Vorwort zum WWW-Skript 'Rhetorik und Musik als Mittel öffentlichen Handelns in antiken Gemeinwesens'.

Dieses Skript gibt den Inhalt der von mir im Sommersemester 1999 an der TU Berlin durchgeführten Vorlesung / Übung 'Rhetorik und Musik als Mittel öffentlichen Handelns in antiken Gemeinwesens' in teils ausgearbeiter, teils erheblich gekürzter Form wieder.

Schwerpunkt der Ausarbeitung waren einmal die Kapitel des Einleitungsteils (Kap. 1 und 2), in denen es mir auf einen begrifflich und mit exemplarischem Quellenmaterial abgesicherten 'Schnelldurchgang' durch die mit Bedacht weit angelegte Gesamtthematik ging, ferner die Übungen mit kurzer Auflösung ihrer Aufgaben und schließlich die Herstellung jeweils praktikabler und weiterführender Verzeichnisse zu Literatur, Medien und Quellen.

Für die in den weiteren Kapiteln (Kap. 3 - 8) jeweils angesprochenen Fragen beschränkte ich mich auf die Einfügung und Bearbeitung illustrativen Quellenmaterials, annexartiger Querverweise und stichwortartiger Andeutungen des vorgetragenen oder zum Vortrag vorgesehenen Inhalts der Vorlesung.

Die Auswahl, das Einkopieren, Konvertieren und Korrigieren längerer Quellentexte wurde dabei nicht gescheut. Allerdings bitte ich um Verständnis, daß ich im Hinblick auf den damit verbundenenen Zeit- oder aber elektronischen Platz-Aufwand nicht überall den griechisch- oder lateinischsprachigen Text einer wissenschaftlichen Edition beifügen konnte. Es ist dem Leser aber möglich, ausreichende häufig illustrative Textquellen aus beiden Sprachen auch in ihrer altsprachlicher Form vorzufinden.

Die Ausführung der oft zu umfänglicher Bearbeitung einladenden Stichworte wäre mir aus Zeitgründen nicht möglich gewesen. Soweit später sinnvoll, werden jedoch, wie auch bei den anderen Skripten dieses WWW-Projekts, Ergänzungen vorgenommen werden. Dafür sind auch Leserhinweise und -anregungen willkommen. Gegenwärtig erscheint mir eine weitere Ausführung im Hinblick auf vielerlei weiterführende Literatur, die der Leser dieses Skripts schon mit den hier gegebenen Hinweisen unschwer auffinden kann, nicht nötig.

Bei dieser Zurückhaltung spielen aber auch andere Motive eine gewisse Rolle.

Der Leser eines WWW-Vorlesungs-Skripts wie des hier präsentierten soll dadurch nicht etwa von eigener Recherche- und weiterführender Lektüre- und Konzeptions-Aktivität abgehalten, sondern vielmehr - wie durch Lehrveranstaltungen des Hochschulbetriebs generell - zu einer wissenschaftlich sinnvoll angelegten Eigenarbeit angeregt und ermuntert werden.

Das Gesamtthema hat einen deutlich auch gegenwartsbezogenen und dabei in Teilen politik- und öffentlichkeitskritischen Charakter. Die Fragestellung des Gesamthhemas richtet sich zwar generell auf die antiken Wurzeln heutiger Verhältnisse. Es liegt aber wegen des häufigen - und sei es nur impliziten - Gegenwartsbezugs dennoch nahe und ist vor allem im Hinblick auf den Zweck akademischer Lehre geboten, dem Leser den ihm zukommenden Freiraum für die eigene politische Urteilsbildung zu lassen; dies jedenfalls war meine Absicht.

Welche Konsequenzen der Leser aus, wie ich meine, schlüssig und begründet vorgetragenen historischen Erkenntnissen über 'politisch-öffentliches Handeln durch rhetorische und sonstige - heute vor allem mediale - Ausdrucksformen' ziehen will, ist seine Sache. Es ist aber jedenfalls sein Interesse, auch auf historisch- wissenschaftlichem Wege zu ihrer urteilsautonomen Analyse befähigt und gegenüber den vielen diesbezüglichen Zumutungen unserer Zeit jedenfalls selbstbewußter und handlungsfähiger zu werden.

Abschließend eine Bitte, die einsichtige traditionelle Anforderungen der Rechtschreibung betrifft: Das Schreiben von Texten auf dem Rechner durch einen im wesentlichen alleinagierenden Verfasser hat seine eigenen Fehlerquellen, die insbesondere beim Konvertieren und OCR-Kopieren ('Scannen') hervortreten und für die Korrektur, wie oben angedeutet, viel Mühe und Zeitaufwand bereiten. Der Verf. und Hg. war auch bei diesem Skript bemüht, die Schreibfehler gering zu halten. Doch lassen sie sich erfahrungsgemäß erst bei mehrmaliger Durchsicht weitgehend beseitigen. Die dafür nötige Zeit steht nicht immer sofort zur Verfügung. Es erscheint andererseits zumeist aus Aktualitätsgründen sinnvoll, Texte bei einem gewissen Abschluß ihrer inhaltlichen Bearbeitung für die Interessenten zu veröffentlichen. Wo der Leser daher Fehler zu entdecken meint, die von sachlicher Bedeutung sind (z. B. bei Namens- oder Zahlenangaben) oder die den Textsinn entstellen, folge er seiner Vorsicht und prüfe ggf. selbst nach. Für Fehlerhinweise in gravierenden Fällen wäre natürlich auch der Hg. dieser WWW-Seite dankbar.

Christian Gizewski , im Sept. 1999.


 

LV Gizewski SS 1999

Autor: Christian Gizewski (EP: gizeoebg@linux.zrz.tu-berlin.de)