Kap. 6: Zu den Verfahrensweisen religiöser 'Schicksalsvoraussagen' für Völker, Herrscher und Rechtgläubige.


I. Allgemeines zur politisch-propagandistischen und religiös identitätsformenden Wirkung von Berufungs- und Heilsbehauptungen.

- Die Adressaten: Herrschaftsbesitzer, ganze Völker, Anhänger poltischer Parteiungen und religiöser Orthodoxien.

- Politisch-religiöse Dichtung und bildende Kunst mit Propagandacharakter.

- Apokalyptische Zukunftsschau des Untergangs einzelner Völker, der Menschheit oder der ganzen Welt.

II. Politisch-religiöse Dichtung und bildende Kunst mit Propagandacharakter.
Die Prophezeiung des Anchises in Vergil, Aeneis 6, 752 - 853.
Übung 1.

1. Was sieht Anchises - eine mythologische Figur, die in der Zeit des Untergangs Trojas (letztes Drittel des 2. Jt. v. Chr.) zuzurechnen wäre, voraus?

2. Welche politische Figur späterer Zeiten hat er vor seinem inneren Auge?

3. Wie kommt der Dichter des 'augusteischen Zeitalters', Vergil, auf seine poetisch--mythologische Konzeption eines 'römischen Gründer-Urahns'?

4. Welche politischen Momente der Entstehung des Römischen Reiches blendet die Vergilsche Auffassung von einem Römischen Reich 'der Gesittung und des Friedens' aus?

Die 'Gemma Augustea'.

(Zum Zeitgeist der augusteisch-imperialen Epoche im Bulde; vgl. auch Kap. 4)

III. Apokalyptische Zukunftsschau des Untergangs einzelner Völkern, der Menschheit oder der ganzen Welt.

Der Zusammenbruch der Weltreiche und der Beginn einer 'neuen Welt' in der Apokalypse des Johannes (11, 5 - 12, 10).
Übung 2.

1. Was stellt sich der Autor unter einem ewigen Himmelreich vor? Welche kosmologisch-mythologischen Figuren treten in seiner Darstellung einer Endzeit der gegenwärtigen Welt auf?

2. Hat Christus eine Bedeutung in der schließlich eintretenden Himmelsherrschaft?

3. Wer und wo ist in der gegenwärtigen Welt der Satan? Warum gibt es ihn, obschon Gott allmächtig ist? Was wird künftig aus ihm?

4. In welchem Spannungsvehältnis steht eine solche 'apokalytische' Weltsicht zu einem 'säkularen' Geschichtsbewußtsein? Gibt es ideelle Koexistenzmöglichkeiten? Was bedeutet der Begriff eines geschichtlichen 'Fortschritts'?

5. Welcher Zeit entstammt Ihres Erachtens der Text? In welchem religiösen oder/und politischen Lager steht der Autor? Was und wen will er mit seinem Text erreichen?

Alle Zitate aus Quelleneditionen, Literatur, Karten-, Bild- und Tonwerken erfolgen ausschlielich zum Zwecke des wissenschaftlichen Gebrauchs in Forschung und Lehre. Die einzelnen Titel sind im Literatur-, Medien- und Quellenverzeichnis aufgeführt. C. G.

Zu Literatur, Medien und Quellen.


Bearbeitungsstand: 9. Mai 2012.

Autor des WWW-Skripts: Christian Gizewski, Prof. Dr., TU Berlin, Fakultät I, Alte Geschichte, FG Geschichte, Privatadresse: Tietzenweg 98, 12203 Berlin, Tel.:030-8337810, EP:christian.gizewski@.tu-berlin.de