Lösung zu Übung 1 c.

Die Aufgaben lauteten:

Einteilung des römischen Rechts.


Der Text stammt aus den 'Instititionen Justinians', einem von dem der frühbyzantinischen Zeit angehörenden Kaiser Justinian I. (527 - 565 n. Chr.) bei seiner Neuordnung des römischen Rechts in Auftrag gegebenen Lehrbuch für den Rechtsunterricht an den juristischen Ausbildungsstätten des Reiches (Konstantinopel und Berytos). Justinian stattete dieses 'Lehrbuch' datüberhinaus mit einer rechtlichen Geltungsgkraft für den allgemeinen Rechtsverkehr aus, wie sich aus der Einführungskonstitution 'Imperatoriam maiestatem' ergibt ("plenissimum nostrarum constitutionum robur eis accomodavimus"). Nach dem Vorbild des im 2. Jht. n. Chr. von dem Juristen Gaius verfaßten Lehrbuchs desselben Namens, das z. Zt. Justinians aber in vielen Teilen überholt war, enthält das juristische Lehrbuch des 6. Jhts. eine in besonderer Weise systematisch konzipierte Einführung in die 'Anfangsgründe des Rechts' ("totius legimtimae scientiae prima elementa"), insbesondere des Privatrechts. Sowohl wegen seiner bewußten Orientierung an der damals schon jahrhundertealten römischen Rechtstradition als auch wegen seiner Nähe zur Rechtspraxis seiner Abfassungszeit als auch wegen seines lehrhaft-systematischen Konzepts bietet dieses offiziöse Rechtslehrbuch Justinians eine Anzahl prägnanter Begriffsbildungen und Beschreibungen grundsätzlicher Sätze des römischen Rechts, die für seine Charakterisierung nützlich sein können.

Zu 1.

a) Die Einführung enthält folgende Begriffe des Rechts im römischen Sinne ('ius'):

b) Ferner stellt das antike Lehrbuch folgende Gliederungsansätze für das Römische Recht dar:

    1. Lex: Gesetz der Centuriat-Comitien, Gesetz der Gesamtvolksversammlung
    2. Plebiscitum: Gesetz der Tribut-Comitien, Gesetz der plebejischen Volksversammlung.
    3. Senatusconsultum: Senatsbeschluß mit rechtssetzender Wirkung.
    4. Edictum, auch 'ius honorarium': die von einem edizierungsberechtigten Magistrat erlassene Verordnung, Prozeßordnung und Verwaltungsvorschrift.
    5. Constitutio: jede vom römischen Kaiser in Ausübung einer der verschiedenartigen, ihm zustehenden Amtskompetenzen erlassene Anordnungen oder höchstrichterlichen Entscheidung mit rechtssetzender oder allgemein rechtsklarstellender Wirkung.
    6. Iurisconsultum: die mit Bindewirkung gegenüber einem Gericht ausgestattete gutachtliche Äußerung eines kaiserlich legitimierten Respondierjuristen in einer bestimmten Rechtsfrage.

Zu 2.

a) Gemeinsamkeiten und Unterschiede römisch-antiker im Verhältnis zu heutiger rechtsbezogener Begrifflichkeit:

b) Gemeinsamkeiten und Unterschiede römisch-antikert und heutiger Rechtsgliederungen:

LV Gizewski im WS 2000/2001