könige wie niedrige Sklaven vor sich hertrieb. Um mit gleichem Bemühen auch den Osten wieder neu zu beleben, griff er die Perser an und hätte von dort einen Triumph und einen Siegerbeinamen heimgebracht, wenn die Beschlüsse der Himmlischen mit seinen Plänen und herrlichen Taten übereingestimmt hätten. Manche gedankenlosen Leute machen sich, wie wir wissen, so sehr über Erfahrungen lustig, daß sie trotz Niederlagen neue Kriege unternehmen oder nach einem Schiffbruch wieder aufs Meer hinausfahren und sich denselben Schwierigkeiten ausliefern, denen sie schon oft erlegen sind. Und so gibt es auch Leute, die dem Kaiser, der überall Sieger war, vorwerfen, er habe gleiche Gefahren immer wieder gesucht. ...


 Lateinischer Text:

Vir profecto heroicis connumerandus ingeniis, claritudine rerum et coalita majestate conspicuus. cum enim sint, ut sapientes definiunt, uirtutes quattuor praecipuae, temperantia, prudentia, iustitia, fortitudo eisque accedentes extrinsecus aliae, scientia rei mihtaris, auctoritas, felicitas atque liberalitas, intento studio coluit omnes ut singulas.

Et primum ita inuiolata castitate enituit, ut post amissam coniugem nihil umquam uenerium augis larens illud aduertens, quod apud Platonem legitur / Sophoden tragoediarum scriptorem, aetate grandaeuum interrogatum, ecquid adhuc feminis misceretur, negantem id adiecisse, quod gauderet harum rerum amorem ut rabiosum quendam effugisse dominum et crudelem. item ut hoc propositum ualidius confirmaret, recolebat saepe dictum lyrici Bacchylidis, quem legebat iucunde, id asserentis, quod ut egregius pictor uultum speciosum effingit, ita pudicitia celsius consurgentem uitam exornat. quam labem in adulto robore iuuentutis ita caute uitauit, ut ne suspicione quidem tenus libidinis ullius uel citerioris uitae ministris incusaretur, ut saepe contingit.

Hoc autem temperantiae genus crescebat in maius iuuante parsimonia ciborum et somni, quibus domi forisque tenacius utebatur. namque in pace uictus eius mensarumque tenuitas erat recte noscentibus admiranda uelut ad pallium mox reuersun, per uarios autem procinctus stans interdum more militiae cibum breuem uilemque sumere uisebatur. ubi uero exigua dormiendi quiete recreasset corpus laboribus induratum, expergefactus explorabat per semet ipsum uigiliarurn uices et stationum post haec seria ad artes confugiens doctrinarum. et si nocturna lumina, inter quae lucubrabat, potuissent uoce ulla testari, profecto ostenderant inter hunc et quosdam principes multum interesse, quem norant uoluptatibus ne ad necessitatem quidem indulsisse naturae.

Dein prudentiae eius indicia fuere uel plurima, e quibus explicari sufficiet pauca. armatae rei scientissimus et togatae, ciuilitati admodum studens, tantum sibi arrogans, quantum a contemptu et insolentia distare existimabat. uirtute senior quam aetate; studiosus cognitionum omnium et indeclinabilis aliquotiens iudex; censor in moribus regendis acerrimus, placidus opum contemptor, rnortalia cuncta despiciens, postremo id praedicabat turpe esse sapienti, cum habeat animum, captare laudes ex corpore.

Quibus autem iustitiae inclaruit bonus, multa significant, primo qiuod erat pro rerum et hominum distinctione sine crudelitate terribilis, deinde quod paucorum discrimine uitia cohibebat, tum autem quod minabatur ferro potiusquam utebatur. postremo ut multa praeteream, constat eum in apertos aliquos inimicos insidiatores suos ita consurrexisse mitissirne, ut poenarurn asperitatem genuina lenitudine castigaret.

Fortitudinem certarninum crebritas ususque bellorum ostendit et patientia frigorurn immanium et feruoris. cumque corporis munus a milite, ab imperatore uero animi poscitur, ipse trucem hostem ictu confecit audacter congressus ac nostros cedentes obiecto pectore suo aliquotiens cohibuit solus / regnaque furentium Germanorurn excindens et in puluere uaporato Persidis / augebat fiduciam militis dimicans inter prirnos. castrensium negotiorurn scientiam plura declarant et nota, ciuitatum oppugnationes et castellorum / inter ipsos discriminum uertices, acies figura multiforrni cornpositae, salubriter et caute castra metata, praetenturae stationesque agrariae tutis rationibus ordinatae. auctoritas adeo ualuit, ut dilectus artissime, dum tirnetur, ac periculorum socius et laborum et inter concertationes acerrimas animaduerti iuberet in desides et Caesar adhuc sine stipendio regeret militern feris oppositum gentibus, ut dudum est dictum, allocutusque tumentes armatos discessurum ad uitam minaretur priuatam, ni tumultuare desistent. denique id pro multis nosse sufficiet: exhortatum eum simplici contione militem Gallicanum pruinis assuetum et Rheno peragratis spatiis regionum extentis per tepentem Assyriam ad usque confinia traxisse Medorum.

