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Detaillierter Themenplan zur Lehrveranstaltung Gizewski, Geschichte des römischen Rechts, im WS 2000/2001.

Kap. 1 (Einführung):

ÜBERSICHT:

    1. Sprachlicher, juristischer und historischer Zugang zum Römischen Recht.

    2. Die Rechtskonzeptionen und die verschiedenen systematischen Gebiete des Römischen Rechts.

    3. Die allgemeingeschichtliche Bedeutung des Römischen Rechts in seinen verschiedenen Epochen.

    4. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 2: Archaisches Stammes- und Stadtrecht im mittleren Italien des frühen ersten Jahrtausends v. Chr.

ÜBERSICHT:

1. Die Beleuchtung der polyethnischen Traditionen im Italien seit dem frühen 1. Jahrtausend: die Überlagerung altitalischer, italisch-indogermanischer, etruskischer, griechischer, punischer und schließlich keltischer Traditionen dort.

2. Institutionelle Parallelentwicklungen in Rom und anderen Völkerschaften Italiens seit dem frühen ersten Jahrtausend.

3. Die literarisch überlieferte rechtsgeschichtliche Legendenbildung für Rom im Lichte der quellenmäßig faßbaren institutionellen Entwicklung einer frühen römischen Stadtvolks- und Amtsverfassung (1)

4. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 3: Das stadtrömische Recht Roms in den ersten Jahrhunderten der Republik.

ÜBERSICHT:

1. Die literarisch überlieferte rechtsgeschichtliche Legendenbildung für Rom im Lichte der quellenmäßig faßbaren institutionellen Entwicklung einer frühen römischen Stadtvolks- und Amtsverfassung (2)

2. Politische Gründe und außerrrömische Parallelen für die frühe stadtrömische Rechtskodifikation im XII-Tafel-Gesetz.

3. Konkrete Motive und Gesamtcharakter der Herausbildung eines republikanisch-stadtrömischen Gesetzesrechts und seiner verschiedenartigen Gesetzgebungsinstitutionen (auch zu Kap. 4).

4.Die Differenzierung des Gerichtswesens und die Entstehung einer nicht-sakralen, öffentlich auftretenden Rechtsgelehrsamkeit (auch zu Kap. 4).

5. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 4: Das Reichsrecht des sich entfaltenden Imperium Romanum bis zum Ende der Republik.

ÜBERSICHT:

1. Die rechtliche und administrative Behandlung der Provinzen und der neuen römischen Koloniebildungen dort.

2. Verfassungsrechtskonflikte und -reformen in der späten Republik und das Anwachsen der verfassungsmäßigen Bedeutung der Militärmacht bis zur Usurpation Caesars.

3. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 5: Das Römische Recht in seiner kaiserzeitlichen Entwicklung bis zum spätantiken kaiserlichen Kodex-Recht und Kirchenrecht.

ÜBERSICHT:

1. Die Veränderung der republikanischen Verfassung durch den Einbau eines monarchischen Souveräns.

2. Die allmähliche rechtliche Angleichung der Provinzen an Italien unter kaiserlicher Herrschaft.

3. Grundlegende kaiserliche Hof-, Verwaltungs- und Militärreformen.

4. Organisation der Jurisdiktions- und Rechtssetzungsbefugnisse. Kaiserliche Obergerichtsbarkeit, Gesamtrechtsedikte, Rechtssetzungen und Rechtskodifikationen.

5. Die Entstehung der offiziellen christlichen Kirchenorganisation und ihres Rechts.

6. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 6: Die frühmittelalterliche Fortwirkung des Römischen Rechts.

ÜBERSICHT:

1. Die politische und kulturelle Bedeutung des Fortbestands römischer Rechtstraditionen seit dem frühen Mittelalter.

2. Umbau und Anpassung römischer Rechtsnormen in 'barbarischen' Nachfolgereichen des Imperium Romanum.

3. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 7: Die Rezeption des Römischen Rechts seit dem 12. Jht. in ganz Europa.

ÜBERSICHT:

1. Die gewachsenen mittelalterlichen Traditionen des römischen Rechts (Gewohnheiten, Renovationen und Fiktionen) und die im Spätmittelalter neu einsetzende 'Rezeption' des antiken römischen Rechts.

2. Die Entwicklung des europäischen Universitätswesens und der Jurisprudenz. Die Legistik und die Kanonistik ('utrumque ius').

3. 'Ius publicum' (Stadtrecht, Reichsrecht und Hofrecht) unter römischem Traditionseinfluß.

4. Die Entwicklung des Kirchenrechts seit dem 'Decretum Gratiani'.

5. Literatur, Medien, Quellen.

Kap. 8: Die Bedeutung des Römischen Rechts in der neuzeitlichen europäischen Staatenentwicklung.

ÜBERSICHT:

1. Die antiken - einschließlich der römisch-rechtlichen - Grundlagen der neuzeitlichen Souveränitätsidee und des neuzeitlichen Völkerrechts.

2. Das moderne bürgerliche Recht (Zivilrecht) und die Pandektistik.

3. Die Verfassungskonzepte, Rechtsstatsprinzipien und Grundrechtskataloge moderner Staaten und die sie prägenden antiken (auch römischen) Vorbilder und normativen Muster.

4. Literatur, Medien, Quellen.

LV Gizewski im WS 2000/2001