Felicitas ita eminuit, ut ipsis quodammodo ceruicibus Fortunae aliquamdiu bonae gubernatricis euectus uictoriosis cursibus difficultates superaret immensas. et postquam ex occidua plaga digressus est, quoad fuit in terris, quieuere nationes omnes immobiles ac si quodam caduceo leniente mundano.

Liberalitatis eius testimonia plurima sunt et uerissima, inter quae indicta sunt tributorum admodum leuia, coronarium indultum, remissa debita multa / diuturnitate congesta, aequata fisci iurgia cum priuatis, uectigalia ciuitatibus restituta cum fundis, absque his, quos uelut iure uendidere praeteritae potestates, quodque numquam augendae pecuniae cupidus fuit, quam cautius apud dominos seruari existimabat, id aliquotiens praedicans Alexandrum Magnum, ubi haberet thesauros, interrogatum "apud amicos" beniuole respondisse.

Digestis bonis, quae scire potuimus, nunc ad explicanda eius uitia ueniamus, licet dicta sint carptim. leuioris ingenii, uerum hoc instituto rectissimo temperabat emendari se, cum deuiaret a fruge bona, permittens. linguae fusioris et admodum raro silentis, praesagiorum sciscitationi nimium deditus, ut aequiperare uideretur in hac parte principem Hadrianum, superstitiosus magis quam sacrorum legitimus obseruator, innumeras sine parsimonia pecudes mactans, ut aestimaretur, si reuertisset de Parthis, boues iam defuturos, Marci illius similis Caesaris, in quem id accipimus dictum:

[hoi boes hoi leukoi Marko to Kaisari chairein:

an pali nikeses, ammes apolometha.]

Volgi plausibus laetus, laudum etiam ex minimis rebus intemperans appetitor, popularitatis cupiditate cum indignis loqui saepe affectans.

Verum tamen cum haec essent, aestimari poterat, ut ipse aiebat, uetus illa Iustitia, quam offensam uitiis hominum Aratus extollit in caelum, eo imperante redisse rursus ad terras, ni quaedam ad arbitrium agens interdum ostenderet se dissimilem sui. namque et iura condidit non molesta absolute quaedam iubentia fieri uel arcentia praeter pauca, inter quae erat illud inclemens, quod docere uetuit magistros rhetoricos et grammaticos Christianos, ni transissent ad numinum cultum. illud quoque itidem parum ferendum, quod municipalium ordinum coetibus patiebatur iniuste quosdam annecti uel peregrinos uel ab his consortiis priuilegiis aut origine longe discretos.

Figura tali situque membrorum. mediocris erat staturae, capillis tamquam pexis et mollibus, hirsuta barba in acutum desinente uestitus, uenustate oculorum micantium flagrans, qui mentis eius argutias indicabant, superciliis decoris et naso rectissimo, ore paulo maiore, labro inferiore demisso, opima et incurua ceruice, umeris uastis et latis, ab ipso capite usque unguium summitates liniamentorum recta compage, unde uiribus ualebat et cursu.

Et quoniam eum obtrectatores novos bellorum tumultus ad perniciem rei communis insimulant concitasse, sciant docente ueritate perspicue non lulianum, sed Constantinum ardores Parthicos succendisse, cum Metrodori mendaciis auidius acquiescit, ut dudum rettulimus plene. unde caesi ad indignationem exercitus nostri, capti militares aliquotiens numeri, urbes excisae, rapta munimenta uel diruta, prouinciae grauibus impensis exhaustae et ad effectum tendentibus minis cuncta petebantur a Persis ad usque Bithynos et litora Propontidis. at in Galliis barbarico tumore gliscente diffusis per nostra Germanis iamque Alpibus ad uastandam Italiam perrumpendis nihil multa et nefanda perpessis hominibus praeter lacrimas supererat et terrores, ubi et praeteritorum recordatio erat acerba et exspectatio tristior impendentium. quae omnia iuuenis iste ad occiduam plagam specie Caesaris missus regesque pro mancipiis agitans ignobilibus cuncta paene mira dictu celeritate correxit. itaque ut orientem pari studio recrearet, adortus est Persas triumphum exinde relaturus et cognomentum, si consiliis eius et factis illustribus decreta caelestia congruissent. et cum sciamus adeo experimenta quosdam ridere improuidos, ut bella interdum uicti et naufragi repetant maria et ad difficultates redeant, quibus succubuere saepissime, sunt, qui reprehendant paria repetisse principem ubique uictorem.


Bearbeitung für das Interent: Christian Gizewski


LV Gizewski SS 1998